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Mittwoch, 5. August 2026
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Desinformation vor Landtagswahlen: Gefälschte Videos, erfundene Skandale

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5. August
taz (Öko & Co)

Desinformation vor Landtagswahlen: Gefälschte Videos, erfundene Skandale

Desinformation vor Landtagswahlen: Gefälschte Videos, erfundene Skandale In den sozialen Netzwerken versucht mutmaßlich Russland, die Wahlen im Herbst zu beeinflussen. Die Strategie sei bekannt, sagen Fachleute – aber nicht in dem Ausmaß. Die erfundenen Vorwürfe sind derart absurd, dass sie beinahe lustig wären – wenn die Sache nicht so ernst wäre: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner werde des versuchten Mordes an einem Tennisprofi verdächtigt, behauptet eine künstlich generierte Stimme in einem Video auf X. Der CDU-Politiker soll den Spieler mit einem Tennisschläger attackiert und auch noch dessen Bremsen am Auto manipuliert haben, geht das Märchen weiter. Am Ende heißt es: „Dieser Skandal wird die Position der CDU in den kommenden Wahlen schwächen.“ Der Clip ist gestaltet wie ein Beitrag der taz in den sozialen Medien – weiße Schrift, rot hinterlegt, taz-Logo. Und ist eine offensichtliche Fälschung. Die taz hat rechtliche Schritte eingeleitet. Aber die Masche hat System. Seit Wochen werden X, Bluesky und Tiktok mit Lügenvideos und Fake-News über Kandidat*innen für die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sowie die Kommunalwahl in Niedersachsen geflutet. Betroffen sind nach bisherigen Informationen alle etablierten Parteien – außer AfD und BSW. Die Videos sind allesamt in englischer Sprache, immer im Design seriöser Medien gehalten und erfinden Vorwürfe über namentlich genannte Politiker*innen. In Berlin sind neben Wegner auch alle Spitzenkandidaten betroffen: Stefan Evers (CDU), das Grünen-Duo Werner Graf und Bettina Jarasch, die Linke Elif Eralp und Steffen Krach (SPD) sowie weitere Abgeordnete und Kandidat*innen. Das geht aus Screenshots hervor, die der taz vorliegen. Eine neue Qualität „Die aktuelle Kampagne weist viele Muster auf, die bei der russischen Einflussoperation ‚Matrjoschka‘ seit Jahren beobachtet werden“, sagt Julia Smirnova vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie (Cemas). Die Forscherin analysiert bei dem Thinktank seit Langem Desinformationskampagnen wie diese. Auch in Moldau, Armenien, der Ukraine und Frankreich habe sie Versuche festgestellt, Politiker*innen mit gefälschten Videos mit Logos bekannter Medien zu diskreditieren. Aber die aktuelle Welle habe eine neue Qualität: „Neu ist das Ausmaß, in dem diese Strategie jetzt auch in Deutschland und bei Landtagswahlen, also auf regionaler Ebene, angewendet wird“, sagt Smirnova. Cemas hat Videos zu mehr als 40 Politiker*innen in den vier Bundesländern, in denen bald gewählt wird, dokumentiert. Der Fokus sei klar, betont sie: Konflikte anheizen, polarisierende Themen verbreiten und Spaltungen vertiefen – etwa zwischen Ost- und Westdeutschland. Tatsächlich läuft die aktuelle Kampagne mindestens seit Ende Juni, wie Recherchen der Zeit, des Spiegel und der Deutschen Welle zeigen. Es ging los mit gefälschten Titelseiten deutscher Zeitungen. Dann kamen die Videos, zunächst oft mit erfundenen Korruptionsvorwürfen. Mit der Zeit wurden die Verleumdungen immer heftiger: Mord, Missbrauch, Menschenhandel. Aufmerksamkeit, egal wie Die Inhalte landen zunächst bei Telegram und auf prorussischen Plattformen. Später werden sie von sogenannten Seed-Accounts in Netzwerken wie X gepostet. „Seeder“ sind Fake-Konten, die oft Jahre inaktiv waren – und auf einen Schlag wieder in Erscheinung treten. Auffällig ist dabei, dass diese nur werktags operieren, was dafür spricht, dass sie menschlich gesteuert sind. Diese ersten Postings werden dann von automatisierten Accounts massenhaft repostet. Anschließend streuen sogenannte Quoter die Inhalte gezielt als Antworten unter Beiträgen von Medien, Politiker*innen oder anderen öffentlichen Figuren. Das Ziel: mit allen Mitteln Aufmerksamkeit generieren – auch wenn das bedeutet, dass die Falschbehauptung entlarvt wird. Dieses Kalkül von maximaler Reichweite dürfte auch der Grund sein, weshalb die Postings auf Englisch verfasst sind. Inzwischen richten sich die Fake-News-Schleudern zum Teil sogar direkt an Fact-Checker, damit diese die Behauptung zwar entkräften, aber gleichzeitig die Erzählung weiterverbreiten. Julia Smirnova, Cemas Es gebe keine öffentlich bekannten Details dazu, welche Organisation oder Unternehmen konkret hinter der Kampagne stecken könnte, sagt Smirnova. Aber: „Der Verlauf spricht dafür, dass sie im Auftrag des russischen Staates betrieben wird.