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Montag, 23. März 2026
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CDU: Arbeitnehmerflügel CDA kontert Wirtschaftsrat in Debatte über Zahnarztrechnungen – »Gruppe von Superprivilegierten«

Medienspektrum

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1. Februar
Der Spiegel (Politik)

Ines Schwerdtner: Linkenchefin empört über Vorschlag zur Streichung von Zahnarztleistungen

Idee des CDU-nahen Wirtschaftsrates Linkenchefin empört über Vorschlag zur Streichung von Zahnarztleistungen Linkenchefin Ines Schwerdtner hat neue Pläne des CDU-nahen Wirtschaftsrates zur Entschlackung des Sozialstaats als »Frontalangriff auf 90 Prozent der Menschen in diesem Land« bezeichnet. Es sei die »schöne neue Welt der Wirtschafts-Union«, so Schwerdtner gegenüber dem SPIEGEL: »Putzt unsere Häuser, passt auf unsere Kinder auf, sorgt für Sicherheit auf den Straßen – aber eure Zähne zahlt ihr bitte selbst«. Die Linkenchefin kommentierte Pläne zu Kürzungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung. »Füllung beim Zahnarzt oder Mittagessen für die Kinder?« Konkret hat der CDU-nahe Wirtschaftsrat eine »Agenda für Arbeitnehmer« vorgelegt. Das Papier des Unternehmerverbandes liegt der »Bild«-Zeitung vor . Darin enthalten: deutliche Steuersenkungen, eine Begrenzung der Sozialabgaben und etwa die Kappung von Zahnarztkosten. Zahnarztbehandlungen ließen sich generell gut privat absichern und sollten nicht länger den Beitragszahlern zur Last fallen, heißt es in dem Papier. Zudem schlägt der Wirtschaftsrat auch Kürzungen beim Arbeitslosengeld vor. So wird gefordert, dass die Leistung nur noch für ein Jahr ausgezahlt werden soll. Derzeit sind es – je nach Alter – bis zu zwei Jahre. Schwerdtner sagt, Menschen, die jeden Tag schufteten, müssten sich demnach bald entscheiden: »Füllung beim Zahnarzt oder Mittagessen für die Kinder?« Die Reform bedeute, dass es gesunde Zähne dann nur noch für Vielverdienende gebe. Die Union fahre jede Woche eine neue Attacke auf die hart arbeitenden Menschen im Land. »Gerade arme Menschen sind häufiger krank, haben größere gesundheitliche Probleme und sterben deutlich früher«, so Schwerdtner. Eine ernsthafte Reform müsse hier angesetzt werden. »Die Union sollte den Sozialstaat endlich nicht mehr als Problem, sondern als Stabilitätsanker unserer Gesellschaft begreifen.« Um Reformvorschläge aus der Union gab es zuletzt mehrfach Diskussionen – von Zustimmung bis Empörung. So forderte etwa die Wirtschafts- und Mittelstandsunion ein Ende der »Lifestyle-Teilzeit«, um wieder mehr Menschen in Vollzeitjobs zu bringen und Sozialkassen zu entlasten. Anmerkung der Redaktion: Anders als in dieser Meldung zunächst formuliert, ist der Wirtschaftrat keine CDU-Gliederung, sondern ein unabhängiger Lobbyverband. Richtig ist die Bezeichnung Wirtschaftsrat der CDU. Wir haben die Meldung entsprechend angepasst

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1. Februar
Der Spiegel (Politik)

CDU: Arbeitnehmerflügel CDA kontert Wirtschaftsrat in Debatte über Zahnarztrechnungen – »Gruppe von Superprivilegierten«

Debatte über Zahnarztrechnungen Arbeitnehmerflügel kontert CDU-Wirtschaftsrat – »Gruppe von Superprivilegierten« Sollen Patienten ihre Zahnarztrechnungen künftig selbst bezahlen? Eine entsprechende Forderung des CDU-Wirtschaftsrates sorgt für Empörung – auch innerhalb der Union. »Das ist sehr teuer. Wer soll das eigentlich bezahlen?«, sagte Dennis Radtke, Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA, der »Süddeutschen Zeitung«. »Hier erklärt eine Gruppe von Superprivilegierten anderen Leuten, auf was diese verzichten sollen.« Der Wirtschaftsrat ist ein Unternehmensverband, der der CDU nahesteht. Auch aktive Unionspolitiker gehören ihm an. Die Gruppe hatte am Sonntag in einem Papier erhebliche Streichungen von Sozialleistungen und Steuern vorgeschlagen. Arbeitslosengeld soll es demnach grundsätzlich nur noch ein Jahr lang geben, die Mütterrente und die Rente mit 63 sollen gestrichen werden. Und: Gesetzliche Versicherungen sollen die Kosten für Zahnarztbesuche nicht mehr übernehmen. - Idee des CDU-nahen Wirtschaftsrates: Linkenchefin empört über Vorschlag zur Streichung von Zahnarztleistungen - Debatte über Arbeitsmoral und Work-Life-Balance: Beschäftigte arbeiten häufig auf eigenen Wunsch in Teilzeit - SPIEGEL Shortcut zum Vorstoß aus der CDU: Die Teilzeit-Provokateure Mit Elena Bock und Florian Gathmann CDA-Chef Radtke warnte seine Partei nun, wiederholte Forderungen nach Einschnitten bei der sozialen Sicherung könnten Wähler abschrecken. »Wir müssen aufpassen, dass die Debatten keine Schlagseite bekommen«, sagte er. »Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass alles auf einer Seite abgeladen wird, nämlich bei den Beschäftigten.« In der Union war jüngst eine heftige Debatte über den eigenen sozialpolitischen Kurs entbrannt, angefacht durch Forderungen aus dem CDU-Wirtschaftsflügel. Die Mittelstandsvereinigung der CDU wollte das gesetzliche Recht auf Teilzeitarbeit einschränken. Für den Vorstoß erntete sie heftigen Widerspruch, auch aus der Parteiführung. Die Auseinandersetzung dürfte die Partei auch bei ihrem anstehenden Bundesparteitag am 20. und 21. Februar in Stuttgart beschäftigen.

