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Samstag, 15. August 2026
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Lars Klingbeil: Finanzminister will Steuervorteil für Mitarbeiterrabatte streichen

Medienspektrum

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14. August
Der Spiegel (Wirtschaft)

Lars Klingbeil: Finanzminister will Steuervorteil für Mitarbeiterrabatte streichen

Umstrittener Entwurf Klingbeil will Steuervorteil für Mitarbeiterrabatte streichen Schluss mit Steuervorteilen für Mitarbeiterrabatte: Finanzminister Lars Klingbeil will einen Steuervorteil abschaffen, der gilt, wenn Arbeitnehmer mit Rabatt Produkte des eigenen Unternehmens kaufen. Das geht aus dem Gesetzentwurf für die geplante Steuerreform hervor. Zuerst hatte die »Welt« über die Pläne berichtet. Der Staat würde damit 240 Millionen Euro im Jahr sparen. Konkret geht es um Paragraf 8 Absatz 3 des Einkommensteuergesetzes. Dieser ermöglicht einen steuerlichen Freibetrag für Rabatte von 1080 Euro im Jahr auf Waren und Dienstleistungen, die der Arbeitgeber selbst herstellt oder anbietet. So können Supermarktmitarbeiter zum Beispiel rabattiert einkaufen, Mitarbeiter von Autoherstellern rabattierte Autos bekommen. Kritisiert wird die Regelung unter anderem, weil nur Mitarbeiter von Unternehmen profitieren, die Waren für den normalen Gebrauch anbieten. Laut Finanzministerium haben sich Union und SPD gemeinsam auf die Streichung des Freibetrags verständigt. Dennoch kommt Kritik unter anderem von Klingbeils Koalitionspartner. Die Streichung widerspreche dem Ziel der Bundesregierung, Bürger mit kleinen und mittleren Einkommen zu entlasten, sagte CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler der »Welt«. »Im Gegenteil: Sie käme einer verdeckten Gehaltskürzung gleich.« Eigentlich müsse der Freibetrag sogar noch erhöht werden. Auch aus der Opposition gibt es Kritik. Es sei nun zu befürchten, dass viele Unternehmen ihren Mitarbeitern wegen der Bürokratie überhaupt keine Rabatte mehr gäben, sagte der Grünen-Finanzpolitiker Sascha Müller der Zeitung. Einigt sich Schwarz-Rot in der Steuerfrage? Finanzminister Lars Klingbeil hat zwei Varianten vorgeschlagen. Probieren Sie mit unserem interaktiven Rechner aus, wie viel mehr oder weniger Ihnen netto bleibt. Wie Lars Klingbeil sich die neue Einkommensteuer denkt und was das für Sie bedeutet, lesen Sie hier .

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14. August
FAZ (Wirtschaft)

Steuerreform: Klingbeil will Steuervorteil für Personalrabatte streichen

Steuerreform : Klingbeil will Steuervorteil für Personalrabatte streichen Bisher erhalten Arbeitnehmer durch einen steuerlichen Freibetrag Waren, die der Arbeitgeber selbst anbietet, vergünstigt. Der Finanzminister will das ändern. Selbst die CDU kritisiert das Vorhaben. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) will einen Steuervorteil abschaffen, der gilt, wenn Arbeitnehmer mit Rabatt Produkte des eigenen Unternehmens kaufen. Das geht aus dem Gesetzentwurf für die geplante Steuerreform hervor. Zuerst hatte die „Welt“ über die Pläne berichtet. Der Staat würde damit 240 Millionen Euro im Jahr einsparen. Konkret geht es um Paragraf 8 Absatz 3 des Einkommensteuergesetzes. Dieser ermöglicht einen steuerlichen Freibetrag für Rabatte von 1.080 Euro im Jahr auf Waren und Dienstleistungen, die der Arbeitgeber selbst herstellt oder anbietet. So können Supermarktmitarbeiter zum Beispiel rabattiert einkaufen, Mitarbeiter von Autoherstellern rabattierte Autos bekommen. Kritisiert wird die Regelung unter anderem, weil nur Mitarbeiter von Unternehmen profitieren, die Waren für den normalen Gebrauch anbieten. Kritik aus CDU: „verdeckte Gehaltskürzung“ Laut Finanzministerium haben sich Union und SPD gemeinsam auf die Streichung des Freibetrags verständigt. Dennoch kommt Kritik unter anderem von Klingbeils Koalitionspartner Union. Die Streichung widerspreche dem Ziel der Bundesregierung, Bürger mit kleinen und mittleren Einkommen zu entlasten, sagte CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler der „Welt“. „Im Gegenteil: Sie käme einer verdeckten Gehaltskürzung gleich.“ Eigentlich müsse der Freibetrag sogar noch erhöht werden. Auch aus der Opposition gibt es Kritik. Es sei nun zu befürchten, dass viele Unternehmen ihren Mitarbeitern wegen der Bürokratie überhaupt keine Rabatte mehr gäben, sagte der Grünen-Finanzpolitiker Sascha Müller der Zeitung.

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14. August
Handelsblatt

Umstrittener Gesetzentwurf: Klingbeil will Steuervorteil für Personalrabatte streichen

Umstrittener Gesetzentwurf: Klingbeil will Steuervorteil für Personalrabatte streichen Berlin. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) will einen Steuervorteil abschaffen, der gilt, wenn Arbeitnehmer mit Rabatt Produkte des eigenen Unternehmens kaufen. Das geht aus dem Gesetzentwurf für die geplante Steuerreform hervor. Zuerst hatte die „Welt“ über die Pläne berichtet. Der Staat würde damit 240 Millionen Euro im Jahr einsparen. Konkret geht es um Paragraf 8 Absatz 3 des Einkommensteuergesetzes. Dieser ermöglicht einen steuerlichen Freibetrag für Rabatte von 1.080 Euro im Jahr auf Waren und Dienstleistungen, die der Arbeitgeber selbst herstellt oder anbietet. So können Supermarktmitarbeiter zum Beispiel rabattiert einkaufen, Mitarbeiter von Autoherstellern rabattierte Autos bekommen. Kritisiert wird die Regelung unter anderem, weil nur Mitarbeiter von Unternehmen profitieren, die Waren für den normalen Gebrauch anbieten. Güntzler: Verdeckte Gehaltskürzung Laut Finanzministerium haben sich Union und SPD gemeinsam auf die Streichung des Freibetrags verständigt. Dennoch kommt Kritik unter anderem von Klingbeils Koalitionspartner Union. Die Streichung widerspreche dem Ziel der Bundesregierung, Bürger mit kleinen und mittleren Einkommen zu entlasten, sagte CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler der „Welt“. „Im Gegenteil: Sie käme einer verdeckten Gehaltskürzung gleich.“ Eigentlich müsse der Freibetrag sogar noch erhöht werden. Auch aus der Opposition gibt es Kritik. Es sei nun zu befürchten, dass viele Unternehmen ihren Mitarbeitern wegen der Bürokratie überhaupt keine Rabatte mehr gäben, sagte der Grünen-Finanzpolitiker Sascha Müller der Zeitung.

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12. August
Die Zeit (Politik)

Einkommensteuerreform: Lars Klingbeil ist offen für Steuerentlastungen und stellt Forderungen

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat sich offen für höhere Steuerentlastungen gezeigt, knüpft aber diese an ein Entgegenkommen der Union. Sollten CDU und CSU bereit sein, beim Spitzensteuersatz oder der Erbschaftsteuer Zugeständnisse zu machen, »dann hätte ich auch Ideen, wo man noch mehr entlasten kann«, sagte der SPD-Chef in Berlin. Er selbst habe bereits Pläne für eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf den Tisch gelegt, um den Großteil der Bürger stärker zu entlasten, sagte Klingbeil. Das sei jedoch von der Union abgelehnt worden. Auf der anderen Seite will die Koalition aus CDU/CSU und SPD nach seinen Worten die Einkommensteuerreform Anfang September im Kabinett beschließen. Das Entlastungsvolumen soll ab 2028 rund zehn Milliarden Euro betragen. Klingbeil sagte, er habe darauf gedrungen, den Schwerpunkt auf kleine und mittlere Einkommen sowie Familien zu legen. Der Bund der Steuerzahler und die Union kritisieren Klingbeil seit Tagen, weil sein Entwurf zwar Steuerentlastungen vorsieht, nicht aber einen Ausgleich der sogenannten kalten Progression. Diese liegt vor, wenn Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, zu einer höheren Steuerbelastung führen und die reale Kaufkraft dadurch gleich bleibt oder sogar sinkt. Kritik kommt auch von den Grünen. Die Bundestagsabgeordnete Katharina Beck sagte, man dürfe die geplante Reform so nicht als Entlastung verkaufen. »Eine reale Senkung der Belastung von Arbeit wäre sinnvoll, zum Beispiel über die Senkung der Krankenkassenbeiträge, die sowohl kleinen und mittleren Einkommen als auch den Unternehmen eine Entlastung bringen würde«, sagte sie.

