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Montag, 6. April 2026
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Osterbotschaft von Leo XIV.: Deutliche Worte an die, die Kriege beginnen

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5. April
Tagesschau

Osterbotschaft von Leo XIV.: Deutliche Worte an die, die Kriege beginnen

Osterbotschaft von Papst Leo XIV. Deutliche Worte an die, die Kriege beginnen Konkrete Konflikte in einzelnen Ländern sprach der Papst in seiner Osterbotschaft nicht an. Doch an die Mächtigen der Welt richtete Leo XIV. einen klaren Appell: "Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden". Wunderschönes Frühlingswetter, ein wahres Blumenmeer vor dem Petersdom, der Platz gefüllt mit Gläubigen: beste Voraussetzungen für die erste Ostermesse von Leo XIV. als Papst. Leo wirkte, wie fast immer, ernst und gefasst. Schon in seiner Predigt hatte er das Thema Tod, Gewalt und Kriege angesprochen - auch seine Osterbotschaft war ein einziger Appell für den Frieden: Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder. Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden. Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog. Nicht mit dem Willen, den anderen zu beherrschen, sondern ihm zu begegnen. Anlehnung an Franziskus' letzte Botschaft Der Papst sprach in seiner Osterbotschaft auch von der Kraft der Liebe, die der Menschheit Frieden bringe - und gewaltfrei sei. "Wir sind gerade dabei, uns an die Gewalt zu gewöhnen, wir finden uns damit ab und werden gleichgültig", so Leo. "Gleichgültig gegenüber dem Tod Tausender Menschen. Gleichgültig gegenüber den Folgen von Hass und Spaltung, welche die Konflikte nach sich ziehen. Gleichgültig gegenüber den wirtschaftlichen und sozialen Folgen, die sie verursachen und die wir doch alle spüren." Es gebe eine immer ausgeprägtere Globalisierung der Gleichgültigkeit, sagte Leo - diesen Ausdruck hatte schon sein Vorgänger Papst Franziskus oft verwendet. Leo erinnerte auch an die Worte von Franziskus bei seiner letzten Osterbotschaft: wie viel Todeswillen sehen wir jeden Tag in den vielen Konflikten in verschiedenen Teilen der Welt. Der schwer kranke Franziskus war am Ostersonntag vor einem Jahr zum letzten Mal öffentlich aufgetreten, seine Osterbotschaft konnte er nicht selbst vortragen. Er starb am Morgen des Ostermontag. Allgemein gehaltener Friedenswunsch Konkrete Konflikte in einzelnen Ländern sprach Papst Leo im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht an - er formulierte die Hoffnung auf Frieden in der Welt allgemein: Lassen wir am heutigen Festtag alle Streitlust, jeden Wunsch nach Dominanz und Macht hinter uns und bitten wir den Herrn, er möge der Welt seinen Frieden schenken - einer Welt, die von Kriegen heimgesucht und von Hass und Gleichgültigkeit gezeichnet ist, die uns dem Bösen gegenüber machtlos erscheinen lassen. Segen in Deutsch - was der Papst angeblich gerade lernt Im Anschluss an die Osterbotschaft spendete Papst Leo dann von der Mittelloggia des Petersdoms aus den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" gespendet - also der Stadt und dem Erdkreis. Was dabei klar wurde: In noch einem Detail unterscheidet sich Leos Art, Ostern zu feiern von der seines Vorgängers. Franziskus hatte die Gläubigen beim "Urbi et Orbi" nur auf Italienisch gegrüßt, ihnen auch einfach mal nur ein gutes Mittagessen gewünscht. Papst Leo hat den Brauch wieder aufgenommen, die Gläubigen in vielen verschiedenen Sprachen zu grüßen - auch auf Deutsch: "Frohe Ostern. Bringt allen die Freude des auferstandenen Jesus, der unter uns gegenwärtig ist." Es heißt, der Papst lerne in seiner Freizeit fleißig Deutsch. Die Aussprache ist schon mal ziemlich gut.

