17. Juli FAZ (Wirtschaft)
Business-Ticker: Krankenkassen verloren wohl Millionen mit riskanten Immobilieninvestments
Business-Ticker : Krankenkassen verloren wohl Millionen mit riskanten Immobilieninvestments
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Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen unterliegen strengen Regeln, wie sie das Geld der Beitragszahler investieren dürfen.dpa
Medienberichte: 170 Millionen Euro Verlust durch Anlage +++ Die Goldmünze mit Donald Trumps Gesicht kommt tatsächlich +++ Netflix steigert Gewinn und Umsatz – doch der Aktienkurs fällt +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.
Bericht: Millionenverlust bei Krankenkassen durch Investments in Immobilienfonds
Mindestens 17 Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen (KV) haben einem Medienbericht zufolge millionenschwere Verluste mit Investments in Immobilienfonds erlitten. Sie sollen insgesamt mindestens 170 Millionen Euro über Umwege in Immobilienfonds gesteckt haben, berichteten NDR, WDR und die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) am Freitag. Diese Fonds seien später in Schieflage geraten und verloren mutmaßlich den allergrößten Teil der Beitragsgelder, die nun bei Kassen und KVen fehlen. SPD und Linke forderten eine Aufklärung der Vorgänge.
Den Recherchen von NDR, WDR und „SZ“ zufolge haben die KKH, die Pronova BKK, die BKK Gildemeister Seidensticker, die Novitas BKK, die MKK Meine Krankenkasse, die IKK Südwest, die AOK Bremen, die Bahn BKK, die BKK Pfalz, die Siemens BKK und die Viactiv Krankenkasse investiert. Hinzu kämen die KVen aus Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Westfalen-Lippe.
Insgesamt beläuft sich die Summe der bestätigten Investments der Recherche der drei Medien zufolge auf mindestens 170 Millionen Euro, wobei die tatsächliche Summe noch höher liegen könnte. Viele der Krankenkassen und KVen verweigern dem Bericht zufolge eine konkrete Aussage zu ihren Investments und den verlorenen Geldern.
Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen unterliegen strengen Regeln, wie sie das Geld der Beitragszahler investieren dürfen. Im Sozialgesetzbuch IV ist geregelt, dass dabei ein Verlust ausgeschlossen erscheinen muss. Fraglich sei, ob das bei diesen Investments zutreffe, führen NDR, WDR und „SZ“ aus. Die Fonds investierten demnach über eine komplizierte Struktur in riskante Immobiliendeals, die trotz Niedrigzinsphase nach Angaben der beteiligten Finanzinstitute angeblich bis zu sieben Prozent an Rendite auszahlten.
Die Kassen und KVen verklagen die beteiligten Finanzinstitute laut Bericht auf Schadensersatz in Höhe der Investments. Die den Medien vorliegenden Klageschriften lesen sich demnach nahezu identisch. Der Anwalt der Kläger argumentiert darin, die Kassen und KVen seien „vorsätzlich getäuscht“ worden, indem den Betroffenen in Telefonkonferenzen immer wieder ein risikoarmes Investment versprochen worden. Die beteiligte Bank wies nach Angaben der Medien den Vorwurf der Täuschung zurück, will sich aber zu Einzelfällen nicht äußern.
Die SPD-Fraktion forderte eine „umfassende“ Aufklärung der Vorgänge. „Dabei muss auch geklärt werden, wie Investitionen dieser Größenordnung möglich waren und ob die bestehenden Aufsichts- und Kontrollmechanismen ausreichend funktioniert haben“, erklärte der SPD-Gesundheitspolitiker Christos Pantazis.
„Beitragsgelder sind das Geld der Versicherten und Arbeitgeber. Wer damit umgeht, trägt eine besondere Verantwortung“, betonte Pantazis. Es sei „nicht hinnehmbar, wenn diese Mittel durch fragwürdige Finanzgeschäfte in erheblichem Umfang verloren gehen“.
„Eine lückenlose Aufklärung und klare Konsequenzen für die Verursacher“ forderte auch der Linken-Gesundheitsexperte Ates Gürpinar. „Gesundheit ist keine Spielwiese für Finanzspekulationen und Beitragsgelder gehören erst recht nicht in Immobilienfonds, deren Renditemodell auf immer höheren Mieten beruht“, erklärte er.
Den Recherchen von NDR, WDR und „SZ“ zufolge haben die KKH, die Pronova BKK, die BKK Gildemeister Seidensticker, die Novitas BKK, die MKK Meine Krankenkasse, die IKK Südwest, die AOK Bremen, die Bahn BKK, die BKK Pfalz, die Siemens BKK und die Viactiv Krankenkasse investiert. Hinzu kämen die KVen aus Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Westfalen-Lippe.
Insgesamt beläuft sich die Summe der bestätigten Investments der Recherche der drei Medien zufolge auf mindestens 170 Millionen Euro, wobei die tatsächliche Summe noch höher liegen könnte. Viele der Krankenkassen und KVen verweigern dem Bericht zufolge eine konkrete Aussage zu ihren Investments und den verlorenen Geldern.
Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen unterliegen strengen Regeln, wie sie das Geld der Beitragszahler investieren dürfen. Im Sozialgesetzbuch IV ist geregelt, dass dabei ein Verlust ausgeschlossen erscheinen muss. Fraglich sei, ob das bei diesen Investments zutreffe, führen NDR, WDR und „SZ“ aus. Die Fonds investierten demnach über eine komplizierte Struktur in riskante Immobiliendeals, die trotz Niedrigzinsphase nach Angaben der beteiligten Finanzinstitute angeblich bis zu sieben Prozent an Rendite auszahlten.
