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Samstag, 15. August 2026
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Sicherheit: Bayern: Drohnenabwehr ausbauen

Medienspektrum

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13. August
FAZ (Politik)

Drohnenabwehr: Schuster sieht kein „Zuständigkeitswirrwarr“

Drohnenabwehr : Schuster sieht kein „Zuständigkeitswirrwarr“ Die Innenminister haben in einer Telefonschalte über Drohnenabwehr gesprochen. Die Frage von Zuständigkeiten ist aus Sicht des sächsischen Innenministers nicht das Problem. Unter dem Eindruck der in Leipzig entdeckten Sprengstoffdrohne wollen die Innenminister von Bund und Ländern beim Aufbau von Fähigkeiten zur Abwehr potenziell gefährlicher Drohnen schneller vorankommen. Der sächsische Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur nach einer Telefonkonferenz der Länderressortchefs mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), notwendig sei die gegenseitige Unterstützung sowie gemeinsame Forschung und Beschaffung. „Die sächsische Staatsregierung setzt sich gemeinsam mit dem Flughafenbetreiber mit Nachdruck dafür ein, dass der Flughafen Leipzig/Halle bei der Ausstattung mit Drohnenabwehrtechnik und Drohnendetektion durch den Bund äußerst prioritär und in vorderster Reihe entsprechend ausgerüstet wird – gerade vor dem Hintergrund der zentralen Bedeutung als einer der größten europäischen Frachtflughäfen“, fügte er hinzu. Am Dienstagabend vergangener Woche war auf dem Flughafen eine umgebaute und mit Sprengstoff bestückte Drohne zwischen mehreren ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Drohne war dem Vernehmen nach auf eine Art und Weise gesteuert worden, die eine Entdeckung durch gängige Systeme erschwert. Die Sicherheitskräfte stuften den Vorfall mit dem unbemannten Fluggerät als sehr ernst ein. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Sie spricht von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“. Behrens und Högl fordern Sonder-Innenministerkonferenz Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sagte: „Wenn wir uns das Drohnenabwehrkonzept des Bundes angucken, dann sind die Flughäfen dabei, aber leider nicht alle – Hannover zum Beispiel nicht.“ Das sei eine Lücke, die sie nicht akzeptieren könne. Die Häfen gehörten aus ihrer Sicht zudem genauso wie die Flughäfen zur kritischen Infrastruktur. „Wir haben zum Beispiel noch gar keine richtige Idee vom Bund für die Häfen“, kritisierte sie. Spätestens der Vorfall in Leipzig habe gezeigt, „dass wir dort einen Schritt schneller werden können“. Sie sprach sich gemeinsam mit Bremens Innensenatorin Eva Högl (SPD) dafür aus, eine Sonder-Innenministerkonferenz einzuberufen, um noch einmal vertieft über die Drohnenabwehr zu sprechen. Högl sagte, es bestehe noch „ein Defizit an Technik, das müssen wir jetzt schnellstmöglich nachholen“. Die Lage sei ernst. Schuster widersprach einigen Fachleuten und Politikern, die nach dem Vorfall kritisiert hatten, die Verantwortung zwischen Flughafenbetreibern, Landespolizei, Bundespolizei und der Deutschen Flugsicherung sei unklar verteilt. Von einem „Zuständigkeitswirrwarr“ könne keine Rede sein, sagte der CDU-Politiker. Die eigentliche Herausforderung