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Montag, 17. August 2026
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„Irritation und Unverständnis“ – CDU wirft NDR in Brandbrief politische Einflussnahme vor

Medienspektrum

Progressiv Mitte Konservativ
17. August
Die Welt (Politik)

„Irritation und Unverständnis“ – CDU wirft NDR in Brandbrief politische Einflussnahme vor

„Irritation und Unverständnis“ – CDU wirft NDR in Brandbrief politische Einflussnahme vor Der Streit um ein TV-Duell eskaliert: Die CDU attackiert den NDR und sieht den Verdacht der politischen Einflussnahme. Im Hintergrund steht die Frage, welchen Einfluss Manuela Schwesig auf das Wahlkampfgeschehen genommen hat. Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern eskaliert der Streit zwischen CDU, SPD und dem Sender NDR. CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann erhebt schwere Vorwürfe gegen den öffentlich-rechtlichen Sender. In einem Brandbrief wirft sie ihm vor, seine „journalistische Unabhängigkeit“ geopfert zu haben und seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag nicht gerecht zu werden, wie die „Bild“ berichtet. Hintergrund der Auseinandersetzung ist das TV-Duell, das kurz vor der Wahl Mitte September ausgestrahlt wird. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) tritt dort gegen den AfD-Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm an. Nach Darstellung der CDU war zuvor eine „Quadrell“ mit den Kandidaten von SPD, AfD, CDU und Linke vorgesehen. Doch die Spitzenkandidaten von CDU und Linke seien nun ausgeladen worden. In dem Brief an den NDR-Chefredakteur Adrian Feuerbacher bringt Hoppermann seine „Irritation und Unverständnis“ über die Entscheidung des Senders zum Ausdruck und stellt zudem die Frage nach der politischen Einflussnahme. Es entstehe der Eindruck, die „journalistische Unabhängigkeit“ des Senders sei „dem politischen Taktieren und den Bedingungen einzelner Akteure geopfert“ worden. Hoppermann fordert daraufhin Antworten. Chat-Nachricht belastet Schwesig Vergangene Woche waren Details zu dem Vorgang bekannt geworden. Laut „Spiegel“ soll sich Schwesig in die Planung der Sender eingemischt haben. Ostseewelle-Geschäftsführer und Programmdirektor Tino Sperke soll Ende Juli in einer Chat-Nachricht geschrieben haben: „RTL/ntv hat sich dann aber für das Duell-Format entschieden, nachdem Frau Schwesig das bei ihrem Besuch im Hauptstadtbüro impliziert hatte.“ Die Formulierung liest sich laut „Spiegel“ so, als habe der Sender wegen einer Intervention Schwesigs umgeplant. Die SPD wies die Anschuldigungen zurück. Schwesigs Sprecherin Lilly Blaudszun erklärte, die Sender entschieden selbst über das Format ihrer Berichterstattung. „Frau Schwesig hat sowohl beim NDR als auch bei ntv/Ostseewelle für ein Kandidatenduell zugesagt“, sagte Blaudszun. Bei dieser Formulierung blieb offen, für welche Art Kandidatenduell Schwesig eine Zusage gegeben hat. RTL teilte mit, bei der Planung für das Wahlformat seien unterschiedliche Konstellationen geprüft worden, zunächst auch eine größere Runde mit den Spitzenvertretern von SPD, AfD, CDU und Linken. Der Sender habe sich nach weiterer redaktioneller Abwägung wegen der aktuellen Umfragewerte für das Duell zwischen Holm und Schwesig entschieden. Politischen Druck habe es weder von der Landesregierung noch von der SPD gegeben. CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters sagte, offiziell hätten die Sender die Ausladung mit redaktionellen Gründen gerechtfertigt. „Wir wissen aber, dass Manuela Schwesig unmissverständlich mitteilen ließ, dass sie ausschließlich für ein Duell zur Verfügung steht.“ Mit der Polarisierung des Wahlkampfs wolle Schwesig wohl eine inhaltliche Auseinandersetzung über ihre Arbeit als Regierungschefin vermeiden, vermutete Peters. Er kritisierte die Zuspitzung der Wahl auf einen Zweikampf als „Strategie, mit der sie auch der AfD die Wähler in die Arme treibt“. Linke: AfD bekommt mehr Sendezeit Unmut herrscht auch bei der Linken, dem Regierungspartner der SPD in Schwerin. Nach Angaben der Linken erfolgte die Ausladung von der Sendung Ende Juli. Landeschef Hennis Herbst bezeichnete den Vorgang als höchst problematisch. Linke Argumente gingen in der Debatte verloren. „Stattdessen erhält nun auch die AfD mehr Sendezeit“, sagte er. Dies sei auf Wunsch der SPD passiert. Das nütze vielleicht den Sozialdemokraten im Wahlkampf, sei aber nicht im Interesse der Demokratie. „Die Ausladung verwundert umso mehr, da sich RTL/ntv bei einem vergleichbaren Format in Sachsen-Anhalt anders entschieden haben und alle demoskopisch relevanten Parteien teilnehmen“, sagte Herbst. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ebenfalls ein neuer Landtag gewählt. Bei einer Anfang Juli veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) war die AfD mit 36 Prozent deutlich stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern. Die SPD folgt dort mit 29 Prozent. Die Linke kam auf zwölf, die CDU nur auf neun Prozent. Daneben würden noch die Grünen mit fünf Prozent den Einzug ins Parlament schaffen.