Die Kassen und KVen verklagen die beteiligten Finanzinstitute laut Bericht auf Schadensersatz in Höhe der Investments. Die den Medien vorliegenden Klageschriften lesen sich demnach nahezu identisch. Der Anwalt der Kläger argumentiert darin, die Kassen und KVen seien „vorsätzlich getäuscht“ worden, indem den Betroffenen in Telefonkonferenzen immer wieder ein risikoarmes Investment versprochen worden. Die beteiligte Bank wies nach Angaben der Medien den Vorwurf der Täuschung zurück, will sich aber zu Einzelfällen nicht äußern.
Die SPD-Fraktion forderte eine „umfassende“ Aufklärung der Vorgänge. „Dabei muss auch geklärt werden, wie Investitionen dieser Größenordnung möglich waren und ob die bestehenden Aufsichts- und Kontrollmechanismen ausreichend funktioniert haben“, erklärte der SPD-Gesundheitspolitiker Christos Pantazis.
„Beitragsgelder sind das Geld der Versicherten und Arbeitgeber. Wer damit umgeht, trägt eine besondere Verantwortung“, betonte Pantazis. Es sei „nicht hinnehmbar, wenn diese Mittel durch fragwürdige Finanzgeschäfte in erheblichem Umfang verloren gehen“.
„Eine lückenlose Aufklärung und klare Konsequenzen für die Verursacher“ forderte auch der Linken-Gesundheitsexperte Ates Gürpinar. „Gesundheit ist keine Spielwiese für Finanzspekulationen und Beitragsgelder gehören erst recht nicht in Immobilienfonds, deren Renditemodell auf immer höheren Mieten beruht“, erklärte er.
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Schienennetz: Ab 2028 mehr Wettbewerb für die Bahn
Die Bundesnetzagentur hat trotz Bedenken aus den Ländern ihre Entscheidung für einen stärkeren Wettbewerb im Schienennetz bestätigt. „Mehr Wettbewerb hat das Potential, bessere Angebote für die Fahrgäste zu schaffen“, sagte Behördenchef Klaus Müller am Freitag. Die jetzt endgültige Entscheidung könne Bewegung in den Fernverkehr in Deutschland bringen.
Die Infrastrukturtochter der Bahn – die DB InfraGO – wird verpflichtet, auf stark genutzten und jetzt schon ausgelasteten Streckenabschnitten künftig nicht mehr als 60 bis 75 Prozent der Kapazitäten an ein einzelnes Unternehmen zu vergeben. Das zielt auf die Deutsche Bahn, die im Fernverkehr einen Marktanteil von 95 Prozent hat. Vor allem die Strecken zwischen den Metropolen sind besonders begehrt. Den genauen Prozentwert muss die DB InfraGO bei ihrer jährlichen Aufstellung des Fahrplans festlegen. So werde sichergestellt, dass es mindestens einen Wettbewerber gebe, so die Bonner Behörde.
„Die Bundesnetzagentur ist sich bewusst, dass die Entscheidung einen Umbruch im Schienenpersonenfernverkehr einleiten kann.“ Die DB InfraGO müsse dies nun in ihre Nutzungsbedingungen einbauen. „Die Wettbewerberklausel wirkt dann bei der Erstellung des Netzfahrplans für 2028, die im Jahr 2027 stattfindet.“
Die Infrastrukturtochter der Bahn – die DB InfraGO – wird verpflichtet, auf stark genutzten und jetzt schon ausgelasteten Streckenabschnitten künftig nicht mehr als 60 bis 75 Prozent der Kapazitäten an ein einzelnes Unternehmen zu vergeben. Das zielt auf die Deutsche Bahn, die im Fernverkehr einen Marktanteil von 95 Prozent hat. Vor allem die Strecken zwischen den Metropolen sind besonders begehrt. Den genauen Prozentwert muss die DB InfraGO bei ihrer jährlichen Aufstellung des Fahrplans festlegen. So werde sichergestellt, dass es mindestens einen Wettbewerber gebe, so die Bonner Behörde.
„Die Bundesnetzagentur ist sich bewusst, dass die Entscheidung einen Umbruch im Schienenpersonenfernverkehr einleiten kann.“ Die DB InfraGO müsse dies nun in ihre Nutzungsbedingungen einbauen. „Die Wettbewerberklausel wirkt dann bei der Erstellung des Netzfahrplans für 2028, die im Jahr 2027 stattfindet.“
In den vergangenen Tagen hatten mehrere Bundesländer in Schreiben, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen, versucht, die Entscheidung noch in eine andere Richtung zu lenken. Beispielsweise befürchtet der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), dass sowohl der Nah- als auch der Fernverkehr in der Fläche ins Hintertreffen geraten dürfte. Längere Verbindungen für Schnellzüge bringen der DB InfraGO höhere Einnahmen.
Auch Brandenburg und Hamburg äußerten sich in ihren Stellungnahmen ähnlich. „Ein zentrales Problem besteht darin, dass sich der Fernverkehr künftig verstärkt auf wirtschaftlich attraktive Strecken und Trassen fokussieren dürfte“, argumentierte Brandenburg. „Die bisherige Quersubventionierung schwach ausgelasteter Fernverkehrsverbindungen durch Einnahmen aus lukrativen Strecken entfällt.“ Deswegen sei die Gefahr einer Verdrängung konkret. Hamburg fürchtet, dass Haltestellen oder ganze Trassen rund um die Hansestadt wegfallen könnten. Dies würde dann den Nahverkehr schnell überlasten, insbesondere zu Hauptverkehrszeiten.