sei, die Fähigkeiten aller Beteiligten zur Detektion und Abwehr hochprofessioneller Drohnen ständig auf dem aktuellen Stand zu halten. Poseck: „Haben klare Zuständigkeiten“ Auch der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) machte nach der Telefonschalte deutlich, dass er „in Übereinstimmung mit der großen Mehrheit der Kollegen“ keine offenen Zuständigkeitsfragen sieht. „Der Handlungsbedarf liegt aktuell vielmehr darin, Fähigkeiten auszubauen“, sagte Poseck. „Bundes- und Landespolizei haben klare Zuständigkeiten; diese gelten auch bei der Drohnenabwehr.“ Bund und Länder arbeiteten nach seiner Wahrnehmung „Hand in Hand“; das gelte auch in Hessen durchgängig für die Polizeien des Bundes und des Landes. Poseck hob hervor, dass es „mehr denn je richtig und notwendig“ sei, dass Bund und Länder die Fähigkeiten zur Drohnendetektion und -abwehr ausbauen. Die entsprechenden Weichenstellungen habe man bereits vor längerem vorgenommen. „Ich sehe uns gemeinsam auf einem guten Weg; in den letzten Monaten hat sich bereits viel getan“, so Poseck. Dies gelte insbesondere auch für die großen Flughäfen, an erster Stelle für jenen in Frankfurt. Nun komme es darauf an, diesen Weg weiter zu beschleunigen und zu intensivieren. „Ich bin dem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt dankbar dafür, dass der Bund dabei durch den Ausbau von Standorten der Drohnenabwehr, personelle Verstärkungen und Beschaffungsvorgänge vorangeht“, so Poseck weiter. Grote spricht von neuer qualitativer Dimension Behrens sagte zur Lage am Flughafen Hannover: „Wir hatten vor zwei Tagen einen schwierigen Vorfall in Hannover, der mit dem Einsatzkommando der Bundespolizei nicht bewältigt werden konnte.“ Deswegen brauche es „auch ein System für Hannover, und ich glaube, das ist für Bremen auch mehr als gerechtfertigt“. Nach der Sichtung einer Drohne war der Flugbetrieb am Flughafen Hannover in der Nacht zum Dienstag zeitweise eingestellt worden. Die Bundespolizei ist an 13 deutschen Verkehrsflughäfen für die Luftsicherheit zuständig. Dazu zählen auch Bremen und Hannover. Diese beiden Flughäfen gehören aber nicht zu den acht Flughäfen, die seitens des Bundesinnenministeriums für eine prioritäre Ausstattung mit stationärer Technik zur Detektion und Abwehr von Drohnen genannt werden. Zu den konkreten Inhalten der Sonderschalte im Einzelnen sei Vertraulichkeit vereinbart worden, teilte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) mit. Er ist zurzeit Vorsitzender der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern. Grote sagte: „Der misslungene Sprengstoffanschlag auf den Flughafen Leipzig fügt sich ein in die aktuelle Entwicklung zunehmender hybrider Angriffe, stellt allerdings eine wirklich neue qualitative Dimension dar.“ Die Sicherheitsbehörden müssten mit weiteren vergleichbaren Angriffen rechnen und sich darauf bestmöglich vorbereiten. Bund und Länder hätten ihre Fähigkeiten zur Drohnenabwehr zwar bereits deutlich ausgebaut und investierten weiterhin in erheblichem Umfang. „Wir brauchen aber mehr Geschwindigkeit, eine noch intensivere Zusammenarbeit und vor allem eine von Bund und Ländern gemeinsam getragene Gesamtstrategie für die Drohnenabwehr in Deutschland.“

