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Dienstag, 4. August 2026
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Verhandlungen von Israel und Libanon: Von Waffenruhe keine Rede

Medienspektrum

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4. August
taz (Öko & Co)

Verhandlungen von Israel und Libanon: Von Waffenruhe keine Rede

Verhandlungen von Israel und Libanon: Von Waffenruhe keine Rede Libanon und Israel treffen sich zu Gesprächen in Rom. Israels Militär attackiert zuvor in Südlibanon. Libanons Premier streitet mit der Hisbollah. Libanons Premierminister Nawaf Salam hat einen ungewöhnlichen Schritt getan: Ausgerechnet auf der Plattform X machte der sonst so ruhige Diplomat seinem Unmut Luft und ging erstmals öffentlich die Hisbollah an. Eine Rede des Hisbollah-Chefs Naim Qassem brachte das Fass zum Überlaufen. Qassem hatte der Regierung vorgeworfen, „Israel zu dienen“ und nicht „Libanons Souveränität“. Salam schoss mit scharfen Worten zurück: „Die größte Unterstützung für Israel kam von jenen, die Libanon einseitig in sinnlose ‚Unterstützungskriege‘ hineingezogen und Israel damit Vorwand geliefert haben, unser Land anzugreifen.“ Die Hisbollah hatte am 8. Oktober 2023 Raketen auf die von Israel besetzten Schebaa-Farmen geschossen und damit ihren Beitritt in den Gazakrieg erklärt. Israel eskalierte die Angriffe, besetzte Dörfer im Südlibanon. In einer ersten Waffenpause ab November 2024 griff Israel weiter an, zerstörte die Dörfer im Süden. Mit dem Iran-USA-Krieg schoss auch die Hisbollah am 2. März wieder Raketen auf Israel, das seine Besatzung und die Zerstörung intensivierte. Seit Mitte Juni gilt eine neue Waffenruhe. Die Hisbollah hat ihre Angriffe seitdem eingestellt, Israels Militär greift weiter im Süden Libanons an. Das bilaterale Abkommen sieht vor, dass Israel die Besatzung beendet und die Hisbollah entwaffnet wird. Beide Seiten sträuben sich dagegen. Vor den Verhandlungen eskaliert Israel die Angriffe Der interne Streit kam nur Stunden vor neuen Verhandlungen. Die in den USA akkreditierten Botschafter*innen beider Länder trafen sich am Dienstag zur siebten Gesprächsrunde in Rom, vermittelt durch die USA. Dabei geht es um die schrittweise Umsetzung des Juni-Abkommens. Ein unterirdisches Tunnelsystem der Hisbollah soll dabei nach Angaben libanesischer Regierungskreise Thema sein. Vor den Verhandlungen eskalierte Israel die Angriffe. Am Wochenende soll Israels Militär Häuser in mehreren Städten abgerissen haben. Im Dorf Jarun zündete die Armee ein riesiges Feuer an und brannte 1,2 Millionen Quadratmeter Olivenhaine nieder, so die Gemeindeverwaltung. Israel verschärft auch die Bombardierung des strategisch wichtigen Ali-Taher-Hügels, meldet Libanons Armee. Libanesische Medien warnen vor Bodenangriffen, um das Gebiet einzunehmen. In den letzten Tagen setzte das Militär verstärkt Truppen und gepanzerte Fahrzeuge in der Region ein, um vor der Romrunde vollendete Tatsache zu schaffen, meldet die Zeitung L’Orient-Le Jour. Nicht nur die Miliz ist sauer, sondern auch die vertriebene Bevölkerung. „Die Bewohner der Grenzregion können es nicht länger ertragen mit anzusehen, wie ihre Häuser und ihre Existenzgrundlage vor ihren Augen verschwinden, während die Bevölkerung schweigt“, sagt Tarek Mazraani, Gründer der zivilen Bürgerinitiative zur Rückkehr der Vertriebenen, der taz. Er kommt aus dem Grenzdorf Hula, das zu 83 Prozent zerstört ist. Die Bewohner*innen fordern von Libanons Regierung den Stopp der Gespräche mit Israel, solange die „systematische und tägliche Zerstörung, Bombardierung und Vernichtung von Dörfern“ weitergeht. Libanons Premier zeigte sich am Ende seines Posts zumindest versöhnlich. In Richtung Hisbollah appellierte er, „auf gegenseitige Anschuldigungen“ zu verzichten und in den „Dialog“ einzutreten. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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4. August
ZDF heute