Hintergrund der Entscheidung der Netzagentur sind die Pläne von Italo. Der private Betreiber von Hochgeschwindigkeitszügen will ab April 2028 auch in den deutschen Fernverkehr einsteigen. Das Vorhaben hängt maßgeblich davon ab, welchen Zugang die Italiener zum bereits jetzt überlasteten Netz in Deutschland erhalten. Über die Trassenzugänge entscheidet die DB InfraGO, die wiederum unter der Aufsicht der Netzagentur steht. Italo fordert wegen Investitionen von rund 3,6 Milliarden Euro langfristige Perspektiven – konkret Rahmenverträge für bis zu 15 Jahre. Dazu dürfte es aber bis 2031 nicht kommen.
Auch Brandenburg und Hamburg äußerten sich in ihren Stellungnahmen ähnlich. „Ein zentrales Problem besteht darin, dass sich der Fernverkehr künftig verstärkt auf wirtschaftlich attraktive Strecken und Trassen fokussieren dürfte“, argumentierte Brandenburg. „Die bisherige Quersubventionierung schwach ausgelasteter Fernverkehrsverbindungen durch Einnahmen aus lukrativen Strecken entfällt.“ Deswegen sei die Gefahr einer Verdrängung konkret. Hamburg fürchtet, dass Haltestellen oder ganze Trassen rund um die Hansestadt wegfallen könnten. Dies würde dann den Nahverkehr schnell überlasten, insbesondere zu Hauptverkehrszeiten.
Hintergrund der Entscheidung der Netzagentur sind die Pläne von Italo. Der private Betreiber von Hochgeschwindigkeitszügen will ab April 2028 auch in den deutschen Fernverkehr einsteigen. Das Vorhaben hängt maßgeblich davon ab, welchen Zugang die Italiener zum bereits jetzt überlasteten Netz in Deutschland erhalten. Über die Trassenzugänge entscheidet die DB InfraGO, die wiederum unter der Aufsicht der Netzagentur steht. Italo fordert wegen Investitionen von rund 3,6 Milliarden Euro langfristige Perspektiven – konkret Rahmenverträge für bis zu 15 Jahre. Dazu dürfte es aber bis 2031 nicht kommen.
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RWE übernimmt wieder Mehrheit des Stromnetzbetreibers Amprion
Der Essener Energiekonzern RWE wird wieder Mehrheitseigner des Stromübertragungsnetzbetreibers Amprion. Das Bundeskartellamt gab am Freitag eine Erhöhung der RWE-Anteile von rund 20 auf rund 55 Prozent frei. Demnach ist jedoch vertraglich festgelegt, dass der Energiekonzern und größte Stromerzeuger Deutschlands damit keine alleinige Kontrolle über Amprion erhält.
Amprion war ursprünglich eine Tochterfirma von RWE. 2021 verkaufte der Essener Konzern knapp drei Viertel der Anteile an Finanzinvestoren. Das Unternehmen ist neben Tennet, 50Hertz und Transnet BW einer der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber. Das Netzgebiet von Amprion erstreckt sich über Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie einen Teil Südwestbayerns.
„RWE und Amprion sind auf verschiedenen Marktstufen tätig“, erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt. „Bei Zusammenschlüssen solcher Unternehmen können Anreize oder Möglichkeiten für eine Bevorzugung des Fusionspartners entstehen.“ Eine Prüfung der Behörde habe jedoch ergeben, dass das Zusammenschlussvorhaben „die Anreize und Möglichkeiten für eine Bevorzugung nicht verändern“.
Amprion war ursprünglich eine Tochterfirma von RWE. 2021 verkaufte der Essener Konzern knapp drei Viertel der Anteile an Finanzinvestoren. Das Unternehmen ist neben Tennet, 50Hertz und Transnet BW einer der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber. Das Netzgebiet von Amprion erstreckt sich über Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie einen Teil Südwestbayerns.
„RWE und Amprion sind auf verschiedenen Marktstufen tätig“, erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt. „Bei Zusammenschlüssen solcher Unternehmen können Anreize oder Möglichkeiten für eine Bevorzugung des Fusionspartners entstehen.“ Eine Prüfung der Behörde habe jedoch ergeben, dass das Zusammenschlussvorhaben „die Anreize und Möglichkeiten für eine Bevorzugung nicht verändern“.
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Gregor Brunner
Donald Trump soll eigene Goldmünze bekommen
Das Abbild von Donald Trump ziert bald ein weiteres Objekt: Sein Finanzminister Scott Bessent hat am Mittwoch anlässlich des 250. Geburtstages der USA eine neue „1-Dollar-Goldmünze“ vorgestellt, auf der ein Porträt des US-Präsidenten zu sehen ist, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Sie solle das „verbleibende Erbe der Freiheit“ würdigen und ein „Symbol des Patriotismus“ sein, teilte Bessent auf X mit.
In dem Beitrag ist ein Muster der Münze zu sehen. Die Bundesbehörde US Mint werde mit der Prägung der Münze beginnen, schrieb Bessent weiter – wann genau diese dann zu kaufen ist, war zunächst unklar.
Donald Trump ist bei weitem nicht der erste Präsident, dessen Konterfei eine Goldmünze ziert. Der amerikanische Kongress hatte 2005 ein Programm aufgelegt, das Ehrenmünzen für alle bisherigen Präsidenten vorsah – allerdings mit der Auflage, dass diese schon verstorben sein mussten.
Der letzte Präsident, dem diese Ehre regulär zuteilwurde, war Ronald Reagan. Das Programm lief formell 2016 aus, wurde aber für den Todesfall von George H. W. Bush 2020 wieder aufgelegt. Auch ein Verfahren für Jimmy Carter läuft derzeit. Zu den noch lebenden ehemaligen Präsidenten verkauft die US Mint derzeit nur Bronzemedaillen.
Seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit ist es dem Präsidenten ein besonders wichtiges Anliegen, sein Abbild in der öffentlichen Wahrnehmung zu verfestigen. Schon zu Beginn des Monats hatte Bessent ein von Trump hochgeladenes Muster einer 100-Dollar-Note auf X geteilt, auf der die Unterschriften des Präsidenten und von ihm selbst abgedruckt sind.
Beispiele für Projekte, Orte und Gebäude mit Trumps Namen gibt es zuhauf. Zuletzt wurde der Flughafen der Stadt Palm Beach im US-Bundesstaat Florida offiziell in „President Donald J. Trump International Airport“ umbenannt, das entsprechende Airport-Kürzel von PBI (Palm Beach International Airport) in DJT – die Initialen des Präsidenten.
In den USA ist es üblich, dass Flughäfen und andere Orte nach ehemaligen Präsidenten benannt werden können. Unüblich ist hingegen, dass Gebäude umbenannt werden, während der Präsident noch lebt.
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Chinas Staatschef Xi: KI muss offen, sicher und kontrollierbar sein
Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping fordert im KI-Wettstreit mit den USA mehr Kontrolle über die Nutzung Künstlicher Intelligenz und einen offeneren Zugang zu dieser Schlüsseltechnologie. „Wir sollten das Risikobewusstsein stärken und gewährleisten, dass KI sicher und kontrollierbar ist“, sagte er zur Eröffnung der World AI Conference in Shanghai, wie die Nachrichtenagentur DPA berichtet. Xi sprach sich für eine Kombination aus Gesetzen, Überwachung und Frühwarnsystemen aus, um die missbräuchliche Nutzung von KI zu verhindern.
Die erste Rede des Präsidenten auf der seit dem Jahr 2018 jährlich stattfindenden Konferenz zeigt die gestiegene Bedeutung von KI für die regierende Kommunistische Partei. Xi warb dafür, die Technologie gemeinsam zu entwickeln und ließ durchklingen, dass nationale Sicherheit nicht als Grund vorgeschoben werden sollte, KI-Modelle für andere zu blockieren. Einzelne Länder erwähnte er nicht. Die US-Regierung hatte allerdings im Juni zeitweise den Zugang zu bestimmten KI-Modellen eingeschränkt.
China konkurriert gegenwärtig in der Zukunftstechnologie vor allem mit den USA. Das äußerste sich unlängst beispielsweise darin, dass amerikanische Tech-Unternehmen ihre chinesische Konkurrenten beschuldigten, amerikanische Technologie illegal gekapert zu haben, um damit eigene Modelle zu trainieren. China bestreitet das.
Einen Tag vor Xis Rede unterzeichneten 29 Länder eine Vereinbarung zur Gründung einer Weltorganisation für Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz (WAICO) mit Sitz in Shanghai. Zu den Unterzeichnern gehören laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua der Volksrepublik wohlgesonnene Länder wie Russland, Indonesien und Kasachstan. Die WAICO soll demnach die Zusammenarbeit und globale Steuerung im Bereich KI fördern.
China hätte damit eine Plattform, um über Standards im Bereich KI zu verhandeln. Ohnehin fordert Peking schon länger, dass die Entwicklung Künstlicher Intelligenz nicht in den Händen weniger Länder liegen sollte. „Die Zukunft der KI sollte nicht von Monopolen oder geopolitischen Rivalitäten bestimmt werden, sondern davon, inwieweit ihre Innovationen geteilt werden und wie breit ihre Vorteile spürbar sind“, kommentierte Xinhua, die als Sprachrohr der Kommunistischen Partei gilt.
Pünktlich zum Beginn der Konferenz veröffentlichte das chinesische Startup Moonshot AI mit „Kimi K3“ ein neues KI-Modell, das nach Firmenangaben 2,8 Billionen Parameter besitzen soll. Die Zahl der Parameter lässt auf die Komplexität des Modells schließen. Einfach gesagt: Je mehr Parameter es hat, desto höher ist die Leistungsfähigkeit.
Das Pekinger Unternehmen will so zu den US-Rivalen OpenAI und Anthropic aufschließen, die bislang mit ihren leistungsstärksten Modellen besonders komplexe Aufgaben besser lösen. Ihre Parameterzahlen machen die beiden Unternehmen nicht öffentlich.
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Halbe Milliarde für Erneuerung der Autobahn-Rastplätze nötig
Die Autobahn GmbH des Bundes sieht hohe Kosten für bessere Rastplätze und Toiletten. In den nächsten Jahren brauche man rund eine halbe Milliarde Euro für die Sanierung der Anlagen und anliegenden Flächen, heißt es von der staatseigenen Gesellschaft, die sich seit 2021 um die deutschen Autobahnen kümmert. Das Geld dazu müsse vom Bund kommen.
Die Prognose ist Teil der Reaktion auf einen Test des ADAC, bei dem dieser vielen Toiletten an unbewirtschafteten Rastplätzen schlechte Noten gegeben hatte. Dessen Ergebnisse nehme man „sehr ernst“, erklärte ein Sprecher. Bei der Sanierung und Weiterentwicklung der Parkplätze mit WC habe man massive Investitionen zu tätigen. „Zahlreiche veraltete Rastanlagen benötigen eine umfassende Modernisierung.“ Dabei gehe es aber nicht nur um Toiletten, sondern auch um Aufenthaltsbereiche und Verkehrsflächen. Kurzfristig stünden 100 Anlagen an, die erneuert werden müssen.