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12. August
Handelsblatt

Steuern: Klingbeil offen für Entlastungen - bei Gegenfinanzierung

Steuern: Klingbeil offen für Entlastungen - bei Gegenfinanzierung Berlin. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zeigt sich offen für höhere Steuerentlastungen, knüpft diese aber an ein Entgegenkommen aus der Union. Sollten CDU und CSU bereit sein, beim Spitzensteuersatz oder der Erbschaftsteuer Zugeständnisse zu machen, „dann hätte ich auch Ideen, wo man noch mehr entlasten kann“, sagte der SPD-Chef in Berlin. Er selbst habe Pläne für eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf den Tisch gelegt, um den Großteil der Bürger stärker zu entlasten. Das sei jedoch von der Union abgeschmettert worden. Nun rate er der Koalition, die fest verabredete Reform der Einkommensteuer auch zu beschließen. Der Gesetzentwurf solle bereits Anfang September ins Kabinett kommen. Die Union greift Klingbeil seit Tagen an, weil dieser Entwurf zwar Steuerentlastungen in Höhe von zehn Milliarden Euro ab 2028 vorsieht, nicht aber einen Ausgleich der sogenannten kalten Progression. Diese liegt vor, wenn Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, zu einer höheren Steuerbelastung führen und die reale Kaufkraft dadurch gleich bleibt oder sogar sinkt. Die Grünen-Finanzexpertin Katharina Beck kritisierte, man dürfe die geplante Reform so nicht als Entlastung verkaufen. „Eine reale Senkung der Belastung von Arbeit wäre sinnvoll, zum Beispiel über die Senkung der Krankenkassenbeiträge, die sowohl kleinen und mittleren Einkommen als auch den Unternehmen eine Entlastung bringen würde“, sagte sie.

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12. August
Die Welt (Politik)

„Die Bürger merken doch, wenn sie über den Tisch gezogen werden“ – Kritik an geplanter Steuerreform

„Die Bürger merken doch, wenn sie über den Tisch gezogen werden“ – Kritik an geplanter Steuerreform Die Koalition hat ihre Pläne für die Steuerreform konkretisiert. Statt der versprochenen Entlastung droht den Bürgern jedoch genau das Gegenteil, sagen Experten. Sie warnen vor einer heimlichen Steuererhöhung. Die geplante Steuerreform der Bundesregierung stößt auf breite Kritik in der Opposition, bei Verbänden und sogar in den eigenen Reihen. Union und SPD wollen Arbeitnehmer 2027 nach derzeitigen Plänen um rund drei Milliarden Euro entlasten. Finanzpolitiker halten dies jedoch für zu wenig und verweisen auf deutlich höhere Mehreinnahmen des Staates durch die sogenannte kalte Progression. Von kalter Progression wird gesprochen, wenn bei einer Einkommenserhöhung der Zuwachs ganz oder teilweise dadurch Inflation und einen höheren Steuersatz aufgezehrt wird. In den vergangenen Jahren hatte die Bundesregierung diesen Effekt stets ausgeglichen. „Nicht einmal die Inflation auszugleichen, ist eine schwache Leistung! Die Bürger merken doch, wenn sie über den Tisch gezogen werden“, wird CDU-Haushaltsexpertin Melanie Bernstein von der „Bild“-Zeitung zitiert. Auch CDU-Haushaltspolitiker Yannick Bury drängt deshalb auf Nachbesserungen: „Echte Entlastung geht nur, wenn wir endlich Ausgaben kürzen, den Staat wieder kleiner machen und dafür im Parlament nochmal grundlegend die Haushaltsplanung für die nächsten Jahre überarbeiten. Mit der aktuellen Haushaltsplanung geht es nicht mehr“. Die Grünen-Finanzexpertin Katharina Beck wirft der Regierung vor, die Bürger in die Irre zu führen. „Die Regierung muss endlich aufhören, Menschen Unfug zu erzählen“, sagte sie. Die Steuerpläne als Entlastung zu verkaufen, sei von Anfang an unseriös gewesen. Der Bund der Steuerzahler hatte zuvor bereits scharfe Kritik an der Steuerreform geübt und diese als „Scherz und Provokation“ bezeichnet. Dass Schwarz-Rot die kalte Progression künftig nicht mehr vollständig ausgleichen wolle, sei „Wortbruch“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel. „Union und SPD brechen damit das Erbe ihrer Finanzminister Schäuble und Scholz.“ Klingbeils Entwurf für eine Reform der Einkommensteuer lese sich daher mehr wie eine Giftliste, sagte Holznagel auch der „Augsburger Allgemeinen“: „Statt Entlastungen sind in der Mehrzahl Belastungen enthalten.“ Diese Vorschläge beinhaltet die geplante Reform Ein Sprecher von Bundeskanzler Friedrich Merz wollte sich zu den Vorwürfen laut „Bild“ nicht äußern. Ein Sprecher von Finanzminister Lars Klingbeil verwies auf einen Beschluss des Koalitionsausschusses und kündigte an, die Bundesregierung werde im Herbst 2026 den 7. Steuerprogressionsbericht vorlegen. Dieser sei maßgeblich für die Bewertung der kalten Progression im Jahr 2027. Die Grundzüge der Reform hatten die Spitzen der Koalition aus CDU, CSU und SPD am 2. Juli vorgestellt. Der Gesetzentwurf regelt nun erstmals Details. Die Reform soll demnach in zwei Stufen 2027 und 2028 in Kraft treten. Sie soll vor allem Bürger und Familien entlasten, hohe Einkommen stärker belasten und mehrere Steuervergünstigungen streichen oder kürzen. Kern der Pläne ist eine Anhebung des Kindergeldes von 259 Euro auf 267 Euro im Jahr 2027 und auf 272 Euro im Jahr 2028. Der steuerliche Grundfreibetrag soll bis 2028 auf 12.900 Euro steigen, während der Arbeitnehmer-Pauschbetrag bereits 2027 von 1230 auf 1430 Euro erhöht wird. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent soll ab 2027 erst bei einem zu versteuernden Einkommen ab 70.601 Euro greifen. Zudem sollen die Regeln für steuerfreie Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit gelockert werden. Gegenfinanziert werden die Entlastungen unter anderem durch höhere Steuern für Spitzenverdiener. So ist ein neuer Reichensteuersatz von 47 Prozent für Einkommen ab 280.000 Euro vorgesehen. Der bestehende Satz von 45 Prozent soll bereits ab 250.000 Euro greifen. Beides zusammen soll 2028 rund 2,8 Milliarden Euro in voller Jahreswirkung bringen. Gleichzeitig sollen die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen sinken, die Pauschsteuer für Mini-Jobs auf fünf Prozent steigen und der Rabattfreibetrag für Mitarbeiter gestrichen werden.

