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Sonntag, 26. Juli 2026
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Die Rolle der Unicredit: Der Niedergang der deutschen Großbanken

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25. Juli
FAZ (Wirtschaft)

Die Rolle der Unicredit: Der Niedergang der deutschen Großbanken

Die Rolle der Unicredit : Der Niedergang der deutschen Großbanken Nach einer Übernahme der Commerzbank befänden sich vier der ehemals fünf deutschen Großbanken unter dem Dach der Mailänder Unicredit. Übrig bliebe die Deutsche Bank, die aber nur noch in der zweiten Liga spielt. Politikirrtümer und Managementfehler erklären die Misere. Vor fast genau 30 Jahren näherte sich ein Hubschrauber dem damals neuen Turm der Commerzbank im Frankfurter Bankenviertel. Er transportierte die 40,04 Meter hohe Antenne, die das Hochhaus „zum König der Frankfurter Wolkenkratzer krönt“, wie die F.A.Z. am 7. Dezember 1996 schrieb. „Der neue Zacken in der Skyline – das höchste Bürogebäude Europas – misst seit gestern 298,74 Meter“, fuhr der „Frankfurts neue Hoheit“ überschriebene Artikel fort. Weder im neuen Turm der Commerzbank noch in den einschlägigen Restaurants der Frankfurter Banker in der Freßgassʼ oder am Opernplatz war damals vorstellbar, dass eine italienische Großbank sich anschicken könnte, vier der fünf deutschen privaten Großbanken zu übernehmen. Eine Mesalliance in Bayern Die ehemalige Bayerische Vereinsbank und die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank, Ende der 1990er Jahre auf Druck der Bayerischen Staatskanzlei und der Großversicherer in der Münchener Königinstraße in einer Mesalliance zur Hypovereinsbank zwangsvereint, befinden sich schon seit gut 20 Jahren im Besitz der in Mailand ansässigen Unicredit. Puristen alten Stils erinnern gerne daran, dass die beiden bayerischen Banken in den offiziellen Statistiken nicht als Großbanken, sondern als sogenannte gemischte Institute erschienen, da sie über das staatliche Privileg zur Ausgabe von Hypothekenschuldverschreibungen verfügten. In der Praxis hatte die Trennung zwischen Großbanken und gemischten Instituten längst ihren Sitz verloren, da die beiden bayerischen Banken wie große Universalbanken auftraten und die offiziellen Großbanken das Hypothekengeschäft über spezialisierte Tochtergesellschaften betrieben. Aus dem Zusammenschluss der profitablen Bayerischen Vereinsbank mit der durch fehlgeschlagene Immobiliengeschäfte schwer erschütterten Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank sollte eine aus rein geschäftlicher Sicht sinnvolle Übernahme der Vereinsbank durch die Deutsche Bank verhindert werden. „Wir werden für lebendigen Wettbewerb zwischen Frankfurt und München sorgen“, kündigte der Vorstandsvorsitzende der Hypotheken- und Wechsel-Bank, Eberhard Martini, mit Blick auf die im Jahr 1998 vollzogene bayerische Fusion an. Bald brach interner Streit zwischen Ehemaligen der Vereins- und der Hypotheken- und Wechsel-Bank aus, weil die Altlasten der Hypotheken- und Wechsel-Bank alle Befürchtungen übertrafen. Sieben Jahre später sah die neue Hypovereinsbank sich nicht mehr in der Lage, im Alleingang weiterzumachen, und verkaufte sich an die Mailänder Unicredit. Eine „Bad Bank“ für die Dresdner Bank Heute hält die Unicredit annähernd 50 Prozent an der Commerzbank, die in der großen Finanzkrise auf Geheiß der Politik eine Verbindung mit der schwer angeschlagenen Dresdner Bank eingehen musste, um den bisherigen, mit der Führung der Bank überforderten Eigentümer, die Allianz AG, zu stabilisieren. Die Bundesregierung und die Deutsche Bundesbank benutzten die Commerzbank bewusst als eine Art „Bad Bank“ für die mit der Dresdner Bank verbundenen Risiken, die erheblicher staatlicher Hilfen bedurfte. Der deutsche Staat ist bis heute an der Commerzbank beteiligt. Die Integration der Dresdner Bank unter Zeitdruck darf im Nachhinein als eine beeindruckende Leistung des damaligen Commerzbank-Vorstands bezeichnet werden, aber aus zwei schwachen Großbanken konnte keine starke Großbank entstehen. Daher ist auch aller öffentlichen Bekenntnisse zur Commerzbank aus Politik und Wirtschaft zum Trotz bis heute kein „weißer Ritter“ aus Deutschland erschienen, der den leeren Worten starke Taten folgen ließe und Milliarden mobilisierte, um der Unicredit Kontra zu geben. Folglich wird es kaum gelingen, die Großbank aus Mailand davon abzuhalten, ihre Beteiligung auf mehr als 50 Prozent auszubauen. Die Zeiten, in denen die Frankfurter Bankenszene eher abschätzig nach