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Donnerstag, 6. August 2026
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Spitzentreffen in Bonn - Bundesverkehrsminister Bilger kündigt Sofortmaßnahmen gegen Niedrigwasser-Folgen an

Medienspektrum

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6. August
Deutschlandfunk

Spitzentreffen in Bonn - Bundesverkehrsminister Bilger kündigt Sofortmaßnahmen gegen Niedrigwasser-Folgen an

Man werde mit den Ländern über Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw für besonders betroffene Güter sprechen. Der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik gab zu bedenken, bei einer Aufhebung des Sonntagsfahrverbots müssten die Fahrer stattdessen an anderen Tagen den Lkw stehen lassen, um die Ruhezeiten einzuhalten. Bilger sagte weiter, auch sei die bundeseigene Autobahngesellschaft angewiesen worden, Ausweichverkehre nicht durch vermeidbare Baustellen zu behindern. Gleichzeitig soll laut Bilger der Schienengüterverkehr gestärkt werden. Das Gütertransportunternehmen DB Cargo habe zugesagt, betroffene Industriebetriebe beim Transport von Waren auf der Schiene zu unterstützen und zusätzliche Kapazitäten in Europa zu organisieren. Der Bundesverkehrsminister bezeichnete das extreme Niedrigwasser als erhebliche Herausforderung für die Wirtschaft und die Versorgungssicherheit. Deshalb werde man den engen Austausch mit den betroffenen Branchen fortsetzen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer begrüßte die Ankündigungen und erklärte, mehr Angebote auf Straße und Schiene könnten bei den Unternehmen kurzfristig für Entlastung sorgen. Langfristig müssten die deutschen Wasserstraßen aber auf Niedrigwasser und andere Extremwetterereignisse vorbereitet werden. Krischer (Grüne) fordert mehr Anstrengungen vom Bund Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Krischer hatte darauf verwiesen, dass das Thema Niedrigwasser in Zukunft regelmäßig auf der Tagesordnung stehen werde. Mit Blick auf die heutige Krisensitzung sagte der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk , die Konferenz in Bonn dürfe keine einmalige Veranstaltung sein. Es gelte, auszuloten, wie man die Transformation der Binnenschifffahrt seitens der Politik sinnvoll begleiten und die Branche beispielsweise bei der Anschaffung von Niedrigwasserschiffen unterstützen könne. Wirtschaftsverband: Bislang keine Engpässe an Tankstellen Zu den Auswirkungen des Niedrigwassers sagte der Wirtschaftsverband Fuels und Energie dem Deutschlandfunk: "Binnenschiffe müssen mit geringerem Frachtvolumen beladen werden – teilweise zu einem Viertel der Normalkapazität, oder sie mussten den Betrieb vorübergehend ganz einstellen." Der Transport werde, wo möglich, auf Kesselwagenzug und Tankkraftwagen verlagert. Allerdings seien auch hier die Kapazitäten begrenzt, was verfügbare Fahrzeuge und Fahrer anbelange. Engpässe an Tankstellen würden aber bislang nicht verzeichnet. Eine Sprecherin des Duisburger Hafens - größter Binnenhafen weltweit - sagte dem Deutschlandfunk, derzeit gebe es dort etwa 50 bis 60 Prozent mehr Schiffsanläufe. Der Grund: Auf Teilen des Mittel- und Oberrheins sei der Einsatz von Binnenschiffen aufgrund der niedrigeren Wasserstände bereits nicht mehr möglich. Die Länder-Verkehrsminister berieten heute in München ebenfalls zu diesem Thema. Aus dem Dlf-Programm: Diese Nachricht wurde am 06.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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6. August
Tagesschau

Extrem-Niedrigwasser: Bilger will Sonntagsfahrverbot für Lkw lockern

Reaktion auf Niedrigwasser Bilger will Sonntagsfahrverbot für Lkw lockern Das Extrem-Niedrigwasser erschwert den Gütertransport auf Rhein und Donau. Verkehrsminister Bilger will deshalb das Sonntagsfahrverbot für Lkw für besonders betroffene Güter aufheben. Zudem sollen mehr Waren über die Schiene transportiert werden. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat nach einer Niedrigwasser-Fachkonferenz in Bonn mehrere kurzfristige Maßnahmen angekündigt. Sie sollen der Wirtschaft helfen, Lieferketten auf den wichtigen Wasserstraßen wie Rhein, Donau und Elbe aufrechtzuerhalten. "Wir können das Wetter nicht beeinflussen, aber wir könnten dafür sorgen, dass unsere Wirtschaft besser durch diese schwierigen Wochen kommt", sagte Bilger nach dem Spitzentreffen mit Wirtschaftsvertretern und Verbänden. So werde man mit den Ländern über Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw für besonders betroffene Güter sprechen. Das Gleiche gelte auch für die schnellere Genehmigung von Schwertransporten, die auf die Straße verlagert werden müssen. Aus den Ländern habe Bilger bereits "große Bereitschaft dazu erkennen können". Bauvorhaben an Schleusen stoppen Außerdem sollten Bauvorhaben an Schleusen zurückgestellt werden, um den bestehenden Verkehr nicht weiter zu behindern. Die bundeseigene Autobahngesellschaft habe man angewiesen, alles daran zu setzen, Ausweichverkehre nicht durch vermeidbare Baustellen auszubremsen. Die Gütertransportgesellschaft DB Cargo hat laut Bilger zugesichert, die vom Niedrigwasser betroffene Industrie zu unterstützen, mehr Güter auf die Schiene zu bringen. "Sie wird gemeinsam mit weiteren Branchenunternehmen europaweit zusätzliche Kapazitäten organisieren und auch mögliche Vorhaltekonzepte mit den Energieversorgern abstimmen", sagte Bilger weiter. Sorge um Ruhezeiten In der Branche traf Bilgers Vorschlag zur Aufhebung des Sonntagsfahrverbots auf Skepsis. "Die Fahrer müssten dann stattdessen an anderen Tagen den Lkw stehen lassen, um die mit hohen Bußgeldern versehenen Vorgaben der Lenk- und Ruhezeitenverordnung einzuhalten", sagte der Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr und Logistik (BGL), Dirk Engelhardt, der Rheinischen Post. "Man könnte allenfalls zum Beispiel besonders wichtige Transporte vorziehen." Niedrigwasser drückt Wirtschaftswachstum Das Niedrigwasser könne das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September um 0,1 bis 0,2 Prozent dämpfen, sagte Stefan Kooths, Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Kiel Institut für Weltwirtschaft. "Man kann den Wertschöpfungsausfall grob auf ein bis zwei Milliarden Euro im dritten Quartal beziffern", ergänzte er. IW-Ökonom Schaefer nannte keine Zahlen. "Eine Schadenssumme lässt sich erst dann seriös abschätzen, wenn klarer ist, wie lange die Einschränkungen andauern." Tiefstände erneut unterboten Der vielbefahrene Rhein hat in Köln am Donnerstag den erst wenige Tage alten historischen Tiefstand wieder erreicht. Der Pegelstand ging auf 67 Zentimeter zurück, wie aus Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein hervorgeht. Damit ist der erst am Samstag gemessene Negativrekord am Pegel Köln eingestellt. In Duisburg-Ruhrort (150 Zentimeter) und in Düsseldorf (22 Zentimeter) wurden am Sonntag historische Tiefststände verzeichnet. Laut dem Informationssystem Niwis wiesen zuletzt rund 44 Prozent der Messstellen im Rhein extrem niedriges Wasser aus, 16 Prozent in der Elbe und circa 78 Prozent der Donau-Messstellen.