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13. August
Die Zeit (Politik)

TV-Duell in Mecklenburg-Vorpommern: CDU und Linke kritisieren geplante Debatte zwischen Schwesig und Holm

Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erheben CDU und Linke Vorwürfe gegen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Laut CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters soll Schwesig darauf bestanden haben, in einem geplanten TV-Duell nur gegen den AfD-Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm anzutreten. Deshalb seien die Spitzenkandidaten anderer Parteien von der Debatte, die die Sendergruppe RTL/ntv übertragen wird, ausgeladen worden. Nach Angaben der Linken, dem Koalitionspartner der SPD in Mecklenburg-Vorpommern, erfolgte die Ausladung Ende Juli – auf Wunsch der SPD. Hennis Herbst, Vorsitzender des Landesverbandes der Linken, bezeichnete den Vorgang als höchst problematisch. Linke Argumente gingen in der Debatte verloren. »Stattdessen erhält nun auch die AfD mehr Sendezeit«, sagte Herbst. Ein TV-Duell nur gegen die AfD nütze den Sozialdemokraten vielleicht im Wahlkampf, sei aber nicht im Interesse der Demokratie, sagte Herbst weiter. »Die Ausladung verwundert umso mehr, da sich RTL/ntv bei einem vergleichbaren Format in Sachsen-Anhalt anders entschieden haben und alle demoskopisch relevanten Parteien teilnehmen«, sagte der Landeschef der Linken in Mecklenburg-Vorpommern. SPD und RTL weisen Vorwürfe zurück Die SPD bestritt die Anschuldigungen von CDU und Linken. Schwesigs Sprecherin teilte mit, die Ministerpräsidentin habe mehreren Sendern für Kandidatenduelle zugesagt. Über das Format würden die Sender jedoch selbst entscheiden. Auch die Sendergruppe RTL/ntv wies die Vorwürfe zurück. Laut RTL wurden bei der Planung unterschiedliche Konstellationen geprüft, zunächst auch eine größere Runde mit Vertretern von SPD, AfD, CDU und Linken. Nach weiterer redaktioneller Abwägung habe man sich wegen der aktuellen Umfragewerte für das Duell zwischen Holm und Schwesig entschieden. Politischen Druck habe es weder von der Landesregierung noch von der SPD gegeben. Dem widersprach CDU-Spitzenkandidat Peters. Offiziell hätten die Sender die Ausladung mit redaktionellen Gründen gerechtfertigt, sagte Peters. »Wir wissen aber, dass Manuela Schwesig unmissverständlich mitteilen ließ, dass sie ausschließlich für ein Duell zur Verfügung steht.« Mit der Polarisierung des Wahlkampfs wolle Schwesig wohl eine inhaltliche Auseinandersetzung über ihre Arbeit als Regierungschefin vermeiden, mutmaßte Peters. Er kritisierte die Zuspitzung der Wahl auf einen Zweikampf und sprach von einer »Strategie, mit der sie auch der AfD die Wähler in die Arme treibt«. Über die Vorwürfe gegen Schwesig hatte zuerst die taz berichtet. AfD in Umfragen deutlich vor SPD In jüngsten Umfragen war die AfD mit 36 Prozent stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern. Die SPD kam auf 29 Prozent, die Linke auf elf, die CDU auf zehn. Auch die Grünen könnten den Einzug ins Parlament schaffen; sie standen zuletzt bei rund fünf Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September ein neuer Landtag gewählt. Zeitgleich findet in Berlin die Wahl zum Abgeordnetenhaus statt. In Sachsen-Anhalt wird zwei Wochen zuvor ebenfalls ein neuer Landtag gewählt.