“ Darauf deuten auch sprachliche Fehler in einigen Postings hin, die auf eine Übersetzung aus dem Russischen zurückzuführen sind. Auch die deutschen Behörden sind überzeugt, dass Russland dahintersteckt. Die Kampagne reihe sich in die hybride Bedrohung durch Russland ein, der sich Deutschland ausgesetzt sieht, hieß es am Dienstag aus Sicherheitskreisen. Dahinter stehe „ein ganzes Ökosystem der Desinformation mit staatlichen und nicht staatlichen Akteuren“. Es gehe um eine langfristige Strategie. Russland versucht seit Jahren, die öffentliche Meinung in Deutschland zu beeinflussen – vor allem mit der Absicht, die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen. Vor Wahlen wird Propaganda verbreitet, die der AfD und dem BSW nutzt beziehungsweise allen anderen Parteien schadet. Die Wahlen im Herbst sind für die politische Führung in Russland von besonderem Interesse. Zum einen gelten sie als Stimmungstest für die Bundesregierung, zum anderen ist in Sachsen-Anhalt erstmals eine AfD-Alleinregierung möglich. Die aktuelle Kampagne zielt vermutlich auch deshalb hauptsächlich auf Sachsen-Anhalt. Stephan Bröchler, Landeswahlleiter Zweifelhaft, dass die Botschaften verfangen Aber verfangen diese abstrusen Geschichten und KI-Filmchen überhaupt? Cemas-Analystin Smirnova hat Zweifel. „Wir haben keine Hinweise darauf, dass die Kampagne wirklich wirkt“, sagt sie. Die Posts der Seed-Accounts hätten jeweils rund 200 bis 300 Reposts und 90.000 bis 189.000 Views. Das bedeute allerdings nicht, dass besonders viele Menschen sie gesehen hätten – die Reposts und Views kämen zu großen Teilen von nichtauthentischen Accounts, betont Smirnova. Trotzdem will man in Berlin wachsam bleiben. „Desinformation über soziale Medien hat im Vergleich zu früheren Wahlen eine neue Dimension erreicht“, sagt Landeswahlleiter Stephan Bröchler zur taz. Deshalb setze man auf ein gemeinsames Vorgehen von staatlichen Stellen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um Desinformation frühzeitig zu erkennen und einzudämmen. Bröchler verweist unter anderem auf die Internetanwendung „Gretchen AI“, die noch im August fertig werden soll. Sie ermöglicht Nutzer*innen selbst zu prüfen, ob Social-Media-Beiträge Fälschungen sind. Auch die demokratischen Parteien in Berlin nehmen das Thema ernst. „Wir haben all unsere Wahlkämpfenden darauf vorbereitet und gebeten, hier wachsam zu sein“, heißt es etwa von den Grünen. „Wir werden jedes Fake-Video sofort melden und löschen lassen. Strafrechtlich relevante Angriffe bringen wir konsequent zur Anzeige.“ Die Linke erklärt, man kenne die Posts und stehe regelmäßig im Austausch mit dem Landeskriminalamt. BSW und FDP betonen, man sei für das Thema sensibilisiert, habe aber keine Kenntnis von entsprechenden Vorfällen. Von SPD und CDU kam bis Redaktionsschluss keine Rückmeldung. Die AfD wiederum sieht sich nicht als Opfer ausländischer Bots und Agenten, sondern von Propaganda, die „von linken NGOs und staatsnahen Organisationen aus dem Inland“ erstellt werde. Julia Smirnova warnt, dass in den kommenden Wochen weitere Kampagnen verbreitet werden. Landeswahlleiter Bröchler will deshalb die großen Social-Media-Plattformen zu einem Austausch einladen. „Ziel ist es, gemeinsam Wege zu finden, Desinformationskampagnen frühzeitig zu erkennen und ihre Verbreitung zu begrenzen“, kündigt er an. Bislang löschen Bluesky und Tiktok zwar recht zuverlässig Lügenvideos und sperren Accounts, bei X hingegen sind die Inhalte oft lange online. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? 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5. August
ZDF heute

