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Dienstag, 28. Juli 2026
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Waldbrände in Südeuropa: Zusehen, wie der Green Deal brennt

Medienspektrum

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28. Juli
taz (Öko & Co)

Waldbrände in Südeuropa: Zusehen, wie der Green Deal brennt

Waldbrände in Südeuropa : Zusehen, wie der Green Deal brennt Südeuropa steht in Flammen, eine Folge der globalen Erwärmung. Und Brüssel? Die EU-Kommission versucht es weiter mit Strategiepapieren. A ls EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Ende 2019 an die Spitze der europäischen Politik rückte, sollte die Rettung des Klimas ihr politisches Vermächtnis werden. Als „europäische Mondlandung“ bezeichnete sie ihren Green Deal, einen politischen Fahrplan, mit dem bis 2050 eine klimaneutrale Wirtschaft entstehen sollte. Doch über die Jahre wurden Vorhaben des Green Deal peu à peu zurückgenommen. Lobbyinteressen setzten sich durch sowie die Angst, auf dem internationalen Markt endgültig abzuschmieren und rechten Parteien weiteren Zulauf zu verschaffen. Und nun, bald sieben Jahre später, steht Südeuropa in Flammen. Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, überall brennen großflächig Wälder, ebenso in den Beitrittskandidatenländern Montenegro und Nordmazedonien. Besonders fatal ist die Lage in Spanien und Frankreich, mit Waldbränden in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Die Einsatzkräfte dort kommen an ihre Grenzen, Hunderttausende Menschen müssen evakuiert werden, Orte werden zu verkohlten Ruinen, Wissenschaftler:innen gehen von tausend zusätzlichen Todesfällen aufgrund der Rauchbelastung aus. Immer wieder gibt es Meldungen, dass ein Brand nicht mehr zu löschen sei. Die Feuerwehrleute kapitulieren, können nicht mehr lösen, wofür Ignoranz und eine gescheiterte Klimapolitik gesorgt haben. Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums. Und Brüssel? Die EU koordiniert und finanziert ihren größten Einsatz gegen Waldbrände. Krisenmechanismen werden aktiviert, wie es auf Bürokratisch so schön heißt. Eine eigene Löschflotte von 22 Flugzeugen und fünf Hubschraubern soll aufgebaut werden. Die Kommission kündigt an, über eine neue Präventionsstrategie nachzudenken. Im August, also in wenigen Tagen, verschwindet der Brüsseler Politikbetrieb aber erst mal in die Sommerpause. Genau zu dem Zeitpunkt, an dem die Waldbrandsaison erst so richtig losgeht. Erst im September geht es in Brüssel wieder weiter, während die Brände noch bis Oktober oder gar November wüten werden. Die EU-Kommission wird unterdessen Strategiepapiere schreiben und Gesetzesvorhaben aufgrund von wirtschaftlichem Druck wieder umschreiben. Also alles wie gehabt. Egal, wie sehr es brennt. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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28. Juli
Tagesschau

Waldbrände in Europa - Warum wüten die Feuer diesmal so heftig?

