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Montag, 27. Juli 2026
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Berlin - Nach Anschlag auf CSD: Forderungen nach Anpassung des Strafrechts

Medienspektrum

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26. Juli
Handelsblatt

Angriff beim CSD in Berlin: Tatverdächtiger Abdul B. tot – Warum war er auf freiem Fuß?

Angriff beim CSD in Berlin: Tatverdächtiger Abdul B. tot – Warum war er auf freiem Fuß? Berlin. Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin und dem Tod des Tatverdächtigen mehren sich die Forderungen nach Aufklärung und rechtlichen Konsequenzen. Im Fokus steht dabei die Frage, weshalb der mutmaßliche Täter auf freiem Fuß war, obwohl er den Behörden bekannt und auch schon verurteilt worden war. „Wir wissen ja, dass er eine Vielzahl von Straftaten begangen hat, dass er mit dem Terror sympathisiert hat, dass es auch eine Verurteilung gab, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, und die Staatsanwaltschaft dagegen Beschwerde erhoben hat“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt über den mutmaßlichen Täter in der ARD. „Und in der Tat wird zurzeit sehr die Frage danach gestellt, wie kann eigentlich bei jemandem, den man als Gefährder identifiziert, eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Auch dem wird detailliert nachgegangen“, betonte der CSU-Politiker. Dem Sender RTL Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner äußerte sich verwundert über den früheren Umgang der Berliner Justiz mit Abdul B. „Er wurde verurteilt (...) nach Jugendstrafrecht“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im RBB. „Und dann wurde leider durch das Gericht eine Bewährungsstrafe ausgegeben. Und ich will das nicht bewerten, das ist die Unabhängigkeit der Justiz, aber mir fehlen da schon die Worte.“ Abdul B. wollte sich IS anschließen Der 21-jährige Tatverdächtige war am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz getötet worden, der eigentlich zu seiner Festnahme führen sollte. Laut Generalstaatsanwaltschaft war der Deutsche mit libanesischen Wurzeln nach vergeblichen Versuchen, sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien anzuschließen, im November 2025 nach Verbüßen einer dreimonatigen Haftstrafe im Libanon bei seiner Rückkehr am Hauptstadtflughafen BER festgenommen worden. Nach längerer Untersuchungshaft wurde er am 12. Mai von einem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Tiergarten zu 22 Monaten Jugendstrafe verurteilt – unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Die Entscheidung über eine Aussetzung dieser Jugendstrafe zur Bewährung wurde demnach für die Dauer von sechs Monaten zurückgestellt. Gericht hob Haftbefehl auf Das Gericht hob laut Generalstaatsanwaltschaft einen bestehenden Haftbefehl gegen Abdul B. auf, „da die Untersuchungshaft vorrangig der Sicherung des Strafverfahrens dient und keine vorweggenommene Strafe darstellt“. Die Verurteilung war bis zu seinem Tod nicht rechtskräftig, weil die Generalstaatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatte, da sie eine höhere Strafe forderte. Noch Anfang dieses Monats gab es nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Durchsuchungsmaßnahmen an seiner Adresse in Berlin-Schöneberg. Hintergrund war demnach ein Anfangsverdacht wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Es sei aber nur eine Spielzeugwaffe gefunden worden. Der „Bild“ zufolge sollte Abdul B. am heutigen Montag zu einem Deradikalisierungskurs erscheinen. Terrorismus-Experte: Strafrecht zu milde Terrorismus-Experte Peter Neumann vom King's College in London forderte eine Überprüfung des Strafrechts. „Insgesamt ist unser Terrorstrafrecht zu milde“, sagte er im ZDF-„heute journal“. Die Strafen in Deutschland seien im europäischen Vergleich zu kurz. „Und was bei uns noch dazu kommt, ist, dass wir ein Jugendstrafrecht haben, unter das fiel ja auch der mutmaßliche Attentäter.“ Das stelle den erzieherischen Gedanken voran und stelle bei der Abwägung oftmals den Schutz der Öffentlichkeit hinten an. Darüber müsse man „auch noch mal nachdenken“. Verwandte Themen Deradikalisierungsprogramme könnten funktionieren, wenn sie richtig eingesetzt werden. „In diesem Fall war es ja so, dass das falsch eingesetzt wurde, aber sie können wirksam sein, besonders wenn Leute sich noch auf dem Weg in die Radikalisierung befinden, und deswegen darf man auch da nicht sparen“, sagte Neumann. Auch der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, forderte eine Verschärfung des Strafrechts. „Die Politik darf nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern muss den gesamten Rechtsrahmen überprüfen und aus dem Fall die Konsequenzen ziehen“, sagte der CDU-Politiker dem Magazin „Stern“. „Ein Punkt muss dabei sein, die Möglichkeit zu versagen, im Falle von Gefährdern nach Jugendstrafrecht zu verurteilen.“ Der Tatverdächtige soll am Steuer des Vans

