23. Juli Süddeutsche Zeitung (Politik)
Krieg in Nahost: Preis für Brent-Rohöl steigt wieder auf 100 Dollar
Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
US-Militär beendet nächste Angriffswelle gegen Iran
Bericht: USA entsenden Spezialeinheiten, Bomber in Bereitschaft
Behörde: Schiff im Roten Meer beschossen
Teheran antwortet auf Trumps Drohungen
USA: Krieg gegen Iran kostet bisher 37,5 Milliarden Dollar
Preis für Brent-Rohöl steigt wieder auf 100 Dollar
Der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent ist auf 100 Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Das entspricht einem Preisanstieg von 6,5 Prozent. Damit erreicht der Preis erstmals seit Ende Mai die 100-Dollar-Marke. US-Leichtöl WTI legt um rund 5,5 Prozent auf 91,49 Dollar pro Barrel zu.
Grund für den Preisanstieg sind die anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg. Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen in Jemen hatten zuvor nach eigenen Angaben zwei saudische Öltanker angegriffen. Das schürte die Sorge vor einer Ausweitung der Lieferunterbrechungen im Nahen Osten.
Neben dem Konflikt um die Straße von Hormus haben die Huthi eine neue Front eröffnet und nehmen nun auch Schiffe mit saudischem Öl in der Meerenge Bab el-Mandeb am Roten Meer ins Visier. Sollte auch die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, könnte der Preis für Brent im vierten Quartal die Marke von 120 Dollar pro Barrel überschreiten, schreiben die Analysten von Goldman Sachs.
Mehr zu den Angriffen der Huthi auf einen Öltanker im Roten Meer lesen sie hier:
Grund für den Preisanstieg sind die anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg. Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen in Jemen hatten zuvor nach eigenen Angaben zwei saudische Öltanker angegriffen. Das schürte die Sorge vor einer Ausweitung der Lieferunterbrechungen im Nahen Osten.
Neben dem Konflikt um die Straße von Hormus haben die Huthi eine neue Front eröffnet und nehmen nun auch Schiffe mit saudischem Öl in der Meerenge Bab el-Mandeb am Roten Meer ins Visier. Sollte auch die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, könnte der Preis für Brent im vierten Quartal die Marke von 120 Dollar pro Barrel überschreiten, schreiben die Analysten von Goldman Sachs.
Mehr zu den Angriffen der Huthi auf einen Öltanker im Roten Meer lesen sie hier:
Lilly Zerbst
Kuwait meldet Drohnenangriff auf Grenzübergang zum Irak – Angriffe auch in Jordanien
Ein Grenzübergang zwischen Kuwait und dem Irak ist nach Angaben des kuwaitischen Verteidigungsministeriums von Drohnen angegriffen worden. Bei dem Angriff auf den Grenzübergang Al-Abdali seien Sachschäden entstanden, Verletzte habe es nicht gegeben, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit. Seit der jüngsten Eskalation zwischen den USA und Iran stand Kuwait erneut mehrfach unter Beschuss. In dem Golfstaat sind wie in anderen Ländern der Region US-Truppen stationiert, die wiederholt zum Ziel iranischer Vergeltungsangriffe geworden sind.
Zuvor hatte Iran gemeldet, US-Camps in Kuwait angegriffen zu haben. Es seien die Stützpunkte Al-Adiri, Doha und Arifjan sowie die Luftwaffenbasis Ali Al-Salem ins Visier genommen worden.
Auch Jordanien steht nach eigenen Angaben weiterhin unter iranischem Beschuss. Dort seien US-Raketensysteme sowie Waffen- und Treibstofflager die Ziele gewesen. Die jordanische Luftwaffe habe innerhalb von 24 Stunden wiederholt iranische Raketen und Drohnen abgefangen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf die jordanischen Streitkräfte. Drei Raketen seien abgeschossen worden, eine vierte sei in einem abgelegenen, unbewohntem Gebiet niedergegangen.
Zuvor hatte Iran gemeldet, US-Camps in Kuwait angegriffen zu haben. Es seien die Stützpunkte Al-Adiri, Doha und Arifjan sowie die Luftwaffenbasis Ali Al-Salem ins Visier genommen worden.
Auch Jordanien steht nach eigenen Angaben weiterhin unter iranischem Beschuss. Dort seien US-Raketensysteme sowie Waffen- und Treibstofflager die Ziele gewesen. Die jordanische Luftwaffe habe innerhalb von 24 Stunden wiederholt iranische Raketen und Drohnen abgefangen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Petra unter Berufung auf die jordanischen Streitkräfte. Drei Raketen seien abgeschossen worden, eine vierte sei in einem abgelegenen, unbewohntem Gebiet niedergegangen.