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6. August
ZDF heute

Bilger schlägt Aufhebung des Lkw-Fahrverbots an Sonntagen vor

Nach Konferenz zum Niedrigwasser:Bilger schlägt Aufhebung des Lkw-Fahrverbots an Sonntagen vor Das Niedrigwasser des Rheins belastet die Wirtschaft. Der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) erwägt nun unter anderem, Lkw auch an Sonntagen fahren zu lassen. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen des extremen Niedrigwassers des Rheins kurzfristig abzufedern, erwägt Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU), das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen aufzuheben. So soll mehr Verkehr vom Fluss auf die Straße verlagert werden. Nach einer Niedrigwasser-Konferenz sagte Bilger vor Journalisten in Bonn: Wenn Transporte kurzfristig auf die Straße verlagert werden müssen, werden wir mit den Ländern darüber sprechen, dass wir Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für besonders betroffene Güter vornehmen. Steffen Bilger (CDU), Verkehrsminister "Wo sonst Schiffe mit Tausenden Tonnen Ladung unterwegs sind, liegen heute Sandbänke frei. Schiffe können - wenn überhaupt - nur noch einen Bruchteil ihrer Fracht aufnehmen", so Bilger. Die derzeitige Situation an den Flüssen sei "besonders herausfordernd" für die Wirtschaft. Sein Ministerium führe auch Gespräche mit der Bahn über zusätzliche Möglichkeiten, Transporte von der Wasserstraße auf die Schiene zu verlagern, hatte er zuvor der "Bild"-Zeitung gesagt. Derzeit gebe es zwar noch keine Versorgungsengpässe, die Gefahr drohe aber "definitiv". Pressekonferenz nach Spitzengespräch zum Niedrigwasser mit Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) in voller Länge 06.08.2026 | 26:32 minLogistik-Verband sieht Vorschlag skeptisch Der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL) äußerte sich skeptisch zu dem Vorschlag. "Die Fahrer müssten dann stattdessen an anderen Tagen den Lkw stehen lassen, um die mit hohen Bußgeldern versehenen Vorgaben der Lenk- und Ruhezeitenverordnung einzuhalten", sagte Vorstandssprecher Dirk Engelhardt der "Rheinischen Post". Die verfügbare Lenkzeit werde dadurch nicht erhöht. "Sie stünde nur zu anderen Zeiten zur Verfügung", sagte Engelhardt. "Man könnte allenfalls zum Beispiel besonders wichtige Transporte vorziehen." Der Grünen-Verkehrspolitiker Tarek Al-Wazir nannte eine kurzfristige Aussetzung des Fahrverbots "sinnvoll". In einer akuten Notlage müssten Bund, Länder, Häfen, Bahn und Wirtschaft gemeinsam dafür sorgen, "dass wichtige Lieferketten aufrechterhalten werden", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses dem Nachrichtenportal "t-online". Das Fahrverbot sollte allerdings nur als "kurzfristige Notmaßnahme" ausgesetzt werden. Rekordhitze, Waldbrände und Niedrigwasser: Wie teuer der Klimawandel jetzt schon ist und in Zukunft noch werden kann, analysiert ZDFheute live. 06.08.2026 | 12:58 minKemfert: Hohe volkswirtschaftliche Kosten Unterdessen wiesen Ökonomen und Wirtschaftsverbände erneut auf mögliche negative Folgen des Niedrigwassers hin. "2018 hatten wir schon mal so ein Niedrigwasser. Da waren die volkswirtschaftlichen Kosten etwa 2,4 Milliarden Euro", sagte Claudia Kemfert, Ökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, bei ZDFheute live. Der Konjunktur in Deutschland gehe es ohnehin nicht gut und "da kommen jetzt noch diese volkswirtschaftlichen Kosten oben drauf". phoenix tagesgespräch mit Steffen Bilger (CDU, Bundesverkehrsminister) zu den Herausforderungen in der Verkehrsinfrastruktur 06.08.2026 | 11:31 minMinister: Keine Maßnahmen, die Umwelt schädigen Bilger versicherte, er werde keine umweltschädigenden Maßnahmen gegen das Niedrigwasser am Rhein unterstützen. "Wir werden nichts machen, was die Umwelt schädigt", sagte Bilger dem Sender phoenix. Umweltverbände hatten zuvor gewarnt, dass Umbaumaßnahmen am Flussbett den Grundwasserspiegel absenken könnten. Mehr Wasser in die Mitte eines Flussbettes zu lenken, könne zudem das Ufer und den entsprechenden Lebensraum dort austrocknen, was die Erosionsgefahr erhöhe. Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.  Mehr zum Thema Niedrigwasser - Folgen der Trockenheit:Wie das Niedrigwasser die Spritpreise nach oben treibtmit Video6:59 - Wirtschaft und Spritpreis betroffen:Niedrigwasser im Rhein: Pegel teils weiter auf Tiefststandmit Video0:26 - FAQSinkende Pegelstände in Flüssen:"Lage ist ernst": So setzt Niedrigwasser der Wirtschaft zumit Video0:26 - Wasserstände von Flüssen sinken:Niedrigwasser der Donau: Ungarn schaltet AKW ausmit Video0:20

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6. August
Die Zeit (Politik)

