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Sonntag, 12. Juli 2026
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Eskalation im Iran: Weitere Eskalation oder Diplomatie?

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12. Juli
taz (Öko & Co)

Eskalation im Iran: Weitere Eskalation oder Diplomatie?

Eskalation im Iran: Weitere Eskalation oder Diplomatie? Kontrollierte Militärschläge der USA und des Iran werden zu einem Mittel, am Verhandlungstisch Einfluss zu gewinnen. Kann das gut gehen? Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist in der Nacht zum Sonntag erneut militärisch eskaliert. Die USA starteten neue Angriffe auf den Iran, nachdem die iranischen Revolutionsgarden ein Schiff in der Straße von Hormus unter Beschuss genommen hatten. Der Iran verkündete die Sperrung der für den Welthandel wichtigen Meerenge und führte Vergeltungsangriffe auf Ziele in Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Oman und Kuwait aus. Angesichts der zunehmenden Spannungen steht die Fortsetzung des diplomatischen Prozesses erneut infrage. Doch vieles deutet darauf hin, dass Teheran und Washington weiterhin versuchen, einen großen Konflikt im Ausmaß des vorangegangenen Krieges zu vermeiden. Während der gesamten Dauer des Waffenstillstands seit Juni führten beide Seiten wiederholt sporadische Angriffe auf die Stellungen der jeweils anderen Seite durch. Keine dieser Auseinandersetzungen führte jedoch zu einer vollständigen Wiederaufnahme des Krieges. Beide Seiten scheinen die Logik „kontrollierter Militärschläge“ als Mittel angenommen zu haben, um am Verhandlungstisch mehr Einfluss zu gewinnen. Vor wenigen Tagen erklärte US-Präsident Donald Trump den Waffenstillstand zwar für „beendet“, erklärte aber gleichzeitig, die Gespräche fortzusetzen. Auch die Vermittlungsbemühungen Katars und Omans dauern an. Auf eine US-amerikanische Bodeninvasion im Iran oder einen Krieg auf unbestimmte Zeit deutet derzeit wenig hin. Zermürbungskrieg zerstörerischer als Sanktionen In Teheran beschränkt sich der zentrale Entscheidungszirkel ebenfalls bislang auf begrenzte Angriffe und betont weiterhin, an die Bedingungen der Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten gebunden zu sein. Der jüngste Krieg hat der iranischen Wirtschaft eine Welle von Entlassungen, sinkenden Produktionskapazitäten, Inflation und Rezession beschert. Für ein System, das jahrelang sanktioniert war, erweist sich ein langwieriger Zermürbungskrieg als noch zerstörerischer als die Sanktionen. Auch die innenpolitische Lage in Iran ist nicht stabil. Obwohl es der Islamischen Republik gelungen ist, ihren politischen Zusammenhalt nach Khameneis Tod effektiver aufrechtzuerhalten, als viele erwartet hatten, bestehen weiterhin Meinungsverschiedenheiten zwischen Hardlinern und Befürwortern von Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über wichtige politische Entscheidungen. Zwar versuchen beide Seiten, eine größere Konfrontation zu vermeiden, doch gleichzeitig rückt die Aussicht auf einen dauerhaften Frieden mit jedem Tag weiter in die Ferne. Das iranische Atomprogramm steht seit 2003 auf der Tagesordnung der Internationalen Atomenergie-Organisation. Das einzige bedeutende Abkommen, das in diesem Zeitraum erzielt wurde, war das Atomabkommen von 2015, das Trump in seiner ersten Amtszeit aufkündigte. Zwei Jahrzehnte erfolgloser Versuche, Frieden zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten herzustellen, zeigen, dass das Problem nicht einfach im Fehlen eines Dialogs liegt. Die zentrale Schwierigkeit liegt in den strukturellen und identitätsbezogenen Hindernissen. Im Februar 2025 erklärte Ali Khamenei, Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten seien „weder rational noch intelligent, noch ehrenhaft“. Hardliner in der Regierung sind nun entschlossener denn je, Khameneis Vermächtnis zu bewahren – eine Haltung, die sie durch ihre Parolen bei Straßenkundgebungen und in regierungsnahen Medien zum Ausdruck gebracht haben. Sie sind verärgert über die vorübergehende Einigung mit den Vereinigten Staaten, fordern eine härtere Politik und sogar direkte Vergeltungsmaßnahmen gegen Trump persönlich. Differenzen unter Golfstaaten Die angrenzenden Golfstaaten hingegen sorgen sich um ihre Sicherheit. Hinter verschlossenen Türen scheinen jedoch erhebliche Differenzen zu bestehen. Reuters berichtete am 27. März, dass Katar, Oman und Kuwait ein schnelles Ende des Krieges wünschten, da sie dessen wirtschaftliche Folgen und die Möglichkeit von Vergeltungsschlägen befürchteten. Im Gegensatz dazu wollten die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Bahrain, dass jede Vereinbarung über ein bloßes „Beenden des Krieges“ hinausgeht und Irans Raketen- und Drohnenkapazitäten sowie seine Fähigkeit, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu stören, einschränkt. So sehr die Kriegsparteien also ein Interesse an Deeskalation haben, jede neue Eskalation könnte nur wenige Fehleinschätzungen von einem umfassenden Krieg entfernt sein. (mit afp) 50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. 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11. Juli
Tagesschau

