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Sonntag, 12. Juli 2026
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Abgeordnetenhauswahl - Berliner CDU will Evers am Montag als neuen Spitzenkandidaten nominieren

Medienspektrum

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12. Juli
Die Zeit (Politik)

Designierter CDU-Spitzenkandidat: Stefan Evers dringt auf Sparkurs in Berliner Landeshaushalt

Der designierte CDU-Spitzenkandidat zur Berliner Abgeordnetenhauswahl, Stefan Evers, hat ein Umsteuern der Haushaltspolitik gefordert. »Wir können auf Dauer nicht mehr Geld ausgeben, als wir erwirtschaften«, sagte der amtierende Finanzsenator der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Über Evers Nominierung als Spitzenkandidat will der CDU-Landesvorstand am Montag entscheiden. Berlin müsse dort investieren, wo Nachholbedarf bestehe, während an anderer Stelle weniger ausgegeben werden müsse, sagte Evers. Zur Konsolidierung habe es bereits »schmerzhafte Schritte« gegeben, sagte Evers. Auch in Zukunft werde man jedoch »klare Prioritäten« setzen müssen. So könne sich die Stadt keine »teuren Vorschriften« beim Bauen oder beim Datenschutz mehr leisten. Zudem halte er nichts von »Kostenlos-Politik« für gut verdienende Eltern, die sich Schulmittagessen leisten könnten. Evers begrüßt geplantes Vergesellschaftungsverbot Den Kampf gegen die Vermüllung der Hauptstadt verband Evers mit einer Forderung: »Wer staatliche Leistungen erhält und arbeiten kann, sollte der Gemeinschaft auch etwas zurückgeben – zum Beispiel, indem er dabei hilft, Berlin sauber zu halten.« Zu Plänen der Bundesregierung, Vergesellschaftung zu verbieten, sagte Evers, es sei richtig, klare Grenzen zu ziehen. Die Debatte habe »riesigen Schaden« angerichtet und die Wohnungsnot verschärft. Statt Milliarden für Entschädigungen auszugeben, wolle er lieber in Infrastruktur und Wohnungen investieren, etwa am Rand des Tempelhofer Felds. Die Berliner Bevölkerung hatte sich 2021 in einem Volksentscheid mehrheitlich für die Vergesellschaftung privater Wohnungsunternehmen ausgesprochen, um den Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu bekämpfen. CDU in Umfragen auf dem vierten Platz Neben dem Finanzressort ist Evers seit Ende April zusätzlich für die Kulturpolitik in der Hauptstadt zuständig, nachdem seine Vorgängerin Sarah Wedl-Wilson infolge der CDU-Fördergeldaffäre zurückgetreten war. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner hatte am Freitag seine CDU-Spitzenkandidatur für die Wahl im September zurückgezogen und zugleich angekündigt, bis dahin im Amt zu bleiben. Zudem kündigte er an, den Vorsitz des Berliner CDU-Landesverbandes abzugeben. Als Grund nannte er, dass ihn die Debatte um sein Auftreten rund um den tagelangen Stromausfall im Berliner Südwesten zu Jahresbeginn zuletzt daran gehindert habe, mit inhaltlichen Themen durchzudringen. Zugleich räumte Wegner ein: »Die Kommunikation war Mist.« Am 20. September 2026 wählen die Berlinerinnen und Berliner das 20. Abgeordnetenhaus. Parallel stimmen sie auch über die Bezirksverordnetenversammlungen ab.

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12. Juli
Handelsblatt

Wahl in Berlin im September: Finanzsenator Evers soll schnell Spitzenkandidat werden

Wahl in Berlin im September: Finanzsenator Evers soll schnell Spitzenkandidat werden Berlin. Nach dem Rückzug von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner als CDU-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl will die Partei die Nachfolge möglichst schnell regeln. Schon am späten Montagnachmittag kommt dafür der Landesvorstand zusammen, um Finanzsenator Stefan Evers zu nominieren. Er soll die Landes-CDU durch den Wahlkampf und möglichst auch aus dem Umfragetief führen. Die Wahl ist am 20. September. Für den 46-Jährigen hatten sich am Freitagabend bereits die CDU-Kreisvorsitzenden ausgesprochen, die in solchen Fragen ein gewichtiges Wort mitzureden haben, aber nicht darüber beschließen können. Nach der Nominierung durch den Landesvorstand ist keine Abstimmung bei einem Landesparteitag mehr nötig. Anders ist es beim Landesvorsitz, den Evers zunächst kommissarisch übernimmt. Als Landesvorsitzender muss er beim nächsten Parteitag noch gewählt werden. Zunächst ruht auf Evers die Hoffnung vieler in der Landes-CDU, mit Blick auf die Wahl wieder Boden gutzumachen. Die CDU werde viel erreichen können, wenn sie sich geschlossen, motiviert und mit Blick auf das Wesentliche präsentiere, sagte Evers am Abend nach dem Treffen der CDU-Kreisvorsitzenden. „Ich bin bereit, diese Verantwortung zu übernehmen.“ Evers fordert klare Prioritäten im Haushalt Evers warnte vor weiter wachsenden Ausgaben im Landeshaushalt. „Natürlich müssen wir investieren, wo Berlin Nachholbedarf hat“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Dafür müsse an anderer Stelle weniger ausgegeben werden. „Deshalb haben wir schmerzhafte Schritte zur Konsolidierung des Haushalts unternommen. Und wir werden auch in Zukunft klare Prioritäten setzen müssen“, so der CDU-Politiker. Viele teure Vorschriften zum Beispiel beim Bauen oder beim Datenschutz könne sich Berlin nicht mehr leisten. „Ich halte auch nichts von Kostenlos-Politik für gut verdienende Eltern, die sich Schulmittagessen leisten können. Ich empfinde das als ungerecht.“ Unter dem Motto kostenlose Bildung hat sich der Koalitionspartner SPD in den vergangenen Jahren immer wieder für solche Angebote starkgemacht. Evers sagte außerdem, die zunehmende Vermüllung Berlins sei inakzeptabel. „Wir steuern dagegen - mit drastischen Bußgeldern und Personal zur konsequenten Durchsetzung der Regeln. Das ist ein Anfang, reicht mir aber nicht“, sagte er. „Ich finde, wer staatliche Leistungen erhält und arbeiten kann, sollte der Gemeinschaft auch etwas zurückgeben - zum Beispiel, indem er dabei hilft, Berlin sauber zu halten.“ Evers warnt vor einer linksgrünen Regierung in Berlin Zu den Plänen der Bundesregierung, Vergesellschaftung zu verbieten, erklärte er: „Es ist richtig, klare Grenzen zu ziehen. Die Debatte über Vergesellschaftung hat riesigen Schaden angerichtet und die Wohnungsnot verschärft.“ Statt Milliarden für Entschädigungen auszugeben, investiere er lieber in den Bau von Wohnungen - etwa am Rand des Tempelhofer Felds. Auch das unterscheide ihn von den Linken. Verwandte Themen Über seinen Politikstil sagte er: „Meine Stärke liegt im Management. Aber ich mache keine Politik aus dem Elfenbeinturm.“ Er stehe für einen modernen Konservatismus. „Und ich werde alles tun, eine linksgrüne Regierung in Berlin zu verhindern.“ Am Freitagnachmittag hatte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner seinen Rückzug von der CDU-Spitzenkandidatur bekanntgegeben. Er zog damit die Konsequenzen aus einer monatelangen Debatte um falsche Angaben über sein Krisenmanagement nach einem großen Stromausfall im Januar. Als Regierungschef will Wegner aber im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gewählt ist. Die Ausgangslage für Evers als neuer Spitzenkandidat ist alles andere als einfach: In der jüngsten Umfrage von Infratest dimap landete die CDU mit nur noch 17 Prozent hinter der Linken, den Grünen und der AfD auf Platz vier. Die aktuelle Regierungskoalition mit der SPD unter Führung von Wegner hat schon lange keine Mehrheit mehr. Und Evers ist in Berlin noch weitgehend unbekannt.