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11. August
taz (Öko & Co)

Klingbeils Steuerreform: Man grenzt sich lieber ab

Klingbeils Steuerreform : Man grenzt sich lieber ab Es hagelt Kritik an der Einkommensteuerreform. Dabei geht es aber weniger um sachdienliche Hinweise, sondern eher um die Angst vorm eigenen Absturz. S chlechte Nachricht für Schwarz-Rot: Es dauert noch knapp sechs Wochen, bis die Landtagswahlen für dieses Jahr durch sind. Wohlfeile Kritik von Wahlkämpfer*innen aus den eigenen Reihen muss die Koalition also noch eine Weile aushalten. Die Debatte um die abschlagsfreie Frührente („Rente mit 63“) war nur der Anfang: Koalitionsabgeordnete und Regierung hatten sich im Juni auf ihr Ende verständigt – Spitzenkandidat*innen von SPD und CDU in den Ländern griffen den Plan jüngst aber fundamental an. Mit den Regierungsplänen zur Einkommensteuer geht es jetzt weiter: Im Juli einigte sich der Koalitionsausschuss auf Eckpunkte einer Minireform, jetzt setzt SPD-Finanzminister Klingbeil diese um – und die Union geht ihn dafür an. Vorneweg Daniel Peters, Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, der angesichts einstelliger Umfragewerte dringend Publicity braucht und Klingbeil via Bild faktenwidrig des „Wortbruchs“ bezichtigt. Nun ist Kritik zwar auch unter Koalitionspartner*innen erlaubt. Eine Regierung liefert auch nicht unbedingt bessere Ergebnisse, wenn sie Entscheidung vom Zentrum aus durchdrückt, statt Perspektiven aus den Regionen ernst zu nehmen. Und die Pläne der Koalition lassen sich durchaus kritisieren – bei der Einkommensteuer etwa dafür, dass trotz großer Entlastungsversprechen vielfach nicht mal die steuerlichen Folgen der Inflation ausgeglichen werden. Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums. Bei den aktuellen Attacken aus den Ländern geht es aber offensichtlich nicht um sachdienliche Kritik. Das Entscheidende geht ihnen nämlich ab: Vorschläge zur Gegenfinanzierung der jeweiligen Forderung. Klar, im Wahlkampf will man sich schließlich keine Gegner machen. Verantwortungsvoll ist das nicht, taktisch auch nicht erfolgversprechend: Ein Ziel der Kritik an Berlin ist offensichtlich auch, sich vom negativen Bundestrend der eigenen Parteien abzukoppeln. Im Ergebnis könnte ebendiese Kritik den Negativtrend aber noch verstärken – und die Wahlkämpfer*innen in den Ländern noch weiter mit nach unten reißen. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen Starten Sie jetzt eine spannende Diskussion!

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10. August
Tagesschau

Kommentar zur Steuerreform: Schwarz-Rot verliert sich im Klein-Klein

Steuerreform Schwarz-Rot verliert sich im Klein-Klein Die Einkommensteuerreform sollte eines der großen Projekte von Schwarz-Rot werden. Ein erster Entwurf enttäuscht jedoch. Statt für Dynamik zu sorgen, verliert sich die Koalition im Klein-Klein - etwa den Vereinssteuern. Zehn Milliarden Euro: Um diesen Betrag will Schwarz-Rot die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler unterm Strich entlasten - verteilt auf nächstes Jahr und 2028. Das ist erstmal eine Menge Geld. Wer aber auf einen echten Impuls für mehr Wachstum und Steuerfairness hofft, wird enttäuscht. Die bisherigen Pläne sind mehr Reförmchen als Reform. Schwarz-Rot fehlt der Mut Schaut man ins Kleingedruckte, findet man ein paar richtige Ansätze. Ein höherer Grundfreibetrag entlastet alle Steuerpflichtigen, die von ihrer Arbeit leben - egal, ob sie viel oder wenig verdienen. Mehr Kindergeld und höhere Kinderfreibeträge kommen Familien zugute. Und wenn Beschäftigte im Schichtdienst an Sonn- und Feiertagen im Einsatz sind, ist es nur fair, die Zuschläge dafür steuerlich zu schonen. Allerdings: Insgesamt bleiben die Pläne hinter den Erwartungen zurück. Zum Vergleich: Die bislang letzte große Steuerreform hat Rot-Grün in den Nullerjahren auf den Weg gebracht. Damals ging es der Regierung um Entlastungen von mehr als 50 Milliarden Euro pro Jahr, für Steuerpflichtige und Firmen. Zusammen mit ihren Sozial- und Arbeitsmarktreformen hat die damalige Bundesregierung die Weichen für mehr wirtschaftliche Dynamik gestellt. Eine ähnliche Chance böte sich jetzt wieder. Nur nutzt Schwarz-Rot sie nicht. Und verliert sich stattdessen im Klein-Klein. Scheingefecht um Vereine Ein Beispiel: die Besteuerung von Vereinen. Eigentlich wollte der SPD-Finanzminister den Freibetrag für steuerpflichtige Vereine senken. Und sofort waren CDU und CSU auf der Zinne. Die Kritik: Da werde an der falschen Stelle gespart, Klingbeil müsse nacharbeiten. Dabei ging es dem Minister nicht um ehrenamtliches Engagement, sondern um Vereine mit eigenen Gewinninteressen. Gemeint waren zum Beispiel Profisportverbände oder finanzkräftige Lobbygruppen. Doch der Druck wurde zu groß: Klingbeil will die Formulierungen zu den Vereinen jetzt aus dem Gesetzentwurf streichen. Das Ergebnis eines Scheingefechts, das den Blick fürs Wesentliche vernebelt hat. Reform müsste bei übergroßen Vermögen ansetzen Im Kern geht es darum, Menschen mit kleinem und mittlerem Einkommen bei der Steuer zu entlasten. Mit Blick auf die weiter steigenden Lebenshaltungskosten ist das bitter nötig. Und es bräuchte hier noch viel beherztere Schritte. Aber: Um eine wirklich große Reform zu finanzieren, müsste man diejenigen stärker in die Pflicht nehmen, die ohne eigene Anstrengung zu Wohlstand gekommen sind. Nicht hohe Einkommen sind das Problem, bei denen Klingbeil sich das Geld für sein Reförmchen holen will. Stichwort: "Reichensteuer". Sondern übergroße Vermögen. Hier müsste eine echte Reform ansetzen. Mit dem Ziel, arbeitende Menschen zu entlasten und Vermögende bei der Steuer nicht weiter besserzustellen. Doch dafür fehlt dieser Koalition der Mut.

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10. August
Tagesschau

Klingbeils Steuerpläne stoßen auf Kritik - auch aus der Union

Gesetzentwurf des Finanzministers Klingbeils Steuerpläne stoßen auf breite Kritik Mit der geplanten Steuerreform will Finanzminister Klingbeil Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen entlasten. Doch sein erster Entwurf, der bereits in Berlin kursiert, sorgt für scharfe Kritik - auch vom Koalitionspartner. Der erste Gesetzentwurf von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil für eine Steuerreform ist auf breite Kritik gestoßen. Die Grundzüge der Reform hatten die Spitzen der Koalition aus Union und SPD am 2. Juli vorgestellt. Der Gesetzentwurf des Finanzministeriums regelt nun erstmals Details. Insgesamt will der SPD-Chef Steuerzahler um rund zehn Milliarden Euro entlasten. Dabei sollen Bürger mit geringem und mittlerem Einkommen besonders profitieren. So sollen der Grundfreibetrag und das Kindergeld steigen. Außerdem sollen Menschen, die an Sonn- und Feiertagen arbeiten, in Zukunft mehr Geld steuerfrei verdienen können. Um diese Entlastungen zu finanzieren, sollen beispielsweise Spitzenverdiener mehr Steuern zahlen als bisher. Ab einem Bruttojahreseinkommen von 280.000 Euro brutto pro Jahr sollen künftig 47 Prozent fällig sein. Zudem will Klingbeil bestimmte Steuervergünstigungen ab einem Jahreseinkommen von 250.000 Euro reduzieren. Aus den Zahlen des Gesetzentwurfs geht hervor, dass die Bürger 2027 in einem ersten Schritt um rund drei Milliarden entlastet werden, 2028 sollen weitere rund sieben Milliarden folgen. Union unzufrieden Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, sieht sich getäuscht: Die Entlastung falle im kommenden Jahr deutlich geringer aus als versprochen. "Klingbeil bricht sein Wort, von der ohnehin dürftigen Zehn-Milliarden-Steuererleichterung bleibt nicht mal ein Drittel übrig", sagte er der Bild am Sonntag. Im Finanzministerium entgegnete man, die Koalitionsvereinbarung werde genau eingehalten: "Die Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger werden im Jahr 2028 verglichen mit dem Jahr 2026 insgesamt etwa 10 Milliarden Euro betragen." Bund der Steuerzahler: "Scherz oder Provokation" Kritik kommt auch von der Deutschen Steuergewerkschaft (DStG). "Was hier als Reform verkauft wird, ist ein Tarifeingriff mit Etikett: ein bisschen Grundfreibetrag, zwei neue Tarifstufen, acht Euro Kindergeld", sagte der Vorsitzende Florian Köbler den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zudem vermisst Köbler Anstrengungen zur Vereinfachung der komplizierten Regelungen im Steuerrecht. "Im ganzen Entwurf steht kein Satz, wie vereinfacht werden soll", sagte er. Er forderte darüber hinaus mehr Anstrengungen im Kampf gegen Steuerbetrug: "Wer die ehrlichen Steuerzahler entlasten will, muss zuerst bei den unehrlichen anfangen", so der DStG-Vorsitzende. Der Bund der Steuerzahler bezeichnete Klingbeils Steuerpläne wiederum als "Scherz oder Provokation". Der Gesetzentwurf lese sich wie eine Giftliste, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel der Augsburger Allgemeinen. "Statt Entlastungen sind in der Mehrzahl Belastungen enthalten." Steuergrenze für Vereine sorgt für Widerspruch Für viel Widerspruch sorgt ein Vorschlag des Ministeriums, der steuerpflichtige Vereine betrifft. Für sie soll künftig statt eines Freibetrags von 5.000 Euro eine Freigrenze von 1.000 Euro gelten. Ein Einkommen bis 1.000 Euro bliebe damit steuerfrei, sobald höhere Gewinne erzielt werden, würde das gesamte Einkommen steuerpflichtig. Für ehrenamtliche Vereine soll diese Regelung jedoch nicht greifen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann kritisierte in der Bild-Zeitung, dass mit dem Wegfall von Steuervergünstigungen für Vereine an der falschen Stelle gespart werde: "Der Finanzminister muss hier nacharbeiten." Die Linken-Finanzexpertin Doris Achelwilm sprach von einer sozialen Schieflage. "Dass wir über Vereine als Besteuerungsziel reden und nicht über Erbschaften, Vermögen und Kapitalerträge, ist mehr als grotesk", sagte sie der Welt. "Hände weg von den Vereinen", sagte auch der AfD-Finanzpolitiker Kay Gottschalk gegenüber der Zeitung. Diese seien "wesentliche Bestandteile einer vernünftigen Jugendarbeit". FDP-Chef Wolfgang Kubicki äußerte sich hingegen entsetzt darüber, dass Klingbeils Entwurf keinen Ausgleich der kalten Progression - also erhöhte Steuerbelastungen durch inflationsbedingte Lohnerhöhungen - vorsehe. Die Bundesregierung breche damit "auch das letzte Versprechen". Übrig bleibe dann nichts als zusätzliche Belastung, um einen immer größer werdenden Staat und ausufernde Ausgaben zu finanzieren. Gesetzentwurf muss noch durch Kabinett und Bundestag Bei dem bekannt gewordenen Konzept handelt es sich bisher lediglich um einen ersten Entwurf. Das Finanzministerium will sich noch mit anderen Ministerien absprechen und auch Verbände einbeziehen. Im Herbst soll es dann einen Kabinettsbeschluss zur Steuerreform geben. Anschließend stimmt der Bundestag ab und kann auch noch Änderungen vornehmen. Die Bundesregierung strebt an, dass das Gesetz Anfang nächsten Jahres in Kraft treten kann. Mit Informationen von Mario Kubina, ARD Hauptstadtstudio