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12. August
Der Spiegel (Politik)

Mecklenburg-Vorpommern: Streit um Ausladung von CDU und Linken aus TV-Runde

Vorwürfe gegen Schwesig CDU und Linke aus TV-Debatte in Mecklenburg-Vorpommern ausgeladen CDU und Linke erleben in Mecklenburg-Vorpommern einen seltenen Moment der Einigkeit. Die beiden Parteien werfen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) vor, sie kurz vor der Landtagswahl am 20. September aus einer TV-Debatte ausgeladen zu haben. Schwesig habe darauf bestanden, nur gegen Leif-Erik Holm anzutreten, den Spitzenkandidaten der AfD – ohne die beiden anderen Parteien. Zunächst hatte die »taz« berichtet. CDU-Kandidat Daniel Peters und Linkskandidatin Simone Oldenburg seien Anfang Juni zu einer Viererdebatte beim Sender RTL/n-tv eingeladen und nun wieder ausgeladen worden. Peters wirft Schwesig vor, den Wahlkampf zu einem Zweikampf zwischen SPD und AfD zuzuspitzen und damit »der AfD ganz bewusst großen medialen Raum« zu bieten. »Manuela Schwesig will nicht die Demokratie retten, Manuela Schwesig will Manuela Schwesig retten«, sagte Peters zur »taz«. Es sei eine »Strategie, mit der sie auch der AfD die Wähler in die Arme treibt«. Daniel Peters Foto: Jens Büttner / dpaDie SPD bezeichnete die Anschuldigungen als falsch. Schwesigs Sprecherin Lilly Blaudszun erklärte, die Sender entschieden selbst über das Format ihrer Berichterstattung. »Frau Schwesig hat sowohl beim NDR als auch bei n-tv/Ostseewelle für ein Kandidatenduell zugesagt«, betonte Blaudszun. Bei dieser Formulierung blieb offen, für welche Art Kandidatenduell Schwesig eine Zusage gegeben hat. RTL teilte mit, bei der Planung für das Wahlformat seien unterschiedliche Konstellationen geprüft worden, zunächst auch eine größere Runde mit den Spitzenvertretern von SPD, AfD, CDU und Linken. Der Sender habe sich nach weiterer redaktioneller Abwägung wegen der aktuellen Umfragewerte für das Duell zwischen Holm und Schwesig entschieden. Politischen Druck habe es weder von der Landesregierung noch von der SPD gegeben. CDU-Spitzenkandidat Peters sagte, offiziell hätten die Sender die Ausladung mit redaktionellen Gründen gerechtfertigt. »Wir wissen aber, dass Manuela Schwesig unmissverständlich mitteilen ließ, dass sie ausschließlich für ein Duell zur Verfügung steht.« Linke kritisieren mehr Sendezeit für AfD Unmut herrscht auch bei der Linken, dem Regierungspartner der SPD in Schwerin. Nach Angaben der Linken erfolgte die Ausladung von der Sendung Ende Juli. Landeschef Hennis Herbst bezeichnete den Vorgang als höchst problematisch. Linke Argumente gingen in der Debatte verloren. »Stattdessen erhält nun auch die AfD mehr Sendezeit«, sagte er. Dies sei auf Wunsch der SPD passiert. Das nütze vielleicht den Sozialdemokraten im Wahlkampf, sei aber nicht im Interesse der Demokratie. »Die Ausladung verwundert umso mehr, da sich RTL/n-tv bei einem vergleichbaren Format in Sachsen-Anhalt anders entschieden haben und alle demoskopisch relevanten Parteien teilnehmen«, sagte Herbst. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ebenfalls ein neuer Landtag gewählt. - 8 Min - Landtagswahl am 6. September: BSW will in Sachsen-Anhalt Weg für AfD-Ministerpräsidenten frei machen3 Min3 Min - 23 Min Bei einer Anfang Juli veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) war die AfD mit 36 Prozent deutlich stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern. Die SPD folgt dort mit 29 Prozent. Die Linke kam auf zwölf, die CDU nur auf neun Prozent. Daneben würden noch die Grünen mit fünf Prozent den Einzug ins Parlament schaffen.