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12. Juli
Die Welt (Politik)

„Der CSD gehört zur DNA Berlins“, sagt der designierte CDU-Spitzenkandidat

„Der CSD gehört zur DNA Berlins“, sagt der designierte CDU-Spitzenkandidat Nach Kai Wegners Rückzug markiert der designierte CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers seine Linie: mehr Härte gegen Straftäter, klare Unterstützung für den CSD und eine deutliche Distanz zur Linkspartei. Nach den Brandanschlägen auf das Berliner Stromnetz Anfang des Jahres fordert der designierte CDU-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin, Stefan Evers, eine deutlich robustere Sicherheitsarchitektur. „Der Staat muss auf solche Anschläge mit Härte antworten. Täter müssen konsequent verfolgt werden. Und wir müssen noch besser vorbereitet sein: Klare Führungsverantwortung, ein gemeinsames Lagezentrum, regelmäßige Übungen und eine Verwaltung, die auch im Ausnahmefall handlungsfähig bleibt“, sagte er im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die Teilnahme der Senatskanzlei mit einem eigenen Wagen beim Christopher Street Day (CSD) verteidigte der derzeitige Finanz- und Kultursenator. „Der CSD gehört zur DNA Berlins“, erklärte er. Dass Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, ebenfalls von der CDU, eine Teilnahme der Verwaltung als Verstoß gegen die staatliche Neutralitätspflicht betrachtet, störe ihn nicht. Er sagte: „Die Union ist eine Volkspartei. Deshalb halten wir unterschiedliche Auffassungen aus. In dieser Frage bin ich klar: Der CSD steht für Vielfalt, Respekt und Menschenwürde. Dafür tritt unser Berlin sichtbar ein.“ Am Freitag hatte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner erklärt, seine Spitzenkandidatur für die Wahl des Abgeordnetenhauses im September zurückzuziehen. Wegner stand zuvor seit Monaten wegen seines Umgangs mit dem massiven Stromausfall in Berlin Anfang des Jahres in der Kritik. Der nun an Wegners Stelle antretende Evers betonte im FAZ-Interview, er stehe zu den Erfolgen der bisherigen Regierung. „Berlin ist heute besser aufgestellt als noch vor drei Jahren – bei den Bürgerämtern, der inneren Sicherheit oder der Bildung. Gleichzeitig beginnt mit meiner Kandidatur ein neues Kapitel. Ich habe meinen eigenen Kopf und meinen eigenen Stil.“ Seine Stärke liege im Management. „Aber ich mache keine Politik aus dem Elfenbeinturm.“ Er stehe für einen „modernen Konservatismus“, erklärte er. „Und ich werde alles tun, eine linksgrüne Regierung in Berlin zu verhindern. Die Linkspartei will mit ihrer Enteignungspolitik unsere Soziale Marktwirtschaft zerstören, sie hat ein Antisemitismusproblem, sie will unsere Polizei schwächen.“

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12. Juli
Süddeutsche Zeitung

Bundespolitik: „Bodenständig“ und „weltoffen“: Bundes-CDU setzt auf neuen Berliner Spitzenkandidaten Evers