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10. August
Handelsblatt

+++ Bundespolitik +++: SPD-Gruppe fordert Sonderparteitag im Herbst

Bundespolitik: SPD-Gruppe fordert Sonderparteitag im Herbst Der Bund der Steuerzahler hat die Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) für eine Steuerreform als „Scherz oder Provokation“ kritisiert. Klingbeils Entwurf für eine Reform der Einkommensteuer lese sich wie eine Giftliste, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel der „Augsburger Allgemeinen“ laut einem Vorabbericht vom Sonntag. „Statt Entlastungen sind in der Mehrzahl Belastungen enthalten.“ Auch aus der Union kam Kritik. „Klingbeil bricht sein Wort, von den ohnehin dürftigen zehn Milliarden Steuererleichterung bleibt nicht mal ein Drittel übrig“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landeschef Daniel Peters der „Bild am Sonntag“. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann kritisierte gegenüber dem Blatt, dass mit dem Wegfall von Steuervergünstigungen für Vereine an der falschen Stelle gespart werde: „Der Finanzminister muss hier nacharbeiten.“ CDU-Spitze schließt Kooperation mit der AfD in Sachsen-Anhalt aus SPD kritisiert Regelung für Familiennachzug als zu streng Tschentscher kritisiert schwarz-rote Steuerpolitik Umfrage: Mehrheit gegen Abschaffung der „Rente mit 63“ Bestimmte Vereine sollen höhere Steuern zahlen Grüne: Neuer Verkehrsminister muss mehr fürs Klima tun Kanzler berät mit Sicherheitsrat über Drohnen-Anschlagsversuch Bilger erwägt wegen Niedrigwasser Lkw-Fahrten an Sonntagen Ruf nach Frau als Staatsoberhaupt auch aus der CDU Sicherheitskreise: Russland verstärkt vor Landtagswahlen Desinformation Dobrindt macht nach Beratungen zu Anschlag Druck für Gesetzesverschärfung Söder zweifelt an Sinn von 12-Uhr-Regel an Tankstellen Söder erklärt AfD-Stärke mit Stadtbild und Abschiebezahlen Söder warnt vor Scheitern der Rentenreform Umwelthilfe plant Verfassungsbeschwerde gegen Heizungsgesetz Mehrheit erwartet dieses Jahr nicht mehr viel von Bundesregierung Medien: Miersch will Ungleichbehandlung von Kassenpatienten beenden Wildberger kündigt Abbau von 30 Prozent der Berichtspflichten an Wildberger: Brauchen Grundsatzdebatte mit China über Daten und Handel Zahl der Abschiebungen im ersten Halbjahr gesunken Die jüngsten Zahlen liegen über dem Wert des ersten Halbjahres 2024, als früheren Angaben zufolge knapp 9.500 Menschen abgeschoben wurden. In den vergangenen Jahren war die Zahl der Abschiebungen gestiegen. So wurden nach BMI-Angaben im Gesamtjahr 2025 rund 22.800 Menschen abgeschoben – nach mehr 20.000 im Jahr davor, rund 16.400 im Jahr 2023 und knapp 13.000 im Jahr 2022.

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10. August
Wirtschaftswoche

Steuerreform: Steuerzahlerbund nennt Klingbeils Steuerpläne „Scherz oder Provokation“

Steuerreform: Steuerzahlerbund nennt Klingbeils Steuerpläne „Scherz oder Provokation“ Der Bund der Steuerzahler hat die Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) für eine Steuerreform als „Scherz oder Provokation“ kritisiert. Klingbeils Entwurf für eine Reform der Einkommensteuer lese sich wie eine Giftliste, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel der „Augsburger Allgemeinen“ laut einem Vorabbericht vom Sonntag. „Statt Entlastungen sind in der Mehrzahl Belastungen enthalten.“ Auch aus der Union kam Kritik. „Klingbeil bricht sein Wort, von den ohnehin dürftigen zehn Milliarden Steuererleichterung bleibt nicht mal ein Drittel übrig“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landeschef Daniel Peters der „Bild am Sonntag“. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann kritisierte gegenüber dem Blatt, dass mit dem Wegfall von Steuervergünstigungen für Vereine an der falschen Stelle gespart werde: „Der Finanzminister muss hier nacharbeiten.“ Klingbeil will laut einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Gesetzentwurf die Bürger brutto um rund zehn Milliarden Euro entlasten. „Die Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger werden im Jahr 2028 verglichen mit dem Jahr 2026 insgesamt etwa zehn Milliarden Euro betragen“, hieß es in seinem Ministerium. Allerdings sind auch Maßnahmen zur Erhöhung von Einnahmen geplant. Unter Einrechnung dieser Gegenfinanzierung ergibt sich laut dem Referentenentwurf bis 2028 eine Netto-Entlastung von knapp fünf Milliarden Euro. Steuerreform in zwei Stufen Die Grundzüge der Reform hatten die Spitzen der Koalition aus CDU, CSU und SPD am 2. Juli vorgestellt. Der Gesetzentwurf regelt nun erstmals Details. Die Reform soll in zwei Stufen 2027 und 2028 in Kraft treten. Sie soll vor allem Bürger und Familien entlasten, hohe Einkommen stärker belasten und mehrere Steuervergünstigungen streichen oder kürzen. Kern der Pläne ist eine Anhebung des Kindergeldes von 259 Euro auf 267 Euro im Jahr 2027 und auf 272 Euro im Jahr 2028. Der steuerliche Grundfreibetrag soll bis 2028 auf 12.900 Euro steigen, während der Arbeitnehmer-Pauschbetrag bereits 2027 von 1230 auf 1430 Euro erhöht wird. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent soll ab 2027 erst bei einem zu versteuernden Einkommen ab 70.601 Euro greifen. Zudem sollen die Regeln für steuerfreie Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit gelockert werden. Gegenfinanziert werden die Entlastungen unter anderem durch höhere Steuern für Spitzenverdiener. So ist ein neuer Reichensteuersatz von 47 Prozent für Einkommen ab 280.000 Euro vorgesehen. Der bestehende Satz von 45 Prozent soll bereits ab 250.000 Euro greifen. Beides zusammen soll 2028 rund 2,8 Milliarden Euro in voller Jahreswirkung bringen. Gleichzeitig sollen die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen sinken, die Pauschsteuer für Mini-Jobs auf fünf Prozent steigen und der Rabattfreibetrag für Mitarbeiter gestrichen werden. Holznagel kritisierte zudem, dass ein Ausgleich der sogenannten kalten Progression – also der schleichenden Steuererhöhung durch Lohnerhöhungen bei Inflation – nicht geplant sei. Auch die Streichung des Freibetrags bei Aufgabe eines Unternehmens im Alter sei nicht erklärbar: „Gerade Unternehmer im kleineren und mittleren Bereich konnten bisher von dem Freibetrag bei Aufgabe des Unternehmens im Alter beziehungsweise auch bei Krankheit profitieren.“

