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Donnerstag, 6. August 2026
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Zentralafrika: Warum die DR Kongo Ebola nicht in den Griff bekommt

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6. August
taz (Öko & Co)

Zentralafrika: Warum die DR Kongo Ebola nicht in den Griff bekommt

Zentralafrika : Warum die DR Kongo Ebola nicht in den Griff bekommt Empfohlener externer Inhalt Das Ebolavirus wütet derzeit heftig in der DR Kongo. Die Behörden versagen, das Virus ist außer Kontrolle. Wie konnte es dazu kommen? Ebola – das tödliche Virus ist zurück und wütet derzeit in einer extremen Intensität und enormen Wucht in der Demokratischen Republik Kongo in Zentralafrika. Mittlerweile ist bereits die Rede von rund 300 Menschen, die pro Woche sterben, mehr als 60 Prozent davon zu Hause in ihren Betten. Diese Menschen können Behandlungszentren gar nicht mehr erreichen und die Gefahr der weiteren Verbreitung ist enorm. Es sind traurige Rekordzahlen und offenbar ist Ebola in der Region völlig außer Kontrolle geraten. Wie konnte es überhaupt zu diesem Ausbruch kommen? Warum ist die DR Kongo derart betroffen? Was wird vor Ort getan, in einem Land, in dem seit Jahrzehnten Krieg herrscht? Gibt es Hoffnung auf neue Impfstoffe und auf weitere Unterstützung? Darüber spricht Tanja Tricarico aus dem Auslandsressort der taz mit Simone Schlindwein, der taz-Korrespondentin für das Gebiet der Großen Seen und Ostafrika. Diese Folge der Fernverbindung wurde am Mittwoch, 5. August 2026 um 11 Uhr MEZ aufgenommen. Fernverbindung – Der Auslands-Podcast der taz erscheint jede Woche auf taz.de und überall, wo es Podcasts gibt. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen meistkommentiert

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5. August
Der Spiegel

Ebola verbreitet sich in DR Kongo laut Ärzte ohne Grenzen in »beispiellosem Tempo«

Ärzte ohne Grenzen Ebola verbreitet sich in DR Kongo in »beispiellosem Tempo« Mehr als zweieinhalb Monate währt der Ebolaausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo schon. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zeigt angesichts der Lage alarmiert. Die Situation sei »kritischer denn je«, sagte die stellvertretende medizinische Leiterin Philippa Boulle einer Mitteilung zufolge . »Trotz der unermüdlichen Bemühungen der medizinischen Teams vor Ort verbreitet sich die Krankheit in alarmierendem und beispiellosem Tempo«, sagte Boulee weiter. Besorgniserregend sei vor allem, dass es keinerlei Anzeichen gebe, dass sich der Ausbruch verlangsamt. »Neue Verdachtsfälle werden nahezu täglich aus neuen Orten gemeldet, jenseits von bereits identifizierten Übertragungsketten.« Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums gab es am Montag insgesamt 3874 bestätigte Ebolafälle, 1751 davon endeten tödlich. Die späte Erkennung von Fällen hat laut Behörden maßgeblich zur Sterblichkeitsrate von 45 Prozent beigetragen. Ein Problem ist zudem, dass die Behörden immer noch zu wenige Angehörige von Infizierten kennen, um sie vor einer Ansteckung zu schützen. In einem Behandlungszentrum in Bunia waren nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen 90 Prozent der Patienten zuvor nicht als Kontaktpersonen erfasst. Das gilt als Schlüssel des Erfolgs: Wenn mehr als 90 Prozent der Kontakte bekannt sind, sich isolieren und bei ersten Krankheitsanzeichen behandelt werden, kann der Ausbruch unter Kontrolle gebracht werden. Misstrauen gegenüber Behörden und Kämpfe in Rebellengebieten, die Hunderttausende in die Flucht schlagen, erschweren diese Arbeit. Es handelt sich inzwischen um den größten Ebolaausbruch, der jemals im Kongo registriert wurde. Die beginnende Regenzeit könnte Transporte und Hilfseinsätze zusätzlich erschweren. Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen ist dringend mehr Geld nötig, um medizinische Teams zu fördern, Kontakte zu überwachen und weitere humanitäre Hilfe in dem armen Land zu leisten.

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5. August
ZDF heute

Ebola im Kongo: "Wir laufen der Epidemie nur noch hinterher"