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1. Februar
Die Welt (Politik)

CDU-Wirtschaftsrat will Bürger den Zahnarztbesuch selbst zahlen lassen

CDU-Wirtschaftsrat will Bürger den Zahnarztbesuch selbst zahlen lassen Der CDU-nahe Wirtschaftsrat bringt eine umstrittene Forderung ins Spiel: Zahnbehandlungen sollen künftig nicht mehr von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. Auch weitere Sozialleistungen wie die Mütterrente sollen auf den Prüfstand. Der CDU-Wirtschaftsrat, ein CDU-naher Unternehmensverband, hat radikale Streichungen von Sozialleistungen gefordert, um einen Anstieg der Sozialabgaben zu verhindern. In der gesetzlichen Krankenversicherung etwa sollten der Leistungskatalog überprüft und Zahnbehandlungen daraus gestrichen werden, heißt es in einer „Agenda für Arbeitnehmer“, die der Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, in „Bild am Sonntag“ vorstellte. Demnach müssten die Bürger dann ihre Zahnarztbesuche und -behandlungen aus eigener Tasche bezahlen. Das Arbeitslosengeld soll grundsätzlich nur noch für ein Jahr ausgezahlt werden, die Mütterrente und die Rente mit 63 Jahren gestrichen, das Renteneintrittsalter erhöht werden. Eine „überbordende Steuer- und Abgabenlast“ würde heutzutage „die Aufstiegsmöglichkeiten für die fleißige Mitte“ aushöhlen, kritisierte Steiger. Deshalb brauche es eine Agenda, die Leistung belohne und das Aufstiegsversprechen erneuere. Die im Januar gemeldeten mehr als drei Millionen Arbeitslosen seien ein „unmissverständliches Signal“ für die Politik. Grundfreibetrag heben und Soli abschaffen Neben der Streichung von Sozialleistungen schlägt der Wirtschaftsrat auch deutliche Steuersenkungen vor, etwa eine spürbare Anhebung des Grundfreibetrags, das spätere Einsetzen des Spitzensteuersatzes sowie einen automatischen Inflationsausgleich bei der Einkommensteuer. Der Verband zielt außerdem auf die Abschaffung des Solidaritätszuschlags auch für Gutverdiener und die Senkung der Unternehmensteuer auf 25 Prozent. Das solle „Wachstumskräfte entfesseln“, sagte Steiger. Ferner schlägt der Verband eine Senkung der Energiekosten für alle und die Streichung der Grunderwerbsteuer vor, um den Kauf von Wohnungen zu erleichtern. Bürokratieabbau steht ebenfalls auf der Agenda. Unfälle auf Arbeitswegen sollten nicht länger in der Unfallversicherung abgesichert sein. Generalsekretär Steiger kritisierte, dass die SPD zu einer „Partei für die Belange der Transferempfänger mutiert“ sei und „in erschreckendem Maße die Unterstützung der Arbeiter und Angestellten verloren“ habe. Das drohe auch der CDU, „wenn sie weiterhin in so starkem Maße wie bislang die Vorstellungen der SPD mitträgt“. Der CDU-Wirtschaftsrat war 1963 auf Anregung von Ludwig Erhard gegründet worden. Er vertritt eigenen Angaben zufolge rund 13.000 Unternehmen.

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1. Februar
FAZ (Politik)

Deutschland-Blog: „Superprivilegierte erklären anderen, auf was sie verzichten sollen“

