17. Juli Süddeutsche Zeitung (Politik)
Krieg in der Ukraine: Russland greift Kiew massiv mit ballistischen Raketen an
Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Ukraine: Größter russischer Angriff mit ballistischen Raketen seit Kriegsbeginn
Mehrere Tote bei ukrainischen Angriffen – fast 2000 Drohnen fliegen Richtung Moskau
Proteste für entlassenen Verteidigungsminister halten an
EU verhängt Sanktionen gegen russische Drohnenhersteller
Selenskij meldet zerstörten „Tu-95“-Bomber
Massiver russischer Raketenangriff auf Kiew ‒ mehrere Verletzte
Russland hat in der vergangenen Nacht erneut die ukrainische Hauptstadt Kiew angegriffen. Dutzende Explosionen, teils von Flugabwehrraketen, waren in der Nacht im Zentrum der Dreimillionenstadt zu hören, wie ein Reporter vor Ort berichtete. Präsident Wolodimir Selenskij sprach von einem „der massivsten ballistischen Angriffe auf Kiew“ sowie von einem Toten und 16 Verletzten.
„Der Feind hat über 40 Raketen verschiedener Typen abgefeuert, von denen die meisten auf die Hauptstadt gerichtet waren, sowie 120 Angriffsdrohnen“, teilte Selenskij bei Telegram mit. Mehrere Häuser und auch Autos seien zerstört worden, berichteten die Behörden.
Bürgermeister Vitali Klitschko informierte über Einschläge und Schäden in mehreren Stadtteilen. Es sei zu Bränden gekommen. Angaben der ukrainischen Flugabwehr wurden 23 Einschläge von Raketen und zehn von Drohnen registriert. Demnach wurde ein großer Teil der Flugobjekte zerstört.
„Der Schutz vor ballistischen Raketen ist derzeit eine ständige und oberste Priorität“, sagte Selenskij. „Abfangraketen werden jeden Tag benötigt.“ Er rief die Verbündeten des Landes auf, die zugesagten Raketenabwehrsysteme zu liefern. „Diese Lieferungen bedeuten derzeit buchstäblich gerettete Menschenleben bei jedem massiven russischen Angriff.“ Insgesamt habe Russland in dieser Woche etwa 1450 Drohnen, mehr als 1640 Gleitbomben und 99 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in Kiew seien ein großes Logistikzentrum der Post für die Lagerung von Bauteilen für Waffen sowie mehrere Betriebe für die Produktion von Raketenkomponenten Ziele der Angriffe gewesen. Im Kiewer Gebiet sei ein Zentrum zur Aufbewahrung und Verteilung von Elementen für die Produktion von weitreichenden Drohnen getroffen worden. Unabhängig überprüfbar sind diese Angaben nicht.
Auch die Hafeninfrastruktur im Süden am Schwarzen Meer sei erneut angegriffen worden, teilte das Ministerium in Moskau weiter mit. So seien im Raum Odessa Anlagen für die Lagerung militärischer Güter sowie von den Streitkräften genutzte Treibstoffdepots beschossen worden. Die Ukraine veröffentlicht – wie Russland – keine Informationen zu Schäden an militärisch genutzten Objekten.
„Der Feind hat über 40 Raketen verschiedener Typen abgefeuert, von denen die meisten auf die Hauptstadt gerichtet waren, sowie 120 Angriffsdrohnen“, teilte Selenskij bei Telegram mit. Mehrere Häuser und auch Autos seien zerstört worden, berichteten die Behörden.
Bürgermeister Vitali Klitschko informierte über Einschläge und Schäden in mehreren Stadtteilen. Es sei zu Bränden gekommen. Angaben der ukrainischen Flugabwehr wurden 23 Einschläge von Raketen und zehn von Drohnen registriert. Demnach wurde ein großer Teil der Flugobjekte zerstört.