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10. August
Handelsblatt

Einkommensteuer: Steuerzahlerbund nennt Klingbeils Steuerpläne „Scherz oder Provokation“

Steuerreform: Steuerzahlerbund nennt Klingbeils Steuerpläne „Scherz oder Provokation“ Berlin. Der Bund der Steuerzahler hat die Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) für eine Steuerreform als „Scherz oder Provokation“ kritisiert. Klingbeils Entwurf für eine Reform der Einkommensteuer lese sich wie eine Giftliste, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel der „Augsburger Allgemeinen“ laut einem Vorabbericht vom Sonntag. „Statt Entlastungen sind in der Mehrzahl Belastungen enthalten.“ Auch aus der Union kam Kritik. „Klingbeil bricht sein Wort, von den ohnehin dürftigen zehn Milliarden Steuererleichterung bleibt nicht mal ein Drittel übrig“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landeschef Daniel Peters der „Bild am Sonntag“. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann kritisierte gegenüber dem Blatt, dass mit dem Wegfall von Steuervergünstigungen für Vereine an der falschen Stelle gespart werde: „Der Finanzminister muss hier nacharbeiten.“ Klingbeil will laut einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Gesetzentwurf die Bürger brutto um rund zehn Milliarden Euro entlasten. „Die Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger werden im Jahr 2028 verglichen mit dem Jahr 2026 insgesamt etwa zehn Milliarden Euro betragen“, hieß es in seinem Ministerium. Allerdings sind auch Maßnahmen zur Erhöhung von Einnahmen geplant. Unter Einrechnung dieser Gegenfinanzierung ergibt sich laut dem Referentenentwurf bis 2028 eine Netto-Entlastung von knapp fünf Milliarden Euro.

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10. August
Die Welt (Politik)

„Nicht erklärbar“ – Steuerzahlerbund bezeichnet Klingbeils Steuerpläne als „Scherz“

„Nicht erklärbar“ – Steuerzahlerbund bezeichnet Klingbeils Steuerpläne als „Scherz“ Die geplante Einkommensteuerreform von Finanzminister Klingbeil stößt auf scharfe Kritik: Der Steuerzahlerbund spricht von einer „Giftliste“, ein CDU-Landeschef nennt die Pläne einen „Wortbruch“. Der Bund der Steuerzahler hat die Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) für eine Steuerreform scharf kritisiert. „In einer Zeit, wo den Bürgerinnen und Bürgern allerdings immer Entlastungen versprochen werden, kann der Entwurf eigentlich nur als Scherz oder Provokation angesehen werden“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel der „Augsburger Allgemeinen“. Klingbeils Entwurf für eine Reform der Einkommensteuer lese sich wie eine „Giftliste“. „Statt Entlastungen sind in der Mehrzahl Belastungen enthalten.“ Auch aus der Union kam zuvor Kritik. „Klingbeil bricht sein Wort, von den ohnehin dürftigen zehn Milliarden Steuererleichterung bleibt nicht mal ein Drittel übrig“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landeschef Daniel Peters der „Bild am Sonntag“. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann kritisierte gegenüber dem Blatt, dass mit dem Wegfall von Steuervergünstigungen für Vereine an der falschen Stelle gespart werde: „Der Finanzminister muss hier nacharbeiten.“ Klingbeil will laut Gesetzentwurf die Bürger brutto um rund zehn Milliarden Euro entlasten. „Die Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger werden im Jahr 2028 verglichen mit dem Jahr 2026 insgesamt etwa zehn Milliarden Euro betragen“, hieß es in seinem Ministerium. Allerdings sind auch Maßnahmen zur Erhöhung von Einnahmen geplant. Unter Einrechnung dieser Gegenfinanzierung ergibt sich laut dem Referentenentwurf bis 2028 eine Netto-Entlastung von knapp fünf Milliarden Euro. Die Grundzüge der Reform hatten die Spitzen der Koalition aus CDU, CSU und SPD am 2. Juli vorgestellt. Der Gesetzentwurf regelt nun erstmals Details. Die Reform soll in zwei Stufen 2027 und 2028 in Kraft treten. Sie soll vor allem Bürger und Familien entlasten, hohe Einkommen stärker belasten und mehrere Steuervergünstigungen streichen oder kürzen. Das enthalten Klingbeils Steuer-Pläne Kern der Pläne ist eine Anhebung des Kindergeldes von 259 Euro auf 267 Euro im Jahr 2027 und auf 272 Euro im Jahr 2028. Der steuerliche Grundfreibetrag soll bis 2028 auf 12.900 Euro steigen, während der Arbeitnehmer-Pauschbetrag bereits 2027 von 1230 auf 1430 Euro erhöht wird. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent soll ab 2027 erst bei einem zu versteuernden Einkommen ab 70.601 Euro greifen. Zudem sollen die Regeln für steuerfreie Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit gelockert werden. Gegenfinanziert werden die Entlastungen unter anderem durch höhere Steuern für Spitzenverdiener. So ist ein neuer Reichensteuersatz von 47 Prozent für Einkommen ab 280.000 Euro vorgesehen. Der bestehende Satz von 45 Prozent soll bereits ab 250.000 Euro greifen. Beides zusammen soll 2028 rund 2,8 Milliarden Euro in voller Jahreswirkung bringen. Gleichzeitig sollen die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen sinken, die Pauschsteuer für Mini-Jobs auf fünf Prozent steigen und der Rabattfreibetrag für Mitarbeiter gestrichen werden. Holznagel kritisierte zudem, dass ein Ausgleich der sogenannten kalten Progression – also der schleichenden Steuererhöhung durch Lohnerhöhungen bei Inflation – nicht geplant sei. Noch kritischer sei die Streichung des Freibetrags bei Aufgabe eines Unternehmens im Alter zu sehen. „Gerade Unternehmer im kleineren und mittleren Bereich konnten bisher von dem Freibetrag bei Aufgabe des Unternehmens im Alter beziehungsweise auch bei Krankheit profitieren. Warum nun ausgerechnet diese Gruppe an Steuerzahlern stärker belastet werden soll, ist nicht erklärbar“, so Holznagel.

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9. August
Die Zeit (Politik)

Einkommensteuer: Bund der Steuerzahler nennt Klingbeils Reformpläne einen »Scherz«