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26. Juli
FAZ (Politik)

CSD-Anschlag in Berlin: Er entschied sich für Terror statt Deradikalisierung

CSD-Anschlag in Berlin : Er entschied sich für Terror statt Deradikalisierung Der mutmaßliche Angreifer Abdul Ballout war bereits in Justizgewahrsam. Er sollte an einem Programm zur Deradikalisierung teilnehmen – dort gab er wohl „Zweckantworten“. Der mutmaßliche Attentäter, der am Rande des CSD mindestens eine Frau getötet und mehrere Menschen schwer verletzt haben soll, war seit einiger Zeit im Visier von Staatsschutz und Polizei, Gerichten und Justiz. Er war wegen seines radikalisierten Islamismus in Verbindung mit der Vorbereitung terroristischer Straftaten aufgefallen. Nach Angaben der Polizei war der Tatverdächtige ihr bekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet. Mehrere Medien berichteten von Sympathien für die Terrormiliz „Islamischer Staat". Nach Angaben von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) liegt eine Verurteilung zu einer Haftstrafe auf Bewährung vor, die aber nicht rechtskräftig ist. Der Beschuldigte Abdul Ballout, dessen vollen Namen Dobrindt nannte, sei zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Dagegen habe die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt. Schon in der Vergangenheit sei der Tatverdächtige „auffällig“ geworden, „durch ein hohes Maß an Straftaten“, sagte Dobrindt. Der Verdächtige sollte sich deradikalisieren Noch im Mai hatte sich Ballout in Justizgewahrsam befunden. Auch soll er sich im Vorlauf zu einem Deradikalisierungsprogramm befunden haben und dabei bereits zwei Termine mit Experten für Extremismusprävention absolviert haben, ohne dass dabei Pläne für einen Anschlag zur Sprache kamen, hieß es. NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung berichteten, der Tatverdächtige sei bereits im Alter von 16 Jahren aufgefallen. Im Mai soll er wegen der Vorbereitung einer terroristischen Straftat zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden sein. Unter der Auflage, an einem Deradikalisierungsprogramm teilzunehmen, soll er auf Vorbewährung freigekommen sein. Mehrere Medien berichteten, Ballout habe an zwei Gesprächen mit der Organisation Violence Prevention Networks teilgenommen. Die Mitarbeiter hätten aber Zweifel gehabt, ob sie ihn als Beratungsfall annehmen sollten. Der „Focus“ zitiert den Geschäftsführer der Organisation mit der Einschätzung, Ballout habe in den Gesprächen „Zweckantworten“ gegeben. Erst nach einem weiteren Gespräch an diesem Montag hätte über eine weitere Zusammenarbeit entschieden werden sollen. Medienberichten zufolge wurde der mutmaßliche Täter zeitweise observiert, auch sein Telefon soll überwacht worden sein. Er soll auch schon versucht haben, sich in Syrien dem „Islamischen Staat“ anzuschließen. Wie es ihm gelingen konnte, trotz dieser Umstände unerkannt Tatvorbereitungen zu treffen, gehört zu den Fragen, die sich nun stellen. Am Sonntagabend wurde Ballout bei einem Polizeieinsatz in Berlin-Spandau erschossen.

