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Freitag, 14. August 2026
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Die AfD kann in Sachsen-Anhalt noch gestoppt werden

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14. August
taz (Öko & Co)

Schutz von Institutionen: Bundesrat sieht sich für AfD-Regierung gewappnet

Schutz von Institutionen: Bundesrat sieht sich für AfD-Regierung gewappnet Im Bundestag fällt die AfD ständig negativ auf. Könnte das auch im Bundesrat geschehen? Der Chef der Ländervertretung bleibt gelassen. dpa | Der Bundesrat sieht sich gut gerüstet für den Fall, dass nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September die AfD erstmals einen Ministerpräsidenten stellen sollte. „Das würde man natürlich politisch spüren. Aber Störmöglichkeiten, etwa den Geschäftsgang zu verzögern, die Entscheidungsfindung zum Entgleisen zu bringen, die sehe ich nicht wirklich“, sagte Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zugleich betonte er: „Meine feste Überzeugung ist, dass am Ende die demokratischen Kräfte die Nase vorn haben werden und dass es keinen AfD-Ministerpräsidenten geben wird. Aber dafür müssen wir hart arbeiten.“ Die AfD liegt in Sachsen-Anhalt in den Meinungsumfragen weit vor der CDU, die mit Sven Schulze derzeit den Ministerpräsidenten stellt. Der Verfassungsschutz stuft sie in dem Land als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. „Der Bundesrat ist insgesamt von seiner Geschäftsordnung und seinen Verfahrensregeln her gut darauf vorbereitet, dass einzelne Mitglieder nicht auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen“, sagte Bovenschulte. „Wir haben schon 2025 unsere Geschäftsordnung angepasst und manche Regelungen eingeführt, die uns in Zukunft helfen, wenn die Auseinandersetzungen vielleicht auch etwas härter werden“, erläuterte der Bundesratspräsident. „Das hatte aber gar nichts mit der AfD zu tun, das war nach mehr als 30 Jahren einfach überfällig.“ Kein Applaus für niemand In der von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommenen Änderung seiner Geschäftsordnung hatte der Bundesrat erstmals festgelegt, dass sein Präsident und die beiden Stellvertreter mit Zweidrittelmehrheit abberufen werden können. Gleiches gilt nun auch für Ausschussvorsitzende. Und musste der Bundesrat bis dahin einberufen werden, wenn nur ein einziges Land dies verlangte, sind nun mindestens zwei Länder für außerplanmäßige Sitzungen notwendig. Außerdem galt bis dahin, dass der nach Lebensjahren älteste Regierungschef die Sitzung der Länderkammer leitet, wenn alle Mitglieder des Präsidiums gleichzeitig verhindert sein sollten. Jetzt übernimmt dies die Regierungschefin oder der Regierungschef, die oder der dem Bundesrat am längsten angehört. Dies verhindert auf absehbare Zeit, dass ein AfD-Politiker diese Gelegenheit bekommt. Im Bundestag sind mit dem Einzug der AfD die Debatten hitziger geworden. Die Zahl der Ordnungsrufe hat stark zugenommen, manche AfD-Abgeordnete sammeln sie wie Trophäen. Eine derartige Entwicklung würde dem Bundesrat nach Bovenschultes Einschätzung nicht drohen. „Der Bundesrat ist vielleicht das Gremium, in dem sich atmosphärisch am wenigsten ändern würde.“ Die Debatten in der Länderkammer hätten ja einen spezifischen Charakter. „Zum Beispiel gibt es keinen Applaus, es gibt weder Beifalls- noch Missfallensbekundungen.“ Insofern müsse man sich den Bundesrat schon als ein sehr sachorientiertes und nach strengen Regeln vorgehendes Verfassungsorgan vorstellen – „in dem jetzt – wenn ich das mal ganz vorsichtig ausdrücken darf – die leidenschaftliche politische Debatte vielleicht nicht gerade erfunden wurde“, sagte Bovenschulte. Einzelne AfD-Landesregierung hätte kaum Einfluss Sachsen-Anhalt verfügt im Bundesrat über 4 der 69 Stimmen – und hat damit ohnehin keine Möglichkeiten, um beispielsweise bundespolitische Vorhaben zu blockieren oder eigene Initiativen durchzudrücken. Das Land bräuchte dafür in jedem Fall Verbündete, die es aber unter den anderen Landesregierungen absehbar nicht finden wird. Ähnlich wie die AfD-Fraktion im Bundestag dürfte auch eine AfD-Landesregierung im Bundesrat weitgehend isoliert sein. Den meisten Einfluss und die größte Außenwirkung hat ein Land, wenn es im Bundesrat – wie momentan Bremen – die Präsidentschaft hat. Der Bundesratspräsident vertritt den Bundespräsidenten, wenn dieser auf Auslandsreisen, im Urlaub oder krank ist. Die Präsidentschaft wechselt jedes Jahr im Herbst nach einem festen Rhythmus. Sachsen-Anhalt kommt erst wieder 2036 dran. Eine AfD-Landesregierung bekäme auf diesem Weg also ein Jahrzehnt lang keine erweiterten Einflussmöglichkeiten. Anders sieht es allerdings im wichtigen Gremium der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) aus. Hier übernimmt Sachsen-Anhalt in diesem Herbst turnusmäßig den Vorsitz. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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14. August
Der Spiegel (Politik)

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Bundesrat sieht sich gewappnet für mögliche AfD-Regierung

Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt Bundesrat sieht sich gewappnet für mögliche AfD-Regierung Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte die AfD erstmals einen Ministerpräsidenten stellen. Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte (SPD) gibt sich gelassen. Er hält den Bundesrat gut gewappnet für ein solches Szenario. »Das würde man natürlich politisch spüren. Aber Störmöglichkeiten, etwa den Geschäftsgang zu verzögern, die Entscheidungsfindung zum Entgleisen zu bringen, die sehe ich nicht wirklich«, sagte er der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Zugleich blickt Bovenschulte mit Zuversicht auf die Abstimmung am 6. September. »Meine feste Überzeugung ist, dass am Ende die demokratischen Kräfte die Nase vorn haben werden und dass es keinen AfD-Ministerpräsidenten geben wird«, sagte er. »Aber dafür müssen wir hart arbeiten.« Dafür müssten die Wählerinnen und Wähler gewonnen und überzeugt werden, sagte der SPD-Politiker, der auch Regierungschef im Land Bremen ist. »Das ist nichts, was von allein kommt. Das zeigt ein Blick auf die Umfragen.« Umfragen sehen AfD weit vor CDU In Meinungsumfragen liegt die AfD in Sachsen-Anhalt weit vor der CDU, die mit Sven Schulze momentan den Ministerpräsidenten stellt. Man müsse mit der AfD klar und deutlich die Auseinandersetzung suchen und die Alternativen aufzeigen, sagte Bovenschulte. »Dann wird sich die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler für eine demokratische Alternative entscheiden.« - 2 Min - 19 Min - Vor den Landtagswahlen: Wie sich die AfD als neue Arbeiterpartei inszeniertVon Christian Reiermann13 Min13 Min Sollte es dennoch anders kommen, hält Bovenschulte den Bundesrat für gut gewappnet. »Der Bundesrat ist insgesamt von seiner Geschäftsordnung und seinen Verfahrensregeln her gut darauf vorbereitet, dass einzelne Mitglieder nicht auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen«, sagte er. Die AfD in Sachsen-Anhalt war 2023 vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft worden. »Wir haben schon 2025 unsere Geschäftsordnung angepasst und manche Regelungen eingeführt, die uns in Zukunft helfen, wenn die Auseinandersetzungen vielleicht auch etwas härter werden«, so der Bundesratspräsident. »Das hatte aber gar nichts mit der AfD zu tun, das war nach mehr als 30 Jahren einfach überfällig.« Die Änderungen legen fest, dass ein Bundesratspräsident und seine beiden Stellvertreter mit Zweidrittelmehrheit abberufen werden können. Das Gleiche gilt auch für Ausschussvorsitzende. Für außerplanmäßige Sitzungen sind außerdem mindestens zwei Länder notwendig, die diese verlangen. Der nach Lebensjahren älteste Regierungschef leitete zudem bisher die Sitzung der Länderkammer, wenn alle Mitglieder des Präsidiums gleichzeitig verhindert sein sollten. Ab jetzt übernimmt dies der Regierungschef oder die Regierungschefin, der oder die dem Bundesrat am längsten angehört. Auf absehbare Zeit ist es damit nicht möglich, dass ein AfD-Politiker diese Rolle übernimmt. Keine Möglichkeit, bundespolitische Vorhaben zu blockieren Im Bundestag sind mit dem Einzug der AfD die Debatten hitziger geworden. Die Zahl der Ordnungsrufe hat stark zugenommen. Eine derartige Entwicklung würde dem Bundesrat nach Bovenschultes Einschätzung nicht drohen. »Der Bundesrat ist vielleicht das Gremium, in dem sich atmosphärisch am wenigsten ändern würde.« Die Debatten in der Länderkammer hätten ja einen spezifischen Charakter. »Zum Beispiel gibt es keinen Applaus, es gibt weder Beifalls- noch Missfallensbekundungen.« Sachsen-Anhalt verfügt im Bundesrat über 4 der 69 Stimmen – und hat damit ohnehin keine Möglichkeiten, um beispielsweise bundespolitische Vorhaben zu blockieren oder eigene Initiativen durchzudrücken. Das Land bräuchte dafür in jedem Fall Verbündete, die es aber unter den anderen Landesregierungen absehbar nicht finden wird. Ähnlich wie die AfD-Fraktion im Bundestag dürfte auch eine AfD-Landesregierung im Bundesrat weitgehend isoliert sein. Lesen Sie hier mehr zum Thema: AfD-Spitzenpolitiker Ulrich Siegmund will sich in Sachsen-Anhalt an die Macht lächeln. Hinter ihm: ein rechtsextremes Netzwerk und Personal, das selbst der eigenen Parteispitze Angst macht. Die SPIEGEL-Titelstory.

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14. August
Die Zeit (Politik)

AfD in Sachsen-Anhalt: Bundesrat sieht sich für mögliche AfD-Landesregierung gut gerüstet

Für den Fall, dass die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September erstmals einen Ministerpräsidenten stellen sollte, fühlt sich der Bundesrat gut gewappnet. »Das würde man natürlich politisch spüren«, sagte Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte (SPD), »aber Störmöglichkeiten, etwa den Geschäftsgang zu verzögern, die Entscheidungsfindung zum Entgleisen zu bringen, die sehe ich nicht wirklich.« Am Ende der Wahl würden »die demokratischen Kräfte die Nase vorne haben«. Bovenschulte sei überzeugt, dass die AfD keinen Ministerpräsidenten stellen wird. »Dafür müssen wir aber hart arbeiten.« Der Regierungschef von Bremen sagte, dafür müssten Wählerinnen und Wähler überzeugt werden. »Das ist nichts, was von alleine kommt. Das zeigt ein Blick auf die Umfragen«, sagte Bovenschulte. Die AfD liegt in Sachsen-Anhalt, wo sie als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wurde, weit vor der CDU, die mit Sven Schulze den aktuellen Ministerpräsidenten stellt. Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler würde sich »für eine demokratische Alternative entscheiden«, wenn man mit der AfD klar und deutlich die Auseinandersetzung suche und die Alternativen aufzeige. Andernfalls sei der Bundesrat aber »von seiner Geschäftsordnung und seinen Verfahrensregeln her gut darauf vorbereitet, dass einzelne Mitglieder nicht auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen«, betonte Bovenschulte. Schon 2025 hatte der Bundesrat Regeln in seiner Geschäftsordnung verschärft. Die Änderungen waren Bovenschulte zufolge seit 30 Jahren überfällig und hatten nichts mit der AfD zu tun. Überarbeitung der Geschäftsordnung Die Änderungen legen fest, dass ein Bundesratspräsident und seine beiden Stellvertreter mit Zweidrittelmehrheit abberufen werden können. Das Gleiche gilt auch für Ausschussvorsitzende. Für außerplanmäßige Sitzungen sind außerdem mindestens zwei Länder notwendig, die diese verlangen. Der nach Lebensjahren älteste Regierungschef leitete zudem bisher die Sitzung der Länderkammer, wenn alle Mitglieder des Präsidiums gleichzeitig verhindert sein sollten. Ab jetzt übernimmt dies der Regierungschef oder die Regierungschefin, der oder die dem Bundesrat am längsten angehört. Auf absehbare Zeit ist es damit nicht möglich, dass ein AfD-Politiker diese Rolle übernimmt. Mit dem Einzug der AfD hat die Zahl der Ordnungsrufe im Bundestag stark zugenommen. Dem Bundesrat würde so etwas Bovenschulte zufolge nicht drohen: »Der Bundesrat ist vielleicht das Gremium, in dem sich atmosphärisch am wenigsten ändern würde.« Es gebe weder Applaus noch Beifalls- oder Missfallensbekundungen. Den Bundesrat müsse man sich dementsprechend als ein sehr sachorientiertes und nach strengen Regeln vorgehendes Verfassungsorgan vorstellen, in dem »die leidenschaftliche politische Debatte vielleicht nicht gerade erfunden wurde«, sagte Bovenschulte.