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5. April
Tagesschau

Ostermesse auf dem Petersplatz: Eine Botschaft der Hoffnung

Ostermesse auf dem Petersplatz Ein Appell für Frieden und eine Botschaft der Hoffnung Es ist der Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten: Papst Leo XIV. hat den Ostersegen gespendet. Auf dem Petersplatz rief er mit deutlichen Worten zum Frieden in der Welt auf und nutzte die Ostermesse für eine Botschaft der Hoffnung. Leo XIV. hat an seinem ersten Osterfest als Papst zur Hoffnung aufgerufen. "Der auferstandene Christus segne uns und schenke der ganzen Welt seinen Frieden", sagte der Papst in seiner Predigt bei der Heiligen Messe zum Ostersonntag auf dem Petersplatz. Die Abgründe des Todes lauerten überall, sagte er in seiner Predigt. Man begegne ihnen in der Gewalt, in den Wunden der Welt, in dem Schmerzensschrei, der von überall her aufsteige. Er beklagte eine "Unterdrückung der Schwächsten, Profitgier, die die Ressourcen der Erde plündert, und Gewalt des Kriegs, der tötet und zerstört". Oft scheine es, als existiere Gott nicht. "Es ist aber auch gewiss, dass mitten in der Dunkelheit immer etwas Neues aufkeimt, das früher oder später Frucht bringt", so das Kirchenoberhaupt. "Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder" Das Osterfest lade dazu ein, den Blick zu erheben und die Herzen zu öffnen. Es sei die neue Schöpfung, die der auferstandene Herr vollbracht habe, ein Neuanfang. "Dieses Lied der Hoffnung brauchen wir heute", so der Papst. Gläubige sollten es in die Welt hineintragen. "Verbreiten wir mit unserem Leben die Freude der Auferstehung, damit überall, wo noch Schatten des Todes sind, das Licht des Lebens erstrahlen kann." Zu der Feier im Vatikan kamen mehrere Zehntausend Menschen zusammen. Auf die feierliche Messe folgten nach 12 Uhr Leos XIV. Ostergrüße in verschiedenen Sprachen - auch in Deutsch. In seiner Ansprache von der Mittelloggia des Petersdoms sagte er: "Wir dürfen nicht länger gleichgültig bleiben! Und wir dürfen uns nicht mit dem Bösen abfinden." Leo XIV. appellierte: Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder. Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden. Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog. Erstes Osterfest unter Papst Leo XIV. Bereits in der Osternacht am Vorabend hatte Leo XIV. die Christen dazu aufgerufen, allen die frohe Botschaft zu bringen, dass Jesus auferstanden sei. Mit seiner Kraft könnten sie eine neue Welt des Friedens und der Einheit gestalten. Es ist das erste Osterfest unter Papst Leo XIV. An Gründonnerstag wusch er Priestern die Füße. Sein Vorgänger Franziskus hatte die Waschung nicht, wie bis zu seinem Pontifikat (2013-2025) üblich, an Priestern vollzogen, sondern an Migranten und Strafgefangenen, darunter auch Frauen. Während des Kreuzweges am Kolosseum am Karfreitag trug Leo XIV. das schlichte Holzkreuz selbst. Franziskus hatte zuletzt aus gesundheitlichen Gründen darauf verzichten müssen. Franziskus war im vergangenen Jahr am Ostermontag im Alter von 88 Jahren gestorben. Leo XIV. ist der erste Pontifex aus den Vereinigten Staaten und seit Mai Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken.

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4. April
Tagesschau

Erste Osternacht als Papst: Leo XIV. ruft zu Frieden auf

Erste Osternacht als Papst Leo XIV. ruft zu Frieden auf Papst Leo hat am Abend seine erste Osternacht als Oberhaupt der katholischen Kirche gefeiert. In seiner Predigt rief er zu Einheit und Frieden auf. Heute früh folgt die Ostermesse auf dem Petersplatz. Es ist ganz still, als Papst Leo XIV. in den Petersdom einzieht. In der Vorhalle bleibt er stehen, weiht das Osterfeuer. Und trägt dann die brennende Osterkerze langsam durch die komplett dunkle Basilika - und entzündet die Lichter der Gläubigen. Erst, als er am Altar ist, geht das Deckenlicht an. Es ist ein besonderer Moment, in dieser für Christen so besonderen Nacht, der Nacht der Auferstehung Jesu. In seiner Predigt spricht der Papst dann von der grenzenlosen Liebe Jesu, von der Liebe Gottes, die stärker sei als alle Macht des Bösen. Leo fordert die Gläubigen dazu auf, die frohe Botschaft zu überbringen, dass Jesus auferstanden sei - und dass wir mit seiner Kraft ebenfalls eine neue Welt des Friedens und der Einheit gestalten können. Diesen Auftrag wird er später auch noch den zehn Menschen aus mehreren Teilen der Welt geben, die während des Gottesdienstes getauft werden. Forderung nach Frieden Der Papst bezieht sich in seiner Predigt auch auf die Auferstehungsgeschichte aus dem Matthäusevangelium, auf das leere Grab Jesu am Ostermorgen, den weggerollten Grabstein, wenn er sagt: Schwestern und Brüder, auch in unserer Zeit fehlt es nicht an Gräbern, die geöffnet werden müssen, und oft sind die Steine, die sie verschließen, so schwer und gut bewacht, dass es unmöglich erscheint, sie zu bewegen. Manche bedrücken den Menschen im Herzen, wie etwa Misstrauen, Angst, Egoismus, Groll; andere zerbrechen als Folge dieser inneren Belastungen die Bande zwischen uns, wie etwa der Krieg, die Ungerechtigkeit, die Abschottung von Völkern und Nationen. Davon solle man sich aber nicht lähmen lassen, sagt der Papst. Viele Menschen hätten im Laufe der Jahrhunderte, manchmal unter Einsatz ihres Lebens, mit Gottes Hilfe diese Steine weggerollt - also Gutes vollbracht. "Nehmen wir uns ein Beispiel an ihnen und machen wir uns in dieser heiligen Nacht ihr Engagement zu eigen, damit überall und immer auf der Welt die österlichen Gaben der Eintracht und des Friedens wachsen und gedeihen", so der Papst. Es dürfte nicht die letzte Forderung nach Frieden sein, an diesem Osterfest: Spätestens nach der Ostermesse auf dem Petersplatz, bei der Ansprache beim traditionellen Segen Urbi et Orbi, wird Papst Leo wohl einen ähnlichen Appell an die Welt richten.