Die Prognose ist Teil der Reaktion auf einen Test des ADAC, bei dem dieser vielen Toiletten an unbewirtschafteten Rastplätzen schlechte Noten gegeben hatte. Dessen Ergebnisse nehme man „sehr ernst“, erklärte ein Sprecher. Bei der Sanierung und Weiterentwicklung der Parkplätze mit WC habe man massive Investitionen zu tätigen. „Zahlreiche veraltete Rastanlagen benötigen eine umfassende Modernisierung.“ Dabei gehe es aber nicht nur um Toiletten, sondern auch um Aufenthaltsbereiche und Verkehrsflächen. Kurzfristig stünden 100 Anlagen an, die erneuert werden müssen.
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Philipp von Reinersdorff
Netflix steigert Gewinn und Umsatz – doch Aktienkurs fällt
Netflix hat im vergangenen Quartal Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Zugleich will der Videostreaming-Marktführer künftig nur noch jährlich statt zweimal pro Jahr Angaben zur Popularität seiner Filme und Serien vorlegen. Die Aktie fiel in einer ersten Reaktion im nachbörslichen US-Handel zeitweise um mehr als sieben Prozent.
Die Netflix-Aktie hatte in den vergangenen Monaten mehr als 40 Prozent ihres Werts verloren. Ein Auslöser waren Sorgen nach einigen Marktforscher-Daten, die den Eindruck erweckten, dass Zuschauerzahlen ab der zweiten Staffel auch populärer Netflix-Serien sinken.
Die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers, bei der Netflix gegen den Rivalen Paramount verlor, wurde in diesem Kontext von Anlegern als Flucht nach vorn gesehen. Mit der Prognose für den Umsatz im laufenden Quartal verfehlte Netflix die durchschnittlichen Analysten-Erwartungen.
Netflix macht keine regelmäßigen Angaben zur Kundenzahl mehr. Aber der Umsatz stieg im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 12,56 Milliarden Dollar (10,98 Mrd Euro). Unterm Strich wuchs der Gewinn um 8,8 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar.
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Merck investiert in Prüfzentrum
Der Pharma- und Technologiekonzern Merck KGaA hat an seinem Hauptsitz Darmstadt ein neues Prüfzentrum für die Freigabe von Arzneimitteln eröffnet. Die Investition beziffert das Unternehmen auf 25 Millionen Euro. In der Einrichtung sollen Wirkstoffe und Medikamente von Herstellern aus ganz Europa vor der Markteinführung auf Qualität und Sicherheit geprüft werden. Es entstehen rund 30 neue Arbeitsplätze.
Hinzu kommen laut Merck Stabilitätsstudien, die zeigen, wie lange ein Medikament unter verschiedenen Lagerbedingungen sicher und wirksam bleibt. Solche Prüfungen seien zum Schutz der Patienten gesetzlich vorgeschrieben. Die Entscheidung über die Zulassung der geprüften Medikamente treffen die zuständigen Aufsichtsbehörden.
Nach Angaben von Merck ist das Zentrum Teil des weltweiten Netzes von Prüfstandorten im Life-Science-Geschäft. Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD) sprach bei der Eröffnung des neuen Zentrums von einem starken Bekenntnis zum Standort Hessen.
Hinzu kommen laut Merck Stabilitätsstudien, die zeigen, wie lange ein Medikament unter verschiedenen Lagerbedingungen sicher und wirksam bleibt. Solche Prüfungen seien zum Schutz der Patienten gesetzlich vorgeschrieben. Die Entscheidung über die Zulassung der geprüften Medikamente treffen die zuständigen Aufsichtsbehörden.
Nach Angaben von Merck ist das Zentrum Teil des weltweiten Netzes von Prüfstandorten im Life-Science-Geschäft. Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD) sprach bei der Eröffnung des neuen Zentrums von einem starken Bekenntnis zum Standort Hessen.
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Eli Lilly kauft Psychedelika-Entwickler AtaiBeckley
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly steigt mit einer milliardenschweren Übernahme in die Entwicklung von psychedelischen Medikamenten gegen Depressionen ein. Für bis zu 3,8 Milliarden Dollar kauft das Unternehmen den US-Spezialisten AtaiBeckley, wie Lilly am Donnerstag mitteilte. Damit sichert sich der Konzern den Zugriff auf neuartige Therapien für Patienten, bei denen herkömmliche Antidepressiva nicht anschlagen. „Millionen von Menschen suchen immer noch nach Linderung und brauchen dringend eine Therapie, die wirkt“, erklärte Carole Ho, Leiterin der Neurologie-Sparte bei Lilly.
Das am weitesten fortgeschrittene Medikament von AtaiBeckley, das Nasenspray BPL-003, basiert auf einer synthetischen Form des Psychedelikums DMT. Es soll die Fähigkeit des Gehirns wiederherstellen, neue neuronale Verbindungen zu bilden. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Mittel den Status einer „Breakthrough Therapy“ verliehen, was eine beschleunigte Zulassung ermöglichen soll. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die entscheidende klinische Phase-3-Studie.
Der Kaufpreis setzt sich aus einer Barzahlung von 6,75 Dollar je AtaiBeckley-Aktie zusammen. Damit wird das Unternehmen mit rund 2,8 Milliarden Dollar bewertet. Hinzu kommen mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu einer Milliarde Dollar, falls bestimmte Entwicklungs- und Zulassungsziele erreicht werden. Die Barzahlung entspricht einem Aufschlag von rund 40 Prozent auf den durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen 30 Tage. Der Abschluss der Übernahme wird für das dritte Quartal erwartet. Der Gründer und größte Aktionär von AtaiBeckley, der deutsche Investor Christian Angermayer, unterstützt das Vorhaben. Die Ressourcen von Lilly würden helfen, die Therapien schneller voranzutreiben, erklärte er.