Frankreich, Spanien oder Italien schaute, sind noch nicht lange her. Heute ist der Befund aus Frankfurter Sicht ernüchternd. Die großen europäischen Banken wie die spanische Santander, die schweizerische UBS, die französische BNP Paribas und die italienische Unicredit werden an der Börse mit mehr als 100 Milliarden Euro bewertet. Der Börsenwert der Deutschen Bank beträgt 57 Milliarden Euro, die Commerzbank kommt auf 42 Milliarden Euro. Die deutschen Großbanken spielen in der zweiten Liga. Die Schwächen des Drei-Säulen-Modells Drei große Trends erklären den Bedeutungsverlust der großen deutschen Banken in einem Europa, das in anderen Ländern deutlich größere private Bankkonzerne hat entstehen lassen. Das traditionelle Drei-Säulen-System in der Kreditwirtschaft ist in Deutschland auf Betreiben der Organisationen von Sparkassen und Genossenschaftsbanken in eisiger Starre verharrt, während in anderen Ländern in der jüngeren Vergangenheit Zusammenschlüsse über Säulengrenzen hinweg möglich waren. Zweitens haben in Deutschland viele größere Banken sich schwergetan, nach dem Ende der Deutschland AG in einer Welt sich globalisierender Finanzmärkte belastbare Strategien zu entwickeln. Und nicht zuletzt wurde die Konsolidierung der privaten großen Häuser durch sachfremde Einflüsse und schlechtes Management über fast 30 Jahre regelrecht verpfuscht. Kurz nach der Jahrtausendwende war die Commerzbank mit Versuchen gescheitert, die Sparkasse in Stralsund und die Frankfurter Sparkasse zu erwerben. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband stellte in einer Anzeige „weitreichende negative Folgen für die Wirtschaftskraft und Zukunft von Stralsund“ in Aussicht und erinnerte daran, dass es privaten Banken nur darum gehe, „den Profit für die eigenen Aktionäre zu mehren“. Zu dieser Zeit hatte in Italien längst eine Reform des Marktes eingesetzt, die sich auf die Privatisierung von Sparkassen stützte. Als die Commerzbank sich in Deutschland die Zähne am Widerstand des Sparkassenverbandes und der mit ihm verbündeten Politik ausbiss, hatte in Italien die traditionsreiche Großbank Credito Italiano sich mit der Übernahme von sechs privatisierten Sparkassen und einer privatisierten Regionalbank in jene Unicredit verwandelt, an die die Führung der wenig erfolgreichen Münchener Hypovereinsbank sich im Jahre 2005 wegen einer Übernahme wendete. Privatisierte Sparkassen spielten auch eine Rolle in der Entstehung der zweiten privaten italienischen Großbank, der Intesa Sanpaolo aus Turin. Drei-Säulen-Systeme aus öffentlichen, genossenschaftlichen und privaten Banken sind nicht nur in Italien aufgebrochen worden. Die größte französische Bankengruppe, der Crédit Agricole, besitzt seit dem Jahr 2001 eine als Aktiengesellschaft verfasste, an der Börse notierte Dachgesellschaft, die externe Wachstumsmöglichkeiten eröffnet. In den vergangenen Jahrzehnten hat der Crédit Agricole die private Banque Indosuez und den Konsumentenfinanzierer Sofinco sowie die vorübergehend verstaatlichte Großbank Crédit Lyonnais übernommen. Im Namen der zweitgrößten Bank Spaniens, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA), erinnert das Wort Argentaria an den Banco Argentaria, einen Zusammenschluss staatlicher Regionalbanken, der in den Neunzigerjahren in BBVA aufging. Der Börsenwert der privaten Großbank ist mit 123 Milliarden Euro mehr als doppelt so groß wie der Börsenwert der Deutschen Bank. Die Dominanz der öffentlichen Institute Als Ergebnis der Reformen in anderen Ländern wurde das deutsche Kreditsystem allmählich zu einem Sonderfall. „Im europäischen Kontext ist der deutsche Bankensektor mit seinem hohen Anteil öffentlich-rechtlicher Kreditinstitute eine Besonderheit“, stellte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung schon im Jahr 2004 in einer Untersuchung im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen fest. „In Italien waren Ende der neunziger Jahre etwa 17 Prozent der Bankaktiva mehrheitlich in öffentlicher Hand. In Frankreich war dieser Anteil unbedeutend. In Spanien gab es Ende der neunziger Jahre keine Mehrheitsbeteiligung der öffentlichen Hand an Kreditinstituten. Demgegenüber wurden in Deutschland noch immer mehr als 40 Prozent der Bankaktiva (inklusive Spezialbanken) dem öffentlichen Bereich zugerechnet.