Waldbrände in Europa Warum wüten die Feuer so heftig? Die Zerstörung durch die Brände in Frankreich und Spanien ist massiv. Doch warum wüten die Feuer so extrem? Was sind "Feuerwolken"? Und muss auch Deutschland künftig mit so schweren Bränden rechnen? Welche Länder in Europa kämpfen derzeit gegen Waldbrände? In Frankreich wütet seit Mittwoch vergangener Woche ein Brand im Südwesten in der Präfektur Gironde. Mittlerweile haben sich die Flammen bis nahe Bordeaux ausgebreitet. Hunderttausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht, das Feuer hat bereits eine Fläche von etwa 42.000 Hektar zerstört. In Spanien kämpfen Einsatzkräfte gegen einen Brand in der Provinz Ávila westlich von Madrid sowie in den benachbarten Regionen Madrid und Toledo. Hier wurden durch die Flammen bereits knapp 80.000 Hektar Wald- und Buschland verwüstet. Auch in Portugal sind mehrere Waldbrände ausgebrochen. Betroffen sind hier die Regionen bei Braga und Bragança im Norden sowie bei Santarém im Zentrum des Landes. Warum sind die Brände in Frankreich und Spanien in diesem Jahr so verheerend? Ein wichtiger Faktor waren die starken Niederschläge im Januar und Februar. Damals brach ein Wintersturm nach dem nächsten über die beiden Länder herein: Felder wurden überschwemmt, Autos in braunen Fluten davongerissen, unzählige Strommasten gekippt. Der feuchte Winter habe für beste Wachstumsbedingungen für Pflanzen gesorgt, wie die Klimawissenschaftlerin Julia Miller vom Schweizerischen WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF erklärt. Gräser, Sträucher und Unterholz schossen in die Höhe. Durch die Hitzewellen in den Sommermonaten sei diese Vegetation ausgetrocknet, "weshalb sich Brände schnell und stark ausbreiten können, sobald eine Zündquelle auftritt". Nach Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) ist in Spanien schon jetzt mehr als doppelt so viel Fläche abgebrannt wie sonst im Durchschnitt eines ganzen Jahres, in Frankreich sogar mehr als die fünffache Fläche. In Frankreich tritt erstmals eine "Feuerwolke" auf - was ist das? Dieses Phänomen nennt sich Pyrocumulonimbus. Dabei handelt es sich um einen von Waldbränden erzeugten Feuersturm, der eine glühend heiße Wolke mit eigenem Wetter hervorbringt. Die auch als Cumulonimbus flammagenitus bezeichnete Wolke entsteht, wenn sich bodennahe Luft so stark erhitzt, dass sie schnell zusammen mit Rauch, Wasserdampf und Asche aufsteigt, oft mehrere Kilometer hoch bis in die Stratosphäre. Dort trifft das Gemisch auf kühlere Luftmassen und erzeugt ein eigenes Wettersystem mit starken Winden, die das Feuer weiter anheizen. Oft schießen sogar Blitze aus der Wolke zu Boden und es entsteht ein grollendes Geräusch. Die NASA betitelt das Phänomen auch als "feuerspeienden Drachen". Hauptsächlich wird es bei Vulkanausbrüchen und riesigen Bränden in Australien und Kanada beobachtet. Während das Phänomen dort immer wieder auftritt, ist es in Frankreich das erste Mal. Löschen oder unter Kontrolle bringen lässt sich der Feuersturm meistens nicht, unter anderem, weil die Winde ständig die Richtung wechseln, sagte Eric Brocardi, Sprecher der französischen Feuerwehr im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. "Die Folge ist, dass es sich in alle Richtungen ausbreitet und mehrere Feuerfronten bildet, was die Lage völlig unberechenbar macht", so Brocardi. Helfen können dem Feuerwehrsprecher zufolge im Falle einer "Feuerwolke" nur zwei Dinge: Es müsste heftigen Regen geben, bestenfalls über mehrere Tage. Oder das Feuer lässt sich an einen Ort lenken, an dem es von selbst erlösche, etwa am Meer. Werden Brände solchen Ausmaßes auch für Deutschland zur Gefahr? Im