Russische Fake-Videos nehmen Landespolitiker ins Visier

"Matrjoschka"-Kampagne erfindet Morde:Russische Fake-Videos nehmen Landespolitiker ins Visier von Nils Metzger Behörden warnen vor neuen russischen Fake-Kampagnen rund um die Landtagswahlen. Kandidaten werden erfundene Mordfälle angehängt. Geleakte Daten geben Einblicke in die Strategie. Es ist nicht neu, dass Russland versucht, mit erfundenen Meldungen und Videos Einfluss auf Wahlen in Deutschland zu nehmen. Die sogenannte "Doppelgänger-Kampagne", bei der echte Nachrichtenseiten kopiert und mit Falschbehauptungen versehen werden, läuft seit mehreren Jahren. Russische Desinformationskampagnen diskreditieren wohl gezielt Politiker. ZDF-Korrespondent Andreas Kynast mit einer Einordnung. 05.08.2026 | 1:14 minDoch statt Friedrich Merz und anderen Top-Politikern hat eine neue Kampagne auch unbekanntere Kandidaten im Fokus. Seit Juni tauchen in sozialen Netzwerken Videos und Artikel auf, die vor allem deutsche Landespolitiker verleumden. Behörden sprechen von der sogenannten "Matrjoschka-Kampagne". Am Flughafen Leipzig/Halle ist ein Frachtflugzeug kurz nach dem Start mit einem unbekannten Flugobjekt zusammengestoßen. Der gesamte Flugbetrieb war stundenlang blockiert. 05.08.2026 | 1:11 minHintergrund sind die anstehenden Landtagswahlen in Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Betroffen ist etwa der Kandidat der Linken, Eric Stehr, der für den Landtag in Sachsen-Anhalt im Wahlkreis Lützen, Teuchern und Weißenfels antritt. Solche und andere Fake-Videos wurden von anonymen Accounts im Netz über den Linken-Kandidaten Eric Stehr verbreitet. Linken-Politiker Stehr: Vorwürfe "so absurd" In verschiedenen Videos, die mit Logos von Medien wie der "FAZ" oder "Spiegel TV" versehen sind, wird Stehr beschuldigt, Morde begangen zu haben, oder Sexpartys zu organisieren. Im ZDF schildert Stehr, wie er diese Kampagne gegen sich erlebt: "Ich soll ein Webcam-Model ermordet haben, mit dem mein Freund oder meine Freundin - es wurde beides genannt - fremdgegangen sei." Der erste Fall, da wurde ich von einem Abgeordneten aus dem Landtag angesprochen, dass es ein Video über mich gibt. Da war ich erstmal sehr verunsichert. Eric Stehr, Die Linke Anfangs sei noch die Sorge gewesen, dass das den Wahlkampf beeinflussen könnte, aber die Vorwürfe seien "so absurd". "Das verfängt sich, glaube ich, nicht bei den Wählerinnen und Wählern", ist Stehr überzeugt. Dennoch versuche die Kampagne, einen psychisch zu belasten und vom Wahlkampf abzulenken. Warum ausgerechnet er Ziel wurde, könne sich Stehr nicht erklären. Er zeige die Fälle an, aber: "Eine Anzeige ist eher was für die Statistik, nicht dass da jemand verhaftet wird." Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen "passt ins Schema der russischen hybriden Angriffe gegen Deutschland", sagt Sicherheitsexperte Nico Lange bei phoenix. 05.08.2026 | 8:21 minAuch anderen Kandidaten werden falsche Gerüchte zu angeblichen Suchterkrankungen oder Korruption angehängt. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ist ebenfalls Ziel von Videos. Dem ZDF sagte sie am Mittwoch: Ich gehe davon aus, dass die Sicherheitsbehörden das unter Kontrolle haben, das beobachten und dass da, wo Desinformationen laufen, wo Deepfakes laufen, dass dagegen auch rechtlich vorgegangen wird. Manuela Schwesig, SPD In der vergangenen Nacht wurde am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff ausgestattete Drohne gefunden. ZDFheute live analysiert, wie sicher unsere Flughäfen sind. 05.08.2026 | 18:47 minBehörden