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Montag, 6. April 2026
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Zweifel an Preisbildung - ADAC kritisiert steigende Kraftstoffpreise trotz geschlossener Handelsplätze

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5. April
FAZ (Wirtschaft)

Fast 2,50 Euro pro Liter: Dieselpreis erreicht seit Einführung von 12-Uhr-Regel jeden Tag ein Allzeithoch

Fast 2,50 Euro pro Liter : Dieselpreis erreicht seit Einführung von 12-Uhr-Regel jeden Tag ein Allzeithoch Laut ADAC bricht der Dieselpreis täglich neue Rekorde – auch Benzin wird immer teurer. Die Eisenbahngewerkschaft EVG fordert deshalb günstigere Bahn- und ÖPNV-Tickets. Der Dieselpreis hat nach dem Start der neuen Preisregelung für Tankstellen laut ADAC an jedem Tag ein neues Allzeithoch erreicht. Am Karsamstag kostete ein Liter Diesel an deutschen Tankstellen im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,425 Euro und damit 3,4 Cent mehr als am Karfreitag, wie der ADAC am Sonntag mitteilte. Das frühere Allzeithoch vom März 2022 werde damit inzwischen um zehn Cent übertroffen. Der Preis für Super E10 stieg zudem am Samstag mit 2,184 Euro pro Liter auf „den höchsten Stand des Jahres“, wie der Automobilclub weiter mitteilte. Zum E10-Allzeithoch vom 14. März fehlten nur noch knapp zwei Cent. Die Tankstellen dürfen seit Mittwoch die Spritpreise nur noch einmal am Tag um 12.00 Uhr anheben – Senkungen sind jederzeit erlaubt. Seitdem gehe es nur nach oben, erklärte der ADAC. Der Anstieg von Mittwoch auf Donnerstag „ließ sich noch teilweise nachvollziehen, weil auch Rohöl vom einen auf den anderen Tag deutlich teurer wurde und sein Preis von 100 auf 110 Dollar stieg“, fuhr der Automobilclub. „Am Osterwochenende gab es diese Entwicklung wegen geschlossener Handelsplätze aber nicht.“ Auch am Samstag stieg der Preis um die Mittagszeit erneut: Um 11.45 Uhr lag der durchschnittliche Preis für einen Liter Super E10 laut ADAC bei 2,168 Euro. Um 12.15 Uhr kostete er 2,239 Euro pro Liter und damit 7,1 Cent mehr. Diesel stieg demnach um 7,3 Cent auf 2,488 Euro. Bahngewerkschaft EVG fordert günstigere Zugtickets Die Eisenbahngewerkschaft EVG fordert angesichts massiv gestiegener Spritpreise eine vom Staat verordnete Preissenkung für Fernzüge und den öffentlichen Personennahverkehr. „Ein befristeter Rabatt von 30 Prozent auf das Deutschlandticket und Preissenkungen im Fernverkehr von bis zu 50 Prozent wären eine schnelle und wirksame Entlastung“, sagte EVG-Chef Martin Burkert der „Bild am Sonntag“. „Anstatt sich von den Öl-Konzernen an der Nase herumführen zu lassen, muss die Politik neben einer Übergewinnsteuer das Staatsunternehmen Deutsche Bahn nutzen“, sagte Burkert weiter.

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5. April
ZDF heute

Spritpreis: Befürchtung des ADAC "bestätigt sich zusehends"

