15. Juli Süddeutsche Zeitung (Politik)
Krieg in Nahost: Trump droht Iran mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken
Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
US-Seeblockade gegen iranische Häfen gestartet
Bericht: Trump fordert von Netanjahu Truppenabzug aus Syrien und Libanon
Trump will doch keine Hormus-Gebühr, sondern Handelsabkommen
Ölpreis klettert auf über 85 Dollar
US-Militär beendet dritte Angriffswelle
Trump droht Iran mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken
US-Präsident Donald Trump hat Iran erneut mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes gedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln", sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Trump kündigte heftige Angriffe für diese Nacht und die Folgenächte an. Die Kämpfe würden weitergehen, „bis ich sage, dass es genug ist".
Der 80-Jährige hatte Iran bereits im April mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden gedroht.
Der 80-Jährige hatte Iran bereits im April mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden gedroht.
Lorenz Zeck
30 Tote bei US-Angriffen in Iran
Bei den jüngsten US-Angriffen auf den Süden Irans in den vergangenen Tagen sind Regierungsangaben zufolge mindestens 30 Zivilisten getötet worden. Die Angaben sind nicht überprüfbar. „Wir sprechen den trauernden Familien unser Mitgefühl und Beileid aus und ehren das Andenken der Verstorbenen“, schrieb Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani auf X.
Mehr als 260 Menschen wurden bei den jüngsten Angriffen, die vor rund einer Woche begannen, verletzt, schrieb der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur auf X. 222 der Verletzten seien inzwischen nach ihrer Behandlung aus Kliniken entlassen worden, fügte er hinzu.
Mehr als 260 Menschen wurden bei den jüngsten Angriffen, die vor rund einer Woche begannen, verletzt, schrieb der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur auf X. 222 der Verletzten seien inzwischen nach ihrer Behandlung aus Kliniken entlassen worden, fügte er hinzu.
Jordanien fängt drei Raketen aus Iran ab
Jordanien hat einen erneuten Angriff aus Iran abgewehrt. Die Flugabwehr habe am frühen Morgen drei Raketen abgeschossen, die aus Iran in den jordanischen Luftraum eingedrungen seien, teilten die Streitkräfte des Königreichs mit. Opfer oder Schäden habe es nicht gegeben. Das Ingenieurskorps habe die Trümmerteile beseitigt.
Irans Revolutionsgarde reklamierte einen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt in Al-Asrak. Es sei auf Hangars für US-Kampfjets gezielt worden, hieß es in einer Mitteilung. Auch die regulären iranischen Streitkräfte feuerten nach eigenen Angaben Kamikazedrohnen auf Ziele in Jordanien. Die vom US-Militär genutzte Luftwaffenbasis liegt im Osten des Landes.
Irans Revolutionsgarde reklamierte einen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt in Al-Asrak. Es sei auf Hangars für US-Kampfjets gezielt worden, hieß es in einer Mitteilung. Auch die regulären iranischen Streitkräfte feuerten nach eigenen Angaben Kamikazedrohnen auf Ziele in Jordanien. Die vom US-Militär genutzte Luftwaffenbasis liegt im Osten des Landes.
Iran: US-Angriff trifft Weizensilo
Bei den nächtlichen US-Angriffen ist nach Darstellung iranischer Staatsmedien ein Weizensilo getroffen worden. Der Vorfall ereignete sich in der südwestlichen Provinz Chusestan nahe der Grenze zum Irak, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Bei dem Angriff in der Stadt Howeyseh habe es keine Todesopfer gegeben, hieß es weiter.