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14. August
Die Zeit (Politik)

AfD in Sachsen-Anhalt: Bundesrat sieht sich für mögliche AfD-Landesregierung gut gerüstet

AfD in Sachsen-Anhalt: Bundesrat sieht sich für mögliche AfD-Landesregierung gut gerüstet Demokratische Kräfte würden in Sachsen-Anhalt gewinnen, ist der Bundesratspräsident sich sicher. Trotzdem sei der Bundesrat auf eine AfD-Landesregierung vorbereitet. Der Bundesrat gibt sich im AfD-Szenario demonstrativ unaufgeregt. Andreas Bovenschulte, derzeit Bundesratspräsident und SPD-Regierungschef in Bremen, sagte mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September, ein möglicher AfD-Ministerpräsident wäre politisch zwar ein Erdbeben, könnte den Geschäftsgang der Länderkammer aber wohl nicht kapern oder per Blockade-Performance aus der Spur werfen. Zugleich schob er die nüchterne Analyse hinterher, dass die demokratischen Kräfte am Ende vorne liegen müssten – ein Satz, der weniger nach Selbstläufer klingt als nach letzter Redaktionskonferenz vor Andruck. Bovenschulte zeigte sich überzeugt, dass die AfD keinen Ministerpräsidenten stellen werde, betonte jedoch, dafür müsse hart gearbeitet und die Wählerschaft aktiv überzeugt werden, denn ein Blick auf die Umfragen liefert eher Reality-Check als Feelgood-Narrativ. Der kurze O-Ton ist damit mehr als Tagespolitik im News-Ticker: Er markiert die Nervosität vor einer Wahl, in der institutionelle Resilienz beschworen wird, während draußen der politische Druckpegel steigt. Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen. Fanden Sie die Zusammenfassung hilfreich? Diese Audioversion wurde künstlich erzeugt. Die Audioversion dieses Artikels wurde künstlich erzeugt. Wir entwickeln dieses Angebot stetig weiter und freuen uns über Ihr Feedback. Für den Fall, dass die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September erstmals einen Ministerpräsidenten stellen sollte, fühlt sich der Bundesrat gut gewappnet. »Das würde man natürlich politisch spüren«, sagte Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte (SPD), »aber Störmöglichkeiten, etwa den Geschäftsgang zu verzögern, die Entscheidungsfindung zum Entgleisen zu bringen, die sehe ich nicht wirklich.« Am Ende der Wahl würden »die demokratischen Kräfte die Nase vorne haben«. Bovenschulte sei überzeugt, dass die AfD keinen Ministerpräsidenten stellen wird. »Dafür müssen wir aber hart arbeiten.« Der Regierungschef von Bremen sagte, dafür müssten Wählerinnen und Wähler überzeugt werden. »Das ist nichts, was von alleine kommt. Das zeigt ein Blick auf die Umfragen«, sagte Bovenschulte.

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14. August
Handelsblatt

Wahl in Sachsen-Anhalt: Bundesrat sieht sich gewappnet für mögliche AfD-Regierung

Wahl in Sachsen-Anhalt: Bundesrat sieht sich gewappnet für mögliche AfD-Regierung Berlin. Der Bundesrat fühlt sich gut gerüstet für den Fall, dass nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September die AfD erstmals einen Ministerpräsidenten stellen sollte. „Das würde man natürlich politisch spüren. Aber Störmöglichkeiten, etwa den Geschäftsgang zu verzögern, die Entscheidungsfindung zum Entgleisen zu bringen, die sehe ich nicht wirklich“, sagte Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zugleich betonte er: „Meine feste Überzeugung ist, dass am Ende die demokratischen Kräfte die Nase vorn haben werden und dass es keinen AfD-Ministerpräsidenten geben wird. Aber dafür müssen wir hart arbeiten.“ Dafür müssten die Wählerinnen und Wähler gewonnen und überzeugt werden, sagte der SPD-Politiker, der auch Regierungschef im Land Bremen ist. „Das ist nichts, was von alleine kommt. Das zeigt ein Blick auf die Umfragen.“ Bovenschulte hält AfD-Ministerpräsidenten für verhinderbar In den Meinungsumfragen liegt die AfD in Sachsen-Anhalt weit vor der CDU, die mit Sven Schulze momentan den Ministerpräsidenten stellt. Man müsse mit der AfD klar und deutlich die Auseinandersetzung suchen und die Alternativen aufzeigen, sagte Bovenschulte. „Dann wird sich die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler für eine demokratische Alternative entscheiden.“ Geänderte Regeln im Bundesrat erschweren Störmanöver Und wenn nicht? „Der Bundesrat ist insgesamt von seiner Geschäftsordnung und seinen Verfahrensregeln her gut darauf vorbereitet, dass einzelne Mitglieder nicht auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen“, betonte Bovenschulte. Die AfD in Sachsen-Anhalt war 2023 vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft worden. „Wir haben schon 2025 unsere Geschäftsordnung angepasst und manche Regelungen eingeführt, die uns in Zukunft helfen, wenn die Auseinandersetzungen vielleicht auch etwas härter werden“, erläuterte der Bundesratspräsident. „Das hatte aber gar nichts mit der AfD zu tun, das war nach mehr als 30 Jahren einfach überfällig.“ Geschäftsordnung im vergangenen Jahr überarbeitet In der von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen Änderung seiner Geschäftsordnung hatte der Bundesrat erstmals festgelegt, dass sein Präsident und die beiden Stellvertreter mit Zweidrittelmehrheit abberufen werden können. Gleiches gilt nun auch für Ausschussvorsitzende. Und musste der Bundesrat bis dahin einberufen werden, wenn nur ein einziges Land dies verlangte, sind nun mindestens zwei Länder für außerplanmäßige Sitzungen notwendig. Außerdem galt bis dahin, dass der nach Lebensjahren älteste Regierungschef die Sitzung der Länderkammer leitet, wenn alle Mitglieder des Präsidiums gleichzeitig verhindert sein sollten. Jetzt übernimmt dies die Regierungschefin oder der Regierungschef, die oder der dem Bundesrat am längsten angehört. Dies verhindert auf absehbare Zeit, dass ein AfD-Politiker diese Gelegenheit bekommt. Beifalls- und Missfallensbekundungen im Bundesrat unüblich Im Bundestag sind mit dem Einzug der AfD die Debatten hitziger geworden. Die Zahl der Ordnungsrufe hat stark zugenommen, manche AfD-Abgeordnete sammeln sie wie Trophäen. Eine derartige Entwicklung würde dem Bundesrat nach Bovenschultes Einschätzung nicht drohen. „Der Bundesrat ist vielleicht das Gremium, in dem sich atmosphärisch am wenigsten ändern würde.“ Die Debatten in der Länderkammer hätten ja einen spezifischen Charakter. „Zum Beispiel gibt es keinen Applaus, es gibt weder Beifalls- noch Missfallensbekundungen.“ Insofern müsse man sich den Bundesrat schon als ein sehr sachorientiertes und nach strengen Regeln vorgehendes Verfassungsorgan vorstellen - „in dem jetzt - wenn ich das mal ganz vorsichtig ausdrücken darf - die leidenschaftliche politische Debatte vielleicht nicht gerade erfunden wurde“, sagte Bovenschulte. Verwandte Themen Einzelne AfD-Landesregierung hätte kaum Einfluss Sachsen-Anhalt verfügt im Bundesrat über 4 der 69 Stimmen – und hat damit ohnehin keine Möglichkeiten, um beispielsweise bundespolitische Vorhaben zu blockieren oder eigene Initiativen durchzudrücken. Das Land bräuchte dafür in jedem Fall Verbündete, die es aber unter den anderen Landesregierungen absehbar nicht finden wird. Ähnlich wie die AfD-Fraktion im Bundestag dürfte auch eine AfD-Landesregierung im Bundesrat weitgehend isoliert sein. Sachsen-Anhalt übernimmt im Herbst MPK-Vorsitz Den meisten Einfluss und die größte Außenwirkung hat ein Land, wenn es im Bundesrat - wie momentan Bremen - die Präsidentschaft hat. Der Bundesratspräsident vertritt zum Beispiel auch den Bundespräsidenten, wenn dieser auf Auslandsreisen, im Urlaub oder krank ist. Die Präsidentschaft wechselt jedes Jahr im Herbst nach einem festen Rhythmus. Sachsen-Anhalt kommt erst wieder 2036 dran. Eine AfD-Landesregierung bekäme auf diesem Weg also ein Jahrzehnt lang keine erweiterten Einflussmöglichkeiten. Anders sieht es allerdings im wichtigen Gremium der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) aus. Hier übernimmt Sachsen-Anhalt in diesem Herbst turnusmäßig den Vorsitz.

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13. August
ZDF heute

Was eine AfD-Regierung für Schulen bedeuten könnte

heute journal – der Podcast:Was eine AfD-Regierung für Schulen bedeuten könnte von Silas Thelen Die AfD zielt auf die absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt. Was das für Schulen bedeuten würde und wie wahrscheinlich das ist, erklären Experten in "heute journal – der Podcast". In Sachsen-Anhalt wird am 6. September gewählt. Klar vorn: Die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Aktuellen Umfragen zufolge kommt die Partei derzeit auf knapp 42 Prozent. CDU, Linke und SPD kämen zusammen auf um die 41 Prozent. Ob die Partei den Erfolg in den Umfragen auch in eine absolute Mehrheit bei der Landtagswahl umsetzen kann, ist knapp einen Monat vor dem Wahlsonntag offen. Doch was würde ein AfD-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt bedeuten? Das zeichne sich schon jetzt ab, sagt Alexander Prinz, Journalist und Autor, der auch als 'Der Dunkle Parabelritter' bekannt ist, in 'heute journal - der Podcast': "Da ist sehr viel politischer Druck da." DDR-Kult trifft Wahlkampf – AfD-Spitzenkandidat Siegmund wirbt mit Simson-Mopeds um Stimmen. frontal will wissen: Was plant die Partei etwa bei Inklusion, Verfassungsschutz und Rechtsextremismus? 22.07.2026 | 25:03 min"Der Dunkle Parabelritter" sieht Lehrkräfte unter Druck Zu spüren sei dies in Kultureinrichtungen sowie in Schulen: Konkret heißt das, so Prinz: "Es werden jetzt schon durch diesen Druck Förderprogramme eingestellt oder überdacht. Lehrer werden durch Hetzkampagnen im Netz und tatsächlich auch real vor Ort dazu gezwungen, ihren Unterricht zu überdenken." Lehrkräfte gerieten so in dem Bundesland zunehmend unter Druck: Die AfD hat es in den letzten Monaten sehr gut hinbekommen, so darzustellen, als ob Lehrer, die nicht auf ihrer Seite stünden, konkret gegen sie agitieren würden. Alexander Prinz alias "Der Dunkle Parabelritter", YouTuber und Autor Aussetzung der Schulpflicht im Raum? Sollte das Bildungsministerium des Landes nach der Wahl durch die AfD besetzt werden, "könnte das durchaus auch Konsequenzen für Lehrerinnen und Lehrer haben", so seine Befürchtung. Denkbar sei zudem eine Aussetzung der Schulpflicht, sodass Kinder zuhause unterrichtet werden könnten. Und: "Man möchte mehr oder weniger die Inklusion abschaffen." Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Was bewegt die Menschen im Land? 24.07.2026 | 13:54 minExperte: "Geht um das Gefühl, irgendwie geht es bergab" In der Wahlentscheidung für die AfD sieht Prinz bei vielen Menschen auch eine Form des "Revanchismus". Dabei gehe es um das "Aufholen von verpassten Chancen" und darum, es jemandem "zu beweisen". In vielen anderen westlichen Staaten ist es auch so, dass gerade populistische Parteien gewählt werden aus einem stärkeren Impuls, den Gegner zu beschädigen, als sich selbst etwas Gutes zu tun. Alexander Prinz "Es geht um das Gefühl, irgendwie geht es bergab. Wir müssen uns irgendwie verteidigen. Wir sind zurückgelassen." Für Sachsen-Anhalt konkret sei das Wegbrechen von Chancen der für das Land wichtigen Chemieindustrie ein Beispiel dafür. Die AfD führt in Umfragen. CDU-Ministerpräsident Schulze holt sich im Wahlkampf Unterstützung von Schauspieler Dieter Hallervorden. 07.08.2026 | 2:12 minMännerüberschuss im Osten stärkt AfD Dass die AfD insbesondere bei jungen Männern beliebt ist, sei kein ostdeutsches Phänomen: "Dieser Gender Gap ist in eigentlich allen westlichen Demokratien so zu sehen." Auffällig im Osten sei jedoch der "krasse" Männerüberschuss, weil viele gut ausgebildete junge Frauen die ländlichen Regionen verlassen, so Prinz. Auch dies habe einen Einfluss auf die Wahrnehmung des Lebens vor Ort, die Zukunftsperspektive und die Familiengestaltung. Und diese Männer, die fühlen sich dann eben zurückgelassen und wollen um sich schlagen. Alexander Prinz Einen Monat vor der Landtagswahl befinden sich SPD, FDP, Grüne und BSW im Existenzkampf. Ihr Ergebnis ist entscheidend. 10.08.2026 | 3:00 minPolitikwissenschaftler: Jetzt kommt es auf die Kleinen an Ob es für die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September zur absoluten Mehrheit reicht, hängt vor allem von einer Frage ab, erklärt Politikwissenschaftler Marcel Lewandowsky: "Das Entscheidende ist gar nicht unbedingt, ob die CDU aufholt, sondern ob es noch andere der kleineren Parteien ins Parlament schaffen." Dies betreffe die SPD sowie die Grünen, die sich in Umfragen nahe an der Fünf-Prozent-Hürde bewegen. Mehr Fraktionen im Parlament könnten eine AfD-Regierung verhindern, so der Experte. Das hätten auch die Parteien erkannt und entsprechend mobilisiert, unter anderem mit der Aufforderung zum taktischen Wählen. Die Prognose des Politikwissenschaftlers: "Ich könnte mir vorstellen, dass es etwa den Grünen knapp gelingt, über die Fünf-Prozent-Hürde zu springen, ebenso wie der SPD. Und dann wäre die AfD-Alleinregierung verhindert." Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Mehr zur Wahl in Sachsen-Anhalt - heute journal – der Podcast:Was eine AfD-Regierung für Schulen bedeuten könntevon Silas Thelenmit Video45:21 - Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt:Wagenknecht: BSW könnte AfD-Ministerpräsidenten ermöglichenmit Video3:00 - In Sachsen-Anhalt einen Nerv getroffen:Wie Hallervorden Wahlkampf für CDU-Politiker Schulze machtvon Andreas Postelmit Video3:07 - Wahl-O-Mat zur Landtagswahl:Wahl in Sachsen-Anhalt: Welche Partei passt zu mir?von Katrin Meyermit Video1:45

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13. August
Die Zeit (Politik)

AfD und BSW: Arbeiten das BSW und die AfD in Zukunft zusammen?

