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Montag, 6. April 2026
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Osterbotschaften der Kirchen: Aufrufe zu Frieden und Versöhnung

Medienspektrum

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5. April
Tagesschau

Osterbotschaften der Kirchen: Aufrufe zu Frieden und Versöhnung

Osterbotschaften der christlichen Kirchen Aufrufe zum Frieden - Scharfe Kritik an Hegseth Krieg und Krisen überschatten Ostern. Umso stärker betonen die Kirchen in Deutschland die tröstende Botschaft des Festes und rufen zu Frieden auf. Der Münchner Kardinal Marx fand klare Worte für US-Verteidigungsminister Hegseth. Angesichts der zahlreichen Kriege und Konflikte weltweit haben die christlichen Kirchen in Deutschland zu Ostern zum Engagement für Frieden und Versöhnung aufgerufen. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Kirsten Fehrs, bezeichnete die Osterbotschaft als Quelle von Hoffnung und Halt angesichts wachsender Verunsicherung durch Krisen und Kriege. Die Auferstehung Jesu sei "eine der machtvollsten Hoffnungsgeschichten, die wir kennen". Sie bekräftige "die Zuversicht, dass das Leben siegt, inmitten all der Kriege und des Elends dieser Tage". Widerstand gegen das Recht des Stärkeren Der Bremer Kirchenpräsident Bernd Kuschnerus sieht Ostern als "Gegenbewegung zu den Kräften des Todes in dieser Welt". "Wir dürfen nicht schweigen, wenn Mächtige das Recht des Stärkeren propagieren und denken, sie könnten sich mit Gewalt nehmen, was sie wollen", betonte er: "Wir können auch nicht einfach zusehen, wenn Einzelne oder ganze Menschengruppen ausgegrenzt werden." Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister betonte in seiner Osterpredigt die Kraft von Ritualen. "Tradition und Rituale, Gewohnheiten und Wiederholungen, die sich in diese Osterfesttage einweben, helfen mir", sagte der evangelische Bischof in der Marktkirche in Hannover. "Sie helfen mir, mit diesen unglaublichen Fragen von Christi Auferstehung umzugehen." Auferstehung eine "skandalöse Idee" "Ostern ist eine Rebellion gegen den Tod", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz der katholischen Kirche, Bischof Heiner Wilmer. Die Auferstehung sei eine "skandalöse Idee; man muss schon ein wenig verrückt sein, um das zu behaupten." Sie stelle eine bewusste Gegenposition zu Hoffnungslosigkeit dar, so der Hildesheimer Bischof in seiner Osterpredigt. Die christliche Botschaft widerspreche der Vorstellung, dass das Leben mit dem Tod ende. Wilmer, der im Juni als Bischof nach Münster wechselt, ermutigte die Christen, auch in schwierigen Lebenslagen an dieser Hoffnung festzuhalten. Marx wirft Hegseth Gotteslästerung vor Der Münchner Kardinal Reinhard Marx sagte in der Osternacht, die Menschen sollten sich in ihrem Engagement für Frieden und Solidarität nicht entmutigen lassen. Ostern unterstreiche, dass die Hoffnung auf eine bessere Welt keine naive Träumerei, sondern realistisch sei. Gerade jetzt brauche es österliche Menschen, die sich mit ihrer Begeisterungsfähigkeit gegen Egoismus, Hass und Verschwörungstheorien stellten, so der katholische Geistliche. Die Geschichte der Menschheit sei nicht nur eine von Siegern und Besiegten, sondern ebenso von Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit. Der Münchner Kardinal übte in seiner Predigt am Ostersonntag dann scharfe Kritik an US-Pentagonchef Pete Hegseth, der sich selbst als Kriegsminister bezeichnet, und am orthodoxen Patriarchen von Moskau. Es sei eine "schamlose Gotteslästerung", wenn Hegseth dafür bete, dass jede Kugel im Iran-Krieg ihr Ziel treffe. Gleiches gelte für die Aussage von Kyrill I., dem orthodoxen Patriarchen von Moskau, der den von Russland begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine als einen "Heiligen Krieg" bezeichne.

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5. April
Süddeutsche Zeitung