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg. Wichtige Updates Prien will Unterhaltsvorschuss nur bis zum 16. Geburtstag  Bundesrat stimmt Krankenkassen-Reform zu Bundeswehr schließt Feldlager in Erbil Neues Heizungsgesetz im Bundestag beschlossen Sexualstrafrecht: Bundesrat für „Nur Ja heißt Ja“-Regel "Bodenständig" und "weltoffen": Bundes-CDU setzt auf neuen Berliner Spitzenkandidaten Evers Nachdem der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, seinen Rückzug als Spitzenkandidat der CDU für die Abgeordnetenhauswahl im September erklärt hat, setzt die Bundespartei ihr Hoffnungen nun in dessen designierten Nachfolger, Finanzsenator Stefan Evers. Er kenne Evers schon lange, sagte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann der SZ. Linnemann und Evers sind beide in Paderborn aufgewachsen und haben am selben Gymnasium ihr Abitur gemacht. Evers sei „auf der einen Seite bodenständig, auf der anderen weltoffen und den Menschen zugewandt“, so Linnemann. „Er passt zu Berlin.“   Auch der Berliner Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak sagte, Evers sei ein „hervorragender Spitzenkandidat, der für unsere Stadt brennt und wie wenige andere in den unterschiedlichen Milieus anerkannt ist“. Evers sei „liberal und wertkonservativ zugleich, er spiegelt die unterschiedlichen Facetten Berlins und ist damit ein Kind dieser Stadt“. Er könne „Florett und Degen gleichermaßen“, was bei der zu erwartenden harten Wahlauseinandersetzung das allerbeste Rüstzeug sei. Generalsekretär Linnemann räumte allerdings ein, dass die Zeit bis zur Wahl am 20. September kurz sei, um einen neuen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Es komme jetzt auf den Wahlkampf an, und für den bekomme Evers die volle Rückendeckung der Partei. Auch Luczak betonte, Evers könne „nicht hexen“. Die Wahl sei noch nicht gewonnen, die CDU sei aber „wieder auf dem Platz“, und sie spielten auf Sieg. Es gehe darum, „linke Mehrheiten oder gar eine linke Bürgermeisterin“ zu verhindern. Klar ist allerdings, dass sich die CDU dieses Jahr mit Blick auf die Landtagswahlen deutlich anders vorgestellt hatte. Anfang des Jahres hatte Linnemann auf dem Bundesparteitag noch davon gesprochen, dass die Union im Frühjahr zehn Ministerpräsidenten stellen könnte, dann verlor die CDU aber schon die Wahl in Baden-Württemberg. In Berlin führte sie zunächst die Umfragen an, bis Wegner sich in immer mehr Widersprüche und Unwahrheiten zu seinem Verhalten am ersten Tag des verheerenden Stromausfalls in Berlin Anfang Januar verstrickte. Derzeit liegt die CDU in Berlin hinter der Linken, den Grünen und der AfD nur noch auf Rang vier. Auch die Wahl in Sachsen-Anhalt ist für die CDU eine große Herausforderung. Die AfD liegt weit in Führung und macht sich Hoffnungen auf eine absolute Mehrheit. Auch der Berliner Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak sagte, Evers sei ein „hervorragender Spitzenkandidat, der für unsere Stadt brennt und wie wenige andere in den unterschiedlichen Milieus anerkannt ist“. Evers sei „liberal und wertkonservativ zugleich, er spiegelt die unterschiedlichen Facetten Berlins und ist damit ein Kind dieser Stadt“. Er könne „Florett und Degen gleichermaßen“, was bei der zu erwartenden harten Wahlauseinandersetzung das allerbeste Rüstzeug sei. Generalsekretär Linnemann räumte allerdings ein, dass die Zeit bis zur Wahl am 20. September kurz sei, um einen neuen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Es komme jetzt auf den Wahlkampf an, und für den bekomme Evers die volle Rückendeckung der Partei. Auch Luczak betonte, Evers könne „nicht hexen“. Die Wahl sei noch nicht gewonnen, die CDU sei aber „wieder auf dem Platz“, und sie spielten auf Sieg. Es gehe darum, „linke Mehrheiten oder gar eine linke Bürgermeisterin“ zu verhindern. Klar ist allerdings, dass sich die CDU dieses Jahr mit Blick auf die Landtagswahlen deutlich anders vorgestellt hatte. Anfang des Jahres hatte Linnemann auf dem Bundesparteitag noch davon gesprochen, dass die Union im Frühjahr zehn Ministerpräsidenten stellen könnte, dann verlor die CDU aber schon die Wahl in Baden-Württemberg. In Berlin führte sie zunächst die Umfragen an, bis Wegner sich in immer mehr Widersprüche und Unwahrheiten zu seinem Verhalten am ersten Tag des verheerenden Stromausfalls in Berlin Anfang Januar verstrickte. Derzeit liegt die CDU in Berlin hinter der Linken, den Grünen und der AfD nur noch auf Rang vier. Auch die Wahl in Sachsen-Anhalt ist für die CDU eine große Herausforderung. Die AfD liegt weit in Führung und macht sich Hoffnungen auf eine absolute Mehrheit. Berlins Finanzsenator Stefan Evers springt bei der Wahl im September für Kai Wegner ein. dpa Prien will Unterhaltsvorschuss nur bis zum 16. Geburtstag Mit einem Vorschuss springt der Staat ein, wenn Eltern keinen Unterhalt für ihre Kinder zahlen. Dafür wurde in den letzten Jahren mehr Geld nötig. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will den staatlichen Unterhaltsvorschuss künftig nur noch bis zum 16. Geburtstag von Kindern zahlen. Die Ministerin wolle dazu einen Gesetzentwurf zur Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes vorlegen, sagte ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums in Berlin. „Die Ausgaben für den Unterhaltsvorschuss haben sich seit der Reform 2017 vervierfacht und der Unterhaltsvorschuss hat sich zu einem der größten Kostenfaktoren für die Kommunen entwickelt“, erklärte der Sprecher. Zugleich bleibe das Ziel, Alleinerziehende verlässlich zu unterstützen – insbesondere Menschen mit jüngeren Kindern, bei denen der Betreuungsaufwand besonders hoch ist. Säumige Unterhaltspflichtige sollen außerdem konsequenter in die Verantwortung genommen werden, sagte der Sprecher. Alleinerziehende Elternteile können vom Staat Unterhaltsvorschuss beantragen, wenn der andere Elternteil – in der Praxis oftmals die Väter – nicht oder nicht in ausreichendem Maße Unterhalt zahlt. Der Staat kann sich dieses Geld dann von den säumigen Elternteilen zurückholen. In der Praxis gelingt das aber nur in einer Minderheit der Fälle. Die Kosten für den Vorschuss trägt zu 40 Prozent der Bund. Vor der im Jahr 2017 wirksam gewordenen Reform bestand der Anspruch auf Unterhaltsvorschuss nur für Kinder bis 12 Jahren und für maximal 72 Monate. Seit dem 1. Juli 2017 fließt das Geld hingegen bis zum 18. Geburtstag des Kindes und ohne zeitliche Begrenzung. „Die Ausgaben für den Unterhaltsvorschuss haben sich seit der Reform 2017 vervierfacht und der Unterhaltsvorschuss