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SPD | Zum Tod von Uwe-Karsten-Heye: Ein unabhängiger Geist

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4. August
Neues Deutschland

SPD | Zum Tod von Uwe-Karsten-Heye: Ein unabhängiger Geist

- Politik - SPD Zum Tod von Uwe-Karsten-Heye: Ein unabhängiger Geist Der SPD-Politiker, Antifaschist, Journalist und Buchautor ist gestorben. Ein Nachruf auf den Gründer des Vereins »Gesicht zeigen!« Er war kein typischer Politiker, obwohl er ein sozialdemokratisches Urgestein war. Wie der von ihm mitgegründete Verein »Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland« am Montagnachmittag mitteilte, ist Uwe-Karsten Heye bereits am 30. Juli im Alter von 85 Jahren gestorben. Der gelernte Journalist – in den 60er Jahren arbeitete er für die »Süddeutsche Zeitung« – hatte sich politisch früh an die SPD gebunden. Geboren wurde er am 31. Oktober 1940 im damaligen Reichenberg, dem heutigen Liberec in Tschechien. Nach dem Krieg landete er nach einer Zwischenstation in Rostock schließlich in Mainz. 1974 bis 1979 war er Pressereferent und Redenschreiber von Parteichef Willy Brandt, nach dessen Rücktritt als Bundeskanzler. Nach einer Phase als freier Autor wurde Heye 1990 Regierungssprecher des damaligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Gerhard Schröder. Der nahm als Bundeskanzler Heye mit nach Berlin, wo er von 1998 bis 2002 Sprecher der Bundesregierung und als Staatssekretär Leiter des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung war. Es folgten drei Jahre in New York als deutscher Generalkonsul. Die Agenda-2010-Politik der rot-grünen Bundesregierung musste Heye – Schröder hatte ihn mal sein »linkes Gewissen« genannt – also nicht mehr der Öffentlichkeit als alternativlos verkaufen. Im Jahr 2000 gründete der Sozialdemokrat zusammen mit Paul Spiegel, der in dem Jahr Präsident des Zentralrates der Juden geworden war, und Michel Friedman »Gesicht zeigen!«. Bis heute leistet der Verein praktische antifaschistische Bildungsarbeit. Als Vorstandschef trat Heye erst vor gut drei Jahren zurück. Auslöser der Gründung der Organisation mit dem bekannten Logo mit den vier Ausrufezeichen war eine neue Welle rechter und rassistischer Gewalt. Allein 1999 waren 13 Menschen an den Folgen gestorben, eine Tatsache, die den 1940 geborenen Sohn eines Wehrmachtsdeserteurs tief erschütterte. Unverblümte Worte zu rechter Gewalt Im Jahr 2006 löste Heye mit Äußerungen über die zu jener Zeit besonders in den ostdeutschen Bundesländern grassierende rechte Gewalt eine Debatte aus; verschiedentlich wurde ihm Ostdeutschland-Bashing bescheinigt. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk antwortete er damals auf die Frage, was er etwa afrikanischen Besuchern der Fußballweltmeisterschaft raten würde: »Ich glaube, es gibt kleinere und mittlere Städte in Brandenburg und auch anderswo, wo ich keinem raten würde, der eine andere Hautfarbe hat, hinzugehen. Er würde es möglicherweise lebend nicht wieder verlassen.« Er sagte aber auch, die rechte Gewalt in Brandenburg sei – auch durch die Arbeit von Vereinen wie seinem an Schulen – bereits zurückgegangen. Es seien aber mehr Anstrengungen nötig. Denn für ihn war klar: Es kann keine Dauerlösung sein, dass Menschen bestimmte »No-go-Areas« nicht betreten können oder verlassen müssen, um ihre Gesundheit und ihr Leben zu schützen. In einem ebenfalls 2006 veröffentlichten »Spiegel«-Interview mahnte Heye insbesondere die Kommunen, sich mit dem »Rechtsradikalismus auseinanderzusetzen«. Ein Wegsehen aus »lokalpatriotischer Blindheit« oder ein Schönreden, weil man fürchte, Investoren abzuschrecken, sei keine Option. Respekt gegenüber Kommunisten Nach der Jahrtausendwende verfasste Heye Bücher, darunter zunächst eine Geschichte seiner Familie, im Mittelpunkt das Leben seiner Mutter. Unter Linken erregte besonders sein 2014 im Aufbau-Verlag veröffentlichtes Werk »Die Benjamins. Eine deutsche Familie« Aufsehen. Darin zeichnet er die Lebenswege des Philosophen Walter Benjamin, seines Bruders, des von den Nazis ermordeten Arztes Georg, von Hilde Benjamin, Ehefrau von Georg und von 1953 bis 1967 Justizministerin der DDR, sowie ihres Sohnes Michael Benjamin nach, überzeugter Kommunist bis zu seinem frühen Tod im Jahr 2000. Das Bemerkenswerte daran: Insbesondere Hilde Benjamin, dank antikommunistischer Hetze als eine Art Monster (»Blut-Hilde«) im öffentlichen Bewusstsein vor allem der alten Bundesrepublik präsent, lässt der Autor Gerechtigkeit widerfahren. Unter anderem verweist er auf Hilde Benjamins Engagement für die Gleichstellung der Frauen und auf ihr Leid in der Nazizeit. Heye sagte zu seiner Motivation für dieses Buchprojekt, er habe verstehen wollen, warum Linke etwa in die DDR gegangen seien. Er wollte historische Ereignisse differenziert bewerten und nicht unter der »platten Formel vom Unrechtsstaat« erledigen und trat für einen respektvollen »Dialog zwischen differierenden linken Positionen« ein. Explizit ging es ihm auch um eine Verständigung zwischen Kommunisten, Sozialisten und Sozialdemokraten. Im Nachruf auf der Webseite von »Gesicht zeigen!« heißt es unter anderem: »Er wollte nie recht haben, sondern immer aufklären, informieren und mit dazu beitragen, dass sich Geschichte in Deutschland nicht wiederholt.« Heye habe seine Mitstreiter*innen »stets ermutigt und ermuntert, für Menschlichkeit und Würde, für Frieden und Solidarität, für Respekt und Toleranz einzustehen«. Bis zu seinem Lebensende sei er »neugierig und wissbegierig« gewesen, habe die Arbeit des Vereins »stets liebevoll, inspirierend, mit offenem Blick und großem Herzen« begleitet. Andere Zeitungen gehören Millionären. Wir gehören Menschen wie Ihnen. 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3. August
Die Zeit (Politik)

