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Mittwoch, 22. Juli 2026
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In Braunau am Inn: Hitlers Geburtshaus ist jetzt eine Polizeistation

Medienspektrum

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22. Juli
FAZ (Politik)

In Braunau am Inn: Hitlers Geburtshaus ist jetzt eine Polizeistation

In Braunau am Inn : Hitlers Geburtshaus ist jetzt eine Polizeistation Das Haus, in dem Hitler 1889 geboren wurde, war jahrelang ein Pilgerort für Neonazis. Nun ziehen österreichische Polizeibeamte in das Haus ein. Im Geburtshaus von Adolf Hitler im österreichischen Braunau am Inn ist am Mittwoch eine neue Polizeistation eröffnet worden. Das Gebäude wurde seit 2023 für rund 20 Millionen Euro grundlegend umgebaut. In den vergangenen Jahrzehnten haben Rechtsextreme und Neonazis immer wieder das Haus in der Nähe der deutsch-österreichischen Grenze aufgesucht. Die Regierung in Wien hofft nun, dass das Haus nun seine Anziehungskraft als „Wallfahrtsort“ verliert. Eine Expertenkommission riet zuvor von einem Abriss des Gebäudes ab und empfahl, das Gebäude so umzugestalten, dass es seinen Wiedererkennungswert verliert. Das Haus erinnert nach dem Umbau architektonisch kaum mehr an das Gebäude zu Hitlers Lebzeiten. Den Bauschutt schredderte die Baufirma vor Ort und lagerte ihn an einem unbekannten Ort, damit NS-Devotionaliensammler nichts finden konnten. Das Haus befindet sich seit 2017 im Besitz des Staates Österreich. Braunaus Bürgermeister Johannes Waidbacher sagte, für die Stadt sei die Eröffnung der Polizeistation ein „sehr bedeutsamer Tag“. Es habe unterschiedliche Sichtweisen gegeben, wie das Geburtshaus zu nutzen sei. Die 18.000-Einwohner-Stadt stelle sich dem historischen Fakt, Hitlers Geburtsstadt zu sein. Waidbacher räumte ein: „Wir werden sich keine Lösung finden, die 100 Prozent Zustimmung findet.“ Rund 50 Beamte sollen dort stationiert sein, zudem finden Schulungen statt. Wer sich vor dem Haus rumtreibe und verdächtig wirke, „wird von uns kontrolliert und angesprochen“, sagte Bezirkspolizeikommandant Stefan Haslberger.