Auch die iranische Revolutionsgarde warf den USA die Bombardierung ziviler Einrichtungen vor. Der Feind habe das Weizenlager „aus Schwäche und Grausamkeit“ bombardiert, hieß es in einer Mitteilung. Zudem sei eine Mineralwasserfabrik in der westlichen Provinz Ilam Ziel eines Angriffs geworden. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
Auch die iranische Revolutionsgarde warf den USA die Bombardierung ziviler Einrichtungen vor. Der Feind habe das Weizenlager „aus Schwäche und Grausamkeit“ bombardiert, hieß es in einer Mitteilung. Zudem sei eine Mineralwasserfabrik in der westlichen Provinz Ilam Ziel eines Angriffs geworden. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
Kuwait wieder unter Beschuss – Alarmsirenen in Bahrain
Kuwait hat in der Nacht erneute Angriffe aus Iran gemeldet. Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden, teilte die Armee des mit den Vereinigten Staaten verbündeten Landes auf der Plattform X mit. Auch im ebenfalls mit den USA verbündeten Golfstaat Bahrain heulten wieder die Alarmsirenen. In beiden Ländern wurde die Bevölkerung aufgerufen, Schutz zu suchen. Nähere Details gab es zunächst nicht.
Bahrain und Kuwait standen zuletzt im Zentrum iranischer Vergeltungsangriffe und hatten auch in den Nächten zuvor feindlichen Beschuss gemeldet.
Bahrain und Kuwait standen zuletzt im Zentrum iranischer Vergeltungsangriffe und hatten auch in den Nächten zuvor feindlichen Beschuss gemeldet.
US-Seeblockade gegen iranische Häfen gestartet
Das US-Militär blockiert erneut iranische Häfen und Küstengebiete. Die Seeblockade sei um 22 Uhr deutscher Zeit (16 Uhr US-Ostküstenzeit) aufgenommen worden, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mit. Schiffe werden so daran gehindert, dass sie iranische Häfen oder Küstengebiete ansteuern oder von dort wegfahren können. Wie lange die US-Blockade andauern wird, ist unklar.
Trump hatte die Wiederaufnahme am Montag angekündigt und in Aussicht gestellt, dass anderen Ländern ein „fairer und offener“ Zugang zur Straße von Hormus möglich sein soll. Die USA hatten während des Iran-Kriegs bereits ab Mitte April eine solche Seeblockade durchgesetzt, diese im Zuge des Rahmenabkommens mit Teheran dann Mitte Juni aufgehoben.
Trump hatte die Wiederaufnahme am Montag angekündigt und in Aussicht gestellt, dass anderen Ländern ein „fairer und offener“ Zugang zur Straße von Hormus möglich sein soll. Die USA hatten während des Iran-Kriegs bereits ab Mitte April eine solche Seeblockade durchgesetzt, diese im Zuge des Rahmenabkommens mit Teheran dann Mitte Juni aufgehoben.
US-Militär: Neue Angriffswelle auf Iran hat begonnen
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle auf Iran gestartet. Diese habe um 15 Uhr US-Ostküstenzeit (21 Uhr deutscher Zeit) begonnen, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mit. Ziel sei es, die Möglichkeiten Irans weiter zu schwächen, Attacken auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus auszuüben, hieß es. „Die Angriffe finden statt, während sich die amerikanischen Streitkräfte darauf vorbereiten, die Seeblockade gegen iranische Häfen und Küstengebiete wieder aufzunehmen.“ Die Blockade trete um 16 Uhr US-Ostküstenzeit (22 Uhr deutscher Zeit) in Kraft, bekräftigte das US-Militär die schon am Vortag kommunizierte Startzeit.
Der Sender ABC News berichtete bereits am frühen Nachmittag (US-Ostküstenzeit) unter Berufung auf einen US-Beamten von neuen Luftangriffen in Iran, die bereits seit Stunden im Gange seien.
Angriffe in Kuwait und Warnsirenen in Bahrain
Kuwait hat erneute Angriffe aus Iran gemeldet. Die Armee des Landes gab an, vier Soldaten seien beim Angriff auf eines ihrer Marineschiffe verletzt worden. Die Streitkräfte hätten zudem eine ballistische Rakete, fünf Marschflugkörper und 33 Drohnen abgefangen, heißt es in einer Mitteilung weiter. Die Angriffe hätten sich gegen zivile und strategisch wichtige Einrichtungen gerichtet. Einwohner wurden wie zuvor aufgerufen, sich keinen Trümmerteilen zu nähern und diese auch nicht anzufassen oder zu fotografieren.
