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Sonntag, 16. August 2026
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CDU: Merz und der Osten – die Geschichte einer Enttäuschung

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13. August
ZDF heute

Schulze: AfD und Linke im Kabinett "für mich ausgeschlossen"

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt:Schulze: AfD und Linke im Kabinett "für mich ausgeschlossen" In Umfragen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD weit vor den anderen Parteien. CDU-Ministerpräsident Schulze spricht sich weiter gegen eine Kooperation aus. 65 Jahre nach dem Mauerbau scheinen in Sachsen-Anhalt die Narben der deutschen Teilung wieder aufzubrechen. Im Wahlkampf singt die AfD die DDR-Nationalhymne und bedient die Ostalgie, wie einst die PDS, während sich die Linke bereit erklärt, mit der CDU die Demokratie zu verteidigen. Und so ging es in der MDR-Wahlarena zur Landtagswahl bei den Fragen des Publikums gleich zu Beginn um Brandmauern, um Abgrenzung, um Zusammenarbeit - ja oder nein? Schulze: Keine Koalition mit AfD und Linke Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) sprach sich erneut gegen eine Koalition mit der AfD aus. Zugleich lehnte er auch eine Regierung mit der Linkspartei weiter ab: Ich habe klar gesagt, dazu stehe ich auch, dass für mich ausgeschlossen ist, dass in einem Kabinett, das ich leite, ein Minister der AfD oder der Linkspartei sitzt. Das heißt aber nicht, dass ich diese beiden Parteien hier vergleiche, das ist gar nicht angesagt. Sven Schulze, CDU, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt In Sachsen-Anhalt findet am 6. September die Landtagswahl statt. Die CDU liegt derzeit auf dem zweiten Platz und sucht im Wahlkampf Unterstützung von Dieter Hallervorden. 09.08.2026 | 3:07 minSchulze warf der AfD vor, sie habe bei vielen Themen "keine Antwort". Dennoch: Schulze wurde die Frage nicht los an diesem Abend. Eva von Angern, Spitzenkandidatin der Linken, hatte sich dazu bereits vor dem Wahlarena-Abend klar positioniert: Als Linke sagen wir, wir tun alles dafür, dass die AfD hier vor den Schalthebeln der Macht ferngehalten wird. Eva von Angern, Spitzenkandidatin der Linken "Was bringen Deutschlandfahnen an Schulen?" Die Spitzenkandidaten von sieben Parteien stellten sich in der MDR-Sendung den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Neben Ministerpräsident Schulze beantworteten AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sowie die Kandidaten von SPD, Grünen, Linkspartei, FDP und BSW live Fragen aus dem Publikum. Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die AfD führt in Umfragen. CDU-Ministerpräsident Schulze holt sich im Wahlkampf Unterstützung von Schauspieler Dieter Hallervorden. 