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12. August
Handelsblatt

Landtagswahl in MV: Wirbel um TV-Debatte mit Schwesig vor Landtagswahl

Landtagswahl in MV: Wirbel um TV-Debatte mit Schwesig vor Landtagswahl Schwerin. Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September erheben CDU und Linke Vorwürfe gegen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Schwesig habe darauf bestanden, nur gegen den Spitzenkandidaten von der AfD, Leif-Erik Holm, in einem TV-Duell anzutreten, sagte CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters. Daher seien die Spitzenkandidaten anderer Parteien ausgeladen worden. Die SPD bezeichnete die Anschuldigungen als falsch. Auch die Sendergruppe RTL/ntv, die die TV-Debatte übertragen wollte, wies den Vorwurf politischer Einflussnahme zurück. Zuerst hatte die „taz“ berichtet. Schwesigs Sprecherin Lilly Blaudszun erklärte, die Sender entschieden selbst über das Format ihrer Berichterstattung. „Frau Schwesig hat sowohl beim NDR als auch bei ntv/Ostseewelle für ein Kandidatenduell zugesagt“, betonte Blaudszun. Bei dieser Formulierung blieb offen, für welche Art Kandidatenduell Schwesig eine Zusage gegeben hat. RTL CDU: Polarisierung stärkt AfD CDU-Spitzenkandidat Peters sagte, offiziell hätten die Sender die Ausladung mit redaktionellen Gründen gerechtfertigt. „Wir wissen aber, dass Manuela Schwesig unmissverständlich mitteilen ließ, dass sie ausschließlich für ein Duell zur Verfügung steht.“ Mit der Polarisierung des Wahlkampfs wolle Schwesig wohl eine inhaltliche Auseinandersetzung über ihre Arbeit als Regierungschefin vermeiden, vermutete Peters. Er kritisierte die Zuspitzung der Wahl auf einen Zweikampf als „Strategie, mit der sie auch der AfD die Wähler in die Arme treibt“. Linke: AfD bekommt mehr Sendezeit Unmut herrscht auch bei der Linken, dem Regierungspartner der SPD in Schwerin. Nach Angaben der Linken erfolgte die Ausladung von der Sendung Ende Juli. Landeschef Hennis Herbst bezeichnete den Vorgang als höchst problematisch. Linke Argumente gingen in der Debatte verloren. „Stattdessen erhält nun auch die AfD mehr Sendezeit“, sagte er. Dies sei auf Wunsch der SPD passiert. Das nütze vielleicht den Sozialdemokraten im Wahlkampf, sei aber nicht im Interesse der Demokratie. „Die Ausladung verwundert umso mehr, da sich RTL/ntv bei einem vergleichbaren Format in Sachsen-Anhalt anders entschieden haben und alle demoskopisch relevanten Parteien teilnehmen“, sagte Herbst. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ebenfalls ein neuer Landtag gewählt. Bei einer Anfang Juli veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) war die AfD mit 36 Prozent deutlich stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern. Die SPD folgt dort mit 29 Prozent. Die Linke kam auf zwölf, die CDU nur auf neun Prozent. Daneben würden noch die Grünen mit fünf Prozent den Einzug ins Parlament schaffen.