Das am weitesten fortgeschrittene Medikament von AtaiBeckley, das Nasenspray BPL-003, basiert auf einer synthetischen Form des Psychedelikums DMT. Es soll die Fähigkeit des Gehirns wiederherstellen, neue neuronale Verbindungen zu bilden. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Mittel den Status einer „Breakthrough Therapy“ verliehen, was eine beschleunigte Zulassung ermöglichen soll. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die entscheidende klinische Phase-3-Studie.
Der Kaufpreis setzt sich aus einer Barzahlung von 6,75 Dollar je AtaiBeckley-Aktie zusammen. Damit wird das Unternehmen mit rund 2,8 Milliarden Dollar bewertet. Hinzu kommen mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu einer Milliarde Dollar, falls bestimmte Entwicklungs- und Zulassungsziele erreicht werden. Die Barzahlung entspricht einem Aufschlag von rund 40 Prozent auf den durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen 30 Tage. Der Abschluss der Übernahme wird für das dritte Quartal erwartet. Der Gründer und größte Aktionär von AtaiBeckley, der deutsche Investor Christian Angermayer, unterstützt das Vorhaben. Die Ressourcen von Lilly würden helfen, die Therapien schneller voranzutreiben, erklärte er.
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Bewährungsstrafe für Cum-Ex-Banker
Das Landgericht Bonn hat am Donnerstag einen ehemaligen Niederlassungsleiter der Macquarie Bank wegen seiner Beteiligung an Cum-Ex-Geschäften verurteilt. Der heute 49-jährige Bankier hat sich der versuchten Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig gemacht, so das Urteil der neunten Großen Strafkammer in Bonn. Von der verhängten Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, gelten zwei Monate bereits als vollstreckt, da sich das Ermittlungsverfahren gegen den Angeklagten verzögert hatte, wie ein Justizsprecher auf Anfrage mitteilte. Außerdem ordnete die Strafkammer die Einziehung von 150.000 Euro aus dem Vermögen des Angeklagten an. Diese Summe hatte er als Bonus für den Cum-Ex-Handel der Macquarie Bank erhalten.
Der gebürtige Schweizer musste sich seit Mai vor Gericht verantworten. Er hatte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Köln zum Prozessauftakt eingeräumt. Laut den Anklägern hatte der langjährige Mitarbeiter der australischen Großbank den Cum-Ex-Handel in der Dividendensaison 2011 mitverantwortet. Er führte die jeweiligen Transaktionen zwar nicht selbst durch, trat aber im Hintergrund als Problemlöser auf. Letztlich lagen dem Bundeszentralamt für Steuern sechs Anträge auf Rückerstattung einer Kapitalertragsteuer vor. Da es nicht zur Auszahlung von 319 Millionen Euro an mehrere US-Pensionsfonds kam, hatte sich der Bankier lediglich des Versuchs der Steuerhinterziehung strafbar gemacht. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision zum Bundesgerichtshof ist möglich.
Damit endet das erste Strafverfahren gegen einen ehemaligen Mitarbeiter von Macquarie in Deutschland. Die australische Investmentbank hatte Fremdkapital zur Verfügung gestellt, das für den Handel mit Aktien deutscher DAX-Konzerne in Milliardenhöhe notwendig gewesen war. Schon im Jahr 2016 zahlte Macquarie ein Bußgeld in Höhe von 100 Millionen Euro an die Staatsanwaltschaft. Insgesamt ermitteln deutsche Strafverfolger gegen 100 ehemalige und aktuelle Mitarbeiter von Macquarie.
Der gebürtige Schweizer musste sich seit Mai vor Gericht verantworten. Er hatte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Köln zum Prozessauftakt eingeräumt. Laut den Anklägern hatte der langjährige Mitarbeiter der australischen Großbank den Cum-Ex-Handel in der Dividendensaison 2011 mitverantwortet. Er führte die jeweiligen Transaktionen zwar nicht selbst durch, trat aber im Hintergrund als Problemlöser auf. Letztlich lagen dem Bundeszentralamt für Steuern sechs Anträge auf Rückerstattung einer Kapitalertragsteuer vor. Da es nicht zur Auszahlung von 319 Millionen Euro an mehrere US-Pensionsfonds kam, hatte sich der Bankier lediglich des Versuchs der Steuerhinterziehung strafbar gemacht. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision zum Bundesgerichtshof ist möglich.
Damit endet das erste Strafverfahren gegen einen ehemaligen Mitarbeiter von Macquarie in Deutschland. Die australische Investmentbank hatte Fremdkapital zur Verfügung gestellt, das für den Handel mit Aktien deutscher DAX-Konzerne in Milliardenhöhe notwendig gewesen war. Schon im Jahr 2016 zahlte Macquarie ein Bußgeld in Höhe von 100 Millionen Euro an die Staatsanwaltschaft. Insgesamt ermitteln deutsche Strafverfolger gegen 100 ehemalige und aktuelle Mitarbeiter von Macquarie.
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Cewe übernimmt Kodak-Fotostationen
Der vor allem für seine Fotobücher bekannte Foto-Dienstleister Cewe stärkt sein Geschäft mit der Marke „Kodak Moments“. Das Unternehmen erwirbt das Sofortfoto-Geschäft von Kodak Alaris, das bisher dem Finanzinvestor Kingswood Capital gehört, wie Cewe am Donnerstag in Oldenburg mitteilte. Kodak Alaris betreibt rund 37.000 Fotostationen in weltweit 16.000 Einzelhandelsgeschäften, an denen die Kunden ihre Fotos ausdrucken können, und setzt damit im Jahr 200 Millionen Euro um. Das von Cewe übernommene Geschäft werde einschließlich Schulden mit 88 Millionen Euro bewertet, der Kaufpreis dürfte bei 72 Millionen Euro liegen.