Neuer Anlauf für Iran-Verhandlungen im Oman

USA und Iran Sie reden wieder, aber noch nicht miteinander Die USA und Iran drohen sich öffentlich einmal mehr mit Rache und Vernichtung. Doch hinter den Kulissen wird offenbar wieder verhandelt - unter anderem im Oman. Im Fokus: die Straße von Hormus. Gelingt es, den Seeweg zu öffnen? Verhandlungen, Drohungen, Ultimaten - bei den Bemühungen für ein Ende des Iran-Kriegs gibt es widersprüchliche Signale. Offenbar versuchen Vermittlerstaaten wie Pakistan neue Gespräche zwischen den USA und Iran zu erreichen. Auch Oman ist an den Verhandlungsbemühungen beteiligt: Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi reiste zu Gesprächen in die omanische Hauptstadt Maskat. Mit seinem Amtskollegen habe er über "geeignete Mechanismen" für die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus gesprochen, teilte Araghtschi auf Telegram mit. In den vergangenen Tagen war der Schiffsverkehr in der für den Welthandel wichtigen Meerenge wieder stark zurückgegangen. Medienberichten zufolge wird im Oman auch eine hochrangige US-Delegation unter Leitung von Vizepräsident JD Vance erwartet. USA fordern offenbar Zusagen von Iran Die USA fordern eine öffentliche Zusage für einen freien und sicheren Transit durch die strategisch wichtige Meerenge. Mehrere US-Medien berichten von einem Ultimatum bis zum heutigen Samstag. Gelingt die Annäherung nach den jüngsten US-Angriffen und Tiraden von Trump? Bundesaußenminister Johann Wadephul jedenfalls hält das für möglich. Es gebe Hinweise, dass es bald Verhandlungen geben könnte, sagte Wadephul dem Tagesspiegel. Sowohl in Iran als auch in der Ukraine sieht Wadephul "das militärische Phänomen eines letzten Aufbäumens, bevor man in Verhandlungen geht". Iran: Neue Rache-Drohung Jüngste Äußerungen aus Iran klingen weniger friedensorientiert: Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei kündigte "Rache" für die Tötung seines Vaters Ali Chamenei bei den US-israelischen Angriffen Ende Februar an. In einer schriftlichen Botschaft erklärte er, die Vergeltung für die Tötung seines Vaters sei "der Wille unserer Nation und muss unweigerlich vollzogen werden". Er kündigte an, das "Blut" seines Vaters und Vorgängers und aller "Märtyrer" der "beiden Kriege" gegen Israel und die USA zu rächen. Es gebe eine Liste mit den Namen der Zielpersonen. Trump droht Iran mit Vernichtung US-Präsident Donald Trump drohte mit Konsequenzen, falls Iran die Mord-Drohung gegen ihn in die Tat umsetzen sollte. Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social: "Das US-Militär ist bereit, willens und in der Lage, über einen Zeitraum von einem Jahr - mit der Option auf Verlängerung - sämtliche Gebiete des Iran vollständig zu vernichten und zu zerstören." US-Medien hatten am Freitag berichtet, dass der israelische Geheimdienst Washington über einen neuen "konkreten" iranischen Plan zur Ermordung Trumps informiert habe. Die US-Regierung habe zwar schon länger Geheimdiensthinweise auf mögliche Attentatspläne gegen Trump bekommen, berichtete der Fernsehsender CNN. "Doch die Warnung aus Israel war neu und bezog sich auf ein konkretes Komplott." Trump selbst hatte am Mittwoch gesagt, der Iran trachte ihm nach dem Leben. "Ich bin Nummer eins auf der Todesliste", sagte er.

