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Donnerstag, 23. Juli 2026
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Neue EU-Sanktionen gegen Russland beschlossen

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23. Juli
ZDF heute

Neue EU-Sanktionen gegen Russland beschlossen

Preisdeckel für russisches Öl:Neue EU-Sanktionen gegen Russland beschlossen Die EU verschärft ihre Sanktionen gegen Russland: Neue Maßnahmen treffen den Finanz- und Energiesektor, der Ölpreisdeckel bleibt. Die Maßnahmen sollen den Druck verstärken. Die EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf ein neues Sanktionspaket verständigt. Die Pläne sehen unter anderem weitere Maßnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten vor, wie EU-Diplomaten in Brüssel mitteilten. EU-Ratspräsident António Costa und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßten die Entscheidung in sozialen Medien. Costa erklärte, es sei ein "entschiedener Schritt, um den Druck auf Russland zu verstärken." Ölpreisdeckel im Fokus der Sanktionen Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist geplant, die automatische Anpassung des sogenannten Ölpreisdeckels für zwölf Monate auszusetzen. Dieser müsste sonst wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus angehoben werden, was mehr Geld für Russland bedeuten würde. Iran wird weiterhin von den USA angegriffen. Die USA haben sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die Kontrolle über die Straße von Hormus zurückzugewinnen. 23.07.2026 | 0:22 minDer Ölpreisdeckel gilt für den Verkauf von russischem Öl in Drittstaaten wie Indien, China oder die Türkei und wurde 2022 gemeinsam mit den USA und Japan, Kanada und Großbritannien eingeführt. Um ihn durchzusetzen, werden Unternehmen Sanktionen angedroht, die am Transport von russischem Öl zu einem Preis oberhalb des Preisdeckels beteiligt sind. Die Regelung zielt zudem auf Reedereien ab, aber auch auf Unternehmen, die Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste anbieten. Ringen um konkrete Sanktionsmaßnahmen gegen Russland Der Einigung waren wochenlange schwierige Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten vorausgegangen. Mehrere Hauptstädte setzten dabei Abschwächungen oder Zugeständnisse zugunsten heimischer Unternehmen durch. Sie argumentierten unter anderem, die Sanktionen dürften in der EU keine größeren wirtschaftlichen Schäden verursachen als in Russland. Dabei zeigte sich ein grundsätzliches Dilemma: Angesichts der bereits sehr langen Liste von Strafmaßnahmen wird es immer schwieriger, weitere Sanktionen zu finden, die Russland spürbar treffen, zugleich aber vergleichsweise geringe Auswirkungen auf Unternehmen und Menschen in der EU und in Drittstaaten haben. Der russische Außenminister Lawrow und sein US-Kollege Rubio haben sich im philippinischen Manila getroffen. Dabei dürfte der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine im Fokus stehen. 23.07.2026 | 0:20 minEU-Ministerrat muss Sanktionspaket noch zustimmen Ein Beispiel in dieser Sanktionsrunde waren Forderungen Griechenlands, das wegen Interessen heimischer Reedereien durchsetzte, dass ein Transportverbot für russisches Flüssigerdgas in Drittstaaten nicht ganz so umfassend realisiert wird wie geplant, weil Altverträge erst einmal außen vor bleiben. Zudem kommen von der EU-Kommission vorgeschlagene Einfuhrbeschränkungen für Alaska-Seelachs aus Russland sowie ein Einfuhrverbot für Kabeljau nicht. Nach Angaben von EU-Diplomaten drangen Länder wie Deutschland, Portugal und Frankreich in den Verhandlungen auf eine Abschwächung der vorgesehenen Sanktionen. Weil auch Kompromissvorschläge keinen Konsens fanden, wurde der Vorschlag dann irgendwann ganz gestrichen. Von den Diplomaten hieß es, Deutschland wäre bereit gewesen, einem Kompromiss zuzustimmen. Andere Mitgliedstaaten hätten aber noch weitergehende Forderungen gehabt. Die Gesetzestexte für das Sanktionspaket müssen nun noch vom Ministerrat beschlossen werden. Dies gilt allerdings als Formalie. Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.

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23. Juli
Süddeutsche Zeitung (Politik)