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13. August
Die Zeit (Politik)

Drohnenabwehr von Bund und Ländern: Innenminister fordern schnelle Ausweitung der Drohnenabwehr

Die Innenminister von Bund und Ländern wollen die Fähigkeiten zur Abwehr potenziell gefährlicher Drohnen schneller ausbauen. Das teilten mehrere Länderressortchefs nach einer gemeinsamen Telefonkonferenz mit. Hintergrund ist unter anderem die vergangene Woche in Leipzig entdeckte Sprengstoffdrohne. Der gescheiterte Sprengstoffanschlag in Leipzig füge sich ein »in die aktuelle Entwicklung zunehmender hybrider Angriffe«, sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) nach der eigens einberufenen Telefonkonferenz der Landesinnenminister mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Allerdings stellten die Geschehnisse in Leipzig »eine neue qualitative Dimension dar«. Die Sicherheitsbehörden müssten sich auf weitere Angriffe dieser Art vorbereiten. Zwar investierten Bund und Länder weiter in ihre Fähigkeiten zur Drohnenabwehr und hätten diese bereits deutlich ausgebaut, sagte Grote, der aktuell Vorsitzender der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern ist. »Wir brauchen aber mehr Geschwindigkeit, eine noch intensivere Zusammenarbeit und vor allem eine von Bund und Ländern gemeinsam getragene Gesamtstrategie für die Drohnenabwehr in Deutschland«, fügte er hinzu. Sachsens Innenminister fordert gemeinsame Beschaffung von Technik Über die genauen Inhalte der Sonderschalte wurde Vertraulichkeit vereinbart. Grotes Forderungen schlossen sich jedoch auch die Innenministerinnen und -minister anderer Bundesländer an. So sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU), notwendig sei die gegenseitige Unterstützung sowie gemeinsame Forschung und Beschaffung. Gemeinsam mit dem Flughafenbetreiber setze man sich mit Nachdruck dafür ein, dass der Flughafen Leipzig/Halle »bei der Ausstattung mit Drohnenabwehrtechnik und Drohnendetektion durch den Bund äußerst prioritär und in vorderster Reihe entsprechend ausgerüstet wird«, sagte Schuster. Der Flughafen habe eine zentrale Bedeutung als einer der größten europäischen Frachtflughäfen. Nicht alle Flughäfen sind Teil des Drohnenabwehrkonzepts Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) kritisierte mangelnde Unterstützung für den Flughafen in der Landeshauptstadt Hannover. Im Drohnenabwehrkonzept des Bundes seien »leider nicht alle« Flughäfen enthalten. Diese Lücke könne sie nicht akzeptieren. Zudem würden Häfen ebenso zur kritischen Infrastruktur gehören wie Flughäfen. Für deren Schutz gebe es »noch gar keine richtige Idee vom Bund«, sagte Behrens. Der Vorfall in Leipzig habe gezeigt, »dass wir dort einen Schritt schneller werden können«. Bremens Innensenatorin Eva Högl (SPD) sprach sich gemeinsam mit Behrens dafür aus, eine Sonder-Innenministerkonferenz einzuberufen, um vertieft über die Drohnenabwehr zu sprechen. Noch gebe es »ein Defizit an Technik«, sagte Högl – die Lage sei ernst. Die Bundespolizei ist an 13 deutschen Verkehrsflughäfen für die Luftsicherheit zuständig, darunter Bremen und Hannover. Diese beiden Flughäfen gehören jedoch nicht zu den acht, die seitens des Bundesinnenministeriums für eine prioritäre Ausstattung mit stationärer Technik zur Erkennung und Abwehr von Drohnen genannt werden. Am Dienstagabend vergangener Woche war auf dem Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff bestückte Drohne in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Sie spricht von einem »schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland«.

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13. August
Handelsblatt

Sprengstoff-Drohne in Leipzig: Innenministerkonferenz betont Zeitdruck bei Drohnen-Abwehr