2,43 Euro für einen Liter Diesel:Spritpreis: Befürchtung des ADAC "bestätigt sich zusehends" An den Zapfsäulen bleiben die Kosten hoch: Der Preis für Diesel steigt immer weiter - und lag zuletzt bei über 2,40 Euro. Der ADAC sieht eine Befürchtung "zusehends" bestätigt. Der ADAC zieht bisher ein negatives Fazit zum ersten Maßnahmenpaket der Bundesregierung gegen die hohen Spritpreise. Seit Mittwoch dürfen diese nur noch einmal täglich erhöht werden. Der Automobilclub erklärte, trotz der Regelung gingen die Kraftstoffpreise weiterhin nur nach oben. Die Befürchtung, "dass Mineralölkonzerne die einmal tägliche Erhöhungsmöglichkeit für einen Risikozuschlag nutzen könnten, bestätigt sich zusehends", hieß es. Rekordpreise am Osterwochenende Die Spritpreise für Diesel und Super E10 in Deutschland waren am Osterwochenende erneut gestiegen. Wie der ADAC mitteilte, mussten Autofahrer am Samstag im Schnitt 2,425 Euro für einen Liter Diesel zahlen. Der bisherige Rekordpreis wird damit inzwischen um mehr als 10 Cent übertroffen. ZDFheute Infografik Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen. Für einen Liter Super E10 wurden am Samstag 2,184 Euro fällig. Das ist nach Angaben des ADAC ein neues Jahreshoch und nur noch 1,9 Cent vom Höchststand 2022 entfernt. Preise für Diesel und E10 hoch - trotz Spritpreisregel Die Spritpreise an den Tankstellen dürfen inzwischen nur noch einmal täglich um 12:00 Uhr mittags erhöht werden. Vorbild für diese Maßnahme war Österreich, dort wird schon lange so verfahren. Seit der Einführung der neuen Regelung liegt das Preisniveau jeweils höher als am Tag zuvor. Seit wenigen Tagen dürfen Tankstellenbetreiber ihre Spritpreise nur noch einmal am Tag ändern. Ob die hohen Spritpreise dadurch begrenzt werden können, ist allerdings unklar. 01.04.2026 | 1:50 minAuch am Ostersonntag nutzten die Mineralölkonzerne die einzige Möglichkeit zur Preiserhöhung für deutliche Aufschläge. Der durchschnittliche Preis für einen Liter Super E10 erhöhte sich um die Mittagszeit um 7,1 Cent auf durchschnittlich 2,239 Euro. Der Diesel-Preis überbot diese Erhöhung sogar noch und verteuerte sich um 7,3 Cent auf 2,488 Euro. Der Osterreiseverkehr läuft auf Hochtouren. Wegen der hohen Spritpreise steigen viele vom Auto auf die Bahn um. Die sagt, sie sei vorbereitet und setze längere Züge ein. 03.04.2026 | 0:11 minDamit waren die Preise am Sonntag wieder höher als noch am Samstag zur selben Zeit. Das dürfte auch für die Tagesdurchschnittspreise gelten. News und Hintergründe zu den Spritpreisen Super E10 auf Jahreshöchststand:Dieselpreis auf Allzeithoch - trotz neuer Spritpreisregel mit Video1:50Teilweise Anstieg um bis zu 20 Cent:Neue Spritpreis-Regel: Preise springen auf Jahreshöchststand mit Video2:33Hohe Preise an Zapfsäulen:Sachsen-Anhalts Ministerpräsident fordert Tank-Steuerbremse mit Video0:20Spritkosten steigen europaweit:Diesel- & Benzinpreis: Deutschlands Nachbarländer holen auf mit Video16:37Von Preisdeckeln bis Verkaufs-Limits:Benzin & Diesel: So reagiert das Ausland auf die Spritpreise mit Video1:14- FAQ Auswirkungen des Iran-Kriegs:Warum Benzin und Diesel so teuer sind von Richard Luttke und Franziska Wichmannmit Video1:32 - FAQ Iran-Krieg verteuert Benzin und Diesel:Bundestag beschließt Spritpreispaket: Maßnahmen im Überblick mit Video1:52 Sprit soll wieder günstiger werden:So legt sich die Politik mit den Ölkonzernen an von Johannes Liebermit Video2:48

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2. April
Süddeutsche Zeitung (Wirtschaft)

Verkehr vor Ostern: Dieselpreis mit durchschnittlich 2,415 Euro so hoch wie nie zuvor