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22. Juli
Handelsblatt

Umgang mit dem Nazi-Erbe: Hitlers Geburtshaus ist nun eine Polizeistation

Umgang mit dem Nazi-Erbe: Hitlers Geburtshaus ist nun eine Polizeistation Braunau. „Aus meiner Sicht passt das jetzt so. Die Neugierigen werden zu Hitlers Geburtstag aber immer noch kommen“, meint eine 66-jährige Frau, die ihren Namen nicht nennen will. Sie steht mit zwei Bekannten aus Aachen vor dem Geburtshaus von Adolf Hitler im österreichischen Braunau am Inn - einen Steinwurf von der bayerischen Grenze entfernt. Für 20 Millionen Euro ist das Gebäude zur Polizeistation umgebaut worden. Architektonisch erinnert kaum mehr etwas an den Ort, an dem der spätere Diktator geboren wurde. Das Ziel: Die Neonazis sollen keinen Pilgerort mehr haben. Die Diskussionen, wie mit dem Nazi-Erbe in der 18.000-Einwohner-Stadt umgegangen werden soll, scheinen damit zunächst beendet. Allerdings räumt Bürgermeister Johannes Waidbacher ein: „Wir werden sicher keine Lösung finden, die 100 Prozent Zustimmung findet.“ Rund 50 Beamte der Polizeiinspektion und des Bezirkspolizeikommandos werden hier nun Dienst tun. Wer sich vor dem Haus rumtreibe und verdächtig wirke, „wird von uns kontrolliert und angesprochen“, meint Bezirkspolizeikommandant Stefan Haslberger. Was hat es mit dem Haus auf sich? In dem Gebäude wurde Hitler am 20. April 1889 geboren. Seine Familie zog allerdings schon nach wenigen Monaten in ein anderes Quartier in Braunau, bevor sie - ebenfalls vorübergehend - in Passau heimisch wurde. Das Areal samt Nebengebäude und Innenhof umfasst rund 3.000 Quadratmeter. Es war lange in Privatbesitz. Was war besonders am Umbau? Bis 2011 war unter anderem eine Behindertenwerkstätte dort untergebracht. Einem nötigen Umbau wegen neuer Anforderungen stimmte die Besitzerin nicht zu. Nach einem Rechtsstreit wurde das Areal 2017 enteignet. Eine Experten-Kommission sprach sich gegen einen Abriss und gegen ein Museum aus, sondern für eine Umgestaltung ohne hohen Wiedererkennungswert. Aus Furcht vor NS-Devotionalen-Sammlern wurde die Baustelle überwacht, der Bauschutt vor Ort geschreddert und mit anderem Material vermischt. „Der Schutt wurde an einem unbekannten Ort gelagert“, sagt der Chefhistoriker des Innenministeriums Stephan Mlczoch. Wie groß war die Anziehungskraft für Neonazis? Der Geburtsort des späteren Diktators lockte einzelne Gruppen aus dem rechtsextremen Umfeld an. Ein Vorfall wurde zum Beispiel am 20. April 2024 verzeichnet, als zwei deutsche Pärchen in den Fensternischen Blumen ablegten, für Fotos posierten und eine Frau den Hitlergruß gezeigt haben soll. Ein damals 57-Jähriger aus Berlin soll 2021 vor dem Geburtshaus einen Kranz abgelegt haben. Das Problem aus Sicht des Staates sind weniger die offenkundigen Vorfälle, sondern die unerkannten Neonazis, die zu diesem Ort pilgerten. Was ist jetzt anders? Abgesehen davon, dass das Gebäude jetzt ganz anders aussieht als zu Hitlers Lebzeiten, ist die Nutzung als Polizeiwache aus Sicht des Staates vorteilhaft. Das Gebäude ist - wie viele Polizeidienststellen - videoüberwacht. Niemand kann sich so recht sicher sein, ob er nicht von den Kameras erfasst wird. Nebenbei: Auch Hitlers Neun-Zimmer-Wohnung am Prinzregentenplatz in München wird als Polizeiwache genutzt - und zwar seit vielen Jahrzehnten. Gab oder gibt es Kritik? Einige Experten hatten sich an diesem Ort eine offensive Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit und ihren Verbrechen gewünscht. Auch jetzt noch besteht der Wunsch, dass zumindest eine mehrsprachige Info-Tafel nahe dem Gebäude für Aufklärung sorgt. „Das wäre das Mindeste“, sagte der Historiker Florian Kotanko, Vorsitzender des Vereins für Zeitgeschichte Braunau. Allein ein 1989 aufgestellter Gedenkstein vor dem Haus - aus dem Steinbruch des Konzentrationslagers Mauthausen - erinnert an den Terror der Nazi-Jahre: „Für Frieden Freiheit und Demokratie – Nie wieder Faschismus – Millionen Tote mahnen“. Wie wird andernorts mit dem Nazi-Erbe umgegangen? Nürnberg als Stadt der Reichsparteitage der Nazis gilt als international stark beachtetes - und durchaus gelungenes - Beispiel zum Umgang mit einem belasteten historischen Erbe. Im dortigen Dokumentationszentrum wird die NS-Architektur nicht verherrlicht, sondern eingeordnet. Rund 300.000 Menschen aus aller Welt kommen nach Angaben der Stadt jährlich, um sich dort über die NS-Vergangenheit zu informieren. Da kaum noch Zeitzeugen leben, gewinnen die steinernen Zeugnisse des Größenwahns der Nazis an Bedeutung. Welche Verbrechen gehen auf das Konto Hitlers und der Nazis? Hitler hat den Zweiten Weltkrieg entfesselt, in dem mindestens 60 Millionen Menschen starben. Die meisten Opfer hatte die damalige Sowjetunion zu beklagen. In ihrem Rassenwahn töteten die Nazis im Holocaust rund sechs Millionen Jüdinnen und Juden sowie Menschen aus anderen Gruppen und Minderheiten. In den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozessen wurden einige Top-Nazis zum Tod verurteilt. Hitler hatte sich im Führerbunker im April 1945 kurz vor Kriegsende das Leben genommen.