Björn Höcke, der Landeschef der AfD in Thüringen, fordert die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht dazu auf, Ministerpräsidentin von Thüringen zu werden. In einem am Mittwochabend auf X veröffentlichen Video sagte er, er wolle der BSW-Chefin die Hand reichen, wenn sie das Amt übernehme. Zuvor hatte Wagenknecht zur Wahl in Sachsen-Anhalt erklärt, das BSW würde notfalls auch für einen Ministerpräsidenten der AfD den Weg frei machen. Die Brandmauer sei gescheitert, man könne die AfD nicht dauerhaft ausgrenzen. Darauf antwortete Höcke nun und bot dem BSW die Zusammenarbeit an, etwa in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Der Verfassungsschutz stuft die AfD-Landesverbände in Thüringen wie in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem ein. Sachsen-Anhalt wählt am 6. September einen neuen Landtag. Aktuell ist die AfD dort mit weitem Abstand die stärkste Kraft. Der Einzug des BSW in den Landtag ist noch nicht sicher. Ob sich die beiden Parteien in Zukunft stärker annähern könnten, ordnet Jana Hensel aus der ZEIT-Politikredaktion ein. Mehr Mitarbeiter der Deutschen Bahn sollen in Zukunft Bodycams tragen können. Dabei geht es um Bodycams für Personal in Bahnhofsgebäuden und Stationen – im Regional- und Fernverkehr setzt die DB schon Bodycams ein. Der Konzern erklärte, Mitarbeiter in den Bahnhöfen könnten die Bodycams wie in den Zügen freiwillig nutzen. Mit dieser Maßnahme reagiert die DB auf zunehmende Übergriffe gegen ihr Personal. Zuletzt hatte ein tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar Schlagzeilen gemacht. Danach hatte Bahnchefin Evelyn Palla angekündigt, die freiwillige Nutzung von Bodycams noch in diesem Jahr auf alle Beschäftigten mit Kundenkontakt auszuweiten. Die Mitarbeiter könnten die Geräte in gefährlichen Situationen einschalten, in denen die Bodycams vor allem deeskalierend wirken sollen. Wie effektiv verbessern die Bodycams die Sicherheit der Beschäftigten? Und was bedeuten sie für Bahnreisende? Antworten darauf gibt Jonas Schulze Pals aus dem Wirtschaftsressort der Zeit. Außerdem im Update: Mehrere Marinesoldaten des US-Flugzeugträgers Abraham Lincoln haben offenbar versucht, von Bord des Schiffes zu springen. Zuerst berichteten zwei US-Militärnachrichtenportale über die Gründe: schlechte Umstände und Ausstattung an Bord sowie psychischer Stress. Die Besetzung des Flugzeugträgers ist bereits seit neun Monaten im Einsatz und hat seit einer Rekordanzahl rund 250 Tagen kein Land mehr angelaufen. Der Einsatz der rund 5.000 Personen starken Crew wurde mehrfach verlängert und ist verbunden mit dem Krieg der USA gegen den Iran. Und sonst so: Wie viele Löschhubschrauber braucht es, um das Wasser im Rhein um einen Zentimeter anzuheben? Moderation und Produktion: Philip-Johann Moser Redaktion:Hannah Grünewald Mitarbeit: Lena Herrmann Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de. Wenn Sie immer auf dem Laufenden bleiben wollen, abonnieren Sie hier die ZEIT auf WhatsApp.

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12. August
FAZ (Politik)

BSW und AfD: Stimmenfang im AfD-Gehege

BSW und AfD : Stimmenfang im AfD-Gehege Sahra Wagenknecht beutet die Brandmauer auf ihre Weise aus. Sie zu durchbrechen, bedeutet Aufmerksamkeit und damit Wählerstimmen. Jede Partei macht sich die Brandmauer auf ihre Weise dienstbar. Grünen, Linkspartei und SPD dient sie nicht nur zur Pflege ihrer politischen Moral, sondern auch zur Dressur der CDU. Das sichert ihnen deren Abhängigkeit und eigene Mitwirkung. Der AfD kann es nur recht sein, dass sie die Brandmauer vor dieser Mitwirkung schützt. Sie muss keine Verantwortung übernehmen, ja, soll und darf es gar nicht. Was könnte es Schöneres geben für eine populistische Partei? Weil die Brandmauer auch medial gepflegt wurde, war die AfD außerdem gezwungen, sich eine eigene Öffentlichkeit aufzubauen. Das BSW bricht das AfD-Tabu Das BSW ist die erste Partei, die – man weiß nicht, von welcher Seite – die Brandmauer durchbricht. In Sachsen-Anhalt hat sie daraus eine Strategie gemacht: Je mehr die Partei Sahra Wagenknechts mit dem AfD-Tabu bricht, desto größer die Aufmerksamkeit, desto mehr Stimmen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, die Fünfprozenthürde zu überspringen. Die AfD hat die Gefahr, die ihr damit droht, sogleich erkannt. Denn eine Partei, die sich nicht an die Brandmauer hält, bricht in ihr Gehege ein und könnte sie Stimmen kosten. Das BSW ist fast wie die AfD, nur ohne völkischen Boden. Das wählt sich für manchen leichter. Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD, hat das Angebot des BSW, ihn bei der Wahl zum Ministerpräsidenten zu unterstützen (durch Enthaltung), deshalb abgelehnt. Er will die absolute Mehrheit, mit anderen Worten: Wer ihn will, muss ihn wählen. Das kann am Tag nach der Landtagswahl ganz anders aussehen. Springt das BSW über die Hürde, kommt Siegmund ganz sicher auf das Angebot zurück.

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12. August
FAZ (Politik)

Wahl in Sachsen-Anhalt: „Das BSW macht sich zum Bettvorleger der AfD“

Wahl in Sachsen-Anhalt : „Das BSW macht sich zum Bettvorleger der AfD“ In Sachsen-Anhalt könnte das BSW schon mit fünf Prozent zum Machtfaktor werden. Wagenknecht weiß das zu nutzen – und hofft wohl auf „Leihstimmen“ von AfD-Sympathisanten. Die Umfragen zu den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September zeigen zudem, dass die Partei auch um den Einzug in die Landtage zittern muss. Für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus ermitteln die Meinungsforscher konstant Werte unter fünf Prozent. Praktisch für Wagenknecht ist, dass die Wahl in Sachsen-Anhalt vor den anderen beiden Wahlen stattfindet. Die AfD hat dort Chancen, mit Ulrich Siegmund künftig den Ministerpräsidenten zu stellen. Zwei Szenarien sind dabei denkbar: Kommen nur wenige Parteien in den Landtag, könnte die AfD eine absolute Mehrheit der Mandate erreichen. Werden es mehr Fraktionen, wird dies unwahrscheinlich. Dann könnte es Siegmund nur im dritten Wahlgang schaffen. Die Landesverfassung sieht vor, dass ein Ministerpräsident in den ersten beiden Wahlgängen die Zustimmung einer Mehrheit der Mitglieder des Landtags benötigt. In einem dritten Wahlgang reicht jedoch die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Die Zahl der erforderlichen Stimmen kann also durch Enthaltung gesenkt werden. Wagenknechts Kurs stößt im BSW nur auf wenig Widerstand Das nutzte Wagenknecht am Mittwoch, um in der Zeitung „Bild“ eine solche Enthaltung anzukündigen, sollten die anderen Parteien ihrem Wunsch nach einem überparteilichen Ministerpräsidenten nicht folgen. Ob Wagenknecht damit etwas Neues sagte, ist Interpretationssache: Seit Monaten versichern sie und die BSW-Spitze in Sachsen-Anhalt, auf keinen Fall einen Kandidaten der „Altparteien“ zu unterstützen. Sie werben stattdessen für einen überparteilichen Ministerpräsidenten, ohne zu sagen, wer das sein soll. Gleichzeitig wird stets versichert, Siegmund bekomme keine BSW-Stimmen. Die angekündigte Enthaltung ist also zumindest keine Überraschung. Bereits vor einigen Wochen hatte das BSW mit AfD-Bezug um Aufmerksamkeit gebuhlt. Damals schrieben die Bundesvorsitzenden Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali der rechten Partei einen Brief und schlugen vor, Wagenknecht und die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel sollten sich im Wahlkampf auf den Bühnen des BSW Rededuelle liefern. Auch das sorgte für Aufregung – obwohl von Anfang an klar war, dass die AfD kaum darauf eingehen würde. Wenig später sagte Weidel ab. Im BSW stellten sich damals nur wenige dem Brief entgegen. Es gab zwar einzelne Austritte – so verließ etwa das frühere BSW-Bundesvorstandsmitglied Reinhard Kaiser die Partei. Er war früher bei den Grünen aktiv. Der Thüringer Digitalminister Steffen Schütz nannte das Schreiben „peinlich“. Er und die Thüringer Landesvorsitzende Katja Wolf heben stets hervor, dass ihr Engagement im BSW auch dazu diene, eine Regierungsübernahme der AfD zu verhindern. In der Gründungsphase des BSW war diese Erzählung auch außerhalb Thüringens oft zu hören. Andererseits kritisierte Wagenknecht von Anfang an die Brandmauer der etablierten Parteien gegen die AfD. Darauf verweisen nun jene, die den Kurs der Parteigründerin unterstützen. Dies trifft auf die große Mehrheit des Bundesvorstands und fast alle BSW-Landesvorsitzenden zu. Siegmund lehnt Wagenknechts Vorschlag ab Für Wagenknechts Kurs dürften auch taktische Überlegungen eine Rolle spielen: Gehen AfD-Sympathisanten davon aus, dass die Wahl Siegmunds zum Ministerpräsidenten davon abhängt, dass es das BSW in den Landtag schafft, könnte das manche von ihnen dazu verleiten, BSW zu wählen. Diese „Leihstimmen“ könnten für die Zukunft des BSW wichtig sein. Sowohl Gegner als auch Unterstützer Wagenknechts gehen davon aus, dass die Landtagswahlen im September über das Schicksal der Partei entscheiden. Der Landtagseinzug am 20. September in Schwerin dürfte zudem kaum gelingen, wenn zwei Wochen vorher in Sachsen-Anhalt nicht alles glattgeht. Dort ist seit mehreren Monaten eine zunehmende Annäherung des BSW-Landesverbands an die AfD zu beobachten. Dieser Kurs wurde aus dem Umfeld von Wagenknecht gegen erhebliche innerparteiliche Widerstände durchgesetzt. Erst vor wenigen Tagen sind 21 Mitglieder, darunter ehemals ranghohe Funktionsträger, aus dem Landesverband ausgetreten. In einem sechs Seiten langen Schreiben, das der F.A.Z. vorliegt, kritisieren sie einen „autokratischen Aufbau der Parteistrukturen“ unter Wagenknecht sowie eine zunehmende Hinwendung zur AfD. Zu den Ausgetretenen zählt Florian Thomas, ehemaliger BSW-Kreisvorsitzender und bis Dezember Mitglied des Landesvorstands. „Wagenknecht will sich opportunistisch auf den AfD-Zug draufsetzen“, kritisiert er. „Das BSW macht sich zum Bettvorleger der AfD.“ AfD-Spitzenkandidat Siegmund wies den Vorschlag des BSW, ihn im dritten Wahlgang eine Wahl zum Ministerpräsidenten zu ermöglichen, am Mittwoch umgehend zurück. „Wie soll ich ohne eine Mehrheit im Parlament eine vernünftige Regierung über fünf Jahre gewährleisten?“, sagte er und verwies auf die Erfahrungen mit dem BSW in Brandenburg, wo die Koalition aus SPD und BSW Anfang dieses Jahres nach etwas mehr als einem Jahr zerbrach.