Vertreter aus Israel und Libanon treffen sich erneut in Rom

Hisbollah-Tunnel im Fokus:Vertreter aus Israel und Libanon treffen sich erneut in Rom Israelische und libanesische Regierungsvertreter sprechen in Rom über die Umsetzung ihres Sicherheitsabkommens. Im Fokus dürfte auch das Tunnelsystem der Hisbollah stehen. Inmitten anhaltender Spannungen kommen heute erneut israelische und libanesische Regierungsvertreter zu direkten politischen Gesprächen in der italienischen Hauptstadt Rom zusammen. Dabei geht es um die weitere Umsetzung ihres Sicherheitsabkommens. Das unterirdische Tunnelsystem der libanesischen Hisbollah soll dabei nach Angaben von libanesischen Regierungskreisen ein zentrales Thema sein. Libanesischen Berichten und Augenzeugen zufolge hat das israelische Militär erst am Wochenende eine der schwersten Zerstörungswellen seit Beginn der Waffenruhe im Juni durchgeführt. In mehreren Orten habe es Sprengungen und gezielte Zerstörung gegeben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Tunnel als Teil der Hisbollah-Militärstruktur Die Hisbollah hat über Jahrzehnte eine unterirdische Militärstruktur aufgebaut, die Israel als Bedrohung betrachtet. Das Tunnelnetzwerk der von Iran unterstützten Organisation umfasst nach Einschätzung von Beobachtern und Experten Kommandozentren, Waffenlager, Abschusspositionen, Versorgungskorridore und geschützte Verbindungen, die Kämpfern Bewegungen unter der Erde ermöglichen. Die Tunnel seien ein "äußerst wichtiger" Bestandteil der militärischen Infrastruktur der Hisbollah, sagte der Libanon-Experte Nicolas Blanford von der Denkfabrik Atlantic Council in Washington der Deutschen Presse-Agentur. Kämpfer könnten sich durch sie unbemerkt unter der Erde bewegen. Das Tunnelsystem erstrecke sich über mehrere Landesteile bis in den nördlichen Teil der Bekaa-Ebene. Das Tunnelnetzwerk ist nicht landesweit miteinander verbunden. Israel fürchtet Angriff aus dem Libanon Israel hat wiederholt vor der Gefahr gewarnt, dass Hisbollah-Kämpfer - auch unter Einsatz des Tunnelsystems - einen großangelegten Angriff auf den Norden Israels nach dem Vorbild des Hamas-Überfalls vom 7. Oktober 2023 verüben könnten. Türkei, Katar und Ägypten kritisieren Israels jüngste Angriffe im Gazastreifen als Verstoß gegen das Völkerrecht. Nach palästinensischen Angaben wurden mehr als 20 Menschen getötet, darunter Kinder. 04.08.2026 | 0:23 minDie "Washington Post" berichtete bereits vor mehr als zwei Jahren unter Berufung auf einen Hisbollah-Vertreter, die Eliteeinheit Radwan sei für offensive Einsätze geschaffen worden, darunter auch grenzüberschreitende Angriffe auf Israel. Experte: Strategie gegen Israels militärische Überlegenheit Die Verlagerung militärischer Infrastruktur unter die Erde habe das Schlachtfeld grundlegend verändert, sagte der libanesische Militärexperte Munir Schehadeh. Israel sei der Hisbollah überlegen und verfüge über eine Luftwaffe, Satellitenaufklärung, Drohnen, elektronische Überwachung und präzisionsgelenkte Waffen. Es ging darum, eine unterirdische militärische Infrastruktur aufzubauen, die Kämpfer, Waffen und Kommandozentren schützen und gleichzeitig den Betrieb auch unter intensiven Luftangriffen aufrechterhalten kann. Munir Schehadeh, libanesischer Militärexperte Über Jahre hinweg habe die Hisbollah erheblich in ihre unterirdische Kriegsführung investiert. Das System habe viele seiner vorgesehenen Ziele erfüllt, auch wenn es Israel nicht daran hindern konnte, in den Südlibanon einzudringen und erhebliche Teile der militärischen Infrastruktur der Organisation zu zerstören. Trump hat bekannt gegeben, dass die Hamas entwaffnet werden soll. Die Hamas sei dazu nur bereit, wenn sich Israel vorher zurückzieht - eine Pattsituation. 31.07.2026 | 2:40 minGespräche in Rom Die libanesische und die israelische Regierung führen seit Mitte April erstmals seit Jahrzehnten wieder direkte politische Gespräche. Diplomatische Beziehungen unterhalten die beiden Nachbarstaaten nicht. Vermittelt werden die Gespräche von den USA. Die Hisbollah nimmt daran nicht teil. Trotz einer Waffenruhe ist das israelische Militär weiterhin im Südlibanon stationiert und greift auch weiter aus der Luft an. Die Hisbollah selbst hat seit Beginn der jüngsten Waffenruhe keine Angriffe mehr gegen Israel unternommen. Das jüngste Rahmenabkommen sieht sowohl den Rückzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon als auch eine Entwaffnung der Hisbollah durch die libanesische Armee vor. Beide Punkte sind bislang nicht umgesetzt. Israel macht seine verbliebene Militärpräsenz von Fortschritten bei der Entwaffnung der Hisbollah abhängig. Die Hisbollah macht eine Kooperation von einem israelischen Abzug abhängig. Die libanesische Regierung verfügt zugleich nur über begrenzte Möglichkeiten, die israelischen Forderungen umzusetzen. Die libanesischen Streitkräfte gelten als deutlich schwächer als die Hisbollah. Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.  Mehr zum Nahost-Konflikt - Nahost-Konflikt:Vermittlerstaaten verurteilen Israels Angriffe in Gazamit Video0:23 - Miliz droht mit Bürgerkrieg:Israel und Libanon einig - Hisbollah-Anhänger protestierenmit Video1:38 - Trotz Waffenruhe:Libanon meldet israelische Angriffe mit vielen Toten - Brüchige Waffenruhe:Israels Armee schränkt Einsätze im Libanon einmit Video0:24