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22. Juli
Tagesschau

Braunau in Österreich: Hitlers Geburtshaus wird zu Polizeistation

Nach jahrelanger Debatte Hitlers Geburtshaus ist nun eine Polizeistation Erst ein Schulgebäude, dann ein Standort der Lebenshilfe, zuletzt Leerstand: Lange wurde im österreichischen Braunau diskutiert, was aus dem Geburtshaus von Hitler werden soll. Nun soll die Polizei den Ort "neutralisieren". "Ich glaube, dass aus Braunauer Sicht jetzt zur jahrhundertelangen Geschichte des Hauses ein weiteres Kapitel hinzukommt - und es wird wahrscheinlich auch die Diskussion um die Nachnutzung beenden", sagt Bürgermeister Johannes Waidbacher zur Eröffnung. Der ÖVP-Politiker meint damit Diskussionen, die es vor Ort jahrelang gab. In den 1970ern war das Gebäude eine Schule, danach das Zuhause der Lebenshilfe in Oberösterreich. Als diese vor 15 Jahren auszog, stand das baufällige Gebäude leer. Eine Einigung mit der damaligen Eigentümerin, wie das Haus angemessen weitergenutzt werden kann, gab es nicht. Sie wurde schließlich enteignet. Seit 2017 gehört das Gebäude nun der Republik Österreich. Historische Aufnahme des Geburthauses Adolf Hitlers im oberösterreichischen Braunau am Inn Polizei soll rechte Kreise fernhalten Es folgten Debatten über ein neues Konzept, Umbauarbeiten, eine neue Fassade und nun die Eröffnung des Polizeizentrums. Die Stadt sagt: Die Polizeistation kommt auch in der Hoffnung, das Haus als Pilgerstätte für einschlägig rechte Kreise unattraktiv zu machen. Entsprechende Vorfälle gab es immer wieder. Ein Gerichtsprozess gegen einen Deutschen, der 2021 vor dem Haus einen Kranz niedergelegt hatte, liegt aktuell auf Eis. Eine Expertenkommission hatte auch diskutiert, ob das Haus abgerissen oder einer Gedenkstätte weichen soll - und sich schließlich bewusst dagegen entschieden. Auch dann hätte die Stadt kaum kontrollieren können, wer den Ort wie als Pilgerstätte aufsucht. Man wolle die Geschichte mit einem Abriss auch nicht einfach verdrängen. Die Polizei würde den Ort neutralisieren - auch weil es so leichter sei, Überwachungskameras an der Fassade anzubringen. Historiker: "Keine Neutralisierung möglich" Florian Kotanko ist Historiker und Obmann im Verein für Zeitgeschichte in Braunau. "Ich glaube nicht, dass es an der Position Braunaus als Geburtsort Hitlers irgendetwas ändert", so der Historiker. Es würden auch nach wie vor Leute zu dem Haus kommen, weil sie es bewunderten. "Es ist meiner Meinung nach keine Neutralisierung dieses Ortes möglich." Dass dort nun die Polizei unterkommt, dagegen spreche nichts. Sie sei eine Behörde, die dem demokratischen Rechtsstaat unterstehe, sagt der Historiker. Für ihn wäre eine Option gewesen, wenn die Lebenshilfe dort weiter untergebracht wäre - sinngemäß als großer symbolischer Kontrast: auf der einen Seite ein Rückzugsort für Menschen mit Behinderung, auf der anderen Seite das Geburtshaus des Mannes, der für das Dritte Reich, seine menschenfeindliche Haltung und auch die Euthanasie stand. "Man kann mit der Entscheidung einverstanden sein oder auch nicht, aber es ist entschieden." Damit müsse man sich zufriedengeben, sagt Kotanko. Der Historiker kann sich kaum vorstellen, dass Menschen vor dem Haus künftig noch Kränze niederlegten oder den - auch in Österreich - verbotenen Hitlergruß zeigten, weil sie das dann eben direkt vor einer Polizeiwache täten.