Einkommensteuer: Bund der Steuerzahler nennt Klingbeils Reformpläne einen »Scherz« Die Kritik an der geplanten Steuerreform von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil nimmt zu. Der Entwurf lese sich wie eine Giftliste, sagt der Steuerzahlerbund. Klingbeils Steuerreform zündet schon Debattenfeuer, obwohl der Gesetzentwurf offiziell noch im Off kursiert. Erst schoss der Bund der Steuerzahler scharf dagegen und nannte das Papier eine „Giftliste“, dann legten Unionspolitiker nach, warfen dem SPD-Finanzminister Wortbruch vor und inszenierten die angeblich geschrumpfte Entlastung als fiskalischen Rohrkrepierer. Der Twist: Die von der ZEIT eingesehene Fassung stützt diese zentrale Oppositionslinie gerade nicht, auch wenn sie durchaus den klassischen Reform-Mix aus Entlastung hier, Belastung dort und dem Streichen lieb gewonnener Steuer-Boni liefert. Chronologisch folgt das Ganze dem Koalitionsfahrplan seit dem 2. Juli, nun werden die Details sichtbar: Die Reform soll 2027 und 2028 in zwei Stufen kommen, Familien und Bürger entlasten, Spitzenverdiener stärker zur Kasse bitten und einige Vergünstigungen zusammenstreichen. Was als technokratisches Steuer-Update verkauft wird, wirkt damit schon vor Veröffentlichung wie ein politischer Härtetest – irgendwo zwischen Policy-Paket, Messaging-Desaster und dem ewigen Berliner Genre namens Empörungsschleife. Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen. Fanden Sie die Zusammenfassung hilfreich? Die geplante Einkommensteuerreform von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat nach Kritik von Unionspolitikern auch den Bund der Steuerzahler aufgebracht. Klingbeils Entwurf lese sich wie eine Giftliste, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel der Augsburger Allgemeinen laut einem Vorabbericht. »Statt Entlastungen sind in der Mehrzahl Belastungen enthalten«, sagte Holznagel und kritisierte die Pläne als »Scherz oder Provokation«. Zuvor hatte bereits Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landesvorsitzender Daniel Peters in der Bild am SonntagNachbesserungen angemahnt und Klingbeil Wortbruch vorgeworfen, weil die Reformpläne aus seiner Sicht keine »echten Entlastungen« brächten. Von der »ohnehin dürftigen Zehn-Milliarden-Steuererleichterung« bleibe »nicht mal ein Drittel übrig«, monierte Peters. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann kritisierte zudem, dass Steuervergünstigungen für Vereine wegfallen sollen. Die Reformdebatte hat Beobachter überrascht, da der Gesetzesentwurf offiziell noch gar nicht vorliegt. Die ZEIT hat die bisherige Fassung eingesehen. Demnach stützt der Entwurf die von der Union angeführte These jedoch nicht, wonach eine versprochene Zehn-Milliarden-Entlastung zusammengestrichen wurde. Die Grundzüge der Reform hatten die Spitzen der Koalition aus CDU, CSU und SPD am 2. Juli vorgestellt. Der Gesetzentwurf regelt nun erstmals Details. Die Reform soll in zwei Stufen 2027 und 2028 in Kraft treten. Sie soll vor allem Bürger und Familien entlasten, hohe Einkommen stärker belasten und mehrere Steuervergünstigungen streichen oder kürzen.

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9. August
Der Spiegel (Politik)

Steuerreform: Union wirft Lars Klingbeil Wortbruch bei Entlastungen vor

Streit über Entlastungen Union attackiert Klingbeils Steuerpläne Die Steuerpläne von Finanzminister Lars Klingbeil stoßen in CDU und CSU auf Widerstand. Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landesvorsitzender Daniel Peters sieht sich getäuscht. Die Entlastung falle im kommenden Jahr deutlich geringer aus als versprochen, sagte er der »Bild am Sonntag«. »Klingbeil bricht sein Wort, von der ohnehin dürftigen Zehn-Milliarden-Steuererleichterung bleibt nicht mal ein Drittel übrig.« Zuvor hatten Union und SPD vereinbart, dass die Einkommensteuer gesenkt wird – durch einen höheren Grundfreibetrag, mehr Kindergeld, einen höheren Arbeitnehmerpauschbetrag und ein späteres Einsetzen des Spitzensteuersatzes. »Das Entlastungsvolumen der Reform beläuft sich auf insgesamt circa zehn Milliarden Euro pro Jahr«, erklärten sie gemeinsam. Voll wirken solle die Reform ab 2028. - 15 Min - Steuerpläne des SPD-Finanzministers: Klingbeil plant offenbar stärkere Besteuerung von Vereinen2 Min2 Min - 6 Min Nun hat Klingbeils Finanzministerium die Pläne in einen ersten Gesetzentwurf gegossen. Aus den Zahlen geht hervor, dass die Bürger 2027 in einem ersten Schritt um rund drei Milliarden entlastet werden, 2028 sollen weitere rund sieben Milliarden folgen. Peters drängt daher auf Nachbesserungen. »Wir können uns dieses Blockadeverhalten durch die SPD nicht leisten. Weder wirtschaftlich noch politisch«, sagte er der »Bild am Sonntag«. Im Finanzministerium wies man die Vorwürfe umgehend zurück. Die Koalitionsvereinbarung werde genau eingehalten. »Die Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger werden im Jahr 2028 verglichen mit dem Jahr 2026 insgesamt etwa zehn Milliarden Euro betragen«, hieß es. Kritik an möglicher stärkerer Besteuerung von Vereinen Für Ärger sorgt derweil jedoch auch der geplante Wegfall steuerlicher Vergünstigungen für Vereine. Klingbeil will die Freibeträge für steuerpflichtige Vereine deutlich senken. Betroffen wären hauptsächlich Vereine, die wirtschaftliche Interessen verfolgen, etwa Wirtschaftsverbände, Vereine mit großen Immobilienbeständen oder Profisportvereine. Für sie soll künftig statt eines Freibetrags von 5000 Euro eine Freigrenze von 1000 Euro gelten. Einnahmen bis 1000 Euro blieben damit steuerfrei, sobald höhere Gewinne erzielt werden, würden die gesamten Einnahmen steuerpflichtig. Nicht betroffen wären gemeinnützige Vereine, also kleine Sportvereine, Musikvereine, Umwelt- und Tierschutzvereine, Wohlfahrts-, Feuerwehr- und Heimatvereine. Sie sind mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit von fast allen Steuerarten befreit. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann kritisierte das Vorhaben dennoch in der »Bild am Sonntag«: »Wer Steuerfreibeträge für Vereine senken will, setzt an der falschen Stelle an und trifft diejenigen, die oft keine finanziellen Rücklagen haben beziehungsweise diese wieder für den Dienst an der Allgemeinheit einsetzen.« Die Bundesregierung wolle freiwilliges Engagement stärken – zusätzliche Steuerbelastungen wären dabei das falsche Signal. Das bayerische Finanzministerium äußerte die Sorge, dass auch kleinere Vereine betroffen sein könnten – etwa dann, wenn sie ein Fest veranstalten und dort mit dem Verkauf von Bratwürsten und Getränken Gewinne erzielten. Allerdings: Einnahmen aus solchen Aktivitäten sind bis zu einer Grenze von 50.000 Euro brutto für gemeinnützige Vereine ohnehin steuerfrei. Steuern, Rente, Krankenversicherung – wie viel Geld Sie gewinnen oder verlieren? Hier gelangen Sie zu unserem interaktiven Rechner.

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9. August
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Kritik an Klingbeils Finanzplänen: Neuer Streit um Steuerentlastungen