Sprengstoff-Drohne in Leipzig: Innenministerkonferenz betont Zeitdruck bei Drohnen-Abwehr Cuxhaven/Dresden. Unter dem Eindruck der in Leipzig entdeckten Sprengstoff-Drohne wollen die Innenminister von Bund und Ländern beim Aufbau von Fähigkeiten zur Abwehr potenziell gefährlicher Drohnen schneller vorankommen. Der sächsische Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur nach einer Telefonkonferenz der Länderressortchefs mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), notwendig sei die gegenseitige Unterstützung sowie gemeinsame Forschung und Beschaffung. „Die sächsische Staatsregierung setzt sich gemeinsam mit dem Flughafenbetreiber mit Nachdruck dafür ein, dass der Flughafen Leipzig/Halle bei der Ausstattung mit Drohnenabwehrtechnik und Drohnendetektion durch den Bund äußerst prioritär und in vorderster Reihe entsprechend ausgerüstet wird - gerade vor dem Hintergrund der zentralen Bedeutung als einer der größten europäischen Frachtflughäfen“, fügte er hinzu. Drohne war umgebaut und mit Sprengstoff bestückt Am Dienstagabend vergangener Woche war auf dem Flughafen eine umgebaute und mit Sprengstoff bestückte Drohne zwischen mehreren ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Drohne war dem Vernehmen nach auf eine Art und Weise gesteuert worden, die eine Entdeckung durch gängige Systeme erschwert. Die Sicherheitskräfte stuften den Vorfall mit dem unbemannten Fluggerät als sehr ernst ein. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Sie spricht von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“. Was ist mit den Häfen? Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sagte: „Wenn wir uns das Drohnenabwehrkonzept des Bundes angucken, dann sind die Flughäfen dabei, aber leider nicht alle - Hannover zum Beispiel nicht.“ Das sei eine Lücke, die sie nicht akzeptieren könne. Die Häfen gehörten aus ihrer Sicht zudem genauso wie die Flughäfen zur kritischen Infrastruktur. „Wir haben zum Beispiel noch gar keine richtige Idee vom Bund für die Häfen“, kritisierte sie. Spätestens der Vorfall in Leipzig habe gezeigt, „dass wir dort einen Schritt schneller werden können“. Sie sprach sich gemeinsam mit Bremens Innensenatorin Eva Högl (SPD) dafür aus, eine Sonder-Innenministerkonferenz einzuberufen, um noch einmal vertieft über die Drohnenabwehr zu sprechen. Högl sagte, es bestehe noch „ein Defizit an Technik, das müssen wir jetzt schnellstmöglich nachholen“. Die Lage sei ernst. Es geht um Fähigkeiten, nicht um Zuständigkeiten Schuster widersprach einigen Experten und Politikern, die nach dem Vorfall kritisiert hatten, die Verantwortung zwischen Flughafenbetreibern, Landespolizei, Bundespolizei und der Deutschen Flugsicherung sei unklar verteilt. Von einem „Zuständigkeitswirrwarr“ könne keine Rede sein, sagte der CDU-Politiker. Die eigentliche Herausforderung sei, die Fähigkeiten aller Beteiligten zur Detektion und Abwehr hochprofessioneller Drohnen ständig auf dem aktuellen Stand zu halten. Behrens will Abwehrsystem des Bundes für Flughafen Hannover Behrens sagte zur Lage am Flughafen Hannover: „Wir hatten vor zwei Tagen einen schwierigen Vorfall in Hannover, der mit dem Einsatzkommando der Bundespolizei nicht bewältigt werden konnte.“ Deswegen brauche es „auch ein System für Hannover, und ich glaube, das ist für Bremen auch mehr als gerechtfertigt“. Nach der Sichtung einer Drohne war der Flugbetrieb am Flughafen Hannover in der Nacht zum Dienstag zeitweise eingestellt worden. Die Bundespolizei ist an 13 deutschen Verkehrsflughäfen für die Luftsicherheit zuständig. Dazu zählen auch Bremen und Hannover. Diese beiden Flughäfen gehören aber nicht zu den acht Flughäfen, die seitens des Bundesinnenministeriums für eine prioritäre Ausstattung mit stationärer Technik zur Detektion und Abwehr von Drohnen genannt werden. Verwandte Themen Neue Dimension erreicht Zu den konkreten Inhalten der Sonderschalte im Einzelnen sei Vertraulichkeit vereinbart worden, teilte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) mit. Er ist aktuell Vorsitzender der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern. Grote sagte: „Der misslungene Sprengstoffanschlag auf den Flughafen Leipzig fügt sich ein in die aktuelle Entwicklung zunehmender hybrider Angriffe, stellt allerdings eine wirklich neue qualitative Dimension dar.“ Auf weitere vergleichbare Angriffe vorbereiten Die Sicherheitsbehörden müssten mit weiteren vergleichbaren Angriffen rechnen und sich darauf bestmöglich vorbereiten. Bund und Länder hätten ihre Fähigkeiten zur Drohnenabwehr zwar bereits deutlich ausgebaut und investierten weiterhin in erheblichem Umfang. „Wir brauchen aber mehr Geschwindigkeit, eine noch intensivere Zusammenarbeit und vor allem eine von Bund und Ländern gemeinsam getragene Gesamtstrategie für die Drohnenabwehr in Deutschland.“