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26. Juli
ZDF heute

Wer war der mutmaßliche Täter Abdul Ballout?

Terroranschlag auf CSD Berlin:Wer war der mutmaßliche Täter Abdul Ballout? Er hat mutmaßlich den Terroranschlag beim CSD Berlin verübt, nun ist Abdul Ballout tot. Er wurde in den vergangenen Jahren mehrfach verurteilt. Nach der Attacke am Rande des Christopher Street Days in Berlin fahndete die Polizei nach Abdul Ballout, nun ist er tot. Der mutmaßliche Attentäter war schon vor dem wohl islamistisch motivierten Anschlag polizeibekannt. Am Sonntagnachmittag äußerte sich erst der Bundesinnenminister, kurze Zeit später die Generalstaatsanwaltschaft Berlin. In Deutschland geboren, libanesische Wurzeln Abdul Ballout ist 21 Jahre alt geworden, im Jahr 2005 in Deutschland geboren und in der Hauptstadt aufgewachsen. Der Tatverdächtige sei deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund, erklärte Dobrindt. Der mutmaßliche Angreifer sei schon in der Vergangenheit "auffällig" geworden. Dobrindt sprach von einem "hohen Maß von Straftaten" und einer "islamistischen Radikalisierung". Ballout war bereits mehrfach verurteilt Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin veröffentlichte am Sonntag eine Pressemitteilung mit weiteren Details zur Vergangenheit des Tatverdächtigen. Bereits im Februar 2022 war der mutmaßliche Angreifer in einem Verfahren wegen Körperverletzung sowie räuberischer Erpressung verurteilt worden. Eine jugendrichterliche Weisung wurde erteilt, die zwischenzeitlich erfüllt wurde. Am 12. Mai 2026, also vor zwei Monaten, verurteilte das Amtsgericht Tiergarten Abdul Ballout zudem wegen der "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" sowie "Zuwiderhandlung gegen ein vollziehbares Verbot nach dem Vereinsgesetz" zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Nach der Fahrt in eine Menschenmenge beim CSD in Berlin ist der Täter weiter flüchtig. Wie ist der aktuelle Stand? ZDF-Korrespondent Carsten Behrendt berichtet. 26.07.2026 | 1:51 minSympathien für "Islamischen Staat" Grund für das Urteil, so schreibt die Generalstaatsanwaltschaft: "In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 soll Abdul B. den Wunsch entwickelt haben, sich dem bewaffneten Kampf des IS anzuschließen." Dazu soll er versucht haben, über den Libanon nach Syrien zu gelangen. Im Libanon sei er allerdings festgenommen und in Untersuchungshaft genommen worden. "Ein Militärgericht verurteilte ihn unter anderem wegen Anstiftung zu religiösen und konfessionellen Konflikten zu drei Monaten Haft", so die Mitteilung. Am Tag nach dem Angriff auf den CSD in Berlin spricht ZDF-Reporter Carsten Behrendt von der Stimmung vor Ort. Die Anteilnahme sei groß, viele Menschen würden Blumen ablegen. 26.07.2026 | 1:53 minIm November 2025 kehrte Ballout dann nach Deutschland zurück und wurde am Flughafen aufgrund eines damaligen Haftbefehls festgenommen. Nach mehreren Monaten Untersuchungshaft soll er sich in der anschließenden Hauptverhandlung "überwiegend geständig eingelassen" und "vom IS distanziert" haben. Die Verurteilung zu einem Jahr und zehn Monaten war jedoch nicht rechtskräftig, da die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatte und eine höhere, nicht mehr bewährungsfähige Jugendstrafe sowie die Aufrechterhaltung des Haftbefehls beantragt hatte. Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.  Weitere Nachrichten zur CSD-Attacke - Nach Anschlag auf den CSD in Berlin:Mutmaßlicher Attentäter bei Polizeieinsatz getötetmit Video12:29 - Reaktionen nach Attacke auf CSD:Merz: "Angriff auf unsere Gesellschaft"mit Video2:56 - Polizei sucht flüchtigen Täter:CSD in Berlin: Auto fährt in Menge - eine Tote und Verletztemit Video0:36 - Angriff beim Berliner CSD:So schildern Polizei und Feuerwehr die Nacht im Tiergartenmit Video2:41