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) treibt die in der Koalition vereinbarte Reform der Einkommensteuer voran – doch erntet er damit harsche Kritik aus der Union. Der SPD-Chef breche sein Wort, von den versprochenen Entlastungen bleibe nicht viel übrig, kritisierten am Wochenende mehrere Politiker von CDU und CSU.  Union und SPD hatten vereinbart, dass die Einkommensteuer gesenkt wird – durch einen höheren Grundfreibetrag (dem Betrag, ab dem Einkommen überhaupt versteuert werden muss), mehr Kindergeld, einen höheren Arbeitnehmerpauschbetrag und ein späteres Einsetzen des Spitzensteuersatzes. „Das Entlastungsvolumen der Reform beläuft sich auf insgesamt circa zehn Milliarden Euro pro Jahr“, erklärten sie gemeinsam. Voll wirken solle die Reform ab 2028. Klingbeils Finanzministerium hat das nun in einen ersten Gesetzentwurf gegossen. Aus den Zahlen geht hervor, dass die Bürger 2027 in einem ersten Schritt um rund drei Milliarden Euro entlastet werden, 2028 sollen weitere rund sieben Milliarden hinzukommen. Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, sieht sich getäuscht: Die Entlastung falle im kommenden Jahr deutlich geringer aus als versprochen. „Klingbeil bricht sein Wort, von der ohnehin dürftigen Zehn-Milliarden-Steuererleichterung bleibt nicht mal ein Drittel übrig“, sagte er der Bild am Sonntag. Im Finanzministerium entgegnete man sofort, die Koalitionsvereinbarung werde genau eingehalten: „Die Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger werden im Jahr 2028 verglichen mit dem Jahr 2026 insgesamt etwa zehn Milliarden Euro betragen.“ Was ist mit der kalten Progression? Derzeit nicht geplant ist ein Ausgleich der sogenannten kalten Progression. Diese liegt vor, wenn Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, zu einer höheren Steuerbelastung führen – obwohl die reale Kaufkraft gleich bleibt oder sogar sinkt. In den vergangenen Jahren hatte die Bundesregierung diesen Effekt ausgeglichen. In Klingbeils Entwurf ist das nicht vorgesehen. Allerdings wird der für die Bewertung maßgebliche Progressionsbericht üblicherweise auch erst im Herbst vorgelegt. FDP-Chef Wolfgang Kubicki kritisierte, die Bundesregierung breche „auch das letzte Versprechen“, wenn sie die kalte Progression nicht ausgleiche. Übrig bleibe dann nichts als zusätzliche Belastung, um einen immer größer werdenden Staat und ausufernde Ausgaben zu finanzieren. Auch die Steuerexpertin der Linksfraktion, Doris Achelwilm, zeigte sich enttäuscht. „Wenn nicht einmal die kalte Progression ausgeglichen wird, ist das eine Steuererhöhung durch die Hintertür und Umverteilung nach oben“, kritisierte sie. Nötig seien gezielte Korrekturen zugunsten von Menschen mit geringen Einkommen – und dafür eine höhere Besteuerung großer Vermögen, Erbschaften und Kapitalerträge. Müssen Vereine bald höhere Steuern zahlen? Kritik gibt es auch an Klingbeils Plänen, von bestimmten Vereinen künftig höhere Steuern zu verlangen. Er will die Freibeträge für steuerpflichtige Vereine deutlich senken. Betroffen wären vor allem Vereine, die wirtschaftliche Interessen verfolgen, etwa Wirtschaftsverbände, Vereine mit großen Immobilienbeständen oder Profisportvereine. Für sie soll künftig statt eines Freibetrags von 5000 Euro eine Freigrenze von 1000 Euro gelten. Einkommen bis 1000 Euro blieben damit steuerfrei; sobald höhere Gewinne erzielt werden, würde das gesamte Einkommen steuerpflichtig. Nicht betroffen wären gemeinnützige Vereine, also kleine Sportvereine, Musikvereine, Umwelt- und Tierschutzvereine, Wohlfahrts-, Feuerwehr- und Heimatvereine. Sie sind mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit von fast allen Steuerarten befreit. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann kritisierte in der Bild am Sonntag trotzdem: „Wer Steuerfreibeträge für Vereine senken will, setzt an der falschen Stelle an und trifft diejenigen, die oft keine finanziellen Rücklagen haben beziehungsweise diese wieder für den Dienst an der Allgemeinheit einsetzen.“ Die Bundesregierung wolle freiwilliges Engagement stärken – zusätzliche Steuerbelastungen wären dabei das falsche Signal. Das bayerische Finanzministerium äußerte die Sorge, dass auch kleinere Vereine betroffen sein könnten – etwa dann, wenn sie ein Fest veranstalten und dort mit dem Verkauf von Bratwürsten und Getränken Gewinne erzielten. Allerdings: Einnahmen aus solchen Aktivitäten sind bis zu einer Grenze von 50 000 Euro brutto für gemeinnützige Vereine ohnehin steuerfrei.

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9. August
Handelsblatt

Streit um Entlastungen: Union attackiert Klingbeils Steuerpläne

Streit um Entlastungen: Union attackiert Klingbeils Steuerpläne Berlin. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) treibt die in der Koalition vereinbarte Reform der Einkommensteuer voran - doch erntet damit harsche Kritik aus der Union. Der SPD-Chef breche sein Wort, von den versprochenen Entlastungen bleibe nicht viel übrig, kritisierten am Wochenende mehrere Politiker von CDU und CSU. Worum sie entrüstet sind - und was an der Kritik dran ist: Wie viel Steuern sparen die Bürger? Union und SPD hatten vereinbart, dass die Einkommensteuer gesenkt wird - durch einen höheren Grundfreibetrag (dem Betrag, ab dem Einkommen überhaupt versteuert werden muss), mehr Kindergeld, einen höheren Arbeitnehmerpauschbetrag und ein späteres Einsetzen des Spitzensteuersatzes. „Das Entlastungsvolumen der Reform beläuft sich auf insgesamt ca. 10 Milliarden Euro pro Jahr“, erklärten sie gemeinsam. Voll wirken solle die Reform ab 2028. Klingbeils Finanzministerium hat das nun in einen ersten Gesetzentwurf gegossen. Aus den Zahlen geht hervor, dass die Bürger 2027 in einem ersten Schritt um rund drei Milliarden entlastet werden, 2028 sollen weitere rund sieben Milliarden folgen. Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, sieht sich getäuscht: Die Entlastung falle im kommenden Jahr deutlich geringer aus als versprochen. „Klingbeil bricht sein Wort, von der ohnehin dürftigen Zehn-Milliarden-Steuererleichterung bleibt nicht mal ein Drittel übrig“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Im Finanzministerium entgegnete man sofort, die Koalitionsvereinbarung werde genau eingehalten: „Die Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger werden im Jahr 2028 verglichen mit dem Jahr 2026 insgesamt etwa 10 Milliarden Euro betragen.“ Was ist mit der kalten Progression? Derzeit nicht geplant ist ein Ausgleich der sogenannten kalten Progression. Diese liegt vor, wenn Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, zu einer höheren Steuerbelastung führen - obwohl die reale Kaufkraft gleich bleibt oder sogar sinkt. In den vergangenen Jahren hatte die Bundesregierung diesen Effekt ausgeglichen. In Klingbeils Entwurf ist das nicht vorgesehen. Allerdings wird der für die Bewertung maßgebliche Progressionsbericht üblicherweise auch erst im Herbst vorgelegt. FDP-Chef Wolfgang Kubicki kritisierte, die Bundesregierung breche „auch das letzte Versprechen“, wenn sie die kalte Progression nicht ausgleiche. Übrig bleibe dann nichts als zusätzliche Belastung, um einen immer größer werdenden Staat und ausufernde Ausgaben zu finanzieren. Auch die Steuerexpertin der Linksfraktion, Doris Achelwilm, zeigte sich enttäuscht. „Wenn nicht einmal die kalte Progression ausgeglichen wird, ist das eine Steuererhöhung durch die Hintertür und Umverteilung nach oben“, kritisierte sie. Nötig seien gezielte Korrekturen zugunsten von Menschen mit geringen Einkommen - und dafür eine höhere Besteuerung großer Vermögen, Erbschaften und Kapitalerträge. Müssen Vereine bald höhere Steuern zahlen? Kritik gibt es auch an Klingbeils Plänen, von bestimmten Vereinen künftig höhere Steuern zu verlangen. Er will die Freibeträge für steuerpflichtige Vereine deutlich senken. Betroffen wären vor allem Vereine, die wirtschaftliche Interessen verfolgen, etwa Wirtschaftsverbände, Vereine mit großen Immobilienbeständen oder Profisportvereine. Für sie soll künftig statt eines Freibetrags von 5.000 Euro eine Freigrenze von 1.000 Euro gelten. Einkommen bis 1.000 Euro bliebe damit steuerfrei, sobald höhere Gewinne erzielt werden, würde das gesamte Einkommen steuerpflichtig. Verwandte Themen Nicht betroffen wären gemeinnützige Vereine, also kleine Sportvereine, Musikvereine, Umwelt- und Tierschutzvereine, Wohlfahrts-, Feuerwehr- und Heimatvereine. Sie sind mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit von fast allen Steuerarten befreit. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann kritisierte in der „Bild am Sonntag“ trotzdem: „Wer Steuerfreibeträge für Vereine senken will, setzt an der falschen Stelle an und trifft diejenigen, die oft keine finanziellen Rücklagen haben beziehungsweise diese wieder für den Dienst an der Allgemeinheit einsetzen.“ Die Bundesregierung wolle freiwilliges Engagement stärken - zusätzliche Steuerbelastungen wären dabei das falsche Signal. Das bayerische Finanzministerium äußerte die Sorge, dass auch kleinere Vereine betroffen sein könnten - etwa dann, wenn sie ein Fest veranstalten und dort mit dem Verkauf von Bratwürsten und Getränken Gewinne erzielten. Allerdings: Einnahmen aus solchen Aktivitäten sind bis zu einer Grenze von 50.000 Euro brutto für gemeinnützige Vereine ohnehin steuerfrei.