21. EU-Sanktionspaket gegen Russland: Schonung für griechische Reeder und deutsche Fischstäbchen-Hersteller

Die Botschafter der 27 EU-Staaten haben sich am Donnerstag auf das 21. Sanktionspaket gegen Russland geeinigt. Man habe 32 weitere russische Banken auf die Sanktionsliste gesetzt, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit. Zudem seien Strafmaßnahmen gegen russische Kryptofirmen und Ölhandelsplattformen beschlossen worden. Die EU bereite außerdem vor, dass am Krieg gegen die Ukraine beteiligte russische Soldaten nicht mehr in die Europäische Union einreisen dürfen. Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist geplant, die automatische Anpassung der Preisobergrenze für russische Ölverkäufe, des sogenannten Ölpreisdeckels, für zwölf Monate auszusetzen. Dieser müsste sonst wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus angehoben werden, was mehr Geld für Russland bedeuten würde. Der Ölpreisdeckel wird für ein Jahr eingefroren Der Ölpreisdeckel gilt für den Verkauf von russischem Öl in Drittstaaten außerhalb der EU wie Indien, China oder die Türkei und wurde 2022 gemeinsam mit den USA, Japan, Kanada und Großbritannien eingeführt. Um ihn durchzusetzen, werden Unternehmen Sanktionen angedroht, die am Transport russischen Öls zu einem Preis oberhalb des Deckels beteiligt sind. Die Regelung zielt zudem auf Reedereien ab, aber auch auf Unternehmen, die Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste anbieten. Der Einigung waren wochenlange schwierige Verhandlungen zwischen den EU-Staaten vorausgegangen. Mehrere Mitglieder setzten dabei Abschwächungen oder Zugeständnisse zugunsten heimischer Unternehmen durch. Sie argumentieren, die Sanktionen dürften in der EU keine größeren wirtschaftlichen Schäden verursachen als in Russland. Dabei zeigte sich ein grundsätzliches Dilemma: Angesichts der bereits sehr langen Liste von Strafmaßnahmen wird es immer schwieriger, weitere Sanktionen zu finden, die Russland spürbar treffen, zugleich aber vergleichsweise geringe Auswirkungen auf Unternehmen und Menschen in der EU und in Drittstaaten haben. Die Sanktionen zwingen zu Kompromissen, weil sie einstimmig von den 27 EU-Regierungen beschlossen werden müssen. Ein Beispiel in dieser Sanktionsrunde waren Forderungen Griechenlands, das wegen seiner heimischen Reedereien durchsetzte, dass ein Transportverbot für russisches Flüssigerdgas (LNG) in Drittstaaten nicht so umfassend realisiert wird wie geplant, weil bereits bestehende Verträge erst einmal außen vor bleiben. Griechische Reeder verdienen am Geschäft mit der Ausfuhr von LNG aus Russland und dessen Transport in Länder außerhalb der EU. „Die Mitgliedstaaten haben Solidarität mit Griechenland gezeigt, und es wird erwartet, dass Griechenland in Zukunft dasselbe gegenüber anderen tun wird“, sagte ein EU-Diplomat. Das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt bleibt weiter verschont Zudem kommt eine von der Kommission vorgeschlagene Einfuhrbeschränkung für Alaska-Seelachs aus Russland sowie ein Einfuhrverbot für Kabeljau nicht. Nach Angaben von EU-Diplomaten drangen Länder wie Deutschland, Portugal und Frankreich auf eine Abschwächung der vorgesehenen Sanktionen. Weil auch Kompromissvorschläge keinen Konsens fanden, wurde der Vorschlag letztlich gestrichen. Von den Diplomaten hieß es, Deutschland wäre bereit gewesen, einem Kompromiss zuzustimmen. Andere Mitgliedstaaten hätten aber noch weitergehende Forderungen gehabt. In der Bundesrepublik war vor allem der Kommissionsvorschlag auf Vorbehalte gestoßen, die Einfuhr von Alaska-Seelachs aus Russland in die EU innerhalb von zwei Jahren um die Hälfte zu reduzieren. Angesichts des begrenzten Angebots hätte dies erhebliche Konsequenzen für Produzenten und Konsumenten von Fischstäbchen, Schlemmerfilets und anderen Tiefkühl-Fischgerichten haben können. Der Industrie hätten dabei Produktionseinschränkungen und den Konsumenten höhere Preise gedroht. In Deutschland stehen nach Einschätzung von Experten die größten Fabriken für Fischstäbchen auf der ganzen Welt. Auch das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt Patriarch Kyrill, das den Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützt, wird vorerst nicht sanktioniert – vor allem auf Druck Bulgariens hin. Die Gesetzestexte für das Sanktionspaket müssen nun noch vom Ministerrat beschlossen werden. Dies gilt allerdings als Formsache. Die russische Invasion in der Ukraine läuft seit fast viereinhalb Jahren. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen nahm das neue Sanktionspaket zum Anlass, den Erfolg des ukrainischen Abwehrkampfs herauszustellen. Russland sei eindeutig damit gescheitert, die Ukraine zu unterwerfen, und der Preis, den Russland zahle, werde von Tag zu Tag höher, schrieb die CDU-Politikerin auf der Plattform X. Jüngste Gespräche zwischen US-Außenminister Marco Rubio und seinem russischen Pendant Sergej Lawrow auf dem Asean-Außenministertreffen in der philippinischen Hauptstadt Manila brachten keine nennenswerte Annäherung.