Dürre: Steffen Bilger will wegen Niedrigwasser Landtransporte ausweiten

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will wegen des aktuellen Niedrigwassers im Rhein Frachttransporte über Land ausbauen. Das gab Bilger nach einem Treffen mit Vertretern der Industrie- und Logistikbranche bekannt. Er wolle »darüber sprechen, dass wir Ausnahmen vom Sonn- und Feiertags-Fahrverbot für besonders betroffene Güter vornehmen«, sagte Bilger. »Ich habe bereits mit mehreren Länder-Verkehrsministern darüber gesprochen und große Bereitschaft erkennen können.« Die Aufhebung der Fahrverbote solle »so lange, wie es erforderlich ist« anhalten, sagte Bilger. Das müsse noch zwischen Bund und Ländern abgestimmt werden, er erwarte aber eine baldige Einigung. »Das Gleiche gilt auch für notwendige Schwertransporte, die auf die Straße verlagert werden müssen«, sagte Bilger weiter. Das Verkehrsministerium habe bereits die Autobahn GmbH »angewiesen, alles daranzusetzen, Ausweichverkehre nicht durch zusätzliche vermeidbare Baustellen auszubremsen«. Zudem wolle die Deutsche Bahn einen Sonderkoordinator bereitstellen, der Schienentransporte im betroffenen Gebiet erleichtern solle. Bilger verweist auf Modernisierung von Güterschiffen und schnellere Verfahren »Wir können das Wetter nicht beeinflussen, aber wir können dafür sorgen, dass unsere Wirtschaft besser durch diese schwierigen Wochen kommt«, sagte Bilger. Bei den angekündigten Maßnahmen handle es sich um »ganz konkrete Schritte, die Unternehmen jetzt helfen können. Aber mindestens genauso wichtig ist der Blick nach vorne.« Niedrigwasser und Extremwetter würden künftig durch den Klimawandel häufiger auftreten und dementsprechend die Wirtschaft belasten. Dabei sei in den vergangenen Jahren bereits vieles geleistet worden, sagte der Minister. So verwies er auf das im Juli vom Bundesrat gebilligte Infrastrukturzukunftsgesetz, das den Ausbau von Wasserstraßen beschleunige. Die Logistikbranche sei zudem von Niedrigwasser inzwischen »nicht mehr so überrascht wie in der Vergangenheit« und könne früher planen – etwa dank »Wasserstandsvorhersagen, die inzwischen bis zu sechs Wochen in die Zukunft reichen.« Zudem gebe es mit dem Niedrigwasser-Informationssystem »erstmals ein bundesweit einheitliches Lagebild«. Bilger verwies auch auf bereits beschlossene, anstehende Maßnahmen. »Gerade die Engpassbeseitigung am Mittelrhein steht jetzt im überragenden öffentlichen Interesse.« Dadurch bekomme sie Vorrang vor anderen Projekten und werde schneller umgesetzt. »Jeder Zentimeter bedeutet weniger zusätzliche Lkw auf unseren Straßen. Und es bedeutet vor allem stabile Lieferketten für unsere Wirtschaft.« Durch das Förderprogramm zur Modernisierung von Binnenschiffen würden diese an Niedrigwasser angepasst. Die nun erwogene Ausweitung des Straßenverkehrs solle langfristig wieder zurückgenommen werden können. Binnenschiffer fordern schnellere Anpassung an Niedrigwasser Steffen Bauer, Geschäftsführer der Häfen und Güterverkehr Köln AG, sagte ebenfalls, die Branche sei besser auf Niedrigwasser vorbereitet als in der Vergangenheit. Nach dem Niedrigwasser 2018 seien »viele sinnvolle und wirksame Maßnahmen eingeleitet worden, die heute ein Stück weit uns dabei helfen, die Versorgung sicherzustellen.« Dennoch bleibe die Lage aktuell herausfordernd: »Mit Blick auf die aktuelle Wettersituation jetzt in den nächsten vier Wochen (ist es) nicht zu erwarten, dass wir eine deutliche Entspannung bekommen.« Von der Bundesregierung forderte Bauer, nach einer späteren Entspannung an den Modernisierungsprojekten festzuhalten und zu gewährleisten, dass bessere Verknüpfungen der Transportwege untereinander entstünden: »Ich glaube, da sind wir uns einig, dass in den nächsten Jahren sicherlich so eine Situation öfters kommen wird. Und wir werden damit umgehen müssen.« Jens Schwanen, Chef des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt, nahm ebenso wie Bauer an dem Gespräch mit Bilger teil. Das aktuelle Niedrigwasser »trifft uns mit ziemlicher Wucht« und sei gravierender als 2018. Die Binnenschifffahrt arbeite »bis an die Grenze des physikalisch Möglichen«, sagte er. Vor allem müsse das von Bilger angesprochene Programm zur Modernisierung der Schiffe vorangetrieben werden, weil die Zahl der daran angepassten Güterschiffe noch nicht den Bedarf decken könne. Derzeit sei ein notwendiges Ausbautempo »für das nächste Jahr im Förderprogramm und im Bundeshaushalt noch nicht angelegt.« Auch beklagte Schwanen, dass die Vertiefung der Schifffahrtswege zu langsam voranschreite, konkret am Nieder- und Mittelrhein. »Das ist keine so ganz neue Forderung und auch keine ganz neue Absicht der Politik.« Man habe sich bei dem bereits 1992 beschlossenen Bundesverkehrswegeplan »34 Jahre Zeit gelassen«, sagte Schwanen. Das aktuelle Niedrigwasser sei »ein guter Anlass, zu sagen, jetzt werfen wir wirklich das Bauturbo an«. Wirtschaft droht Stagnation wegen Niedrigwassers Das Niedrigwasser belastet bereits seit Juni die deutsche Binnenschifffahrt. Am Rhein wurde in Köln vergangene Woche mit 68 Zentimetern ein neuer Tiefststand gemessen, wodurch der bisherige Tiefstwert von 2018 unterschritten war. Oberhalb von Koblenz wurde am Freitag ein Tiefstwert von nur noch 25 Zentimetern gemessen. Vertreter der Logistikbranche und der Industrie, vor allem der Chemiebranche, warnten zuletzt vor drohenden Produktionsausfällen durch verzögerte Lieferketten. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) warnte, dass das Niedrigwasser der Wirtschaftsleistung schaden könne und das Bruttoinlandsprodukt um bis zu 0,2 Prozent senken könne. Weil für das dritte Quartal 2026 ohnehin nur ein leichtes Wachstum von höchstens 0,2 Prozent erwartet wird, könne die deutsche Wirtschaft damit infolge des Niedrigwassers in eine Stagnation rutschen.

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6. August
FAZ (Politik)

Deutschland-Liveblog: Antwort auf Niedrigwasser? Bilger stellt Lkw-Sonntagsfahrverbot infrage