„Der Schutz vor ballistischen Raketen ist derzeit eine ständige und oberste Priorität“, sagte Selenskij. „Abfangraketen werden jeden Tag benötigt.“ Er rief die Verbündeten des Landes auf, die zugesagten Raketenabwehrsysteme zu liefern. „Diese Lieferungen bedeuten derzeit buchstäblich gerettete Menschenleben bei jedem massiven russischen Angriff.“ Insgesamt habe Russland in dieser Woche etwa 1450 Drohnen, mehr als 1640 Gleitbomben und 99 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in Kiew seien ein großes Logistikzentrum der Post für die Lagerung von Bauteilen für Waffen sowie mehrere Betriebe für die Produktion von Raketenkomponenten Ziele der Angriffe gewesen. Im Kiewer Gebiet sei ein Zentrum zur Aufbewahrung und Verteilung von Elementen für die Produktion von weitreichenden Drohnen getroffen worden. Unabhängig überprüfbar sind diese Angaben nicht.
Auch die Hafeninfrastruktur im Süden am Schwarzen Meer sei erneut angegriffen worden, teilte das Ministerium in Moskau weiter mit. So seien im Raum Odessa Anlagen für die Lagerung militärischer Güter sowie von den Streitkräften genutzte Treibstoffdepots beschossen worden. Die Ukraine veröffentlicht – wie Russland – keine Informationen zu Schäden an militärisch genutzten Objekten.
Ukraine: Russische Öltanker im Schwarzen Meer attackiert
Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Nacht zum Sonntag nach eigenen Angaben zwei russische Öltanker im Schwarzen Meer angegriffen. Zudem sei ein Schwimmkran im Asowschen Meer getroffen worden, teilt der ukrainische Generalstab mit. Alle drei Ziele seien zur Unterstützung der russischen Kriegsanstrengungen in der Ukraine genutzt worden, heißt es in der Erklärung weiter.
Die Ukraine hat bei ihren Angriffen auf die russische Öl-Infrastruktur neben Raffinerien zuletzt auch verstärkt Tanker im Schwarzen Meer ins Visier genommen.
Die Ukraine hat bei ihren Angriffen auf die russische Öl-Infrastruktur neben Raffinerien zuletzt auch verstärkt Tanker im Schwarzen Meer ins Visier genommen.
Ukraine: Größter russischer Angriff mit ballistischen Raketen seit Kriegsbeginn
Russland hat die Ukraine bei dem jüngsten Angriff nach Angaben aus Kiew mit der größten Zahl an ballistischen Raketen seit Kriegsbeginn attackiert. Russland habe rund vier Dutzend dieser Raketen abgefeuert, schreibt der geschäftsführende Außenminister Andrij Sybiha auf der Online-Plattform X. Er bezeichnet das russische Vorgehen als brutalen Terrorangriff und fordert angemessene und starke Reaktionen sowie mehr Druck auf die Führung in Moskau, um diesen Terror zu beenden.
Der ukrainischen Luftwaffe zufolge hatte Russland bei dem Angriff in der Nacht 41 Raketen eingesetzt. Davon habe die Luftabwehr 18 Raketen abgefangen. Hauptziel des russischen Angriffs sei die ukrainische Hauptstadt Kiew gewesen.
Der ukrainischen Luftwaffe zufolge hatte Russland bei dem Angriff in der Nacht 41 Raketen eingesetzt. Davon habe die Luftabwehr 18 Raketen abgefangen. Hauptziel des russischen Angriffs sei die ukrainische Hauptstadt Kiew gewesen.
Tote und Verletzte nach Raketenangriffen auf Odessa
Infolge von russischen Raketenangriffen sind in der südukrainischen Hafenstadt Odessa mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere vier seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Eine Rakete sei in einem Vergnügungspark eingeschlagen. Unter den Trümmern von Fischerhäusern könnten noch weitere Opfer sein. Sechs Autos seien beschädigt worden. Einen weiteren Verletzten gab es demnach in einem anderen nicht genannten Ort des Gebiets. Dabei seien auch ein Wohnhaus und zwei Autos beschädigt worden.
In einer Mitteilung sprach das Verteidigungsministerium in Moskau von erneuten Schlägen auf „Häfen der Ukraine“. Dabei seien in den Häfen Piwdennyj und Odessa mindestens drei Frachtschiffe mit Drohnen angegriffen worden. Den Angaben zufolge transportierten sie Güter für die ukrainischen Streitkräfte. In Piwdenny seien zudem Tanks mit Treibstoff Ziel von Attacken mit „Präzisionswaffen“ gewesen.
