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Dienstag, 24. März 2026
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Stuttgart: Grüne und CDU starten Sondierungsgespräche in Baden-Württemberg

Medienspektrum

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24. März
Die Zeit (Politik)

Stuttgart: Grüne und CDU starten Sondierungsgespräche in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg haben die Grünen und die CDU Sondierungsgespräche für die Bildung einer neuen Landesregierung aufgenommen. Auf Einladung der Grünen trafen sich Vertreter der beiden Parteien erstmals im Haus der Katholischen Kirche in der Landeshauptstadt Stuttgart. Man werde über die Zukunft des Landes sprechen, sagte der Wahlsieger, Grünenpolitiker Cem Özdemir. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte der Nachrichtenagentur dpa auf die Frage, ob er von raschen Sondierungen ausgehe: "Ich weiß nicht, ob Geschwindigkeit das einzige Kriterium ist." Zum Verhandlungsteam der Grünen gehören neben Özdemir die Landeschefs Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller sowie Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz, Finanzminister Danyal Bayaz, Umweltministerin Thekla Walker und Innenexperte Oliver Hildenbrand. Das sind die Verhandlungsteams Für die CDU nehmen Landeschef Manuel Hagel, der aktuelle Landesinnenminister Thomas Strobl, Landesbauministerin Nicole Razavi, Landesgeneralsekretär Tobias Vogt, der Vorsitzende des CDU-Bezirks Nordbaden, Moritz Oppelt, der Bezirkschef von Nord-Württemberg, Steffen Bilger, sowie die angehende Freiburger Finanzbürgermeisterin Carolin Jenkner an den Gesprächen teil. Bei der Landtagswahl am 8. März waren die Grünen mit Özdemir mit 30,2 Prozent überraschend stärkste Kraft geworden, dicht gefolgt von der CDU mit 29,7 Prozent. Im neuen Landtag verfügen trotzdem beide Parteien über jeweils 56 Mandate. Wegen ihres knappen Sieges bei den Zweitstimmen beanspruchen die Grünen das Ministerpräsidentenamt für sich. Bei sogenannten Sondierungsgesprächen loten die Parteien aus, ob sie genügend Gemeinsamkeiten finden, um eine Landesregierung zu bilden. Vor dem Auftakt der Gespräche hatte es auch bereits Treffen von Özdemir und CDU-Spitzenkandidat Hagel gegeben.

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24. März
taz (Öko & Co)

Wahlen in Baden-Württemberg: Schweigsam in Stuttgart

Wahlen in Baden-Württemberg: Schweigsam in Stuttgart CDU und Grüne treffen sich zum ersten Mal zu Sondierungen – und schweigen vor der Öffentlichkeit. Die Stimmung ist vorbelastet. Es hat ein bisschen was von einer Western-Szene. Während die Grünen jovial grüßend von der Bahnhofsseite zum Tagungsort mitten in der Stuttgarter Fußgängerzone eintreffen, kommt die CDU zehn Minuten später von der anderen Seite ins Haus der Katholischen Kirche. Innenminister Strobl, der ein paar Worte mit Journalisten wechselt, wird vom Delegationsleiter Manuel Hagel zurechtgewiesen. Denn auf Wunsch der CDU bleibt die Presse vor der Tür. Die Grünen sorgen derweil für Getränke und Butterbrezeln. Eigentlich sollten Sondierungen zwischen Partnern, die seit zehn Jahren koalieren, reine Formsache sein. Man mag sich vielleicht nicht, aber man kennt sich. Doch die Stimmung zwischen der angeschlagenen CDU und den knapp triumphierenden Grünen ist auch zwei Wochen nach der Wahl angeschlagen. In den letzten zwei Wochen beklagte sich die CDU in Talkshows weiter über die angeblich Schmutzkampagne, die ihnen die Tour vermasselt habe. Thomas Strobl, lange Grünen-Versteher seiner Partei, unterschied plötzlich zwischen den verlässlichen „Kretschmann-Grünen“ und den „Özdemir-Grünen“, denen man nicht so einfach über den Weg trauen könne – ganz so, als wäre das Personal der Grünen eben mal ausgetauscht worden. Die CDU versucht, mit der Opferrolle die Preise für eine Koalition zu treiben, öffentlich schossen die Forderungen in der letzte Woche ins Absurde: Man verlange mehr Ministerien als die Grünen, sodass mit der Stimme des Ministerpräsidenten ein Patt im Kabinett herrscht. Zudem sollten die Grünen das CDU-Wahlprogramm unterschreiben, hieß es aus Vorstandskreisen. Gleichzeitig geriet Manuel Hagel ein weiteres Mal in Erklärungsnot. In Parteigremien und später auch gegenüber der Presse hatte der Spitzenkandidat seiner Partei von persönlichen Bedrohungen gegen sich und seine Familie berichtet. Übrig blieben davon Schmähungen und Drohungen in Social-Media-Kanälen. Einen angeblichen Brief mit Drohungen gegen die Familie, der an seine Privatadresse geschickt worden sein soll, will Hagel vernichtet haben. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen inzwischen eingestellt. Sondierungen starten vorbelastet Immerhin: Erste vertrauensbildende Maßnahmen zwischen den beiden Spitzenkandidaten scheinen ein wenig gefruchtet zu haben. Özdemir und Hagel sollen sich mehrfach zum persönlichen Austausch getroffen haben. Auch eine persönliche Entschuldigung einer baden-württembergischen Bundestagsabgeordneten der Grünen, die Hagel in einem Tweet verleumdet hatte, hat wohl das Ihre dazu beigetragen. So verkündete die versammelte CDU-Spitze am Freitag, wie immer wie die Orgelpfeifen hinter dem Spitzenkandidaten aufgereiht, dass die Sondierungen nun beginnen könnten. Beide Seiten gehen mit potenziellen Ministerkandidaten in die Verhandlungen: unter anderem neben Fraktionschef Andreas Schwarz der bisherige Finanzminister Danyal Bayaz und Umweltministerin Thekla Walker. Bei der CDU sind es neben Strobl und Hagel die Bauministerin Nicole Razavi und auch der aus Baden-Württemberg stammende Geschäftsführer der CDU-Bundestagsfraktion Steffen Bilger. Wann es zu Koalitionsverhandlungen und dann zu einer Regierung kommt, ist bisher offen. Die CDU signalisiert, auf Zeit zu spielen. Thomas Strobl sagte, bevor er von Hagel an sein Schweigegelübde erinnert wurde: „Ich weiß nicht, ob Geschwindigkeit das einzige Kriterium ist.“ Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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