“ Nicht einmal der Niedergang mehrerer Landesbanken in der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 kam den privaten Banken zugute. Die Landesbanken, entwickelt als Zentralbanken der Sparkassen, Partner der öffentlichen Hand und regionale Förderbanken, hatten sich auf der Suche nach lukrativen Geschäftsmöglichkeiten ins Ausland begeben. Gleich mehrere Häuser gerieten in Existenznot, nachdem der Wert der von ihnen in großem Umfang, aber mit geringem Verständnis erworbenen amerikanischen Hypothekenverbriefungen sich in Luft aufgelöst hatte. Die öffentlich-rechtliche Finanzgruppe antwortete auf das Desaster mit eigenen Mitteln, die aber nicht reichten. Die ergänzenden Hilfen des Steuerzahlers wurden vor ein paar Jahren auf rund 40 Milliarden Euro geschätzt. Die privaten Banken konnten von diesem Debakel wenig profitieren, weil ihnen nach dem Ende der Deutschland AG eine erfolgreiche Neuausrichtung schwerfiel. Der Wirtschaftshistoriker Hartmut Berghoff hat in einer „Trügerischer Wohlstand“ überschriebenen Wirtschaftsgeschichte der Berliner Republik die Irrungen prägnant beschrieben. In den 1980er Jahren favorisierten die privaten Großbanken das auf die Nutzung von Synergien mit Versicherungen ausgerichtete Allfinanzkonzept, das sich angesichts unterschiedlicher Unternehmenskulturen und Kompetenzen bald als Irrweg erwies. Sinnsuche nach der Deutschland AG Mit dem Ende der Deutschland AG und dem Beginn einer Globalisierungswelle verband sich nicht nur die Auflösung wechselseitiger Kapitalbeteiligungen zwischen Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen, sondern auch der einem „gravierenden Traditionsbruch“ (Berghoff) gleichende Abschied von einem überwiegend auf die Binnenwirtschaft konzentrierten Einlagen- und Kreditgeschäft. Die Deutsche Bundesbank verhinderte viele Jahre mit dem Argument, sie müsse die Wirkungsfähigkeit ihrer Geldpolitik verteidigen, die Entwicklung der Kapitalmärkte, darunter vor allem die eines inländischen Marktes für Unternehmensanleihen. Vielen deutschen Unternehmen, die Eigenkapital durch die Einbehaltung von Gewinnen aufbauten und ihre Fremdfinanzierung mit Bankkrediten sicherten, genügte das Angebot der heimischen Banken, zumal die deutschen Häuser mit der traditionellen Außenhandelsfinanzierung Exporteure ins Ausland begleiten konnten. Ihre Erfahrungen mit dem Investmentbanking erwiesen sich als weniger überzeugend. „Als Reaktion auf die Globalisierung, insbesondere auf die Deregulierung und internationale Öffnung der Finanzmärkte sowie der Kombination von hoher Liquidität, niedrigen Zinsen und steigendem Renditedruck, setzten die Großbanken verstärkt auf das Investmentbanking“, schreibt Berghoff, der in der „Umwandlung konservativer, stark auf Deutschland konzentrierter Kreditinstitute in global operierende Profitmaximierer“ die Ursache „riskanter und oft auch krimineller Praktiken sowie des Verlusts jedweder Bodenhaftung“ erblickt. Wie die Landesbanken ließen sie sich auf Geschäfte ein, die sie nur eingeschränkt verstanden. Für von deutschen Banken in London und New York beschäftigte Investmentbanker brachen goldene Zeiten an, während die Risiken unterschätzt wurden. In der Finanzkrise mussten daher auch die privaten Großbanken eine „schwindelerregende Kapitalvernichtung“ hinnehmen. Ein kolossaler Niedergang Gleichzeitige Versuche einer Konsolidierung im Heimatland scheiterten. Die bayerische Lösung mit der Gründung der Hypovereinsbank führte nach wenigen Jahren zur Unicredit nach Mailand. Das Münchener Beispiel lehrt, dass schiere Größe für sich genommen kein Qualitätskriterium für eine Bank darstellt, solange sie sich nicht mit einem ertragsstarken und nachhaltigen Geschäftsmodell verbindet. Mehrfache Gespräche zwischen der Commerzbank und einer damals noch in einer passablen Verfassung befindlichen Dresdner Bank verliefen vor der Finanzkrise ergebnislos. Die im Jahr 2000 mit Pomp angekündigte Fusion von Deutscher Bank und Dresdner Bank wurde von Investmentbankern der Deutschen Bank hintertrieben. Etwa gleichzeitig entstand in Paris durch die Übernahme von Paribas durch die BNP eine der größten Banken Europas mit einer ansehnlichen Präsenz auch auf dem deutschen Markt. Ein später Versuch, die Deutsche Bank und die Commerzbank zusammenzuführen, scheiterte im Jahr 2019. „Die Entwicklung der deutschen Großbanken in der frühen Berliner Republik kann man nur als kolossalen Niedergang bezeichnen“, bilanziert Berghoff. „Die einst so imposante Dresdner Bank verschwand von der Bildfläche, die Commerzbank musste vom Steuerzahler gerettet werden und die Deutsche Bank, immer noch der Marktführer in Deutschland, spielte im Konzert der größten Banken der Welt nur noch die zweite Geige.“ Einige frühere Fehlentscheidungen erweisen sich als irreversibel.