Deutschland-Blog : „Superprivilegierte erklären anderen, auf was sie verzichten sollen“ Lesezeit: Dennis Radtke spricht auf der Tagung Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (Archivbild).dpa Arbeitnehmerflügel der CDU kritisiert parteieigene Sparvorschläge bei Sozialausgaben +++ Söder: Eine Stunde Mehrarbeit „nicht zu viel verlangt“ +++ Wirtschaftsrat der CDU fordert deutliche Einschnitte in den Sozialstaat +++ Alle Entwicklungen im Liveblog Lena Spilger In der Diskussion um das Sozialsystem in Deutschland hat der CDU-Arbeitnehmerflügel (CDA) die jüngsten Sparvorschläge des CDU-Wirtschaftsrats kritisiert. „Hier erklärt eine Gruppe von Superprivilegierten anderen Leuten, auf was diese verzichten sollen“, sagte der CDA-Vorsitzende Dennis Radtke am Sonntag der „Süddeutschen Zeitung“. Zuvor hatte der CDU-Wirtschaftsrat, ein parteinaher Unternehmensverband, unter anderem vorgeschlagen, dass Zahnarztbesuche nicht mehr von der Versicherung bezahlt werden sollen. Arbeitslosengeld soll es laut den Vorschlägen des CDU-Wirtschaftsrates grundsätzlich nur noch ein Jahr lang geben, Mütterrente und Rente mit 63 gestrichen werden. Der Unternehmensverband machte seine Vorschläge am Sonntag in einem von ihm als „Agenda für Arbeitnehmer“ bezeichneten Papier, in dem auf der Gegenseite auch Steuersenkungen für Beschäftigte vorgeschlagen werden. CDA-Chef Radtke warnte seine Partei nun, die wiederholten Forderungen nach Einschnitten bei der sozialen Sicherung könnten Wähler abschrecken. „Wir müssen aufpassen, dass die Debatten keine Schlagseite bekommen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ und verwies auch auf Aussagen aus der CDU-Führung: „Die jüngsten Forderungen aus der Parteispitze lassen die Frage aufkommen: Was haben wir eigentlich für ein Bild von den Beschäftigten in Deutschland? Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass alles auf einer Seite abgeladen wird, nämlich bei den Beschäftigten.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Lena Spilger Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) lehnt aus der Union geforderte Sozialkürzungen zur Stärkung des Wirtschaftswachstums in Deutschland ab. Stattdessen müssten die Energiepreise gesenkt werden, sie seien „ein essenzielles Problem“, sagte Schwesig in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Schwesig unterstrich: „Ich teile überhaupt nicht, dass die Deutschen zu wenig arbeiten, was wir hier in den letzten Wochen vor allem von der Union hören.“ Klagen über zu viel Krankschreiben oder zu wenige Arbeitsstunden gingen „total an der Lebensrealität und Arbeitsrealität vieler Menschen vorbei“, sagte Schwesig. Der Kern des Problems für viele Unternehmen sei vielmehr, dass die Energiepreise zu hoch seien. Das gelte für Handwerker und große Industrieunternehmen. Bisherige Schritte der Bundesregierung dagegen reichten nicht. „Das Problem der hohen Arbeitslosigkeit ist nicht, dass die Menschen zu wenig arbeiten, sondern dass gerade ganz viele Stellen abgebaut werden.“ Hier sei Regierungschef Friedrich Merz (CDU) gefragt. „Da muss der Kanzler ran“, sagte Schwesig. „Wir müssen die Unternehmen sichern, und das geht vor allem mit Wettbewerbsfähigkeit durch kleine Energiepreise.“ „Da muss der Kanzler ran“, sagte Schwesig. „Wir müssen die Unternehmen sichern, und das geht vor allem mit Wettbewerbsfähigkeit durch kleine Energiepreise.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Lena Spilger Welche Reformen sind in Deutschland notwendig? Der CDU-Wirtschaftsrat stellt mit der „Agenda für die Arbeitnehmer in Deutschland“ mehrere Forderungen auf. Darüber berichtet Wirtschaftskorrespondentin Julia Löhr. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Lena Spilger CSU-Chef Markus Söder sieht in Mehrarbeit eine Lösung für die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands. „Eine Stunde Mehrarbeit in der Woche würde uns enorm viel Wirtschaftswachstum bringen und ist wirklich nicht zu viel verlangt“, sagte Söder in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Zudem brauche es die von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bereits geforderte Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und einen schrittweisen Abbau der sogenannten Rente mit 63, also der abschlagsfreien frühzeitigen Rente für besonders langjährig Versicherte. Der bayerische Ministerpräsident forderte, diese Reformen in der Koalition so schnell wie möglich umzusetzen. Auf keinen Fall dürften Reformen wegen der anstehenden Landtagswahlen verschoben werden. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Leonie Feuerbach Der Wirtschaftsrat der CDU fordert deutliche Einschnitte in den Sozialstaat. Um einen weiteren Anstieg der Sozialabgaben zu verhindern, sollten unter anderem die Mütterrente, die Rente mit 63 und die Grundrente gestrichen werden, heißt es in einem Reformpapier, das online abrufbar ist. Auch solle das Arbeitslosengeld künftig grundsätzlich nur noch für ein Jahr ausgezahlt werden. Zudem solle das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt und über die beschlossenen 67 Jahre hinaus erhöht werden. Der Wirtschaftsrat spricht sich auch dafür aus, Zahnbehandlungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen. „Verschiedene Leistungen, etwa Zahnarztbehandlungen, lassen sich generell gut privat absichern und sollten nicht länger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen“, heißt es in dem Papier des Verbandes, der der CDU nahe steht, aber dennoch unabhängig ist. Zudem macht der Rat, der sich als Interessenvertretung der unternehmerischen Wirtschaft versteht, zahlreiche Vorschläge zur Minderung der Steuerlast. Unter anderem solle die Unternehmenssteuer auf 25 Prozent gesenkt und der Solidaritätszuschlag auch für Gutverdiener abgeschafft werden. „Mehr als drei Millionen Arbeitslose sind ein unmissverständliches Signal, dass die Politik jetzt endlich alles tun muss, um das Aufstiegsversprechen zu erneuern und Wachstumskräfte zu entfesseln“, begründete der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, den Vorstoß. Bei den Sozialdemokraten stießen die Vorschläge auf klare Ablehnung. Der Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales im Bundestag, Bernd Rützel (SPD), bezeichnete die Forderungen als „Eiszeit pur“. Die Reichsten zu entlasten, Mütter- und Grundrente zu streichen und das Arbeitslosengeld zu kürzen, sei „ein Schlag ins Gesicht von 90 Prozent der Deutschen“, sagte Rützel der „Augsburger Allgemeinen“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Mathias Peer Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) drückt bei den Reformen für mehr Wirtschaftswachstum in Deutschland aufs Tempo. „Es muss schnell gehen“, sagte Spahn dem „Handelsblatt“. „Wenn wir die Wirtschaft nicht in Schwung bringen, verliert diese Koalition ihre Akzeptanz“, sagte er mit Blick auf die schwarz-rote Bundesregierung. Wachstum sei „die Schicksalsfrage unserer Nation“. Ähnlich äußerte sich der nordrhein-westfälische Sozialminister und CDU-Vize Karl-Josef Laumann. „Deutschland ist ohne Wachstum kaum regierbar“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Dafür brauchen wir die Bereitschaft für Neues und Veränderungen.“ Spahn sieht nach eigenen Worten bereits ein „zartes Pflänzchen des Erfolgs“. Er verwies auf steigende Investitionszahlen. „Im zweiten Quartal wollen wir die sozialen Sicherungssysteme und die Lohnnebenkosten angehen.“ Ähnlich äußerte sich der nordrhein-westfälische Sozialminister und CDU-Vize Karl-Josef Laumann. „Deutschland ist ohne Wachstum kaum regierbar“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Dafür brauchen wir die Bereitschaft für Neues und Veränderungen.“ Spahn sieht nach eigenen Worten bereits ein „zartes Pflänzchen des Erfolgs“. Er verwies auf steigende Investitionszahlen. „Im zweiten Quartal wollen wir die sozialen Sicherungssysteme und die Lohnnebenkosten angehen.“ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Irem Yildirim Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang hat einen Auftritt im Karneval für Sticheleien gegen den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) genutzt. Bei der Verleihung zum Orden wider den tierischen Ernst in Aachen – einer traditionsreichen Karnevalssitzung – sprach die 32-Jährige unter anderem vom „Nürnberger Würstchen mit der Lizenz zum Tröten, Markus Söder“. „Der fränkische Fleischsommelier ist das beste Beispiel dafür, dass auch groß gewachsene Männer am Napoleon-Komplex leiden“, sagte Lang, als sie bei ihrer Rede auf den CSU-Vorsitzenden zu sprechen kam. Bei der Verleihung zum Orden wider den tierischen Ernst treten regelmäßig Politiker auf und halten Karnevalsreden. Am Ende des Abends wird eine neue sogenannte Ordensritterin oder ein neuer Ordensritter ausgezeichnet. In diesem Jahr geht die Ehrung an Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU). Bär war auch der Anlass für Langs Bemerkung über Söder. „Liebe Doro Bär, ich sehe überhaupt gar keinen Anlass, irgendwas Fieses zu deiner Person zu sagen, denn den Job erledigt ja auch schon ein anderer“, erklärte Lang. Dann erinnerte sie an eine Situation auf einem CSU-Parteitag im Dezember. Söder hatte dort gesagt: „Keine Frage, wir erwarten uns nicht viel von dir, aber viel Geld nach Bayern, liebe Doro, hä hä, das wäre schön.“ Vielfach wurden die Bemerkungen als demütigend oder fies interpretiert. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Leonie Feuerbach Der frühere SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hält seine Versorgungsansprüche als ehemaliger Bundestagsabgeordneter für viel zu hoch. Das Versorgungssystem für Politikerinnen und Politiker sei „vollkommen ungerecht“, sagte Kühnert in der Online-Sendung „Berlin Sandmann“. Er sei knappe vier Jahre im Parlament gewesen und werde „alleine für diese kurze Zeit im Bundestag“ im Rentenalter monatlich 800 oder 900 Euro bekommen. „Das finde ich, ehrlich gesagt, skandalös“. Auf Nachfrage präzisierte Kühnert: „Das ist viel zu viel“. Angestellte kämen für eine vergleichbare Beschäftigungszeit auf 200 bis 300 Euro. „Das ist auch völlig ausreichend.