Kardinal Marx kritisiert Pentagonchef Hegseth: „Schamlose Gotteslästerung“

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hat in seiner Predigt am Ostersonntag den Missbrauch von Religion zur Rechtfertigung von Gewalt und Krieg mit deutlichen Worten kritisiert. Äußerungen von US-Pentagonchef Pete Hegseth, der dafür gebetet hatte, jede Kugel möge ihr Ziel treffen, seien eine schamlose „Gotteslästerung“. Gleiches gelte für die Aussage von Kyrill I., dem orthodoxen Patriarchen von Moskau, der den von Russland begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine als einen „Heiligen Krieg“ bezeichne. In der Osternacht hatte Marx im Liebfrauendom dazu aufgerufen, an der Hoffnung auf eine bessere Welt festzuhalten. Man dürfe sich im Engagement für Frieden, Solidarität und eine gerechte Gemeinschaft aller Menschen nicht entmutigen lassen. „Ostern unterstreicht sehr deutlich, dass die Hoffnung auf eine bessere Welt keine naive Träumerei ist, denn es geht um eine realistische Hoffnung.“ Dass Jesus von einer Welt gesprochen habe, „in der Friede, Versöhnung, Vergebung der Sünden, Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit Wirklichkeit werden“, sei für die Mächtigen in Religion und Politik weltfremd und gefährlich gewesen. Gerade heute brauche es „österliche Menschen, Menschen mit Hoffnung und mit Begeisterungsfähigkeit“, sagte Marx. „Wenn die Welt und unsere Gesellschaften sich weiter verrennen in Eigeninteressen, in den Egoismus bestimmter Gruppen, in die Blasen von Hass und Verschwörungstheorien, dann wird die Welt bedrohlicher und gefährlicher.“ Demgegenüber stehe die österliche Botschaft, die nicht zulasse, „dass wir allein den Stimmen Raum geben, die letztlich Resignation und Verzweiflung verstärken, die Gewalt und Macht vor Recht und Frieden sehen“, mahnte der Kardinal. Ostern feiere das „pralle, volle, glückliche Leben“, sagte der evangelische Landesbischof Christian Kopp am Ostersonntag in seiner Predigt in der Münchner St. Matthäuskirche. Genau das brauche die Welt gerade dringend. „Denn der Tod hat unsere Welt fest im Griff. Gewalttaten, Ängste, Zerstörung, Kriege.“ Der Krieg Russlands gegen die Ukraine sprenge alle Vorstellungen von Gerechtigkeit. Die Eskalationen im Nahen Osten entsetzten ihn, sagte Kopp. „Aber gerade weil jetzt Ostern ist und ich an Gottes Machtwechsel glaube, gilt: Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein. Never ever“, sagte Kopp weiter. Und doch fühle er sich hilflos. „Die Mächtigen machen, was sie wollen: nehmen sich Land, verdienen Millionen mit ihrem Insiderwissen und Spekulationen. Pfeifen auf Völkerrecht und Menschenleben und Würde.“ Mit dem Osterfest werde zwar nicht alles auf Knopfdruck hell. Aber das Leben rücke mit Ostern in ein anderes Licht, die Finsternis ende. „Die Macht wechselt die Seite, das Leben gewinnt. Und das verändert was“, sagte Kopp. Der Regionalbischof für Schwaben-Altbayern, Thomas Prieto Peral, sagte in seiner Predigt in der Münchner Jakobskirche, dass Ostern den derzeitigen Untergangsgedanken widersprächen. „Es wird besser, weil Gott deinem Leben eine Chance gibt. Weil Gott deinem Mitmenschen die gleiche Würde gibt wie dir.“ Mit Blick auf die Kriege im Nahen Osten und in anderen Weltregionen sagte er: „Die evangelische Haltung dazu ist klar: Kriege und Gewalt sind nur verantwortbar, wenn dadurch das Recht wieder hergestellt wird. Völkerrechte, Menschenrechte, Grundrechte. Für alle.“ Politische Entwicklungen seien nie alternativlos.

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5. April
Die Welt (Politik)

„Schamlose Gotteslästerung“ – Kardinal Marx attackiert US-Kriegsminister Hegseth scharf

„Schamlose Gotteslästerung“ – Kardinal Marx attackiert US-Kriegsminister Hegseth scharf Kardinal Reinhard Marx hat die Instrumentalisierung von Religion für Krieg scharf kritisiert. Vor allem stört er sich an Äußerungen von US-Kriegsminister Pete Hegseth. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat den Missbrauch von Religion zur Rechtfertigung von Gewalt und Krieg scharf kritisiert. Es sei eine „schamlose Gotteslästerung“, wenn der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth dafür bete, dass jede Kugel im Iran-Krieg ihr Ziel treffe, sagte der Erzbischof in seiner Predigt am Ostersonntag. Gleiches gelte für die Aussage von Kyrill I., dem orthodoxen Patriarchen von Moskau, der den von Russland begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine als einen „Heiligen Krieg“ bezeichne. Papst Leo XIV. hatte bereits erinnert, dass Gott nicht dazu dienen dürfe, Krieg zu rechtfertigen. Es sei „ein Gott, der den Krieg ablehnt, den niemand dazu benutzen kann, um Krieg zu rechtfertigen“, sagte der aus den USA stammende Pontifex in seiner Predigt am vergangenen Palmsonntag. Gott stehe für Frieden; er erhöre nicht das Gebet jener, die Krieg führten. Kardinal Marx forderte die Gläubigen zum Osterfest auf, sich im Engagement für Frieden, Solidarität und einer gerechten Gesellschaft nicht entmutigen zu lassen. Die Menschen sollten an der Hoffnung auf eine bessere Welt festhalten – gerade bei der derzeitigen politischen Lage. „Ostern unterstreicht sehr deutlich, dass die Hoffnung auf eine bessere Welt keine naive Träumerei ist, denn es geht um eine realistische Hoffnung“, sagte der Erzbischof von München und Freising in seiner Osterbotschaft. Marx sieht heute Parallelen zur Zeit Jesu, der von Mächtigen als weltfremd abgelehnt worden sei. Auch heute werde oft behauptet, die Welt sei vor allem von Machtinteressen, Gewalt und Wettbewerb geprägt. Dem setzte der Kardinal die christliche Botschaft entgegen, die Hoffnung und aktives Handeln für eine gerechtere Gesellschaft einfordere. Die Geschichte der Menschheit solle nicht als eine Geschichte von Siegern und Besiegten erzählt werden. Es gehe auch um die große Kraft von Menschen, Frieden zu stiften. Das hänge eng mit dem Osterereignis zusammen.

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