Zahl der Infizierten auf Rekordhoch:Ebola im Kongo: "Wir laufen der Epidemie nur noch hinterher" von Julia Hartmann Seit drei Monaten hat die Ebola-Epidemie den Ostkongo fest im Griff. Für das Gesundheitspersonal ist es ein Wettlauf gegen die Zeit, denn das Virus breitet sich hier rasant aus. Für Dr. Christiane Piepel beginnt jeder Arbeitstag gleich: Bevor sie ihre Patient*innen behandeln kann, muss sie sich selbst schützen. Plastikanzug, Handschuhe, Maske, Schutzbrille. Mit einem Filzstift wird ihr Name auf die Stirn ihrer Maske geschrieben - mehr als diese ist von ihr später nicht mehr zu erkennen. Seit zwei Wochen unterstützt die deutsche Ärztin das Ebola-Behandlungszentrum im ostkongolesischen Mongbwalu in der Provinz Ituri, dem Epizentrum der Epidemie. Der Ostkongo, ein Landesteil der Demokratischen Republik Kongo, grenzt an Uganda und den Südsudan und ist seit Jahrzehnten von bewaffneten Konflikten geprägt. Millionen Menschen wurden vertrieben und leben in provisorischen Lagern, eine medizinische Versorgung ist vielerorts oft kaum erreichbar. Ebola breitet sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo rasant aus. Ärzte kämpfen mit fehlendem Personal, Geldmangel und Streiks - die Zahl der Toten und Infizierten steigt. 01.08.2026 | 2:34 minAngst vor dem Krankenhaus begünstigt Ansteckung Etwa 20 Ärzt*innen sind hier bereits an Ebola gestorben, für viele Bewohner*innen der Region ist das ein Zeichen, das Krankenhaus lieber zu meiden. "Die Menschen verstecken sich dann eher zu Hause und haben den Eindruck, dass man im Behandlungszentrum eh nur stirbt", erklärt Christiane Piepel. Es ist genau diese Angst vor dem Krankenhaus, die die Epidemie weiter vorantreibt. Die Menschen leben teils auf engstem Raum zusammen und können sich nicht isolieren, viele von ihnen sterben zu Hause. "Die Bestattungsteams kommen oft zu spät, manchmal kommen sie gar nicht. Dann bleiben die Leichen zwei oder drei Tage in den Häusern", sagt Richard Ngona Bule, Präsident der Zivilgesellschaft der Bahema-Baguru-Region in der Provinz Ituri. Außerdem fehle es an Medikamenten und Mitteln, um die Häuser zu desinfizieren. Das Risiko einer Ansteckung sei dadurch enorm hoch. Die Ebola-Welle breitet sich in Zentralafrika schneller aus als erwartet. Seit dem Ausbruch Mitte Mai sind nach UN-Angaben hunderte Menschen an den Folgen der Viruserkrankung gestorben. 10.07.2026 | 2:35 minFehlende Ressourcen erschweren die Eindämmung Neben Versorgungsmaterialien fehlen aber auch Fahrzeuge zum Transport der Kranken und Toten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind nicht einmal die Hälfte der benötigten Spendengelder wie sonst eingenommen worden. In den vergangenen Tagen kam es außerdem vermehrt zu Streiks der staatlichen Hilfskräfte, die seit zwei Monaten nicht mehr bezahlt wurden. "Wir setzen hier jeden Tag unser Leben aufs Spiel. Trotzdem haben wir seit Monaten keinen Lohn erhalten. Wir können nicht dauerhaft arbeiten, ohne bezahlt zu werden", sagt Asimwe Mugisa, Hygienefachkraft im Elikya Private Hospital in der Provinzhauptstadt Bunia. Und wer sich infiziere, fürchte nicht nur um das eigene Leben, sondern auch darum, Familienmitglieder anzustecken. Die Ebola-Epidemie im Kongo breite sich schneller als jede Welle zuvor aus, warnt die afrikanische Gesundheitsorganisation Africa CDC. Gegen die aktuelle Virusvariante gibt es bisher keinen Impfstoff. 10.07.2026 | 1:31 minTägliche Suche nach Infizierten Trotz fehlender Bezahlung arbeiten viele Pfleger*innen und Ärzt*innen weiter, wie auch Dr. Moubarack Kano. Täglich begibt er sich auf die Suche nach Ebola-Infizierten, um diese möglichst früh in eine Klinik zu bringen und eine weitere Verbreitung zu verhindern. "Wir entdecken die Krankheit erst, wenn sie sich bereits ausgebreitet hat. Wir laufen ihr nur noch hinterher", beschreibt Kano die Situation. Das zeigen auch die aktuellen Fallzahlen. Nach Angaben der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) sind inzwischen fast 1.800 Menschen an dem Virus gestorben - über 200 mehr als noch vergangene Woche. Mit über 3.600 Infizierten übersteigt die Zahl nach drei Monaten bereits die Gesamtzahl des letzten Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo. Bei diesem waren von 2018 bis 2020 insgesamt 3.323 bestätigte Fälle registriert worden. Im kriegsgeplagten Kongo rücken die vom Nachbarland Ruanda unterstützten Rebellen vor. Es gibt tausende Tote. Leidtragende sind vor allem die Zivilisten im Land. 19.03.2025 | 5:49 minEine Krise inmitten einer Krise Im Ostkongo trifft Ebola eine Region, die bereits unter Vertreibung und Hunger leidet. "Etwa fünf Millionen Menschen befinden sich in einer akuten Ernährungskrise, in einigen Gebieten herrscht sogar Hungersnot. Mit Ebola verschärft sich die Situation weiter. Es ist eine Krise inmitten einer Krise", erklärt Carl Skau, Direktor des UN-Welternährungsprogramms. Durch geschlossene Märkte und unterbrochene Lieferwege sei es für viele Menschen zunehmend schwierig, ausreichend Lebensmittel zu bekommen. Hilfsorganisationen schicken mehr Leichensäcke Während die Hilfsorganisationen weiterhin versuchen, sowohl die Epidemie als auch den Hunger zu bekämpfen, bereiten sich die betroffenen Regionen zugleich auf weitere Todesfälle vor. Erst am Montag schickte das IFRC neue Leichensäcke nach Bunia - ein bedrückendes Zeichen dafür, dass der Kampf gegen Ebola noch lange nicht vorbei ist. Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.  Mehr zum Thema Ebola - Nach zweiwöchiger Behandlung:Ebola-Patient aus Frankfurter Universitätsklinik entlassen - Behandlung in Frankfurt am Main:Weiterer US-amerikanischer Ebola-Patient in Deutschlandmit Video1:31 - FAQKrankheiten zwischen Tier und Mensch:Was sind Zoonosen und warum steigt das Risiko für sie?von Lena Steinsträtermit Video6:06 - Kongo-Rückkehrer:Frankreich meldet ersten Ebola-Fallmit Video0:21