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23. Juli
taz (Öko & Co)

EU verhängt neue Russland-Sanktionen: Bei Fischstäbchen wird Deutschland zum Putin-Freund

EU verhängt neue Russland-Sanktionen: Bei Fischstäbchen wird Deutschland zum Putin-Freund Ein neues EU-Sanktionspaket soll Druck auf Moskau ausüben. In vielen Bereichen wurde es zuvor abgeschwächt. Auch Deutschland gerierte sich als Bedenkenträger. dpa/rtr/taz | Die 27 EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden Angriffskrieges gegen die Ukraine am Donnerstag auf ein neues Paket mit Russland-Sanktionen geeinigt. Man habe 32 weitere russische Banken auf die Sanktionsliste gesetzt, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit. Zudem seien Strafmaßnahmen gegen russische Kryptofirmen und Ölhandelsplattformen beschlossen worden. Die EU bereite außerdem vor, dass am Krieg gegen die Ukraine beteiligte russische Soldaten nicht mehr in die Europäische Union einreisen dürfen. Ein Einfrieren der festgelegten Preisobergrenze für russische Ölverkäufe für ein Jahr werde zudem sicherstellen, dass „die russische Kriegsmaschinerie nicht von Marktschocks profitiert“, fügte sie mit Blick auf die wegen des Irankriegs stark gestiegenen Weltmarktpreise für Öl hinzu. Schwierige Verhandlungen Bei vorherigen Sanktionspaketen richtete sich der Blick vor allem auf Ungarn. Dessen inzwischen abgewählter rechtsautokratischer Ministerpräsident Viktor Orbán hatte aus seiner Russland-Nähe nie einen Hehl gemacht und entsprechende EU-Entscheidungen nach Kräften blockiert. Nun ist Orbán weg – und es zeigt sich, dass es mit Blick auf Maßnahmen gegen den russischen Aggressor kaum besser läuft. So waren auch der aktuellen Einigung zähe Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten vorausgegangen. Mehrere Länder setzten dabei Abschwächungen oder Zugeständnisse zugunsten heimischer Unternehmen durch. Sie argumentierten unter anderem, die Sanktionen dürften in der EU keine größeren wirtschaftlichen Schäden verursachen als in Russland. Dabei zeigte sich ein grundsätzliches Dilemma: Angesichts der bereits sehr langen Liste von Strafmaßnahmen wird es immer schwieriger, weitere Sanktionen zu finden, die Russland spürbar treffen, zugleich aber vergleichsweise geringe Auswirkungen auf Unternehmen und Menschen in der EU und in Drittstaaten haben. Griechenland etwa verhinderte im Interesse heimischer Reedereien, dass ein Transportverbot für russisches Flüssigerdgas in Drittstaaten so umfassend realisiert wird wie geplant. Altverträge bleiben nun erst einmal außen vor. Zudem kommen von der EU-Kommission vorgeschlagene Einfuhrbeschränkungen für Alaska-Seelachs aus Russland ebenso wenig wie ein Einfuhrverbot für Kabeljau. Deutsche Fischpfründen verteidigt In diesem Fall pochte nach Angaben von EU-Diplomaten neben Portugal und Frankreich auch Deutschland auf eine Abschwächung der vorgesehenen Sanktionen. Weil auch Kompromissvorschläge keinen Konsens fanden, wurde der Vorschlag dann irgendwann ganz gestrichen. Von den Diplomaten hieß es, Deutschland wäre bereit gewesen, einem Kompromiss zuzustimmen. Andere Mitgliedstaaten hätten aber noch weitergehende Forderungen gehabt. Auf deutscher Seite hatte vor allem der Kommissionsvorschlag für Bedenken gesorgt, die Einfuhr von Alaska-Seelachs aus Russland in die EU innerhalb von zwei Jahren um die Hälfte zu reduzieren. Angesichts des begrenzten Angebots hätte dies erhebliche Konsequenzen für Produzenten und Konsumenten von Fischstäbchen, Schlemmerfilets und anderen Tiefkühl-Fischgerichten haben können. Der Industrie hätten dabei Produktionseinschränkungen und den Konsumenten höhere Preise gedroht. In Deutschland stehen nach Angaben von Experten die größten Fischstäbchenfabriken der Welt. Und so ging es munter weiter mit dem Bedenkentragen: Denn auch das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt Patriarch Kirill I. wird vorerst nicht sanktioniert – vor allem auf Druck Bulgariens hin. Von der Leyen sieht Russland unter Druck Die Vorschläge für das Sanktionspaket waren Anfang Juni von der EU-Kommission vorgestellt worden. Kommissionspräsidentin von der Leyen hatte damals beispielsweise zu dem Vorstoß für die Visasperren gesagt, Europa solle für jeden verschlossen bleiben, der an der Invasion der Ukraine beteiligt sei. Zur derzeitigen Lage Russlands erklärte sie, vier Jahre nach Beginn der groß angelegten Invasion sei das Land eindeutig damit gescheitert, die Ukraine zu unterwerfen, und der Preis, den Russland zahle, werde von Tag zu Tag höher. Die Menschen müssten um Söhne, Brüder und Ehemänner trauern und seien zudem mit einem sinkenden Lebensstandard konfrontiert. Die Gesetzestexte für das Sanktionspaket müssen nun noch vom Ministerrat beschlossen werden. Dies gilt offiziell als Formalie. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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23. Juli
Die Zeit (Politik)