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11. August
Die Welt (Politik)

Wahlkampf ohne „die Zwerge“? CDU und Linke werfen Schwesig vor, sie aus TV-Debatte gedrängt zu haben

Wahlkampf ohne „die Zwerge“? CDU und Linke werfen Schwesig vor, sie aus TV-Debatte gedrängt zu haben Im Streit um eine geplatzte TV-Viererrunde mit SPD und AfD erheben CDU und Linke Vorwürfe gegen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin. Schwesigs Umfeld soll auf ein Duell mit der AfD und die Ausladung der beiden anderen Parteien gedrängt haben. SPD und der Sender bestreiten das. Im Wahlkampf zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern in sechs Wochen sorgt eine Entscheidung von RTL/ntv für Ärger unter den Parteien: Die Sendergruppe hat CDU und Linkspartei aus einer geplanten TV-Debatte wieder ausgeladen, wie die taz berichtet. Statt einer Runde mit vier Parteien soll es im September nur noch ein Duell zwischen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm geben. CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters spricht von einem „inakzeptablen Vorgang“. Linken-Landeschef Hennis Herbst stimmt zu: „Da werde ich grundsätzlich. Das geht gar nicht.“ Ursprünglich waren Anfang Juni CDU-Spitzenkandidat Peters und Linken-Spitzenkandidatin Simone Oldenburg von der Sendergruppe RTL/ntv und dem kooperierenden Radiokanal Ostseewelle zu der Fernsehdebatte schriftlich eingeladen worden. Zwei Monate später folgte nun die Ausladung an beide Kandidaten – ebenfalls schriftlich und ohne Begründung. Besonders brisant ist ein Vorwurf von CDU und Linken: Das unmittelbare Umfeld von Schwesig soll laut taz in ihrem Auftrag nachdrücklich bei dem Sender interveniert haben, um die geplante Viererrunde zu verhindern. Schwesig habe demnach nur an einem direkten Duell mit Holm teilnehmen wollen – oder gar nicht. Die kolportierte Drohung, so der Vorwurf: Wenn die Regierungschefin mit dabei sein soll, dann nur ohne „die Zwerge“ von Linkspartei und CDU. Peters und Linken-Landeschef Herbst berufen sich dabei laut der Zeitung unabhängig voneinander auf Informationen von Personen, die mit der Planung der Sendung bei den Sendern befasst gewesen sein sollen. Schriftliche Belege für den Vorwurf gibt es nach Angaben der beiden Politiker nicht. Schwesigs Wahlkampf setzt seit Längerem stark auf die Auseinandersetzung mit der AfD. Dabei stellt die SPD-Ministerpräsidentin ihre Partei als Gegenpol zur extremen Rechten dar. Für die CDU ist diese Strategie problematisch: Die Partei, die Mecklenburg-Vorpommern viele Jahre mitregierte, liegt in einer aktuellen Umfrage nur noch bei neun Prozent. Peters sieht auch die Konzentration der öffentlichen Debatte auf einen Zweikampf zwischen SPD und AfD als einen Grund für die Schwäche seiner Partei. Der Ministerpräsidentin gehe es dabei allein um den Machterhalt. „Manuela Schwesig will nicht die Demokratie retten, Manuela Schwesig will Manuela Schwesig retten“, sagt Peters zur taz. Dabei biete die Regierungschefin „der AfD ganz bewusst großen medialen Raum“. Mehr noch: „Sie stärkt damit die AfD.“ Ähnlich sieht es der Linken-Landeschef. „Indem man dafür sorgt, dass Linke und CDU ausgeladen werden, gibt man letztlich nur der AfD mehr Sendezeit“, so Herbst. Das möge im Interesse der Zuspitzung sein. Der demokratischen Auseinandersetzung bringe das aber nichts. SPD und Sender weisen Einflussnahme zurück Die SPD weist gegenüber der taz eine Einflussnahme auf die Sender zurück. Schwesigs Wahlkampfkommunikation verweist darauf, dass die Sender selbst über ihre Formate entschieden. Schwesig habe lediglich einem Kandidatenduell zugesagt. Auch RTL/ntv bestreitet eine Einflussnahme durch Landesregierung oder SPD gegenüber der Zeitung. Die Sendergruppe erklärt, man habe zunächst verschiedene Konstellationen geprüft, darunter eine größere Runde mit den Spitzenkandidaten von SPD, AfD, CDU und Linken. Nach redaktioneller Abwägung habe man sich jedoch für das Duell zwischen Schwesig und Holm entschieden. Ausschlaggebend seien die aktuellen Umfragewerte sowie die bundesweite Ausrichtung der Berichterstattung von RTL und ntv gewesen. Ein Blick nach Sachsen-Anhalt wirft allerdings Fragen zur Begründung der Sender auf. Dort findet die Landtagswahl am 6. September statt. RTL und ntv veranstalten bereits am 2. September eine 90-minütige Wahlarena mit den Spitzenkandidaten von CDU, SPD, FDP, AfD, Linken, Grünen und BSW. AfD in Mecklenburg-Vorpommern deutlich vor SPD Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern findet am 20. September statt. Laut einer aktuellen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) liegt die AfD unverändert bei 36 Prozent. Sie könnte aber das Nachsehen hinter einem rot-rot-grünen Bündnis haben. Die SPD von Ministerpräsidentin Schwesig verbesserte sich im Vergleich zur letzten Umfrage des Instituts aus dem Mai um zwei Prozentpunkte auf 29 Prozent. Die CDU könnte der Umfrage zufolge noch mit 9 Prozent rechnen – ein Punkt weniger als noch im Mai. Das BSW würde wie die FDP und alle anderen Parteien voraussichtlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die Grünen – die in den Umfragen bisher mit 4 Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde lagen – würden nach der neuen Erhebung um einen Punkt zulegen und wären damit im nächsten Landtag vertreten. Da neben der SPD auch die Grünen leicht zulegen, dürfen beide Parteien zusammen mit den Linken rechnerisch auf eine hauchdünne Mehrheit der Sitze im neuen Parlament hoffen.