Auch in Bahrain ertönten wieder die Warnsirenen. Bürger wurden aufgerufen, Anweisungen der Behörden zu befolgen und sich in Sicherheit zu begeben, wie das Innenministerium mitteilte.
Auch in Bahrain ertönten wieder die Warnsirenen. Bürger wurden aufgerufen, Anweisungen der Behörden zu befolgen und sich in Sicherheit zu begeben, wie das Innenministerium mitteilte.
Bericht: Trump fordert von Netanjahu Truppenabzug aus Syrien und Libanon
US-Präsident Donald Trump hat den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu dem Nachrichtenportal Axios zufolge zum Abzug der israelischen Truppen aus Syrien und Libanon aufgefordert. Trump habe dies in einem Telefonat am vergangenen Donnerstag gesagt, berichtet das Portal unter Berufung auf US-amerikanische und israelische Regierungsvertreter.
Trump will doch keine Hormus-Gebühr, sondern Handelsabkommen
Nur einen Tag nach der Ankündigung einer Gebühr für die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus rückt US-Präsident Donald Trump wieder von seiner Idee ab. Nach „äußerst produktiven Gesprächen“ mit namentlich nicht genannten Vertretern von Staaten im Nahen Osten habe er beschlossen, die Gebühr „durch Handels- und Investitionsabkommen zu ersetzen, die die verschiedenen Golfstaaten mit den Vereinigten Staaten abschließen werden“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Der Präsident behauptete, dass die nicht bezifferten Investitionen „massiv“ und von Vorteil für die Golfstaaten werden würden. Unklar war zunächst, mit wem Trump gesprochen hat und ob Golfstaaten tatsächlich derartigen Plänen zugesagt haben.
Über den plötzlichen Sinneswandel sagte Trump bei einer Pressekonferenz mit dem irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Saidi, dass er von Menschen aus verschiedenen Ländern angerufen worden sei. Diese hätten andere Ideen vorgeschlagen und dabei auch Milliardeninvestitionen in den USA ins Spiel gebracht.
Trump betonte dabei auch, dass er es gut fände, dass „niemand“ eine Gebühr für die Nutzung im Kontext der Straße von Hormus verlangen sollte. „Ich mag das Konzept einer Gebühr nicht“, sagte er weiter.
Trump hatte erst am Montag die Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. In diesem Zuge sagte er auch, dass die USA fortan für die sichere Durchfahrt der für den weltweiten Ölhandel strategisch wichtige Meerenge aus „Fairnessgründen“ Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes für sich beanspruchen.
Auf Trumps Vorstoß gab es prompt Kritik. Die Weltschifffahrtsorganisation IMO erinnerte daran, dass gemäß internationalem Recht die Passage weiterhin zoll- und gebührenfrei bleiben müsse. Auch die deutschen Reeder kritisierten Trumps Ankündigung.
Über den plötzlichen Sinneswandel sagte Trump bei einer Pressekonferenz mit dem irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Saidi, dass er von Menschen aus verschiedenen Ländern angerufen worden sei. Diese hätten andere Ideen vorgeschlagen und dabei auch Milliardeninvestitionen in den USA ins Spiel gebracht.
Trump betonte dabei auch, dass er es gut fände, dass „niemand“ eine Gebühr für die Nutzung im Kontext der Straße von Hormus verlangen sollte. „Ich mag das Konzept einer Gebühr nicht“, sagte er weiter.
Trump hatte erst am Montag die Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. In diesem Zuge sagte er auch, dass die USA fortan für die sichere Durchfahrt der für den weltweiten Ölhandel strategisch wichtige Meerenge aus „Fairnessgründen“ Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes für sich beanspruchen.
Auf Trumps Vorstoß gab es prompt Kritik. Die Weltschifffahrtsorganisation IMO erinnerte daran, dass gemäß internationalem Recht die Passage weiterhin zoll- und gebührenfrei bleiben müsse. Auch die deutschen Reeder kritisierten Trumps Ankündigung.