Dezember erschien im Fachjournal "Communications Earth and Environment" eine Studie, die prognostiziert, dass sich auch durch den Klimawandel "wärmere und trockenere Klimazonen voraussichtlich in Richtung der nördlichen europäischen Breiten ausdehnen". Das verstärke die Brandbedingungen und erhöhe die Menge an trockenem Brennmaterial, wodurch das Risiko großer Waldbrände auch in diesen Breiten steige. Die Studie entstand aus einer Zusammenarbeit der ETH Zürich, des Schweizerischen WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF, des CERC-Forschungszentrums für Klimawandel, Extreme und Naturgefahren in alpinen Regionen und der University of Texas in Austin. Eine weitere Studie wurde über die European Geoscience Union (EGU) veröffentlicht, eine Dachorganisation der europäischen Geowissenschaft. Sie beschäftigt sich mit der infolge des Klimawandels steigenden Waldbrandgefahr in Zentraleuropa. Die Studie beschäftigt sich gezielt mit den Einzugsgebieten von Donau, Main und Elbe und kommt zu dem Ergebnis, dass die Waldbrandgefahr im Laufe des Jahrhunderts überall deutlich zunimmt - vor allem aber im Einzugsgebiet des Mains und in den östlichen bayerischen Mittelgebirgen. Dort wird eine hohe Waldbrandgefahr laut der Studie bis zum Ende des Jahrhunderts zum Normalzustand. Bei der Hitzewelle Ende Juni wurden in Deutschland an mehreren Tagen hintereinander Rekordtemperaturen gemessen, sowohl tagsüber als auch in der Nacht. Am 28. Juni wurde laut Messungen des Deutschen Wetterdienstes in Deutschland erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen eine Höchsttemperatur von 41,7 Grad Celsius erreicht. Welche Rolle spielt der Klimawandel? Durch den Klimawandel und die damit einhergehende Erderwärmung erhöhen sich einer Analyse der World Weather Attribution (WWA) zufolge die Risikofaktoren für Waldbrände solchen Ausmaßes. Ein Beispiel: die in diesem Jahr aufgetretene extreme Bodendürre. Niederschlagsdefizite, die früher keine Dürre ausgelöst hätten, würden heute zu Dürrebedingungen führen, heißt es in der Analyse. Denn ausschlaggebend sei nicht allein der Mangel an Regen, sondern vor allem die durch Hitze dramatisch gestiegene Verdunstung. Derzeit liegt die Erde bei einer Klimaerwärmung von etwa 1,4 Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung. "Sollten die globalen Emissionen die Temperaturen wie prognostiziert auf 2,8 Grad Celsius ansteigen lassen, könnten diese intensiven Verdunstungsbedingungen doppelt so wahrscheinlich werden und Dürren wie diese zu einem regelmäßigen Ereignis machen", warnte Mariam Zachariah vom WWA im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Können Maßnahmen ergriffen werden, um solche Brände zu verhindern? Das Wissenschaftsnetzwerk EASAC, ein Verbund der Nationalakademien der EU, mahnte im vergangenen Jahr eine veränderte Brandbekämpfung an. Wichtig sei es nicht nur, gegen die Feuer vorzugehen, sondern Bedingungen zu vermeiden, die ein unkontrolliertes Ausbreiten von Bränden begünstigen. Helfen könne dabei eine verbesserte Landschaftsplanung. In Spanien beklagen Fachleute, dass Wälder vielerorts nicht mehr ausreichend gepflegt würden und sich dadurch große Mengen brennbaren Materials ansammelten. "Das Hauptproblem ist, dass wir den Wald nicht mehr pflegen", warnte auch Forstexperte Paco Castañares in der Zeitung El Español. Ein weiteres Problem: Weil viele Menschen in die Städte ziehen würden und Dörfer dadurch leerstünden, würden landwirtschaftliche Flächen aufgegeben und Weiden nicht mehr abgegrast. Dadurch nehme die Verbuschung der Flächen zu, was im Falle eines Feuers ebenfalls zum Risikofaktor wird. Mit Informationen von dpa und AFP