Deutschland-Liveblog : Antwort auf Niedrigwasser? Bilger stellt Lkw-Sonntagsfahrverbot infrage Lesezeit: Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilgerdpa Bundesverkehrsminister: Lage ist „wirklich herausfordernd“ +++ Flugzeug neben Drohne soll mit Munition beladen gewesen sein +++ Grüne fordern Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates +++ alle Entwicklungen im Liveblog Sebastian Gubernator Verkehrsminister Bilger stellt Lkw-Sonntagsfahrverbot infrage Was tun, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des extremen Niedrigwassers auf dem Rhein kurzfristig abzufedern? Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) denkt darüber nach, das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen aufzuheben, um mehr Verkehr vom Fluss auf die Straße zu verlagern. „In der konkreten Situation, wenn es darum geht, auf die niedrige Wasserlage zu reagieren, dann steht im Raum, dass wir das Sonn- und Feiertagsverbot für Lkw aufheben“, sagte Bilger der „Bild“-Zeitung. Sein Ministerium führe auch Gespräche mit der Bahn über zusätzliche Möglichkeiten, Transporte von der Wasserstraße auf die Schiene zu verlagern. Die Lage sei „wirklich herausfordernd“, sagte der Minister. Derzeit gebe es zwar noch keine Versorgungsengpässe, die Gefahr drohe aber „definitiv“. Der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL) sieht den Vorschlag skeptisch. „Die Fahrer müssten dann stattdessen an anderen Tagen den Lkw stehen lassen, um die mit hohen Bußgeldern versehenen Vorgaben der Lenk- und Ruhezeitenverordnung einzuhalten“, sagte Vorstandssprecher Dirk Engelhardt der „Rheinischen Post“. Die verfügbare Lenkzeit werde dadurch nicht erhöht. Wegen des Niedrigwassers können Schiffe weniger Fracht laden als normalerweise. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) befürchtet deshalb einen Einbruch des Wirtschaftswachstums in Deutschland ähnlich wie im Dürrejahr 2018. Damals habe das Niedrigwasser die Wirtschaftsleistung um schätzungsweise 0,4 Prozent reduziert, sagt IW-Ökonom Simon Gerards Iglesias unter Verweis auf eine Analyse des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW). „Da der Pegelstand aktuell seit vergleichbarer Zeit unter der kritischen Marke liegt, gehen wir von einer ähnlichen Größenordnung aus.“ Die Bundesbank rechnet derzeit für 2026 noch mit einem Wachstum von 0,5 Prozent für Deutschland. Der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL) sieht den Vorschlag skeptisch. „Die Fahrer müssten dann stattdessen an anderen Tagen den Lkw stehen lassen, um die mit hohen Bußgeldern versehenen Vorgaben der Lenk- und Ruhezeitenverordnung einzuhalten“, sagte Vorstandssprecher Dirk Engelhardt der „Rheinischen Post“. Die verfügbare Lenkzeit werde dadurch nicht erhöht. Wegen des Niedrigwassers können Schiffe weniger Fracht laden als normalerweise. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) befürchtet deshalb einen Einbruch des Wirtschaftswachstums in Deutschland ähnlich wie im Dürrejahr 2018. Damals habe das Niedrigwasser die Wirtschaftsleistung um schätzungsweise 0,4 Prozent reduziert, sagt IW-Ökonom Simon Gerards Iglesias unter Verweis auf eine Analyse des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW). „Da der Pegelstand aktuell seit vergleichbarer Zeit unter der kritischen Marke liegt, gehen wir von einer ähnlichen Größenordnung aus.“ Die Bundesbank rechnet derzeit für 2026 noch mit einem Wachstum von 0,5 Prozent für Deutschland. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sebastian Gubernator Drohne soll für Abwehrsysteme „nahezu unsichtbar“ gewesen sein Zu der am Flughafen Leipzig/Halle entdeckten Drohne sind weitere Einzelheiten bekannt geworden. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, ist inzwischen bestätigt, dass der Sprengsatz unter anderem aus Semtex bestand – einem Plastiksprengstoff, der auch 1988 beim Lockerbie-Anschlag auf ein Verkehrsflugzeug über Schottland verwendet wurde. Laut NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ soll die Drohne zudem mit PETN präpariert worden sein, einem weiteren Sprengstoff. Semtex und PETN werden demnach auch im Militärbereich verwendet. Der „Bild“-Zeitung zufolge war die Drohne mit einem speziellen Akku ausgestattet, der sie befähigen sollte, länger als gewöhnlich in der Luft zu bleiben. Laut „Bild“ könnten die Täter gewusst haben, welche Technik in Leipzig zur Drohnenabwehr eingesetzt wird: Die Drohne sei für die Abwehrsysteme des Flughafens und der Sicherheitsbehörden „nahezu unsichtbar“ gewesen. Sie sei „gezielt so gebaut“ worden, dass sie die vorhandene Sensorik umgehen konnte. Der „Bild“-Zeitung zufolge war die Drohne mit einem speziellen Akku ausgestattet, der sie befähigen sollte, länger als gewöhnlich in der Luft zu bleiben. Laut „Bild“ könnten die Täter gewusst haben, welche Technik in Leipzig zur Drohnenabwehr eingesetzt wird: Die Drohne sei für die Abwehrsysteme des Flughafens und der Sicherheitsbehörden „nahezu unsichtbar“ gewesen. Sie sei „gezielt so gebaut“ worden, dass sie die vorhandene Sensorik umgehen konnte. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Hessen baut seinen Verfassungsschutz um Der hessische Verfassungsschutz richtet sich neu aus und legt künftig einen stärkeren Fokus auf Spionageabwehr und den Schutz von Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden. Das teilte Landesinnenminister Roman Poseck (CDU) am Donnerstag in einer Pressekonferenz mit  Landesverfassungsschutzpräsident Bernd Neumann mit. Poseck hob hervor, dass auch Hessen immer häufiger gezielt von ausländischen Nachrichtendiensten und nicht staatlichen Gruppen angegriffen werde. Dies gelte insbesondere seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. „Russlands Politik wird immer aggressiver“, so Poseck. Das „hybride Anschlagsszenario“ mit einer Drohne am Leipziger Flughafen zeige, wie real die Gefahr sei. Auch China und Iran stellten die Spionageabwehr vor große Herausforderungen. Der hessische Verfassungsschutz habe im ersten Quartal des laufenden Jahres einen deutlichen Anstieg von Ausspäh- und Sabotagesachverhalten sowie „Sachverhalten mit Drohnenbezug“ festgestellt. Poseck hob hervor, dass auch Hessen immer häufiger gezielt von ausländischen Nachrichtendiensten und nicht staatlichen Gruppen angegriffen werde. Dies gelte insbesondere seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. „Russlands Politik wird immer aggressiver“, so Poseck. Das „hybride Anschlagsszenario“ mit einer Drohne am Leipziger Flughafen zeige, wie real die Gefahr sei. Auch China und Iran stellten die Spionageabwehr vor große Herausforderungen. Der hessische Verfassungsschutz habe im ersten Quartal des laufenden Jahres einen deutlichen Anstieg von Ausspäh- und Sabotagesachverhalten sowie „Sachverhalten mit Drohnenbezug“ festgestellt. Eine neue Abteilung im Landesamt für Verfassungsschutz soll sich künftig ausschließlich mit den Themen Spionage, hybride Bedrohungen und Einflussnahme sowie „Transnationale Repression durch fremde Staaten“ befassen, eine weitere mit der „Operativen Aufklärung“. In letzterer soll die Nutzung aller nachrichtendienstlichen Mittel gebündelt werden. Landesverfassungsschutzpräsident Neumann sagte, die letzte Umorganisation der Behörde liege zehn Jahre zurück. Die Anforderungen an den hessischen Verfassungsschutz hätten sich in dieser Zeit grundlegend verändert und seien zugleich massiv gestiegen. „Die Abstimmungsprozesse werden kürzer, Entscheidungen werden schneller getroffen“, sagte Neumann über die Umstrukturierung. Die Hessische Landesregierung sieht sich durch den Internetknotenpunkt Frankfurt, aber auch den Flughafen und wichtige militärische Liegenschaften besonders im Visier ausländischer Nachrichtendienste. In einer Mitteilung verweist das Innenministerium zudem beispielhaft auf ein laufendes Verfahren am Oberlandesgericht Frankfurt. Drei Männer seien dort angeklagt, in Hessen im Auftrag eines russischen Geheimdienstes einen Ukrainer ausgespäht zu haben, der als Soldat an Kampfhandlungen beteiligt war, „vermutlich zur Vorbereitung weiterer Operationen bis möglicherweise hin zur Tötung des Mannes“. Landesverfassungsschutzpräsident Neumann sagte, die letzte Umorganisation der Behörde liege zehn Jahre zurück. Die Anforderungen an den hessischen Verfassungsschutz hätten sich in dieser Zeit grundlegend verändert und seien zugleich massiv gestiegen. „Die Abstimmungsprozesse werden kürzer, Entscheidungen werden schneller getroffen“, sagte Neumann über die Umstrukturierung. Die Hessische Landesregierung sieht sich durch den Internetknotenpunkt Frankfurt, aber auch den Flughafen und wichtige militärische Liegenschaften besonders im Visier ausländischer Nachrichtendienste. In einer Mitteilung verweist das Innenministerium zudem beispielhaft auf ein laufendes Verfahren am Oberlandesgericht Frankfurt. Drei Männer seien dort angeklagt, in Hessen im Auftrag eines russischen Geheimdienstes einen Ukrainer ausgespäht zu haben, der als Soldat an Kampfhandlungen beteiligt war, „vermutlich zur Vorbereitung weiterer Operationen bis möglicherweise hin zur Tötung des Mannes“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sebastian Gubernator Wahl-O-Mat für Sachsen-Anhalt gestartet Der Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist online. Das Beratungstool berücksichtigt laut der Landeszentrale für politische Bildung die Wahlprogramme aller 15 Parteien, die dort zur Wahl zugelassen sind. Nutzer können ihre Haltung zu 38 Thesen überprüfen und mit den Antworten der Parteien abgleichen – etwa zur Sonntagsöffnung von Geschäften, zum Ausbau der Windkraft oder zum Gendern. Finden Sie hier heraus, welche Partei Ihnen bei der Wahl am nächsten steht: Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sebastian Gubernator Sächsischer CDU-Politiker: „Wir leben nicht in einer ‚Kommissionsdemokratie‘“ Der Generalsekretär der CDU Sachsen, Tom Unger, fordert eine „ergebnisoffene parlamentarische Beratung“ der geplanten Rentenreform. „Die Rentenkommission hat wichtige Vorschläge vorgelegt. Aber wir leben nicht in einer ‚Kommissionsdemokratie‘“, lässt sich Unger in einer Mitteilung zitieren. „Der Kommissionsbericht ist kein unteilbares Paket, das nur noch abgenickt werden darf.