Rubio: Iran bricht immer wieder Vereinbarungen
US-Außenminister Marco Rubio hat Iran vorgeworfen, Vereinbarungen mit den Vereinigten Staaten systematisch zu brechen. Die USA hätten sich an ihre Zusagen gehalten, während die Führung in Teheran Abkommen immer wieder verletze, sagt Rubio am Rande der Konferenz der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in der philippinischen Hauptstadt Manila.
„Diese Leute schließen Vereinbarungen und brechen sie fast umgehend wieder oder beschließen, die Vereinbarung zu ändern“, erklärte er. So funktioniere das nicht. Iran zahle nun den Preis dafür. Möglicherweise ändere die Führung in Teheran in den kommenden Tagen ihre Meinung, während das Land weiterhin große Verluste erleide, fügt Rubio hinzu.
„Diese Leute schließen Vereinbarungen und brechen sie fast umgehend wieder oder beschließen, die Vereinbarung zu ändern“, erklärte er. So funktioniere das nicht. Iran zahle nun den Preis dafür. Möglicherweise ändere die Führung in Teheran in den kommenden Tagen ihre Meinung, während das Land weiterhin große Verluste erleide, fügt Rubio hinzu.
Luzia Geier
US-Militär beendet nächste Angriffswelle gegen Iran
Die fünfstündige Angriffswelle des US-Militärs gegen Iran ist nach eigenen Angaben um 22.30 US-Ostküstenzeit (6.00 Uhr Ortszeit in Iran) beendet worden. Das teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom über die Plattform X mit.
Zu den Zielen zählten demnach Raketen- und Drohnenlager, Anlagen zur Küstenüberwachung sowie die Flugabwehr Irans. Die Angriffe sollten künftige Attacken auf Handelsschiffe und zivile Seeleute verhindern, hieß es. Es war die zwölfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.
Luzia Geier
Bericht: USA entsenden Spezialeinheiten, Bomber in Bereitschaft
Wegen des Streits um die für den weltweiten Handel mit Energieträgern wie Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus eskaliert der Iran-Krieg seit Anfang des Monats wieder. US-Medien berichten seit Tagen über Indizien für eine mögliche Ausweitung der US-Angriffe – etwa über die Verlegung weiterer Kampfflugzeuge in die Region.
Das Wall Street Journal berichtet nun über weitere Anzeichen dafür. So seien in der vergangenen Woche laut Flugverfolgungsdaten und Aussagen von US-Beamten Spezialeinheiten in die Region entsandt worden. Zudem befänden sich Bomber auf Stützpunkten in den USA und Großbritannien in höchster Einsatzbereitschaft, zitiert die Zeitung einen der Beamten. Außerdem seien in den vergangenen Tagen mehr als 150 Sanitäter im Landstuhl Regional Medical Center in Rheinland-Pfalz eingetroffen, der wichtigsten Anlaufstelle für die Behandlung von im Nahen Osten verletzten US-Soldaten.
Nach Einschätzung des Wall Street Journal könnte die Truppenverstärkung auch darauf abzielen, US-Präsident Donald Trump mehr Handlungsspielraum zu geben, um gegen die von Iran unterstützte Huthi-Miliz in Jemen vorzugehen. Die Islamisten hatten am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe angekündigt.
Luzia Geier
US-Angriffe auf Iran und Huthi-Attacken lassen Ölpreis steigen
Angesichts der Eskalation der Konflikte im Nahen Osten ist der Ölpreis auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Wochen gestiegen. Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich um zwei Prozent auf 96 Dollar. Als Gründe nannten Händler die fortgesetzten US-Angriffe auf Iran sowie Attacken der Huthi-Rebellen auf Öltanker im Roten Meer. Die Angriffe schüren Sorgen vor einer Beeinträchtigung der wichtigen Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus und das Rote Meer, was die weltweite Energieversorgung gefährden könnte.
Luzia Geier
USA starten neue Angriffe gegen Iran
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe gegen militärische Ziele in Iran gestartet. Diese hätten um 17.30 US-Ostküstenzeit (1.00 Uhr Ortszeit in Iran) begonnen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Ziel sei es, die Fähigkeiten Irans weiter zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Seeleute zu bedrohen. Es ist die zwölfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.
Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bei einer Veranstaltung in Marietta im US-Bundesstaat Georgia betont, dass Iran aus seiner Sicht noch nicht bereit für einen Deal sei. Immer wenn Teheran einen Kompromiss schließe, wollten sie ihn danach wieder ändern, kritisierte Trump. „Sie sind noch nicht bereit. Sie werden aber sehr bald bereit sein“, betonte er – was sich als indirekte Drohung interpretieren ließ.