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26. Juli
Tagesschau

Angriff auf CSD Berlin: Tatverdächtiger polizeibekannter Islamist

Angriff auf CSD Tatverdächtiger war Sicherheitsbehörden bekannt Wie konnte ein polizeibekannter Islamist offenbar einen Angriff in Berlin verüben? Nach dem Anschlag auf Teilnehmer des Christopher Street Days in Berlin werden die Fragen an die Behörden lauter. Nach dem Anschlag auf Teilnehmer des Christopher Street Days in Berlin mit einer Toten und 29 Verletzten und Schwerverletzten rückt die Vorgeschichte der Tat in den Fokus der Öffentlichkeit. Denn der Mann, der laut Ermittlern mit einem Lieferwagen in die Menschenmenge gefahren sein soll, ist kein Unbekannter für die deutschen Sicherheitsbehörden. Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung ergaben, dass der 21-jährige Tatverdächtige Abdul B. bereits vor Jahren als Islamist aufgefallen und demnach bis zuletzt unter Beobachtung der Polizei gestanden haben soll. Abdul B. soll bereits von seinem 16. Lebensjahr an dem Verfassungsschutz bekannt gewesen sein. Schon als Jugendlicher war der Deutsche mit libanesischen Wurzeln in der islamistischen Szene in Berlin aktiv. Zuletzt soll er zeitweilig observiert und sein Telefon überwacht worden sein, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Verurteilt und entlassen Wie WDR, NDR, SZ aus Ermittlerkreisen erfuhren, soll der Tatverdächtige Abdul B., der sich derzeit noch auf der Flucht befindet und nach dem die Polizei seit dem frühen Sonntagmorgen öffentlich fahndet, erst im Mai 2026 wegen der Vorbereitung einer terroristischen Straftat zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden sein. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft offenbar eine Freiheitsstrafe von knapp drei Jahren für den Mann gefordert. Abdul B. soll sich nach Informationen von NDR, WDR und SZ in einer "Vorbewährung" befunden haben. Hierbei handelt es sich um ein besonderes Instrument im Jugendstrafrecht, bei dem Jugendlichen oder Heranwachsenden die Möglichkeit gegeben werden soll, sich zu läutern. Gerichte entscheiden in solchen Verfahren erst später, ob eine verhängte Strafe schließlich in Gänze zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Abdul B. jedenfalls kam auf freien Fuß und hatte offenbar die Auflage erhalten, an einem Deradikalisierungsprogramm bei einem freien Träger teilzunehmen. Darüber hatte zuerst die Welt berichtet. Beratungsstelle hatte noch nicht über Abdul B. entschieden Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung soll sich der in Berlin geborene 21-Jährige aktuell noch in einem sogenannten Clearingprozess befunden haben. Das bedeutet, dass die Beratungsstelle offenbar noch nicht final entschieden hatte, Abdul B. als Beratungsfall aufzunehmen. Demnach hätten bislang zwei freiwillige Termine stattgefunden, der dritte freiwillige Termin war nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung für die kommende Woche vorgesehen. In den Beratungsgesprächen soll B. sich als komplexer Fall im Hinblick auf seine ideologische Haltung erwiesen haben - einerseits freundlich und angepasst, doch dem Vernehmen nach soll es auch bei den Beratern Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Gespräche gegeben haben. Seit November 2025 als "Gefährder" eingestuft Eingestuft als islamistischer Gefährder war Abdul B. bereits seit November 2025, als die Polizei ihn nach Recherchen von NDR, WDR und SZ am Berliner Flughafen festgenommen haben soll. Als Gefährder betrachtet die Polizei die Extremisten, denen sie jederzeit Gewaltakte zutraut. Abdul B. habe bereits drei Monate im Libanon in Haft verbracht und sei schließlich den deutschen Behörden überstellt worden, ist aus Sicherheitskreisen zu erfahren. Er soll zuvor versucht haben, nach Syrien zu reisen, um sich der Terrormiliz "Islamischer Staat" anzuschließen. Tatverdächtiger wurde bereits observiert Wie NDR, WDR und SZ aus Ermittlerkreisen erfuhren, wurde er in den vergangenen Wochen - nach seiner Entlassung aus der Haft - dann auch teilweise observiert, allerdings nicht rund um die Uhr. Auch soll sein Telefon überwacht worden sein. Er sei zudem offenbar mehrfach Thema im Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) in Berlin gewesen. Das Bundeskriminalamt soll den Islamisten zudem mit dem internen Prognosetool Radar-iTE bewertet haben, das nach dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz vor zehn Jahren eingeführt worden war. Zuletzt noch durchsucht Allerdings soll die Polizei noch vor den Ereignissen in der Nacht zu Sonntag erneut bei Abdul B. vorstellig geworden sein: Nachdem er ein Foto von einer Waffe in sozialen Medien gepostet habe, soll es eine Durchsuchung bei ihm gegeben haben, die Waffe habe sich allerdings dann als eine Spielzeugwaffe herausgestellt. Abdul B. gilt auch deshalb als dringend tatverdächtig, weil der weiße Transporter, der bei dem Anschlag genutzt worden war, nach Informationen von NDR, WDR und SZ von ihm angemietet worden sein soll. Auch fanden Ermittler offenbar ein Handy in dem Fahrzeug, das ihm zugerechnet wird. Derzeit fahndet die Polizei weiter nach dem Mann, der als gefährlich und möglicherweise bewaffnet gilt. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft und das Berliner Landeskriminalamt führen bislang die Ermittlungen. Doch nun soll der Generalbundesanwalt das Verfahren übernehmen. Die Behörde mit Sitz in Karlsruhe kann Fälle von islamistische motiviertem Terrorismus oder Fälle von besonderer Bedeutung an sich ziehen