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12. August
Tagesschau

Wie läuft Drohnenabwehr in anderen europäischen Ländern?

Europa Wie läuft Drohnenabwehr in anderen Ländern? Spätestens seit Leipzig ist klar: Deutschland ist nicht zureichend für die Bedrohung durch Drohnen gewappnet. Doch wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus? Wie steht es dort um Erkennung und Abwehr von Drohnen? Nachdem ein mutiger Busfahrer und eine ordentliche Portion Glück wahrscheinlich ein großes Unglück am Leipziger Flughafen verhindert haben, ist die Bundesregierung alarmiert. Nun nimmt sie noch einmal viel Geld in die Hand, um die Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern. Deutschland sei "late to the party" - spät dran -, so hatte es schon vergangenes Jahr ein hoher NATO-Offizier formuliert. Aber wer sich in anderen europäischen Ländern umsieht, merkt, dass die Verspätung, mit der Deutschland auf die Bedrohung durch Drohnen reagiert hat, nur ein Teil des Problems ist. Russlands Nachbarn haben Erfahrung mit Kampfdrohnen Bei der Abwehr großer Kampfdrohnen sind Länder, die an die Ukraine oder Russland angrenzen, etwa Polen und Litauen, aus naheliegenden Gründen die Europäer mit der besten Ausrüstung und der meisten Erfahrung. Drohnen wie etwa die russische Geran werden im Ukraine-Krieg als Kamikaze-Drohnen eingesetzt. Tauchen sie über einem NATO-Staat auf, muss im Ernstfall schnellstmöglich die Flugbahn berechnet werden, um zu entscheiden, wie hoch die Bedrohung von Menschen oder strategisch wichtigen Einrichtungen ist. Im Zweifelsfall steigen dann entweder Flugzeuge, meist von NATO-Partnern, auf und bekämpfen die Drohne - oder bodengestützte Flugabwehrsysteme übernehmen die Abwehr. In Polen und Litauen sind zentrale Aufklärungssysteme der NATO installiert, beide Länder gelten im Umgang mit der ständigen Bedrohung an der Grenze als erfahren. Im September 2025 etwa drangen mehrere russische Drohnen in den polnischen Luftraum ein, viele wurden von NATO-Flugzeugen abgeschossen, einige stürzten zu Boden. Die politische Debatte danach war heftig, die Abwehr der Drohnen selbst aber nannte die NATO "weitgehend zufriedenstellend". Aber auch was das Problemfeld kleiner Drohnen angeht, meistenteils Quadrokopter oder Oktokopter, - sogenannten Baumarkt-Drohnen ähnlich jener, die anscheinend auch in Leipzig zum Einsatz kam - gibt es europäische Länder, die besser als Deutschland aufgestellt sind. Frankreich mit besserer Voraberkennung Beim Erkennen eines möglichen kritischen Drohnenvorfalls ist etwa Frankreich ein Land, von dem Deutschland lernen könnte. Frankreich hat bei der Abwehr von Kleindrohnen bereits früh das Augenmerk auf terroristische Angriffe gelegt. Bei Gefahr im Verzug dürfen Staatsorgane daher Drohnen mit sogenanntem Jamming elektronisch stören oder sogar zerstören, das regelt ein eigenes Gesetz. Mit den Olympischen Spielen 2024 in Paris hat Frankreich ein