hat sich zu einem der größten Kostenfaktoren für die Kommunen entwickelt“, erklärte der Sprecher. Zugleich bleibe das Ziel, Alleinerziehende verlässlich zu unterstützen – insbesondere Menschen mit jüngeren Kindern, bei denen der Betreuungsaufwand besonders hoch ist. Säumige Unterhaltspflichtige sollen außerdem konsequenter in die Verantwortung genommen werden, sagte der Sprecher. Alleinerziehende Elternteile können vom Staat Unterhaltsvorschuss beantragen, wenn der andere Elternteil – in der Praxis oftmals die Väter – nicht oder nicht in ausreichendem Maße Unterhalt zahlt. Der Staat kann sich dieses Geld dann von den säumigen Elternteilen zurückholen. In der Praxis gelingt das aber nur in einer Minderheit der Fälle. Die Kosten für den Vorschuss trägt zu 40 Prozent der Bund. Vor der im Jahr 2017 wirksam gewordenen Reform bestand der Anspruch auf Unterhaltsvorschuss nur für Kinder bis 12 Jahren und für maximal 72 Monate. Seit dem 1. Juli 2017 fließt das Geld hingegen bis zum 18. Geburtstag des Kindes und ohne zeitliche Begrenzung. Söder lehnt Abschaffung von Minijobs ab Mit der Rentenreform plant die Bundesregierung eigentlich, geningfügig entlohnte Beschäftsigungsverhältnisse, also Minijobs, abzuschaffen. CSU-Chef Markus Söder hat diese Maßnahme nun aber ausgeschlossen. „Die Minijobs bleiben“, sagte der Parteivorsitzende der Augsburger Allgemeinen. Man könne darüber sprechen, wie man Betroffene stärker vor Altersarmut schützen könne: „Aber eine Abschaffung wäre falsch und würde wichtigen Branchen wie der Gastronomie, dem Einzelhandel oder der Landwirtschaft schwer schaden.“ Gleichzeitig würde so vielen Menschen der Hinzuverdienst genommen, warnte der bayerische Ministerpräsident. Die Minijobs hätten für die Zukunft der Altersversorgung wenig Bedeutung, die großen Reformen bei der Rente „sind andere: die Abschaffung der Rente mit 63 und der Einstieg in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge“. Der Verdienst bei Minijobs ist auf derzeit 603 Euro pro Monat oder 7236 Euro pro Jahr begrenzt. Der Arbeitnehmer zahlt keine Sozialabgaben, der Arbeitgeber eine Pauschale von rund 30 Prozent. Künftig sollen auch die Beschäftigten in Renten-, Pflege- und Krankenkasse einzahlen. Ausnahmen soll es nur für Schüler geben. Gleichzeitig würde so vielen Menschen der Hinzuverdienst genommen, warnte der bayerische Ministerpräsident. Die Minijobs hätten für die Zukunft der Altersversorgung wenig Bedeutung, die großen Reformen bei der Rente „sind andere: die Abschaffung der Rente mit 63 und der Einstieg in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge“. Der Verdienst bei Minijobs ist auf derzeit 603 Euro pro Monat oder 7236 Euro pro Jahr begrenzt. Der Arbeitnehmer zahlt keine Sozialabgaben, der Arbeitgeber eine Pauschale von rund 30 Prozent. Künftig sollen auch die Beschäftigten in Renten-, Pflege- und Krankenkasse einzahlen. Ausnahmen soll es nur für Schüler geben. Lorenz Zeck Bundestagsbeschluss: Polizei kann Echtzeit-Gesichtserkennung nutzen Die Koalition hat im Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das der Bundespolizei in besonderen Gefahrenlagen eine automatische Echtzeit-Gesichtserkennung an Bahnhöfen und anderen Orten in ihrem Zuständigkeitsbereich erlaubt. Für die Bekämpfung von Extremismus und Schleuserkriminalität soll die Bundespolizei zudem Befugnisse zur Telekommunikationsüberwachung bekommen. Mittels Videotechnik und Künstlicher Intelligenz soll die Bundespolizei bestimmte Bewegungsmuster erkennen dürfen, die auf die Begehung einer Straftat hindeuten, etwa wenn jemand mit der Faust ausholt, ein Messer zückt oder wenn eine hilflose Person ins Gleisbett fällt. Für die Abwehr einer dringenden Gefahr für „den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes“ oder für das Leben eines Menschen soll die Bundespolizei außerdem biometrische Daten in Echtzeit abgleichen dürfen. Es wäre etwa erlaubt, ein Foto eines entführten Kindes mit den Live-Aufnahmen von Videokameras an Flughäfen und Bahnhöfen abzugleichen. Mittels Videotechnik und Künstlicher Intelligenz soll die Bundespolizei bestimmte Bewegungsmuster erkennen dürfen, die auf die Begehung einer Straftat hindeuten, etwa wenn jemand mit der Faust ausholt, ein Messer zückt oder wenn eine hilflose Person ins Gleisbett fällt. Für die Abwehr einer dringenden Gefahr für „den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes“ oder für das Leben eines Menschen soll die Bundespolizei außerdem biometrische Daten in Echtzeit abgleichen dürfen. Es wäre etwa erlaubt, ein Foto eines entführten Kindes mit den Live-Aufnahmen von Videokameras an Flughäfen und Bahnhöfen abzugleichen. Bundesrat stimmt Krankenkassen-Reform zu Der Bundesrat hat das Gesundheits-Sparpaket der Bundesregierung passieren lassen. Während die Verabschiedung im Bundestag aufgrund der dortigen Mehrheitsverhältnisse außer Zweifel stand, galt der Ausgang im Bundesrat zunächst als offen. Der Gesetzentwurf wurde erst am Freitagmorgen auf die Tagesordnung gesetzt, nachdem die Länder einer Fristverkürzung zustimmten. Bund und Länder hatten bis einschließlich Donnerstag Gespräche über die Reform geführt, weil die Länder mehr Unterstützung für die Krankenhäuser verlangten. Angesichts der angespannten Lage der Kliniken habe man sich mit den Ländern verständigt, diesen noch einmal finanziell entgegenzukommen, sagte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Das Angebot bestehe in 450 Millionen Euro für die Krankenhäuser und weiteren 100 Millionen Euro für die Uni-Kliniken. Das Vorhaben bedurfte zwar nicht der expliziten Zustimmung des Bundesrats, dieser hätte aber den Vermittlungsausschuss anrufen können, um Verhandlungen mit dem Bundestag über Änderungen zu erzwingen. Das Gesetz wäre dann vorerst nicht in Kraft getreten. Was sich mit der Gesundheitsreform ändert: Bund und Länder hatten bis einschließlich Donnerstag Gespräche über die Reform geführt, weil die Länder mehr Unterstützung für die Krankenhäuser verlangten. Angesichts der angespannten Lage der Kliniken habe man sich mit den Ländern verständigt, diesen noch einmal finanziell entgegenzukommen, sagte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Das Angebot bestehe in 450 Millionen Euro für die Krankenhäuser und weiteren 100 Millionen Euro für die Uni-Kliniken. Das Vorhaben bedurfte zwar nicht der expliziten Zustimmung des Bundesrats, dieser hätte aber den Vermittlungsausschuss anrufen können, um Verhandlungen mit dem Bundestag über Änderungen zu erzwingen. Das Gesetz wäre dann vorerst nicht in