Die Osterfeiertage im Süden zu verbringen, klingt verlockend. Sehr viele Reisende machen sich an Gründonnerstag auf den Weg – es ist der verkehrsreichste Tag der Osterferien. Dazu passt die Nachricht, dass der Dieselpreis in Deutschland so hoch ist wie nie zuvor. Der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Diesel erreichte kurz nach Mittag ein Rekordhoch von 2,415 Euro, wie der Automobilclub ADAC mitteilte. Damit stieg Diesel um 11,8 Cent im Vergleich zu kurz vor zwölf Uhr. Der Durchschnittspreis pro Liter Super E10 erhöhte sich zur Mittagszeit um 9,8 Cent auf 2,198 Euro. Damit stiegen die Preise noch deutlicher als Mittwoch. Seit 1. April dürfen die Tankstellen die Preise nur noch einmal am Tag erhöhen. Aber was hilft das? „Aktuell sieht es nicht danach aus, dass die neue Regel Tanken wirklich günstiger macht“, sagte Ramona Pop, die Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. Auf jeden Fall Geld sparen lässt sich durch die Fahrweise. Wer vorausschauend und ruhig fährt, schont den Tank. Das heißt: frühzeitig hochschalten und hohe Drehzahlen vermeiden, nicht ständig beschleunigen und bremsen. Dabei kann der Tempomat hilfreich sein. Wer im Mittel mit 100 Kilometern pro Stunde unterwegs ist, verbraucht nach Berechnungen des ADAC rund 15 Prozent weniger Kraftstoff als bei Tempo 120. Reisende, die an Ostern ins Ausland fahren, haben möglicherweise Glück: In vielen europäischen Ländern, etwa in Österreich, Italien oder Frankreich ist der Sprit derzeit billiger als in Deutschland. Volle Autobahnen und volle Züge Neben den hohen Preisen für Benzin und Diesel ist auch die Verkehrslage über Ostern unerfreulich. Mit Staus und stockendem Verkehr ist zu rechnen. Auch lange Wartezeiten an den Grenzen müssen eingeplant werden. Gerade die Brennerautobahn Richtung Italien, dem Lieblingsurlaubsziel der Süddeutschen, zählt dabei zu einer der prognostizierten Staustrecken. Ab Karsamstag erwartet der ADAC die ersten Urlaubsrückkehrer und somit Verkehrsstörungen in der entgegengesetzten Richtung. Die Spritpreise veranlassen offenbar einige Reisende, auf die Bahn umzusteigen. Die Deutsche Bahn verzeichnet eine erhöhte Auslastung im Zugverkehr. Die Buchungen lägen im zweistelligen Prozentbereich über den Prognosen. Besonders beliebt ist die Zugverbindung Berlin-München. Auch die Fluggesellschaften sind sehr gut ausgelastet. Von Gründonnerstag bis Ostermontag ist mit rund einer halben Million Fluggästen zu rechnen. Wie könnte man Verbraucher entlasten? Seit Ende Februar und dem Beginn des Iran-Kriegs haben Mineralölunternehmen die Spritpreise immer weiter erhöht. Sie begründen das damit, dass auch die Raffinerien höhere Preise für Rohöl bezahlen und entsprechend Diesel und Benzin teurer werden. Öltanker können derzeit die Meeresenge von Hormus nicht durchqueren, weil Iran sie blockiert. Etwa 20 Prozent des weltweiten Erdöls werden von dort normalerweise verschifft. Ähnliche Spritpreise gab es auch in der Energiekrise 2022. Damals reagierte die Regierung mit einem sogenannten „Tankrabatt“: Um Autofahrer zu entlasten, senkte sie die Steuerabgabe auf Kraftstoffe und verzichtete auf Staatseinnahmen in Milliardenhöhe. Tatsächlich gaben die Unternehmen diesen Rabatt auch an Verbraucherinnen und Verbraucher weiter, zeigt etwa eine Auswertung des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). Energie:Wie kommen die Preise an der Tankstelle zustande? Super und Diesel weit über zwei Euro, das ist für Menschen in Deutschland die auffälligste Auswirkung des Iran-Kriegs. Wie sich die Preise zusammensetzen, wer wie viel verdient – und was die neuesten Angriffe auf Katar bedeuten. In der aktuellen Situation sei ein solcher Rabatt „ökologisch und ökonomisch bedenklich“, „teuer“ und „schädlich“, warnen aber die großen Wirtschaftsforschungsinstitute Ifo, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das RWI. Denn wer Kraftstoff verbilligt, setzt den Anreiz, dass die Nachfrage steigt und mehr Sprit verfahren wird. Dabei besteht in Zeiten von Verknappung eines Rohstoffs Anlass, zu sparen. Die Internationale Energieagentur empfiehlt daher in einem Zehn-Punkte-Plan Sparmaßnahmen, die Staaten schnell umsetzen könnten. Dazu gehören etwa Tempolimits auf Autobahnen, günstigeren Nahverkehr, autofreie Sonntage in Großstädten, oder auch mehr Home-Office-Tage für Büroangestellte. Der Staat habe zudem noch andere Möglichkeiten, Bürger zu entlasten, meint etwa DIW-Ökonom Marcel Fratzscher: Wer die Mehrwertsteuer auf ebenfalls teurere Lebensmittel senke, helfe Menschen mit wenig Einkommen. Denn auch das ist eine Lehre aus dem Tankrabatt von 2022: Er kam vor allem wohlhabenden Menschen mit relativ großen Autos zugute. Mit Material von dpa.