sehen begrenzte Reichweite der Kampagne In Sicherheitskreisen in Berlin beobachtet man die Matrjoschka-Kampagne genau. Dass nicht mehr nur Spitzenpolitiker Ziel werden, sei eine neue Entwicklung, heißt es aus den Behörden. Es betreffe ausschließlich Politiker von Parteien, die Russland kritisch gegenüberstehen. Die Kampagne sei "rein destruktiv", so Behördenvertreter. Bei der Verbreitung greife Russland auf ein etabliertes Bot-Netzwerk zurück, das auch bei anderen Kampagnen zum Einsatz komme. Die meisten der Posts hätten 100.000 bis 120.000 Views - wobei unklar sei, wie viele dieser Views echt oder durch das Netzwerk selbst künstlich erzeugt seien. Dazu muss man sagen, dass diese Kampagne aktuell im Netz keine große Reichweite erzielt. Das ist natürlich keine Entwarnung oder Ähnliches. Sprecher des Bundesinnenministeriums Wer steckt hinter der "Doppelgänger"-Kampagne? Ein Hacker enttarnt Desinformations-Netzwerk. 12.02.2026 | 3:12 minLeak gibt Einblick in russische Strategie Im Mai veröffentlichten Aktivisten Hunderte Seiten an Dokumenten und Screenshots einer schon länger bekannten russischen Desinformationsfabrik mit dem Namen "Social Design Agency" (SDA). Darin werden vergangene Aktionen und künftige Strategien beschrieben. Deutsche Behörden stufen das Leak als authentisch ein. Thematisiert werden darin Kampagnen zur Wahlbeeinflussung und Aktionen unter falscher Flagge. SDA-Mitarbeiter beschreiben dort etwa, wie in ihrem Auftrag Schweineköpfe vor Moscheen in Frankreich abgelegt wurden. Auch die anfänglich Klimaaktivisten zugeordneten Beschädigungen mit Bauschaum an Hunderten Fahrzeugen in Berlin im Dezember 2024 werden im Leak positiv erwähnt. Dass westliche Medien, insbesondere Faktenchecks, von ihnen erstellte Fake-Videos widerlegen, stuft das SDA dabei durchaus als Erfolg ein, da man so russischen Einfluss vergrößere und sich betroffene Politiker oft auch zu den erfundenen Aussagen äußern würden. Cyberangriffe, Desinformation, Spionage: Solche verdeckten Attacken nehmen zu. Ein neues gemeinsames Zentrum von Polizei und Nachrichtendiensten soll sie schneller erkennen und abwehren. 16.06.2026 | 2:35 min"Selbst wenn die Kampagne aufgedeckt wird, feiern die Desinformationsakteure sich selbst", betont die Expertin Julia Smirnova vom Institut Cemas gegenüber ZDFheute. All das zahle auf das "strategische Ziel Russlands ein, Deutschland zu destabilisieren". Mit solchen Kampagnen versucht Russland, Verunsicherung zu stiften, und Kandidat*innen demokratischer Parteien zu diskreditieren. Es soll ein Eindruck entstehen, dass Politiker*innen aller demokratischen Parteien angeblich korrupt sind. Julia Smirnova, Cemas Mit Blick auf die Landtagswahlen versuche die Kampagne aktuell, besonders die angebliche Spaltung von Ost- und Westdeutschland aufzugreifen, so Smirnova. Etwa werden erfundene Zitate westdeutscher Politiker über Menschen in Ostdeutschland verbreitet. Mehr zu prorussischer Desinformation - FaktencheckBrandschäden am Weltkulturerbe in Kiew:Nein, der Angriff auf das Höhlenkloster war nicht inszeniertvon Oliver Kleinmit Video0:18 - FaktencheckUS-Geheimdienst-Chefin postet Dokumente:Biolabore in der Ukraine: Was steckt hinter der Aufregung?von Katja Belousova, Nils Metzgermit Video2:26 - FaktencheckPropaganda gegen ukrainischen Minister:Nein, vom Ukraine-Geld der EU wurde keine Luxusjacht gekauftvon Oliver Kleinmit Video2:24 - FaktencheckSpur des Clips führt nach Russland:Fake-Video schürt Angst vor Ausreiseverbot durch Bundeswehrvon Oliver Klein und Nils Metzgermit Video3:12