Bereits am Mittwochmorgen (US-Ostküstenzeit) hatte Trump Iran sehr deutlich gedroht: Die Vereinigten Staaten würden künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk in Iran „bombardieren und zerstören“, wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießt, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Luzia Geier
Behörde: Schiff im Roten Meer beschossen
Im Roten Meer hat die Besatzung eines Tankers Beschuss gemeldet. Das Schiff sei nach Angaben des Kapitäns von einem unbekannten Geschoss getroffen worden, das ein Feuer ausgelöst habe. Das teilte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mit. Die Besatzung bekämpfe das Feuer, es seien keine Verletzten gemeldet worden. Der Vorfall ereignete sich demnach rund 70 Seemeilen (knapp 130 Kilometer) südwestlich von Al-Schukaik in Saudi-Arabien. Die Herkunft des Schiffes war unklar.
Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz in Jemen teilte etwa zur gleichen Zeit mit, sie habe zwei saudi-arabische Öltanker angegriffen, die die von ihr ausgerufene „Blockade“ im Roten Meer verletzt hätten. Das berichtete die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba. Es seien Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt worden. Auf beiden Schiffen brachen demnach Feuer aus, etwa zehn Schiffe seien zur Umkehr gezwungen worden. Ob die beiden Mitteilungen sich auf den gleichen Vorfall beziehen, war nicht klar.
Die Huthi hatten am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe angekündigt – rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Nachbarland Jemens, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein „Verbot der Schifffahrt“, sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari.
Die Huthi hatten am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe angekündigt – rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Nachbarland Jemens, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein „Verbot der Schifffahrt“, sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari.
Teheran antwortet auf Trumps Drohungen
Iran droht seinerseits mit Vergeltung, sollten die USA Infrastruktur wie Brücken oder Kraftwerke angreifen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf Militärkreise.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen wiederholt: „Jedes Mal, wenn die Islamische Republik Iran in der Straße von Hormus auf ein Schiff schießt – sei es mit einer Lenkrakete, einer Rakete, einer Drohne oder einem anderen Gerät oder einer anderen Waffe – werden die Vereinigten Staaten EINE BRÜCKE ODER EIN KRAFTWERK bombardieren und zerstören, einschließlich solcher, die sich in der Nähe oder innerhalb der Hauptstadt Teheran befinden“, schreibt Trump in einem Beitrag auf Truth Social.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen wiederholt: „Jedes Mal, wenn die Islamische Republik Iran in der Straße von Hormus auf ein Schiff schießt – sei es mit einer Lenkrakete, einer Rakete, einer Drohne oder einem anderen Gerät oder einer anderen Waffe – werden die Vereinigten Staaten EINE BRÜCKE ODER EIN KRAFTWERK bombardieren und zerstören, einschließlich solcher, die sich in der Nähe oder innerhalb der Hauptstadt Teheran befinden“, schreibt Trump in einem Beitrag auf Truth Social.
Iranischer Chefunterhändler droht mit Blockade von Ölexporten
Der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Kalibaf warnt davor, dass niemand in der Region Öl verkaufen könne, wenn dies Iran verwehrt bleibe. Wenn die Sicherheit Teherans nicht gewährleistet sei, sei keine Infrastruktur sicher, erklärt er auf der Kurznachrichtenplattform X. „Die Logik dieses Krieges ist klar: entweder alle oder keiner“, schreibt Kalibaf weiter. Die Sicherheit der Straße von Hormus hänge vom Fernbleiben der US-Streitkräfte ab.
Weitere Schiffe ändern Kurs nach Huthi-Drohung
Nach einer Warnung der jemenitischen Huthi-Miliz vor dem Anlaufen saudi-arabischer Häfen haben weitere Tanker im Roten Meer ihren Kurs geändert. Zwei Schiffe steuern nun den Suezkanal an, während zwei weitere offene Gewässer als Ziel angeben, wie aus Schiffsortungsdaten von LSEG und Marine Traffic hervorgeht. Ein fünftes Schiff, ein Fahrzeugtransporter, scheint zudem im Golf von Aden abgedreht zu haben, nachdem es zuvor den saudischen Hafen Dschidda als nächstes Ziel gemeldet hatte. Am Dienstag hatten bereits drei mit saudi-arabischem Rohöl beladene Tanker auf dem Weg nach China und Indien abgedreht und fortan den Suezkanal angesteuert, um die jemenitische Küste zu meiden.