In einer Mitteilung sprach das Verteidigungsministerium in Moskau von erneuten Schlägen auf „Häfen der Ukraine“. Dabei seien in den Häfen Piwdennyj und Odessa mindestens drei Frachtschiffe mit Drohnen angegriffen worden. Den Angaben zufolge transportierten sie Güter für die ukrainischen Streitkräfte. In Piwdenny seien zudem Tanks mit Treibstoff Ziel von Attacken mit „Präzisionswaffen“ gewesen.
Selenskij verspricht Entscheidungen zur Armee und beteuert die Demonstranten zu hören
Vor dem Hintergrund von anhaltenden Protesten gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij Gespräche mit Militärs geführt. „Natürlich höre ich, was die Leute sagen“, versicherte der Staatschef in einer Videoansprache. Dabei habe er auch „lange“ mit Fedorow und ebenso mit Armeechef Olexander Syrskyj gesprochen. „Entscheidungen bezüglich der Armee werden ausgearbeitet“, versprach Selenskij, ohne Details zu nennen.
Parallel dazu demonstrierten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und anderen Städten seit Tagen mehrere Tausend vor allem junge Menschen gegen Fedorows Entlassung. Die Demonstranten forderten seine Wiedereinsetzung als Verteidigungsminister. Die Hauptforderung ist dabei aber inzwischen auch eine Ablösung von Armeechef Syrskyj. Ein Konflikt zwischen Syrskyj und Fedorow gilt als Hintergrund für den von Selenskij vorgenommenen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums.
Syrskyj ist seit Februar 2024 Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte. Der aus Russland stammende 60-jährige Berufsmilitär hat sich vor allem bei der Verteidigung von Kiew und der erfolgreichen Gegenoffensive im Raum Charkiw 2022 verdient gemacht. Fedorow leitete das Verteidigungsministerium seit Januar. Davor stand der 35-Jährige an der Spitze des 2019 geschaffenen Digitalisierungsministeriums. Seinen Posten als Verteidigungsminister hat am Freitag geschäftsführend der Geheimdienstler Jewhenij Chmara übernommen. Selenskij muss Chmaras Kandidatur jedoch noch im Parlament einreichen und ihn von den Abgeordneten bestätigen lassen.
Parallel dazu demonstrierten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und anderen Städten seit Tagen mehrere Tausend vor allem junge Menschen gegen Fedorows Entlassung. Die Demonstranten forderten seine Wiedereinsetzung als Verteidigungsminister. Die Hauptforderung ist dabei aber inzwischen auch eine Ablösung von Armeechef Syrskyj. Ein Konflikt zwischen Syrskyj und Fedorow gilt als Hintergrund für den von Selenskij vorgenommenen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums.
Syrskyj ist seit Februar 2024 Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte. Der aus Russland stammende 60-jährige Berufsmilitär hat sich vor allem bei der Verteidigung von Kiew und der erfolgreichen Gegenoffensive im Raum Charkiw 2022 verdient gemacht. Fedorow leitete das Verteidigungsministerium seit Januar. Davor stand der 35-Jährige an der Spitze des 2019 geschaffenen Digitalisierungsministeriums. Seinen Posten als Verteidigungsminister hat am Freitag geschäftsführend der Geheimdienstler Jewhenij Chmara übernommen. Selenskij muss Chmaras Kandidatur jedoch noch im Parlament einreichen und ihn von den Abgeordneten bestätigen lassen.
Mehrere Tote bei ukrainischen Angriffen – fast 2000 Drohnen fliegen Richtung Moskau
Bei ukrainischen Drohnenangriffen in Russland sind nach Angaben russischer Behörden mindestens acht Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Im Gebiet Tambow starben sieben Menschen, wie Gouverneur Jewgeni Perwyschow bei Telegram mitteilte. Es gebe auch 25 Verletzte. Bei den Opfern handele es sich um Mitarbeiter eines Verteilzentrums des russischen Online-Versandhändlers Wildberries. Die getroffene Stadt Kotowsk liegt etwa 500 Autokilometer südöstlich von der Hauptstadt Moskau.