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5. August
Die Zeit (Politik)

Hybride Kriegsführung: Russland verbreitet gezielt Desinformationen zu Landtagswahlen

Deutsche Sicherheitsbehörden beobachten russische Versuche der Einflussnahme auf die Landtagswahlen im September durch gezielte Desinformationskampagnen. Entsprechende Videos versuchten, Politikerinnen, Politiker und Parteien zu diskreditieren, die nicht russlandfreundlich seien, hieß es aus Sicherheitskreisen. Betroffen seien alle Parteien – bis auf die AfD und das BSW. Nach Darstellung des stellvertretenden Regierungssprechers Sebastian Hille zeigen die Aktionen, wie sich die Sicherheitslage in den vergangenen Jahren verändert und auch in den Medienbereich hineinverlagert habe. Der beste Schutz gegen solche Versuche der Einflussnahme sei »eine resiliente Bevölkerung mit einer Medienkompetenz, die hinterfragt, die nicht das, was man da in die Timeline gespült kriegt, als bare Münze nimmt, sondern die kritisch bleibt«. Schwesig zieht Vergleich zu AfD-Kampagne Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), mahnte erhöhte Wachsamkeit an. Wichtig sei »zuallererst, dass darüber berichtet wird, dass die Menschen wissen, dass es so etwas gibt«, sagte Schwesig dem Sender Welt TV. Die Sicherheitsbehörden in ihrem Bundesland seien »wachsam«, und entsprechende Aktivitäten würden »geprüft«. Schwesig zog in dem Zusammenhang auch Vergleiche mit AfD-Kampagnen: »Ich habe es ja selber schon erlebt, dass auch in einer Stufe davor zum Beispiel die AfD KI-generierte Dinge postet in den sozialen Medien, die verächtlich machen, die die Dinge falsch darstellen. Und damit haben wir natürlich zu kämpfen.« Falsche Logos von deutschen Medienhäusern Diese Videos gibt es in einer niedrigen dreistelligen Zahl, hieß es aus Sicherheitskreisen. Sie seien mit den Logos deutscher Medienhäuser versehen, um eine hohe Glaubwürdigkeit vorzutäuschen. Verbreitet würden sie etwa über die Plattform X. Dort seien viele von ihnen aber auch schon wieder gelöscht worden. Dem Bundesinnenministerium zufolge erzielen die Videos im Netz derzeit keine große Reichweite. Sie seien aber »weder harmlos noch ungefährlich«, sagte ein Sprecher in der Bundespressekonferenz. Bewusste Spaltung von Ost und West Die russischen Akteure versuchten bei ihrer Kampagne nach Beobachtungen der Sicherheitsbehörden zunächst, Ost und West zu spalten – etwa mit der Behauptung, Kinder aus dem Osten würden im Westen an Schulen gemobbt. Daran habe sich der Versuch angeschlossen, örtliche Politiker zu diskreditieren, etwa indem sie fälschlicherweise beschuldigt worden seien, Gelder veruntreut oder Sexualstraftaten begangen zu haben. Diese Desinformationsaktionen gehörten zur Operation »Matrjoschka«, die man schon bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr beobachtet habe. Im September werden in Sachsen-Anhalt sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin neue Landesparlamente gewählt. Nach Angaben des Auswärtigen Amts reihen sich solche Aktionen in die hybride Bedrohung durch Russland ein, der sich Deutschland ausgesetzt sieht. Dahinter steht demnach ein ganzes System der Desinformation mit staatlichen und nicht staatlichen Akteuren mit einer langfristigen Strategie. Kurzfristig würden alle Anlässe genutzt, um die Gesellschaft in Deutschland zu spalten und zu polarisieren. Die Methoden entwickelten sich ständig weiter, etwa durch die Nutzung künstlicher Intelligenz.