07.08.2026 | 2:12 minAn AfD-Spitzenkandidat Siegmund gerichtet fragte eine Zuschauerin: "Wie bringt uns das weiter, dass wir Deutschlandfahnen an den Schulen bringen und ja Regenbogenflaggen abhängen und das Deutschdenken einführen?" Der AfD-Spitzenkandidat entgegnete: Ja, wir möchten an die Grundursachen ran. Das Erste, was wir in diesem Land erleben, ist, dass wir nicht mehr stolz auf uns selbst sind, auch nicht mehr selbstbewusst damit umgehen. Das erleben wir überall in dieser Gesellschaft. Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat AfD Grüne: AfD redet Sachsen-Anhalt "permanent schlecht" Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz warf der AfD vor, sie würde Sachsen-Anhalt "permanent schlechtreden". Herr Siegmund tut immer so, als ob die AfD die einzigen wären, die irgendwie stolz auf unser Land sind. Susan Sziborra-Seidlitz, Grünen-Spitzenkandidatin Der Wahl-O-Mat für die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist online. ZDF-Reporterin Annette Pöschel wirft einen Blick auf Kleinparteien nahe der 5-Prozent-Hürde. 06.08.2026 | 1:45 minDie bisherigen Koalitionspartner der CDU, SPD und FDP versuchten trotz Einigkeit, ihr eigenes Profil zu schärfen. Die Kandidatin des BSW äußerte sich nicht zu Plänen, die AfD zu unterstützen. Ein Abend, der gezeigt hat, um was es bei der Wahl in Sachsen-Anhalt geht. AfD in Umfragen weit vorn In Umfragen liegt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD mit Abstand vorn und erreicht Werte um 41 Prozent. Die CDU kommt aktuell auf etwa 24 Prozent. Die AfD strebt nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September eine Alleinregierung an und will erstmals in Deutschland einen Ministerpräsidenten stellen. Dies ist auch davon abhängig, wie viele Parteien insgesamt ins Parlament einziehen werden. Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. In Umfragen liegt die AfD weit vorne. Welche Themen die Menschen im Land bewegen. 24.07.2026 | 13:54 minDie Linke lag in einer aktuellen Umfrage für den MDR und weitere Medien bei 13 Prozent, die SPD bei sieben Prozent. Die Grünen erreichten fünf Prozent. Den Einzug ins Landesparlament verpassen würde derzeit das BSW mit vier Prozent. Die FDP liegt in Umfragen ebenfalls unter der Fünf-Prozent-Hürde. Sollte die AfD die parlamentarische Mehrheit verfehlen, wäre eine von den Christdemokraten geführte Minderheitsregierung denkbar, die dann aber auf eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei angewiesen wäre. Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Mehr zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt - In Sachsen-Anhalt einen Nerv getroffen:Wie Hallervorden Wahlkampf für CDU-Politiker Schulze machtvon Andreas Postelmit Video3:07 - Wahl-O-Mat zur Landtagswahl:Wahl in Sachsen-Anhalt: Welche Partei passt zu mir?von Katrin Meyermit Video1:45 - Stimmung vor der Landtagswahl:Sorge vor der Zukunft und vor AfD: Was Sachsen-Anhalt bewegtvon Hagen Mikulasmit Video13:54 - 100-Tage-Programm für Landtagswahl:Was Sachsen-Anhalts AfD plant - und wem das Sorge bereitetvon Hassan Rascho, Hagen Mikulasmit Video2:58