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12. August
ZDF heute

Wagenknecht "will damit die Schlagzeilen bestimmen"

AfD-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt?:Wagenknecht "will damit die Schlagzeilen bestimmen" von Dominik Rzepka Könnte Sahra Wagenknecht einem AfD-Ministerpräsidenten zur Macht verhelfen? Hinter der Schlagzeile steckt der Kampf um Aufmerksamkeit. Sie selbst weist den PR-Vorwurf zurück. Eines ist Sahra Wagenknecht gelungen: Knapp vier Wochen vor der möglicherweise historischen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bestimmt sie zumindest kurzfristig die Schlagzeilen. Sollte das BSW in den Magdeburger Landtag einziehen, könnte sich ihre Partei im dritten und möglicherweise entscheidenden Wahlgang enthalten, sagt Wagenknecht ZDFheute. Das könnte den Weg freimachen für Ulrich Siegmund als Nachfolger von Ministerpräsident Sven Schulze (CDU). Der erste AfD-Regierungschef in Deutschland? Von Wagenknechts Gnaden? Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die AfD führt in Umfragen. CDU-Ministerpräsident Schulze holt sich im Wahlkampf Unterstützung von Schauspieler Dieter Hallervorden. 07.08.2026 | 2:12 minEs geht um mediale Aufmerksamkeit Es ist Wagenknechts Markenkern und Selbstverständnis, Zünglein an der Waage zu sein, sagt ZDF-Korrespondentin Andrea Maurer, die Wagenknecht schon lange begleitet. "Es geht und ging Wagenknecht nie ums Regieren selbst als vielmehr darum, das Regieren der anderen zu stören", sagt sie. Darin liegt eine destruktive Kraft, die sich durch ihre gesamte politische Karriere zieht. Andrea Maurer, ZDF-Korrespondentin Nachdem das BSW den Einzug in den Bundestag knapp verpasst hat und sich eigentlich eher in Auflösung befindet, hat es jetzt in Sachsen-Anhalt ein kurzes Momentum, in dem Wagenknecht mediale Aufmerksamkeit bekommt, so Maurer. Nicht für ihr politisches Programm, sondern für einen möglicherweise historischen Tabubruch. Aus dem Archiv: Der erste Teil der ZDF-Doku "Inside Bündnis Wagenknecht". 09.10.2024 | 35:29 minWagenknecht weist PR-Vorwurf zurück Politikwissenschaftlerin Andrea Römmele sagt, Wagenknecht sei populistisch. Es gehe ihr vor allem um sich selbst und sie wolle eine Machtoption aufzeigen: Hinter dem Vorstoß steckt viel PR, denn sie will damit die Schlagzeilen bestimmen. Andrea Römmele, Hertie School Wagenknecht selbst weist diesen Vorwurf zurück. Es gehe nicht um PR, sagt sie ZDFheute. Schließlich seien die Zahlen eindeutig. Die AfD habe am Ende bei Wahlen immer etwas schwächer abgeschnitten als in den Umfragen. Wenn wir einziehen, ist Schulze weg und danach sehr wahrscheinlich auch Friedrich Merz. Sahra Wagenknecht, BSW-Gründerin Christiane Hübscher und Andrea Maurer haben Sahra Wagenknecht und ihre neue Partei für ihre 5-teilige Doku-Serie "Inside Bündnis Wagenknecht" über ein Jahr begleitet. 28.09.2024 | 12:42 minBSW kämpft mit der Fünf-Prozent-Hürde Fakt ist: Das BSW kämpft ums Überleben. Noch ist nicht ausgemacht, ob die Partei in Sachsen-Anhalt die Fünf-Prozent-Hürde schafft. Und so ist durchaus denkbar, dass Wagenknecht mit ihrem Vorstoß auch auf AfD-Wähler zielt, die strategisch wählen. Denn ob es für eine AfD-Alleinregierung reicht, ist unklar. Zieht aber das BSW in den Landtag ein und enthalten sich ihre Abgeordneten im dritten Wahlgang, könnte der AfD-Kandidat Ministerpräsident werden. Am Schluss könnten wenige hundert, vielleicht tausend Stimmen dafür den Ausschlag geben. Andrea Römmele, Hertie School Laut dem Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt könnten Mitglieder der AfD ihre waffenrechtliche Erlaubnis verlieren. 11.08.2026 | 1:54 minWas Wagenknecht mit der AfD verbindet Laut Andrea Maurer hat Wagenknecht erkennbar keine Berührungsängste mit der AfD. "Sie erkennt in der Partei die politischen Außenseiter, als die sie sich auch selbst sieht", sagt sie. Wagenknecht gefalle, dass die AfD Mehrheits- und Machtverhältnisse erschüttere. Radikalität und Populismus gehören auch bei Sahra Wagenknecht zum Programm. Andrea Maurer, ZDF-Korrespondentin Deshalb erstaune es auch nicht, dass Wagenknecht lieber einem AfD-Ministerpräsidenten zur Macht verhelfen würde als einem Ministerpräsidenten der CDU. Maurers Fazit: Die Zerstörung oder Spaltung der CDU, die der AfD als Ziel unterstellt wird, scheint auch ihr als Ziel nicht fremd. Andrea Maurer, ZDF-Korrespondentin Wagenknechts Strategie setzt auf AfD-Wähler Bei ihrem Werben um AfD-Wähler geht Wagenknecht nun mit einer Doppel-Strategie vor, analysiert Maurer: - Das Versprechen, einem AfD-Ministerpräsidenten zur Macht zu verhelfen und - Das Versprechen, die AfD am Ende quasi zur Macht zu zwingen. Wagenknecht spricht davon, dass "die AfD offenbar inzwischen selbst Angst vor einer Entzauberung im Falle einer Regierungsübernahme" bekomme: "Dass Siegmund neuerdings gar nicht mehr mit relativer Mehrheit Ministerpräsident werden will, heißt für die Wähler: Wer Siegmund wählt, kann mit CDU-Schulze aufwachen", sagt sie ZDFheute. Wagenknechts Wahlkampfstrategie setzt also voll auf die Wähler in Sachsen-Anhalt, die einen Regierungswechsel hin zur AfD wollen. - Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt:Wagenknecht: BSW könnte AfD-Ministerpräsidenten ermöglichenmit Video3:00 - Bundestagswahl 2025:BSW-Wahleinspruch bleibt weiter unbeantwortetVideo0:30 - Offener Brief an Bundespolitik:Warum so viele Juristen ein AfD-Verbotsverfahren fordernvon Jan Henrichmit Video0:31

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12. August
Deutschlandfunk

Nach Landtagswahl - BSW will unter Umständen Weg für AfD-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt freimachen

BSW-Gründerin Wagenknecht sagte der "Bild"-Zeitung, das Ziel der Partei sei es, CDU-Amtsinhaber Schulze abzuwählen und durch einen überparteilichen Ministerpräsidenten zu ersetzen. Dieser solle mit einem Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten regieren, auch mit der AfD. Wer ein solcher überparteilicher Kandidat sein könnte, erläuterte Wagenknecht nicht. BSW könnte sich im dritten Wahlgang enthalten und AfD-Kandidat Siegmund zum Regierungschef machen Sollten die anderen Parteien in Sachsen-Anhalt das angestrebte Modell ablehnen, werde das BSW sich im dritten Wahlgang enthalten. Damit könnte unter Umständen AfD-Spitzenkandidat Siegmund zum Regierungschef werden. Denn die AfD liegt in Sachsen-Anhalt einer aktuellen Insa-Umfrage zufolge derzeit bei 42 Prozent, das BSW würde fünf Prozent der Stimmen erhalten. CDU, Linke und SPD kämen zusammen auf 41 Prozent. Bei der Wahl zum Ministerpräsidenten wird in den ersten beiden Wahlgängen die Mehrheit aller Abgeordneten benötigt. Im dritten Wahlgang reicht die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Enthaltungen werden nicht mitgezählt. Siegmund lehnt ein solches Vorgehen allerdings ab. Er wolle sich "selbstverständlich nicht" durch eine Enthaltung des BSW im dritten Wahlgang zum Ministerpräsidenten wählen lassen, sagte der AfD-Politiker dem Sender "Welt TV". Er setze stattdessen auf eine Alleinregierung seiner Partei. Die Wahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September statt. Diese Nachricht wurde am 12.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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12. August
taz (Öko & Co)

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wagenknecht bietet sich als AfD-Königsmacherin an

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wagenknecht bietet sich als AfD-Königsmacherin an Die Spitzen der Wagenknecht-Partei BSW kündigen an, einer rechtsextremen Landesregierung in Sachsen-Anhalt per Enthaltung zur Macht verhelfen zu wollen. Der Eiertanz des BSW mit Blick auf ihre Position zur gesichert rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt ist beendet. Die BSW-Bundesspitze stellte jetzt unmissverständlich klar, dass eine BSW-Fraktion im Falle eines Einzugs in den Magdeburger Landtag dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund ins Amt des Ministerpräsidenten verhelfen wird. In der Bild-Zeitung von Mittwoch besang Parteigründerin Sahra Wagenknecht zum wiederholten Mal ihr Fantasiekonzept einer „Bürgerregierung“ mit einem „überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit einem Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten regiert. Das bedeutet: auch mit der AfD.“ Nun lehnen die anderen Parteien das Modell durch die Bank ab, AfD inklusive. Das weiß auch Wagenknecht. Also fügte sie hinzu, dass sich das BSW, sollte es in vier Wochen den Sprung in den Landtag von Sachsen-Anhalt erstmals schaffen, bei einer Wahl von Siegmund spätestens „im dritten Wahlgang enthalten“ werde. Nahezu identisch äußerte sich die BSW-Bundesvorsitzende Amira Mohamed Ali in der Rheinischen Post. Im Klartext bedeutet das: Verfehlt die AfD die absolute Mehrheit der Sitze, steht das BSW bereit, per Enthaltung im dritten Wahlgang die dann nur noch nötige einfache Mehrheit zu garantieren, um damit den Weg freizumachen für die erste rechtsextreme Regierung der deutschen Nachkriegsgeschichte. Das BSW und ihr Geschwätz von gestern Bislang war die Wagenknecht-Partei in der entscheidenden Frage zum etwaigen Abstimmungsverhalten ausgewichen. Noch im April betonte BSW-Generalsekretär Oliver Ruhnert im Gespräch mit der taz: „Wir haben zwar immer klar gesagt, dass wir die Brandmauer für falsch halten, werden uns aber sicher nicht der AfD andienen.“ Stattdessen fokussierte sich die Partei darauf, die Unterschiede zu den Rechtsextremisten nach vorn zu stellen. Anders als das BSW wolle die AfD Milliardäre nicht „angemessen besteuern“, unterstütze die „Hochrüstungspolitik der Bundesregierung“, rechtfertige „die Kriege der USA und Israels“, hieß es Ende Juni etwa in einem Brief der BSW- an die AfD-Bundesspitze. Zweck des Schreibens war es, AfD-Chefin Alice Weidel zu mehreren öffentlichen Rededuellen auf „großen Marktplätzen im Osten der Republik“ mit Sahra Wagenknecht zu motivieren. Ein Angebot, das Weidel mit dem süffisanten Verweis auf die einstweilige Irrelevanz des BSW über ihren Sprecher zurückweisen ließ. Tatsächlich ist es unsicher, ob es die Wagenknecht-Partei überhaupt in den Landtag von Sachsen-Anhalt schafft. Empfohlener externer Inhalt Ähnlich unbeeindruckt zeigte sich nun der sachsen-anhaltische AfD-Spitzenkandidat von der aktuellen Königsmacher:innen-Ankündigung der BSW-Granden. Er wolle sich „selbstverständlich nicht“ durch eine Enthaltung des BSW zum Regierungschef wählen lassen und setze weiter auf die absolute Mehrheit im Parlament, sagte Ulrich Siegmund dem Sender Welt-TV. Denn: „Was bringt es mir denn, ein formaler Ministerpräsident zu sein, ohne eine Mehrheit im Parlament?“ Vor wenigen Tagen waren in Sachsen-Anhalt zahlreiche, teils ehemals führende Funktionär:innen aus dem BSW ausgetreten. Sie begründeten ihren Schritt unter anderem mit der „zunehmenden“ Orientierung des Landesverbands „an Positionen der AfD“. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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12. August
Handelsblatt

Landtagswahl am 6. September: Wagenknecht könnte AfD in Sachsen-Anhalt zur Macht verhelfen

Landtagswahl am 6. September: Wagenknecht könnte AfD in Sachsen-Anhalt zur Macht verhelfen Magdeburg. Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September stellt Sahra Wagenknecht klar: Ihre Partei BSW könnte einem AfD-Ministerpräsidenten in Magdeburg zur Macht verhelfen - durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang. Neu ist die Position nicht, und AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund beteuert, ein solches Szenario wolle er nicht. Aber angesichts der Umfragelage entfaltet Wagenknechts Ansage neue Wucht. Denn der amtierende CDU-Ministerpräsident Sven Schulze ist in Erklärungsnot, mit welcher Mehrheit er eigentlich künftig regieren wollen würde - etwa mit der Linken? Was genau sagt Wagenknecht? In der „Bild“ wiederholte die BSW-Gründerin, was sie schon seit Wochen vertritt: „Unser Wahlziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers und seine Ersetzung durch einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit einem Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten regiert. Das bedeutet: auch mit der AfD.“ Sollten die anderen Parteien dieses Modell ablehnen, „werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten“. Im dritten Durchgang bei der Wahl eines Regierungschefs im Landtag reicht in Sachsen-Anhalt die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen aus. Enthaltungen werden nicht mitgezählt. In dem Fall könnte die in Umfragen mit Abstand führende AfD also womöglich einen Ministerpräsidenten auch ohne eigene absolute Mehrheit ins Amt bringen. Wagenknecht findet, dass man eine Partei mit Umfragewerten von um die 40 Prozent nicht ausgrenzen kann. „Die Brandmauer ist gescheitert“, sagte die Parteigründerin - auch das nicht zum ersten Mal. Wie ist die Umfragelage? Die Umfragen bewegen sich seit Wochen um wenige Prozentpunkte hin und her. Die allerdings wären entscheidend dafür, ob das BSW Zünglein an der Waage wird. Nach den jüngsten Werten des Instituts Insa für „Bild“ hätte die AfD derzeit 42 Prozent der Stimmen, das BSW käme auf 5 Prozent und damit in den Landtag, wenn auch nur ganz knapp. Die CDU mit Ministerpräsident Schulze könnte laut Insa 22 Prozent erreichen. Daneben zögen diesen Daten zufolge nur die Linken mit 13 Prozent und die SPD mit 6 Prozent ins Parlament ein. Grüne und FDP wären mit jeweils 4 Prozent draußen. Mit 41 Prozent hätten CDU, Linke und SPD weniger Stimmanteil als die AfD. Das Szenario AfD-Ministerpräsident im dritten Wahlgang wäre möglich. Anders wäre es nach einer um wenige Tage älteren Umfrage von Infratest dimap: AfD 41 Prozent, CDU 24, SPD 7, Grüne mit 5 Prozent im Landtag, BSW mit 4 Prozent draußen. Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Und bei einer Fehlertoleranz von bis zu 3,1 Punkten ist einfach unklar, wie der Stand derzeit genau ist, geschweige denn in vier Wochen. Aber ein AfD-Ministerpräsident ist eben durchaus denkbar, auch ohne absolute Mehrheit der Rechtsaußenpartei. Was will Siegmund? Erklärtes Ziel des AfD-Kandidaten Siegmund ist eine Alleinregierung: Er möchte 45 Prozent plus X für seine Partei. Er wolle sich „selbstverständlich nicht“ durch eine Enthaltung des BSW im dritten Wahlgang zum Ministerpräsidenten wählen lassen, sagte Siegmund dem Sender Welt. „Was bringt es mir denn, ein formaler Ministerpräsident zu sein, ohne eine Mehrheit im Parlament? Ich brauche eine stabile Mannschaft über fünf Jahre hinweg, auf die sich dieses Bundesland verlassen kann.“ Es ist unklar, ob Siegmund ohne eigene Mehrheit bei der Wahl zum Ministerpräsidenten im Landtag antreten würde - wäre er doch dann dauerhaft abhängig vom BSW. Das BSW hat in einem Papier zu Themen wie Bildung, Pflege, Energie, innere Sicherheit, Medien und Meinungsfreiheit ein „Angebot an alle anderen Parteien“ einschließlich der AfD gemacht - und damit suggeriert, alle könnten sich im Einzelfall irgendwie einigen. Das ist aber sehr theoretisch angesichts der rigorosen Ablehnung von CDU, SPD, Linken und Grünen gegen die AfD, die vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird. Was will die CDU unter Ministerpräsident Schulze? Klar ist, dass Schulze im Amt bleiben will und auf eine Aufholjagd im Wahlkampfendspurt hofft. Doch was, wenn er den zweistelligen Rückstand gegenüber der AfD nicht wettmacht? Der Regierungschef ist in der Zwickmühle. Die CDU hat seit 2018 einen Unvereinbarkeitsbeschluss: „Die CDU Deutschlands lehnt Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der Alternative für Deutschland ab.“ Schulze vertritt diese Linie im Wahlkampf. Eine Koalition mit ganz Rechts oder ganz Links schließt er aus. Aber wäre eine Tolerierung durch die Linke denkbar? Verwandte Themen Linken-Chef Luigi Pantisano lässt durchblicken, dass seine Partei das notfalls mitmachen würde, um die AfD von der Macht fernzuhalten. Schulze hingegen bleibt vage. Denn in seinem konservativen CDU-Landesverband gilt einigen eine Tolerierung durch die Linke als Tabu, andere scheinen offener. Beispiellos wäre das Modell nicht. Auch in Thüringen und Sachsen kooperiert die CDU mit der Linken oder konsultiert sie, um knappe Mehrheiten zu sichern. Was wünschen sich die ostdeutschen Wähler? In einer Yougov-Umfrage für die Deutsche Presse-Agentur befürworteten kürzlich 47 Prozent der befragten Ostdeutschen eine Regierungsbeteiligung der AfD für den Fall, dass die Partei in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft ohne eigene Mehrheit werden sollte. 29 Prozent sprachen sich in dem Szenario dafür aus, dass alle anderen Parteien gemeinsam eine Landesregierung ohne die AfD bilden. Eine Neuwahl fänden in dem Fall 11 Prozent der befragten Ostdeutschen richtig. 13 Prozent trauten sich kein Urteil zu.