Im Moskauer Gebiet gab es nach Behördenangaben auch mindestens einen Toten sowie Dutzende Verletzte durch ukrainische Drohnenangriffe. Dort sei ebenfalls ein Lager von Wildberries getroffen worden, teilte das Unternehmen mit. In der Stadt Elektrostal – etwa 50 Kilometer östlich von Moskau – seien 37 Menschen verletzt worden, davon einige schwer, teilte Gouverneur Andrej Worobjow mit. Ein Verletzter sei dort gestorben. Trümmer einer abgeschossenen Drohne hätten außerdem einen Kindergarten getroffen, sagte Worobjow, der ein Foto von einem beschädigten Gebäude veröffentlichte. Ein Feuer dort sei gelöscht worden, verletzt sei niemand.
In dem Gebiet um die Hauptstadt sei außerdem in der Stadt Noginsk auf dem Gelände eines Öldepots ein Brand ausgebrochen, sagte Worobjow. Dort sei aus Sicherheitsgründen auch eine Geburtsklinik evakuiert worden. Die Frauen seien in anderen medizinische Einrichtungen untergekommen, sagte der Gouverneur. In Noginsk wurde demnach ebenfalls ein Wohnblock evakuiert. Nach Angaben von Worobjow gab es in der Stadt auch zwei Verletzte.
Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte mit, dass zwischen Freitagabend und Samstagmorgen insgesamt 1892 ukrainische Drohnen in Richtung der russischen Hauptstadt geflogen seien. Die meisten seien abgeschossen worden. Die Angaben sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij teilte bei Telegram mit, dass die beiden wichtigen Logistikzentren in den Gebieten Moskau und Tambow getroffen worden seien, 500 und 700 Kilometer von der ukrainischen Frontlinie entfernt. In den Zentren seien mit westlichen Sanktionen belegte Bauteile für Drohnen und Navigationsausrüstung gelagert gewesen, so seine Begründung.
Im Moskauer Gebiet gab es nach Behördenangaben auch mindestens einen Toten sowie Dutzende Verletzte durch ukrainische Drohnenangriffe. Dort sei ebenfalls ein Lager von Wildberries getroffen worden, teilte das Unternehmen mit. In der Stadt Elektrostal – etwa 50 Kilometer östlich von Moskau – seien 37 Menschen verletzt worden, davon einige schwer, teilte Gouverneur Andrej Worobjow mit. Ein Verletzter sei dort gestorben. Trümmer einer abgeschossenen Drohne hätten außerdem einen Kindergarten getroffen, sagte Worobjow, der ein Foto von einem beschädigten Gebäude veröffentlichte. Ein Feuer dort sei gelöscht worden, verletzt sei niemand.
In dem Gebiet um die Hauptstadt sei außerdem in der Stadt Noginsk auf dem Gelände eines Öldepots ein Brand ausgebrochen, sagte Worobjow. Dort sei aus Sicherheitsgründen auch eine Geburtsklinik evakuiert worden. Die Frauen seien in anderen medizinische Einrichtungen untergekommen, sagte der Gouverneur. In Noginsk wurde demnach ebenfalls ein Wohnblock evakuiert. Nach Angaben von Worobjow gab es in der Stadt auch zwei Verletzte.
Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte mit, dass zwischen Freitagabend und Samstagmorgen insgesamt 1892 ukrainische Drohnen in Richtung der russischen Hauptstadt geflogen seien. Die meisten seien abgeschossen worden. Die Angaben sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij teilte bei Telegram mit, dass die beiden wichtigen Logistikzentren in den Gebieten Moskau und Tambow getroffen worden seien, 500 und 700 Kilometer von der ukrainischen Frontlinie entfernt. In den Zentren seien mit westlichen Sanktionen belegte Bauteile für Drohnen und Navigationsausrüstung gelagert gewesen, so seine Begründung.