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12. August
Handelsblatt

Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt: Ein Kaffee mit Herrn Siegmund? So lief die MDR-Wahlarena

Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt: Ein Kaffee mit Herrn Siegmund? So lief die MDR-Wahlarena Magdeburg. Knapp vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich die Spitzenkandidaten der Parteien in einer Fernsehdebatte einer breiten Palette von Bürgerfragen gestellt - von der Bildung über die Gasversorgung und Migration bis zu Krieg und Frieden. Im Zentrum der MDR-Livesendung „Fakt ist! Wahlarena“ mit 50 Interessierten standen aber viele Sorgen zum Zustand der Demokratie, zur Spaltung der Gesellschaft und der künftigen Rolle der AfD, die in Umfragen mit mehr als 40 Prozent weit vorn liegt. Die Brandmauer Der Umgang der übrigen Parteien mit der AfD - für die Wählerinnen und Wähler im Studio ein großes Thema. Silvio aus dem Publikum zählte die AfD zur bürgerlichen Mitte, er fragte CDU-Ministerpräsident Sven Schulze, wozu dann die Brandmauer diene. Der Regierungschef sagte, den Begriff Brandmauer benutze er nicht. „Ich habe nicht vor, mit der AfD hier zusammenzuarbeiten.“ Mit Wählerinnen und Wählern der AfD wolle er aber sehr wohl ins Gespräch kommen, sagte Schulze. Die Linke Eva von Angern warnte, man solle „dem Opfermythos“ der AfD nicht auf den Leim gehen. Sie erlebe viel Angst an Wahlkampfständen. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund meinte hingegen, er erlebe „ganz viel Aufbruchstimmung“ und positive Reaktionen. Schon waren die ersten 15 Minuten vorbei. Die Bildung Gedanken macht den Wählerinnen und Wählern ganz offensichtlich auch die Bildung und der Umgang mit behinderten Kindern in Schulen. Eine Lehrerin aus Wernigerode fragte Siegmund, wie die von der AfD gewünschte Abschaffung der Schulpflicht und der Ersatz durch eine Bildungspflicht die Chancengleichheit wahre. Siegmund sagte, das Lernen zu Hause könne Kindern helfen, die in der Schule extremes Mobbing erführen. Alles in allem seien es nur etwa 30 Familien in Sachsen-Anhalt, für die das infrage komme. Die deutsche Anwesenheitspflicht in Schulen sei im Übrigen international völlig einzigartig. FDP-Kandidatin Lydia Hüskens brach an der Stelle eine Lanze für die Beibehaltung der Schulpflicht, die auch alle übrigen Parteien befürworten. Auch die Hochschulen und mögliche Aufträge der Rüstungsindustrie waren Thema. BSW-Kandidatin Claudia Wittig nutzte die Gelegenheit, vor den Gefahren der Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland zu warnen. „Wir laden sehr aktiv einen Krieg zu uns nach Hause ein, indem wir zum Beispiel zivile Infrastruktur für militärische Zwecke nutzen“, sagte Wittig. Sie sprach auch von einer Unterfinanzierung von Hochschulen. Das lockte SPD-Kandidat Willingmann aus der Reserve: „Entschuldigung, das ist nun blanker Unsinn.“ Die Hochschulfinanzierung in Sachsen-Anhalt sei sehr solide. Die Polarisierung Wie schafft es die Gesellschaft, die Polarisierung zu überwinden? Auch diese Frage trieb eine Frau im Studiopublikum um. Siegmund gab sich konziliant und sagte: „Lassen Sie uns doch mal in Ruhe miteinander reden.“ Der neben ihm stehenden Linken von Angern unterstellte er, mit ihm noch nicht mal einen Kaffee trinken zu wollen. Von Angern bestätigte das und bescheinigte Siegmund mehrfach „Quatsch“, auch als der AfD-Mann sagte: „Die Tür ist offen und die Hand ist ausgestreckt.“ Das Angebot, Kaffee zu trinken, richtete Siegmund auch an einen aus Syrien zugewanderten Mann. Dieser sagte, er sorge sich, dass die AfD die Demokratie in Sachsen-Anhalt abschaffen wolle. Remigration, politische Säuberungen, das sei „das beste Rezept von Diktatur“, sagte der junge Mann und erinnerte an seine frühere Heimat. „Wir wollen genau das Gegenteil“, versicherte Siegmund, der wohl insgesamt die meisten Fragen und auch die meiste Redezeit bekam. Verwandte Themen Die Kandidaten der übrigen Parteien warfen ihm mehrfach vor, das AfD-Programm zu weich darzustellen - und das Land schlechtzureden. Die Grünen-Kandidatin Susan Sziborra-Seidlitz hielt dem eine emotionale Lobesrede auf ihr Bundesland entgegen. Sachsen-Anhalt sei „voll mit wunderbaren Menschen“, es gebe viel Ehrenamt. „Und all diese Menschen, die gesamte Zivilgesellschaft in diesem Land, die die dieses Land so wunderbar machen, die machen sich im Moment Sorgen, weil sie Angst haben vor einer AfD-Regierung“, sagte sie. Der Wahlkampf läuft In der jüngsten Wahlumfrage des Meinungsforschungsinstituts Pollytix im Auftrag der Organisation Campact kommt die AfD auf 43 Prozent der Stimmen, die CDU auf 23 Prozent. Es folgen die Linke mit 13 Prozent, SPD mit 7 und Grüne mit 5 Prozent. BSW (4) und FDP (2) wären demnach nicht im Parlament vertreten. Grundsätzlich sind Umfragen mit Unsicherheiten verbunden. Die Fehlermargen sind statistisch bedingt so hoch, dass die Messung nicht exakt ist. Zudem sind Umfragen keine Prognosen. Vor der Landtagswahl am 6. September treffen die Spitzenkandidaten der Parteien noch in Diskussionsrunden mehrerer Medien aufeinander.