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12. August
Handelsblatt

Ministerpräsident: BSW für AfD-Einbindung nach Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Ministerpräsident: BSW für AfD-Einbindung nach Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat sich dafür ausgesprochen, nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auch die AfD in die Regierungsarbeit einzubeziehen. „Unser Ziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers“, sagte die Co-Vorsitzende Amira Mohamed Ali der „Rheinischen Post“. Man wolle stattdessen einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit wechselnden Mehrheiten regiere. „Auch unter Einbeziehung der AfD. Ganz egal, wie man zu den Positionen dieser Partei steht, wenn sie rund 40 Prozent der Wählerstimmen erhalten, kann man sie nicht komplett ignorieren.“ Auf die Frage, ob eine BSW-Fraktion im Falle eines Einzugs in den Magdeburger Landtag den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten wählen würde, antwortete sie: „Sollten die anderen Parteien unser Modell ablehnen, werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten.“ Im dritten Wahlgang reicht in Sachsen-Anhalt eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen aus. Enthaltungen werden nicht mitgezählt. Das könnte dazu führen, dass Siegmund Regierungschef wird, sofern er in einem dritten Wahlgang antritt. Der AfD-Politiker lehnt ein solches Vorgehen jedoch ab. Er wolle sich „selbstverständlich nicht“ durch eine Enthaltung des BSW im dritten Wahlgang zum Ministerpräsidenten wählen lassen, sagte Siegmund „Welt TV“. Er setzt stattdessen auf eine Alleinregierung seiner Partei. „Was bringt es mir denn, ein formaler Ministerpräsident zu sein, ohne eine Mehrheit im Parlament? Ich brauche eine stabile Mannschaft über fünf Jahre hinweg, auf die sich dieses Bundesland verlassen kann.“

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12. August
Die Welt (Politik)

AfD-Regierungschef durch BSW-Enthaltung? Jetzt äußert sich Wagenknecht zu dem Szenario

AfD-Regierungschef durch BSW-Enthaltung? Jetzt äußert sich Wagenknecht zu dem Szenario Sahra Wagenknecht erklärt die Brandmauer zur AfD für gescheitert. Sollte ihr Modell eines überparteilichen Regierungschefs scheitern, will sich das BSW im dritten Wahlgang enthalten. Knapp vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht erklärt, dass ihre Partei bei einem Einzug in den Landtag in einem bestimmten Fall den Weg für einen Ministerpräsidenten von der AfD freimachen wolle. „Unser Wahlziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers und seine Ersetzung durch einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit einem Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten regiert. Das bedeutet: auch mit der AfD“, sagte Wagenknecht der „Bild“-Zeitung. Sollten die anderen Parteien dieses Modell ablehnen, „werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten“, sagte Wagenknecht mit Blick auf die Wahl eines Ministerpräsidenten im Landtag weiter. Einer aktuellen Insa-Umfrage zufolge käme die AfD in Sachsen-Anhalt derzeit auf 42 Prozent. Das BSW würde fünf Prozent der Stimmen erhalten. CDU, Linke und SPD kämen zusammen auf 41 Prozent. Würde sich das BSW bei einem solchen Ergebnis im Landtag bei der Wahl zum Ministerpräsidenten im dritten Wahlgang enthalten, könnte theoretisch ein AfD-Kandidat mit einfacher Stimmenmehrheit Regierungschef werden. Die Insa-Umfrage zu Sachsen-Anhalt im Überblick - AfD: 42 Prozent (+1 Prozentpunkt) - CDU: 22 Prozent (-2) - Linke: 13 Prozent (-1) - SPD: 6 Prozent (+1) - BSW: 5 Prozent (+1) - Grüne: 4 Prozent (unverändert) - FDP: 4 Prozent (unverändert) „Es ist einfach völlig undemokratisch, eine Partei, die von rund 40 Prozent der Wähler gewählt wird, dauerhaft auszugrenzen“, sagte Wagenknecht mit Blick auf die AfD. „Die Brandmauer ist gescheitert.“ Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lehnt eine Wahl mit einfacher Mehrheit jedoch ab. „Ich bin ja nicht Friedrich Merz und möchte nach der Wahl genau das Gegenteil von dem machen, was ich vorher angekündigt habe“, sagte er im Interview mit WELT TV bei einem Wahlkampftermin in Halle. Er wolle „liefern“ und nicht reden. Eine von ihm geführte Landesregierung müsse über die gesamte Legislaturperiode handlungsfähig bleiben. Siegmund will „stabil regieren“ Siegmund begründete seine Haltung mit dem Anspruch, die erste AfD-geführte Landesregierung in Sachsen-Anhalt stabil führen zu können. Ohne Mehrheit im Parlament sei das aus seiner Sicht nicht möglich. „Und wie soll ich denn ohne eine Mehrheit im Parlament eine vernünftige Regierung hier über fünf Jahre gewährleisten? Insbesondere die erste AfD-geführte Regierung. Das muss stabil sein“, sagte er. Die AfD strebt nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September eine Alleinregierung an und will erstmals in Deutschland einen Ministerpräsidenten stellen. Dies ist unter anderem davon abhängig, wie viele Parteien insgesamt ins Parlament einziehen werden – und wie diese dann bei der Wahl des Ministerpräsidenten agieren. Die Spitzenkandidaten von sieben Parteien stellen sich am Mittwochabend im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) den Fragen von Bürgern. Dort werden auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) sowie Ulrich Siegmund (AfD) live Fragen aus dem Publikum beantworten.

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12. August
ZDF heute

Wagenknecht: BSW könnte AfD-Ministerpräsident ermöglichen

Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt:Wagenknecht: BSW könnte AfD-Ministerpräsident ermöglichen In Umfragen für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD derzeit vor der CDU. Das BSW könnte der AfD den Weg zur Landesregierung freimachen - mit einer Enthaltung. Knapp vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht erklärt, dass ihre Partei bei einem Einzug in den Landtag unter bestimmten Umständen den Weg für einen Ministerpräsidenten von der AfD freimachen wolle. "Unser Wahlziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers und seine Ersetzung durch einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit einem Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten regiert. Das bedeutet: auch mit der AfD", sagte Wagenknecht der "Bild"-Zeitung (Mittwochsausgabe). Laut dem Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt könnten Mitglieder der AfD ihre waffenrechtliche Erlaubnis verlieren. 11.08.2026 | 1:54 minBSW könnte Mehrheit für AfD ermöglichen Sollten die anderen Parteien dieses Modell ablehnen, "werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten", sagte Wagenknecht mit Blick auf die Wahl eines Ministerpräsidenten im Landtag. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. In den aktuellen Umfragen liegt die AfD mit großem Vorsprung vor der CDU. Einer Insa-Umfrage zufolge käme die AfD derzeit auf 42 Prozent, das BSW auf fünf Prozent. CDU, Linke und SPD kämen zusammen auf 41 Prozent. Würde sich das BSW bei einem solchen Ergebnis im dritten Wahlgang der Ministerpräsidentenwahl enthalten, könnte theoretisch ein AfD-Kandidat mit einfacher Stimmenmehrheit Regierungschef werden. Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident Sven Schulze holt sich im Wahlkampf Unterstützung von Schauspieler Dieter Hallervorden. 07.08.2026 | 2:12 minAfD will in Sachsen-Anhalt allein regieren "Es ist einfach völlig undemokratisch, eine Partei, die von rund 40 Prozent der Wähler gewählt wird, dauerhaft auszugrenzen", sagte Wagenknecht mit Blick auf die AfD. Die Brandmauer ist gescheitert. Sahra Wagenknecht, BSW-Gründerin Die AfD strebt nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September eine Alleinregierung an und will erstmals in Deutschland einen Ministerpräsidenten stellen. Ob dies gelingt, hängt unter anderem davon ab, wie viele Parteien insgesamt ins Parlament einziehen und wie sie dann bei der Wahl des Ministerpräsidenten agieren. Der Wahl-O-Mat für die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist online. ZDF-Reporterin Annette Pöschel wirft einen Blick auf Kleinparteien nahe der 5-Prozent-Hürde. 06.08.2026 | 1:45 minDie Spitzenkandidaten von sieben Parteien stellen sich am Mittwochabend im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Neben Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) wird unter anderem auch dessen Kontrahent von der AfD, Ulrich Siegmund, live Fragen aus dem Publikum beantworten. Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Mehr zum Wahlkampf in Sachsen-Anhalt - Stimmung vor der Landtagswahl:Sorge vor der Zukunft und vor AfD: Was Sachsen-Anhalt bewegtvon Hagen Mikulasmit Video13:54 - "Katastrophale Maßnahmen":Ökonomen warnen vor Wirtschaftsplänen der AfDmit Video2:12 - ExklusivLinken-Chef im ZDF-Sommerinterview:Pantisano schließt Wahl von CDU-Ministerpräsident nicht ausvon Johannes Liebermit Video20:10 - In Sachsen-Anhalt einen Nerv getroffen:Wie Hallervorden Wahlkampf für CDU-Politiker Schulze machtvon Andreas Postelmit Video3:07

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11. August
FAZ (Politik)

Sachsen-Anhalt: BSW will notfalls AfD-Ministerpräsidenten zulassen

Sachsen-Anhalt : BSW will notfalls AfD-Ministerpräsidenten zulassen Eine Partei mit 40 Prozent der Stimmen auszugrenzen, sei undemokratisch, sagt BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht. Sie stellt eine Enthaltung ihrer Partei in Aussicht. Das könnte einen AfD-Ministerpräsidenten ermöglichen. Knapp vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht erklärt, dass ihre Partei bei einem Einzug in den Landtag in einem bestimmten Fall den Weg für einen Ministerpräsidenten von der AfD freimachen wolle. „Unser Wahlziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers und seine Ersetzung durch einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit einem Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten regiert. Das bedeutet: auch mit der AfD“, sagte Wagenknecht der „Bild“-Zeitung (Mittwochsausgabe). Sollten die anderen Parteien dieses Modell ablehnen, „werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten“, sagte Wagenknecht mit Blick auf die Wahl eines Ministerpräsidenten im Landtag weiter. Wagenknecht: „Die Brandmauer ist gescheitert“ Einer aktuellen Insa-Umfrage zufolge käme die AfD in Sachsen-Anhalt derzeit auf 42 Prozent. Das BSW würde fünf Prozent der Stimmen erhalten. CDU, Linke und SPD kämen zusammen auf 41 Prozent. Würde sich das BSW bei einem solchen Ergebnis im Landtag bei der Wahl zum Ministerpräsidenten im dritten Wahlgang enthalten, könnte theoretisch ein AfD-Kandidat mit einfacher Stimmenmehrheit Regierungschef werden. „Es ist einfach völlig undemokratisch, eine Partei, die von rund 40 Prozent der Wähler gewählt wird, dauerhaft auszugrenzen“, sagte Wagenknecht mit Blick auf die AfD. „Die Brandmauer ist gescheitert.“ Die AfD strebt nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September eine Alleinregierung an und will erstmals in Deutschland einen Ministerpräsidenten stellen. Dies ist unter anderem davon abhängig, wie viele Parteien insgesamt ins Parlament einziehen werden – und wie diese dann bei der Wahl des Ministerpräsidenten agieren. Die Spitzenkandidaten von sieben Parteien stellen sich am Mittwochabend im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Neben Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) wird unter anderem auch dessen Kontrahent von der AfD, Ulrich Siegmund, live Fragen aus dem Publikum beantworten.

