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Sonntag, 12. Juli 2026
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USA - Journalisten wegen Bericht über Air Force One im Visier der US-Justiz

Medienspektrum

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12. Juli
FAZ (Politik)

Journalisten vorgeladen: Ein kritischer Bericht, und dann vor die Grand Jury?

Journalisten vorgeladen : Ein kritischer Bericht, und dann vor die Grand Jury? Das Vorgehen der Trump-Regierung sei ein „Angriff auf die Pressefreiheit“, sagt der Präsident des amerikanischen Presseclubs. Das Justizministerium wiegelt ab: Es gehe nicht um die Reporter. Die Vorladung mehrerer Reporter der „New York Times“ durch Strafverfolgungsbehörden in Washington hat Kritik an der amerikanischen Justiz hervorgerufen. Die Präsidentin der „White House Correspondents’ Association“ Weijia Jiang teilte mit, ihre Organisation stehe an der Seite der betroffenen Journalisten. Sie seien dafür in Visier genommen worden, ihrer Arbeit nachzukommen, nämlich die Öffentlichkeit darüber zu informieren, wie die Regierung arbeite. Sie verurteile jeden Versuch der Einschüchterung und den Druck, Quellen offenzulegen. Der Präsident des Nationalen Presseclubs Mark Schoeff teilte mit, die Vorladungen seien ein „außerordentlicher Angriff auf die Pressefreiheit“. Trump hatte sich über den Zustand seiner bisherigen Air Force One beklagt und zunächst ein neues Flugzeug in Auftrag gegeben. Das Geschenk nahm er an, da er so schneller an ein neues Flugzeug kommen konnte. Die Boeing musste freilich entkernt, umgebaut und nachgerüstet werden, um mit modernster Kommunikations- und Sicherheitstechnik ausgestattet zu werden, etwa einem System, das fremde Radaranlagen stört. Es geht um die Nationale Sicherheit Da Trump aufs Tempo drückte, stellte sich die Frage, ob das Flugzeug hinreichend nachgerüstet wurde. Die „New York Times“ berichtete, die neue Air Force One verfüge nicht über alle Eigenschaften, über die die alte verfüge, darunter Fähigkeiten zur Raketenabwehr. Offenbar nach israelischen Hinweisen, Iran könnte ein Attentat auf Trump planen, nahm dieser in der vergangenen Woche nach dem NATO-Gipfel in Ankara zunächst sein altes Flugzeug auf dem Rückweg. Die Vorladungen vom Freitag enthielten kaum Details, berichtete die „New York Times“. Ein Sprecher des Justizministeriums teilte mit, die vorgeladenen Reporter seien nicht das Ziel der Ermittlungen. Es gehe um Personen, die „geheime Informationen geleakt“ hätten. Man schätze die wichtige Rolle der Medien. Das Justizministerium habe aber auch die Aufgabe, sicherzustellen, dass die Personen, denen geheime Informationen anvertraut würden, damit so umgingen, wie es vorgeschrieben sei. Zwischen beiden Zielen gebe es ein Spannungsverhältnis. Das Justizministerium werde aber nicht die Rechtslage ignorieren. Die Reporter sollen am Mittwoch aussagen. Die Trump-Regierung geht verschärft gegen Journalisten und Medienkonzerne vor – mit Vorladungen und auch Klagen wegen angeblicher Falschberichterstattung. Zu Jahresbeginn hatte die Trump-Regierung sogar das Haus einer Reporterin der „Washington Post“ durchsuchen lassen. Der aktuelle Fall unterscheidet sich aber von Trumps üblichen Tiraden gegen die von ihm so bezeichneten „Fake News“-Medien, weil es hier um Fragen der nationalen Sicherheit geht. Auch Vorgängerregierungen, sowohl unter republikanischen als auch demokratischen Präsidenten, haben Untersuchungen in Gang gesetzt, wenn geheime Informationen aus der Regierung geleakt worden waren. Vorladungen kommen allerdings höchst selten vor.