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3. April
FAZ (Wirtschaft)

Zahlen des ADAC: Diesel-Preis erreicht abermals Rekordwert

Zahlen des ADAC : Diesel-Preis erreicht abermals Rekordwert Auch am zweiten Geltungstag der neuen Spritpreis-Regeln hält der ADAC Rekorde an den Zapfsäulen fest. Finanzminister Klingbeil dringt auf weitere Maßnahmen. Diesel ist in Deutschland abermals teurer geworden – der Preis hat damit den nächsten Rekordwert erreicht. Wie der ADAC mitteilte, kostete ein Liter gestern im Tagesdurchschnitt 2,346 Euro. Der bisherige Höchststand wurde am Mittwoch mit 2,327 Euro verzeichnet. Aus Sicht des ADAC lassen sich die hohen Preise nur teilweise durch den vom 1. auf den 2. April gestiegenen Ölpreis erklären. „Die Umstellung auf das sogenannte Österreich-Modell hat die Preisentwicklung eher befördert als begrenzt“, sagt eine ADAC Sprecherin. „Die Preise sind seitdem auf einem zu hohen Niveau.“ Seit Mittwoch dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöht werden. Vorbild für diese Maßnahme war Österreich, dort wird schon lange so verfahren. Am Mittwoch und Donnerstag sorgte die neue Regelung an den Tankstellen für große Preissprünge, ebenso am Freitag: Nach Daten des ADAC lag der durchschnittliche Preis für einen Liter Super E10 um 11.45 Uhr noch bei 2,127 Euro. Um 12.15 Uhr stieg der Literpreis für diesen Kraftstoff demnach auf durchschnittlich 2,222 Euro pro Liter – ein Plus von 9,5 Cent. Diesel war abermals noch stärker betroffen und stieg durchschnittlich um 11,7 Cent von 2,349 Euro pro Liter auf 2,466 Euro. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) macht indes Druck auf seine Kabinettskollegen, um angesichts der Spritpreise weitere Entlastungen umzusetzen. Es sei „absehbar, dass es weitere Maßnahmen brauchen wird, um die steigende Inflation frühzeitig zu dämpfen“, schrieb Klingbeil an Kanzleramtschef Thorsten Frei und Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (beide CDU). Sind Belgien und Luxemburg gute Beispiele? Klingbeil fordert, dem Beispiel Belgiens und Luxemburgs folgend, „einen flexiblen Preisdeckel für Benzin, Diesel und Öl“. Er bittet Frei und Reiche jetzt schnell die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen, um „zügig“ ein Gesetz auf den Weg zu bringen. Der Minister betont: „Es ist den Bürgerinnen und Bürgern nicht vermittelbar, dass unsere Nachbarn entschlossen gegen Preistreiberei eintreten und wir in Deutschland derartige Möglichkeiten bisher ungenutzt lassen.“ Klingbeils Berater Jens Südekum sprach sich gegen einen „harten Preisdeckel“ an den Zapfsäulen aus. Das sei „riskant, weil er zu Engpässen führen kann“, sagte er dem Portal The Pioneer. Er bestätigte aber, dass die Bundesregierung bereits an weiteren Maßnahmen „wie etwa der Übergewinnsteuer arbeitet“.