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10. August
taz (Öko & Co)

Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern: CDU und Linkspartei müssen draußen bleiben

Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern: CDU und Linkspartei müssen draußen bleiben Erst ein-, dann ausgeladen: RTL/ntv will eine TV-Debatte zur Landtagswahl ohne CDU und Linke durchführen. Die sehen hinter der Ausladung die SPD am Werk. Es kommt selten vor, dass CDU und Linkspartei in Mecklenburg-Vorpommern einer Meinung sind. Aber manche Ereignisse schweißen zusammen. So spricht Daniel Peters, der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in sechs Wochen, von einem „inakzeptablen Vorgang“. Und Linken-Landeschef Hennis Herbst stimmt ausnahmsweise zu: „Da werde ich grundsätzlich. Das geht gar nicht.“ Der Vorgang, der so gar nicht geht, ist in erster Linie ein recht unfreundlicher Akt: Beide Parteien wurden von der Sendergruppe RTL/ntv und dem kooperierenden Radiokanal Ostseewelle Anfang Juni zu einer Fernsehdebatte im Vorfeld der Wahl am 20. September erst schriftlich eingeladen – und nun, zwei Monate später, ebenfalls schriftlich wieder ausgeladen. Ohne Begründung. Wie RTL/ntv auf taz-Nachfrage bestätigt, wird es im September jetzt nur noch ein Duell zwischen SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm geben, den Kandidat:innen der beiden in Umfragen führenden Parteien also. Daniel Peters von der oppositionellen CDU und Simone Oldenburg, die Spitzenkandidatin der in Schwerin seit fünf Jahren mit der SPD regierenden Linken, müssen draußen bleiben. Empfohlener externer Inhalt So weit, so unerfreulich für die Ausgeladenen. Wäre da nicht zusätzlich ein schwerer Vorwurf. Das unmittelbare Umfeld von Schwesig soll demnach in ihrem Auftrag nachdrücklich bei RTL/ntv und Ostseewelle interveniert haben, um eine Viererrunde zu verhindern. Schwesig, so die kolportierte Drohung, trete im Duell gegen AfD-Mann Holm an – oder gar nicht. Wenn die Sender die Regierungschefin mit dabei haben wollten, dann nur ohne „die Zwerge“ von Linkspartei und CDU. Schwesigs Strategie: Ich oder die AfD Exakt so sei es ihnen von bei den Sendern mit dem Vorgang betrauten Personen zugetragen worden, sagen Daniel Peters von der CDU und Hennis Herbst von der Linken unabhängig voneinander. Schriftlich belegen können sie ihren Vorwurf nicht. Aber er passt ins Bild. Regierungschefin Schwesig setzt seit Langem auf einen Zuspitzungswahlkampf mit der extremen Rechten: Ich oder die AfD, Stabilität oder Niedergang, die Demokratie, das bin ich, Manuela Schwesig. Gut möglich, dass ihre Strategie am 20. September aufgeht. Gut möglich aber auch, dass dabei die potenziellen Koalitionspartner der SPD unter die Räder kommen. Nicht