eigenes Luftlagebild eingeführt, das landesweit autorisierte Drohnen von nicht autorisierten unterscheiden kann. Dabei bewegt sich Frankreich vom staatlichen Monopol bei der Drohnenabwehr hin zu einem gemischten Modell: Betreiber kritischer Infrastruktur, wie etwa großer Flughäfen, dürfen seit einigen Wochen unter bestimmten Bedingungen selbst Drohnen zum Absturz bringen - und sie dürfen unter strengen Auflagen dazu sogar private Firmen engagieren. Briten weiter bei der Abwehr Bei der praktischen Abwehr von Drohnenangriffen ist etwa das Vereinigte Königreich vor allem deswegen wesentlich weiter, weil es zwischen der Kriminalpolizei, der Armee und den lokalen Behörden eine sehr pragmatische Regelung gibt, wer in welchem Fall für die Abwehr einer Drohne zuständig ist. Grundsätzlich werden solche Angriffe ohne die Royal Air Force, also ohne die Armee, geregelt. Die Kriminalpolizei hat sämtliche Befugnisse von elektronischer Störung einer eindringenden Drohne bis hin zu ihrem Abschuss. Das darf sie auch über kritischer Infrastruktur wie etwa Flughäfen tun. Erst in einem "besonders gefährlichen Fall", also bei einem ausgesprochen sensiblen Ziel oder einer besonderen Art von angreifender Drohne, wird das Militär hinzugezogen. Nach offiziellen Angaben ist das bisher "selten oder nie" vorgekommen. Diese klare Zuständigkeit sorgt für eine angemessene Reaktionszeit zwischen Gefahrerkennung und Gefahrenabwehr. Größtes Trainingszentrum in Österreich Das größte Trainingszentrum für Drohnenabwehr wird in Europa bezeichnenderweise nicht von staatlichen Stellen, von Militärs oder der Polizei betrieben, sondern von einem privaten Anbieter. In Kottingbrunn in Niederösterreich steht eine Anlage, die sich viele Polizeibehörden in Europa auch in ihrem Land wünschen würden. Denn auch die Ausbildung zur Drohnenabwehr ist ein Nadelöhr. So sehr etwa in Deutschland die technische Ausrüstung sich in den nächsten Jahren voraussichtlich verbessern wird - das Personal muss möglichst praxisnah geschult werden, und das so schnell wie möglich. Fähigkeiten der EU-Staaten "verbesserungswürdig" Deutschland fehlen sowohl entsprechende Trainingseinrichtungen, ein einheitliches Lagebild als auch eine praxisnahe Regel dafür, ob Bundespolizei, Landespolizei, Bundeswehr oder andere staatliche Behörden in einem Fall wie Leipzig zuständig ist und unter welchem Umständen Kleindrohnen gestört und attackiert werden dürfen. Die Bundesrepublik ist nicht gut aufgestellt - doch damit ist sie nicht allein: Die EU bezeichnet die Abwehrfähigkeiten ihrer Mitgliedstaaten bei Kleindrohnen als "verbesserungswürdig". Und die NATO fordert ihre Mitglieder zu einer "möglichst raschen Optimierung der Erkennungs- und Abwehrmöglichkeiten" auf.

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10. August
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Podcast: „Auf den Punkt“: Muss die Bundeswehr die Infrastruktur vor Drohnen schützen?