Kraft getreten. Was sich mit der Gesundheitsreform ändert: Bundeswehr schließt Feldlager in Erbil Die Bundeswehr zieht ihre Soldaten voraussichtlich bis Ende September aus Erbil ab und schließt das deutsche Feldlager. Das teilte das Verteidigungsministerium am Freitag mit. „Der Abzug findet im Einklang mit den Amerikanern und den internationalen Partnern vor Ort statt“, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums der SZ. Demnach will die Bundeswehr den Umfang der Präsenz im Nordirak verkleinern. Wegen der seit Monaten angespannten Sicherheitslage durch den US-israelischen Krieg mit Iran sind derzeit ohnehin nur noch wenige deutsche Soldaten in Erbil stationiert. Ihre Zahl soll nun weiter sinken. Künftig bleiben lediglich einige Uniformierte etwa in beratender Funktion vor Ort. Mit dem Abzug endet ein Kapitel, das mit dem Vormarsch des sogenannten Islamischen Staats 2015 begonnen hatte. Die im Nordirak eingesetzten Soldaten sind der deutsche Beitrag für die internationale „Operation Inherent Resolve“. Diese endet im September auf Beschluss der irakischen Regierung. Wegen der seit Monaten angespannten Sicherheitslage durch den US-israelischen Krieg mit Iran sind derzeit ohnehin nur noch wenige deutsche Soldaten in Erbil stationiert. Ihre Zahl soll nun weiter sinken. Künftig bleiben lediglich einige Uniformierte etwa in beratender Funktion vor Ort. Mit dem Abzug endet ein Kapitel, das mit dem Vormarsch des sogenannten Islamischen Staats 2015 begonnen hatte. Die im Nordirak eingesetzten Soldaten sind der deutsche Beitrag für die internationale „Operation Inherent Resolve“. Diese endet im September auf Beschluss der irakischen Regierung. Ein deutscher Soldat mit Peschmerga-Kämpfern im Jahr 2016: Jahrelang hatte die Bundeswehr in Erbil kurdische Einheiten ausgebildet. Michael Kappeler/dpa Lorenz Zeck Neues Heizungsgesetz im Bundestag beschlossen Der Bundestag hat das neue Gebäudemodernisierungsgesetz beschlossen. Damit werden Kernpunkte der von der früheren Ampel-Regierung beschlossenen Regelungen gekippt. Die Reform soll am Freitag auch den Bundesrat passieren. Unions-Fraktionsvize Sepp Müller sagte, Menschen bekämen durch die Neuerungen wieder Freiheit im Heizungskeller: „Wir ersetzen Bevormundung durch Wahlfreiheit.“ Scharfe Kritik kam aus der Opposition. Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge sagte. „Diese Reform ist ein Brandbeschleuniger für die Klimakrise. Es ist völlig zukunftsvergessen, dass CDU und SPD wieder auf klimaschädliche Öl- und Gasheizungen setzen.“ Auch Umweltverbände warnen vor Rückschritten beim Klimaschutz und einer Kostenfalle für Mieterinnen und Mieter, wenn Vermieter neue Gasheizungen einbauen. Die Regierung setzt damit ihren Koalitionsvertrag um. Der Kern des geltenden Gesetzes soll nun wegfallen: Der Paragraf 71 mit „Anforderungen an eine Heizungsanlage“ sieht vor, dass jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Das galt seit Inkrafttreten der Regelung 2024 zunächst für Neubauten in einem Neubaugebiet. Für bestehende Gebäude gibt es im bestehenden Gesetz umfassende Übergangsfristen. Funktionierende Heizungen können weiter betrieben werden. Künftig sollen auch weiterhin neue Gas- und Ölheizungen eingebaut werden können. Voraussetzung ist, dass diese vom 1. Januar 2029 an einen zunehmenden Anteil CO₂-neutraler Brennstoffe wie Biomethan nutzen. Dies soll den Übergang zum klimafreundlichen Heizen ebnen. Was sich mit dem neuen Heizungsgesetz ändert: Unions-Fraktionsvize Sepp Müller sagte, Menschen bekämen durch die Neuerungen wieder Freiheit im Heizungskeller: „Wir ersetzen Bevormundung durch Wahlfreiheit.“ Scharfe Kritik kam aus der Opposition. Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge sagte. „Diese Reform ist ein Brandbeschleuniger für die Klimakrise. Es ist völlig zukunftsvergessen, dass CDU und SPD wieder auf klimaschädliche Öl- und Gasheizungen setzen.“ Auch Umweltverbände warnen vor Rückschritten beim Klimaschutz und einer Kostenfalle für Mieterinnen und Mieter, wenn Vermieter neue Gasheizungen einbauen. Die Regierung setzt damit ihren Koalitionsvertrag um. Der Kern des geltenden Gesetzes soll nun wegfallen: Der Paragraf 71 mit „Anforderungen an eine Heizungsanlage“ sieht vor, dass jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Das galt seit Inkrafttreten der Regelung 2024 zunächst für Neubauten in einem Neubaugebiet. Für bestehende Gebäude gibt es im bestehenden Gesetz umfassende Übergangsfristen. Funktionierende Heizungen können weiter betrieben werden. Künftig sollen auch weiterhin neue Gas- und Ölheizungen eingebaut werden können. Voraussetzung ist, dass diese vom 1. Januar 2029 an einen zunehmenden Anteil CO₂-neutraler Brennstoffe wie Biomethan nutzen. Dies soll den Übergang zum klimafreundlichen Heizen ebnen. Was sich mit dem neuen Heizungsgesetz ändert: Sexualstrafrecht: Bundesrat für „Nur Ja heißt Ja“-Regel Der Bundesrat spricht sich für die Einführung des Grundsatzes „Nur Ja heißt Ja“ im Sexualstrafrecht aus. Ein entsprechender Entschließungsantrag, der auf eine Initiative Hamburgs zurückgeht, fand in der Länderkammer eine Mehrheit. Die Entschließung wird nun der Bundesregierung übermittelt. Ob diese den Vorschlag der Länder aufnimmt, steht in ihrem Ermessen. In Deutschland gilt aktuell das „Nein heißt Nein“-Modell. Die Befürworter der weitreichenderen Lösung „Nur Ja heißt Ja“, die in einigen anderen europäischen Staaten, darunter Spanien, angewendet wird, sehen das Fehlen einer freiwilligen, erkennbaren Zustimmung zu einer sexuellen Handlung als zentrales Kriterium für deren Strafbarkeit. In Deutschland gilt aktuell das „Nein heißt Nein“-Modell. Die Befürworter der weitreichenderen Lösung „Nur Ja heißt Ja“, die in einigen anderen europäischen Staaten, darunter Spanien, angewendet wird, sehen das Fehlen einer freiwilligen, erkennbaren Zustimmung zu einer sexuellen Handlung als zentrales Kriterium für deren Strafbarkeit. Bundesrat macht Weg für Gaskraftwerke frei In Deutschland sollen in den nächsten fünf Jahren zahlreiche neue Gaskraftwerke gebaut werden. Nach dem Bundestag machte auch der Bundesrat den Weg dafür frei. Nun fehlt noch die Zustimmung der EU-Kommission, weil die neuen Anlagen mit Milliardensummen gefördert werden sollen. Über eine neue Umlage sollen vor allem Stromnutzern von 2031 an das Vorhaben finanzieren. Es geht um insgesamt elf Gigawatt neuer Kapazitäten, die spätestens Ende 2031 am Netz sein sollen. Kraftwerksbetreiber können sich in einer Auktion darum bewerben. Die neuen Anlagen sollen zunächst Erdgas verbrennen, spätestens 2045 sollen die Gaskraftwerke dann aber „klimaneutral“ mit Wasserstoff laufen. Darauf sollen sie schon beim Bau ausgelegt sein. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, von 2031 an eine „Versorgungslücke“ zu vermeiden und „Dunkelflauten“ zu überbrücken, wenn zu wenig Wind- und Solarenergie erzeugt wird. Dafür soll von 2032 an ein sogenannter Kapazitätsmarkt entstehen. Das heißt, Kraftwerksbetreiber werden dafür bezahlt, dass sie Kapazitäten vorhalten, die gerade nicht gebraucht werden. Es geht um insgesamt elf Gigawatt neuer Kapazitäten, die spätestens Ende 2031 am Netz sein sollen. Kraftwerksbetreiber können sich in einer Auktion darum bewerben. Die neuen Anlagen sollen zunächst Erdgas verbrennen, spätestens 2045 sollen die Gaskraftwerke dann aber „klimaneutral“ mit Wasserstoff laufen. Darauf sollen sie schon beim Bau ausgelegt sein. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, von 2031 an eine „Versorgungslücke“ zu vermeiden und „Dunkelflauten“ zu überbrücken, wenn zu wenig Wind- und Solarenergie erzeugt wird. Dafür soll von 2032 an ein sogenannter Kapazitätsmarkt entstehen. Das heißt, Kraftwerksbetreiber werden dafür bezahlt, dass sie Kapazitäten vorhalten, die gerade nicht gebraucht werden. Bundestag stimmt für Krankenkassenreform Das Parlament hat am letzten Tag vor der sitzungsfreien Zeit mehrheitlich für die Reform der Gesundheitsversorgung gestimmt. 319 Abgeordnete stimmten dafür, 286 dagegen, es gab vier Enthaltungen. Vorausgegangen war eine hitzige Debatte im Bundestag, in der Bundestagspräsidentin Julia Klöckner immer wieder um Ruhe bitten musste. Das von Gesundheitsministerin Nina Warken ausgearbeitete GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll von 2027 an eine Finanzierungslücke der gesetzlichen Kassen von 16 bis 19 Milliarden Euro schließen und weitere Beitragssteigerungen der gesetzlichen Krankenkassen verhindern. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und Pharmabranche – aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Noch am Freitag soll der Bundesrat über das Gesetz entscheiden. Was das neue Gesetz für Patienten, Ärzte und Klinken bedeutet, lesen Sie hier: Das von Gesundheitsministerin Nina Warken ausgearbeitete GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll von 2027 an eine Finanzierungslücke der gesetzlichen Kassen von 16 bis 19 Milliarden Euro schließen und weitere Beitragssteigerungen der gesetzlichen Krankenkassen verhindern. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und Pharmabranche – aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Noch am Freitag soll der Bundesrat über das Gesetz entscheiden. Was das neue Gesetz für Patienten, Ärzte und Klinken bedeutet, lesen Sie hier: Hitzige Debatte im Bundestag über Krankenkassen-Reform Der Bundestag führt eine hitzige Debatte über die geplante Reform der gesetzlichen Krankenkassen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann spricht von einem „Bruch der solidarischen Lastenverteilung“ durch das Gesetz. Die „eigentlichen Kostentreiber“ im Gesundheitswesen würden geschont. Gleichzeitig drohe durch die geplanten Sparmaßnahmen eine Insolvenzwelle bei den Krankenhäusern. Auch die Vorsitzende der Linksfraktion, Heidi Reichinnek, hält die Verteilung für unfair. „Alle leiden unter Ihrer Reform, außer die Pharmakonzerne und die Überreichen“, sagt sie in Richtung der Regierung. Durch eine schlechtere Versorgung aufgrund des Gesetzes würden Menschenleben gefährdet. Die AfD-Politikerin Nicole Hess wirft der Koalition vor, sie spare an der Gesundheitsversorgung „der Schwächsten der Gesellschaft“. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verteidigt ihr Vorhaben, das Paket sei ein „ausgewogenes“, sagt sie. Auch Unionsfraktionsvize Albert Stegemann (CDU) attestierte der Reform eine „faire Belastungsstatik“. SPD-Fraktionsvize Dagmar Schmidt räumt ein, dass die Vorstellungen in der Koalition über die Reform teils weit auseinander gelegen hätten. Es sei aber im parlamentarischen Verfahren gelungen, die „Schieflage bei den Belastungen etwas geradezurücken“ zugunsten der Versicherten. Die Debatte verläuft streckenweise turbulent mit vielen Zwischenrufen, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) muss mehrmals um Ruhe bitten und damit drohen, einzelne Abgeordnete des Saales zu verweisen. Auch die Vorsitzende der Linksfraktion, Heidi Reichinnek, hält die Verteilung für unfair. „Alle leiden unter Ihrer Reform, außer die Pharmakonzerne und die Überreichen“, sagt sie in Richtung der Regierung. Durch eine schlechtere Versorgung aufgrund des Gesetzes würden Menschenleben gefährdet. Die AfD-Politikerin Nicole Hess wirft der Koalition vor, sie spare an der Gesundheitsversorgung „der Schwächsten der Gesellschaft“. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verteidigt ihr Vorhaben, das Paket sei ein „ausgewogenes“, sagt sie. Auch Unionsfraktionsvize Albert Stegemann (CDU) attestierte der Reform eine „faire Belastungsstatik“. SPD-Fraktionsvize Dagmar Schmidt räumt ein, dass die Vorstellungen in der Koalition über die Reform teils weit auseinander gelegen hätten. Es sei aber im parlamentarischen Verfahren gelungen, die „Schieflage bei den Belastungen etwas geradezurücken“ zugunsten der Versicherten. Die Debatte verläuft streckenweise turbulent mit vielen Zwischenrufen, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) muss mehrmals um Ruhe bitten und damit drohen, einzelne Abgeordnete des Saales zu verweisen. Luzia Geier Hausärzte appellieren an Bundesrat: „Irrsinn stoppen“ Im Bundestag läuft die Debatte über das Sparpaket der schwarz-roten Koalition. Geplant ist, die gesetzlichen Krankenkassen 2027 von stark steigenden Ausgaben zu entlasten, um neue Beitragserhöhungen zu verhindern. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und Pharmabranche – aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Bereits im Vorfeld der letzten Sitzung von Bundestag und Bundesrat vor der Sommerpause appellierten die Hausärzte an die Länder, das umstrittene Sparpaket für stabile Krankenkassenbeiträge zu stoppen. „Spätestens der Bundesrat muss diese Irrfahrt stoppen. Wenn das Spargesetz so kommt, ist das ein einziges Fiasko für die Hausarztpraxen und ihre Patientinnen und Patienten“, sagte die Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth, der Rheinischen Post. Sie mahnte: „Wenn Bund und Länder auch weiterhin eine gute hausärztliche Versorgung für ihre Bürgerinnen und Bürger wollen, dann muss dieses Gesetz aufgehalten werden.