Kiews Drohnentruppen: Moskau verlegt Einheiten von der Front
Seit Wochen beschießen die ukrainischen Drohnentruppen russische Schiffe im Schwarzen Meer. Nach eigenen Angaben haben sie nun 13 weitere russische Schiffe getroffen. Damit steige die Gesamtzahl der im Schwarzen Meer und dem benachbarten Asowschen Meer beschossenen Schiffe auf 172, teilte der Chef der Drohnentruppen, Robert Browdi, in sozialen Netzwerken mit. In der Nacht zum Samstag seien acht Frachter, ein Tanker, ein Gastransportschiff, ein Schlepper und zwei Schwimmkräne getroffen worden. Von unabhängiger Seite sind die Angaben bislang nicht überprüfbar.
Die Ukraine will mit den Angriffen Russlands militärische Logistik stören. Nach Darstellung Browdis führt die „Flottenjagd“ auf russische Schiffe inzwischen dazu, dass Moskau seine Drohneneinheiten der sogenannten „Rubikon“-Truppen teils von der Front abziehe und verlagere, um so besser den Schiffverkehr zu schützen. Das schwäche den Gegner an der Front, betonte er. Er kündigte an, die Operation gegen russische Schiffe an den verbleibenden Juli-Tagen und in der ersten Augusthälfte fortzusetzen.
Eine Bestätigung von Moskauer oder unabhängiger Seite für eine angebliche Verlegung russischer Drohneneinheiten gibt es nicht. Unklar ist auch, was ein solcher möglicher Schritt für die Lage an der Front bedeutet, wo es wegen der gegenseitigen Belauerung mit Drohnen seit Monaten kaum Bewegung der Bodentruppen auf dem Schlachtfeld gibt.
Die Ukraine will mit den Angriffen Russlands militärische Logistik stören. Nach Darstellung Browdis führt die „Flottenjagd“ auf russische Schiffe inzwischen dazu, dass Moskau seine Drohneneinheiten der sogenannten „Rubikon“-Truppen teils von der Front abziehe und verlagere, um so besser den Schiffverkehr zu schützen. Das schwäche den Gegner an der Front, betonte er. Er kündigte an, die Operation gegen russische Schiffe an den verbleibenden Juli-Tagen und in der ersten Augusthälfte fortzusetzen.
Eine Bestätigung von Moskauer oder unabhängiger Seite für eine angebliche Verlegung russischer Drohneneinheiten gibt es nicht. Unklar ist auch, was ein solcher möglicher Schritt für die Lage an der Front bedeutet, wo es wegen der gegenseitigen Belauerung mit Drohnen seit Monaten kaum Bewegung der Bodentruppen auf dem Schlachtfeld gibt.
Frachter bei russischem Raketenangriff auf Odessa beschädigt
Bei russischen Raketenangriffen auf das südukrainische Gebiet Odessa ist ein Frachtschiff beschädigt worden. Vier Mitglieder der 17-köpfigen Besatzung seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Das Schiff ist demnach unter der Flagge der Marschallinseln gefahren. Zuvor sei auch „industrielle Infrastruktur“ angegriffen worden. Den Angaben nach wurden dabei ein Verwaltungs- und ein Lagergebäude und mehr als ein Dutzend Autos beschädigt.
Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge wurden zwei Häfen in der Region Odessa vom russischen Militär angegriffen. Eine Attacke auf den Hafen Piwdennyj galt demzufolge einem Frachter mit Gütern für die ukrainische Armee. Im Hafen Odessa selbst seien wiederum Treibstofftanks das Ziel gewesen. Zusätzlich seien noch vier Frachtschiffe im Hafen Mykolajiw in der Nachbarregion angegriffen worden. Dafür gab es keine Bestätigung von ukrainischer Seite.
Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge wurden zwei Häfen in der Region Odessa vom russischen Militär angegriffen. Eine Attacke auf den Hafen Piwdennyj galt demzufolge einem Frachter mit Gütern für die ukrainische Armee. Im Hafen Odessa selbst seien wiederum Treibstofftanks das Ziel gewesen. Zusätzlich seien noch vier Frachtschiffe im Hafen Mykolajiw in der Nachbarregion angegriffen worden. Dafür gab es keine Bestätigung von ukrainischer Seite.