Ein Flüssiggas-Tanker in den Gewässern nördlich des Bab al-Mandab. Mehrere Schiffe haben zuletzt vor der Meerenge beigedreht und ihren Kurs geändert. Abdulnasser Alseddik/AP/dpa
Pakistan droht Jemen mit Militäreinsatz
Inmitten des neu aufflammenden Konflikts zwischen der von Iran unterstützten Huthi-Miliz in Jemen mit dem Königreich Saudi-Arabien droht Pakistan mit einem Militäreinsatz. Man behalte sich auch den Einsatz von Gewalt vor, um eigene Interessen zu schützen, hieß es in einer Stellungnahme des pakistanischen Außenministeriums. Die Atommacht Pakistan unterhält mit Saudi-Arabien ein weitreichendes Militärbündnis.
Die Huthi hatten am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Nachbarland, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Der pakistanischen Stellungnahme nach verurteilt das südasiatische Land die Drohungen der Huthi gegenüber Saudi-Arabien. Eigene pakistanische Interessen könnte im Sinne des Bündnisses zwischen Pakistan und Saudi-Arabien auch bei einem Angriff auf das Königreich als verletzt gelten.
Ein militärischer Eintritt Pakistans in den Konflikt würde Pakistan im Jemen-Krieg zu einem Kontrahenten Teherans machen. Die Regierung in Islamabad tritt bislang als Vermittler im Konflikt zwischen Iran und den USA auf.
Die Huthi hatten am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Nachbarland, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Der pakistanischen Stellungnahme nach verurteilt das südasiatische Land die Drohungen der Huthi gegenüber Saudi-Arabien. Eigene pakistanische Interessen könnte im Sinne des Bündnisses zwischen Pakistan und Saudi-Arabien auch bei einem Angriff auf das Königreich als verletzt gelten.
Ein militärischer Eintritt Pakistans in den Konflikt würde Pakistan im Jemen-Krieg zu einem Kontrahenten Teherans machen. Die Regierung in Islamabad tritt bislang als Vermittler im Konflikt zwischen Iran und den USA auf.
Luzia Geier
US-Militär beendet weitere Angriffswelle gegen Iran
Nach gut einer Stunde hat Centcom auf der Plattform X bekannt gegeben, dass die Angriffswelle gegen Iran beendet sei. Zu den Zielen der gut einstündigen Angriffswelle gehörten demnach militärische Kommandozentren, die iranische Marine und Standorte der Luftwaffe. Es war die inzwischen elfte Nacht in Folge, in der das US-Militär Ziele in Iran bombardiert hat.
Rauch steigt nach einem Angriff des US-Militärs hinter einem Wasserturm nahe Behbahan, Iran, auf. . SOCIAL MEDIA via REUTERS
Luzia Geier
Explosionen in Teheran - Flugabwehr im Einsatz
Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist wieder die Flugabwehr in der Hauptstadt Teheran aktiviert worden. Im Nordosten der Millionenmetropole waren in der Nacht dumpfe Detonationen zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete. Auch iranische Staatsmedien berichteten über Flugabwehrfeuer in verschiedenen Bezirken der Stadt, in der rund 15 Millionen Menschen leben. Kurz darauf herrschte zunächst wieder Ruhe.
Die nächtlichen Geschehnisse in Teheran könnten darauf hindeuten, dass die Eskalation des Konflikts in eine neue Phase tritt. Die bislang letzten Angriffe auf die Metropole hatte es Anfang Juni gegeben, also vor mehr als einem Monat. Damals hatte die israelische Luftwaffe als Reaktion auf iranische Raketenangriffe Ziele in der Stadt attackiert.
Luzia Geier
US-Militär meldet neue Angriffswelle gegen Iran
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe auf militärische Ziele in Iran gestartet. Damit sollten die Möglichkeiten des Landes geschwächt werden, Handelsschiffe in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus angreifen zu können, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Es ist die elfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angreifen. Die genauen Ziele der neuen Angriffe gab Centcom nicht bekannt.
US-Präsident Donald Trump hatte Iran Stunden zuvor mit weiteren Angriffen gedroht und dabei konkret ein Areal rund um eine Anlage genannt, die als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist. Bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus sagte Trump:
„Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht.“Donald Trump, US-Präsident
Bereits zuvor hatte der Republikaner eine Attacke auf den Komplex angedroht, der im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran liegt. Trump betonte zudem, dass das US-Militär jede Anlage ins Visier nehmen werde, die die Führung in Teheran für atomare Zwecke nutzen wolle.