“ Buhlinger-Göpfarth betonte, das Gesetz werde die „Versorgung der Patientinnen und Patienten spürbar verschlechtern“. Sie sprach von einem „Kahlschlag“ und warnte, die Folge wäre, dass die Vor-Ort-Versorgung in immer weniger Regionen gewährleistet werde, Menschen immer länger auf Termine warten müssten und weniger Zeit für ihre Behandlung bleibe. Bereits im Vorfeld der letzten Sitzung von Bundestag und Bundesrat vor der Sommerpause appellierten die Hausärzte an die Länder, das umstrittene Sparpaket für stabile Krankenkassenbeiträge zu stoppen. „Spätestens der Bundesrat muss diese Irrfahrt stoppen. Wenn das Spargesetz so kommt, ist das ein einziges Fiasko für die Hausarztpraxen und ihre Patientinnen und Patienten“, sagte die Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth, der Rheinischen Post. Sie mahnte: „Wenn Bund und Länder auch weiterhin eine gute hausärztliche Versorgung für ihre Bürgerinnen und Bürger wollen, dann muss dieses Gesetz aufgehalten werden.“ Buhlinger-Göpfarth betonte, das Gesetz werde die „Versorgung der Patientinnen und Patienten spürbar verschlechtern“. Sie sprach von einem „Kahlschlag“ und warnte, die Folge wäre, dass die Vor-Ort-Versorgung in immer weniger Regionen gewährleistet werde, Menschen immer länger auf Termine warten müssten und weniger Zeit für ihre Behandlung bleibe. Bundestagspräsidentin: Sitzungsfreie Zeit ist kein langer Urlaub Die acht Wochen ohne Bundestagssitzungen sollen keine lange Urlaubszeit für die Abgeordneten sein. Das betonte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner am letzten Sitzungstag vor der parlamentarischen Sommerpause. „Es ist keine wochenlange Urlaubspause, in die die Abgeordneten jetzt fahren“, so Klöckner. Die Abgeordneten arbeiteten in dieser sitzungsfreien Zeit in ihren Wahlkreisen, machten Sprechstunden oder seien in Gesprächen mit Vereinen und Verbänden. „Wenn ein Drittel der Abgeordneten es verlangt, der Bundeskanzler oder der Bundespräsident, kann dieser Bundestag auch zusammentreten“, fügte die CDU-Politikerin hinzu. In dieser Zeit würden auch Gesetze vorbereitet, und Bundestagsausschüsse tagten. Die Abgeordneten arbeiteten in dieser sitzungsfreien Zeit in ihren Wahlkreisen, machten Sprechstunden oder seien in Gesprächen mit Vereinen und Verbänden. „Wenn ein Drittel der Abgeordneten es verlangt, der Bundeskanzler oder der Bundespräsident, kann dieser Bundestag auch zusammentreten“, fügte die CDU-Politikerin hinzu. In dieser Zeit würden auch Gesetze vorbereitet, und Bundestagsausschüsse tagten. Julia Klöckner (CDU), Bundestagspräsidentin, sitzt in der 90. Plenarsitzung der 21. Legislaturperiode im Deutschen Bundestag. Eines der Hauptthemen der heutigen Sitzung ist die Abstimmung über das GKV- Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Elisa Schu/dpa Bundesrat will noch am Freitag über Krankenkassenreform entscheiden Auch der Bundesrat will heute in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause über die Reform der Krankenkassen entscheiden. Die Länder kamen trotz starker Bedenken gegen das Gesetzespaket einer Bitte des Bundestags um Fristverkürzung für die Beratungen nach. Es gebe aber laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur Bestrebungen, das Paket vorerst zu stoppen und den Vermittlungsausschuss anzurufen. Darüber dachte zumindest Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte von der SPD vor der Sitzung laut nach. Ob es für ein Anrufen des Vermittlungsausschusses eine Mehrheit geben werde, sei noch offen.  Zunächst muss der Bundestag das Vorhaben beschließen, dann geht es weiter an den Bundesrat. Mit der Reform sollen die gesetzlichen Krankenkassen 2027 von stark steigenden Ausgaben entlastet werden, um neue Beitragserhöhungen zu verhindern. Zunächst muss der Bundestag das Vorhaben beschließen, dann geht es weiter an den Bundesrat. Mit der Reform sollen die gesetzlichen Krankenkassen 2027 von stark steigenden Ausgaben entlastet werden, um neue Beitragserhöhungen zu verhindern. Spahn bringt Wahlrechtsentzug für Höcke ins Spiel Unionsfraktionschef Jens Spahn hat einen Entzug des passiven Wahlrechts von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke ins Spiel gebracht. „Alle reden ja immer über Verbotsverfahren. Wie wär’s denn, wenn wir einfach mal ein Verfahren machen und gucken, ob man jemandem extrem Rechtem wie ihm seine aktiven und passiven Wahlrechte abnehmen kann“, sagte Spahn im Focus-Podcast „Machtmenschen“.  Höcke, der wegen des Verwendens einer verbotenen SA-Parole zweimal vom Landgericht Halle verurteilt wurde, gilt als Rechtsaußen in seiner Partei. Seine Thüringer AfD wurde vom Landesverfassungsschutz bereits 2021 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Seit Jahren wird über ein mögliches Verbotsverfahren gegen die AfD diskutiert. Doch die Hürden sind hoch und es gibt Bedenken, ob ein Verfahren beim Bundesverfassungsgericht erfolgreich wäre. Spahn bekräftigte in dem Podcast eine Abgrenzung zur AfD. „Wer für Putin unterwegs ist, für China spioniert, extrem und radikal in der Sprache ist, von dem grenzen wir uns, grenze ich mich klar ab – politisch, inhaltlich, menschlich“, sagte Spahn. Mitte Juni hatte der SPD-Politiker und frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück dafür plädiert, einzelnen Vertretern der AfD das passive Wahlrecht zu entziehen – zum Beispiel Höcke. Ein Entzug des Wahlrechts ist in Deutschland rechtlich möglich, müsste aber im Falle von Höcke richterlich angeordnet werden. Höcke, der wegen des Verwendens einer verbotenen SA-Parole zweimal vom Landgericht Halle verurteilt wurde, gilt als Rechtsaußen in seiner Partei. Seine Thüringer AfD wurde vom Landesverfassungsschutz bereits 2021 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Seit Jahren wird über ein mögliches Verbotsverfahren gegen die AfD diskutiert. Doch die Hürden sind hoch und es gibt Bedenken, ob ein Verfahren beim Bundesverfassungsgericht erfolgreich wäre. Spahn bekräftigte in dem Podcast eine Abgrenzung zur AfD. „Wer für Putin unterwegs ist, für China spioniert, extrem und radikal in der Sprache ist, von dem grenzen wir uns, grenze ich mich klar ab – politisch, inhaltlich, menschlich“, sagte Spahn. Mitte Juni hatte der SPD-Politiker und frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück dafür plädiert, einzelnen Vertretern der AfD das passive Wahlrecht zu entziehen – zum Beispiel Höcke. Ein Entzug des Wahlrechts ist in Deutschland rechtlich möglich, müsste aber im Falle von Höcke richterlich angeordnet werden.