Medienberichte: Explosionen im Süden Irans
Iranische Medien haben erneut Explosionen an der Südküste gemeldet. Der staatliche Rundfunk berichtete über fünf Detonationen im Westen der Hafenstadt Bandar Abbas. Kurz darauf sei die Stadt Buschehr unter Beschuss geraten, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Vier Ortsteile seien Ziel von Angriffen gewesen, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf den Vizegouverneur der gleichnamigen Provinz. Über Schäden oder Opfer gab es zunächst keine Details.
Britische Behörden melden Angriff auf Tanker nahe Straße von Hormus
Ein Tanker ist beim Verlassen der Straße von Hormus auf der südlichen Route von einer Rakete getroffen worden. Der Angriff habe sich am Montag rund 13 Seemeilen südöstlich der omanischen Ortschaft Limah ereignet, meldet die britische Informationsstelle für den Seehandel (UKMTO).
Unterdessen warnt der Verband Deutscher Reeder vor den Folgen einer neuen Blockade in der Straße von Hormus und den Gebührenplänen von US-Präsident Donald Trump. „Die erneute Eskalation ist äußerst besorgniserregend“, sagt Hauptgeschäftsführer Martin Kröger der Wirtschaftswoche. „Nach den Hoffnungen auf eine schrittweise Normalisierung erleben wir nun einen deutlichen Rückschlag.“ Betroffen seien rund 20 Schiffe in deutschem Eigentum oder unter deutschem Management. Sie seien derzeit mit etwa 400 Seeleuten in der Region unterwegs. In Trumps jüngstem Vorstoß sieht der Verband einen Verstoß gegen das Seerecht. „Kein einzelner Staat sollte den freien Zugang zu einer internationalen Wasserstraße einseitig von Gebühren abhängig machen.“ Ein solcher Schritt würde die freie Schifffahrt infrage stellen.
Unterdessen warnt der Verband Deutscher Reeder vor den Folgen einer neuen Blockade in der Straße von Hormus und den Gebührenplänen von US-Präsident Donald Trump. „Die erneute Eskalation ist äußerst besorgniserregend“, sagt Hauptgeschäftsführer Martin Kröger der Wirtschaftswoche. „Nach den Hoffnungen auf eine schrittweise Normalisierung erleben wir nun einen deutlichen Rückschlag.“ Betroffen seien rund 20 Schiffe in deutschem Eigentum oder unter deutschem Management. Sie seien derzeit mit etwa 400 Seeleuten in der Region unterwegs. In Trumps jüngstem Vorstoß sieht der Verband einen Verstoß gegen das Seerecht. „Kein einzelner Staat sollte den freien Zugang zu einer internationalen Wasserstraße einseitig von Gebühren abhängig machen.“ Ein solcher Schritt würde die freie Schifffahrt infrage stellen.
Trump droht mit Angriff auf „Pickaxe Mountain“
US-Präsident Donald Trump hat mit einem Angriff auf eine bislang wenig bekannte iranische Atomeinrichtung gedroht. In einem Radiointerview bezeichnete er den als „Pickaxe Mountain“ bekannten Standort als mögliches Ziel für einen „großen, fetten“ Angriff. Dieser werde wahrscheinlich „relativ bald“ erfolgen, sagte Trump. Der Komplex liegt im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans in Zentraliran. Natans war bereits im vergangenen Jahr Ziel amerikanischer Luftangriffe. Über den genauen Zweck von „Pickaxe Mountain“ ist nur wenig bekannt. Der Bau begann nach einem Brand und einer Explosion im Juli 2020, bei denen eine oberirdische Montagehalle für fortgeschrittene Zentrifugen in Natans schwerbeschädigt wurde. Iran sprach von Sabotage.