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5. April
ZDF heute

Papst Leo: "Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder"

Osterbotschaft mit politischem Appell:Papst Leo: "Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder" von Jürgen Erbacher Beim seinem ersten Osterfest als Papst stellt Leo XIV. Frieden und Versöhnung ins Zentrum - und macht einige Dinge anders als seine Vorgänger. Gleich mehrfach überrascht Leo XIV. bei seinem ersten Ostern als Papst. Anders als seine Vorgänger benennt er in der Osterbotschaft beim traditionellen Segen Urbi et orbi am Sonntag nicht einzelne Konflikte, sondern stellt das Thema Frieden ganz allgemein ins Zentrum der Ansprache. "Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden!", forderte Leo. Dabei gehe es nicht um einen Frieden, "der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog! Nicht mit dem Willen, den anderen zu beherrschen, sondern ihm zu begegnen!" Leo kritisierte, dass Partikularinteressen über das Gemeinwohl gestellt würden. Der Frieden, den Gott gebe, sei nicht nur ein Schweigen der Waffen, sondern berühre und verwandle das Herz eines jeden Menschen. Für den 11. April kündigte er eine Gebetsvigil für den Frieden im Vatikan an. Bei seinem ersten Osterfest als Papst betont Leo XIV. in seiner Osterbotschaft die Bedeutung von Frieden und Versöhnung. ZDF-Kirchenexperte Jürgen Erbacher berichtet. 05.04.2026 | 2:05 minLeo XIV. trägt Holzkreuz selbst und wäscht Priestern die Füße Schon am Karfreitag hatte Leo beim Kreuzweg am Kolosseum die großen Herausforderungen der Zeit in den Blick genommen. Zwar stammten die Texte nicht von ihm. Doch die Auswahl des Autors obliegt dem Papst. So schrieb ein Franziskaner, der lange im Heiligen Land lebte, die Texte. Darin ging es um Menschen, "die etwa während einer Demonstration abgeführt und inhaftiert werden, die deportiert werden aufgrund einer Politik, die kein Mitleid kennt, die auf verzweifelten Reisen der Hoffnung Schiffbruch erleiden, die in Kriegsgebieten niedergemetzelt werden, die in Vernichtungslagern ausgelöscht werden". Kriege, Massaker und Völkermord wurden beklagt wie der "Zynismus herrischer Menschen". Papst Leo XIV. leitete erstmals die Kreuzwegprozession am Kolosseum in Rom. Die Zeremonie an Karfreitag zeichnet den Leidensweg Jesu Christi nach und gilt als Höhepunkt der Karwoche. 04.04.2026 | 1:33 minAnders als seine Vorgänger hatte Leo das Holzkreuz über die ganze Strecke im Kolosseum selbst getragen. Er trage all das Leid der Menschen im Gebet mit und wolle alle Menschen guten Willens auffordern, zu Friedensstiftern zu werden, begründete er die Geste. Am Gründonnerstag ging er nicht wie sein Vorgänger in ein römisches Gefängnis, um den Gottesdienst zum Gedenken an das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern zu feiern. Franziskus wusch dabei Gefangenen die Füße, auch Nicht-Christen. Leo machte es wie die Päpste bis Benedikt XVI., ging in die Lateranbasilika und wusch Priestern die Füße. Beobachter sehen hier einen weiteren Schritt Leos auf die Konservativen in der katholischen Kirche zu. Sinkende Mitgliedszahlen stellen christliche Gemeinden vor Herausforderungen. Mit neuen Konzepten wollen die Kirchen weiterhin Orientierung und Gemeinschaft bieten. 05.04.2026 | 3:03 minKonservative verspüren Rückenwind in Leos Pontifikat Dass Leo bei offiziellen Anlässen wie etwa dem feierlichen Segen Urbi et orbi am Ostersonntag den purpurnen Schulterumhang trägt, begrüßen konservative Kreise. Sie verspüren Rückenwind in seinem Pontifikat. Während Leo immer wieder den Konservativen Raum gibt, betont er zugleich, dass er die Idee seines Vorgängers Franziskus unterstützt, der mehr Beteiligung der Gläubigen bei Entscheidungen und in Leitungsfunktionen der Kirche wollte. Leo setzt den Kurs einer "synodalen Kirche" fort. Bei den sozialethischen Themen wie Klimawandel und Armut knüpft der erste US-Amerikaner als Papst ebenfalls an Franziskus an. So stellte Leo die Bedürftigen ins Zentrum seines ersten Lehrschreibens, das er im Oktober veröffentlichte. Darin kritisiert er ausgrenzende Strukturen der Wirtschaft. Immer wieder schlägt er auch kritische Töne gegenüber der US-Regierung an, allerdings vermeidet er einen offenen Konflikt. Seit Mai 2025 führt Papst Leo XIV. die katholische Kirche. Wohin geht die Reise? Kann er die Polarisierung in der Kirche beenden? Kommen notwendige Reformen? Eine erste Bilanz. 02.04.2026 | 43:35 minBisweilen irritiert er mit Aussagen, wenn er etwa kritisiert, dass er die Meinungs- und Gewissensfreiheit in Gefahr sieht in Ländern, die Demokratie und Menschenwürde verteidigten. Eine deutliche Kritik an westlichen Ländern. Papst versucht, Brücken zu bauen Die ersten elf Monate des Pontifikats zeigen, Leo möchte Brücken bauen zwischen Konservativen und Reformern in der Kirche sowie zwischen unterschiedlichen politischen Lagern. Das erfordert Zurückhaltung und viele Gespräche. So lässt sich erklären, warum es mit Blick auf innerkirchliche Fragen bisher keine grundlegenden Entscheidungen gab. Politisch hat ein Papst keine Macht. Hier kann Leo nur mahnen und seinen diplomatischen Apparat als Vermittler anbieten. Jürgen Erbacher ist Leiter ZDF-Redaktion Religion und Leben. Mehr aus dem Vatikan Papst erteilt Segen "Urbi et Orbi" :Leo XIV. richtet Friedensappell an die Welt mit Video1:20Katholische Kirche :2025: Ein Jahr, zwei Päpste und viele Baustellen im Vatikan von Jürgen Erbachermit Video31:24Neues Regelwerk in Rom:Latein ist nicht mehr vorgeschriebene Amtssprache im Vatikan mit Video6:36Cate Blanchett, Spike Lee und Co.:Papst Leo empfängt Hollywood-Prominenz mit Video0:36