EU-Sanktionen gegen Russland: EU verhängt neue Sanktionen gegen Russland

Die EU-Staaten haben sich auf ein neues Sanktionspaket gegen Russland geeinigt. Die Pläne sehen unter anderem weitere Maßnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten vor, wie EU-Diplomaten in Brüssel mitteilten. Laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wurden 32 weitere russische Banken auf die Sanktionsliste gesetzt. Zudem hätten die Botschafter der 27 EU-Staaten Strafmaßnahmen gegen russische Kryptofirmen und Ölhandelsplattformen beschlossen. Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist geplant, die automatische Anpassung des sogenannten Ölpreisdeckels für zwölf Monate auszusetzen. Dieser müsste sonst wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Irankriegs und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus angehoben werden, was mehr Geld für Russland bedeuten würde. Der Ölpreisdeckel gilt für den Verkauf von russischem Öl in Drittstaaten wie Indien, China oder die Türkei und wurde 2022 gemeinsam mit den USA und Japan, Kanada und Großbritannien eingeführt. Um ihn durchzusetzen, werden Unternehmen Sanktionen angedroht, die am Transport von russischem Öl zu einem Preis oberhalb des Preisdeckels beteiligt sind. Die Regelung zielt zudem auf Reedereien ab, aber auch auf Unternehmen, die Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste anbieten. Heimische Interessen von EU-Staaten sorgten für Streit Der Einigung waren wochenlange schwierige Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten vorausgegangen. Mehrere Hauptstädte setzten dabei Abschwächungen oder Zugeständnisse zugunsten heimischer Unternehmen durch. Sie argumentierten unter anderem, die Sanktionen dürften in der EU keine größeren wirtschaftlichen Schäden verursachen als in Russland. Dabei zeigte sich ein grundsätzliches Dilemma: Angesichts der bereits sehr langen Liste von Strafmaßnahmen wird es immer schwieriger, weitere Sanktionen zu finden, die Russland spürbar treffen, zugleich aber vergleichsweise geringe Auswirkungen auf Unternehmen und Menschen in der EU und in Drittstaaten haben. Ein Beispiel in dieser Sanktionsrunde waren Forderungen Griechenlands. Es setzte wegen Interessen heimischer Reedereien durch, dass ein Transportverbot für russisches Flüssigerdgas in Drittstaaten nicht ganz so umfassend realisiert wird wie geplant, weil Altverträge zunächst unberücksichtigt bleiben. Zudem kommt es nicht zu den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Einfuhrbeschränkungen für Alaska-Seelachs aus Russland und nicht zu einem Einfuhrverbot für Kabeljau. Deutsche Bedenken zu Kompromissvorschlag für Seelachs In der Bundesrepublik hatte vor allem der Kommissionsvorschlag für Bedenken gesorgt, die Einfuhr von Alaska-Seelachs aus Russland in die EU innerhalb von zwei Jahren um die Hälfte zu reduzieren. Angesichts des begrenzten Angebots hätte dies erhebliche Konsequenzen für Produzenten und Konsumenten von Fischstäbchen, Schlemmerfilets und anderen Tiefkühl-Fischgerichten haben können. Der Industrie hätten dabei Produktionseinschränkungen und den Konsumenten höhere Preise gedroht. In Deutschland stehen nach Angaben von Experten die größten Fischstäbchenfabriken der Welt. Kommissionspräsidentin von der Leyen begrüßte die Einigung auf das Sanktionspaket. »Zu einem Zeitpunkt, an dem die Ukraine militärisch an Schwung gewonnen hat, schwächen unsere Sanktionen weiterhin die wirtschaftlichen Grundlagen der russischen Kriegsführung«, schrieb sie auf X. EU-Ratspräsident António Costa teilte mit, es sei ein »entschiedener Schritt, um den Druck auf Russland zu verstärken.« Das neue Sanktionspaket ist das 21. wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Die entsprechenden Gesetzestexte müssen nun noch vom Ministerrat beschlossen werden, was als Formalie gilt. Das 20. Sanktionspaket war im April in Kraft getreten. Es zielte ebenfalls stark darauf ab, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl zu reduzieren. Zudem richtete es sich gegen Unternehmen mit Verbindungen zur russischen Rüstungsindustrie, Banken und andere Finanzdienstleister.