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28. Juli
Handelsblatt

Morning Briefing: Waldbrände: Hilfe kommt, Risiko bleibt

Morning Briefing: Waldbrände – Hilfe kommt, Risiko bleibt Waldbrände: Hilfe kommt, Risiko bleibt / Bei Lufthansa wird der Stellenabbau konkret Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, so verheerend die Waldbrände in Frankreich und Spanien sind – sie zeigen auch etwas Ermutigendes: Europas Solidarität funktioniert. Ab heute sind deutsche Helfer in Südwestfrankreich im Einsatz, auch mit Hubschraubern und Material. Insgesamt schicken gut ein Dutzend Staaten Löschflugzeuge, Helikopter und Einsatzteams in die Brandgebiete. Mehr als 330.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez warnt: Neben dem persönlichen Verlust vieler Betroffener werden die wirtschaftlichen Folgen sichtbarer. Im Departement Gironde in der Gegend von Bordeaux mussten mehr als 13.000 Unternehmen evakuiert werden, auch der Tourismus ist eingebrochen. In Spanien erwarten Experten sogar spürbare Folgen für das Wirtschaftswachstum. Der Finanzprofessor Carles Vergara an der Business School IESE in Barcelona verweist darauf, dass von den Waldbrand-Schäden nur 19 Prozent auf direkte Kapitalvernichtung zurückgehen, also auf zerstörte Häuser, Fabriken oder Infrastruktur. Weitere 22 Prozent entstünden durch Gesundheitsfolgen, 59 Prozent durch indirekte Effekte wie unterbrochene Lieferketten. Damit steigt der Druck, Vorsorge und Brandbekämpfung neu zu organisieren. Die EU baut erstmals eine eigene Flotte auf: zwölf Canadair-Löschflugzeuge und fünf Hubschrauber. Zugleich rückt Prävention stärker in den Mittelpunkt. In Südwestfrankreich zeigt sich dabei ein typischer Zielkonflikt: Mehr Löschwege, Schneisen und Pufferzonen helfen im Ernstfall. Sie kosten aber Fläche und schmälern die Erträge eines Forstsektors, der in der Region rund drei Milliarden Euro Umsatz und mehr als 30.000 Arbeitsplätze bedeutet. Experten kritisieren zudem Monokulturen aus Seekiefern und gleichaltrige Aufforstungen, die Brände begünstigen können. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte gestern an, es müsse „ein anderer Wald“ gepflanzt werden, angepasst an den Klimawandel. Doch dafür wird entscheidend sein, ob Staat, Waldbesitzer, Kommunen und Unternehmen an einem Strang ziehen. Bei Lufthansa wird der Stellenabbau konkret Monatelang warteten Lufthansa-Beschäftigte auf Klarheit, jetzt wird der Jobabbau konkret. In einem internen Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, kündigt das Unternehmen an, bei der Kernmarke Lufthansa Hintergrund ist die seit Jahresbeginn geltende neue Organisationsstruktur, in der Funktionen in der Administration zentralisiert wurden. Dadurch sollen Doppelfunktionen wegfallen und Synergien gehoben werden. Bis 2030 sollen rund 4000 Stellen wegfallen. Die meisten davon in Deutschland. IG-Metall-Chefin fordert Schutz vor China – und keine Nullrunde Die Chefin der IG-Metall, Christiane Benner, schlägt im Gespräch mit dem Handelsblatt einen kämpferischen Ton an. Von der Politik verlangt sie mehr Schutz für die deutsche Autoindustrie: Bundeskanzler Friedrich Merz müsse sich in Brüssel für Zölle auf chinesische Hybridfahrzeuge und strengere Local-Content-Vorgaben einsetzen. Sie fordert: Zugleich macht Benner klar, dass sie auch tarifpolitisch nicht auf Rückzug setzt: Eine Nullrunde in der im Oktober beginnenden Tarifrunde für 3,8 