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4. August
Neues Deutschland

Verhandlungen | Weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon in Rom

- Politik - Verhandlungen Weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon in Rom Trotz massiver Zerstörungen im Libanon gehen direkte Gespräche mit Israel weiter. Dabei soll es vor allem um Tunnel gehen. Beirut Erst am Wochenende hat das israelische Militär eine der schwersten Zerstörungswellen seit Beginn der Waffenruhe im Juni durchgeführt, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtet. In mehreren Orten habe es Sprengungen und gezielte Zerstörung gegeben. Trotzdem kommen heute erneut israelische und libanesische Regierungsvertreter zu direkten politischen Gesprächen in der italienischen Hauptstadt Rom zusammen. Dabei geht es um die weitere Umsetzung ihres Sicherheitsabkommens. Das unterirdische Tunnelsystem der libanesischen Hisbollah soll dabei nach Angaben von libanesischen Regierungskreisen ein zentrales Thema sein. Tunnel als Teil der Hisbollah-Militärstruktur Die Hisbollah hat über Jahrzehnte eine unterirdische Militärstruktur aufgebaut, die Israel als Bedrohung betrachtet. Das Tunnelnetzwerk umfasst nach Einschätzung von Beobachtern und Experten Kommandozentren, Waffenlager, Abschusspositionen, Versorgungskorridore und geschützte Verbindungen, die Kämpfern Bewegungen unter der Erde ermöglichen. Die Tunnel seien ein »äußerst wichtiger« Bestandteil der militärischen Infrastruktur der Hisbollah, sagte der Libanon-Experte Nicolas Blanford von der Denkfabrik Atlantic Council in Washington der Deutschen Presse-Agentur. Kämpfer könnten sich durch sie unbemerkt unter der Erde bewegen. Das Tunnelsystem erstrecke sich über mehrere Landesteile bis in den nördlichen Teil der Bekaa-Ebene. Das Tunnelnetzwerk ist nicht landesweit miteinander verbunden. Experte: Strategie gegen Israels militärische Überlegenheit Die Verlagerung militärischer Infrastruktur unter die Erde habe das Schlachtfeld grundlegend verändert, sagte der libanesische Militärexperte Munir Schehadeh. Israel sei der Hisbollah überlegen und verfüge über eine Luftwaffe, Satellitenaufklärung, Drohnen, elektronische Überwachung und präzisionsgelenkte Waffen. »Es ging darum, eine unterirdische militärische Infrastruktur aufzubauen, die Kämpfer, Waffen und Kommandozentren schützen und gleichzeitig den Betrieb auch unter intensiven Luftangriffen aufrechterhalten kann.« Über Jahre hinweg habe die Hisbollah erheblich in ihre unterirdische Kriegsführung investiert. Das System habe viele seiner vorgesehenen Ziele erfüllt, auch wenn es Israel nicht daran hindern konnte, in den Südlibanon einzudringen und erhebliche Teile der militärischen Infrastruktur der Organisation zu zerstören. Satellitenbilder zeigten, dass israelische Spreng- und Zerstörungsoperationen in einigen Dörfern im Südlibanon massive Zerstörung verursacht hätten, so Schehadeh. Israel zerstört immer wieder Tunnel im Libanon Das israelische Militär zerstört seit einigen Jahren immer wieder Tunnel der Hisbollah im Libanon - darunter auch einige, die bis nach Israel reichten. Bei den Einsätzen wurden nach libanesischen Angaben wiederholt auch Wohngebäude beschädigt. Auch die UN-Friedenstruppen im Libanon entdeckten eigenen Angaben zufolge im Sommer 2025 ein umfangreiches Tunnelnetzwerk im Süden des Landes. Zuletzt zerstörte Israels Armee eigenen Angaben zufolge einen Tunnel der Schiitenorganisation im Gebiet der historisch und strategisch wichtigen Burg Beaufort im Südlibanon. Dabei sollen rund 700 Tonnen Sprengstoff eingesetzt worden sein. Die Burg soll israelischen und libanesischen Angaben zufolge dabei keinen Schaden genommen haben. Libanons Nachrichtenagentur berichtete, dass dabei ein 1.200 Meter langes Gebiet vom südlichen Ende der Burg »vollständig verwüstet« worden sei. Gespräche in Rom Die libanesische und die israelische Regierung führen seit Mitte April erstmals seit Jahrzehnten wieder direkte politische Gespräche. Diplomatische Beziehungen unterhalten die beiden Nachbarstaaten nicht. Vermittelt werden die Gespräche von den USA. Die Hisbollah nimmt daran nicht teil. Trotz einer Waffenruhe ist das israelische Militär weiterhin im Südlibanon stationiert und greift auch weiter aus der Luft an. Die Hisbollah selbst hat seit Beginn der jüngsten Waffenruhe keine Angriffe mehr gegen Israel unternommen. Das jüngste Rahmenabkommen sieht sowohl den Rückzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon als auch eine Entwaffnung der Hisbollah durch die libanesische Armee vor. Beide Punkte sind bislang nicht umgesetzt. Israel macht seine verbliebene Militärpräsenz von Fortschritten bei der Entwaffnung der Hisbollah abhängig. Die Hisbollah macht eine Kooperation von einem israelischen Abzug abhängig. Die libanesische Regierung verfügt zugleich nur über begrenzte Möglichkeiten, die israelischen Forderungen umzusetzen. Die libanesischen Streitkräfte gelten als deutlich schwächer als die Hisbollah. Die Regierung will auch innenpolitische Spannungen vermeiden, sollte sie mit Gewalt gegen die Miliz vorgehen. nd/dpa Wir stehen zum Verkauf. Aber nur an unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört denen, die sie lesen und schreiben. Sie sichern mit ihrem Beitrag, dass unser Journalismus für alle zugänglich bleibt – ganz ohne Medienkonzern, Milliardär oder Paywall. 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4. August
Der Spiegel

Israel zerstört Hisbollahtunnel mit 700 Tonnen Sprengstoff, heute Verhandlungen mit dem Libanon