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22. Juli
Handelsblatt

Umgang mit Nazi-Erbe: Hitlers Geburtshaus zur Polizeiwache umgebaut

Umgang mit Nazi-Erbe: Hitlers Geburtshaus zur Polizeiwache umgebaut Braunau. Das Geburtshaus Adolf Hitlers im österreichischen Braunau ist nun ein Polizeizentrum. Mit der neuen Nutzung will die Republik Österreich verhindern, dass das Gebäude an der Grenze zu Bayern weiter als Anziehungspunkt für Neonazis dient. Der Umbau dauerte mehrere Jahre und kostete rund 20 Millionen Euro. Die wichtigsten Fragen dazu: Was hat es mit dem Haus auf sich? In dem Gebäude wurde Hitler am 20. April 1889 geboren. Seine Familie zog allerdings schon nach wenigen Monaten in ein anderes Quartier in Braunau, bevor sie - ebenfalls vorübergehend - in Passau heimisch wurde. Das Areal samt Nebengebäude und Innenhof umfasst rund 3.000 Quadratmeter. Es war lange in Privatbesitz. Jetzt werden Beamte des Bezirkspolizeikommandos und der Polizeiinspektion hier Dienst tun. Wieso wurde umgebaut? Bis 2011 war unter anderem eine Behindertenwerkstätte dort untergebracht. Einem nötigen Umbau wegen neuer Anforderungen stimmte die Besitzerin nicht zu. Nach einem Rechtsstreit wurde das Areal 2017 enteignet. Eine Experten-Kommission sprach sich gegen einen Abriss und gegen ein Museum aus, sondern für eine Umgestaltung ohne hohen Wiedererkennungswert. Das Haus soll damit unattraktiv für die rechtsextreme Szene sein. Aus Furcht vor NS-Devotionalen-Sammlern wurde die Baustelle überwacht, der Bauschutt vor Ort geschreddert und mit anderem Material vermischt. Wie groß war die Anziehungskraft für Neonazis? Der Geburtsort des späteren Diktators lockte einzelne Gruppen aus dem rechtsextremen Umfeld an. Ein Vorfall wurde zum Beispiel am 20. April 2024 verzeichnet, als zwei deutsche Pärchen in den Fensternischen Blumen abgelegt und für Fotos posiert haben sollen. Eine Frau soll den Hitlergruß gezeigt haben. 2021 soll ein damals 57-Jähriger aus Berlin vor dem Geburtshaus einen Kranz abgelegt haben. Das Problem aus Sicht des Staates sind weniger die offenkundigen Vorfälle, sondern die unerkannten Neonazis, die zu diesem Ort pilgerten. Was ist jetzt anders? Abgesehen davon, dass das Gebäude jetzt ganz anders aussieht als zu Hitlers Lebzeiten, ist die Nutzung als Polizeiwache aus Sicht des Staates vorteilhaft. Das Gebäude ist videoüberwacht. Die Polizei könnte sofort zur Stelle sein, um verdächtig wirkende Neugierige zu überprüfen. Nebenbei: Auch Hitlers Neun-Zimmer-Wohnung am Prinzregentenplatz in München gehört zu einer Polizeiinspektion - und zwar seit vielen Jahrzehnten. Gab oder gibt es Kritik? Einige Experten hatten sich an diesem Ort eine offensive Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit und ihren Verbrechen gewünscht. Auch jetzt noch besteht der Wunsch, dass zumindest eine mehrsprachige Info-Tafel nahe dem Gebäude für Aufklärung sorgt. Zurzeit erinnert allein ein 1989 aufgestellter Gedenkstein vor dem Haus - aus dem Steinbruch des Konzentrationslagers Mauthausen - an den Terror der Nazi-Jahre: „Für Frieden Freiheit und Demokratie - Nie wieder Faschismus – Millionen Tote mahnen“. Welche Verbrechen gehen auf das Konto Hitlers und der Nazis? Hitler hat den Zweiten Weltkrieg entfesselt, in dem mindestens 60 Millionen Menschen starben. Die meisten Opfer hatte die damalige Sowjetunion zu beklagen. In ihrem Rassenwahn töteten die Nazis im Holocaust rund sechs Millionen Jüdinnen und Juden sowie Menschen aus anderen Gruppen und Minderheiten. In den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozessen wurden einige Top-Nazis zum Tod verurteilt. Hitler hatte sich im Führerbunker im April 1945 kurz vor Kriegsende das Leben genommen.

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