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5. August
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Desinformation: Russische Einflussversuche auf Wahlen im Herbst beobachtet

Deutsche Sicherheitsbehörden beobachten russische Versuche der Einflussnahme durch gezielte Desinformationskampagnen auf die Landtagswahlen im September. Mit entsprechenden Videos werde versucht, Politiker und Parteien zu diskreditieren, die nicht russlandfreundlich seien, hieß es aus Sicherheitskreisen. Betroffen seien alle Parteien bis auf die AfD und das BSW. Diese Videos gibt es den Angaben zufolge in einer niedrigen dreistelligen Zahl. Sie seien mit den Logos deutscher Medienhäuser versehen, um ihnen möglichst Glaubwürdigkeit zu verleihen. Verbreitet würden sie etwa über die Plattform X. Dort seien viele von ihnen aber auch schon wieder gelöscht worden. Diese Desinformationsaktionen gehörten zur Operation „Matrjoschka“, die man schon bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr beobachtet habe. Die SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Instagram angereichert Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Instagram angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz. Ob die Kampagnen Erfolg hätten, sei aber unklar. Die Videos würden meist in englischer Sprache verbreitet. Warum dies so sei, erschließe sich den Behörden nicht. Für die Sicherheitsbehörden ist klar, dass die Kampagnen gezielt und zentral aus Russland gesteuert werden. Das Land bediene sich dabei einer ganzen Reihe von Firmen, die die Desinformationen umsetzen. Russland nutze dabei aber nicht allein die sozialen Medien. So seien im Zentrum von Berlin Beton-Elemente mit Inschriften wie „Ich warte immer noch auf meine Rente“ gefunden worden, was ebenfalls Russland oder Helfern zugeordnet werde. Nach den Beobachtungen der Sicherheitsbehörden versuchten die russischen Akteure zunächst, Ost und West zu spalten – etwa mit der Behauptung, Kinder aus Ostdeutschland würden im Westen an Schulen gemobbt. Daran habe sich der Versuch angeschlossen, örtliche Politiker zu diskreditieren, etwa indem fälschlicherweise behauptet worden sei, sie hätten Geld veruntreut oder Sexualstraftaten begangen. Nach Angaben aus Regierungskreisen reihen sich solche Aktionen in die hybride Bedrohung durch Russland ein, der sich Deutschland ausgesetzt sieht. Dahinter stehe ein ganzes Ökosystem der Desinformation mit staatlichen und nicht staatlichen Akteuren. Es gehe um eine langfristige Strategie. Kurzfristig würden alle Anlässe genutzt, um die Gesellschaft in Deutschland zu spalten und zu polarisieren. Die Methoden entwickelten sich ständig weiter, etwa durch die Nutzung künstlicher Intelligenz. Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt, am 20. September sind dann die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin zur Wahl aufgerufen. Bei allen Abstimmungen wird mit einem starken Zuwachs der AfD gerechnet. In Sachsen-Anhalt liegt die Partei in Umfragen bei 40 Prozent, sodass zumindest eine Regierungsbeteiligung greifbar ist. Die AfD äußert sich immer wieder russlandfreundlich und kritisiert die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine.