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23. Juli
Handelsblatt

Neues Paket mit Strafmaßnahmen: Einigung in Brüssel: EU verhängt neue Russland-Sanktionen

Neues Paket mit Strafmaßnahmen: Einigung in Brüssel: EU verhängt neue Russland-Sanktionen Brüssel. Die EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf ein neues Sanktionspaket verständigt. Die Pläne sehen unter anderem weitere Maßnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten vor, wie EU-Diplomaten in Brüssel mitteilten. EU-Ratspräsident António Costa und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßten die Entscheidung in sozialen Medien. „Zu einem Zeitpunkt, an dem die Ukraine militärisch an Schwung gewonnen hat, schwächen unsere Sanktionen weiterhin die wirtschaftlichen Grundlagen der russischen Kriegsführung“, schrieb von der Leyen auf X. Costa teilte mit, es sei ein „entschiedener Schritt, um den Druck auf Russland zu verstärken.“ Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist geplant, die automatische Anpassung des sogenannten Ölpreisdeckels für zwölf Monate auszusetzen. Dieser müsste sonst wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus angehoben werden, was mehr Geld für Russland bedeuten würde. Der Ölpreisdeckel gilt für den Verkauf von russischem Öl in Drittstaaten wie Indien, China oder die Türkei und wurde 2022 gemeinsam mit den USA und Japan, Kanada und Großbritannien eingeführt. Um ihn durchzusetzen, werden Unternehmen Sanktionen angedroht, die am Transport von russischem Öl zu einem Preis oberhalb des Preisdeckels beteiligt sind. Die Regelung zielt zudem auf Reedereien ab, aber auch auf Unternehmen, die Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste anbieten. Schwierige Verhandlungen Der Einigung waren wochenlange schwierige Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten vorausgegangen. Mehrere Hauptstädte setzten dabei Abschwächungen oder Zugeständnisse zugunsten heimischer Unternehmen durch. Sie argumentierten unter anderem, die Sanktionen dürften in der EU keine größeren wirtschaftlichen Schäden verursachen als in Russland. Dabei zeigte sich ein grundsätzliches Dilemma: Angesichts der bereits sehr langen Liste von Strafmaßnahmen wird es immer schwieriger, weitere Sanktionen zu finden, die Russland spürbar treffen, zugleich aber vergleichsweise geringe Auswirkungen auf Unternehmen und Menschen in der EU und in Drittstaaten haben. Pläne für Fisch-Sanktionen sind vorerst gescheitert Ein Beispiel in dieser Sanktionsrunde waren Forderungen Griechenlands, das wegen Interessen heimischer Reedereien durchsetzte, dass ein Transportverbot für russisches Flüssigerdgas in Drittstaaten nicht ganz so umfassend realisiert wird wie geplant, weil Altverträge erst einmal außen vor bleiben. Zudem kommen von der EU-Kommission vorgeschlagene Einfuhrbeschränkungen für Alaska-Seelachs aus Russland sowie ein Einfuhrverbot für Kabeljau nicht. Nach Angaben von EU-Diplomaten drangen Länder wie Deutschland, Portugal und Frankreich in den Verhandlungen auf eine Abschwächung der vorgesehenen Sanktionen. Weil auch Kompromissvorschläge keinen Konsens fanden, wurde der Vorschlag dann irgendwann ganz gestrichen. Von den Diplomaten hieß es, Deutschland wäre bereit gewesen, einem Kompromiss zuzustimmen. Andere Mitgliedstaaten hätten aber noch weitergehende Forderungen gehabt. In der Bundesrepublik hatte vor allem der Kommissionsvorschlag für Bedenken gesorgt, die Einfuhr von Alaska-Seelachs aus Russland in die EU innerhalb von zwei Jahren um die Hälfte zu reduzieren. Angesichts des begrenzten Angebots hätte dies erhebliche Konsequenzen für Produzenten und Konsumenten von Fischstäbchen, Schlemmerfilets und anderen Tiefkühl-Fischgerichten haben können. Der Industrie hätten dabei Produktionseinschränkungen und den Konsumenten höhere Preise gedroht. In Deutschland stehen nach Angaben von Experten die größten Fischstäbchenfabriken der Welt. Auch das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt Patriarch Kirill wird vorerst nicht sanktioniert - vor allem auf Druck Bulgariens hin. Von der Leyen sieht Russland unter Druck Die Vorschläge für das Sanktionspaket waren Anfang Juni von der EU-Kommission vorgestellt worden. Es sieht auch Ausweitungen bei den Ausfuhrbeschränkungen für Güter und Technologien vor, die von Russlands Militärindustrie genutzt werden. Zudem sollen weitere Schiffe, Banken, Kryptofirmen und Ölhändler aus Russland und Unterstützerstaaten auf die Liste derjenigen Akteure kommen, mit denen Unternehmen aus der EU keine Geschäfte machen dürfen. Verwandte Themen „Wir setzen weitere 32 russische Banken auf unsere Liste der Transaktionsverbote“, schrieb von der Leyen in ihrem Beitrag auf X. Sie betonte zudem, dass ein wichtiger Schritt hin zum Einreiseverbot für russische Kämpfer unternommen worden sei. Das Paket enthält nach Angaben von Diplomaten die Verpflichtung, dafür erforderliche Maßnahmen vorzulegen. Die Kommissionspräsidentin hatte damals zu dem Vorstoß für die Visasperre gesagt, Europa solle für jeden verschlossen bleiben, der an der Invasion in die Ukraine beteiligt sei. Zur derzeitigen Lage Russlands erklärte sie, vier Jahre nach Beginn der groß angelegten Invasion sei das Land eindeutig damit gescheitert, die Ukraine zu unterwerfen und der Preis, den Russland zahle, werde von Tag zu Tag höher. Die Menschen müssten um Söhne, Brüder und Ehemänner trauern und seien zudem mit einem sinkenden Lebensstandard konfrontiert. Die Gesetzestexte für das Sanktionspaket müssen nun noch vom Ministerrat beschlossen werden. Dies gilt allerdings als Formalie. Das neue Sanktionspaket ist das 21. wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Das 20. trat im April in Kraft und zielte auch stark darauf ab, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl zu reduzieren. Zudem richtete es sich gegen Unternehmen mit Verbindungen zur russischen Rüstungsindustrie, Banken und andere Finanzdienstleister.