Millionen Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie schließt sie trotz schwacher Konjunktur und massivem Jobabbau aus. Die Beschäftigten hätten bereits Zugeständnisse bei Lohn und Arbeitszeit gemacht, zudem seien die Lebenshaltungskosten weiter gestiegen. Allerdings deutet Benner mehr Differenzierung an. Sie betont, dass es auch Bereiche mit „erheblichem Wachstum“ gebe, wie etwa Rüstung, Luftfahrt oder erneuerbare Energien. Thüringens Verfassungsschutzpräsident warnt vor Einzeltätern In der aufgeheizten Debatte nach dem CSD-Attentat über den künftigen Umgang mit islamistischen Gefährdern rückt vor allem die Bedrohung durch Einzeltäter und kleine, autonom agierende Gruppen in den Fokus. Der Thüringer Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer hält insbesondere Anschläge mit leicht verfügbaren Tatmitteln wie Messern oder Fahrzeugen für möglich. Die Gefahr bleibe „anhaltend hoch“, sagte Kramer dem Handelsblatt, sei aber „nicht flächendeckend akut“. Eine Gleichsetzung von Herkunft und Risiko sei indes „nicht nur gesellschaftlich schädlich, sondern auch fachlich falsch und ungeeignet“, warnte er. Trump bremst, doch Erneuerbare boomen Es klingt paradox: US-Präsident Donald Trump kämpft gegen Windräder, Solarparks und E-Mobilität. Aber ausgerechnet unter seiner Präsidentschaft erleben die erneuerbaren Energien in den USA einen bemerkenswerten Aufschwung. In South Carolina etwa nimmt BMW in wenigen Monaten eine Batteriefabrik in Betrieb, die weitgehend ohne fossile Energien arbeitet. Hinter dem Ausbau in den USA stecken weniger Idealismus als ökonomische Überlegungen. KI-Rechenzentren, Elektrifizierung und wachsender Strombedarf schaffen einen Hunger nach Energie, der vor allem mit Solar, Wind und Batteriespeichern schnell zu stillen ist. Ein Solar- oder Speicherpark kann in einigen Monaten stehen, ein Gaskraftwerk braucht Jahre. Während Washington bremst, baut der Markt aus. Auch deutsche Unternehmen profitieren. „Die USA haben sich zu einem unserer wichtigsten Wachstumsmärkte entwickelt“, heißt es bei RWE Wo das Eigenheim noch erschwinglich ist Der Traum vom Eigenheim, er lässt sich noch verwirklichen. Sie müssen dafür idealerweise aber nach Lübeck, Kiel oder Saarbrücken ziehen, zumindest wenn es eine Großstadt sein soll. Das zeigt eine großangelegte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Kreditvermittlers Interhyp, die dem Handelsblatt vorab vorliegt. Gemessen wird die Erschwinglichkeit von Einfamilienhäusern am Verhältnis von Kaufpreisen zu Einkommen vor Ort. In München ist es demnach unter den Großstädten am härtesten: Käuferinnen und Käufer müssten 56 Prozent ihres Haushaltseinkommens in Zins und Tilgung stecken. In südbayerischen Gemeinden wie Garmisch-Partenkirchen steigt die Belastung sogar auf 66 Prozent. Am entspanntesten ist die Lage im schleswig-holsteinischen Kreis Steinburg. Die Region ist nicht gerade als Nabel der Welt bekannt – steht aber exemplarisch für die Botschaft der Studie: Bezahlbarer wird es meist erst, wenn man die teuren Zentren hinter sich lässt. Und ab vom Schuss muss das auch nicht automatisch heißen: Einmal im Jahr trifft sich schließlich im Örtchen Wacken die internationale Heavy-Metal-Szene beim größten Festival der Welt. Die ersten Fans sind auch schon eingetroffen, denn morgen geht es wieder los. 85.000 Besucher werden erwartet. Ich wünsche Ihnen einen schönen Dienstag. Ihre Friederike Hofmann