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11. August
Der Spiegel (Politik)

BSW will bei Wahl in Sachsen-Anhalt Weg für AfD-Ministerpräsidenten freimachen

Landtagswahl am 6. September BSW will in Sachsen-Anhalt Weg für AfD-Ministerpräsidenten freimachen Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat sich dafür ausgesprochen, nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auch die AfD in die Regierungsarbeit einzubeziehen. »Unser Ziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers«, sagte die Co-Vorsitzende Amira Mohamed Ali der »Rheinischen Post«. Man wolle stattdessen einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit wechselnden Mehrheiten regiere. »Auch unter Einbeziehung der AfD. Ganz egal, wie man zu den Positionen dieser Partei steht, wenn sie rund 40 Prozent der Wählerstimmen erhalten, kann man sie nicht komplett ignorieren.« Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter »Die Lage am Abend« – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail. Ganz ähnlich äußerte sich auch BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht. Sie erklärte, die Partei wolle bei einem Einzug in den Landtag notfalls den Weg für einen Ministerpräsidenten von der AfD freimachen. »Unser Wahlziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers und seine Ersetzung durch einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit einem Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten regiert. Das bedeutet: auch mit der AfD«, sagte Wagenknecht der »Bild«-Zeitung. Sollten die anderen Parteien dieses Modell ablehnen, »werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten«. »Es ist einfach völlig undemokratisch, eine Partei, die von rund 40 Prozent der Wähler gewählt wird, dauerhaft auszugrenzen«, sagte Wagenknecht. Die Brandmauer sei gescheitert. Wagenknecht und viele andere im BSW wettern seit Langem gegen die sogenannte Brandmauer, also dagegen, dass die anderen Parteien die Zusammenarbeit mit der AfD verweigern – das habe die Rechtsaußen-Truppe nur stärker gemacht. Mehr dazu, wie das BSW den Schulterschluss mit der AfD sucht, erfahren Sie hier . Mohamed Ali wurde auch gefragt, ob eine BSW-Fraktion im Falle eines Einzugs in den Magdeburger Landtag den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten wählen würde. Ihre Antwort – fast wortgleich zu Wagenknecht: »Sollten die anderen Parteien unser Modell ablehnen, werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten.« Im dritten Wahlgang reicht in Sachsen-Anhalt eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen aus. Enthaltungen werden nicht mitgezählt. Das könnte dazu führen, dass Siegmund Regierungschef wird, sofern er in einem dritten Wahlgang antritt (mehr über dieses Manöver erfahren Sie hier ). Der AfD-Politiker lehnt ein solches Vorgehen jedoch ab. Er wolle sich »selbstverständlich nicht« durch eine Enthaltung des BSW im dritten Wahlgang zum Ministerpräsidenten wählen lassen, sagte Siegmund »Welt TV«. Er setzt stattdessen auf eine Alleinregierung seiner Partei. »Was bringt es mir denn, ein formaler Ministerpräsident zu sein, ohne eine Mehrheit im Parlament? Ich brauche eine stabile Mannschaft über fünf Jahre hinweg, auf die sich dieses Bundesland verlassen kann.« In Sachsen-Anhalt findet die Landtagswahl am 6. September statt. Die AfD liegt in Umfragen mit Werten um die 40-Prozent-Marke deutlich vor der CDU. Das BSW muss hingegen wegen der Fünfprozenthürde um den Einzug ins Parlament bangen. Parteigründerin Sahra Wagenknecht hofft, dass ihr BSW in Sachsen-Anhalt nach vielen Schlappen ein Comeback erlebt. Doch ausgerechnet hier ist das Bündnis heillos zerstritten – es geht um das Verhältnis zur AfD. Mehr dazu erfahren Sie hier .

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11. August
Der Spiegel (Politik)

Wahl in Sachsen-Anhalt: BSW will Weg für AfD-Ministerpräsidenten freimachen

Landtagswahl am 6. September BSW will in Sachsen-Anhalt Weg für AfD-Ministerpräsidenten frei machen Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat sich dafür ausgesprochen, nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auch die AfD in die Regierungsarbeit einzubeziehen. »Unser Ziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers«, sagte die Co-Vorsitzende Amira Mohamed Ali der »Rheinischen Post«. Man wolle stattdessen einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit wechselnden Mehrheiten regiere. »Auch unter Einbeziehung der AfD. Ganz egal, wie man zu den Positionen dieser Partei steht; wenn sie rund 40 Prozent der Wählerstimmen erhalten, kann man sie nicht komplett ignorieren.« Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter »Die Lage am Abend« – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail. Ganz ähnlich äußerte sich auch BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht. Sie erklärte, die Partei wolle bei einem Einzug in den Landtag notfalls den Weg für einen Ministerpräsidenten von der AfD frei machen. »Unser Wahlziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers und seine Ersetzung durch einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit einem Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten regiert. Das bedeutet: auch mit der AfD«, sagte Wagenknecht der »Bild«-Zeitung. Sollten die anderen Parteien dieses Modell ablehnen, »werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten«. Delegierte beim Landesparteitag des BSW Sachsen-Anhalt Foto:Klaus-Dietmar Gabbert / dpa »Es ist einfach völlig undemokratisch, eine Partei, die von rund 40 Prozent der Wähler gewählt wird, dauerhaft auszugrenzen«, sagte Wagenknecht. Die Brandmauer sei gescheitert. Wagenknecht und viele andere im BSW wettern seit Langem gegen die sogenannte Brandmauer, also dagegen, dass die anderen Parteien die Zusammenarbeit mit der AfD verweigern – das habe die Rechts-außen-Truppe nur stärker gemacht. Mehr dazu, wie das BSW den Schulterschluss mit der AfD sucht, erfahren Sie hier . Mohamed Ali wurde auch gefragt, ob eine BSW-Fraktion im Falle eines Einzugs in den Magdeburger Landtag den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten wählen würde. Ihre Antwort – fast wortgleich zu Wagenknecht: »Sollten die anderen Parteien unser Modell ablehnen, werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten.« Im dritten Wahlgang reicht in Sachsen-Anhalt eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen aus. Enthaltungen werden nicht mitgezählt. Das könnte dazu führen, dass Siegmund Regierungschef wird, sofern er in einem dritten Wahlgang antritt (mehr über dieses Manöver erfahren Sie hier ). Der AfD-Politiker lehnt ein solches Vorgehen jedoch ab. Er wolle sich »selbstverständlich nicht« durch eine Enthaltung des BSW im dritten Wahlgang zum Ministerpräsidenten wählen lassen, sagte Siegmund Welt TV. Er setze stattdessen auf eine Alleinregierung seiner Partei. »Was bringt es mir denn, ein formaler Ministerpräsident zu sein, ohne eine Mehrheit im Parlament? Ich brauche eine stabile Mannschaft über fünf Jahre hinweg, auf die sich dieses Bundesland verlassen kann.« In Sachsen-Anhalt findet die Landtagswahl am 6. September statt. Die AfD liegt in Umfragen mit Werten um die 40-Prozent-Marke deutlich vor der CDU. Das BSW muss hingegen wegen der Fünfprozenthürde um den Einzug ins Parlament bangen. Parteigründerin Sahra Wagenknecht hofft, dass ihr BSW in Sachsen-Anhalt nach vielen Schlappen ein Comeback erlebt. Doch ausgerechnet hier ist das Bündnis heillos zerstritten – es geht um das Verhältnis zur AfD. Mehr dazu erfahren Sie hier . Seien Sie dabei, wenn Deutschland spricht. Treffen Sie am 30. August jemanden, der anders denkt als Sie: Der SPIEGEL ist Teil einer bundesweiten Medieninitiative, die Menschen mit unterschiedlichen Ansichten in persönlichen Eins-zu-Eins-Gesprächen zusammenbringt. Erfahren Sie hier mehr über das Projekt. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

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11. August
Die Zeit (Politik)

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wagenknecht würde in Sachsen-Anhalt Weg für AfD-Regierung freimachen

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wagenknecht würde in Sachsen-Anhalt Weg für AfD-Regierung freimachen Sahra Wagenknecht will bei einem Einzug des BSW in den Landtag von Sachsen-Anhalt einen AfD-Ministerpräsidenten möglich machen. Die Brandmauer sei gescheitert. Sahra Wagenknecht zündelt in Sachsen-Anhalt mit einem Machtmodell jenseits der klassischen Koalitionsarithmetik. Für den Fall eines BSW-Einzugs in den Landtag stellt sie einen überparteilichen Ministerpräsidenten mit Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten in Aussicht – ausdrücklich auch mit Stimmen der AfD, und falls das scheitert, würde sich das BSW im dritten Wahlgang enthalten, was einem AfD-Kandidaten den Weg ebnen könnte. Ihre Begründung ist ein Frontalangriff auf die sogenannte Brandmauer, die sie als gescheitert und die dauerhafte Ausgrenzung einer von rund 40 Prozent gewählten Partei als undemokratisch framet – ein rhetorischer Move, der politisch maximal aufgeladen ist. Nur hat dieser Plot noch einen Haken im Maschinenraum: Das BSW liegt in Umfragen selbst bloß bei vier bis fünf Prozent, während die AfD mit 41 Prozent klar vorne rauscht und womöglich sogar die absolute Mehrheit knacken könnte, die CDU dagegen bei 24 Prozent verharrt. So erzählt der Vorstoß nicht nur von taktischem Poker im Landtagsbetrieb, sondern auch von einer Republik, in der alte Abgrenzungsrituale bröckeln, während CDU und andere Parteien ihre No-Go-Linien zur AfD und zur Linken demonstrativ auf Sendung halten. Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen. Fanden Sie die Zusammenfassung hilfreich? Diese Audioversion wurde künstlich erzeugt. Die Audioversion dieses Artikels wurde künstlich erzeugt. Wir entwickeln dieses Angebot stetig weiter und freuen uns über Ihr Feedback. Die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht will bei einem Einzug ihrer Partei in den Landtag von Sachsen-Anhalt notfalls den Weg für einen Ministerpräsidenten von der AfD freimachen. Das sagte Wagenknecht gegenüber der Bild-Zeitung. »Unser Wahlziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers und seine Ersetzung durch einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit einem Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten regiert. Das bedeutet: auch mit der AfD.« Sollten die anderen Parteien dieses Modell ablehnen, würde sich das BSW im dritten Wahlgang enthalten, sagte Wagenknecht weiter. »Es ist einfach völlig undemokratisch, eine Partei, die von rund 40 Prozent der Wähler gewählt wird, dauerhaft auszugrenzen«, sagte Wagenknecht: »Die Brandmauer ist gescheitert.«

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11. August
Handelsblatt

Wie weiter nach der Wahl?: BSW für AfD-Einbindung nach Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Wie weiter nach der Wahl?: BSW für AfD-Einbindung nach Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Magdeburg. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat sich dafür ausgesprochen, nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auch die AfD in die Regierungsarbeit einzubeziehen. „Unser Ziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers“, sagte die Co-Vorsitzende Amira Mohamed Ali der „Rheinischen Post“. Man wolle stattdessen einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit wechselnden Mehrheiten regiere. „Auch unter Einbeziehung der AfD. Ganz egal, wie man zu den Positionen dieser Partei steht, wenn sie rund 40 Prozent der Wählerstimmen erhalten, kann man sie nicht komplett ignorieren.“ Auf die Frage, ob eine BSW-Fraktion im Falle eines Einzugs in den Magdeburger Landtag den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten wählen würde, antwortete sie: „Sollten die anderen Parteien unser Modell ablehnen, werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten.“ Im dritten Wahlgang reicht in Sachsen-Anhalt eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen aus. Enthaltungen werden nicht mitgezählt. Das könnte dazu führen, dass Siegmund Regierungschef wird, sofern er in einem dritten Wahlgang antritt. Siegmund möchte eigene Mehrheit im Parlament Der AfD-Politiker lehnt ein solches Vorgehen jedoch ab. Er wolle sich „selbstverständlich nicht“ durch eine Enthaltung des BSW im dritten Wahlgang zum Ministerpräsidenten wählen lassen, sagte Siegmund „Welt TV“. Er setzt stattdessen auf eine Alleinregierung seiner Partei. „Was bringt es mir denn, ein formaler Ministerpräsident zu sein, ohne eine Mehrheit im Parlament? Ich brauche eine stabile Mannschaft über fünf Jahre hinweg, auf die sich dieses Bundesland verlassen kann.“ In Sachsen-Anhalt findet die Landtagswahl am 6. September statt. Die AfD liegt in Umfragen mit Werten um die 40-Prozent-Marke deutlich vor der CDU. Das BSW muss hingegen wegen der Fünf-Prozent-Hürde um den Einzug ins Parlament bangen.