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4. April
Der Spiegel (Politik)

News: Papst Leo XIV., Segen »Urbi et Orbi«, Ostermärsche, Viktor Orbán

Die Lage am Morgen Papst Leo XIV. und die Frage, was Frieden bedeutet Heute geht es um Papst Leos großen Auftritt auf dem Petersplatz, um die vielen Ostermärsche in Deutschland und um die anstehende Wahl in Ungarn. Papst Leo ist ab morgen kein Neuling mehr Ab morgen gilt es. Der Auftritt am Ostersonntag ist der wichtigste für einen Papst im Kirchenjahr. Papst Leo XIV. spricht den päpstlichen Segen »Urbi et Orbi«. Am Ostersonntag im vergangenen Jahr sprach noch sein Vorgänger Franziskus den Segen, am Tag darauf starb er. Die Kardinäle im Konklave wählten daraufhin Robert Francis Prevost, Augustinerpater mit peruanischer und US-amerikanischer Staatsbürgerschaft, zum Nachfolger. Der gab sich dann den Namen Leo XIV. Papst Leo XIV. nach dem Konklave im Mai 2025: Die Antwort liegt in der Mitte Foto: Oliver Weiken / dpaWie genau dieser Papst, der ab morgen kein Neuling mehr sein wird, sein Amt auslegt, lässt sich bisher nicht sagen. Sein Vorvorgänger, der deutsche Papst Benedikt XVI. war ein Intellektueller und zu weltabgewandt, um die Massen zu begeistern. Franziskus war durchaus ein Menschenfänger, äußerte sich aber viel zu häufig und zu widersprüchlich. Leo muss es besser schaffen als seine Vorgänger, Antworten zu finden, die einerseits zur Kirche passen und von vielen Gläubigen verstanden werden. Andererseits müssen seine Antworten aber der Komplexität gerecht werden, in der wir leben – einer Komplexität, die auch längst zur katholischen Kirche gehört. Wie seine Vorgänger ist auch Leo eingeklemmt zwischen den Vorstellungen der Reformer und der Traditionalisten. Leo XIV. gibt sich aufgeschlossener als Benedikt und zurückhaltender als Franziskus, sein Temperament scheint genau in der Mitte zu liegen (mehr dazu hier und hier ). Das ist schon mal gut, denn für eine Kirche mit rund 1,4 Milliarden Mitgliedern wird dieser Papst nur in der Mitte Antworten finden. Morgen kann er schon mal üben. »Urbi et Orbi« ist traditionell ein Appell für den Frieden. Ein Papst muss für den Frieden eintreten, das ist klar. Wie Frieden aber politisch erreicht werden kann, darauf gibt es zurzeit keine einfache Antwort. Denn leider war etwa beim Angriff Russlands auf die Ukraine zu sehen, dass die Abrüstung der einen (EU) die Angriffslust der anderen (Putin) begünstigte. Es wäre zu hoffen, dass Leo mehr einfällt als eine schlichte Aufforderung zur Versöhnung. Friedensbewegung: Ein Recht aufs Marschieren Heute finden in vielen deutschen Städten die sogenannten Ostermärsche der Friedensbewegung statt. Sie haben nicht den besten Ruf. Es mischen sich inzwischen Querdenker, Rechtsextreme und auch diejenigen darunter, die Russlands Präsidenten Wladimir Putin für harmloser halten, als er es offensichtlich selbst sein möchte (mehr dazu hier ). Ostermarsch in Berlin 2025: Nicht den besten Ruf Foto: Reto Klar / funke foto services / IMAGOAuch gibt es, wie gesagt, keine allgemeingültige Antwort darauf, wie die unterschiedlichen Kriege auf der Welt beendet werden könnten. Die Märsche aber suggerieren oft, dass es eine solche Antwort doch gebe. Ich finde es trotzdem in Ordnung, dass die Friedensbewegten heute loslaufen. Die Ostermärsche sind Ausdruck einer pluralen Gesellschaft, in der jeder für seine Meinung auf die Straße gehen darf. Ich bin froh, in so einer Gesellschaft zu leben und nicht in der, die Putin in Russland geschaffen hat und die er in der Ukraine etablieren würde, wenn er dort siegte. Mehr Hintergründe: »Die sind dann Kanonenfutter« Orbán wackelt, sein System steht Apropos Putin: Es lohnt sich schon jetzt, auf das nächste Wochenende zu schauen. Am 12. April nämlich findet eine Wahl in Europa statt, von der auch für uns viel abhängen wird, und zwar die Parlamentswahl in Ungarn. Ungarns Ministerpräsident Orbán: Umfragen sehen ihn im Rückstand Foto:Attila Kisbenedek/ AFP Der seit 16 Jahren amtierende ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán macht uns das Leben schwer, und zwar wegen seiner Nähe zu Putin und US-Präsident Donald Trump, seinem Trotz