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23. Juli
Der Spiegel (Politik)

Ukraine-Krieg: EU verhängt neue Sanktionen gegen Russland

Nach schwierigen Verhandlungen EU verhängt neue Sanktionen gegen Russland Die EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf ein neues Sanktionspaket verständigt. Die Pläne sehen unter anderem weitere Maßnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten vor, wie EU-Diplomaten in Brüssel mitteilten. Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist geplant, die automatische Anpassung des sogenannten Ölpreisdeckels für zwölf Monate auszusetzen. Dieser müsste sonst wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Irankriegs und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus angehoben werden, was mehr Geld für Russland bedeuten würde. Der Ölpreisdeckel gilt für den Verkauf von russischem Öl in Drittstaaten wie Indien, China oder die Türkei und wurde 2022 gemeinsam mit den USA und Japan, Kanada und Großbritannien eingeführt. Um ihn durchzusetzen, werden Unternehmen Sanktionen angedroht, die am Transport von russischem Öl zu einem Preis oberhalb des Preisdeckels beteiligt sind. Die Regelung zielt zudem auf Reedereien ab, aber auch auf Unternehmen, die Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste anbieten. Schwierige Verhandlungen wegen Wünschen nach Abschwächungen Der Einigung waren wochenlange, schwierige Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten vorausgegangen. Mehrere Hauptstädte setzten dabei Abschwächungen oder Zugeständnisse zugunsten heimischer Unternehmen durch. Sie argumentierten unter anderem, die Sanktionen dürften in der EU keine größeren wirtschaftlichen Schäden verursachen als in Russland. Dabei zeigte sich ein grundsätzliches Dilemma: Angesichts der bereits sehr langen Liste von Strafmaßnahmen wird es immer schwieriger, weitere Sanktionen zu finden, die Russland spürbar treffen, zugleich aber vergleichsweise geringe Auswirkungen auf Unternehmen und Menschen in der EU und in Drittstaaten haben. - 2 Min - 16 Min - 2 Min Die Gesetzestexte für das Sanktionspaket müssen nun noch vom Ministerrat beschlossen werden. Dies gilt allerdings als Formalie. Das neue Sanktionspaket ist das 21. wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Das 20. trat im April in Kraft und zielte auch stark darauf ab, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl zu reduzieren. Zudem richtete es sich gegen Unternehmen mit Verbindungen zur russischen Rüstungsindustrie, Banken und andere Finanzdienstleister.