Ex-Kreml-Propagandist nach Putin-Kritik festgenommen
Der durch seine scharfe Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin bekannt gewordene Ex-Kreml-Propagandist Ilja Remeslo wurde festgenommen. Russische Medien veröffentlichten ein Video des am Boden liegenden und nur mit Unterhose bekleideten Bloggers. Zuvor hatte die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Ermittler von der Festnahme berichtet. Remeslo sei wegen des Vorwurfs der Verbreitung von Falschnachrichten über die russische Armee festgenommen worden, hieß es.
Remeslo werde von seinem Wohnort St. Petersburg in die Hauptstadt Moskau überführt, teilte sein Anwalt Sergej Badamschin mit. Dort ordnete ein Gericht gemäß einer Mitteilung Untersuchungshaft von knapp zwei Monaten an. Im März hatte Remeslo Kremlchef Putin als Dieb, Kriegsverbrecher und als illegitimen Präsidenten bezeichnet. Er beklagte auch eine politische und wirtschaftliche Sackgasse, in die Putin das Land mit dem Ukraine-Krieg geführt habe.
Daraufhin wurde er überraschend in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Bis dahin hatte sich Remeslo vor allem als Unterstützer der Kreml-Politik und als Denunziant der russischen Opposition einen Namen gemacht. Nach seiner Entlassung aus der Klinik setzte er seine Kritik an Putin und den Zuständen in Russland fort – und sorgte bei vielen Kommentatoren für Verwunderung, dass der Machtapparat ihm das durchgehen ließ.
Remeslo werde von seinem Wohnort St. Petersburg in die Hauptstadt Moskau überführt, teilte sein Anwalt Sergej Badamschin mit. Dort ordnete ein Gericht gemäß einer Mitteilung Untersuchungshaft von knapp zwei Monaten an. Im März hatte Remeslo Kremlchef Putin als Dieb, Kriegsverbrecher und als illegitimen Präsidenten bezeichnet. Er beklagte auch eine politische und wirtschaftliche Sackgasse, in die Putin das Land mit dem Ukraine-Krieg geführt habe.
Daraufhin wurde er überraschend in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Bis dahin hatte sich Remeslo vor allem als Unterstützer der Kreml-Politik und als Denunziant der russischen Opposition einen Namen gemacht. Nach seiner Entlassung aus der Klinik setzte er seine Kritik an Putin und den Zuständen in Russland fort – und sorgte bei vielen Kommentatoren für Verwunderung, dass der Machtapparat ihm das durchgehen ließ.
Der russische Blogger Ilja Remeslo bei einer Anhörung in Moskau. Ihm wird vorgeworfen, Falschinformationen über die Streitkräfte verbreitet zu haben. Courts of general jurisdiction of Moscow/Reuters
Proteste für entlassenen Verteidigungsminister halten an
In Kiew und anderen Städten der Ukraine gibt es den dritten Tag in Folge Proteste gegen die Personalpolitik von Präsident Wolodimir Selenskij. Die Demonstranten fordern die Wiedereinsetzung des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldete. Viele verlangten auch eine Entlassung des Oberkommandierenden der Armee, Olexander Syrskyj.
Als neuen Verteidigungsminister will der Präsident den bisherigen kommissarischen Chef des Geheimdienstes SBU, Jewhenij Chmara, nominieren. Der neue Regierungschef Serhij Korezkyj ernannte Chmara gemäß einer Mitteilung zunächst geschäftsführend zum Leiter des Verteidigungsressorts.
Als neuen Verteidigungsminister will der Präsident den bisherigen kommissarischen Chef des Geheimdienstes SBU, Jewhenij Chmara, nominieren. Der neue Regierungschef Serhij Korezkyj ernannte Chmara gemäß einer Mitteilung zunächst geschäftsführend zum Leiter des Verteidigungsressorts.