Eskalation in Nahost Vergangene Woche hat Israel einen Hisbollah-Tunnel mit 700 Tonnen Sprengstoff zerstört, heute gibt es Verhandlungen mit dem Libanon in Rom Israelische und libanesische Regierungsvertreter kommen an diesem Dienstag zu direkten politischen Gesprächen in der italienischen Hauptstadt Rom zusammen. Dabei geht es um die weitere Umsetzung ihres Sicherheitsabkommens. Das unterirdische Tunnelsystem der libanesischen Hisbollah soll dabei nach Angaben von libanesischen Regierungskreisen ein zentrales Thema sein. Libanesischen Berichten und Augenzeugen zufolge hat das israelische Militär erst am Wochenende eine der schwersten Zerstörungswellen seit Beginn der Waffenruhe im Juni durchgeführt. In mehreren Orten habe es Sprengungen und gezielte Zerstörung gegeben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Tunnel als Teil der Hisbollah-Militärstruktur Die Hisbollah hat über Jahrzehnte eine unterirdische Militärstruktur aufgebaut, die Israel als Bedrohung betrachtet. Das Tunnelnetzwerk der von Iran unterstützten Schiitenmiliz umfasst nach Einschätzung von Beobachtern und Experten Kommandozentren, Waffenlager, Abschusspositionen, Versorgungskorridore und geschützte Verbindungen, die Kämpfern Bewegungen unter der Erde ermöglichen. Die Tunnel seien ein «äußerst wichtiger« Bestandteil der militärischen Infrastruktur der Hisbollah, sagte der Libanon-Experte Nicolas Blanford von der Denkfabrik Atlantic Council in Washington der Deutschen Presse-Agentur. Kämpfer könnten sich durch sie unbemerkt unter der Erde bewegen. Das Tunnelsystem erstrecke sich über mehrere Landesteile bis in den nördlichen Teil der Bekaa-Ebene. Das Tunnelnetzwerk ist nicht landesweit miteinander verbunden. Das israelische Militär zerstört seit einigen Jahren immer wieder Tunnel der Hisbollah im Libanon – darunter auch einige, die bis nach Israel reichten. Zuletzt zerstörte Israels Armee eigenen Angaben zufolge einen Tunnel der Hisbollah im Gebiet der historisch und strategisch wichtigen Burg Beaufort im Südlibanon. Dabei kamen offiziellen Angaben zufolge rund 700 Tonnen Sprengstoff zum Einsatz. Die Burg soll laut israelischen und libanesischen Angaben keinen Schaden genommen haben. Die libanesische Nachrichtenagentur berichtete, dass dabei ein 1200 Meter langes Gebiet vom südlichen Ende der Burg »vollständig verwüstet« worden sei. Gespräche erstmals seit Jahrzehnten Die libanesische und die israelische Regierung führen seit Mitte April erstmals seit Jahrzehnten wieder direkte politische Gespräche. Diplomatische Beziehungen unterhalten die beiden Nachbarstaaten nicht. Vermittelt werden die Gespräche von den USA. Die Hisbollah nimmt daran nicht teil. Trotz einer Waffenruhe ist das israelische Militär weiterhin im Südlibanon stationiert und greift auch weiter aus der Luft an. Die Hisbollah selbst hat seit Beginn der jüngsten Waffenruhe keine Angriffe mehr gegen Israel unternommen. Das jüngste Rahmenabkommen sieht sowohl den Rückzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon als auch eine Entwaffnung der Hisbollah durch die libanesische Armee vor. Beide Punkte sind bislang nicht umgesetzt. Israel macht seine verbliebene Militärpräsenz von Fortschritten bei der Entwaffnung der Hisbollah abhängig. Die Hisbollah macht eine Kooperation von einem israelischen Abzug abhängig. Die libanesische Regierung verfügt zugleich nur über begrenzte Möglichkeiten, die israelischen Forderungen umzusetzen. Die libanesischen Streitkräfte gelten als deutlich schwächer als die Hisbollah. Die Regierung will auch innenpolitische Spannungen vermeiden, sollte sie mit Gewalt gegen die Miliz vorgehen.

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4. August
Handelsblatt

Konflikt mit Israel: Weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon in Rom