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24. Juli
Wirtschaftswoche

UniCredit: Commerzbank-Aufsichtsratschef schaltet sich in Übernahmestreit ein

UniCredit: Commerzbank-Aufsichtsratschef schaltet sich in Übernahmestreit ein Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann schaltet sich in den Streit um die Übernahme des Frankfurter Geldhauses ein und fordert die italienische UniCredit zu direkten Gesprächen auf. Der ehemalige Bundesbank-Chef gesteht damit ein, dass an einer Machtübernahme durch die Mailänder Großbank nichts mehr vorbeiführt. „Auch wenn wir es uns anders gewünscht hätten, die Mehrheitsverhältnisse auf der nächsten Hauptversammlung sind klar“, teilte Weidmann auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag mit. „Jetzt geht es darum, in konstruktiven Gesprächen wichtige Eckpunkte für Mitarbeiter, Aktionäre und die Kunden der Bank festzulegen.“ UniCredit hat sich mit ihrem Übernahmeangebot fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile gesichert. Weidmann reagiert damit auf den selbstbewussten Auftritt von UniCredit-Chef Andrea Orcel am Donnerstag. Dieser hatte angekündigt, mit der Bundesregierung und dem Betriebsrat über eine gemeinsame Zukunft seines Hauses mit der Commerzbank Er hatte sich in dem Tauziehen lange zurückgehalten und stets Orlopp sprechen lassen. Regierung und Betriebsrat hatten bereits am Donnerstag darauf verwiesen, dass der Vorstand der erste Ansprechpartner für Orcel sei. Orlopp hatte lange um die Unabhängigkeit der Commerzbank gekämpft, nach dem Ergebnis des Übernahmeangebots aber mehrfach ihre Bereitschaft zu Verhandlungen betont. Vorher hatten mehrere Anläufe zu Gesprächen mit Orcel keine Ergebnisse gebracht. Orcel will der Commerzbank sein Geschäftsmodell überstülpen, Orlopp pocht dagegen unter anderem auf den Erhalt des umfangreichen Auslandsnetzes, mit dem die Bank ihre Mittelstandskunden beim Export in alle Welt begleitet. Orcel hatte die Commerzbank am Donnerstag aufgefordert, das UniCredit-Modell mit Beginn des neuen Jahres als Blaupause zu verwenden. Andernfalls werde man eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, auf der der Aufsichtsrat neu besetzt werden könnte. Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) stellte sich im Gespräch mit Reuters hinter Weidmanns Forderung: „Wir brauchen jetzt direkte konstruktive Gespräche zur Zukunft der Commerzbank, zur Sicherung des Standorts und zur Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt.“ Orcel kenne seine Erwartungen: ein Bekenntnis zum Hauptsitz in Frankfurt, den Erhalt wichtiger Arbeitsplätze und die langfristige Sicherung der Mittelstands-Finanzierung. „Jetzt muss es darum gehen, ein einheitliches Verständnis und gemeinsame Wege im Sinne des Standorts zu finden“, sagte Rhein. „Dabei erwarte ich auch Unterstützung aus dem Bund. Denn Frankfurt ist als wichtigster Finanzplatz der Europäischen Union von zentralem nationalen Interesse.“