“ Bei Abgeordneten ist die Altersentschädigung Bestandteil der grundgesetzlich zustehenden Bezüge, die die Unabhängigkeit der Parlamentarier sichern sollen. Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung werden für sie während der Abgeordnetentätigkeit nicht abgeführt. Außerdem berichtete Kühnert, der auch mit sozialistischen Thesen für Wirbel gesorgt hatte, dass er inzwischen am Aktienmarkt Geld in ETF-Fonds angelegt habe – anders als in seiner Zeit als Politiker, in der er „eine Korrumpierung von sich selbst“ habe verhindern wollen. Seit einigen Monaten er Kühnert als Lobbyist für alternative Finanzpolitik beim Verein „Bürgerbewegung Finanzwende“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Leonie Feuerbach CDU und CSU haben einer Umfrage zufolge in der Wählergunst zur AfD aufgeschlossen. Im am Samstag veröffentlichten Sonntagstrend des Instituts INSA für die „Bild am Sonntag“ kommen beide Lager auf jeweils 26 Prozent. Während die AfD ihren Wert hielt, legte die Union im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt zu und liegt damit erstmals seit Mitte September wieder mit der AfD gleichauf. Die SPD verbesserte sich ebenfalls um einen Punkt auf 16 Prozent – der beste Wert seit Juni 2025. Dagegen rutschte die FDP auf drei Prozent ab. Die Grünen verharrten bei elf, die Linke bei zehn und das BSW bei vier Prozent. Für die Erhebung befragte INSA vom 26. bis 30. Januar 1204 Personen. Die SPD verbesserte sich ebenfalls um einen Punkt auf 16 Prozent – der beste Wert seit Juni 2025. Dagegen rutschte die FDP auf drei Prozent ab. Die Grünen verharrten bei elf, die Linke bei zehn und das BSW bei vier Prozent. Für die Erhebung befragte INSA vom 26. bis 30. Januar 1204 Personen. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Leonie Feuerbach Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat zu mehr Einsatz für die Demokratie aufgerufen. Eine Zusammenarbeit der demokratischen Parteien mit der AfD dürfe es nicht geben, betonte Wulff im Interview mit der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Ich persönlich, und da spreche ich auch als Mitglied der CDU, glaube, dass das Anwachsen oder Schwächerwerden der AfD ganz wesentlich davon abhängt, wie sich die demokratischen Parteien, insbesondere CDU und CSU, dazu verhalten.“ Diese müssten die wichtigen Themen ansprechen wie Wohnungsmarkt, Arbeitsmarkt, Bildung, soziale Fragen oder Sicherheit und sie müssten vor allem Probleme lösen, sagte Wulff. Dann werde die AfD an Bedeutung verlieren. „Wenn die rechte demokratische Mitte aber glaubt, dass man die AfD durch das ins Zentrum Rücken ihres einzigen Themas schwächen kann, dann wird sie sie stärken“, sagte er weiter: „Wenn führende Unionspolitiker sagen, die Mutter aller Probleme sei die Migration, halte ich das für dummes Zeug.“ Halte die Brandmauer nicht, würde dies auch eine Spaltung von CDU/CSU bedeuten. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Leonie Feuerbach SPD und Grüne im Bundestag haben sich für strengere Zugangskontrollen für Abgeordnete ausgesprochen. „Die Sicherheitslage in Deutschland und Europa verschärft sich“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Dirk Wiese, der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Innenpolitisch wachsen Bedrohungen durch den erstarkenden Rechtsextremismus“, fügte er hinzu. Mit Blick auf Pläne von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) für den besseren Schutz des Parlaments sagte Wiese, er befürworte „ausdrücklich noch klarere Regeln bei Zutrittsberechtigungen zu den Liegenschaften des Deutschen Bundestags ebenso wie bei Zuverlässigkeitsüberprüfungen von Mitarbeitern“. Schärfere Kontrollen sollten gleichermaßen für alle Fraktionen gelten, aber „die AfD-Fraktion als Sammelbecken von Straftätern und Volksverhetzern mit Spionagekontakten zu Russland und China steht hier besonders im Fokus“, ergänzte er. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Irene Mihalic, sagte der „Rheinischen Post“: „Ich beobachte eine fortschreitende Radikalisierung der AfD, und durch ihre stärkere Präsenz im Parlament nach der letzten Bundestagswahl wird die Massivität der Bedrohung noch deutlicher. “ Eine Beschäftigung im Parlament sei „mit verfassungsfeindlichen Bestrebungen unvereinbar“, fügte Mihalic hinzu. „Deshalb wollen wir gemeinsam mit den anderen Fraktionen erörtern, welche Rechtsgrundlagen man schaffen muss, um dies zu begrenzen und der Bundestagspolizei in begründeten Fällen die Möglichkeit zu geben, Informationen beim Verfassungsschutz einzuholen. Das wären starke Zeichen des Parlaments für eine wehrhafte Demokratie. “ Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Tim Niendorf Die Durchsuchungen bei der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt sind rechtswidrig gewesen. Das entschied das Landgericht Magdeburg nach einer Mitteilung vom Freitag und gab damit einer Beschwerde der Fraktion weitgehend statt. Die vom Amtgericht Magdeburg angeordnete Durchsuchung der Räumlichkeiten im Landtag im vergangenen Juli sei