Konflikt mit Israel: Weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon in Rom Beirut. Inmitten anhaltender Spannungen kommen heute erneut israelische und libanesische Regierungsvertreter zu direkten politischen Gesprächen in der italienischen Hauptstadt Rom zusammen. Dabei geht es um die weitere Umsetzung ihres Sicherheitsabkommens. Das unterirdische Tunnelsystem der libanesischen Hisbollah soll dabei nach Angaben von libanesischen Regierungskreisen ein zentrales Thema sein. Libanesischen Berichten und Augenzeugen zufolge hat das israelische Militär erst am Wochenende eine der schwersten Zerstörungswellen seit Beginn der Waffenruhe im Juni durchgeführt. In mehreren Orten habe es Sprengungen und gezielte Zerstörung gegeben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Tunnel als Teil der Hisbollah-Militärstruktur Die Hisbollah hat über Jahrzehnte eine unterirdische Militärstruktur aufgebaut, die Israel als Bedrohung betrachtet. Das Tunnelnetzwerk der vom Iran unterstützten Organisation umfasst nach Einschätzung von Beobachtern und Experten Kommandozentren, Waffenlager, Abschusspositionen, Versorgungskorridore und geschützte Verbindungen, die Kämpfern Bewegungen unter der Erde ermöglichen. Die Tunnel seien ein „äußerst wichtiger“ Bestandteil der militärischen Infrastruktur der Hisbollah, sagte der Libanon-Experte Nicolas Blanford von der Denkfabrik Atlantic Council in Washington der Deutschen Presse-Agentur. Kämpfer könnten sich durch sie unbemerkt unter der Erde bewegen. Das Tunnelsystem erstrecke sich über mehrere Landesteile bis in den nördlichen Teil der Bekaa-Ebene. Das Tunnelnetzwerk ist nicht landesweit miteinander verbunden. Israel hat wiederholt vor der Gefahr gewarnt, dass Hisbollah-Kämpfer – auch unter Einsatz des Tunnelsystems – einen großangelegten Angriff auf den Norden Israels nach dem Vorbild des Hamas-Überfalls vom 7. Oktober 2023 verüben könnten. Die „Washington Post“ berichtete bereits vor mehr als zwei Jahren unter Berufung auf einen Hisbollah-Vertreter, die Eliteeinheit Radwan sei für offensive Einsätze geschaffen worden, darunter auch grenzüberschreitende Angriffe auf Israel. Experte: Strategie gegen Israels militärische Überlegenheit Die Verlagerung militärischer Infrastruktur unter die Erde habe das Schlachtfeld grundlegend verändert, sagte der libanesische Militärexperte Munir Schehadeh. Israel sei der Hisbollah überlegen und verfüge über eine Luftwaffe, Satellitenaufklärung, Drohnen, elektronische Überwachung und präzisionsgelenkte Waffen. „Es ging darum, eine unterirdische militärische Infrastruktur aufzubauen, die Kämpfer, Waffen und Kommandozentren schützen und gleichzeitig den Betrieb auch unter intensiven Luftangriffen aufrechterhalten kann.