USA: Luigi Mangione bekennt sich schuldig zur Tötung des United-Healthcare-Chefs Thompson
USA: Luigi Mangione bekennt sich schuldig
New York. Der wegen der Tötung des US-Versicherungsmanagers Brian Thompson angeklagte Luigi Mangione hat sich zu Stalking-Vorwürfen schuldig bekannt und die Tat vor Gericht eingeräumt. Bei einer kurzfristig angesetzten Anhörung vor einem Bundesgericht in Manhattan erklärte er am Freitag: „Am Morgen des 4. Dezember 2024 habe ich auf Herrn Thompson in Manhattan geschossen, und er starb.“
Die Verkündung des Strafmaßes ist für den 18. Dezember vorgesehen. Auf die Frage von Bundesrichterin Margaret M. Garnett, ob ihm bewusst sei, dass er den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen könnte, antwortete Mangione mit Ja. Thompsons Ehefrau Paulette saß im Gerichtssaal, atmete mehrfach tief durch und wischte sich wiederholt Tränen aus den Augen.
Mit dem Schuldbekenntnis kommt eines von zwei Verfahren im Zusammenhang mit Thompsons Tod zum Abschluss. Mangiones Anwälte könnten nun unter Verweis auf das Verbot der Doppelbestrafung versuchen, einen Prozess auf Staatsebene in New York wegen Mordes stoppen zu lassen, der am 8. September beginnen soll.
Keine Todesstrafe für Mangione
Mangione sagte vor Gericht, er habe Thompson verfolgt, nachdem er jahrelang starke Schmerzen wegen eines Rückenleidens gehabt und Schwierigkeiten mit dem Krankenversicherungssystem erlebt habe. Nach Angaben der Polizei und von Thompsons Arbeitgeber UnitedHealthcare war Mangione selbst allerdings nie Kunde des Unternehmens.
Auf Patronenhülsen, die am Tatort gefunden wurden, standen die Worte „deny“, „defend“ und „depose“ (Etwa: verweigern/leugnen, verteidigen und absetzen/stürzen), mutmaßlich in Anlehnung an eine Phrase, die Kritiker der Versicherungsindustrie nutzen. Nach Angaben der Behörden hatte Mangione zudem in privaten Aufzeichnungen scharfe Kritik an Krankenversicherern geäußert. Mangione wurde fünf Tage nach der Tat in einem McDonald's in Altoona im US-Bundesstaat Pennsylvania festgenommen.
Bereits vorab hatte eine in die Vorgänge eingeweihte Person der Nachrichtenagentur AP gesagt, dass Mangione ein Schuldbekenntnis plane, aber seine Meinung noch ändern könne. Mangione droht lebenslange Haft. Anklagepunkte, durch die ihm die Todesstrafe hätte drohen können, hatte eine Bundesrichterin Anfang des Jahres verworfen.
Der Angeklagte soll Thompson, den Chef des US-Krankenversicherers UnitedHealthcare, erschossen haben, als dieser am 4. Dezember 2024 zu einer Investorenkonferenz in Manhattan ging. Auf Überwachungsaufnahmen, die die Tat zeigen, ist eine vermummte Person zu sehen, die von hinten auf Thompson feuert.
Mangione, Absolvent einer der als Ivy League bekannten acht US-Elite-Universitäten, ist seit seiner Verhaftung zu einer Symbolfigur für die Frustrationen mit der Krankenversicherungsbranche geworden. Eingeschworene Anhänger Mangiones sind immer wieder bei seinen Gerichtsterminen dabei.