nicht verhältnismäßig gewesen. Der Landtag als Gesetzgebungsorgan sei grundsätzlich vor solch einer Aktion aufzufordern, Unterlagen an die Staatsanwaltschaft herauszugeben, entschied das Landgericht. Die Staatsanwaltschaft habe dies unterlassen. Eine Entscheidung darüber, dass die beschlagnahmten Unterlagen herausgegeben werden müssen, traf das Landgericht nicht. Darüber muss das Amtsgericht entscheiden. Zudem seien die Beschwerden von neun Landtagsabgeordneten gegen den Durchsuchungsbeschluss unzulässig. Einzelne Abgeordnete hätten keine Berechtigung, eine Beschwerde einzulegen. Es seien keine Wohnräume, sondern nur Geschäftsräume durchsucht worden. Ermittler hatten im Sommer wegen des Verdachts der Auszahlung unberechtigter Zulagen Landtagsbüros durchsucht. Die Ermittlungen gingen auf eine Strafanzeige des Bundes der Steuerzahler wegen Untreueverdachts zurück. Sie richteten sich demnach gegen ehemalige und aktuelle Fraktionsmitarbeiter. Es bestand nach damaligen Angaben der Verdacht, dass sogenannte Funktionszulagen auch an nicht berechtigte Fraktionsmitglieder ausgezahlt worden sein könnten. Auch Räumlichkeiten der SPD- sowie AfD-Fraktion wurden damals durchsucht. In ihren Fällen wurde noch nicht entschieden. Die SPD legte erst Anfang Januar Beschwerde dagegen ein. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Friederike Haupt Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), kritisiert im Streit um den Länderfinanzausgleich den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) scharf. „Wer regelmäßig wie einige Vertreter aus Süddeutschland der Fusion von Bundesländern oder dem angeblich ungerechten Länderfinanzausgleich das Wort redet, legt die Axt an die föderale Solidarität zwischen Ost und West, zwischen Nord und Süd“, sagte die Staatsministerin am Freitag der F.A.Z. „Auch Länder wie Bayern haben in der Vergangenheit bei seiner Entwicklung von der Unterstützung seiner Nachbarn profitiert.“ Kaiser forderte in der F.A.Z., beim aktuellen System zu bleiben. „Wer das Land zusammenhalten will und in allen Teilen Deutschlands die Chance auf gleiche Lebensbedingungen ermöglichen will, sollte am bestehenden Länderfinanzausgleich nicht rütteln.“ Bayern setzt sich seit Jahren für eine abermalige Reform des Länderfinanzausgleichs ein; zuletzt trat eine Neuregelung 2020 in Kraft. 2023 klagte der Freistaat vor dem Bundesverfassungsgericht, im vergangenen Jahr drohte Söder mit einem Ausstieg. Vor wenigen Tagen bezeichnete er den Länderfinanzausgleich als „teuer, unfair und ungerecht“. Auch der Ministerpräsident von Hessen, Boris Rhein (CDU), hatte zuletzt Kritik am System geäußert. Er hatte der F.A.Z. gesagt, wenn Hessen als starkes Land Schulden aufnehmen müsse, um andere Länder mit fast vier Milliarden Euro je Jahr zu unterstützen, „stimmt etwas sehr grundlegend nicht mehr“. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Paul Gross Die Frauen-Union fordert, auch Frauen zum Ausfüllen des Wehrdienst-Fragebogens zu verpflichten. Ein entsprechender Antrag für den Bundesparteitag der CDU liegt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vor. Der Fragebogen solle außerdem erweitert werden: Wenn jemand angebe, keinen Wehrdienst leisten zu wollen, solle abgefragt werden, ob die Person sich eine Tätigkeit im sozialen Bereich oder im Zivil- und Katastrophenschutz vorstellen könne. Eine Pflicht soll es aber nicht nur beim Fragebogen geben. So greifen die CDU-Frauen die Idee eines verpflichtenden Gesellschaftsjahrs und eine dafür notwendige Grundgesetzänderung auf. Junge Menschen eines Jahrgangs sollen dann einen Pflichtdienst bei der Bundeswehr oder im sozialen Bereich absolvieren. Bisher sieht das Grundgesetz nur die Möglichkeit der Wehrpflicht für Männer oder bei Verweigerung einen Ersatzdienst vor. Der Antrag schließt die Forderung ein, den Ersatzdienst finanziell so attraktiv wie den neuen Wehrdienst zu gestalten. Der Sold für den zum 1. Januar eingeführten Dienst liegt bei 2.600 Euro brutto im Monat. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen Moritz Finger Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zweifelt an der schnellen Reformbereitschaft der schwarz-roten Koalition. Einen Tag nach dem Koalitionsausschuss, auf dem Kanzler Friedrich Merz (CDU) noch die Fähigkeit zu Reformen gelobt hatte, warnte der CSU-Chef davor, wegen der Landtagswahlen in diesem Jahr auf grundlegende Reformen zu verzichten. Mit Blick auf die Beratungen der Spitzen von CDU, CSU und SPD sagte er beim Parlamentskreis Mittelstand am Donnerstagabend in Berlin: „Man hat schon wieder das Gefühl, dass der alte Rhythmus 'Ah, im März ist eine Wahl, vielleicht entscheiden wir lieber später'“, wieder da sei. Und wenn man über Reformen im April rede, heiße es, dass es im September wieder Wahlen gebe. „Die deutsche Wirtschaft, der deutsche Mittelstand hat keine Zeit mehr, nach alten Mustern zu verfahren. Wir brauchen mehr Tempo, um unsere Wirtschaft so stark zu machen“, mahnte Söder. Link kopieren Auf Facebook teilen Auf X teilen Per E-Mail teilen