„Wir investieren gezielt in den globalen Ausbau des Sofortfoto-Geschäfts, weil wir überzeugt davon sind, hier in den nächsten Jahren profitables Wachstum erzielen zu können“, sagte Cewe-Chef Thomas Mehls. Cewe schaffe damit den Markeintritt in den USA, Mexiko, Kanada und Australien. Übernommen werden auch 500 Mitarbeiter und das Werk in Windsor in Colorado, in dem Verbrauchsmaterialien hergestellt werden. 2027 soll das erworbene Geschäft eine mittlere einstellige operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) erwirtschaften, die in den folgenden Jahren noch steigen soll.
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Großbritannien verstaatlicht British Steel
Großbritannien hat den angeschlagenen Stahlkonzern British Steel verstaatlicht. Die Übernahme des ehemals in chinesischem Besitz befindlichen Unternehmens sei abgeschlossen, teilte die Regierung am Donnerstag mit. Die Verstaatlichung sei notwendig, um das nationale Interesse Großbritanniens zu wahren. „British Steel ist Teil des Gefüges unserer Nation und ein Eckpfeiler der britischen Industriestärke“, sagte der scheidende Premierminister Keir Starmer. Die Entscheidung sichere die Zukunft der Stahlherstellung im Vereinigten Königreich, schütze qualifizierte Arbeitsplätze und bewahre eine lebenswichtige nationale Fähigkeit.
Die Regierung hatte schon im April 2025 die operative Kontrolle über British Steel von den chinesischen Eigentümern Jingye übernommen. Damit sollte die Schließung des Stahlwerks im nordenglischen Scunthorpe verhindert und 2.700 Arbeitsplätze am Standort sowie Tausende weitere in der Lieferkette gesichert werden. Das Werk, der letzte verbliebene Standort für die Primärstahlherstellung im Land, hatte in den vergangenen Jahren mit hohen Energiekosten und einem Überangebot an Stahl auf dem Weltmarkt zu kämpfen.
Nachdem es dem Staat nicht gelungen war, einen Käufer für das 1988 unter der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher privatisierte Unternehmen zu finden, kündigte Starmer im Mai dieses Jahres ein Gesetz zur Übernahme an. Ein neues Führungsteam soll nun den Betrieb stabilisieren und British Steel zu einem wirtschaftlich tragfähigen und kohlenstoffarm produzierenden Unternehmen umbauen.
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USA kündigen 25 Prozent Zölle auf viele Einfuhren aus Brasilien an
Die amerikanische Regierung will diverse Importgüter aus Brasilien mit einem Zollsatz in Höhe von 25 Prozent belegen. Ausgenommen seien etwa Produkte, die in den USA nicht ausreichend vorhanden seien oder eine besonders sensible Lieferkette hätten, teilte ein US-Regierungsbeamter mit. Dazu zählen demnach Erdöl und Gas, Rindfleisch, Orangensaft sowie bestimmte Flugzeugteile. Fällig seien die Zölle ab nächster Woche Mittwoch.
Vorangegangen sei eine Untersuchung, die eine Vielzahl von unfairen Handelspraktiken offenbart habe. Dazu zählten Handelsvorteile für Indien und Mexiko, die den USA nicht zugutekämen, bemängelt der Regierungsbeamte. Zudem kritisieren die USA angebliche Hemmnisse für ihre Tech-Konzerne und Finanzdienstleister, die in Brasilien mit unfairen Restriktionen zu kämpfen hätten. Schaffe die brasilianische Regierung die unfairen Praktiken ab, würden die Zölle wieder zurückgenommen, sagte der Regierungsbeamte.
Seit der Oberste Gerichtshof der USA im Februar eine Vielzahl der von Präsident Donald Trump angeordneten Zölle aufhob, stützt sich die Regierung verstärkt auf einen Passus eines Handelsgesetzes aus dem Jahr 1974 - so auch im Fall Brasilien. Dieses Gesetz erlaubt die Verhängung von Zöllen, sofern unfaire Handelspraktiken festgestellt werden.
Entsprechende Untersuchungen laufen auch gegen Deutschland und andere europäische Länder. Der Vorwurf: Arzneimittel würden unrechtmäßig verbilligt, während US-Bürgerinnen und Bürgern das Gros der Entwicklungskosten trügen.
Der Regierungsbeamte warnte die brasilianische Regierung davor, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. „Sollten wir Vergeltungsmaßnahmen sehen, wären wir offen gesagt gezwungen, unser Vorgehen anzupassen.“
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Jetzt auch offiziell: Uber kauft Delivery Hero
Der deutsche Essenslieferdienst Delivery Hero hat sich mit dem US-Fahrdienstvermittler Uber auf eine milliardenschwere Übernahme geeinigt. Die beiden Unternehmen trafen dafür eine Zusammenschlussvereinbarung, wie Delivery Hero am Donnerstag mitteilte. Uber habe sich in diesem Zusammenhang auch verpflichtet, den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin beizubehalten und bis mindestens 2029 keine Änderungen an der dortigen Belegschaft vorzunehmen.
Uber bietet je Delivery-Hero-Aktie 41,50 Euro. Damit wird das Unternehmen insgesamt mit knapp 13 Milliarden Euro bewertet. Zuletzt lag Ubers Anteil bei knapp 25 Prozent, hinzu kamen Finanzinstrumente über knapp 12 Prozent. Nun verkaufte der Delivery-Hero-Großaktionär Prosus seinen Anteil von knapp 17 Prozent. Dazu hatte sich die niederländische Beteiligungsgesellschaft im Zuge des Kaufs des Konkurrenten Just Eat Takeaway (Lieferando) bereit erklärt.