Uwe-Karsten Heye: Ehemaliger Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye ist tot

Der frühere Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye ist gestorben. Der Journalist, Autor und Mitbegründer des Vereins »Gesicht zeigen!« starb bereits am vergangenen Donnerstag im Alter von 85 Jahren, wie die Geschäftsführerin des Vereins, Sophia Oppermann, unter Berufung auf die Familie sagte. Heye hatte unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) von 1998 bis 2002 das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung geleitet. Im Jahr 2000 gründete Heye gemeinsam mit Paul Spiegel und Michel Friedman den Verein »Gesicht zeigen! Aktion weltoffenes Deutschland«, der sich gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus einsetzt. »Seine klare politische Stimme wird uns und der Öffentlichkeit fehlen«, teilte der Verein mit. »Wir werden den Kampf gegen Rechtsextremisten in seinem Sinne fortführen.« »Hat unserer Gesellschaft einen Spiegel vorgehalten« »Uwe-Karsten Heye hat Wahrheiten ausgesprochen und unserer Gesellschaft einen Spiegel vorgehalten«, teilte der Verein weiter mit. »Er wollte nie recht haben, sondern immer aufklären, informieren und mit dazu beitragen, dass sich Geschichte in Deutschland nicht wiederholt.« Heye wurde am 31. Oktober 1940 in Reichenberg im heutigen Tschechien geboren. Nach seiner Ausbildung war er als Journalist tätig bevor er Pressereferent des damaligen SPD-Vorsitzenden Willy Brandt wurde. Ab 1990 arbeitete er als Staatssekretär und Regierungssprecher für den niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder. Ihm folgte Heye dann nach Berlin. Für öffentliche Diskussion sorgte Heye im Jahr 2006, als er kurz vor der Fußball-WM Ausländern riet, bestimmten Gegenden in Deutschland wegen rechter Gewalt fernzubleiben. Heye lebte zuletzt in Potsdam. Er war in dritter Ehe mit der Kulturberaterin Sabine Haack verheiratet und Vater von drei Kindern.