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27. Juli
Süddeutsche Zeitung

Waldbrände in Frankreich und Spanien: EU unterstützt bei Löscharbeiten – Bundeswehr schickt Hubschrauber nach Bordeaux

Im Kampf gegen Waldbrände unterstützt die EU Frankreich und Spanien mit Löschflugzeugen, Hubschraubern und Feuerwehrkräften. Über den EU-Katastrophenschutzmechanismus stellen andere europäische Länder sowie die EU selbst 13 Flugzeuge, vier Hubschrauber sowie 41 Fahrzeuge und rund 130 Einsatzkräfte, wie die EU-Kommission am Montag in Brüssel mitteilte. Auch Deutschland beteiligt sich: Die Bundeswehr unterstützt Frankreich mit Hubschraubern bei der Bekämpfung der Waldbrände im Südwesten des Landes. Zwei CH-53-Transporthubschrauber seien am Vormittag auf dem Weg zum französischen Militärflugplatz Cazaux, teilte das Verteidigungsministerium am Montag mit. Ein A400M-Transportflugzeug bringe zudem Löschgerät und weiteres Material in die Region. Der Einsatz der deutschen Kräfte in der Umgebung von Bordeaux sei in Absprache mit den französischen Partnern zunächst auf fünf Tage begrenzt. Eine Eindämmung der Brände ist den Angaben zufolge bisher nicht gelungen. Frankreich und Spanien werden laut EU-Kommission außerdem mit Satellitenbildern des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus versorgt, um die Löscharbeiten zu unterstützen. Nach Angaben der Kommission mussten wegen der Brände in beiden Ländern zusammen mehr als 300 000 Menschen ihre Häuser verlassen – eine der größten Evakuierungen jemals in Europa. EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib sagte, kein Land müsse eine Katastrophe dieses Ausmaßes allein bewältigen. Über den Katastrophenschutzmechanismus können teilnehmende Länder Hilfe anfragen. Dies wird dann an die anderen teilnehmenden Staaten weitergegeben. Neben den EU-Ländern sind das zehn weitere, etwa die Türkei, Norwegen und die Ukraine. Die EU-Kommission koordiniert Hilfsangebote und beteiligt sich an der Finanzierung der Einsätze. Reichen die Hilfsangebote der Länder nicht aus, kann die EU aus ihrer eigenen strategischen Reserve „rescEU“ auf 22 Flugzeuge und fünf Hubschrauber zurückgreifen. „Ruhige Nacht“ südlich von Bordeaux An der französischen Atlantikküste kämpft die Feuerwehr weiter mit einem Großaufgebot gegen den riesigen Waldbrand, der sich in der Nacht zum Montag aber nicht weiter gefährlich ausgedehnt hat. In der Nacht „blieb die Lage insgesamt stabil“, teilte die Präfektur des Départments Gironde am Morgen mit, wie die Zeitung Sud-Ouest berichtete. Von einer „eher ruhigen Nacht“ berichtete auch das Département Landes südlich von Bordeaux. Der dortige Brand habe sich nicht weiter ausgedehnt. Für die Brandbekämpfung sei auch die weitere Wetterentwicklung mit dem Aufkommen von Wind und Hitze wichtig, hieß es von den Behörden. Das Feuer hatte sich bis zu 15 Kilometern der Großstadt Bordeaux genähert und rund 42 000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Der Großbrand könne noch „mehrere Wochen, ja sogar mehrere Monate andauern“, ehe er vollständig gelöscht sei, sagte Feuerwehroffizier David Annotel vom französischen Feuerwehrverband dem Sender France Info. Über viele Wochen und Monate hinweg müssten sich Feuerwehreinheiten aus ganz Frankreich zur Brandbekämpfung ablösen. Während an der einen Stelle ein Brand gelöscht werde, breche an anderer Stelle ein neuer aus. „Die bevorstehende Hitzewelle wird die Lage verschärfen und die Zahl der Einsätze erhöhen.“ Fortschritte bei Waldbrandbekämpfung in Spanien Bei der Bekämpfung der verheerenden Waldbrände in Spanien gibt es zwar Fortschritte, doch Innenminister Fernando Grande-Marlaska warnt vor verfrühtem Optimismus. „Die Lage bei den Bränden verbessert sich, aber nur langsam“, sagte Grande-Marlaska vor Journalisten. Allein das Feuer in der Provinz Ávila, das seit Tagen weniger als 100 Kilometer westlich von Madrid wütet, habe nach Schätzungen bereits 47 000 Hektar erfasst, so der Minister. Damit wäre es der größte Waldbrand der jüngeren Geschichte Spaniens, wie unter anderem der staatliche TV-Sender RTVE hervorhob. Der Brand in Ávila wurde nach ersten Erkenntnissen der zuständigen Behörden vermutlich durch landwirtschaftliche Arbeiten ausgelöst. Nach Medienberichten wurde dort ein Mann unter dem Vorwurf der fahrlässigen Brandstiftung festgenommen. Er soll trotz eines wegen der Hitzewelle geltenden Verbots schweres Gerät benutzt und dadurch das Feuer ausgelöst haben. Die in Ávila vom Feuer erfasste Fläche entspricht etwa 65 000 Fußballfeldern. Sollten sich die vorläufigen amtlichen Schätzungen bestätigen, wäre der Brand der größte seit Beginn der Erfassungen durch die Zentralregierung im Jahr 1968. Bisher galt das Feuer von Larouco im Jahr 2025 mit knapp 38 000 zerstörten Hektar in den Regionen Galicien und Kastilien und León als das größte im beliebten Urlaubsland.

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27. Juli
FAZ (Politik)