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2. April
Der Spiegel (Wirtschaft)

Diesel-Preis steigt auf Rekordhoch: 2,327 Euro pro Liter

Neue Regel an Tankstellen 2,327 Euro pro Liter – Dieselpreis steigt auf Rekordhoch Mit der »Einmal am Tag«-Regel wollte die Bundesregierung den Anstieg der Spritpreise in Deutschland eindämmen. Am ersten Geltungstag erreichen die Spritpreise in Deutschland jedoch neue Höchststände. So kletterte der Preis für Diesel am Mittwoch auf ein Allzeithoch von 2,327 Euro, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Der alte Rekord aus dem März 2022 wurde um 0,6 Cent übertroffen. Auch Superbenzin E10 verteuerte sich am ersten Tag des Inkrafttretens der neuen Regeln weiter: Der bundesweite Durchschnittspreis lag laut ADAC bei 2,129 Euro je Liter, ein neuer Jahreshöchststand. Beide Preise sind allerdings nicht inflationsbereinigt. Das am Mittwoch in Kraft getretene Gesetz war vergangene Woche verabschiedet worden. Mit ihm sollten starke Preisanstiege an den Tankstellen gebremst werden. Tankstellen dürfen seither die Spritpreise künftig nur noch einmal am Tag erhöhen – und zwar um zwölf Uhr. Preissenkungen sollen jederzeit möglich sein, »um den Preiswettbewerb zu erhalten«. Bei Verstößen drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 100.000 Euro. Verbraucherschützerin: Neue Regel ungünstig für Berufstätige Dass dieses Instrument tatsächlich im Kampf gegen hohe Spritpreise hilft, war von Anfang an umstritten. Es besteht schließlich das Risiko, dass Tankstellen im Ergebnis erst mal kräftig draufschlagen, um sich dann erst von oben an den Marktpreis heranzutasten. Nach Einschätzung von Ökonomen hat die neue Tankregel vor allem einen Transparenzeffekt. Es sei nun leichter, die Preise zu vergleichen. Die jüngsten Preiserhöhungen des Mittwochs kritisierte der ADAC als unangemessen. Der Rohölpreis sei zwischen 31. März und dem 1. April gesunken, sagte ein Preisexperte des Autoclubs in München. Mineralölkonzerne machten im Zweifel einen Risikoaufschlag, weil sie Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich erhöhen können. Es sei »nun Aufgabe des Bundeskartellamtes, Mineralölkonzerne zur Mäßigung zu bewegen«, sagte er. Auch die Verbraucherzentralen erwarten vorerst keine entscheidende Preisdämpfung durch die »Einmal am Tag«-Regel. Die Chefin des Bundesverbands, Ramona Pop, sagte: »Aktuell sieht es nicht danach aus, dass die neue Regel Tanken wirklich günstiger macht.« Verbraucherinnen und Verbraucher könnten sparen, wenn sie am späten Vormittag tanken. »Diese Zeit ist für die meisten Berufstätigen allerdings ungünstig.«, so Pop. - Der steigende Ölpreis und seine Folgen: Die neue Inflationsangst - Hohe Benzin- und Dieselpreise: Bundestag stimmt für »Ein-Mal-am-Tag«-Regel an Tankstellen - Debatte über Übergewinnsteuer: Müssen die Spritkonzerne von ihren Milliarden wieder etwas abgeben? Von Benedikt Müller-Arnold und Alexander Preker Ein Ende des Preisanstiegs ist zudem nicht in Sicht: Donald Trumps jüngste Rede zur Lage der Nation hat den Preis für Öl wieder in die Höhe getrieben. Aufgrund enttäuschter Hoffnungen auf ein rasches Kriegsende ist der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni im frühen Handel um mehr als sechs Prozent gestiegen. Dem vom Bundestag verabschiedeten Spritpreispaket zufolge müssen die Mineralölkonzerne ihre Preisgestaltung künftig immerhin auch transparenter gestalten. Bei stark steigenden Preisen ist nun die kartellrechtliche Beweislast umgekehrt. Unternehmen aus der Mineralölbranche müssen darlegen, dass ihre Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt sind. Preisaufschläge im Großhandel darf das Kartellamt zudem schneller überprüfen und stoppen. Lesen Sie zum Kampf gegen die hohen Preise hier die SPIEGEL-Kolumne: Dieser Behördenchef kuscht vor den Spritkonzernen

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4. April
Der Spiegel (Wirtschaft)