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3. August
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Berlin: Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye ist tot

Der frühere Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye ist tot. Der Journalist, Autor und Gründer des Vereins „Gesicht Zeigen!“ starb bereits am vergangenen Donnerstag im Alter von 85 Jahren, wie die Geschäftsführerin des Vereins, Sophia Oppermann, unter Berufung auf die Familie sagte. Heye hatte unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) von 1998 bis 2002 das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung geleitet. Im Jahr 2000 gründete Heye den Verein „Gesicht zeigen“ gemeinsam mit Paul Spiegel und Michel Friedman. Sie wollten damit ein deutliches Signal gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus in Deutschland setzen. „Seine klare politische Stimme wird uns und der Öffentlichkeit fehlen“, hieß es am Montag vom Verein. „Wir werden den Kampf gegen Rechtsextremisten in seinem Sinne fortführen.“ Der am 31. Oktober 1940 in Reichenberg geborene Heye arbeitete nach seinem Volontariat zunächst für verschiedene Zeitungen. Später war er in der SPD aktiv, zunächst als Pressereferent des ehemaligen Vorsitzenden Willy Brandt, später als stellvertretender Parteisprecher. 1990 wurde er Staatssekretär und Regierungssprecher beim damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder, dem er dann auch nach Berlin folgte. Für Schlagzeilen sorgte Heye im Jahr 2006, als er kurz vor der Fußball-WM ausländischen Touristen riet, bestimmten Gegenden in Deutschland fernzubleiben wegen rechter Gewalt. Heye lebte zuletzt in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Er war in dritter Ehe mit der Kulturberaterin Sabine Haack verheiratet und Vater dreier Kinder.

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3. August
Der Spiegel (Politik)

Uwe-Karsten Heye: Früherer Regierungssprecher ist tot

Früherer Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye ist tot Ex-Regierungssprecher Uwe-Carsten Heye ist tot. Heye starb bereits am vergangenen Donnerstag im Alter von 85 Jahren, wie der von ihm mitbegründete Verein »Gesicht zeigen!« mitteilte . Heye war im Jahr 1998 der erste Sprecher der rot-grünen Bundesregierung des damals neu gewählten Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) geworden. Den Posten als Regierungssprecher übte er vier Jahre lang aus. Zuvor war Heye auch als Journalist tätig. Sein Handwerk lernte er unter anderem bei der »Süddeutschen Zeitung«, für die er von 1968 bis 1973 als Korrespondent in Bonn arbeitete. Danach wurde er Redenschreiber des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt, dessen Pressesprecher er auch nach dem Ende von Brandts Kanzlerschaft blieb. Ab 1979 arbeitete er als freier Journalist, von 1990 an war SPD-Mitglied Heye Sprecher der niedersächsischen Landesregierung unter Gerhard Schröder. Einem breiteren Publikum wurde er auf Bundesebene nach dem Regierungswechsel 1998 bekannt, als er für die Außendarstellung der von einem holprigen Start geplagten rot-grünen Koalition zuständig war. Heye selbst galt dennoch als gelassener und loyaler Regierungssprecher. Nach der Bundestagswahl gab er das Amt an Béla Anda ab und ging für zwei Jahre als deutscher Generalkonsul nach New York. - 9 Min 2006 wurde Heye Chefredakteur der SPD-Mitgliederzeitung »Vorwärts«; den Posten behielt er vier Jahre lang. Auch als Buchautor machte er sich einen Namen, etwa mit »Vom Glück nur ein Schatten. Eine deutsche Familiengeschichte«, in dem er den Lebensweg seiner Eltern erzählt. Heye wurde im Sudetenland geboren. Das Werk wurde 2009 mit Maria Furtwängler in der Hauptrolle verfilmt. Engagiert war Heye zudem ab 2000 als Gründer und zeitweiliger Vorstandsvorsitzender des Vereins »Gesicht zeigen! Aktion weltoffenes Deutschland«, der sich gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus einsetzt. Der Vereinsvorstand würdigte Heye am Montag als »mutigen Menschen«: Eine »antifaschistische Haltung« und das »persönliche Eintreten für eine freie und weltoffene Gesellschaft« hätten ihn ausgezeichnet. »Uwe-Karsten Heye hat Wahrheiten ausgesprochen und unserer Gesellschaft einen Spiegel vorgehalten«, schrieb der Verein. »Er wollte nie recht haben, sondern immer aufklären, informieren und mit dazu beitragen, dass sich Geschichte in Deutschland nicht wiederholt.«

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