“ Im Koalitionsvertrag von Union und SPD sei vereinbart, dass die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren erhalten bleibe. „Wer politische Verlässlichkeit einfordert, muss diese Zusage in der weiteren Beratung ernstnehmen“, so Unger. Zwar erkennt der CDU-Politiker an, dass das Rentensystem reformiert werden müsse. „Eine Reform muss aber nicht nur finanzierbar, sondern auch verlässlich und gerecht sein.“ Mit Blick auf Menschen, die jahrzehntelang Beiträge geleistet haben, spricht sich Unger dafür aus, Übergangsfristen und Härtefallregelungen für körperlich belastende Berufe zu beraten. Gleichzeitig brauchten junge Menschen ein dauerhaft finanzierbares Rentensystem: „Wer die Generationen gegeneinander ausspielt, löst kein Problem.“ Wie sich diese Generationengerechtigkeit bei der Rente erreichen lassen könnte, führt Unger nicht weiter aus. Zwar erkennt der CDU-Politiker an, dass das Rentensystem reformiert werden müsse. „Eine Reform muss aber nicht nur finanzierbar, sondern auch verlässlich und gerecht sein.“ Mit Blick auf Menschen, die jahrzehntelang Beiträge geleistet haben, spricht sich Unger dafür aus, Übergangsfristen und Härtefallregelungen für körperlich belastende Berufe zu beraten. Gleichzeitig brauchten junge Menschen ein dauerhaft finanzierbares Rentensystem: „Wer die Generationen gegeneinander ausspielt, löst kein Problem.“ Wie sich diese Generationengerechtigkeit bei der Rente erreichen lassen könnte, führt Unger nicht weiter aus. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Antonow soll mit Munition beladen gewesen sein Eines der ukrainischen Frachtflugzeuge in Leipzig, neben denen in der Nacht zum Mittwoch eine Sprengstoffdrohne entdeckt wurde, war offenbar mit Munition beladen. Das geht laut NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung aus einem internen Polizeibericht hervor. Die militärische Fracht sei zuvor aus Frankreich gekommen und sollte wohl weitertransportiert werden. Die auf dem Flughafen Leipzig/Halle stationierten Antonow-Flugzeuge gehören einem ukrainischen Unternehmen, das auch mit etlichen NATO-Ländern zusammenarbeitet. Den Angaben zufolge sollen Mitarbeiter des Flughafens um kurz vor Mitternacht eine Drohne bemerkt haben, als sie „schwebend“ zwischen zwei Antonow-Frachtflugzeugen über dem Boden flog. Daraufhin, so zitieren die Medien den Behördenbericht weiter, sei es zu „einem Kontakt zwischen der Drohne und einem Mitarbeiter“ gekommen. Die Drohne habe anschließend auf dem Boden gelegen. Den Angaben zufolge sollen Mitarbeiter des Flughafens um kurz vor Mitternacht eine Drohne bemerkt haben, als sie „schwebend“ zwischen zwei Antonow-Frachtflugzeugen über dem Boden flog. Daraufhin, so zitieren die Medien den Behördenbericht weiter, sei es zu „einem Kontakt zwischen der Drohne und einem Mitarbeiter“ gekommen. Die Drohne habe anschließend auf dem Boden gelegen. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Karlsruhe mahnt Bundestag bei Wahlprüfung zu mehr Tempo Das Bundesverfassungsgericht hat den Bundestag zu einer zügigeren Bearbeitung von Wahleinsprüchen aufgefordert. Der Bundestag unternehme „keine hinreichenden Anstrengungen“, um Verzögerungen bei der Bearbeitung aufzuholen, heißt es in einem heute veröffentlichten Beschluss des Zweiten Senats. Unmittelbare Folgen für das Ergebnis der Bundestagswahl 2025 oder für die Arbeit des Wahlprüfungsausschusses hat die Entscheidung allerdings nicht. Anlass war die Wahlprüfungsbeschwerde einer Person gegen die Anwendung der Fünfprozenthürde bei der Bundestagswahl 2025. Karlsruhe verwarf die Beschwerde, weil der Bundestag über den zugrunde liegenden Wahleinspruch noch nicht entschieden hatte. Nach dem Grundgesetz ist zunächst der Bundestag für die Prüfung von Einsprüchen gegen eine Bundestagswahl zuständig. Erst wenn das Parlament darüber entschieden hat, kann der Betroffene Wahlprüfungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht einlegen. Eine unmittelbare Entscheidung über die Fünfprozenthürde traf Karlsruhe daher nicht. Bemerkenswert ist, dass die Richter die Verwerfung der Beschwerde zum Anlass nahmen, den Bundestag ausdrücklich an seine Pflicht zu einer „zeit- und sachgerechten Wahlprüfung“ zu erinnern. Die Wahlprüfung dürfe ihren Zweck nicht verfehlen, die Legitimation des Bundestages abzusichern, heißt es in dem Beschluss. Zwar habe die Zahl der Wahleinsprüche insbesondere in den vergangenen beiden Wahlperioden erheblich zugenommen. Dies entbinde den Bundestag jedoch nicht von seiner verfassungsrechtlichen Pflicht, die Einsprüche zeitnah und sachgerecht zu bearbeiten. Der Zweite Senat kritisiert insbesondere, dass der 21. Deutsche Bundestag nach seiner Konstituierung nicht unverzüglich alle erforderlichen Schritte für die Durchführung der Wahlprüfung eingeleitet habe. „Der Senat vermag einen zwingenden Grund für dieses Zuwarten nicht zu erkennen“, schreiben die Richter. Auch sei nicht ersichtlich, dass der Bundestag anschließend „hinreichende Anstrengungen unternommen hätte, Verzögerungen in der Einspruchsbearbeitung aufzuholen“. Das zeige sich auch im Vergleich mit der vorherigen Legislaturperiode: Damals hatte der Bundestag 14 Monate nach der Bundestagswahl über rund 2000 Einsprüche entschieden. „Hiervon ausgehend erschließt sich nicht ohne Weiteres, warum der 21. Deutsche Bundestag 15 Monate nach der Bundestagswahl lediglich 450 der rund 1000 Einsprüche erledigen konnte“, heißt es weiter – zumal etwa die Hälfte der Einsprüche im Wesentlichen identisch gewesen sei und in einer knappen Beschlussempfehlung hätte zusammengefasst werden können. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Von Notz: „So ermutigt man die Russen nur“ Der grüne Sicherheitspolitiker Konstantin von Notz übt scharfe Kritik an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), weil der nicht klar benannt hat, wer hinter dem Drohnenbombenangriff auf den Leipziger Flughafen steckt. „Es ist vollkommen naheliegend, dass Russland hinter dem Angriff auf den Leipziger Flughafen steckt. Es ist ein Fehler, dass Dobrindt das nicht klar benennt. So ermutigt man die Russen nur“, sagte von Notz der F.A.Z. Dobrindt hatte am Mittwochabend von „fremden Mächten“ gesprochen, die mit hoher Professionalität vorgegangen seien. Von Russland konkret sprach er nicht. Die Grünen hätten auch erwartet, dass der Innenminister einen konkreten Plan gegen solche Angriffe vorlegt. „Wir Grüne werden den Druck auf die Bundesregierung erhöhen, den massiven und zunehmenden hybriden Angriffen gegen Deutschland endlich etwas entgegenzusetzen.“ Vor allem kritische Infrastruktur ist immer wieder hybriden Attacken ausgesetzt, etwa wenn sich Agenten als Mitarbeiter von Prüfstellen ausgeben, um Zugang zu geschütztem Gelände und Gebäude zu erlangen. Dobrindt hatte am Mittwochabend von „fremden Mächten“ gesprochen, die mit hoher Professionalität vorgegangen seien. Von Russland konkret sprach er nicht. Die Grünen hätten auch erwartet, dass der Innenminister einen konkreten Plan gegen solche Angriffe vorlegt. „Wir Grüne werden den Druck auf die Bundesregierung erhöhen, den massiven und zunehmenden hybriden Angriffen gegen Deutschland endlich etwas entgegenzusetzen.“ Vor allem kritische Infrastruktur ist immer wieder hybriden Attacken ausgesetzt, etwa wenn sich Agenten als Mitarbeiter von Prüfstellen ausgeben, um Zugang zu geschütztem Gelände und Gebäude zu erlangen. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sebastian Gubernator Grüne fordern Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates Nach dem Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle fordern die Grünen im Bundestag Beratungen des Nationalen Sicherheitsrates. Fraktionschefin Katharina Dröge sagte, der Sicherheitsrat müsse umgehend zusammenkommen, um über die Lage und die notwendigen Konsequenzen daraus zu beraten. In einer solch ernsten Situation dürften auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nicht fehlen. Die schwarz-rote Bundesregierung hatte den Nationalen Sicherheitsrat im vergangenen Jahr gegründet, um auf Krisen und Bedrohungen aller Art schnell und effektiv reagieren zu können. Neben Mitgliedern der Bundesregierung und Sicherheitsbehörden können auch Vertreter der Länder eingeladen werden. Die Drohne mit der Sprengvorrichtung war in der Nacht zum Mittwoch am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem „hybriden Anschlagsszenario“. Lesen Sie hier, was wir über den Vorfall wissen – und was nicht: Die schwarz-rote Bundesregierung hatte den Nationalen Sicherheitsrat im vergangenen Jahr gegründet, um auf Krisen und Bedrohungen aller Art schnell und effektiv reagieren zu können. Neben Mitgliedern der Bundesregierung und Sicherheitsbehörden können auch Vertreter der Länder eingeladen werden. Die Drohne mit der Sprengvorrichtung war in der Nacht zum Mittwoch am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem „hybriden Anschlagsszenario“. Lesen Sie hier, was wir über den Vorfall wissen – und was nicht: Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Sebastian Gubernator Schwerdtner macht Enteignungen zur Bedingung für Koalition in Berlin Die Bundesvorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, hat Enteignungspläne ihrer Partei zur Bedingung für eine Regierungsbeteiligung in Berlin gemacht. „Das ist für uns ganz klar: Es wird mit der Berliner Linken in der Regierung vergesellschaftet werden“, sagte sie im Podcast „5-Minuten-Talk“ des „Stern“. „Das ist für uns gar keine Frage. Das kann ich Ihnen sehr sicher sagen.