Spritpreise: Preis für Diesel steigt an Karfreitag auf neues Rekordhoch

Neue »Einmal am Tag«-Regel Dieselpreis auch an Karfreitag auf Rekordhoch Nur noch einmal am Tag um 12 Uhr mittags: So lautet seit 1. April die Regelung zur Erhöhung der Spritpreise in Deutschland. Seitdem kommt es an den Tankstellen zu größeren Preissprüngen. Den dritten Tag in Folge ist Diesel nun teurer geworden und hat damit erneut einen Rekordwert erreicht. Wie der ADAC mitteilte , kostete ein Liter am Karfreitag im Tagesdurchschnitt 2,391 Euro – und stieg damit auf ein neues Allzeithoch. Auch Superbenzin E10 ist teurer geworden und erreichte demnach mit einem Literpreis von 2,164 Euro den höchsten Stand des Jahres. Der Trend setzte sich auch am Samstag fort: Nach Angaben des ADAC erhöhte sich der durchschnittliche Preis für einen Liter Super E10 um die Mittagszeit durchschnittlich um rund acht Cent auf 2,234 Euro. Diesel war erneut stärker betroffen und verteuerte sich um 9,4 Cent auf im Schnitt 2,486 Euro pro Liter. Vorbild für die am vergangenen Mittwoch in Kraft getretene »Einmal am Tag«-Regel war Österreich, dort wird schon lange so verfahren. Ziel ist es, die seit Beginn des Irankriegs stark gestiegenen Preise für Benzin und Diesel unter Kontrolle zu bringen. Preissenkungen sollen dem neuen Gesetz zufolge jederzeit möglich sein, »um den Preiswettbewerb zu erhalten«. Bei Verstößen drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 100.000 Euro. Diskussion über Gegenmaßnahmen Laut ADAC zeigen die neuesten Zahlen, »dass das Österreich-Modell den Namen ›Preisbremse‹ sicher nicht verdient und dass es eher kontraproduktiv wirkt«. In der Politik wird derweil über Maßnahmen gegen die Rekordpreise diskutiert. Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig (SPD) plädierte in der »Rheinischen Post« für kurzfristig wirksame Instrumente. Dabei stellte sie sich hinter die Idee eines »flexiblen Preisdeckels für Benzin, Diesel und Öl, der extreme Ausschläge an der Zapfsäule verhindert«. Vizekanzler Lars Klingbeil hatte zuvor für diese Maßnahme plädiert. Vorbild sind für ihn Belgien und Luxemburg. Hubig sagte, sie unterstütze Klingbeils Vorschlag, den Blick ganz konkret auf die Verbraucherinnen und Verbraucher zu lenken. Die hohen Spritpreise seien eine spürbare Belastung für viele Familien und Pendler, sagte Hubig. »Wenn der Weg zur Arbeit und die Fahrt in den Osterurlaub zunehmend zur Kostenfrage werden, zeigt sich, wie dringend wir hier den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Antwort schulden.« Tempolimit – Für und Wider Die Ökonomin Veronika Grimm wandte sich gegen Rabatte und Preisdeckel und stellte sich stattdessen hinter ein Tempolimit – »als kluges Signal, damit die Menschen die Situation ernst nehmen«, wie sie der »Rheinischen Post« sagte. Die Linke und die Grünen fordern – ebenso wie die SPD – seit Langem ein Tempolimit, konnten dies aber bisher nicht gegen den Widerstand von Union und FDP durchsetzen. So sprach sich auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche gegen die Einführung eines Tempolimits aus, genau wie gegen autofreie Sonntage. Angesichts hoher Spritpreise hält sie es für denkbar, die Pendlerpauschale temporär anzuheben. »Das entlastet zielgenau die, die auf das Auto angewiesen sind«, sagte die CDU-Politikerin der »Augsburger Allgemeinen«. »Wir überlegen in der Koalition auch, die Stromsteuer für private Haushalte zu senken. Das hilft zwar an der Tankstelle nicht, aber es hilft, die Gesamtenergierechnung der Haushalte zu senken. Die ist in Deutschland zu hoch«, sagte die Ministerin. Mittags springen die Preise für Benzin und Diesel deutlich nach oben. Aber wie weit gehen sie im Laufe des Tages wieder nach unten? Lesen Sie in der SPIEGEL-Datenanalyse , wann preisbewusste Autofahrer künftig wohl am besten tanken.

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