Waldbrände: Wie die EU Frankreich und Spanien beim Löschen hilft

Waldbrände : Wie die EU Frankreich und Spanien beim Löschen hilft Die Kommission hat Spezialflugzeuge und Hubschrauber in die Katastrophengebiete entsandt. Sie mahnt: Die Prävention muss verbessert werden. Die Bekämpfung der riesigen Waldbrände in Frankreich und Spanien ist auch eine europäische Angelegenheit. Beide Länder haben den Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union aktiviert und andere Mitgliedstaaten sowie Partnerländer um Hilfe gebeten. Eine zentrale Rolle spielen dabei Löschflugzeuge und Hubschrauber, die von der EU-Kommission unter Vertrag genommen wurden. In der Brüsseler Koordinierungsstelle für Notfallmaßnahmen laufen die Fäden zusammen. Dort werden die Feuer mit dem EU-Satellitensystem Copernicus überwacht und wird die Hilfe abgestimmt. Für Frankreich wurden bisher sieben Löschflugzeuge und vier Hubschrauber aus dem Ausland mobilisiert, wie die Kommission am Montag mitteilte. Darunter sind zwei Hubschrauber aus Deutschland, die in Kürze im Katastrophengebiet bei Bordeaux eintreffen sollten. Die weiteren Flugzeuge und Hubschrauber kommen aus Kroatien, Portugal, Schweden, der Slowakei, der Tschechischen Republik und der Türkei. Bis auf die beiden türkischen Flugzeuge und die deutschen Hubschrauber gehören alle anderen Ressourcen zur RescEU-Flotte. Sie wurden von der EU-Kommission für die Waldbrandsaison unter Vertrag genommen. Ähnlich ist das Bild in Spanien. Dort sind seit Samstag jeweils zwei Amphibienflugzeuge des Typs Canadair aus Griechenland und Italien im Einsatz, die zur EU-Flotte gehören. Die Türkei hat zudem zwei Löschflugzeuge des Typs Air Tractor zugesagt, was in Brüssel sehr gelobt wird. Außerdem sind rund um Madrid drei Waldbrandbekämpfungsteams mit 134 Einsatzkräften und 41 Fahrzeugen aus Portugal tätig. Bis 2030 eine eigene EU-Flotte Insgesamt umfasst die RescEU-Flotte in dieser Saison 22 Flugzeuge und fünf Hubschrauber. Verlegt werden sie abhängig von der Nachfrage und den Einsatzmöglichkeiten, wie ein Beamter am Montag erläuterte. Bei konkurrierenden Anfragen gebe die größte Wirksamkeit den Ausschlag. EU-Fachleute überwachen die Waldbrände in ganz Europa in Echtzeit aus dem All. Ein Computersystem errechnet aufgrund von Wetterdaten, wo die Waldbrandgefahr am höchsten ist. In der Brüsseler Einsatzzentrale, die nur ein paar Schritte vom Hauptquartier der EU-Kommission entfernt liegt, ist ein Team von 22 Fachleuten im Einsatz. Erstmals gehören in diesem Jahr dazu auch Experten, die auf die Verhaltensanalyse von Waldbränden spezialisiert sind. Für die Zukunft baut die EU-Kommission eine Flotte mit zwölf Löschflugzeugen und fünf Hubschraubern auf, die sie selbst erwirbt, statt sie nur zu mieten. Ein erster Hubschrauber wurde ausgeliefert, von 2030 an soll diese permanente Flotte vollständig zur Verfügung stehen. Allerdings wies ein Beamter am Montag darauf hin, dass die Mitgliedstaaten weit mehr für die Prävention tun müssten. „Andernfalls wird es künftig unmöglich sein, zu reagieren, selbst wenn wir hundertmal so viele Flugzeuge hätten“, sagte er. Denn die Waldbrandsaison beginne klimabedingt immer früher, und die Schäden nähmen von Jahr zu Jahr zu. Mehr Vorsorge treffen Eine Sprecherin der Kommission beschrieb den politischen Ansatz so: „Für uns hat es oberste Priorität, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Waldbränden zu einem festen, dauerhaften Bestandteil unserer zukünftigen Planung und Investitionen zu machen.“ So seien im Vorschlag der Kommission für den mehrjährigen Finanzrahmen von 2028 bis 2034 35 Prozent aller Mittel für Umweltziele vorgesehen, darunter die Klimaresilienz. Die Kommission will den Mitgliedstaaten Empfehlungen zum integrierten Risikomanagement bei Waldbränden geben. Zum Beispiel könnten Mischwälder gefördert und Unterholz sowie Totholz reduziert werden, um dem Wald Brennstoff zu entziehen. Breite Schneisen wirken als Brandschutzstreifen. Baumarten, die Trockenheit besser vertragen, vermindern das Brandrisiko. Ein Beamter wies darauf hin, dass auch die Verfügbarkeit von Benzin für die Löschflugzeuge verbessert werden müsse. Derzeit stehe das Notfallsystem wegen der parallelen Großbrände zwar unter großem Druck, aber „es ist nicht kollabiert“, sagte er.

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27. Juli
FAZ (Politik)