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Rafael Grossi, bestätigte später, dass Iran mit dem Bau einer unterirdischen Ersatzanlage begonnen habe. Inspekteure der IAEA haben die Hallen bislang nicht betreten. Die bekannte Anreicherungsanlage Natans stand jedoch jahrelang unter internationaler Aufsicht. „Heute ist es uns vorläufig gelungen, eine Ersatzhalle für die explodierte Halle zu errichten. Derzeit arbeiten wir Tag und Nacht daran, sämtliche unserer Montagehallen im Inneren der Berge rund um Natans zu bauen“, sagte der damalige iranische Atomchef Ali Akbar Salehi gut ein Jahr nach dem Vorfall.
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Rafael Grossi, bestätigte später, dass Iran mit dem Bau einer unterirdischen Ersatzanlage begonnen habe. Inspekteure der IAEA haben die Hallen bislang nicht betreten. Die bekannte Anreicherungsanlage Natans stand jedoch jahrelang unter internationaler Aufsicht. „Heute ist es uns vorläufig gelungen, eine Ersatzhalle für die explodierte Halle zu errichten. Derzeit arbeiten wir Tag und Nacht daran, sämtliche unserer Montagehallen im Inneren der Berge rund um Natans zu bauen“, sagte der damalige iranische Atomchef Ali Akbar Salehi gut ein Jahr nach dem Vorfall.
Satellitenaufnahme zeigen die Tunneleingänge der Nuklearanlage Natanz am „Pickaxe Mountain". Aufnahmedatum: 30. Juni 2026. Vantor/Reuters
Ölpreis klettert auf über 85 Dollar
Nach einem Preissprung von zehn Prozent am Montag ist die Notierung von Brent-Öl am Dienstag erstmals seit einem Monat auf über 85 Dollar je Barrel gestiegen. Auslöser war die Ankündigung von Donald Trump, erneut eine Blockade gegen iranische Schiffe zu verhängen und für alle anderen Frachtschiffe eine Passagegebühr von 20 Prozent des Frachtwerts zu verlangen. Die globale Rohöl-Benchmark kostete im frühen Dienstagshandel zeitweise 85,64 Dollar und damit 2,8 Prozent mehr als am Vorabend. Die von Trump signalisierte 20-Prozent-Gebühr entspricht bei voll beladenen Supertankern mit Öl etwa 30 Millionen Dollar.
Auch die europäischen Erdgaspreise steigen kräftig. Sie legten zeitweise um bis zu 3,3 Prozent zu und erreichten den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten. Vor dem Beginn des Iran-Kriegs wurde etwa ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und Flüssigerdgaslieferungen durch die Straße von Hormus transportiert.
Auch die europäischen Erdgaspreise steigen kräftig. Sie legten zeitweise um bis zu 3,3 Prozent zu und erreichten den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten. Vor dem Beginn des Iran-Kriegs wurde etwa ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und Flüssigerdgaslieferungen durch die Straße von Hormus transportiert.
Ein Rohöltanker aus dem Nahen Osten läuft Anfang April in die Bucht von Tokio ein – zwei Tage bevor die USA und Israel mit Angriffen auf Iran begannen. . kyodo/dpa
Die Lage im Überblick
- Das US-Militär erklärt die dritte nächtliche Angriffswelle in Folge für beendet. Iranische Medien berichteten in der Nacht von mehreren Explosionen an der Südküste.
- Iran hat zwei Tanker der Vereinigten Arabischen Emirate in der Straße von Hormus angegriffen. Bei der Attacke soll ein indisches Besatzungsmitglied getötet worden sein, zudem habe es acht Verletzte gegeben.
- Auch Jordanien und Bahrain meldeten Vergeltungsangriffe aus Iran.
- US-Präsident Donald Trump hat eine Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. Die Blockade soll ab 22 Uhr deutscher Zeit gelten.
- Trump kündigte an, dass die USA fortan für die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus aus „Fairnessgründen“ Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes für sich beanspruchen würden.
Über Manama, der Hauptstadt Bahrains, steigt Rauch auf, nachdem in den frühen Morgenstunden eine Drohne abgefangen wurde. Reuters