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12. August
Die Welt (Politik)

„Welche Brandmauer reißen Sie eher ein?“, will die Moderatorin von Schulze wissen

„Welche Brandmauer reißen Sie eher ein?“, will die Moderatorin von Schulze wissen Sinkende Umfragewerte, Ärger um die Rente, Streit um Wirtschaft und Bürokratie – im MDR-Sommerinterview erklärt Sven Schulze, warum er der richtige Ministerpräsident für Sachsen-Anhalt ist, obwohl seine CDU dort seit 24 Jahren die Regierung stellt. Dann fällt die Frage nach AfD oder Linke. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) zieht mit dem Slogan „Sachsen-Anhalt stärker machen – nur mit uns“ in den Landtagswahlkampf. Gemeint sei, die Entwicklung des Landes, die die Menschen in den vergangenen 36 Jahren aufgebaut hätten, „aus der Mitte der politischen Landschaft heraus“ weiterzuführen, erklärte der Christdemokrat im MDR-Sommerinterview. Doch gleich zu Beginn wurde es für Schulze ungemütlich. „Ist das nicht ganz schön realitätsfern mit einer CDU, die gerade mal bei 24 Prozent liegt und einer AfD, die da an der absoluten Mehrheit kratzt?“, hakte Moderatorin Susann Reichenbach nach. Schulze verwies darauf, dass derzeit keine Partei eine alleinige Mehrheit habe. „Wir sind mitten im Wahlkampf.“ Die CDU müsse um jeden Wähler kämpfen. Die CDU habe dafür „sehr, sehr gute Argumente“. Doch Reichenbach bohrte noch tiefer und merkte an, dass die CDU seit der vergangenen Landtagswahl von 38 Prozent auf 24 Prozent gefallen ist. „Ist doch ein Desaster“, kommentierte sie. Der CDU-Ministerpräsident reagierte gelassen. Das damalige Ergebnis sei eben „sehr gut“ gewesen, die Zeiten hätten sich seitedem aber verändert. Die Herausforderungen seien größer geworden. Vor allem in der chemischen und der Automobilindustrie müsse es darum gehen, Arbeitsplätze zu erhalten und zugleich Zukunftsperspektiven zu schaffen. Kritisch ging es auch weiter beim Thema Rente. Die Moderatorin konfrontierte Schulze damit, dass er noch vergangene Woche gegen den eigenen Kanzler „mobil gemacht“ und erklärt habe, die „Rente mit 63“ müsse bleiben. „Warum diese Kehrtwende?“ „Stopp“, widersprach Schulze auch hier. „Ich habe nicht gesagt, die Rente 63 im Detail muss bleiben.“ Er habe vielmehr gesagt, dass bei Menschen, die 45 Jahre eingezahlt hätten, dies gerade in Ostdeutschland honoriert werden müsse. „Ich bin nicht dafür da, die Themen aus Berlin hier in Sachsen-Anhalt durchzusetzen, sondern es geht darum, die Themen der Menschen in Sachsen-Anhalt in Berlin durchzusetzen.“ Seine Aufgabe sei es nicht, Berlin zu gefallen. „Meine Aufgabe ist es, sich für die Themen der Menschen einzusetzen, auch bei der Rente.“ Reichenbach hielt erneut dagegen und verwies auf einen Instagram-Beitrag Schulzes vom 24. Juni, in dem er geschrieben hat: „Darum unterstütze ich die Vorschläge der Rentenkommission. Jetzt kommt es darauf an, sie zügig umzusetzen.“ Schulze erklärte, dass es viele Elemente bei der Rentenreform gibt, die er unterstütze, insbesondere Entlastungen für Arbeitnehmer. Gleichzeitig müsse die Leistung der Menschen in Ostdeutschland berücksichtigt werden. Auf den Vorwurf der Moderatorin, sie habe den Eindruck, Schulze habe „angesichts schlechter Umfragewerte kalte Füße gekriegt“, antwortete er: „Stimmt überhaupt nicht.