Waldbrände: Wie die EU Frankreich und Spanien beim Löschen hilft

Waldbrände : Wie die EU Frankreich und Spanien beim Löschen hilft Die Kommission hat Spezialflugzeuge und Hubschrauber in die Katastrophengebiete entsandt. Sie mahnt: Die Prävention muss verbessert werden. Die Bekämpfung der riesigen Waldbrände in Frankreich und Spanien ist auch eine europäische Angelegenheit. Beide Länder haben den Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union aktiviert und andere Mitgliedstaaten sowie Partnerländer um Hilfe gebeten. Eine zentrale Rolle spielen dabei Löschflugzeuge und Hubschrauber, die von der EU-Kommission unter Vertrag genommen wurden. In der Brüsseler Koordinierungsstelle für Notfallmaßnahmen laufen die Fäden zusammen. Dort werden die Feuer mit dem EU-Satellitensystem Copernicus überwacht und wird die Hilfe abgestimmt. Für Frankreich wurden bisher sieben Löschflugzeuge und vier Hubschrauber aus dem Ausland mobilisiert, wie die Kommission am Montag mitteilte. Darunter sind zwei Hubschrauber aus Deutschland, die in Kürze im Katastrophengebiet bei Bordeaux eintreffen sollten. Die weiteren Flugzeuge und Hubschrauber kommen aus Kroatien, Portugal, Schweden, der Slowakei, der Tschechischen Republik und der Türkei. Bis auf die beiden türkischen Flugzeuge gehören alle anderen Ressourcen zur RescEU-Flotte. Sie wurden von der EU-Kommission für die Waldbrandsaison unter Vertrag genommen. Ähnlich ist das Bild in Spanien. Dort sind seit Samstag jeweils zwei Amphibienflugzeuge des Typs Canadair aus Griechenland und Italien im Einsatz, die zur EU-Flotte gehören. Die Türkei hat zudem zwei Löschflugzeuge des Typs Air Tractor zugesagt, was in Brüssel sehr gelobt wird. Außerdem sind rund um Madrid drei Waldbrandbekämpfungsteams mit 134 Einsatzkräften und 41 Fahrzeugen aus Portugal tätig. Bis 2030 eine eigene EU-Flotte Insgesamt umfasst die RescEU-Flotte in dieser Saison 22 Flugzeuge und fünf Hubschrauber. Verlegt werden sie abhängig von der Nachfrage und den Einsatzmöglichkeiten, wie ein Beamter am Montag erläuterte. Bei konkurrierenden Anfragen gebe die größte Wirksamkeit den Ausschlag. EU-Fachleute überwachen die Waldbrände in ganz Europa in Echtzeit aus dem All. Ein Computersystem errechnet aufgrund von Wetterdaten, wo die Waldbrandgefahr am höchsten ist. In der Brüsseler Einsatzzentrale, die nur ein paar Schritte vom Hauptquartier der EU-Kommission entfernt liegt, ist ein Team von 22 Fachleuten im Einsatz. Erstmals gehören in diesem Jahr dazu auch Experten, die auf die Verhaltensanalyse von Waldbränden spezialisiert sind. Für die Zukunft baut die EU-Kommission eine Flotte mit zwölf Löschflugzeugen und fünf Hubschraubern auf, die sie selbst erwirbt, statt sie nur zu mieten. Ein erster Hubschrauber wurde ausgeliefert, von 2030 an soll diese permanente Flotte vollständig zur Verfügung stehen. Allerdings wies ein Beamter am Montag darauf hin, dass die Mitgliedstaaten weit mehr für die Prävention tun müssten. „Andernfalls wird es künftig unmöglich sein, zu reagieren, selbst wenn wir hundertmal so viele Flugzeuge hätten“, sagte er. Denn die Waldbrandsaison beginne klimabedingt immer früher, und die Schäden nähmen von Jahr zu Jahr zu. Mehr Vorsorge treffen Eine Sprecherin der Kommission beschrieb den politischen Ansatz so: „Für uns hat es oberste Priorität, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Waldbränden zu einem festen, dauerhaften Bestandteil unserer zukünftigen Planung und Investitionen zu machen.“ So seien im Vorschlag der Kommission für den mehrjährigen Finanzrahmen von 2028 bis 2024 35 Prozent aller Mittel für Umweltziele vorgesehen, darunter die Klimaresilienz. Die Kommission will den Mitgliedstaaten Empfehlungen zum integrierten Risikomanagement bei Waldbränden geben. Zum Beispiel könnten Mischwälder gefördert und Unterholz sowie Totholz reduziert werden, um dem Wald Brennstoff zu entziehen. Breite Schneisen wirken als Brandschutzstreifen. Baumarten, die Trockenheit besser vertragen, vermindern das Brandrisiko. Ein Beamter wies darauf hin, dass auch die Verfügbarkeit von Benzin für die Löschflugzeuge verbessert werden müsse. Derzeit stehe das Notfallsystem wegen der parallelen Großbrände zwar unter großem Druck, aber „es ist nicht kollabiert“, sagte er.

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