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26. Juli
FAZ (Politik)

Attentat auf CSD: Ermittlungen in Berlins wachsender Islamistenszene

Attentat auf CSD : Ermittlungen in Berlins wachsender Islamistenszene Der Berliner Verfassungsschutz kennt etwa 900 gewaltorientierte Islamisten. In dieser Szene sucht die Polizei jetzt nach dem Attentäter des Christopher Street Day. Die Berliner Polizei fahndet nach einem Verdächtigen, der am Samstagabend beim Christopher Street Day (CSD) in der Nähe des Brandenburger Tors in eine Menschenmenge gefahren ist. Wie die Polizei am frühen Sonntagmorgen in einem Fahndungsaufruf nach dem 21 Jahre alten Abdul B. mitteilte, könnte der Täter seine Opfer zudem mit einem Messer attackiert haben. Es seien „mehrere Personen durch Stichwerkzeuge verletzt worden“. Und weiter: „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet.“ In den frühen Morgenstunden durchkämmten Spezialeinheiten der Polizei im Stadtteil Wedding das Gelände einer Moschee, wie die „Berliner Morgenpost“ mitteilte. Auch eine Wohnung in Schönberg wurde durchsucht. Ob es einen Zusammenhang zu dem Anschlag gebe, sei nicht bekannt. Beim CSD hatten in der Hauptstadt mehrere hunderttausend Menschen für Freiheitsrechte demonstriert und gefeiert. Dutzende geschmückte und mit Lautsprechern versehene Lastwagen waren zwischen Mitte, Schöneberg und dem Brandenburger Tor unterwegs. Die Feiern zogen sich über den ganzen Tag, am Abend gab es ein mehrstündiges Konzert am Brandenburger Tor, das gegen 22.15 Uhr abrupt beendet wurde. Polizei und Veranstalter forderten die Teilnehmer auf, das Gelände und den angrenzenden Tiergarten, Berlins größte Parkanlage zu verlassen. Das gestaltete sich auch wegen baubedingt gesperrter öffentlicher Transportwege schwierig, so war die S-Bahn im Innenstadtbereich auf etlichen Linien unterbrochen, der Ersatzverkehr mit Bussen steckte bereits den ganzen Tag über im Umleitungsverkehr rund um die Veranstaltung fest. Dennoch gelang es zügig, den Tatort zu räumen, gegen Mitternacht war der Tiergarten menschenleer. Erhebliches radikalisiertes islamistisches Personal Die Berliner Polizei und Feuerwehr hatten sich mit einem Großaufgebot und weiträumigen Absperrungen auf das traditionelle Großereignis vorbereitet, dazu gehörten weiträumige Zufahrtsverbote rund um den Großen Stern im Tiergarten. Seit dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016 gelten in der Innenstadt bei allen größeren Veranstaltungen besondere Vorkehrungen gegen potenzielle Angreifer mit Autos oder Lastwagen. Der Attentäter vom