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11. August
Die Welt (Politik)

Siegmund weist BSW-Hilfe zurück – und fordert eigene Mehrheit mit „45 Prozent plus X“

Siegmund weist BSW-Hilfe zurück – und fordert eigene Mehrheit mit „45 Prozent plus X“ Das BSW könnte nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine wichtige Rolle bei der Regierungsbildung spielen. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lehnt eine Wahl mit dessen Hilfe jedoch ab. Sein Ziel: eine absolute Mehrheit für die AfD. Ulrich Siegmund will Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt werden. Auf eine Wahl ohne eigene parlamentarische Mehrheit will sich der AfD-Spitzenkandidat allerdings nicht einlassen. Auch eine Enthaltung des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) im dritten Wahlgang, die ihm unter bestimmten Voraussetzungen zur Wahl verhelfen könnte, lehnt Siegmund ab. „Ich bin ja nicht Friedrich Merz und möchte nach der Wahl genau das Gegenteil von dem machen, was ich vorher angekündigt habe“, sagte Siegmund im Gespräch mit WELT TV bei einem Wahlkampftermin in Halle. Er wolle „liefern“ und nicht reden. Eine von ihm geführte Landesregierung müsse über die gesamte Legislaturperiode handlungsfähig bleiben. Siegmund begründet seine Haltung mit dem Anspruch, die erste AfD-geführte Landesregierung in Sachsen-Anhalt stabil führen zu können. Ohne Mehrheit im Parlament sei das aus seiner Sicht nicht möglich. „Und wie soll ich denn ohne eine Mehrheit im Parlament eine vernünftige Regierung hier über fünf Jahre gewährleisten? Insbesondere die erste AfD-geführte Regierung. Das muss stabil sein“, sagte er. Entscheidend sei für ihn vielmehr die parlamentarische Grundlage seiner Regierung. Er müsse sich auch in Krisenzeiten auf eine „stabile Mannschaft“ verlassen können. Dafür brauche er die absolute Mehrheit. In diesem Zusammenhang richtet sich Siegmunds Blick auch auf das BSW. Der AfD-Politiker wirft Teilen der Medien vor, die Partei gezielt in den Mittelpunkt zu rücken, um eine absolute Mehrheit der AfD zu verhindern. „Es ist für mich auch kein Geheimnis, dass jetzt Teile der Medienlandschaft ganz bewusst das BSW hier natürlich besonders hochschreiben, ganz besonders oft auch in den Mittelpunkt der Berichterstattung rücken, weil sie genau wissen, dass das eine absolute Mehrheit bei uns verhindern würde“, sagte er. Daraus leitet Siegmund einen direkten Appell an die BSW-Anhänger ab: „Und deswegen kann ich nur jedem BSW-Wähler empfehlen, wir müssen zusammenhalten. Und das geht nur mit einer starken AfD“, sagte der AfD-Spitzenkandidat. Siegmund verweist zur Begründung seiner Ablehnung von Kooperationen mit anderen Parteien auf die politischen Verhältnisse in Brandenburg und Thüringen. Wenn sich die Parteien „immer auseinanderspielen“, geschehe genau das, „was wir in Brandenburg erlebt haben, was wir auch in Thüringen erlebt haben“. Eine Zusammenarbeit mit anderen Politikern hält er unter diesen Bedingungen nicht für geeignet, die politischen Probleme des Landes zu lösen. „Wie soll ich denn mit diesen Menschen hier oder mit diesen Politikern die Probleme dieses Landes in den Griff bekommen?“ Seine Schlussfolgerung ist eindeutig: „Wir schaffen es nur alleine. Deswegen 45 Prozent plus X. Und deswegen die absolute Mehrheit. Das ist der einzige Weg, um dieses Land hier zu retten.“ BSW könnte bei Regierungsbildung entscheidend werden Die Frage nach einer parlamentarischen Mehrheit stellt sich für Siegmund vor dem Hintergrund der aktuellen Umfragewerte. In einer Insa-Erhebung im Auftrag von „Bild“ kommt die AfD derzeit auf 42 Prozent. Die CDU erreicht 22 Prozent, die Linke 13 Prozent, die SPD sechs Prozent und das BSW fünf Prozent. Grüne und FDP liegen jeweils bei vier Prozent. Damit wäre die AfD nach den aktuellen Zahlen zwar mit deutlichem Abstand stärkste Kraft, eine eigene absolute Mehrheit würde sie jedoch nicht erreichen. Das BSW könnte deshalb bei der Frage der Regierungsbildung eine wichtige Rolle spielen – sofern es den Einzug in den Landtag schafft. Die Partei hat angekündigt, weder Siegmund noch den CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze aktiv wählen zu wollen. Stattdessen schlägt BSW-Chefin Amira Mohamed Ali eine überparteiliche Persönlichkeit vor, die mit wechselnden Mehrheiten regieren könnte. Sollte dieser Vorschlag nicht angenommen werden, wolle sich das BSW enthalten. Gerade diese Enthaltung könnte im dritten Wahlgang relevant werden. Unter den entsprechenden Mehrheitsverhältnissen könnte Siegmund dadurch zum Ministerpräsidenten gewählt werden, obwohl die AfD nicht über eine absolute Mehrheit der Sitze verfügt. Siegmund weist diese Möglichkeit jedoch zurück.

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11. August
Neues Deutschland

Landtagswahl | CDU fällt in Sachsen-Anhalt weiter zurück

- Politik - Landtagswahl CDU fällt in Sachsen-Anhalt weiter zurück Neue Umfrage: AfD nähert sich absoluter Mehrheit. BSW könnte zum Steigbügelhalter der Rechtsextremen werden. Dieses Plakat schrieb Geschichte. Von einem sieben Stockwerke hohen Banner schaute im sachsen-anhaltischen Landtagswahlkampf des Jahres 2006 der CDU-Ministerpräsident Wolfgang Böhmer auf die Wahlbürger der Landeshauptstadt Magdeburg herab, die Hand lässig in der Hosentasche, ein mildes Lächeln im Gesicht. Daneben nur zwei Wörter: »Der Garant«. Allein dieser Mann, so die Botschaft des von einer Unternehmervereinigung gesponserten Plakats, könne verhindern, dass Sachsen-Anhalt wie in den Jahren des »Magdeburger Modells« erneut von Rot-Rot regiert werde. Die Hoffnung erfüllte sich. Die SPD schlug eine rechnerisch mögliche linke Koalition aus, in die sie als Juniorpartner hätte eintreten müssen, und gab einem schwarz-rotes Bündnis unter Böhmer den Vorzug. 20 Jahre später ist das ikonografische Motiv wieder in einem Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt zu sehen – in einer so augenzwinkernden wie todernst gemeinten Variation. »Der Garant« heißt es diesmal auf den zwei je 150 Quadratmeter großen LED-Displays des »Hallcube«, einer riesigen Werbeanlage an der Bundesstraße B6 im Stadtzentrum von Halle, die täglich mehr als 100 000 Autos passieren. Neben dem Schriftzug ist freilich nicht der 2025 verstorbene Böhmer zu sehen, sondern – die Hand lässig in der Tasche, ein mildes Lächeln auf den Lippen – Eva von Angern, die Spitzenkandidatin der Linken. Es handelt sich nicht um ein von der Partei finanziertes Plakat, sondern, so ist am unteren Rand der Großfläche zu lesen, um »eine Wortmeldung aus der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt, damit unser Land nicht zum rechtsextremen Experimentierfeld wird«. Diese Gefahr ist größer denn je. Laut einer aktuellen Umfrage des Insa-Instituts im Auftrag von »Bild« vergrößert die AfD den Abstand zur CDU weiter. Mit 42 Prozent liegt sie nun bereits 20 Punkte vor der Partei von Ministerpräsident Sven Schulze. Die Linke wird stabil bei 13 Prozent geführt. Nach wie vor offen ist, welche der kleineren Parteien den Sprung in den Landtag schaffen werden. Laut den aktuellen Zahlen wäre die SPD mit sechs Prozent drin, die Grünen und die FDP wären mit vier Prozent draußen. Das BSW wird, wie schon in den Insa-Umfragen von Juni und März, bei fünf Prozent geführt. Eine kürzlich veröffentlichte Erhebung von Infratest-Dimap sah die Partei bei vier Prozent und damit nicht im Landtag. Am Wahlabend könnte sich das als entscheidend erweisen. Auch wenn bis zur Abstimmung am 6. September noch knapp vier Wochen Zeit sind, zweifelt kaum mehr ein Beobachter daran, dass die AfD deutlich vor der CDU durchs Ziel geht, zumal deren Zahlen seit dem zu Jahresbeginn vollzogenen Wechsel von Langzeit-Regierungschef Reiner Haselhoff zu Schulze im permanenten Sinkflug begriffen sind. Eine Dynamik, um diesen Trend umzukehren, ist nicht zu erkennen. Wichtiger aber ist zunächst, welche kleineren Parteien im Landtag vertreten sein werden. »Diese Wahl wird an der Fünfprozent-Hürde entschieden«, sagte der Politikberater Johannes Hillje dem Sender N-TV. Schaffen SPD und Grüne den Sprung ins Parlament, könnte es für eine Mehrheit gegen die AfD reichen; das Ziel einer Alleinregierung rückte für die Rechtsextremen in weitere Ferne. Gelingt wiederum dem BSW trotz der aktuellen, mit Austritten namhafter Funktionäre verbundenen Querelen im Landesverband der Einzug in den Landtag, erhielte die AfD Schützenhilfe. Die Wagenknecht-Partei hat die Idee eines parteiunabhängigen Ministerpräsidenten ins Spiel gebracht. Eine Mehrheit dafür ist aber nicht absehbar. Stattdessen könnten sich ihre Abgeordneten bei der Wahl des Ministerpräsidenten im dritten Wahlgang, in dem eine einfache Mehrheit ausreicht, enthalten – und so zum Steigbügelhalter für den ersten Ministerpräsidenten einer gesichert rechtsextremen Partei werden. Die Prioritäten der Partei sind andere. »Nur wenn das BSW in den Landtag einzieht, kann die nächste Amtszeit des CDU-Ministerpräsidenten verhindert werden«, sagte Spitzenkandidatin Claudia Wittig zu »Bild«. »Die AfD allein wird es nicht schaffen.« Das Blatt berichtet zudem über ein Papier, in dem das BSW Bedingungen für eine Kooperation benennt. Eine davon ist die Kündigung des Rundfunkstaatsvertrags – die wiederum AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund als erste Amtshandlung umsetzen will. Angesichts des vermutlich wahlentscheidenden Gedrängels an der Fünfprozent-Hürde gibt es Aufrufe zum taktischen Wählen. Eine gleichnamige Initiative ist bereits seit Längerem im Land unterwegs. Sie animiert dazu, SPD und Grünen per Zweitstimme zum Landtagseinzug zu verhelfen und die Erststimme jeweils dem aussichtsreichsten Kontrahenten der AfD-Bewerber zu geben. Am Freitag will auch die Organisation Campact ihre Wahlkampagne für Sachsen-Anhalt vorstellen. Sie hat bereits mehr als drei Millionen Euro an Spenden gesammelt, mit deren Hilfe in diesem Bundesland sowie in Mecklenburg-Vorpommern, wo am 20. September gewählt wird, die AfD von der Macht ferngehalten werden soll. Eine Hälfte fließt in zivilgesellschaftliche Projekte, die andere soll in eigene Aktionen gesteckt werden. Am 6. September wird sich zeigen, ob derlei Bemühungen gefruchtet haben und ob es eine rechnerische Mehrheit jenseits der AfD gibt. Damit diese zum Zuge kommt, müssen freilich nicht nur SPD und/oder Grüne den Sprung in den Landtag schaffen, sondern auch CDU und Linke den über ihren jeweiligen Schatten. Wohl nur eine wie auch immer geartete Kooperation beider Parteien kann einen Zugriff der AfD auf die Regierungsmacht verhindern. Von Angern hat stets betont, dass sich ihre Partei bei allen Differenzen der staatspolitischen Verantwortung stellen würde. Zweifellos wäre das mit vielen Zugeständnissen verbunden. Dass auf dem Großplakat mit der Aufschrift »Garant« im Interesse der historischen Analogie auf das Gendern verzichtet wurde, ist da noch am leichtesten zu verschmerzen. Wir sind käuflich. Aber nur für unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. 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11. August
Neues Deutschland

Landtagswahlen | AfD vor den Wahlen: Stuss als Erfolgsrezept

- Kommentare - Landtagswahlen AfD vor den Wahlen: Stuss als Erfolgsrezept Die AfD wird bei den anstehenden Landtagswahlen vermutlich gut bis sehr gut abschneiden. Warum die bürgerlichen Parteien das nicht verhindern können, weiß Christoph Ruf. »Summer in the city… and fire in the sky.« Es muss schon eine Weile her sein, dass die Menschheit beschlossen hat, Waldbrände, Sommerstürme und ähnliches zwar dem Klimawandel zuzuschreiben, dabei aber gleichzeitig alle Maßnahmen gegen ihn als grün-versifften Mist anzusehen. Im Stau sieht man jedenfalls derzeit verdammt viele Autoaufkleber, die Greta Thunberg beschimpfen. Und die dusselige AfD variiert das Thema in allen Wahlkämpfen – mit dem hochintelligenten Tenor, dass man sich Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht leisten könne, zumal es ihn ja gar nicht gebe. Dieser Stuss wird gerade an der Ostsee genauso beklatscht wie in Magdeburg – und im vergangenen Frühjahr bei den Wahlkämpfen im Südwesten. Nun habe ich gerade eine Reise hinter mir, bei der es darum ging, herauszufinden, warum so viele Schülerinnen und (vor allem) Schüler die AfD wählen werden. Eines fand ich dabei besonders bemerkenswert. Denn ganz offensichtlich fliegen ihr gerade auch die Stimmen derer zu, die nicht die geringste Ahnung von Politik haben, die daraus aber nicht den Schluss ziehen, dass sie dann besser zu Hause bleiben. Die Rede ist von jungen Männern, die finden, dass die Spritpreise zu hoch sind, die dann an einem AfD-Plakat »Tanken darf kein Luxus sein« vorbeigehen – und plötzlich wissen, wen sie wählen werden. Darüber darf man sich durchaus wundern. Zu Ende denken muss man diesen gedanklichen Weg allerdings nicht. Schließlich führt er zur Abschaffung des allgemeinen Wahlrechts, weil auch ein Großteil der Erwachsenen seine Wahlentscheidungen ähnlich faktenfern trifft. Christoph Ruf ist freier Autor und beobachtet hier politische und sportliche Begebenheiten. Interessant ist die Beobachtung, dass die AfD neben völkischen und falsch abgebogenen Protestwählern auch die Unpolitischen abgreift, aber trotzdem. Denn das wirft automatisch die Frage auf, was die anderen Parteien versäumen. Bei den Juniorwahlen des vergangenen Jahres schnitten in fast allen Bundesländern AfD und Linke am besten ab. Ich glaube, nicht zuletzt deshalb, weil man bei beiden ziemlich genau weiß, was man auf beiden Seiten der Barrikaden bekommt. Und bei CDU, SPD, FDP und Grünen? Also bei den Parteien, die gerade in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin flehentlich um Stimmen bitten und dabei auf den ersten, zweiten und dritten Blick vor allem ein Argument haben: Dass sie nicht die AfD sind. Ein mutloses »Weiter so« kann aber dann kein gutes Rezept gegen die Blauen sein, wenn auch erklärte (und aktive) AfD-Gegner den Status quo weder gerecht noch zukunftsweisend finden. In Berlin hat die Linke vor, den Volksentscheid vom September 2021 umzusetzen und die als Wohnungskonzerne getarnten Gewinnmaximierer von Vonovia und Deutsche Wohnen zu enteignen. Die Reaktion der SPD spricht Bände. Sie will das Abstimmungsergebnis weiter missachten und warnt vor »DDR-Verhältnissen«. Was wirklich wahnsinnig clever ist, weil die Berliner im Gegensatz zum aus Hannover stammenden Spitzenkandidaten der SPD noch wissen, dass in der DDR zwar vieles im Argen lag – aber garantiert nicht die Höhe der Mietpreise. Die Schriftstellerin Juli Zeh hat vollkommen recht: Wenn es ein Rezept gegen die AfD gibt, ist es besserer Journalismus. Und bessere Politik. Wir stehen zum Verkauf. Aber nur an unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört denen, die sie lesen und schreiben. Sie sichern mit ihrem Beitrag, dass unser Journalismus für alle zugänglich bleibt – ganz ohne Medienkonzern, Milliardär oder Paywall. Dank Ihrer Unterstützung können wir: → unabhängig und kritisch berichten → übersehene Themen in den Fokus rücken → marginalisierten Stimmen eine Plattform geben → Falschinformationen etwas entgegensetzen → linke Debatten anstoßen und weiterentwickeln Mit »Freiwillig zahlen« oder einem Genossenschaftsanteil machen Sie den Unterschied. Sie helfen, diese Zeitung am Leben zu halten. Damit nd.bleibt.