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5. August
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Desinformation: Russische Einflussversuche auf Wahlen im Herbst beobachtet

Deutsche Sicherheitsbehörden beobachten russische Versuche der Einflussnahme durch gezielte Desinformationskampagnen auf die Landtagswahlen im September. Entsprechende Videos versuchten, Politiker und Parteien zu diskreditieren, die nicht russlandfreundlich seien, hieß es aus Sicherheitskreisen. Betroffen seien alle Parteien bis auf die AfD und das BSW. Diese Videos gibt es den Angaben zufolge in einer niedrigen dreistelligen Zahl. Sie seien mit den Logos deutscher Medienhäuser versehen, um ihnen möglichst Glaubwürdigkeit zu verleihen. Verbreitet würden sie etwa über die Plattform X. Dort seien viele von ihnen aber auch schon wieder gelöscht worden. Diese Desinformationsaktionen gehörten zur Operation „Matrjoschka“, die man schon bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr beobachtet habe. Die SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Instagram angereichert Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Instagram angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz. Ob die Kampagnen Erfolg hätten, sei aber unklar. Die Videos würden meist in englischer Sprache verbreitet. Warum dies so sei, erschließe sich den Behörden nicht. Für die Sicherheitsbehörden ist klar, dass die Kampagnen gezielt und zentral aus Russland gesteuert werden. Das Land bediene sich dabei einer ganzen Reihe von Firmen, die die Desinformationen umsetzen. Russland nutze dabei aber nicht allein die sozialen Medien. So seien im Zentrum von Berlin Beton-Elemente mit Inschriften wie „Ich warte immer noch auf meine Rente“ gefunden worden, was ebenfalls Russland oder Helfern zugeordnet werde. Nach den Beobachtungen der Sicherheitsbehörden versuchten die russischen Akteure zunächst, Ost und West zu spalten – etwa mit der Behauptung, Kinder aus Ostdeutschland würden im Westen an Schulen gemobbt. Daran habe sich der Versuch angeschlossen, örtliche Politiker zu diskreditieren, etwa indem fälschlicherweise behauptet worden sei, sie hätten Gelder veruntreut oder Sexualstraftaten begangen. Nach Angaben aus Regierungskreisen reihen sich solche Aktionen in die hybride Bedrohung durch Russland ein, der sich Deutschland ausgesetzt sieht. Dahinter stehe ein ganzes Ökosystem der Desinformation mit staatlichen und nicht staatlichen Akteuren. Es gehe um eine langfristige Strategie. Kurzfristig würden alle Anlässe genutzt, um die Gesellschaft in Deutschland zu spalten und zu polarisieren. Die Methoden entwickelten sich ständig weiter, etwa durch die Nutzung künstlicher Intelligenz. Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt, am 20. September sind dann die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin zur Wahl aufgerufen. Bei allen Abstimmungen wird mit einem starken Zuwachs der AfD gerechnet. In Sachsen-Anhalt liegt die Partei in Umfragen bei 40 Prozent, sodass zumindest eine Regierungsbeteiligung greifbar ist. Die AfD äußert sich immer wieder russlandfreundlich und kritisiert die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine.