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23. Juli
Tagesschau

UniCredit steht kurz vor Commerzbank-Übernahme

Kontrollmehrheit in Sicht UniCredit steht kurz vor Commerzbank-Übernahme Die italienische Großbank UniCredit steht kurz vor der Übernahme der Commerzbank. Bankchef Orcel sucht dazu jetzt das Gespräch mit allen Beteiligten. Willkommen ist er allerdings nicht. Geht es nach UniCredit-Chef Andrea Orcel, ist die Übernahme der Commerzbank bereits beschlossene Sache. "Die Commerzbank entwickelt sich von einer attraktiven Finanzbeteiligung zu einer strategischen Transaktion mit substanziellem industriellen Wert durch die Umsetzung unserer bewährten Blaupause", heißt es in einer Präsentation von Orcel zu den Quartalszahlen. Mit den Genehmigungen der Aufseher sei vielleicht noch in diesem Jahr zu rechnen. Kurz danach werde man die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen und die Strategie implementieren. Wenn nötig, werde UniCredit eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, heißt es in der Präsentation weiter. Mit einem Tauschangebot sicherte sich UniCredit zuletzt fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile. Europa-Visionen sind nicht neu Orcel folgt mit der Commerzbank-Übernahme einer bekannten Strategie: profitables Wachstum durch Zukäufe. Schon einer seiner Vorgänger, Alessandro Profumo, der zwischen 1995 und 2010 an der Spitze stand, trieb die Formung eines europäischen Bankhauses energisch voran. Zur UniCredit gehören heute die ehemalige HypoVereinsbank aus Deutschland, sowie die ebenfalls im Jahr 2005 übernommene Bank Austria aus Österreich. Mit der Commerzbank würde der Konzern weiter wachsen. Strategisch ist es das Ziel von Orcel, ein europäisches Gegengewicht zur übermächtigen US-Konkurrenz aufzubauen, die auch in Europa sehr aktiv ist und um Marktanteile kämpft. Allen Widerständen zum Trotz: Risiken bleiben Orcel will der Commerzbank das eigene Geschäftsmodell überstülpen. Das stößt sowohl beim Vorstand als auch beim Betriebsrat des Frankfurter Geldhauses auf erbitterten Widerstand und zog auch immer wieder Kritik der Bundesregierung auf sich. Der Bund ist mit einem Anteil von zwölf Prozent zweitgrößter Commerzbank-Aktionär - eine Übernahme wird er aber nicht verhindern können. Ab 2024 gab der Bund seine einstige Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie sukzessive auf, die er nach der Rettung der Bank während der Finanzkrise 2008/2009 erworben hatte. Orcel erklärte nun, er wolle sich konstruktiv mit der Bundesregierung, den Arbeitnehmervertretern und der Führung der polnischen Commerzbank-Tochter mBank ins Benehmen setzen. "Es sollte kein Problem sein, zu einer Einigung zu kommen, die im besten Interesse aller ist", sagte Orcel. Den jetzigen Commerzbank-Vorstand erwähnte er nicht - dafür aber der Betriebsrat: "Wenn wir Betriebsräte hier als Verhandlungspartner genannt werden, liegt die UniCredit leider falsch", sagte Betriebsratsvorsitzender Sascha Uebel und verwies auf das deutsche Gesellschaftsrecht. Danach sei der Vorstand erster Ansprechpartner. Risiken bleiben damit für UniCredit. Denn weder der Commerzbank-Vorstand unter Bettina Orlopp, noch die Arbeitnehmer, noch die Bundesregierung heißen sie willkommen. Es wird vielmehr von einer "feindlichen Übernahme gesprochen". Zu erwarten sind nämlich deutliche personelle Einschnitte, um die Kosten weiter zu senken. Am Verlust weiterer hochwertiger Arbeitsplätze hat auch der deutsche Finanzminister kein Interesse. Prognose erhöht Trotz des Übernahmekampfes um die Commerzbank sprach die UniCredit von einem rekordträchtigen ersten Halbjahr mit einem Nettogewinn von 6,1 Milliarden Euro. Die Bank hat daher ihre Prognose für den Nettogewinn im Jahr 2026 nach oben gesetzt. Sie rechnet nun mit "deutlich" mehr als den zuvor erwarteten mindestens elf Milliarden Euro. Im zweiten Quartal sank das Nettoergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,1 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, was aber immer noch über den Analystenerwartungen lag. DAX fällt wieder zurück Der DAX kann derweil seine Vortagesgewinne nicht halten und ringt wieder mit der Marke von 25.000 Punkten. Nachgebende Technologiewerte nach enttäuschend aufgenommene Zahlen der US-Tech-Riesen Alphabet und Tesla vom Vorabend, aber auch die Sorge um eine immer weiter gehende Eskalation im Iran-Krieg drücken auf die Stimmung.