Delivery Hero hatte am Dienstagabend bestätigt, dass man sich in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Übernahme durch Uber befindet. Die Aktie des Berliner Lieferdienst-Konzerns legte daraufhin im vorbörslichen Handel zu. Das Papier hatte schon seit Mitte April kräftig an Wert gewonnen, nachdem bekannt wurde, dass Uber seinen Anteil an Delivery Hero erhöht hatte.
Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, ist aber seit dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts an Just Eat Takeaway hierzulande operativ nicht mehr aktiv. Das Unternehmen zählt allerdings wegen der starken Präsenz in Asien, Südeuropa, der arabischen Halbinsel und Afrika zu den weltweit größten Essenslieferdiensten. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen Essenslieferdienst, auch in vielen Städten Deutschlands.
„Das talentierte Team von Delivery Hero hat ein beeindruckendes Unternehmen aufgebaut – mit beliebten lokalen Marken und führenden Positionen in einigen der weltweit am schnellsten wachsenden Liefermärkten“, sagte Uber-Chef Dara Khosrowshahi. Delivery-Hero-Mitgründer Nikla Östberg sagte: „Ubers globale Mobilitäts- und Lieferplattform und unser gemeinsames Bekenntnis zu Innovation machen dies zur richtigen Partnerschaft, um auf den Stärken von Delivery Hero in der lokalen Essenslieferung und im Quick Commerce aufzubauen und unsere Everyday-App-Strategie für unsere Kunden weiter voranzutreiben.“
Uber bietet je Delivery-Hero-Aktie 41,50 Euro. Damit wird das Unternehmen insgesamt mit knapp 13 Milliarden Euro bewertet. Zuletzt lag Ubers Anteil bei knapp 25 Prozent, hinzu kamen Finanzinstrumente über knapp 12 Prozent. Nun verkaufte der Delivery-Hero-Großaktionär Prosus seinen Anteil von knapp 17 Prozent. Dazu hatte sich die niederländische Beteiligungsgesellschaft im Zuge des Kaufs des Konkurrenten Just Eat Takeaway (Lieferando) bereit erklärt.
Delivery Hero hatte am Dienstagabend bestätigt, dass man sich in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Übernahme durch Uber befindet. Die Aktie des Berliner Lieferdienst-Konzerns legte daraufhin im vorbörslichen Handel zu. Das Papier hatte schon seit Mitte April kräftig an Wert gewonnen, nachdem bekannt wurde, dass Uber seinen Anteil an Delivery Hero erhöht hatte.
Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, ist aber seit dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts an Just Eat Takeaway hierzulande operativ nicht mehr aktiv. Das Unternehmen zählt allerdings wegen der starken Präsenz in Asien, Südeuropa, der arabischen Halbinsel und Afrika zu den weltweit größten Essenslieferdiensten. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen Essenslieferdienst, auch in vielen Städten Deutschlands.
„Das talentierte Team von Delivery Hero hat ein beeindruckendes Unternehmen aufgebaut – mit beliebten lokalen Marken und führenden Positionen in einigen der weltweit am schnellsten wachsenden Liefermärkten“, sagte Uber-Chef Dara Khosrowshahi. Delivery-Hero-Mitgründer Nikla Östberg sagte: „Ubers globale Mobilitäts- und Lieferplattform und unser gemeinsames Bekenntnis zu Innovation machen dies zur richtigen Partnerschaft, um auf den Stärken von Delivery Hero in der lokalen Essenslieferung und im Quick Commerce aufzubauen und unsere Everyday-App-Strategie für unsere Kunden weiter voranzutreiben.“
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Uber bietet wohl 12,5 Milliarden Euro für Delivery Hero
Der amerikanische Fahrdienst Uber will einem Bericht der „Financial Times“ zufolge am Donnerstag ein rund 12,5 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot für den Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero vorlegen. Uber biete den Aktionären von Delivery Hero 41 Euro je Aktie, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf zahlreiche Quellen. Die Aktien von Delivery Hero waren im Xetra-Handel um 2,3 Prozent auf 38,18 Euro abgebröckelt.
Um zu große Überlappungen mit dem Geschäft seiner Tochtergesellschaft „Uber Eats“ zu vermeiden, die ebenfalls Speisen aus Restaurants ausliefert, wolle Uber die türkische Tochtergesellschaft Yemeksepeti sowie Lieferdienste in anderen europäischen Ländern an einen Investor abgeben. Uber Eats und Delivery Hero machen sich auch in Polen, Portugal, Spanien und Schweden Konkurrenz. Wenn sie sich zusammentun, könnte das die Wettbewerbshüter auf den Plan rufen.
Delivery Hero hatte am Dienstag fortgeschrittene Gespräche mit Uber über ein Übernahmeangebot bestätigt, aber keinen Preis genannt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte gemeldet, die Offerte werde deutlich über 36 Euro je Aktie liegen.
Uber war erst im April bei Delivery Hero eingestiegen und hat seine Beteiligung inzwischen auf 24,99 Prozent ausgebaut. Derivate eingeschlossen haben die Amerikaner sogar Zugriff auf knapp 37 Prozent der Anteile. Berichten zufolge hat sich Uber schon das Anteilspaket des Hongkonger Investors Aspex Management gesichert. Ende Mai hatte Uber eine Offerte über 33 Euro je Aktie für Delivery Hero in Aussicht gestellt, war damit aber angesichts des gestiegenen Aktienkurses abgeblitzt.
Zweitgrößter Aktionär von Delivery Hero ist der niederländische Investor Prosus mit 16,8 Prozent. Er muss seinen Anteil eigentlich wegen der Übernahme des Delivery-Hero-Rivalen Just Eat Takeaway bis zum Spätsommer auf weniger als zehn Prozent abbauen, hat die EU aber wegen der veränderten Lage um Aufschub gebeten.
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