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5. August
Der Spiegel (Politik)

Russland verstärkt vor Landtagswahlen offenbar Desinformation

Warnung deutscher Sicherheitsbehörden Russland verstärkt vor Landtagswahlen offenbar Desinformation Russland hat seine Desfinformations-Kampagne vor den Landtagswahlen im September nach Angaben aus Sicherheitskreisen erheblich verstärkt. Die Kampagnen zielten auf die Diffamierung von CDU, SPD, Grünen und FDP und sollten das politische Klima weiter polarisieren, hieß es am Dienstag aus Kreisen der Behörden. Dabei würden soziale Netzwerke genutzt und auch gezielt auf kommunaler Ebene versucht, Einfluss zu nehmen. So würden gezielt Videos gepostet, die etwa über Logos den Eindruck erwecken sollten, sie kämen von renommierten Medien wie BBC oder ARD. Dabei sollten lokale Politiker mit Vorwürfen der Veruntreuung von Geld etwa für ein Tierheim bis hin zu sexuellen Belästigungen und Missbrauch diskreditiert werden. Ob die Kampagnen Erfolg hätten, sei aber unklar. Die Videos würden meist in englischer Sprache verbreitet. Warum dies so sei, erschließe sich den Behörden nicht. »Ich warte immer noch auf meine Rente« Im September wird in Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Bei allen Abstimmungen wird mit einem starken Zuwachs der AfD gerechnet. In Sachsen-Anhalt liegt die Partei in Umfragen bei 40 Prozent, sodass zumindest eine Regierungsbeteiligung greifbar ist. Die AfD äußert sich immer wieder russlandfreundlich und kritisiert die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine. Für die Sicherheitsbehörden ist klar, dass die Kampagnen gezielt und zentral aus Russland gesteuert werden. Das Land bediene sich dabei einer ganzen Reihe von Firmen, die die Desinformationen umsetzen. Russland nutze dabei aber nicht allein die sozialen Medien. So seien im Zentrum von Berlin Beton-Elemente mit Inschriften wie »Ich warte immer noch auf meine Rente« gefunden worden, was ebenfalls Russland oder Helfern zugeordnet werde. Vor knapp zwei Wochen hatte bereits die «Zeit» über die Desinformationskampagne vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus berichtet . Auf der Plattform X seien diverse Videos mit falschen Behauptungen über Kandidaten gepostet worden, die deren Glaubwürdigkeit erschüttern sollen. Nach Recherchen des Blatts sind mindestens acht Berliner Politiker, darunter die Spitzenkandidaten von CDU, SPD, Grünen und Linken betroffen. Um echt zu wirken, enthalten die Posts Logos großer deutscher Medienmarken. Zudem seien sie auf Englisch verfasst. Klare Hinweise auf das russische Ziel der Wahlbeeinflussung hatte es zuletzt im Juni vor der Parlamentswahl in Armenien gegeben. Dort seien entsprechende Dokumente mit Planungen russischer Stellen öffentlich geworden, erklärten die deutschen Sicherheitsbehörden. Zudem treibe Russland ein Projekt voran, um das Internet-Lexikon Wikipedia zu klonen. Offenkundig sollten die Seiten bei Internetsuchen leichter als die original Wikipedia-Artikel gefunden werden. Konkrete Fehlinformationen in den Texten, auch in deutscher Sprache, hätten die Sicherheitsbehörden bislang nicht entdeckt. Allerdings habe es teils Links zu Seiten gegeben, in denen der Westen und Deutschland diskreditiert werde. Das Projekt befinde sich vermutlich noch im Aufbau. Mit einer groß angelegten Einflussoperation versuchen ausländische Akteure, Ost- und Westdeutsche gegeneinander aufzuhetzen. Es ist nicht die erste Kampagne der Operation »Matrjoschka«

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