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23. Juli
Wirtschaftswoche

CoBa-Übernahme: UniCredit erhöht Gewinnziel

CoBa-Übernahme: UniCredit erhöht Gewinnziel Die italienische Großbank UniCredit rechnet fest mit einer Übernahme der Commerzbank Mit den Genehmigungen der Aufseher sei vielleicht noch in diesem Jahr zu rechnen. Kurz danach werde man die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen und die Strategie implementieren. Wenn nötig, werde UniCredit eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, heißt es in der Präsentation. UniCredit will mit Regierung über Commerzbank sprechen Der UniCredit-Chef will die Bundesregierung und die Arbeitnehmervertreter für eine Commerzbank-Übernahme ins Boot holen. Die nächsten Schritte seien „hoffentlich“ Gespräche mit der deutschen Regierung und den Betriebsräten, sagte Orcel am Donnerstag in einem Interview des Wirtschaftssenders CNBC. „Es sollte kein Problem sein, zu einer Einigung zu kommen, die im besten Interesse aller ist“, sagte Orcel.  Die Bundesregierung übte zwar wiederholt Kritik am Vorgehen der Italiener. Zuletzt zeigte sich Bundeskanzler Friedrich Merz aber gesprächsbereit. Er werde eine Fusion nicht verhindern. Vom Ausgang der Gespräche hänge ab, ob UniCredit eine außerordentliche Hauptversammlung bei der Commerzbank vor deren nächster planmäßiger Hauptversammlung 2027 einberufen werde, sagte Orcel am Donnerstag. UniCredit hatte die strategischen Pläne im April vorgestellt. Orcel will der Commerzbank das eigene Geschäftsmodell überstülpen. Das war sowohl beim Vorstand als auch beim Betriebsrat des Frankfurter Geldhauses, auf erbitterten Widerstand gestoßen. Trotzdem sicherten sich die Italiener mit einem Tauschangebot fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile. UniCredit erklärte, man wolle sich konstruktiv mit der Bundesregierung, den Arbeitnehmervertretern und der Führung der polnischen Commerzbank-Tochter mBank ins Benehmen setzen. Ein Pflichtangebot für die mBank sei aber nicht nötig und derzeit auch nicht geplant, betonte UniCredit. Dieses wäre nach bisherigen Aussagen erst mit einer Beteiligung von 50 Prozent an der Commerzbank fällig. Auswirkungen auf Kernkapitalquote wohl geringer Die Auswirkungen einer Commerzbank-Übernahme auf die Bilanz von UniCredit würden offenbar geringer ausfallen als gedacht. Die Mailänder Großbank rechne für diesen Fall mit einer harten Kernkapitalquote von rund 13 Prozent, zwei Prozentpunkte weniger als ohne die Commerzbank. Bisher hatte Orcel von einem Negativ-Effekt von rund 2,8 Prozentpunkten gesprochen, wenn UniCredit auch für die Risiken der Commerzbank vorsorgen müsse. Nun hat die Bank aber einen 4,75 Milliarden Euro schweren Aktienrückkauf gekippt. Die Übernahme werde schon in diesem und den beiden folgenden Jahren zu einem zweistelligen Gewinnwachstum führen. Aber auch ohne die Commerzbank rechnet UniCredit mit mehr Gewinn. Für das laufende Jahr schraubte Orcel die Prognose von „mindestens elf Milliarden Euro“ Nettogewinn auf „deutlich über elf Milliarden oder 11,5 Milliarden“ nach oben. Im zweiten Quartal sank der Nettogewinn um 13 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Dabei habe man sich die Absicherungsgeschäfte (Hedging) im Zuge der Commerzbank-Übernahme 245 Millionen Euro kosten lassen. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt mit einem Nettogewinn von 2,84 Milliarden Euro gerechnet. Für 2028 sagt UniCredit – die Commerzbank-Zahlen noch nicht eingerechnet – nun einen Gewinn von mehr als 13 Milliarden, für 2030 von mehr als 15 Milliarden Euro voraus.