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23. Juli
Wirtschaftswoche

Neues Sanktionspaket: EU verhängt neue Russland-Sanktionen

Neues Sanktionspaket: EU verhängt neue Russland-Sanktionen Die EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf ein neues Sanktionspaket verständigt. Die Pläne sehen unter anderem weitere Maßnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten vor, wie EU-Diplomaten in Brüssel mitteilten. Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist geplant, die automatische Anpassung des sogenannten Ölpreisdeckels für zwölf Monate auszusetzen. Dieser müsste sonst wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus angehoben werden, was mehr Geld für Russland bedeuten würde. Der Ölpreisdeckel gilt für den Verkauf von russischem Öl in Drittstaaten wie Indien, China oder die Türkei und wurde 2022 gemeinsam mit den USA und Japan, Kanada und Großbritannien eingeführt. Um ihn durchzusetzen, werden Unternehmen Sanktionen angedroht, die am Transport von russischem Öl zu einem Preis oberhalb des Preisdeckels beteiligt sind. Die Regelung zielt zudem auf Reedereien ab, aber auch auf Unternehmen, die Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste anbieten. Schwierige Verhandlungen Der Einigung waren wochenlange schwierige Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten vorausgegangen. Mehrere Hauptstädte setzten dabei Abschwächungen oder Zugeständnisse zugunsten heimischer Unternehmen durch. Sie argumentierten unter anderem, die Sanktionen dürften in der EU keine größeren wirtschaftlichen Schäden verursachen als in Russland. Dabei zeigte sich ein grundsätzliches Dilemma: Angesichts der bereits sehr langen Liste von Strafmaßnahmen wird es immer schwieriger, weitere Sanktionen zu finden, die Russland spürbar treffen, zugleich aber vergleichsweise geringe Auswirkungen auf Unternehmen und Menschen in der EU und in Drittstaaten haben. Pläne für Fisch-Sanktionen sind vorerst gescheitert Ein Beispiel in dieser Sanktionsrunde waren Forderungen Griechenlands, das wegen Interessen heimischer Reedereien durchsetzte, dass ein Transportverbot für russisches Flüssigerdgas in Drittstaaten nicht ganz so umfassend realisiert wird wie geplant, weil Altverträge erst einmal außen vor bleiben. Zudem kommen ein von der EU-Kommission vorgeschlagenes Einfuhrverbot für Alaska-Seelachs aus Russland sowie ein Einfuhrverbot für Kabeljau nicht. Nach Angaben von EU-Diplomaten drangen Länder wie Deutschland, Portugal und Frankreich in den Verhandlungen auf eine Abschwächung der vorgesehenen Sanktionen. Weil auch Kompromissvorschläge keinen Konsens fanden, wurde der Vorschlag dann irgendwann ganz gestrichen. Von den Diplomaten hieß es, Deutschland wäre bereit gewesen, einem Kompromiss zuzustimmen. Andere Mitgliedstaaten hätten aber noch weitergehende Forderungen gehabt. In der Bundesrepublik hatte vor allem der Kommissionsvorschlag für Bedenken gesorgt, die Einfuhr von Alaska-Seelachs aus Russland in die EU innerhalb von zwei Jahren um die Hälfte zu reduzieren. Angesichts des begrenzten Angebots hätte dies erhebliche Konsequenzen für Produzenten und Konsumenten von Fischstäbchen, Schlemmerfilets und anderen Tiefkühl-Fischgerichten haben können. Der Industrie hätten dabei Produktionseinschränkungen und den Konsumenten höhere Preise gedroht. In Deutschland stehen nach Angaben von Experten die größten Fischstäbchenfabriken der Welt. Auch das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt Patriarch Kirill wird vorerst nicht sanktioniert – vor allem auf Druck Bulgariens hin. Ursula Von der Leyen sieht Russland unter Druck Die Vorschläge für das Sanktionspaket waren Anfang Juni von der EU-Kommission vorgestellt worden. Es sieht auch Ausweitungen bei den Ausfuhrbeschränkungen für Güter und Technologien vor, die von Russlands Militärindustrie genutzt werden. Zudem sollen weitere Schiffe, Banken, Kryptofirmen und Ölhändler aus Russland und Unterstützerstaaten auf die Liste derjenigen Akteure kommen, mit denen Unternehmen aus der EU keine Geschäfte machen dürfen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte damals zu dem Vorstoß für die Visasperre gesagt, Europa solle für jeden verschlossen bleiben, der an der Invasion der Ukraine beteiligt sei. Zur derzeitigen Lage Russlands erklärte sie, vier Jahre nach Beginn der groß angelegten Invasion sei das Land eindeutig damit gescheitert, die Ukraine zu unterwerfen, und der Preis, den Russland zahle, werde von Tag zu Tag höher. Die Menschen müssten um Söhne, Brüder und Ehemänner trauern und seien zudem mit einem sinkenden Lebensstandard konfrontiert. Die Gesetzestexte für das Sanktionspaket müssen nun noch vom Ministerrat beschlossen werden. Dies gilt allerdings als Formalie. Das neue Sanktionspaket ist das 21. wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Das 20. trat im April in Kraft und zielte auch stark darauf ab, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl zu reduzieren. Zudem richtete es sich gegen Unternehmen mit Verbindungen zur russischen Rüstungsindustrie, Banken und andere Finanzdienstleister. Lesen Sie auch: Warum Putins Kriegswirtschaft schwächelt

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23. Juli
Die Welt (Politik)

EU-Staaten beschließen 21. Sanktionspaket gegen Russland – Fisch-Maßnahmen scheitern