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11. Juli
taz (Öko & Co)

CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers: Der Mann mit den zwei Gesichtern

CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers: Der Mann mit den zwei Gesichtern Seit Freitag ist klar: Die CDU geht mit Stefan Evers in den Wahlkampf ums Berliner Abgeordnetenhaus. Er gilt als Liberaler – doch er kann auch anders. Zumindest darin ist sich Stefan Evers mit Kai Wegner einig. Berlins Regierender Bürgermeister, der am Freitag als Spitzenkandidat der CDU hingeschmissen hat, warnte noch während seiner Rücktrittsrede vor einem Linksbündnis in Berlin. „Wird die Linkspartei das Rote Rathaus übernehmen oder bleibt die CDU stärkste Kraft?“, fragte er und setzte noch einen drauf. „Werden Antisemiten und Polizistenhasser den Ton angeben oder die politische Mitte?“ Ganz ähnlich wie Wegner äußerte sich noch am gleichen Abend der designierte neue Spitzenkandidat Stefans Evers. Der amtierende Finanzsenator, der nach dem Rücktritt von Sarah Wedl-Wilson auch das Kulturressort kommissarisch führt, warnte auf X: „Diese Stadt steht am Wendepunkt.“ Die Wahl im September werde zu einer „Schicksalswahl“. Es gehe um die „Zukunft Berlins“. Scharfe Töne waren die Berlinerinnen und Berliner von Stefan Evers lange Jahre nicht gewohnt. Erst als die damalige Landesvorsitzende Monika Grütters ihn 2016 zum Generalsekretär der Berliner CDU machte, wurde sein Ton rauer. „Ausgeräuchert“ gehörten für ihn etwa jene Angreifer, die Polizisten in der Rigaer Straße durch einen Brand angelockt und dann aus einem Hauseingang mit Steinen beworfen hatten. Im anschließenden Gespräch mit der taz beteuerte Evers, an diesem Begriff nichts relativieren zu wollen. „Wut ist Wut, und die packe ich nicht in Samthandschuhe“, betonte er. Kritiker seines Posts auf Facebook bezeichnete er als „sensible Gemüter“. An die Adresse der Angreifer sagte Evers: „Falls sich die Täter durch meine Aussage verletzt fühlen, sollen sie sich an Behörden wenden. Die werden sich freuen.“ Wie sehr wird Evers polarisieren? Wird Stefan Evers nach seiner Nominierung durch den Landesvorstand, die als Formsache gilt, den Berliner Wahlkampf mehr noch als bisher polarisieren? Oder findet der 46-Jährige zurück zu den ausgewogenen Tönen, die den offen schwul lebenden Politiker aus Herdecke in Nordrhein-Westfalen lange Zeit kennzeichneten? Nicht nur für den Wahlkampf wird diese Frage entscheidend sein, sondern auch für mögliche Regierungskoalitionen nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September. Neben einem Linksbündnis, vor dem die CDU so wortreich warnt, wäre laut den jüngsten Umfragen auch eine Keniakoalition von CDU, Grünen und der SPD denkbar. In einer ersten Reaktion auf die Nominierung von Evers wollten die Grünen den kommenden starken Mann der CDU nicht als Gesicht des Neuanfangs sehen. Vielmehr verantworte auch Evers drei Jahre CDU-Politik, betonte die grüne Co-Landeschefin Nina Stahr. „Seine Haushaltspolitik hat Berlin in Unsicherheit gestürzt und Chaos bei den sozialen Trägern, der Wissenschaft und der Kultur hinterlassen“, sagt sie. „Unter Führung der CDU und als Bürgermeister hat Stefan Evers den Rückbau von Radwegen und die Streichung sämtlicher klimapolitischer Ambitionen mitzuverantworten.“ Nina Stahr, Grüne Co-Landesvorsitzende Allerdings wollte die Grünen-Chefin die Tür zu Evers nicht zuschlagen. „Gerade in Zeiten, in denen einige Akteure der CDU ein seltsames Verständnis von Verantwortung, Regeltreue und Wahrheit an den Tag gelegt haben, kommt auf Stefan Evers als neue Führungsfigur eine große Aufgabe zu“, so Nina Stahr. Im rot-schwarzen Senat unter Klaus Wowereit haben Grüne und Evers mitunter sogar am selben Strang gezogen. Als stadtentwicklungspolitischer Sprecher seiner Partei war Evers Mitglied am Runden Tisch Liegenschaftspolitik. Das Gremium war vom Abgeordnetenhaus 2012 installiert worden, um die bis dahin geltende Praxis zu überprüfen, landeseigene Grundstücke an den Meistbietenden zu verkaufen. Wie die Grünen und die Linkspartei setzte sich Evers damals auch dafür ein, das Berliner Tafelsilber nicht meistbietend zu verscherbeln, sondern an Investoren oder Genossenschaften zu vergeben, die das beste Konzept haben. Allerdings stellte sich der damalige parteilose, von der SPD nominierte Finanzsenator Ulrich Nußbaum einer solchen Neuausrichtung der Liegenschaftspolitik immer wieder in den Weg. Im Oktober 2013 wurde es dem Runden Tisch schließlich zu bunt. Weil bei der Immobilienmesse Expo Real immer noch landeseigene Grundstücke zum Höchstpreis angeboten wurden, verabschiedete das Gremium einen Forderungskatalog. Unterzeichnet hatte ihn auch der CDU-Mann Stefan Evers. Gestaltungsmöglichkeit versus Geld Mehr Gestaltungsmöglichkeit, auch um den Preis, weniger Geld einzunehmen: Spätestens seit Stefan Evers nach der Wiederholungswahl 2023 Finanzsenator von Schwarz-Rot wurde, hat er eine andere Rolle inne. Zu Beginn der Koalition gab Evers allerdings noch nicht den Sparkommissar. Um Berlin fit für den Klimawandel und schließlich auch klimaneutral zu machen, handelte er mit der SPD ein 5 Milliarden Euro schweres Klima-Sondervermögen aus. Es sollte bei Bedarf um weitere 5 Milliarden erweitert werden können. Doch schon im Februar 2024 war klar, dass es damit nichts wird. Ein vom Senat beim Abgeordnetenhaus in Auftrag gegebenes Gutachten hatte das Sondervermögen beerdigt. Spätestens ab da war Stefan Evers derjenige, der im engen Spielraum des Haushalts agieren musste – und selbst das „Beerdigen“ übernahm: von Förderanträgen sozialer Projekte bis zum Stopp des Radwegeausbaus und ambitionierter Klimaprojekte. Sparen und investieren Mit Sparansagen alleine wird Evers jedoch keinen Wahlkampf machen. Bereits bei der Bilanz von Schwarz-Rot auf der Senatspressekonferenz am vergangenen Dienstag betonte er, damals noch kein CDU-Spitzenkandidat, dass Berlin bei allen Sparanstrengungen seine Investitionen sogar noch erhöhen konnte. Die Investitionen, die Evers anspricht, sollen auch weiterhin über Kredite und andere Finanzierungswege jenseits des regulären Haushalts realisiert werden. „Wir wissen, wie entscheidend die Investitionen an der richtigen Stelle für die Zukunft unseres Landes sind, daher haben wir uns der Aufgabe gestellt, nach anderen Finanzierungsinstrumenten zu suchen“, hatte Evers schon vor mehr als einem Jahr als Devise ausgegeben. Sparen und Investieren, das könnte der Zweiklang sein, mit dem Evers in den Wahlkampf geht. Und der Wille, die Erfolge seiner CDU, vor allem bei der Verwaltungsreform, ins Schaufenster zu stellen. Dass Evers Wahlkampf kann, hat er bereits bei der Wiederholungswahl 2023 bewiesen. Aus dem Nichts hat er als Wahlkampfmanager die CDU mit 28 Prozent zur stärksten Partei gemacht. Nun aber muss er nicht nur organisieren, sondern auch an die Wahlstände. Ob seine Art, die manchmal auch belehrend sein kann, da ankommt? Ein bisschen erinnert Evers in solchen Momenten an den Brandenburger Innenminister Jan Redmann, ebenfalls CDU. Beide sind sie smart, beide gleich alt, beide sind sie schwul und liberal, beide können aber auch Law and Order und harte Töne spucken. 50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. 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