“ Die Linke in Berlin hat eine Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne gegen Entschädigung in ihrem Programm für die Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September. „Wir müssen einen Teil der Wohnungen wieder der Marktlogik entziehen, um den Mietpreis wirklich langfristig zu senken oder zumindest stabil zu halten“, sagte Schwerdtner dazu. „Das sehen auch ganz viele Sozialdemokraten so“, fügte sie mit Blick auf einen potentiellen Koalitionspartner hinzu. „Das ist ein ursozialdemokratisches Vorhaben.“ Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hatte hingegen deutlich gemacht, dass seine Partei keine Enteignungen mittragen werde. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Vanessa Angermann Özdemir: Frau als Staatsoberhaupt wäre „starkes und wichtiges Zeichen“ Aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) wäre die Wahl einer Frau als Staatsoberhaupt ein Signal: „Nach zwölf Männern im Amt des Bundespräsidenten fände ich es ein starkes und wichtiges Zeichen, wenn Deutschland erstmals eine Bundespräsidentin bekäme“, sagte der Grünen-Politiker den Funke-Zeitungen. „Denn es gibt in unserem Land so viele herausragende Frauen, die die Erfahrung, die Autorität und die verbindende Kraft für dieses Amt mitbringen.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Vanessa Angermann Rufe nach Frau als Staatsoberhaupt auch aus der CDU Nach führenden SPD-Politikern sprechen sich auch einflussreiche CDU-Politiker dafür aus, nächstes Jahr eine Frau zur Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu wählen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei machte deutlich, dass er persönlich durchaus auf eine Frau im höchsten Staatsamt hoffe. „Es wäre schön, wenn auf Frank-Walter Steinmeier eine Frau folgte. Ich persönlich würde mir das wünschen“, sagte der CDU-Politiker der Funke Mediengruppe. Zuvor hatte Frei dem Sender Welt-TV gesagt, auch ein Mann müsse im Amt möglich sein - und damit deutlichen Widerspruch aus der SPD geerntet.  Nun sagte er, grundsätzlich sollte der Kandidat oder die Kandidatin eine „starke, gefestigte Persönlichkeit sein, die in der Bevölkerung über ein hohes Maß an Zustimmung verfügt“. Angesprochen auf die CSU-Politikerin Ilse Aigner, die von CSU-Chef Markus Söder ins Gespräch gebracht worden war, erwiderte Frei: „Ilse Aigner als erfahrene, qualifizierte und beliebte Politikerin wäre für das Amt der Bundespräsidentin unzweifelhaft geeignet. Ich schätze sie außerordentlich.“ Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Silvia Breher plädiert mit Nachdruck dafür, nächstes Jahr eine Frau an die Spitze des Staates zu wählen. „Wir brauchen gerade in diesen herausfordernden Zeiten, in denen die Polarisierung zunimmt und radikale Kräfte an Zulauf gewinnen, ein Gegenmodell im Bundespräsidialamt: eine Person, die empathisch ist, eine positive Ausstrahlung hat und Menschen tatsächlich erreichen kann“, sagte sie dem „Focus“. Nun sagte er, grundsätzlich sollte der Kandidat oder die Kandidatin eine „starke, gefestigte Persönlichkeit sein, die in der Bevölkerung über ein hohes Maß an Zustimmung verfügt“. Angesprochen auf die CSU-Politikerin Ilse Aigner, die von CSU-Chef Markus Söder ins Gespräch gebracht worden war, erwiderte Frei: „Ilse Aigner als erfahrene, qualifizierte und beliebte Politikerin wäre für das Amt der Bundespräsidentin unzweifelhaft geeignet. Ich schätze sie außerordentlich.“ Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Silvia Breher plädiert mit Nachdruck dafür, nächstes Jahr eine Frau an die Spitze des Staates zu wählen. „Wir brauchen gerade in diesen herausfordernden Zeiten, in denen die Polarisierung zunimmt und radikale Kräfte an Zulauf gewinnen, ein Gegenmodell im Bundespräsidialamt: eine Person, die empathisch ist, eine positive Ausstrahlung hat und Menschen tatsächlich erreichen kann“, sagte sie dem „Focus“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Hannah Sturm Drohnen-Vorfall in Leipzig: Dobrindt spricht von „neuer Gefahrenqualität" Der Fund einer Drohne mit mutmaßlicher Sprengvorrichtung am Leipziger Flughafen stellt nach den Worten von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) „eine neue Gefahrenqualität“ dar. Es sei seine Einschätzung, „dass wir es hier mit einem hybriden Anschlagsszenario zu tun haben“, sagte Dobrindt am Mittwochabend am Flughafen Leipzig/Halle. Dass eine Drohne „bewaffnet mit Sprengstoff sich hier auf einem Flughafengelände befindet, das ist ein neues Bedrohungsszenario“.  Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Hannah Sturm Petition gegen Krypto-Steuerpläne erfolgreich Die geplante Reform der Besteuerung von Gewinnen aus Kryptowährungen wird bald den Deutschen Bundestag beschäftigen. Eine Online-Petition gegen die mögliche Abschaffung der einjährigen Steuerfreiheits-Regelung bei Bitcoin und Co. („Haltefrist") hat heute das notwendige Quorum von 30.000 Unterschriften erreicht. Damit muss sich der Petitionsausschuss des Bundestages in einer öffentlichen Anhörung mit dem Anliegen der Anleger beschäftigen. Die Eingabe wendet sich gegen Pläne aus dem Bundesfinanzministerium, wonach Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen künftig unabhängig von der Haltedauer pauschal besteuert werden könnten. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) erhofft sich durch die Neuregelung Mehreinnahmen in Milliardenhöhe. Die Sozialdemokraten halten die geplante Regelung auch für fairer, wenn Bitcoin und Co. den konventionellen Aktien gleichgestellt würden. Die Eingabe wendet sich gegen Pläne aus dem Bundesfinanzministerium, wonach Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen künftig unabhängig von der Haltedauer pauschal besteuert werden könnten. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) erhofft sich durch die Neuregelung Mehreinnahmen in Milliardenhöhe. Die Sozialdemokraten halten die geplante Regelung auch für fairer, wenn Bitcoin und Co. den konventionellen Aktien gleichgestellt würden. Die Unterzeichner fordern dagegen den Erhalt der aktuellen Regelung: Wer Bitcoin, Ethereum oder andere digitale Vermögenswerte länger als ein Jahr im Privatvermögen hält, kann Veräußerungsgewinne bislang komplett steuerfrei vereinnahmen. Kritik gibt es vor allem daran, dass eine Streichung dieser Frist langfristige Anleger benachteiligen und den Innovationsstandort Deutschland schwächen würde. Die geplante Regelung gehe zulasten von Bitcoin-Sparern, die ihre digitalen Münzen langfristig halten wollen. Die Initiatoren der Petition sehen darin einen Bruch mit dem bisherigen Steuersystem. Bitcoin wird heute ähnlich wie Gold, Fremdwährungen, Kunst oder Sammlerstücke behandelt. Auch dort sind private Gewinne nach Ablauf der gesetzlichen Frist steuerfrei. Kritik gibt es vor allem daran, dass eine Streichung dieser Frist langfristige Anleger benachteiligen und den Innovationsstandort Deutschland schwächen würde. Die geplante Regelung gehe zulasten von Bitcoin-Sparern, die ihre digitalen Münzen langfristig halten wollen. Die Initiatoren der Petition sehen darin einen Bruch mit dem bisherigen Steuersystem. Bitcoin wird heute ähnlich wie Gold, Fremdwährungen, Kunst oder Sammlerstücke behandelt. Auch dort sind private Gewinne nach Ablauf der gesetzlichen Frist steuerfrei. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Bareiß kündigt Auszeit an Nach einem schweren Autounfall und unter dem Druck der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft zieht der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß Konsequenzen. Er kündigte in einer persönlichen Erklärung eine Auszeit an, zieht auch parteipolitische Konsequenzen und bittet um Entschuldigung. „Ich habe in der vergangenen Zeit Entscheidungen getroffen, die ich sehr bereue und die die an mich zu Recht gestellten Ansprüche nicht erfüllen“, heißt es in der Erklärung, die der Einundfünfzigjährige über seinen Anwalt verbreiten ließ.  Er wolle die sitzungsfreie Zeit des Bundestages für eine Auszeit nutzen und sich intensiv seiner Gesundheit widmen, kündigte Bareiß weiter an. Er will demnach zudem sein Amt als Bezirksvorsitzender der CDU Württemberg-Hohenzollern ruhen lassen und nicht erneut zur Wiederwahl antreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Bundestagsabgeordneten wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung und der fahrlässigen Körperverletzung. Ende der vergangenen Woche hatte die Polizei nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hechingen den Führerschein des Politikers sichergestellt. Laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass Bareiß zum Zeitpunkt des Unfalls unter Einfluss eines synthetischen Betäubungsmittels stand. Er wolle die sitzungsfreie Zeit des Bundestages für eine Auszeit nutzen und sich intensiv seiner Gesundheit widmen, kündigte Bareiß weiter an. Er will demnach zudem sein Amt als Bezirksvorsitzender der CDU Württemberg-Hohenzollern ruhen lassen und nicht erneut zur Wiederwahl antreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Bundestagsabgeordneten wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung und der fahrlässigen Körperverletzung. Ende der vergangenen Woche hatte die Polizei nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hechingen den Führerschein des Politikers sichergestellt. Laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass Bareiß zum Zeitpunkt des Unfalls unter Einfluss eines synthetischen Betäubungsmittels stand. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen

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6. August
Die Welt (Politik)

Extremes Niedrigwasser – Neuer Verkehrsminister will Sonntagsfahrverbot für Lkw aufheben

Extremes Niedrigwasser – Neuer Verkehrsminister will Sonntagsfahrverbot für Lkw aufheben Das extreme Niedrigwasser bringt die Industrie am Rhein in Bedrängnis. Verkehrsminister Steffen Bilger will mit mehreren Maßnahmen gegensteuern. Dazu gehören auch Ausnahmen vom Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will mit einer Reihe von Maßnahmen auf das extreme Niedrigwasser des Rheins reagieren. Mehr Transporte sollen auf die Straße und auf die Schiene verlagert werden. Kurzfristig soll es dazu auch in einigen Bundesländern Ausnahmen vom Sonntags- und Feiertagsverbot für Lkw beim Transport von besonders betroffenen Gütern geben, teilte Bilger nach einem Treffen mit Wirtschaftsverbänden in Bonn mit. Er habe darüber bereits mit ersten Ländern gesprochen. Die Bahn solle zusätzliche Kapazitäten bereitstellen. Mit der Autobahn GmbH des Bundes sei vereinbart, dass der Straßenverkehr nicht durch vermeidbare Baustellen ausgebremst werden soll. Die Binnenschifffahrt sei zuverlässig, sagte Bilger, aber sie finde aktuell unter „erschwerten Bedingungen“ statt. Er sprach von einem konstruktiven Treffen. Zu dem Termin waren Vertreter von Industrie, Häfen und Binnenschifffahrt eingeladen. Logistik-Verband sieht Vorschlag skeptisch Der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL) äußerte sich skeptisch zu dem Vorschlag, das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen auszusetzen. „Die Fahrer müssten dann stattdessen an anderen Tagen den Lkw stehen lassen, um die mit hohen Bußgeldern versehenen Vorgaben der Lenk- und Ruhezeitenverordnung einzuhalten“, sagte Vorstandssprecher Dirk Engelhardt der „Rheinischen Post“. Die verfügbare Lenkzeit werde dadurch nicht erhöht. „Sie stünde nur zu anderen Zeiten zur Verfügung“, sagte Engelhardt. „Man könnte allenfalls zum Beispiel besonders wichtige Transporte vorziehen.“ Der Grünen-Verkehrspolitiker Tarek Al-Wazir nannte eine kurzfristige Aussetzung des Fahrverbots „sinnvoll“. In einer akuten Notlage müssten Bund, Länder, Häfen, Bahn und Wirtschaft gemeinsam dafür sorgen, „dass wichtige Lieferketten aufrechterhalten werden“, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses dem Nachrichtenportal „T-Online“. Das Fahrverbot sollte allerdings nur als „kurzfristige Notmaßnahme“ ausgesetzt werden. Die Bundestagsfraktion der Linken kritisierte den Vorschlag. „Das Niedrigwasser ist nur der Vorwand, um das Sonntagsfahrverbot Stück für Stück auszuhöhlen“, sagte der verkehrspolitische Fraktionssprecher, Jorrit Bosch, dem Portal „T-Online“. Güter, die wegen Niedrigwassers nicht per Schiff transportiert werden könnten, sollten auf die Schiene verlagert werden, nicht auf die Straße. „Ein einziges Schiff durch Dutzende Lkw zu ersetzen, bedeutet mehr Staus, mehr Lärm, mehr CO₂ und zusätzliche Belastungen für Anwohner.“ Folgen „wahrscheinlich bald auch an der Zapfsäule sehen“ Der Ökonom Simon Gerards Iglesias vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hält das Niedrigwasser am Rhein für die deutsche Wirtschaft für „dramatisch“. Gerade in den am Rhein liegenden Bundesländern bezögen sehr viele Unternehmen ihre Güter, Rohstoffe und Vorprodukte über den Rhein. „Für ein Unternehmen wie BASF ist es lebensnotwendig, dass ein Rhein als Wasserstraße funktioniert, wenn es um 40 Prozent seiner Produkte hierüber abfertigt“, sagte Iglesias im ZDF-„Morgenmagazin“. Das Niedrigwasser zeige, „dass wir doch nicht so resilient sind, dass wir in Krisensituationen schneller auf andere Verkehrsträger zum Beispiel switchen könnten“. Bei den Wasserstraßen habe man wie bei allen anderen Verkehrswegen in Deutschland auch das Problem, dass sie jahrzehntelang vernachlässigt wurden. „Und die Wasserstraßen vielleicht noch ein Stück weit stärker als die Schiene und die Straße“, so der Wirtschaftsexperte. Kurzfristig könne man nicht sehr viel gegen die Folgen des Niedrigwassers tun. Man könne zwar Felsen, die im Weg stehen und jetzt aufgrund des niedrigen Wasserstandes für Engpässe sorgen, beseitigen, um die Schiffbarkeit zu verbessern. Für eine wirkliche Veränderung brauche es aber eine „Korridorsanierung“ des Rheins, ähnlich wie auch bei anderen Verkehrsträgern wie der Bahn. Aber: „Wir haben gerade auch in den Wasserstraßen das Problem, dass lange Genehmigungsverfahren und Prüfverfahren wirklich auch eine Modernisierung verhindern.“ Geplante Infrastrukturprojekte müssten viel schneller auf den Weg gebracht werden. Die Folgen des Niedrigwassers könne man „wahrscheinlich bald auch an der Zapfsäule sehen“. 2018 hätten eine langanhaltende Dürre und niedrige Wasserstände die Tankstellenpreise entlang des Rheins höher getrieben. „Die Raffinerien hier entlang des Rheins erhalten weniger Mineralöl. Das muss über Umwege kommen oder die Produktion muss sogar heruntergefahren werden. Und das treibt natürlich die Preise.“ Ebenfalls am Donnerstag gibt es eine Video-Sonderkonferenz der Verkehrsminister. Vorab bekannt wurde eine Beschlussvorlage aus Nordrhein-Westfalen. Damit soll der Bund zu umfassenden Maßnahmen gegen Niedrigwasser aufgefordert werden, etwa zu einem Flottenförderprogramm für Schiffe, die für Niedrigwasser geeignet sind. Über die Beschlussvorlage hatte zuvor die „Rheinische Post“ berichtet.