EU-Staaten beschließen 21. Sanktionspaket gegen Russland – Fisch-Maßnahmen scheitern Die EU-Staaten haben sich auf ein neues Sanktionspaket gegen Russland verständigt. Sie sollen Russlands Öleinnahmen bremsen. Zugleich wurden Pläne für Fisch-Importverbote gekippt. Die EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf ein neues Sanktionspaket verständigt. Die Pläne sehen unter anderem weitere Maßnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten vor, wie EU-Diplomaten in Brüssel mitteilten. Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist geplant, die automatische Anpassung des sogenannten Ölpreisdeckels für zwölf Monate auszusetzen. Dieser müsste sonst wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus angehoben werden, was mehr Geld für Russland bedeuten würde. Der Ölpreisdeckel gilt für den Verkauf von russischem Öl in Drittstaaten wie Indien, China oder die Türkei und wurde 2022 gemeinsam mit den USA und Japan, Kanada und Großbritannien eingeführt. Um ihn durchzusetzen, werden Unternehmen Sanktionen angedroht, die am Transport von russischem Öl zu einem Preis oberhalb des Preisdeckels beteiligt sind. Die Regelung zielt zudem auf Reedereien ab, aber auch auf Unternehmen, die Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste anbieten. Der Einigung waren wochenlange schwierige Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten vorausgegangen. Mehrere Hauptstädte setzten dabei Abschwächungen oder Zugeständnisse zugunsten heimischer Unternehmen durch. Sie argumentierten unter anderem, die Sanktionen dürften in der EU keine größeren wirtschaftlichen Schäden verursachen als in Russland. Dabei zeigte sich ein grundsätzliches Dilemma: Angesichts der bereits sehr langen Liste von Strafmaßnahmen wird es immer schwieriger, weitere Sanktionen zu finden, die Russland spürbar treffen, zugleich aber vergleichsweise geringe Auswirkungen auf Unternehmen und Menschen in der EU und in Drittstaaten haben. Pläne für Fisch-Sanktionen vorerst gescheitert Ein Beispiel in dieser Sanktionsrunde waren Forderungen Griechenlands, das wegen Interessen heimischer Reedereien durchsetzte, dass ein Transportverbot für russisches Flüssigerdgas in Drittstaaten nicht ganz so umfassend realisiert wird wie geplant, weil Altverträge erst einmal außen vor bleiben. Zudem kommt ein von der EU-Kommission vorgeschlagene Einfuhrbeschränkung für Alaska-Seelachs aus Russland sowie ein Einfuhrverbot für Kabeljau nicht. Nach Angaben von EU-Diplomaten drangen Länder wie Deutschland, Portugal und Frankreich in den Verhandlungen auf eine Abschwächung der vorgesehenen Sanktionen. Weil auch Kompromissvorschläge keinen Konsens fanden, wurde der Vorschlag dann ganz gestrichen. Von den Diplomaten hieß es, Deutschland wäre bereit gewesen, einem Kompromiss zuzustimmen. Andere Mitgliedstaaten hätten aber noch weitergehende Forderungen gehabt. In der Bundesrepublik hatte vor allem der Kommissionsvorschlag für Bedenken gesorgt, die Einfuhr von Alaska-Seelachs aus Russland in die EU innerhalb von zwei Jahren um die Hälfte zu reduzieren. Angesichts des begrenzten Angebots hätte dies erhebliche Konsequenzen für Produzenten und Konsumenten von Fischstäbchen, Schlemmerfilets und anderen Tiefkühl-Fischgerichten haben können. Der Industrie hätten dabei Produktionseinschränkungen und den Konsumenten höhere Preise gedroht. In Deutschland stehen nach Angaben von Experten die größten Fischstäbchenfabriken der Welt. Auch das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt Patriarch Kirill wird vorerst nicht sanktioniert – vor allem auf Druck Bulgariens hin. Von der Leyen sieht Russland unter Druck Die Vorschläge für das Sanktionspaket waren Anfang Juni von der EU-Kommission vorgestellt worden. Es sieht auch Ausweitungen bei den Ausfuhrbeschränkungen für Güter und Technologien vor, die von Russlands Militärindustrie genutzt werden. Zudem sollen weitere Schiffe, Banken, Kryptofirmen und Ölhändler aus Russland und Unterstützerstaaten auf die Liste derjenigen Akteure kommen, mit denen Unternehmen aus der EU keine Geschäfte machen dürfen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte damals zu dem Vorstoß für die Visasperre gesagt, Europa solle für jeden verschlossen bleiben, der an der Invasion der Ukraine beteiligt sei. Zur derzeitigen Lage Russlands erklärte sie, vier Jahre nach Beginn der groß angelegten Invasion sei das Land eindeutig damit gescheitert, die Ukraine zu unterwerfen, und der Preis, den Russland zahle, werde von Tag zu Tag höher. Die Menschen müssten um Söhne, Brüder und Ehemänner trauern und seien zudem mit einem sinkenden Lebensstandard konfrontiert. Die Gesetzestexte für das Sanktionspaket müssen nun noch vom Ministerrat beschlossen werden. Dies gilt allerdings als Formalie. Das neue Sanktionspaket ist das 21. wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Das 20. trat im April in Kraft und zielte auch stark darauf ab, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl zu reduzieren. Zudem richtete es sich gegen Unternehmen mit Verbindungen zur russischen Rüstungsindustrie, Banken und andere Finanzdienstleister.

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