Breitscheidplatz hatte zuvor einen Lastwagen gekapert, dessen Fahrer ermordet und war dann mit dessen schwer beladenen Fahrzeug in den Weihnachtsmarkt gerast. Elf Menschen starben damals, dutzenden wurden verletzt. Auch der damalige Täter, der Tunesier Anis Amri, konnte zunächst flüchten. Wenig später wurde der Asylbewerber in Italien von Polizisten gestellt und erschossen. Der aktuelle Tatverdächtige lebte wohl in Berlin. Nach Polizeiangaben hatte er das Tatfahrzeug angemietet und war damit von der südlichen Seite des Tiergartens in Höhe der Lennéstraße in die Parkanlage eingefahren, um seine Tat zu begehen. Bereits in der Nacht drangen Spezialkräfte in eine Wohnung im Stadtteil Schöneberg ein, trafen dort aber niemanden an. In Berlin gibt es nach wie vor ein erhebliches radikalisiertes islamistisches Personal, eine Szene, welcher der Verfassungsschutz des Landes etwa 2400 Personen zurechnet. Davon werden laut Verfassungsschutzbericht mehr als 900 als gewaltorientiert qualifiziert. Die Szene hat seit den Ereignissen nach dem Hamas-Terrorangriff auf Israel erheblichen Zulauf, Angriffe auf Menschen jüdischen Glaubens sind in der Hauptstadt stark angestiegen. Die gewaltorientierte propalästinensische Szene wird in dem Bericht von 2025 auf etwa 200 Personen geschätzt, etwa 1100 Personen der salafistischen Szene zugerechnet, 350 davon als gewaltorientiert eingestuft. Berichtet wurde damals von umfangreicher Propaganda in sozialen Netzwerken, die sich insbesondere auch an Kinder und Jugendliche richtet. Regierender Bürgermeister Wegner Im vergangenen Herbst waren in Berlin mutmaßliche Angehörige oder Unterstützer der Hamas festgenommen worden, die nach damaligen Angaben der Bundesanwaltschaft als sogenannte Auslandsoperateure Waffen für Mordanschläge auf jüdische und israelische Einrichtungen in Deutschland beschaffen sollten. Bei den damaligen Festnahmen im Stadtteil Moabit wurden ein Sturmgewehr und eine Pistole beschlagnahmt. Die Berliner Politik reagierte entsetzt und entschlossen auf den Angriff. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) traf kurz nach Mitternacht am Einsatzort ein. Er sprach von einem „Angriff auf unsere freie Gesellschaft“ und sagte: „Wir werden uns unsere Art und Weise des Zusammenlebens nicht nehmen lassen.“ Er habe großes Vertrauen in die Arbeit der Berliner Polizei. Wegner hatte ursprünglich geplant, selbst und mit einem eigens konstruierten Truck am CSD teilzunehmen, mit dem Motto „Regenbogenhauptstadt Berlin“. Dazu war es dann nicht gekommen.

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