gegen die EU und seiner antideutschen Propaganda. In Berlin wie auch in Brüssel ist die Hoffnung groß, dass der rechtsnationale Regierungschef die Abstimmung verliert. In Umfragen fällt er zurzeit zurück. Sollte er tatsächlich verlieren, wäre dann der Siegeszug der illiberalen Demokratie, die Orbán maßgeblich erfunden hat, gebrochen? Erst einmal nicht. Orbáns System wäre ja noch vorhanden. Zu diesem System gehört eine stark eingeschränkte Meinungs- und Pressefreiheit. Erst wenn Orbáns Herausforderer Peter Magyar im Falle eines Sieges bereit wäre, das System infrage zu stellen, würde sich wirklich etwas verändern. Mehr Hintergründe: OSZE weist Kritik an umstrittener Ungarn-Mission zurück Hier geht’s zum aktuellen Tagesquiz Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games. Gewinner des Tages… …ist der Komponist Johann Sebastian Bach. Ja, ich weiß, das ist an keinem Tag ein besonders origineller Vorschlag und in der Passionszeit schon gar nicht. Bachs Johannespassion ist auch 302 Jahre nach ihrer Uraufführung noch ein häufig gespieltes Meisterwerk. Bach-Porträt: Ausdruck für inneren Frieden Foto: Bernhaut/ picture-alliance / dpaIch habe sie vor einer Woche in der nahezu ausverkauften Hamburger Elbphilharmonie gehört, aufgeführt vom Concerto Köln und dem NDR-Vokalensemble unter der Leitung von Klaas Stok. Dirigent Stok musste für den Schlussapplaus mehrfach auf die Bühne kommen, bei einer seiner letzten Verbeugungen zeigte er auf den Namen, der auf dem Umschlag seiner Noten stand: Bach. Dem Komponisten allein, so wollte Stok damit wohl andeuten, gebühre der tosende Applaus und die Verneigung. Und das stimmt ja auch und soll deswegen hier noch mal gesagt werden: Was für ein Glück, eine Rettung oft, dass wir Bachs Musik haben. Gerade in diesen Tagen, in denen uns die Fragen von Krieg und Frieden umtreiben. Die Johannespassion erzählt die Geschichte der Verurteilung und Hinrichtung des Jesus von Nazareth vor dem Hintergrund einer Zeit, die durch den Expansionsdrang der Römer politisch aufgewühlt war. Obwohl diese Geschichte den bekannten, todtraurigen Verlauf nimmt, endet sie musikalisch in einem umfassenden Frieden. Der Schlusschor singt »Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine«, es klingt tröstlich, innig, sanft. Bach hat, immer wieder, einen Ausdruck für den inneren Frieden gefunden. Die anhaltende Popularität des Komponisten lässt darauf schließen, dass wir Menschen einen Sinn dafür und eine Sehnsucht danach haben. Politisch lässt sich daraus so leicht nichts folgern. Nur: Eine Fähigkeit zum inneren Frieden dürfte bei politisch Verantwortlichen die Fähigkeit fördern, äußeren Frieden zu schaffen. Mehr Hintergründe: Ein Gefühl von Ewigkeit Die jüngsten Meldungen aus der Nacht Kuba beginnt mit Freilassung von mehr als 2000 Gefangenen: Weinende Gefangene, wartende Familien: Kubas Regierung begnadigt mehr als 2000 Häftlinge und spricht von einer humanitären Geste. Ob darunter auch politische Gefangene sind, ist unklar. »Wir hatten alle das Gefühl, wir tun hier etwas richtig Gutes«: Zum ersten Mal hat sich einer der mutmaßlichen Entführer der Block-Kinder in Deutschland zu Wort gemeldet: In einem Podcast sagte Jonathan C., er habe nur helfen wollen. Ab Mai soll er per Videoübertragung vor Gericht aussagen. Trump beantragt bei Kongress 152 Millionen Dollar für Wiederinbetriebnahme von Alcatraz: Der US-Präsident ist fasziniert von der einstigen Gefängnisinsel Alcatraz. Nun hat er 152 Millionen für erste Umbauten der heute als Museum genutzten Anlage beantragt. Eine Wiedereröffnung dürfte deutlich mehr kosten. Heute bei SPIEGEL Extra: Mit 17 fing sie an zu kiffen, mit 18 drohten ihre Nieren zu versagen Maximilian Mann / DER SPIEGEL Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn für suchtkranke Kinder und Jugendliche muss schließen. Obwohl sie für Teenager wie Aurora oft die letzte Chance ist . Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag. Ihre Susanne Beyer, Autorin der Chefredaktion Korrektur: In einer früheren Fassung stand, Papst Leo habe das erste Mal »Urbi et Orbi« gesprochen, er hat das aber schon an Weihnachten getan. Wir haben das korrigiert.