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23. Juli
Handelsblatt

Banken: Unicredit rechnet fest mit Commerzbank-Übernahme – Gewinnziel erhöht

Banken: Unicredit rechnet fest mit Commerzbank-Übernahme – Gewinnziel erhöht München, Mailand. Die italienische Großbank Unicredit Mit den Genehmigungen der Aufseher sei vielleicht noch in diesem Jahr zu rechnen. Kurz danach werde man die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen. Wenn nötig, werde Unicredit eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, heißt es in der Präsentation. Orcel hatte seine strategischen Pläne im April vorgestellt. Er will der Commerzbank das eigene Geschäftsmodell überstülpen. Das war sowohl beim Vorstand als auch beim Betriebsrat des Frankfurter Geldhauses, auf erbitterten Widerstand gestoßen und zog auch Kritik der Bundesregierung auf sich. Trotzdem sicherten sich die Italiener mit einem Tauschangebot fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile. Unicredit erklärte, man wolle sich konstruktiv mit der Bundesregierung, den Arbeitnehmervertretern und der Führung der polnischen Commerzbank-Tochter mBank ins Benehmen setzen. Ein Pflichtangebot für die mBank sei aber nicht nötig und derzeit auch nicht geplant, betonte Unicredit. Dieses wäre nach bisherigen Aussagen erst mit einer Beteiligung von 50 Prozent an der Commerzbank fällig. Auswirkungen auf Kernkapitalquote wohl geringer Die Auswirkungen einer Commerzbank-Übernahme auf die Bilanz von Unicredit würden offenbar geringer ausfallen als gedacht. Die Mailänder Großbank rechne für diesen Fall mit einer harten Kernkapitalquote von rund 13 Prozent, zwei Prozentpunkte weniger als ohne die Commerzbank. Bisher hatte Orcel von einem Negativ-Effekt von rund 2,8 Prozentpunkten gesprochen, wenn Unicredit auch für die Risiken der Commerzbank vorsorgen müsse. Nun hat die Bank aber einen 4,75 Milliarden Euro schweren Aktienrückkauf gekippt. Die Übernahme werde schon in diesem und den beiden folgenden Jahren zu einem zweistelligen Gewinnwachstum führen. Aber auch ohne die Commerzbank rechnet Unicredit mit mehr Gewinn. Für das laufende Jahr schraubte Orcel die Prognose von „mindestens elf Milliarden Euro“ Nettogewinn auf „deutlich über elf Milliarden oder 11,5 Milliarden“ nach oben. Im zweiten Quartal sank der Nettogewinn um 13 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Dabei habe man sich die Absicherungsgeschäfte (Hedging) im Zuge der Commerzbank-Übernahme 245 Millionen Euro kosten lassen. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt mit einem Nettogewinn von 2,84 Milliarden Euro gerechnet. Für 2028 sagt Unicredit – die Commerzbank-Zahlen noch nicht eingerechnet – nun einen Gewinn von mehr als 13 Milliarden, für 2030 von mehr als 15 Milliarden Euro voraus.

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