Jewhenij Chmara ist der Wunschkandidat Selenskijs für den Posten des Verteidigungsministers. via REUTERS
Der mit der Vorgängerregierung entlassene Außenminister Andrij Sybiha wurde ebenso kommissarisch wieder als Chef des Auswärtigen Amtes eingesetzt. Für ihre vollwertige Ernennung muss Selenskij noch ihre Kandidaturen im Parlament einreichen und sie durch die Abgeordneten bestätigen lassen.
EU verhängt Sanktionen gegen russische Drohnenhersteller
Die Europäische Union verhängt Sanktionen gegen eine russische Managerin und fünf Unternehmen wegen deren Beteiligung an der Produktion von Drohnen. Wie der Rat der Europäischen Union mitteilt, richten sich die Maßnahmen gegen Irina Charissowa, die Aufsichtsratsvorsitzende von ABS Electro, sowie gegen fünf Firmen der Unternehmensgruppe.
ABS Electro entwickelt und produziert elektronische Bauteile für den Drohnenkrieg. Die Sanktionen umfassen das Einfrieren von Vermögenswerten und ein Einreiseverbot für Charissowa. Die EU verhandelt zudem über ein 21. Sanktionspaket gegen Russland, das unter anderem Banken, Krypto-Netzwerke und Ölhändler treffen soll.
ABS Electro entwickelt und produziert elektronische Bauteile für den Drohnenkrieg. Die Sanktionen umfassen das Einfrieren von Vermögenswerten und ein Einreiseverbot für Charissowa. Die EU verhandelt zudem über ein 21. Sanktionspaket gegen Russland, das unter anderem Banken, Krypto-Netzwerke und Ölhändler treffen soll.
Selenskij meldet zerstörten „Tu-95“-Bomber
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij einen strategischen Bomber vom Typ Tu-95 auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Engels zerstört.
Bomber vom Typ „Tu-95“ setzt Russland regelmäßig weit im eigenen Hinterland ein, um zivile Ziele wie Energieanlagen in der Ukraine unter Beschuss zu nehmen. Yuri Kochetkov/epa/dpa
Die Basis liegt etwa 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Das Militärflugzeug sei von den russischen Streitkräften für Raketenangriffe auf die Ukraine eingesetzt worden, teilt Selenskij auf dem Kurznachrichtendienst X mit. „Wir verteidigen uns gerecht und proaktiv“, erklärt der Präsident.
Tote und Verletzte in der Ukraine – Beschuss von russischen Schiffen im Schwarzen Meer
In der Ukraine sind bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij erneut mehrere Menschen getötet und verletzt worden. „In Odessa wurden zwei Menschen getötet, als Folge des nächtlichen russischen Raketenangriffs auf ein Wohngebäude“, teilte Selenskij auf der Plattform X mit. Es gebe auch fünf Verletzte. Bei einem Luftangriff in der ebenfalls im Süden gelegenen Region Saporischschja seien zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Bei einem Drohnenangriff auf die Hafeninfrastruktur der südukrainischen Stadt Mykolajiw sind den Behörden zufolge zwei Menschen getötet worden.
Insgesamt habe Russland Selenskij zufolge in der Nacht mehr als 130 Drohnen eingesetzt. Betroffen gewesen seien mehrere Regionen. Gegen die Region Sumy im Nordosten habe Russland 15 Gleitbomben eingesetzt. Es gebe einen Verletzten. Wohnhäuser und andere zivile Infrastruktur seien beschädigt worden.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf die Schwarzmeerhäfen Odessa und Tschornomorsk. Dabei sei auf die von den ukrainischen Streitkräften für die Verladung und Lagerung von Rüstungsgütern genutzte Hafeninfrastruktur und auf eine Drohnenproduktionsstätte gezielt worden. In Tschornomorsk sei auch ein Feuerlöschboot getroffen worden. Diese Angaben sind ebenfalls von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
Derweil meldete der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, den Beschuss von weiteren zwölf russischen Schiffen im Schwarzen Meer. Getroffen wurden demnach neun Frachter, ein Tankschiff, ein Gastransportschiff und ein Schlepper. Insgesamt steige damit die Zahl der seit dem 6. Juli angegriffenen Schiffe auf 159 - im Schwarzen Meer und dem mit ihm verbundenen Asowschen Meer. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar.