Der Vorfall in Leipzig, als eine mit Sprengstoff beladene Drohne auf ein ukrainisches Transportflugzeug zugeflogen ist, ist bei Weitem nicht der erste Fall. 166 Drohnen wurden im ersten Halbjahr 2026 an deutschen Flughäfen gemeldet, immer wieder wurde der Flugverkehr unterbrochen, teils mehrere Stunden. Zuständig für den Schutz der Flughäfen ist die Bundespolizei. Aber die scheint das Problem nicht in den Griff zu bekommen. Deshalb läuft nun eine Debatte darüber, was man tun könnte, um Vorfälle wie auf dem Leipziger Flughafen künftig zu verhindern. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Bundespolizei stärken. Aber: Reicht das aus, um die kritische Infrastruktur in Deutschland zu schützen? Braucht es etwa einen Einsatz des Militärs im Inneren? Nico Richter, Politik-Ressortleiter bei der SZ, sagt, das allein würde nicht viel helfen. Weitere Nachrichten: Niedrigwasser in deutschen Flüssen; Mieten in Deutschland steigen Zum Weiterlesen und -hören: Hier geht es zur „Auf den Punkt“-Folge zum Niedrigwasser mit ARD-Wettermann Sven Plöger. Und hier lesen Sie das Interview mit dem Ökonomen Moritz Schularick Moderation, Redaktion: Leopold Zaak Redaktion: Johannes Korsche Produktion: Julias Zimmer Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über Deutschlandfunk. So können Sie unseren Nachrichtenpodcast abonnieren: „Auf den Punkt“ ist der tägliche Nachrichtenpodcast der Süddeutschen Zeitung zu den wichtigsten Themen des Tages. Sie finden alle Folgen auf sz.de/nachrichtenpodcast. Verpassen Sie keine Folge und abonnieren Sie unser Audio-Angebot in Ihrer Lieblings-Podcast-App oder bei iTunes und Spotify. Eine Übersicht über all unsere Podcasts finden Sie unter www.sz.de/podcast, und hier erfahren Sie, wie Sie unsere Podcasts hören können. Sie haben Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie uns: podcast@sz.de.

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10. August
Tagesschau

Auch Bilger will Drohnenabwehr an deutschen Flughäfen verbessern

Diskussion nach Drohnenvorfall Bilger will Abwehr verbessern - Ruf nach Grundgesetzänderung Seit dem Drohnenvorfall in Leipzig wird über bessere Sicherheitsmaßnahmen an deutschen Flughäfen diskutiert. Der Bundesverkehrsminister will nun bei der Abwehr nachbessern - andere plädieren für Bundeswehreinsätze auch im Innern. Nach dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen will Bundesverkehrsminister Steffen Bilger nun schnell nachbessern. Im Fokus stehen dabei Vorkehrungen zur Entdeckung und Abwehr von Drohnen an deutschen Flughäfen. Zuständig für die Sicherheit im Luftraum rund um die Flughäfen sei die Deutsche Flugsicherung, sagte Bilger dem Nachrichtenportal Politico. Rechtzeitiges Erkennen von Drohnen spiele dabei "natürlich eine wesentliche Rolle", so Bilger weiter. "Frankfurt und München sind da inzwischen besser ausgestattet. Was die anderen Flughäfen angeht, haben wir keine Zeit zu verlieren. Ich will bei der weiteren Ausrüstung beschleunigen, was geht", betonte er. Günther fordert Zusammenarbeit von Bund und Ländern Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich angesichts der Bedrohungslage durch Drohnen für eine verbesserte Drohnenabwehr ausgesprochen. Er sagte dem Deutschlandfunk, dass Bundeswehreinsätze auch im Inneren ermöglicht werden sollten. "Weil man bei Drohnen kaum unterscheiden kann, ob es sich um eine außenpolitische oder innenpolitische Bedrohung handelt", so Günther. Deswegen müsse auch über eine Änderung des Grundgesetzes gesprochen werden. Generell sei er davon überzeugt, dass beim Thema äußere und innere Sicherheit die strikte Trennung zwischen Bund und Ländern nicht mehr zeitgemäß sei. Stattdessen sollten angesichts der aktuellen Bedrohungslage die Kompetenzen von Bund und Ländern noch stärker gebündelt werden. Man merke bei den Drohnen, dass Profis am Werk sind. "Und so professionell, wie das gemacht ist, kann man sich kaum vorstellen, dass da nicht auch eine staatliche Infrastruktur dahintersteckt." Deshalb sei es wichtig, mit der besten Technik ausgerüstet zu sein. Das sei "nur im Schulterschluss zwischen Bund und Ländern" möglich. Dobrindt verdoppelt Anti-Drohnen-Abwehr Am Flughafen Leipzig/Halle ist in der vergangenen Woche eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. Der Sprengsatz wurde von Experten der Bundespolizei entschärft. In der Nähe der Drohne befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine. Als Reaktion darauf kündigte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt Medienberichten zufolge an, die Anti-Drohnen-Einheit der Bundespolizei zu verdoppeln. So sollen im Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) künftig 300 statt 150 Einsatzkräfte für die Drohnenabwehr zur Verfügung stehen, berichtete die Bild am Sonntag unter Verweis auf Regierungskreise. Medienbericht: Drohne prallte gegen Tragfläche Unterdessen berichtet "Die Zeit" unter Berufung auf Überwachungskameras, dass die Drohne gezielt gegen ein ukrainisches Frachtflugzeug geflogen und auf dessen Tragfläche geprallt sei. Spuren des Aufpralls seien an einem Flügel der Antonow-Maschine zu erkennen. Der mit dem Sprengstoff Semtex bestückte Flugkörper sei aber nicht explodiert, sondern zu Boden gefallen. Der Sprengstoff habe sich möglicherweise beim Aufprall abgelöst und sei nicht an der Drohne selbst vorgefunden worden, sondern in einiger Entfernung. Warum der Sprengsatz nicht gezündet habe, sei unklar.