“ Über Jahre hinweg habe die Hisbollah erheblich in ihre unterirdische Kriegsführung investiert. Das System habe viele seiner vorgesehenen Ziele erfüllt, auch wenn es Israel nicht daran hindern konnte, in den Südlibanon einzudringen und erhebliche Teile der militärischen Infrastruktur der Organisation zu zerstören. Satellitenbilder zeigten, dass israelische Spreng- und Zerstörungsoperationen in einigen Dörfern im Südlibanon massive Zerstörung verursacht hätten, so Schehadeh. Israel zerstört immer wieder Tunnel im Libanon Das israelische Militär zerstört seit einigen Jahren immer wieder Tunnel der Hisbollah im Libanon - darunter auch einige, die bis nach Israel reichten. Bei den Einsätzen wurden nach libanesischen Angaben wiederholt auch Wohngebäude beschädigt. Auch die UN-Friedenstruppen im Libanon entdeckten eigenen Angaben zufolge im Sommer 2025 ein umfangreiches Tunnelnetzwerk im Süden des Landes. Zuletzt zerstörte Israels Armee eigenen Angaben zufolge einen Tunnel der Schiitenorganisation im Gebiet der historisch und strategisch wichtigen Burg Beaufort im Südlibanon. Dabei sollen rund 700 Tonnen Sprengstoff eingesetzt worden sein. Die Burg soll israelischen und libanesischen Angaben zufolge dabei keinen Schaden genommen haben. Libanons Nachrichtenagentur berichtete, dass dabei ein 1.200 Meter langes Gebiet vom südlichen Ende der Burg „vollständig verwüstet“ worden sei. Gespräche in Rom Die libanesische und die israelische Regierung führen seit Mitte April erstmals seit Jahrzehnten wieder direkte politische Gespräche. Diplomatische Beziehungen unterhalten die beiden Nachbarstaaten nicht. Vermittelt werden die Gespräche von den USA. Die Hisbollah nimmt daran nicht teil. Verwandte Themen Trotz einer Waffenruhe ist das israelische Militär weiterhin im Südlibanon stationiert und greift auch weiter aus der Luft an. Die Hisbollah selbst hat seit Beginn der jüngsten Waffenruhe keine Angriffe mehr gegen Israel unternommen. Das jüngste Rahmenabkommen sieht sowohl den Rückzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon als auch eine Entwaffnung der Hisbollah durch die libanesische Armee vor. Beide Punkte sind bislang nicht umgesetzt. Israel macht seine verbliebene Militärpräsenz von Fortschritten bei der Entwaffnung der Hisbollah abhängig. Die Hisbollah macht eine Kooperation von einem israelischen Abzug abhängig. Die libanesische Regierung verfügt zugleich nur über begrenzte Möglichkeiten, die israelischen Forderungen umzusetzen. Die libanesischen Streitkräfte gelten als deutlich schwächer als die Hisbollah. Die Regierung will auch innenpolitische Spannungen vermeiden, sollte sie mit Gewalt gegen die Miliz vorgehen.

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