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12. Juli
Tagesschau

USA: Kritik an Justizvorladungen von NYT-Reportern

Nach Bericht über Air Force One Ärger wegen Justizvorladungen von US-Reportern Gibt es Sicherheitsbedenken bei der neuen US-Präsidentenmaschine? Mit dieser Frage beschäftigte sich die New York Times - und prompt erhielten die Reporter Vorladungen der Justiz. Die Zeitung und Journalistenverbände sind empört. Die neue Präsidentenmaschine Air Force One ist in den USA Auslöser für Ärger zwischen der Regierung und der Presse. Die New York Times (NYT) hatte über Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem Flugzeug berichtet. Nun erhielten die Reporter der Zeitung zufolge Vorladungen von der Bundesstaatsanwaltschaft in New York. Demnach sollen sie kommenden Mittwoch von einer Grand Jury befragt werden - wegen einer "mutmaßlichen Verletzung eines Bundesgesetzes". Einige Vorladungen seien von Bundesbeamten an private Wohnadressen der betroffenen Journalisten zugestellt worden. Die NYT und Journalistenverbände kritisierten das Vorgehen als Angriff auf die Pressefreiheit. Das Blatt schrieb von einer "außergewöhnlichen Eskalation der Bemühungen von Präsident (Donald) Trump, unabhängige Nachrichtenorganisationen zu bedrohen und einzuschüchtern". Weißes Haus: Es geht um die Weitergabe von Geheimnissen Das Weiße Haus verwies Medienanfragen an das Justizministerium. Dieses wollte mögliche Vorladungen weder bestätigen noch dementieren. Das Ministerium erklärte jedoch, die Regierung habe es nicht auf Reporter abgesehen, sondern sei besorgt über die Weitergabe von Geheiminformationen. Der National Press Club, die Vereinigung der Hauptstadtjournalisten, forderte das Justizministerium auf, die Vorladungen umgehend zurückzuziehen. Wenn Bundesbeamte an den Häusern von Journalisten mit Vorladungen auftauchten, sei dies keine gewöhnliche Strafverfolgung, sondern ein "außerordentlicher Angriff auf die Pressefreiheit" und ein Verstoß gegen die Verfassung, erklärte der Verband. Das Reporters Committee for Freedom of the Press rief den Geheimdienstausschuss des US-Senats auf, den Vorsitzenden der Staatsanwaltschaft, Jay Clayton, bei einer für Mittwoch angesetzten Anhörung zur Rechenschaft zu ziehen. Clayton wird vor dem Gremium erwartet, da Trump ihn kürzlich als neuen Geheimdienstkoordinator nominiert hatte. "Wenn das Recht der Öffentlichkeit auf Information zerschlagen wird, wie es die Trump-Regierung mit ihren Vorladungen gegen die New York Times versucht, erleiden wir alle irreparablen Schaden, ebenso wie die Freiheit, auf der diese Nation aufgebaut ist", erklärte der Vorsitzende des Komitees, Stephen J. Adler. Kritik kommt auch vom Trump-nahen TV-Sender Fox News. Deren Sicherheitskorrespondentin, Jennifer Griffin, bezeichnete die Vorladungen als alarmierend. In dem Artikel gehe es um "legitime Nachrichten zu Sicherheitsbedenken". Flugzeugtausch bei NATO-Gipfel wirft Fragen auf Die USA nutzen verschiedene Flugzeuge, die jeweils dann das Rufzeichen Air Force One tragen, wenn der Präsident an Bord ist. Beim NATO-Gipfel in der Türkei hatte Trump am Mittwoch gesagt, er werde "um der alten Zeiten willen" eine ältere Air Force One für den Flug von Ankara zum britischen Luftwaffenstützpunkt Mildenhall nutzen. Dort war die neuere Air Force One geparkt, die ihm das Emirat Katar geschenkt hatte. Mit dieser hatte Trump seinen Rückflug in die USA angetreten. Auch für den Hinflug nach Ankara hatte er sie genutzt. Der Wechsel veranlasste die NYT zu ihrem Bericht. Demnach ist die neue Präsidentenmaschine nicht mit denselben Sicherheitssystemen ausgerüstet wie die bisherigen. Sie und andere US-Medien ergänzten, der Flugzeug-Tausch sei auf Empfehlung des Secret Service erfolgt, der für die Sicherheit des US-Präsidenten zuständig ist. Über das Geschenk Katars im Wert von 400 Millionen Dollar wird in den Vereinigten Staaten diskutiert, seit es im Mai 2025 bekannt wurde. Von Anfang an hatte es Sicherheitsbedenken gegeben, weil Katar in der Vergangenheit militant-islamische Gruppen wie die Hamas unterstützte. Die Opposition warf Trump zudem Bestechlichkeit vor. Der Präsident wischte die Kritik jedoch beiseite.

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