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1. Februar
Handelsblatt

Forderungskatalog: Zahnarzt selbst zahlen? Empörte Reaktionen

Forderungskatalog: Zahnarzt selbst zahlen? Empörte Reaktionen Berlin. Wer zum Zahnarzt muss, soll künftig selbst zahlen müssen: Mit der Forderung nach solchen Einschnitten hat der CDU-Wirtschaftsrat empörte Reaktionen ausgelöst. In der SPD wurde der Forderungskatalog des CDU-nahen Unternehmerverbands als „Eiszeit pur“ zurückgewiesen. Andere nannten ihn „verstörend“ und „unsozial“. Der Wirtschaftsrat pocht auf deutlich weniger Sozialversicherungsleistungen. So lasse sich in der Krankenversicherung Verschiedenes „generell gut privat absichern“, heißt es in dem sechsseitigen Papier „Agenda für die Arbeitnehmer in Deutschland“, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über das die „Bild am Sonntag“ zuerst berichtet hatte. Ausdrücklich nannte der Verein etwa Zahnarztbehandlungen. Diese sollten „nicht länger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen“. Der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, sagte der dpa: „Ausdruck einer verantwortungsvollen Politik gegenüber Arbeitnehmern ist es auch, dafür zu sorgen, dass Sozialabgaben nicht immer weiter ansteigen und so immer weniger Netto vom Brutto bleibt.“ Der Leistungskatalog der Krankenkassen sei „einer von mehreren möglichen Ansatzpunkten, über die es eine ehrliche Debatte braucht“. Heute werden die meisten Maßnahmen zur Verhütung, Früherkennung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten von den Krankenkassen bezahlt. Wie bei den anderen Versicherungsleistungen gilt das Umlageprinzip. Die anfallenden Kosten werden durch die laufenden Beitragseinnahmen gedeckt. Zahnarzt-Leistungen sind heute laut Regierung zuzahlungsfrei, sofern sie nicht über die als nötig anerkannte Versorgung hinausgehen. Vieles bezahlen die Patientinnen und Patienten aber bereits aus eigener Tasche, beispielsweise Inlays. In den ersten drei Quartalen 2025 gaben die gesetzlichen Krankenkassen für Zahnbehandlungen rund 10,5 Milliarden Euro aus. Wegeunfälle sollen nicht mehr versichert sein Einschnitte fordert der Wirtschaftsrat auch für Unfallversicherte. Unfälle auf Arbeitswegen sollen aus dem Leistungskatalog der Unfallkassen gestrichen werden. In der Pflege sollen private Zusatzversicherungen – so der Wirtschaftsrat – bei der Absicherung des Pflegerisikos künftig eine größere Rolle spielen. Durchgreifende Einschränkungen verlangt die Organisation beim Arbeitslosengeld. So solle die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I auf zwölf Monate für alle begrenzt werden. Heute können Arbeitslose ab 50 Jahren bis zu 24 Monate Arbeitslosengeld I bekommen, Jüngere höchstens zwölf Monate. Steuern und Abgaben sollen sinken „Ein besonderes, deutsches Problem sind die explodierenden Sozialabgaben“, stellt der Verein, der vor allem Unternehmerinnen und Unternehmer versammelt, fest. Gestrichen werden solle die Mütterrente, die abschlagsfreie vorzeitige Rente für besonders langjährig Versicherte und die Grundrente. Auch eine Streichung von Arbeitsmarktprogrammen hält der Wirtschaftsrat für nötig. Die „ausufernde Arbeitsverwaltung mit mehr als 100.000 Beschäftigten allein bei der Bundesagentur für Arbeit“ solle eingedämmt werden. Die Ankurbelung der Wirtschaft in Deutschland müsse oberstes Ziel sein. Bei den Steuern dringt der Verein auf Entlastungen. So seien die knapp 70.000 Euro, ab denen bereits Facharbeiter heute den Spitzensteuersatz zahlen müssten, „ein schlechter Witz“. Zur Linderung der Lasten fordert der Wirtschaftsrat eine höhere Einkommensschwelle für den Spitzensteuersatz und eine spürbare Anhebung des Grundfreibetrags in der Einkommensteuer. „Aufstiegsversprechen erneuern“ Die Unternehmenssteuersätze sollten laut dem Wirtschaftsrat auf „ein international wettbewerbsfähiges Niveau“ von maximal 25 Prozent für Kapitalgesellschaften abgesenkt werden. Bei der Erbschaftsteuer müsse weiter honoriert werden, wenn vererbte Unternehmen Arbeitsplätze erhalten würden. Steiger sagte der „Bild am Sonntag“: „Mehr als drei Millionen Arbeitslose sind ein unmissverständliches Signal, dass die Politik jetzt endlich alles tun muss, um das Aufstiegsversprechen zu erneuern und Wachstumskräfte zu entfesseln.“ Heftig attackierte Steiger die SPD. Sie sei zu einer „Partei für die Belange der Transferempfänger“ mutiert. SPD und Linke üben scharfe Kritik Dort nannte man die Vorschläge einen „Schlag ins Gesicht von 90 Prozent der Deutschen“. SPD-Sozialpolitiker Bernd Rützel sprach von „Eiszeit pur“. An Maria Lichtmess rate er der CDU dazu, „sich den Blasius-Segen zu holen und solche Vorschläge schnell wieder zu vergessen“, sagte der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag). Am 3. Februar ist der Gedenktag des heiligen Blasius. Linke-Chefin Ines Schwerdtner sprach von einem „Frontalangriff auf 90 Prozent der Menschen in diesem Land“. Gemeint sind die rund 90 Prozent der Bevölkerung, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Menschen, die jeden Tag schuften, müssten sich nach Vorstellung der Union bald entscheiden: „Füllung beim Zahnarzt oder Mittagessen für die Kinder?“, sagte Schwerdtner dem „Spiegel“. Der Sozialverband Deutschland warnte vor noch mehr Zwei-Klassen-Medizin. „Vermögende hätten schöne Zähne, Bedürftige noch mehr Lücken“, sagte die Vorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht aus der Union Bürgerinnen und Bürger verunglimpft und damit verunsichert werden.“ Sie erinnerte daran, dass Kanzler Friedrich Merz (CDU) einen zu hohen Krankenstand beklagt und der Wirtschaftsflügel Einschnitte beim Recht auf Teilzeit gefordert hatte. „Nun kommt der CDU-Wirtschaftsrat mit der nächsten verstörenden Idee um die Ecke.“