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10. August
ZDF heute

Bilger will bessere Drohnenabwehr an Flughäfen

Ausrüstung verstärken:Bilger will bessere Drohnenabwehr an Flughäfen Nach dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen will Verkehrsminister Bilger die Flughäfen aufrüsten. Die Entdeckung und Abwehr von Drohnen müsse verbessert werden. Nach dem Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) eine rasche Verbesserung der Vorkehrungen zur Entdeckung und Abwehr von Drohnen an Deutschlands Flughäfen angekündigt. "Die Deutsche Flugsicherung ist zuständig für die Sicherheit im Luftraum rund um die Flughäfen", sagte Bilger dem Nachrichtenportal Politico (Montag). Da spielt rechtzeitiges Erkennen von Drohnen natürlich eine wesentliche Rolle. Steffen Bilger, Bundesverkehrsminister Bilger will Ausrüstung der Flughäfen verbessern "Verlässliche Detektion ist das A und O", betonte der neue Verkehrsminister. "Frankfurt und München sind da inzwischen besser ausgestattet. Was die anderen Flughäfen angeht, haben wir keine Zeit zu verlieren. Ich will bei der weiteren Ausrüstung beschleunigen, was geht", betonte er. Am Flughafen Leipzig/Halle hatte in der vergangenen Woche ein Mitarbeiter im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt. Der an ihr befestigte Sprengsatz wurde von Experten der Bundespolizei entschärft. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine. Würde nachgewiesen, dass Russland hinter der Drohne am Leipziger Flughafen steckt, wäre das "ein Angriff auf Deutschland und die NATO", so Sicherheitsexperte Hans-Jakob Schindler. 09.08.2026 | 5:37 minWichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.  - Nachrichten | ZDF-Morgenmagazin:Drohnenabwehr: "Eine Herausforderung"Video4:46 - Nachrichten | heute journal update:Drohnenabwehr: "Das reicht eben nicht"Video4:17 - Nachrichten | heute journal update:Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzigvon S. Moritz-Möller / T. BärschVideo2:45 - FAQGeteilte Zuständigkeit und offene Fragen:Drohnenabwehr: Wie sicher ist Deutschlands Luftraum?mit Video2:28

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