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8. August
Wirtschaftswoche

Gesetzentwurf: Steuerreform ohne Progressionsausgleich geplant

Gesetzentwurf: Steuerreform ohne Progressionsausgleich geplant Das Finanzministerium treibt die von Union und SPD vereinbarte Reform der Einkommensteuer voran. Wie aus einem ersten Entwurf für die regierungsinterne Abstimmung hervorgeht, soll bis 2028 unter anderem der Grundfreibetrag steigen – der Betrag, ab dem Einkommen überhaupt versteuert werden muss. Zuerst berichteten darüber die „Bild“ und die „Zeit“. Außerdem soll der Spitzensteuersatz erst bei höheren Einkommen greifen. Im Gegenzug will die Bundesregierung bei der sogenannten Reichensteuer mehr einnehmen. Insgesamt belaufen sich die Entlastungen für die Bürger nach Zahlen aus dem Finanzministerium ab 2028 auf rund zehn Milliarden Euro jährlich. Das komme in zwei Stufen: Im Jahr 2027 sollten Maßnahmen in Höhe von rund drei Milliarden wirken, im Jahr darauf in Höhe von rund sieben Milliarden. Derzeit nicht geplant ist dagegen ein Ausgleich der sogenannten kalten Progression. Diese liegt vor, wenn Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, zu einer höheren Steuerbelastung führen – obwohl die reale Kaufkraft gleich bleibt oder sogar sinkt. In den vergangenen Jahren hatte die Bundesregierung diesen Effekt ausgeglichen. Im Entwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) ist das nicht vorgesehen. Allerdings wird der sogenannte Progressionsbericht üblicherweise auch erst im Herbst vorgelegt. FDP-Chef Wolfgang Kubicki kritisierte, die Bundesregierung breche „auch das letzte Versprechen“, wenn sie die kalte Progression nicht ausgleiche. Übrig bleibe dann nicht als zusätzliche Belastung, um einen immer größer werdenden Staat und ausufernde Ausgaben zu finanzieren. Lesen Sie auch: Diese fünf Wirtschaftsberater sind ganz nah am Zentrum der Macht

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8. August
Handelsblatt

Steuern: Entwurf: Steuerreform ohne Progressionsausgleich geplant

Steuern: Entwurf: Steuerreform ohne Progressionsausgleich geplant Berlin. Das Finanzministerium treibt die von Union und SPD vereinbarte Reform der Einkommensteuer voran. Wie aus einem ersten Entwurf für die regierungsinterne Abstimmung hervorgeht, soll bis 2028 unter anderem der Grundfreibetrag steigen - der Betrag, ab dem Einkommen überhaupt versteuert werden muss. Zuerst berichteten darüber die „Bild“ und die „Zeit“. Außerdem soll der Spitzensteuersatz erst bei höheren Einkommen greifen. Im Gegenzug will die Bundesregierung bei der sogenannten Reichensteuer mehr einnehmen. Insgesamt belaufen sich die Entlastungen für die Bürger nach Zahlen aus dem Finanzministerium ab 2028 auf rund zehn Milliarden Euro jährlich. Das komme in zwei Stufen: Im Jahr 2027 sollten Maßnahmen in Höhe von rund drei Milliarden wirken, im Jahr darauf in Höhe von rund sieben Milliarden. Derzeit nicht geplant ist dagegen ein Ausgleich der sogenannten kalten Progression. Diese liegt vor, wenn Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, zu einer höheren Steuerbelastung führen - obwohl die reale Kaufkraft gleich bleibt oder sogar sinkt. In den vergangenen Jahren hatte die Bundesregierung diesen Effekt ausgeglichen. Im Entwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) ist das nicht vorgesehen. Allerdings wird der sogenannte Progressionsbericht üblicherweise auch erst im Herbst vorgelegt. FDP-Chef Wolfgang Kubicki kritisierte, die Bundesregierung breche „auch das letzte Versprechen“, wenn sie die kalte Progression nicht ausgleiche. Übrig bleibe dann nicht als zusätzliche Belastung, um einen immer größer werdenden Staat und ausufernde Ausgaben zu finanzieren.

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8. August
Handelsblatt

Steuern: Gesetzentwurf: So klein fallen die Steuerentlastungen aus

Gesetzentwurf – So klein fallen die Steuerentlastungen aus Berlin. Die Steuerzahler werden von den Steuerplänen der Koalition nur geringfügig entlastet. Dies geht aus einem geleakten Gesetzesentwurf der Bundesregierung hervor, der sich noch in der Frühkoordinierung befindet und dem Handelsblatt vorliegt. Unterm Strich werden die Steuerzahler durch alle geplanten steuerlichen Maßnahmen laut Gesetzesentwurf im Jahr 2027 um 5,2 und im Jahr 2028 um 10,4 Milliarden Euro entlastet. Als Erstes hatte die „Bild“ über den Gesetzentwurf berichtet. Wegen klaffender Milliardenlücken im Haushalt hatte sich die Bundesregierung im Koalitionsausschuss Anfang Juli entgegen anderslautender Ankündigungen lediglich auf minimale Steuersenkungen verständigt. Die Koalition wich sogar von der üblichen Praxis ab, die „Kalte Progression“ auszugleichen. Als „Kalte Progression“ werden jährlich anfallende, schleichende Steuererhöhungen bezeichnet. Dabei zahlen Arbeitnehmer wegen höherer Löhne höhere Steuern, obwohl ihr Mehrverdienst lediglich die Inflation ausgleicht. Union drängt auf höhere Entlastungen In den vergangenen zehn Jahren hatten alle Finanzminister die „Kalte Progression“ stets ausgeglichen und die Einkommenssteuer jedes Jahr an die Inflation angepasst, sodass höhere Steuern erst bei einem höheren Einkommen fällig wurden. Darauf verzichtet Klingbeil unter Verweis auf die schlechte Haushaltslage. Um die „Kalte Progression“ auszugleichen, hätte die Einkommenssteuer allein 2027 schon um acht Milliarden Euro sinken müssen.

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8. August
Die Zeit (Politik)

Steuerreform: Trickst Klingbeil bei der Steuerreform?

Klingbeils Steuerpaket ist kleiner als der politische Trailer vermuten ließ, aber nicht so geschrumpft, wie manche Schlagzeilen im News-Zirkus behaupteten. Laut Entwurf kommen die Entlastungen in zwei Wellen: 2027 mit 5,6 Milliarden Euro, 2028 mit weiteren 4,2 Milliarden, flankiert von höherem Grundfreibetrag, leicht verschobener Spitze beim 42-Prozent-Satz sowie mehr Kindergeld und Kinderfreibetrag. Der vermeintliche Widerspruch entstand durch einen klassischen Zahlen-Fail im Medienbetrieb, weil nur der Zusatzbetrag für 2028 mit dem vollmundig angekündigten Zehn-Milliarden-Ziel verglichen wurde, obwohl die Reform laut Koalitionsskript kumulativ gedacht ist. Der Haken folgt im Kleingedruckten der Fiskalpolitik: Inflation, steigende Sozialbeiträge und die ausbleibende Korrektur der kalten Progression könnten das versprochene Netto-Plus für viele Haushalte auffressen wie ein Abo, das plötzlich teurer wird. Finanziert werden soll das Ganze ausgerechnet auch über härtere Sätze für hohe Einkommen, eine neue Superreichensteuer und geringere Handwerker-Absetzbarkeit – ein ziemlich ehrliches Signal dafür, dass in dieser Koalition Entlastung nur als Umverteilung mit Haushaltsbremse zu haben ist. Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen. Fanden Sie die Zusammenfassung hilfreich? Bundesfinanzminister Lars Klingbeil plant Steuerentlastungen in Höhe von insgesamt rund zehn Milliarden Euro im Jahr. Das geht aus einem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums hervor, der der ZEIT vorliegt und mit dem die von der Koalition angekündigte Steuerreform umgesetzt werden soll. Demnach stehen für 2027 Entlastungen in Höhe von 5,6 Milliarden Euro an, im Jahr 2028 kommen noch einmal 4,2 Milliarden Euro hinzu. Die gesamte Entlastungssumme beläuft sich damit auf 9,8 Milliarden Euro. Nach Informationen der ZEIT sind Medienberichte nicht korrekt, wonach das Finanzministerium die geplanten Steuersenkungen noch einmal zurechtgestutzt hat. Die Bild-Zeitung hatte gestern ebenfalls unter Berufung auf den Entwurf berichtet, dass die Entlastungen »voraussichtlich viel kleiner ausfallen als angekündigt«. Klingbeil und Bundeskanzler Friedrich Merz hatten im Juli angekündigt, dass die Reform in zwei Schritten vollzogen und »ab 2028 ihre volle Wirkung entfalten« werde. Erst ab dann belaufe sich das Entlastungsvolumen auf die vollen zehn Milliarden Euro.

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