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5. April
FAZ (Politik)

Predigt auf  Petersplatz: Leo XIV. feiert erste Ostermesse

Predigt auf Petersplatz : Leo XIV. feiert erste Ostermesse Der Papstsegen „Urbi et orbi“ an Ostern zählt zu den bekanntesten katholischen Ritualen. Für Franziskus war es 2025 der letzte öffentliche Auftritt. In seiner Osterbotschaft hat Papst Leo XIV. am Sonntag zu einem Ende der Gleichgültigkeit aufgerufen. „Wir dürfen nicht länger gleichgültig bleiben! Und wir dürfen uns nicht mit dem Bösen abfinden!“, so Leo XIV. in seiner Ansprache zum Segen „Urbi et orbi“ von der Mittelloggia des Petersdoms. Das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken beklagte eine zunehmende Abstumpfung gegenüber der überall herrschenden Gewalt. Er prangerte die Gleichgültigkeit an, angesichts des Todes Tausender Menschen, von Hass, Spaltung und den daraus folgenden Konflikten. Leo XIV. zitierte seinen Vorgänger Franziskus (2013-2025), der von einer ausgeprägten „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ sprach. Einladung zu Friedensgebet auf dem Petersplatz Leo XIV. appellierte: „Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden! Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog!“ Die Menschheit rief er dazu auf, angesichts des Osterfestes alle Streitlust, jeden Wunsch nach Dominanz und Macht hinter sich zu lassen. „Bitten wir den Herrn, er möge der Welt seinen Frieden schenken.“ Aus diesem Anlass lud er zu einer gemeinsamen Gebetswache für den Frieden am 11. April in den Petersdom ein. Anschließend grüßte er die Gläubigen in aller Welt auf zehn Sprachen, darunter auch Deutsch: „Frohe Ostern! Bringt allen die Freude des auferstandenen Jesus, der unter uns gegenwärtig ist.“ Berühmtes Ritual Der „Urbi et orbi“-Segen ist eines der bekanntesten Rituale des Papstes. Er wird an Weihnachten und Ostern gespendet sowie beim ersten öffentlichen Auftritt eines neuen Papstes. In der Formel „der Stadt und dem Erdkreis“ kommt der weltumfassende Anspruch der katholischen Kirche zum Ausdruck. Papst Franziskus nutzte die damit verbundene Ansprache stets, um die Aufmerksamkeit auf Kriege, Konflikte und Leid weltweit zu lenken. Im letzten Jahr teilte er, von schwerer Krankheit gezeichnet, seine Sorge über die Situation im Nahen Osten und den wachsenden Antisemitismus.Er erinnerte an die leidenden Menschen im Jemen und in der Ukraine, im westlichen Balkan, in der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan, Südsudan und in der Sahelzone. Es sollte sein letzter öffentlicher Auftritt sein, am Morgen des Ostermontags (21. April) starb er im Alter von 88 Jahren.

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5. April
Die Welt (Politik)

„Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder!“ – Papst mahnt zu Frieden und spendet Urbi et Orbi

„Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder!“ – Papst mahnt zu Frieden und spendet Urbi et Orbi Papst Leo XIV. hat erstmals zu Ostern den Segen Urbi et Orbi gespendet und vor rund 40.000 Gläubigen eindringlich zu Frieden in der Welt aufgerufen. Er setzte dabei auf traditionelle Gesten. Vor mehreren Zehntausend Menschen auf dem Petersplatz hat Papst Leo XIV. erstmals an Ostern den Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis) gespendet. Angesichts der Kriege im Nahen Osten, der Ukraine und anderen Regionen mahnte das Oberhaupt von mehr als 1,4 Milliarden Katholiken zum weltweiten Frieden. Sein Vorgänger, Papst Franziskus, war am Ostermontag vergangenen Jahres im Alter von 88 Jahren gestorben. Leo ist seit Mai im Amt. Nach Schätzungen nahmen an der Ostermesse auf dem zentralen Platz des Vatikans unter strahlend blauem Himmel mehr als 40.000 Menschen teil. Die Feier wurde in viele Länder live übertragen. In einer kurzen Ansprache von der zentralen Loggia des Petersdoms noch vor dem Segen sagte Leo: „Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden! Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog!“ Zugleich warnte der erste Pontifex aus den USA davor, angesichts der vielen Konflikte in Gleichgültigkeit zu verfallen. Bei seiner ersten Ostermesse auf dem Petersplatz nahm er eine Tradition früherer Päpste wieder auf: Leo wünschte in zehn Sprachen frohe Ostern. Auf Deutsch sagte er: „Frohe Ostern! Bringt allen die Freude des auferstandenen Jesus, der unter uns gegenwärtig ist.“ Franziskus hatte auf Wünsche in anderen Sprachen verzichtet. An Ostern wird der biblischen Überlieferung zufolge die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Leo hatte sich in den vergangenen Tagen bereits bei anderen Gelegenheiten traditioneller gezeigt als sein unmittelbarer Vorgänger. In Erinnerung an das letzte Abendmahl von Jesus Christus wusch Leo am Gründonnerstag zwölf Priestern die Füße. Franziskus hatte dies bei Häftlingen getan. Bei der Karfreitagsprozession, mit der an die Kreuzigung erinnert wird, trug Leo im Unterschied zu seinem Vorgänger selbst ein Kreuz. Den lateinischen Segen Urbi et Orbi hatte Leo auch schon zu Weihnachten sowie unmittelbar nach seiner Wahl gespendet. Der Spruch bezieht sich auf den Anspruch, Führer der weltweiten Christenheit zu sein.

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5. April
Handelsblatt

Ostermesse: Leo XIV. mahnt zu Frieden in aller Welt

Ostermesse: Leo XIV. mahnt zu Frieden in aller Welt Vatikan. Der neue Papst Leo XIV. hat bei seinem ersten Osterfest den traditionellen Segen Urbi et Orbi mit einem Appell zu weltweitem Frieden verbunden. Vor mehreren Zehntausend Menschen auf dem Petersplatz rief das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken dazu auf, Konflikte durch Dialog zu lösen. „Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden!“ Zugleich mahnte er, angesichts der vielen aktuellen Kriege nicht in Gleichgültigkeit zu verfallen. Die Feier stand in starkem Kontrast zum Ostersonntag vergangenen Jahres. Zum Abschluss ließ sich Leo mit dem Papamobil über den Petersplatz fahren. Stehend winkte der 70-Jährige fröhlich den Gläubigen zu. Immer wieder hielt er an, um kleine Kinder zu segnen. Vor einem Jahr hatte sein Vorgänger Franziskus den Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis) gar nicht mehr selbst sprechen können. Bei der Runde im Papamobil bewegte er sich kaum noch. Am Morgen danach starb er mit 88 Jahren. Papst warnt vor Gleichgültigkeit angesichts vieler Kriege An diesem Ostern nun nahmen unter strahlend blauem Himmel mehr als 40.000 Menschen an der Messe auf dem Petersplatz teil. Die Feier wurde in viele Länder live übertragen. Von der zentralen Loggia des Petersdoms mahnte Leo mit Nachdruck: „Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden! Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog!“ Zugleich warnte der erste Pontifex aus den USA davor, angesichts der vielen Konflikte in Gleichgültigkeit zu verfallen. „Wir sind gerade dabei, uns an die Gewalt zu gewöhnen“, kritisierte er. „Gleichgültig gegenüber dem Tod Tausender Menschen. Gleichgültig gegenüber den Folgen von Hass und Spaltung, welche die Konflikte nach sich ziehen. Gleichgültig gegenüber den wirtschaftlichen und sozialen Folgen, die sie verursachen und die wir doch alle spüren.“ Leo ging jedoch nicht konkret auf einzelne Konflikte ein. Er nannte auch keinen der verschiedenen Beteiligten beim Namen, was sich manche erhofft hatten. Für einen Papst wären solche öffentlichen Äußerungen allerdings auch sehr ungewöhnlich. In seiner Predigt kritisierte er zudem eine „Unterdrückung der Schwächsten“ sowie „Profitgier, die die Ressourcen der Erde plündert“. An Ostern wird der biblischen Überlieferung zufolge die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Nach seiner Osterbotschaft nahm Leo eine Tradition früherer Päpste wieder auf: Er wünschte in zehn Sprachen frohe Ostern. Auf Deutsch sagte er: „Frohe Ostern! Bringt allen die Freude des auferstandenen Jesus, der unter uns gegenwärtig ist.“ Franziskus hatte auf Wünsche in anderen Sprachen verzichtet. Leo hatte sich in den vergangenen Tagen bereits bei anderen Gelegenheiten traditioneller gezeigt als sein unmittelbarer Vorgänger. In Erinnerung an das letzte Abendmahl wusch Leo am Gründonnerstag zwölf Priestern die Füße. Franziskus hatte dies bei Häftlingen getan. Bei der Karfreitagsprozession, mit der an die Kreuzigung Jesu Christi erinnert wird, trug Leo im Unterschied zum Vorgänger selbst ein Kreuz. Die abendliche Zeremonie im Kolosseum wurde von mehr als 30.000 Gläubigen verfolgt. Bei der Messe in der Osternacht war der Petersdom bis auf den letzten Platz gefüllt. Den lateinischen Segen Urbi et Orbi hatte Leo auch schon zu Weihnachten sowie unmittelbar nach seiner Wahl gespendet. Der Spruch bezieht sich auf den Anspruch, Führer der weltweiten Christenheit zu sein. Früher war der Segen im Lauf eines Kirchenjahres häufiger gespendet worden. Vor allem unter dem polnischen Papst Johannes Paul II. wurden die Live-Übertragungen vom Petersplatz weltweit populär. In vielen katholisch geprägten Familien gehört es zur Tradition, sich an Ostern und Weihnachten vor dem Mittagstisch für die Übertragung aus dem Vatikan vor dem Fernseher zu versammeln.