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11. Juli
Neues Deutschland

Iran-Krieg | Offenheit für Gespräche

- Politik - Iran-Krieg Offenheit für Gespräche Nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran geht die Suche nach einer Verhandlungslösung weiter. Beide Seiten scheinen bereit, weiterzuverhandeln. Der Krieg zwischen dem Iran und den USA schwelt weiter und flammt immer wieder durch gegenseitige Angriffe auf. Von Dienstagabend bis Donnerstag dieser Woche lieferten sich die USA und der Iran einen regelrechten Schlagabtausch – trotz der Unterzeichnung einer Absichtserklärung am 17. Juni, bei der sich beide Seiten auf eine Waffenruhe verpflichtet hatten. Eigentlich läuft seit dem Tag der Unterschrift eine 60-tägige Verhandlungsphase, in der wichtige Details geklärt werden sollten, unter anderem der weitere Umgang mit dem iranischen Atomprogramm. Doch nun wird wieder scharf geschossen. Die USA führten zunächst am Dienstagabend und Mittwochmorgen Angriffe auf 85 Ziele im Iran durch, nachdem Handelsschiffe in der Straße von Hormus vom Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) angegriffen worden waren – offenbar, weil sie sich nicht an eine vom Iran genehmigte Route durch die Meerenge gehalten hatten. Der Iran feuerte am Mittwoch als Reaktion auf US-Militäreinrichtungen und Infrastruktur in den Golfstaaten. Daraufhin griffen die USA erneut den Iran an: 90 Ziele seien am Mittwochabend und erneut am Donnerstag in den südlichen Küstenregionen und östlichen Provinzen des Iran getroffen worden. Nach iranischen Angaben sei jedoch auch zivile Infrastruktur getroffen worden. Demnach sollen Brücken und Eisenbahnverbindungen zwischen der Hauptstadt Teheran und Maschhad beschädigt worden sein. Insgesamt hätten die Angriffe 17 Menschenleben gekostet, teilten die iranischen Behörden mit. Denkbar ist, dass auch Israel wieder in den Krieg eingreift, zumal sich US-Präsident Donald Trump und der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu telefonisch verständigt haben. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte am Donnerstag die Bereitschaft seines Landes, die Angriffe gegen den Iran bei Bedarf wieder aufzunehmen – und zwar mit »noch größerer Härte« als zuvor. Prompt reagierte auch die iranische Führung und drohte Israel mit Luftangriffen für den Fall, dass iranische Infrastrukturanlagen erneut unter Beschuss kommen sollten. Für jeden Angriff auf die Infrastruktur werde es »Vergeltung geben«, warnte der Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Mohammad Bagher Zolghadr, am Freitag in einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung. Dabei werde auch »das für diese Gräuel verantwortliche, kriminelle zionistische Regime« nicht verschont werden, fügte Zolghadr hinzu und meinte damit Israel gemäß dem typischen Duktus der Islamischen Republik. Die jüngste militärische Eskalation fällt mitten in die Trauerfeierlichkeiten beim Staatsbegräbnis für den früheren Obersten Führer Ajatollah Ali Khamenei. Mehr als vier Monate nach seiner Tötung wurde er im Imam-Reza-Schrein seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Landes unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestattet, wie mehrere iranische Medien in der Nacht übereinstimmend berichteten. Inmitten aller Drohungen senden beide Seiten widersprüchliche Signale an die jeweils andere Seite. »Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter«, sagte ein US-Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur. Auch die iranische Seite zeige Gesprächsbereitschaft, erfuhr die dpa aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Man habe Pakistan als Vermittler gebeten, den USA Verhandlungswillen zu signalisieren, hieß es. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump sollen die Gespräche mit dem Iran ungeachtet der jüngsten gegenseitigen Angriffe fortgesetzt werden. Die USA hätten der Bitte des Iran um neue Verhandlungen zugestimmt, schrieb Trump am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social. Die Waffenruhe sei aber »beendet«, fügte Trump in Großbuchstaben hinzu. Iran signalisiert Gesprächsbereitschaft In der Nacht zum Freitag soll es zu einem langen Gespräch zwischen Irans Außenminister Abbas Araghtschi und Pakistans mächtigem Militärchef Asim Munir gekommen sein, hieß es aus den pakistanischen Sicherheitskreisen. Islamabad habe deutlich gemacht, dass neuerliche Angriffe der iranischen Revolutionsgarden auf die arabischen Länder der Region eine Eskalation nach sich ziehen könnten. »Wenn Länder wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate anfangen, gegen den Iran zurückzuschlagen, wird sich dieser Krieg in seiner Form völlig ändern«, soll ein pakistanischer Beamter den iranischen Unterhändlern gesagt haben. Die iranische Seite hätte jedoch in den Gesprächen Unsicherheit darüber durchscheinen lassen, wie sich Hardliner-Fraktionen im Land in Zukunft verhalten würden, sagten die Quellen in Islamabad. Kurzfristig zeigten sich die pakistanischen Vermittler zuversichtlich, den Frieden zwischen dem Iran und den USA zu wahren. Ob weitere für dieses Wochenende geplante Verhandlungen stattfinden werden, ist nach Angaben aus den Sicherheitskreisen aber derzeit unsicher. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist mit der jüngsten militärischen Eskalation erneut eingebrochen. Lediglich 22 Schiffe hätten die Meerenge am Donnerstag passiert, wie Daten des Anbieters Kpler zu entnehmen ist. Am Donnerstag vor einer Woche – vor Ausbruch der neuerlichen Kämpfe – lag der Zähler noch bei 48 Passagen. Die Durchfahrten sind somit auf einem Abwärtstrend seit ihrem Höchststand Mitte Juni. Mit Agenturen Wir sind käuflich. Aber nur für unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär. Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin: → unabhängig und kritisch berichten → übersehene Themen aufgreifen → marginalisierten Stimmen Raum geben → Falschinformationen etwas entgegensetzen → linke Debatten voranbringen Mit »Freiwillig zahlen« machen Sie mit. Sie tragen dazu bei, dass diese Zeitung eine Zukunft hat. Damit nd.bleibt.

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