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6. August
Der Spiegel

Niedrigwasser: Steffen Bilger erwägt Aufhebung für Lkw-Sonntagsfahrverbot

Als Notfallmaßnahme Niedrigwasser – Verkehrsminister stellt Lkw-Sonntagsfahrverbot infrage Auf vielen Flüssen in Deutschland könnte es für Schiffe bald kein Vorwärtskommen mehr geben. Angesichts des Niedrigwassers auf deutschen Flüssen erwägt Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) als Notfallmaßnahme eine vorübergehende Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lastwagen. »Das steht im Raum«, sagte Bilger der »Bild«-Zeitung . »Wenn der Verkehr auf der Wasserstraße Rhein komplett zum Erliegen kommen sollte, dann müssen wir schauen, wie wir auf die Straße oder auf die Schiene ausweichen können.« Bilger hat wegen des extremen Niedrigwassers im Rhein und in weiteren deutschen Flüssen für den heutigen Donnerstag zu einem Spitzengespräch nach Bonn geladen. An dem Treffen werden Vertreter von Schifffahrt, Häfen und Wirtschaft teilnehmen. Das Niedrigwasser ist unter anderem ein Problem für die Binnenschifffahrt, da die Schiffe derzeit deutlich weniger Ladung transportieren können. Das erhöht die Transportkosten und belastet vorwiegend Industriebranchen, die auf Massenguttransporte angewiesen sind. - Krisentreffen in Bonn: Deutschland hat ein Problem mit Niedrigwasser – jetzt sollen Lösungen her3 Min3 Min - 2 Min - 6 Min Auch zusätzliche Gütertransporte auf der Schiene werden geprüft, um Lieferengpässe zu vermeiden. Allerdings gibt es dabei ein Problem: Entlang des Rheins laufen derzeit umfangreiche Bauarbeiten und Streckensanierungen. Dennoch sei sein Haus bereits mit der Deutschen Bahn im Gespräch, sagte Bilger. »Wir sind mit der Bahn dazu im Kontakt, wie zusätzlich Güter auf die Schiene verlagert werden können.« Für die niedrigen Pegelstände ist hauptsächlich fehlender Niederschlag verantwortlich. Hitze verstärkt den Wassermangel in den Flüssen: Hohe Temperaturen führen unter anderem dazu, dass mehr Wasser aus Flüssen und Seen sowie aus freien Landflächen verdunstet, erklärt etwa das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Zudem gäben Pflanzen mehr Wasserdampf in die Atmosphäre ab, was dem Boden auch Wasser entziehe. Langfristig müsse Deutschland seine Wasserstraßen besser auf die Trockenheit vorbereiten, betonte der Minister. Dazu gehörten der Ausbau von Fahrrinnen sowie Förderprogramme für Binnenschiffe, damit diese auch bei Niedrigwasser mehr Ladung transportieren können. Bilger verwies dabei ausdrücklich auf den Klimawandel: »Der Klimawandel findet statt. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass solche Situationen öfter auftreten werden.«

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6. August
Handelsblatt

Wegen Niedrigwasser am Rhein: Bilger erwägt, Lkw-Fahrverbot an Sonntagen aufzuheben

Wegen Niedrigwasser am Rhein: Bilger erwägt, Lkw-Fahrverbot an Sonntagen aufzuheben Berlin. Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) erwägt, das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen aufzuheben, um wegen des historischen Niedrigwassers am Rhein mehr Verkehr vom Fluss auf die Straße zu verlagern. „Also in der konkreten Situation, wenn es darum geht, auf die niedrige Wasserlage zu reagieren, dann steht im Raum, dass wir das Sonn- und Feiertagsverbot für Lkw aufheben“, sagte Bilger der „Bild“-Zeitung. Sein Ministerium führe zudem auch Gespräche mit der Bahn über zusätzliche Möglichkeiten, Transporte von der Wasserstraße auf die Schiene zu verlagern. Die Lage sei „wirklich herausfordernd“, sagte der Minister. Derzeit gebe es zwar noch keine Versorgungsengpässe, die Gefahr drohe aber „definitiv“. Auch der Grünen-Verkehrspolitiker Tarek Al-Wazir nannte eine kurzfristige Aussetzung des Fahrverbots „sinnvoll“. In einer akuten Notlage müssten Bund, Länder, Häfen, Bahn und Wirtschaft gemeinsam dafür sorgen, „dass wichtige Lieferketten aufrechterhalten werden“, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses dem Nachrichtenportal „t-online“. Das Fahrverbot sollte allerdings nur als „kurzfristige Notmaßnahme“ ausgesetzt werden, so Al-Wazir. Über den Umgang mit dem extremen Niedrigwasser am Rhein und anderen Wasserstraßen sprechen heute in Bonn Wirtschaftsverbände mit dem neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Zu dem Treffen sind Vertreter von Industrie, Häfen und Binnenschifffahrt eingeladen.

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