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5. April
Handelsblatt

Papst: Leo XIV. mahnt zu Frieden in aller Welt

Papst: Leo XIV. mahnt zu Frieden in aller Welt Rom. Der neue Papst Leo XIV. hat bei seinem ersten Osterfest den traditionellen Segen Urbi et Orbi mit einem Appell zu weltweitem Frieden verbunden. Vor mehreren Zehntausend Menschen auf dem Petersplatz rief das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken dazu auf, Konflikte durch Dialog zu lösen. „Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden!“ Zugleich mahnte er, angesichts der vielen aktuellen Kriege nicht in Gleichgültigkeit zu verfallen. Die Feier stand in starkem Kontrast zum Ostersonntag vergangenen Jahres. Zum Abschluss ließ sich Leo mit dem Papamobil über den Petersplatz fahren. Stehend winkte der 70-Jährige fröhlich den Gläubigen zu. Immer wieder hielt er an, um kleine Kinder zu segnen. Vor einem Jahr hatte sein Vorgänger Franziskus den Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis) gar nicht mehr selbst sprechen können. Bei der Runde im Papamobil bewegte er sich kaum noch. Am Morgen danach starb er mit 88 Jahren. Papst warnt vor Gleichgültigkeit angesichts vieler Kriege An diesem Ostern nun nahmen unter strahlend blauem Himmel mehr als 40.000 Menschen an der Messe auf dem Petersplatz teil. Die Feier wurde in viele Länder live übertragen. Von der zentralen Loggia des Petersdoms mahnte Leo mit Nachdruck: „Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden! Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog!“ Zugleich warnte der erste Pontifex aus den USA davor, angesichts der vielen Konflikte in Gleichgültigkeit zu verfallen. „Wir sind gerade dabei, uns an die Gewalt zu gewöhnen“, kritisierte er. „Gleichgültig gegenüber dem Tod Tausender Menschen. Gleichgültig gegenüber den Folgen von Hass und Spaltung, welche die Konflikte nach sich ziehen. Gleichgültig gegenüber den wirtschaftlichen und sozialen Folgen, die sie verursachen und die wir doch alle spüren.“ Ostergrüße in zehn Sprachen - auch in Deutsch Leo ging jedoch nicht konkret auf einzelne Konflikte ein. Er nannte auch keinen der verschiedenen Beteiligten beim Namen, was sich manche erhofft hatten. Für einen Papst wären solche öffentlichen Äußerungen allerdings auch sehr ungewöhnlich. In seiner Predigt kritisierte er zudem eine „Unterdrückung der Schwächsten“ sowie „Profitgier, die die Ressourcen der Erde plündert“. An Ostern wird der biblischen Überlieferung zufolge die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Nach seiner Osterbotschaft nahm Leo eine Tradition früherer Päpste wieder auf: Er wünschte in zehn Sprachen frohe Ostern. Auf Deutsch sagte er: „Frohe Ostern! Bringt allen die Freude des auferstandenen Jesus, der unter uns gegenwärtig ist.“ Franziskus hatte auf Wünsche in anderen Sprachen verzichtet. Leo hatte sich in den vergangenen Tagen bereits bei anderen Gelegenheiten traditioneller gezeigt als sein unmittelbarer Vorgänger. Leo feiert Ostern anders als Franziskus In Erinnerung an das letzte Abendmahl wusch Leo am Gründonnerstag zwölf Priestern die Füße. Franziskus hatte dies bei Häftlingen getan. Bei der Karfreitagsprozession, mit der an die Kreuzigung Jesu Christi erinnert wird, trug Leo im Unterschied zum Vorgänger selbst ein Kreuz. Die abendliche Zeremonie im Kolosseum wurde von mehr als 30.000 Gläubigen verfolgt. Bei der Messe in der Osternacht war der Petersdom bis auf den letzten Platz gefüllt. Den lateinischen Segen Urbi et Orbi hatte Leo auch schon zu Weihnachten sowie unmittelbar nach seiner Wahl gespendet. Der Spruch bezieht sich auf den Anspruch, Führer der weltweiten Christenheit zu sein. Früher war der Segen im Lauf eines Kirchenjahres häufiger gespendet worden. Vor allem unter dem polnischen Papst Johannes Paul II. wurden die Live-Übertragungen vom Petersplatz weltweit populär. In vielen katholisch geprägten Familien gehört es zur Tradition, sich an Ostern und Weihnachten vor dem Mittagstisch für die Übertragung aus dem Vatikan vor dem Fernseher zu versammeln.

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