“ Seine Position sei die einheitliche Meinung der ostdeutschen Ministerpräsidenten. Er habe sich zudem Unterstützung aus anderen Bundesländern und Parteien geholt. „Und ich bin jemand, der auch bei viel Gegenwind Rückgrat beweist, gerade aus Westdeutschland, und nicht umfällt.“ Auch bei seinem wirtschaftspolitischen Programm musste sich Schulze rechtfertigen. Reichenbach fragte, warum er erst jetzt weniger Regeln und schnellere Ämter verspreche, obwohl die CDU seit 24 Jahren den Ministerpräsidenten stelle: „Sie hatten genug Zeit.“ Schulze verwies auf seine eigene Amtszeit: „Jetzt bin ich Ministerpräsident.“ Erst jetzt habe er die Möglichkeit, mit seiner Richtlinienkompetenz eine Verwaltungsreform anzustoßen. Die letzte habe es 2007 gegeben. Reichenbach hakte nach: „Nochmal, die CDU hat doch den Ministerpräsidenten gestellt.“ Schulze verwies auf einen Generationswechsel. „Aber ich bin jetzt der Ministerpräsident, der jetzt hier sagt, wo die politischen Linien sind.“ Mit 47 Jahren stelle er eine neue Generation dar, die auch neue Ideen mitbringe. Zudem habe er bereits als Wirtschaftsminister Veränderungen angestoßen, etwa beim Vergabegesetz. Beim Thema Migration wurde Schulze ebenfalls mit der Glaubwürdigkeit der CDU konfrontiert. Reichenbach erinnerte an das Wahlversprechen „Konsequent abschieben“ und fragte: „Warum das jetzt?“ Schulze widersprach erneut: „Nicht erst jetzt.“ Die Zugangszahlen in Sachsen-Anhalt lägen inzwischen auf dem Niveau von 2011. Zugleich werde eine Einrichtung in Volkstedt für Menschen ausgebaut, die abgeschoben werden müssten, sich dem aber entzögen. „Gezielte Migration in den Arbeitsmarkt brauchen wir. Aber die illegale Migration hier nach Europa, die muss gestoppt werden.“ Schulze verteilt Migrations-Seitenhieb gegen Bundes-CDU Reichenbach hielt ihm entgegen: „Sie sagen, Abschiebungen werden bereits konsequent durchgeführt. Ich höre, was Sie sagen, aber offenbar glauben Ihnen 41 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt nicht.“ Schulze verwies darauf, dass viele Menschen Sachsen-Anhalt bereits wieder verlassen hätten, manche freiwillig. Zugleich räumte er ein: „Es ist vielleicht auch ein Fehler der CDU gewesen, in den letzten Jahren dieses Thema nicht so zu thematisieren, wie es thematisiert gehört.“ Zum Schluss ging es um die entscheidende Machtfrage nach der Landtagswahl. „Dann könnte es für Sie richtig kompliziert werden zwischen zwei Brandmauern“, merkte Reichenbach an und fragte Schulze direkt: „Welche reißen Sie eher ein, die zur Linken oder die zur AfD?“ Schulze wich einer konkreten Antwort aus. Jetzt gehe es darum, möglichst viele Wähler zu erreichen. „Entweder die AfD regiert hier oder sie regiert hier nicht.“ Er wolle Sachsen-Anhalt „aus der Mitte heraus“ weiterentwickeln, „mit allen, die daran Interesse haben. Aber idealerweise aus der Mitte heraus.“ Auch auf die Frage nach einer möglichen Flucht aus Sachsen-Anhalt, sollte die AfD die Macht übernehmen, blieb Schulze bei seiner Linie. Sein Vorgänger Reiner Haseloff habe dies einst in einer Landtagsrede angedeutet. Schulze selbst sagte: „Ich bleibe hier.“ Er wolle verhindern, dass Sachsen-Anhalt zurückfalle „in eine Zeit, wie es die AfD will“. Er wolle „nicht zurück in die DDR-Zeit“, sondern nach vorn schauen. Über mögliche Koalitionskonstellationen wolle er dagegen jetzt nicht diskutieren.

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