zuletzt für die oppositionelle CDU droht es ungemütlich zu werden. Die Konservativen – viele Jahre Regierungspartei in Mecklenburg-Vorpommern – sind in der letzten Umfrage auf 9 Prozent abgerutscht. Spitzenkandidat Peters macht die öffentliche Zuspitzung auf einen Zweikampf SPD gegen AfD dafür mindestens mitverantwortlich. Der Ministerpräsidentin gehe es mit ihrer Strategie allein um den Machterhalt, ohne Rücksicht auf Verluste und mögliche Kollateralschäden. „Manuela Schwesig will nicht die Demokratie retten, Manuela Schwesig will Manuela Schwesig retten“, sagt Peters zur taz. Dabei biete die Regierungschefin „der AfD ganz bewusst großen medialen Raum“. Mehr noch: „Sie stärkt damit die AfD.“ Hennis Herbst, Linken-Landeschef Hennis Herbst von Schwesigs linkem Koalitionspartner formuliert es diplomatischer: „Indem man dafür sorgt, dass Linke und CDU ausgeladen werden, gibt man letztlich nur der AfD mehr Sendezeit.“ Das mag im Interesse der Zuspitzung sein. „Der demokratischen Auseinandersetzung bringt das aber nichts“, so Herbst zur taz. RTL/ntv spricht von redaktioneller Abwägung Die beiden Parteien sollen sich mal etwas locker machen, heißt es sinngemäß von Lilly Blaudszun, der Leiterin der SPD-Wahlkampf-Kommunikation von Manuela Schwesig. „Jeder Sender entscheidet über sein Format selbst.“ Und Schwesig habe bei RTL/ntv und Ostseewelle nun mal „für ein Kandidatenduell zugesagt“, teilt Blaudszun knapp mit. Auch RTL/ntv verweist auf die redaktionelle Unabhängigkeit. Die Sendergruppe habe zunächst lediglich „unterschiedliche Konstellationen geprüft“, darunter „eine größere Runde“ mit den Spitzen von SPD, AfD, CDU und Linken. Dann habe man sich „nach weiterer redaktioneller Abwägung“ aber entschieden, das Format als Duell Schwesig gegen Holm umzusetzen – und zwar aus eigenen Stücken. „Versuche, inhaltlich Einfluss zu nehmen, gab es weder von der Landesregierung noch von der SPD“, weist eine Sprecherin den Vorwurf von CDU und Linken zurück. Und weiter: „Ausschlaggebend für die Zuspitzung auf ein Duell waren die aktuellen Umfragewerte sowie die bundesweite Ausrichtung der Berichterstattung von RTL und ntv.“ Auch für Sachsen-Anhalt, wo bereits am 6. September ein neuer Landtag gewählt wird, hat RTL/ntv übrigens eine 90-minütige „Wahlarena“ angekündigt. Umfragewerte scheinen hier eher zweitrangig zu sein. Vier Tage vor der Wahl werden sich live bei ntv nicht nur CDU-Ministerpräsident Sven Schulze und der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund „zum entscheidenden Schlagabtausch“ live begegnen. Auch die „Zwerge“ von SPD, Linken, Grünen, FDP, und BSW dürfen fleißig mitdiskutieren. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". 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