Insgesamt habe Russland Selenskij zufolge in der Nacht mehr als 130 Drohnen eingesetzt. Betroffen gewesen seien mehrere Regionen. Gegen die Region Sumy im Nordosten habe Russland 15 Gleitbomben eingesetzt. Es gebe einen Verletzten. Wohnhäuser und andere zivile Infrastruktur seien beschädigt worden.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf die Schwarzmeerhäfen Odessa und Tschornomorsk. Dabei sei auf die von den ukrainischen Streitkräften für die Verladung und Lagerung von Rüstungsgütern genutzte Hafeninfrastruktur und auf eine Drohnenproduktionsstätte gezielt worden. In Tschornomorsk sei auch ein Feuerlöschboot getroffen worden. Diese Angaben sind ebenfalls von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
Derweil meldete der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, den Beschuss von weiteren zwölf russischen Schiffen im Schwarzen Meer. Getroffen wurden demnach neun Frachter, ein Tankschiff, ein Gastransportschiff und ein Schlepper. Insgesamt steige damit die Zahl der seit dem 6. Juli angegriffenen Schiffe auf 159 - im Schwarzen Meer und dem mit ihm verbundenen Asowschen Meer. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar.
Selenskij schlägt Geheimdienstmann als neuen Verteidigungsminister vor
Mitten im Krieg mit Russland wird im Rahmen eines Regierungsumbaus auch der Verteidigungsminister ausgewechselt. Präsident Wolodimir Selenskij legt sich nun auf einen Profi für Drohneneinsätze fest: Geheimdienstler Jewhenij Chmara soll Nachfolger von Mychajlo Fedorow werden. Die Kandidatur werde bald im Parlament eingereicht, teilte der Staatschef auf Telegram mit. Bis zur Absolvierung aller rechtlichen Verfahren werde Chmara das Ministerium geschäftsführend leiten. Gemäß Verfassung hat der Präsident das Vorschlagsrecht für den Posten des Verteidigungsministers.
Chmara leitete den Geheimdienst SBU seit Januar geschäftsführend. Er gilt als Experte für Drohneneinsätze im russischen Hinterland und hat den Rang eines Generalmajors inne. Dem ukrainischen Gesetz nach muss der Minister jedoch ein Zivilist sein. Vorgänger Fedorow hatte das Ministerium erst im Januar übernommen. Die Entlassung des als Reformers geltenden Fedorow wurde von Protesten in Kiew und anderen Städten begleitet. Seit dem russischen Einmarsch vom Februar 2022 wird der Verteidigungsminister bereits zum vierten Mal ausgewechselt.
Chmara leitete den Geheimdienst SBU seit Januar geschäftsführend. Er gilt als Experte für Drohneneinsätze im russischen Hinterland und hat den Rang eines Generalmajors inne. Dem ukrainischen Gesetz nach muss der Minister jedoch ein Zivilist sein. Vorgänger Fedorow hatte das Ministerium erst im Januar übernommen. Die Entlassung des als Reformers geltenden Fedorow wurde von Protesten in Kiew und anderen Städten begleitet. Seit dem russischen Einmarsch vom Februar 2022 wird der Verteidigungsminister bereits zum vierten Mal ausgewechselt.
Ukraine weist russische Vorwürfe zu Angriff bei AKW Saporischschja zurück
Das ukrainische Außenministerium weist russische Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Angriff zurück, bei dem der Chefingenieur des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja getötet wurde. „Es wird keine unabhängige Bestätigung der russischen Version oder ein Beweis für die Beteiligung der Ukraine vorgelegt“, teilt das Ministerium auf Telegram mit. Informationen der russischen Besatzungsbehörden könnten nicht als zuverlässig angesehen werden. Russland versuche, mit den Anschuldigungen die internationale Gemeinschaft mit der Drohung eines nuklearen Zwischenfalls einzuschüchtern.
Ein russischer Soldat vor dem Kernkraftwerk Saporischschja (Archivbild). AP/dpa