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10. August
Handelsblatt

Landtagswahl: AfD in Sachsen-Anhalt laut Umfrage bei 42 Prozent – BSW legt zu

Landtagswahl: AfD in Sachsen-Anhalt laut Umfrage bei 42 Prozent – BSW legt zu Dresden. Die AfD kann nach einer neuen Wahlumfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der „Bild“ bei der kommenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf 42 Prozent der Stimmen hoffen – und auf Unterstützung durch das BSW. Der Befragung zufolge würde das BSW erstmals die 5-Prozent-Hürde knacken und mit fünf Prozent der Stimmen in den Magdeburger Landtag einziehen. BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze sieht seine Partei als entscheidenden Faktor in der Frage, wer in Sachsen-Anhalt künftig das Amt des Ministerpräsidenten übernimmt: „Nur wenn das BSW in den Landtag einzieht, kann die nächste Amtszeit des CDU-Ministerpräsidenten verhindert werden. Die AfD allein wird es nicht schaffen“, so der BSW-Politiker. BSW-Parteigründerin Sahra Wagenknecht hatte erklärt, dass CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze im Falle eines Einzugs des BSW in den Magdeburger Landtag nicht mit den Stimmen ihrer Partei rechnen kann. Das aktuelle Umfrageergebnis könnte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund den Weg ins Ministerpräsidentenamt ebnen. Die CDU kommt der Insa-Umfrage zufolge auf 22 Prozent und verliert damit weiter an Boden auf die AfD. Drittstärkste Kraft wäre die Linke mit 13 Prozent. Grüne und FDP würden den Zahlen zufolge mit vier Prozent nicht in den Landtag einziehen. Die SPD liegt bei sechs Prozent. Mit 41 Prozent hätten CDU, Linke und SPD daher weniger Stimmen als die AfD, die bei einer Enthaltung des BSW im dritten Wahlgang den Ministerpräsidenten im Alleingang wählen könnte. Eine Umfrage von Infratest dimap von Ende Juli sah die AfD zuletzt bei 41 Prozent und die CDU bei 24 Prozent.

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10. August
Handelsblatt

Landtagswahl: Insa: AfD in Sachsen-Anhalt bei 42 Prozent – BSW legt zu

Landtagswahl: Insa: AfD in Sachsen-Anhalt bei 42 Prozent – BSW legt zu Magdeburg. Die AfD kann nach einer neuen Wahlumfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der „Bild“ bei der kommenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf 42 Prozent der Stimmen hoffen – und auf Unterstützung durch das BSW. Der Befragung zufolge würde das BSW erstmals die 5-Prozent-Hürde knacken und mit fünf Prozent der Stimmen in den Magdeburger Landtag einziehen. BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze sieht seine Partei als entscheidenden Faktor in der Frage, wer in Sachsen-Anhalt künftig das Amt des Ministerpräsidenten übernimmt: „Nur wenn das BSW in den Landtag einzieht, kann die nächste Amtszeit des CDU-Ministerpräsidenten verhindert werden. Die AfD allein wird es nicht schaffen“, so der BSW-Politiker. Wagenknecht: Keine BSW-Stimmen für Sven Schulze BSW-Parteigründerin Sahra Wagenknecht hatte erklärt, dass CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze im Falle eines Einzugs des BSW in den Magdeburger Landtag nicht mit den Stimmen ihrer Partei rechnen kann. Das aktuelle Umfrageergebnis könnte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund den Weg ins Ministerpräsidentenamt ebnen. Die CDU kommt der Insa-Umfrage zufolge auf 22 Prozent und verliert damit weiter an Boden auf die AfD. Drittstärkste Kraft wäre die Linke mit 13 Prozent. Grüne und FDP würden den Zahlen zufolge mit vier Prozent nicht in den Landtag einziehen. Die SPD liegt bei sechs Prozent. Mit 41 Prozent hätten CDU, Linke und SPD daher weniger Stimmen als die AfD, die bei einer Enthaltung des BSW im dritten Wahlgang den Ministerpräsidenten im Alleingang wählen könnte. Eine Umfrage von Infratest dimap von Ende Juli sah die AfD zuletzt bei 41 Prozent und die CDU bei 24 Prozent. Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Das Institut gibt eine statistische Fehlertoleranz von 3,1 Prozentpunkten an. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. AfD sieht sich auf Weg zu absoluter Mehrheit BSW-Kandidat Schulze plädiert für ein Modell der wechselnden Mehrheiten und einen „überparteilichen Ministerpräsidenten“ im Landtag, „um die Polarisierung im Land abzubauen“. Ein Vorschlag, den AfD-Spitzenkandidat Siegmund klar ablehnt: „Davon halte ich gar nichts, weil wir doch eine stabile Regierung in diesem Land brauchen“, sagte Siegmund der dpa. Die AfD sieht sich durch die neue Umfrage auf dem Weg zu ihrem erklärten Ziel einer absoluten Mehrheit bei der Wahl am 6. September. „Wenn wir diese Zielmarke erreichen, regieren wir auch dann, wenn von den drei kleinsten Parteien nur zwei endgültig aus dem Parlament fallen“, sagte Martin Reichardt, Landesvorsitzender der in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei. Für die Wahlumfrage wurden den Angaben der „Bild“ zufolge 1.000 Menschen im Zeitraum vom 31. Juli bis zum 06. August befragt.

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10. August
Die Welt (Politik)

Schock-Umfrage für Sven Schulze – AfD fast doppelt so stark wie CDU

Schock-Umfrage für Sven Schulze – AfD fast doppelt so stark wie CDU AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zieht in den Umfragen davon, während Ministerpräsident Sven Schulze in die Defensive gerät. Das BSW könnte in Sachsen-Anhalt zum Königsmacher werden. Vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erhält die AfD in einer Umfrage fast doppelt so viel Zustimmung wie die CDU. Laut Meinungsforschungsinstitut Insa gewinnt die Partei um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund einen Prozentpunkt hinzu und kommt nun auf 42 Prozent. Die CDU um Ministerpräsident Sven Schulze verliert hingegen zwei Prozentpunkte und müsste sich mit 22 Prozent begnügen. „Die CDU wird die AfD bis zum 6. September nicht mehr überholen. Die AfD wird bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die stärkste politische Kraft“, prognostizierte Insa-Gründer Hermann Binkert gegenüber „Bild“. Mit 6 Prozent (+1) käme die SPD der Erhebung zufolge knapp in den Magdeburger Landtag. FDP und Grüne würden mit jeweils 4 Prozent an der Fünfprozenthürde scheitern. Dafür würde das BSW den Sprung ins Parlament schaffen. 5 Prozent (+1) würden sich aktuell für die Partei entscheiden. Die Insa-Umfrage zu Sachsen-Anhalt im Überblick - AfD: 42 Prozent (+1 Prozentpunkt) - CDU: 22 Prozent (-2) - Linke: 13 Prozent (-1) - SPD: 6 Prozent (+1) - BSW: 5 Prozent (+1) - Grüne: 4 Prozent (unverändert) - FDP: 4 Prozent (unverändert) Damit könnte dem BSW die Rolle des Königsmachers zukommen – was dem amtierenden Ministerpräsidenten nicht zugutekäme. „Unser Wahlziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers und seine Ersetzung durch einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der die Brandmauer-Idiotie beendet“, hatte Parteigründerin Sahra Wagenknecht zuletzt angekündigt. Auch Spitzenkandidatin Claudia Wittig hatte sich deutlich gegen Schulze positioniert: „Nur wenn das BSW in den Landtag einzieht, kann die nächste Amtszeit des CDU-Ministerpräsidenten verhindert werden. Die AfD allein wird es nicht schaffen.“ Weder Sven Schulze noch Ulrich Siegmund hätten nach den Umfrageergebnissen eine absolute Mehrheit, die in den ersten beiden Wahlgängen nötig wäre, um sich zum Ministerpräsidenten wählen zu lassen. Im dritten Wahlgang reicht jedoch die einfache Stimmenmehrheit, die der AfD-Kandidat erreichen könnte, sofern sich die BSW-Abgeordneten enthielten. Zur Erinnerung: Die AfD hätte mit 42 Prozent mehr Stimmen als CDU, Linke und SPD (41 Prozent). Sollten FDP oder Grüne den Einzug in Sachsen-Anhalt doch noch bewerkstelligen, dürfte es leichter werden, gemeinsam mit CDU, SPD und Linken einen Ministerpräsidenten der AfD zu verhindern.

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9. August
Die Welt (Politik)

BSW will Machtwechsel in Sachsen-Anhalt auch mit AfD erreichen – und nennt sechs Projekte

BSW will Machtwechsel in Sachsen-Anhalt auch mit AfD erreichen – und nennt sechs Projekte Das BSW muss um den Einzug in den Landtag zittern. Jetzt positioniert sich die Partei als Mehrheitsbeschafferin – und schließt dabei auch die AfD ein. Das Bündnis Sahra Wagenknecht will nach der Wahl in Sachsen-Anhalt ausdrücklich auch mit der AfD neue Mehrheiten ermöglichen und so einen Machtwechsel herbeiführen. In einem Papier, das der „Bild“-Zeitung vorliegt, erklärt das BSW die „Brandmauer“ für gescheitert und nennt Bedingungen für eine Zusammenarbeit. Obwohl die Partei noch um den Einzug in den Landtag kämpft, bringt sie sich damit bereits als möglicher Mehrheitsbeschaffer ins Spiel. Die AfD liegt in Umfragen seit Monaten mit rund 40 Prozent vorn, die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze folgt mit etwa 24 Prozent. „Aktuell hat niemand hier eine Mehrheit. Ich habe sie nicht. Die AfD hat sie auch nicht“, sagte Schulze „Bild“. Das BSW kommt aktuell auf vier Prozent. Erarbeitet wurde das Papier von den BSW-Spitzenkandidaten Claudia Wittig und Thomas Schulze. Als Grundlage einer Zusammenarbeit nennt die Partei sechs zentrale Projekte. Im Bericht aufgeführt werden eine Bildungsoffensive mit mehr Lehrkräften und längeren gemeinsamen Lernzeiten, ein Landespflegegeld sowie die Aufstockung der Landespolizei auf mindestens 7000 Beamte bis 2028. Zudem fordert das BSW eine Bundesratsinitiative für günstigere Gas- und Öllieferungen aus Russland sowie die Kündigung des Medienstaatsvertrags und einen grundlegenden Neustart des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Einzug in den Landtag als AfD-Königsmacher? Wittig sagte der Zeitung: „Nur wenn das BSW in den Landtag einzieht, kann die nächste Amtszeit des CDU-Ministerpräsidenten verhindert werden. Die AfD allein wird es nicht schaffen.“ Auch Parteigründerin Sahra Wagenknecht formulierte das Ziel klar: „Veränderung wird es nur mit dem BSW geben! Unser Wahlziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers und seine Ersetzung durch einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der die Brandmauer-Idiotie beendet.“ CDU-Amtsinhaber Sven Schulze werde keine Stimme vom BSW bekommen. „Seine Abwahl wäre die nächste verdiente Klatsche für Friedrich Merz und wahrscheinlich das Ende seiner desaströsen Kanzlerschaft.“ Der Politikwissenschaftler Oliver Lembcke von der Ruhr-Universität Bochum wertet das Papier als strategisches Signal im Wahlkampf und „kein allgemeines Gesprächsangebot“. Die Botschaft richte sich vor allem an die Wähler: Eine Stimme für das BSW könne einen Regierungswechsel ermöglichen. „Gerade weil die AfD voraussichtlich auf einen Partner angewiesen sein könnte, präsentiert sich das BSW als potenzieller Mehrheitsbeschaffer. Damit verbindet das Papier programmatische Nähe mit einer glaubhaften Machtperspektive“, sagte Lembcke der „Bild“. Er spricht von einem Musterbeispiel für „Coalition Signaling“: Parteien zeigen bereits vor der Wahl, welche Bündnisse und Machtoptionen sie danach für denkbar halten.

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