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2. Februar
Die Welt (Politik)

„Spart keinen Euro“ – Grünen-Politiker lehnt Streichung von Zahnarztleistungen ab

„Spart keinen Euro“ – Grünen-Politiker lehnt Streichung von Zahnarztleistungen ab Der CDU-Wirtschaftsrat schlägt vor, dass Bürger Zahnarztleistungen künftig privat zahlen. Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen ist dagegen: Wer an der Zahnvorsorge spare, müsse später die Kosten von Folgeerkrankungen tragen. Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat einen Vorstoß des CDU-Wirtschaftsrates zu Einschnitten für gesetzlich Krankenversicherte beim Zahnarzt zurückgewiesen. „Zahnmedizin aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen, ist ein gesundheitspolitischer Irrweg. Das ist medizinisch falsch, sozial brandgefährlich und ökonomisch kurzsichtig“, sagte Dahmen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zahngesundheit sei kein Luxus, sondern Voraussetzung für allgemeine Gesundheit, sagte Dahmen weiter. „Wer hier spart, produziert morgen Herzinfarkte, Diabetes-Komplikationen und schwere Infektionen und damit explodierende Folgekosten für das Gesundheitssystem.“ Der CDU-Wirtschaftsrat hat am Wochenende mögliche Einsparungen in der Sozialversicherung vorgeschlagen. So lasse sich in der Krankenversicherung Verschiedenes „generell gut privat absichern“, heißt es in einem sechsseitigen Papier „Agenda für die Arbeitnehmer in Deutschland“, über das die „Bild am Sonntag“ zuerst berichtet hatte. Ausdrücklich nannte der CDU-nahe Unternehmerverband etwa Zahnarztbehandlungen. Diese sollten „nicht länger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen“. Grünen-Politiker: Zahnbehandlungen „Marker sozialer Ungleichheit“ Grünen-Politiker Dahmen sagte dazu: „Eine Privatisierung der Zahnmedizin spart keinen Euro, sie verschiebt Kosten in die Zukunft und vervielfacht sie.“ Besonders fatal sei die soziale Dimension: „Der Zahnstatus ist schon heute einer der deutlichsten Marker sozialer Ungleichheit. Wer Zahngesundheit vom Geldbeutel abhängig macht, vertieft gesundheitliche Spaltung und treibt langfristig die Beiträge nach oben.“ Derzeit werden die meisten Maßnahmen zur Verhütung, Früherkennung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten von den Krankenkassen bezahlt. Wie bei den anderen Versicherungsleistungen gilt das Umlageprinzip. Die anfallenden Kosten werden durch die laufenden Beitragseinnahmen gedeckt.

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1. Februar
FAZ (Wirtschaft)

Reformdebatte: CDU-Wirtschaftsrat will Zahnarztbesuch als Kassenleistung streichen

Reformdebatte : CDU-Wirtschaftsrat will Zahnarztbesuch als Kassenleistung streichen Der Wirtschaftsrat der CDU will die Sozialausgaben senken. Die jüngsten Vorschläge der „Agenda für die Arbeitnehmer in Deutschland“ polarisieren. Kritik an den Forderungen kommt sowohl von den Linken als auch der AfD. In der Debatte über notwendige Reformen in Deutschland hat sich am Wochenende auch der CDU-Wirtschaftsrat zu Wort gemeldet. In einem mit „Agenda für die Arbeitnehmer in Deutschland“ überschriebenen Papier fordert er unter anderem einen höheren Grundfreibetrag in der Einkommensteuer sowie eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags für diejenigen, die den Aufschlag noch zahlen. Die Kosten der sozialen Sicherungssysteme sollen sinken, indem die gerade vom Bundestag beschlossene Ausweitung der Mütterrente gestrichen wird, die Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld I auf zwölf Monate begrenzt wird und der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gekürzt wird. Konkret heißt es dazu: „Verschiedene Leistungen, etwa Zahnarztbehandlungen, lassen sich generell gut privat absichern und sollten nicht länger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen.“ In der Unfallversicherung sollen Unfälle auf Arbeitswegen aus dem Leistungskatalog gestrichen werden. Kritik an den Forderungen, über die zuerst die „Bild am Sonntag“ berichtet hatte, kam sowohl von den Linken als auch der AfD. Die Linken-Ko-Vorsitzende Ines Schwerdtner sprach mit Blick auf die Zahnarztleistungen gegenüber dem „Spiegel“ von einem „Frontalangriff auf 90 Prozent der Menschen in diesem Land“. Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, sieht sein Papier als Replik auf die Politik der SPD. „Sie ist zu einer Partei für die Belange der Transferempfänger mutiert und hat bei ihrer Politik vor allem die Befriedung der eigenen Funktionäre im Kopf.“

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