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5. August
Handelsblatt

Krankheiten: Beobachter: Ebola-Ausbruch im Kongo „kritischer denn je“

Krankheiten: Beobachter: Ebola-Ausbruch im Kongo „kritischer denn je“ Kinshasa. Rund zweieinhalb Monate nach Beginn des Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist die Lage nach Einschätzung der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen „kritischer denn je“. Die Krankheit verbreite sich in alarmierendem und beispiellosem Tempo, berichtet die Organisation. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, ist unterdessen zum zweiten Mal seit Beginn des Ausbruchs in den Kongo gereist. Er wollte zunächst in der Hauptstadt Kinshasa mit Regierungsvertretern und Hilfsorganisationen besprechen, wie die tödliche Krankheit besser eingedämmt werden kann. Zu viele Infektionsketten unbekannt Insgesamt sind mehr als 3.600 Infektionen im Labor bestätigt worden. Rund 1.500 der Infizierten überlebten nicht. Problem ist, dass die Behörden immer noch zu wenige Angehörige von Infizierten kennen, um sie vor einer Ansteckung zu schützen. In einem Behandlungszentrum in Bunia waren nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen 90 Prozent der Patienten zuvor nicht als Kontaktpersonen erfasst. Das gilt als Schlüssel des Erfolgs: Wenn mehr als 90 Prozent der Kontakte bekannt sind, sich isolieren und bei ersten Krankheitsanzeichen behandelt werden, kann der Ausbruch unter Kontrolle gebracht werden. Misstrauen gegenüber Behörden und Kämpfe in Rebellengebieten, die hunderttausende in die Flucht schlagen, erschweren diese Arbeit. Mehr Geld nötig Es handelt sich inzwischen um den größten Ebola-Ausbruch, der jemals im Kongo registriert wurde. Die beginnende Regenzeit könnte Transporte und Hilfseinsätze zusätzlich erschweren. Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen ist dringend mehr Geld nötig, um medizinische Teams zu fördern, Kontakte zu überwachen und weitere humanitäre Hilfe in dem armen Land zu leisten.

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4. August
Handelsblatt

Krankheiten: Ebola-Medikamentenstudien starten – WHO sieht Fortschritte

Krankheiten: Ebola-Medikamentenstudien starten – WHO sieht Fortschritte Genf. Im Kampf gegen den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo haben inzwischen mehrere Medikamente- und Impfstoffstudien begonnen. Auch im günstigsten Fall, dass die Medikamente und Impfstoffe sich als wirksam erweisen, werde es aber Monate dauern, bis sie allen Betroffenen zur Verfügung stehen, sagte Vasee Moorthy von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Gleichzeitig gebe es vielversprechende Daten aus vorklinischen Studien, die diese Woche noch ausgewertet werden sollen. 75 Patientinnen und Patienten in Studien Bei der ersten Medikamentenstudie sind nach seinen Angaben nun 50 Patientinnen und Patienten in drei Behandlungszentren eingeschrieben. Insgesamt sollen zehn Zentren in die Studie einbezogen werden, aber dafür brauche es mehr geschultes Personal, um die Patienten gut überwachen zu können. Mit einer möglichen Prophylaxe werden 25 Menschen behandelt. Dies sind meist Angehörige, die direkt mit einer infizierten Person zu tun hatten. Das Medikament soll verhindern, dass die Krankheit bei ihnen ausbricht. Impfstofftests mit Gesunden Schließlich hat der erste Test mit einem möglichen Impfstoff an gesunden Freiwilligen in Großbritannien begonnen. Ein zweiter Test soll diese Woche in Kanada beginnen. Geprüft wird, welche Immunantwort auf die Verabreichung des Impfstoffs erfolgt. Der erste Impfstoff wurde an der Oxford-Universität und dem Serum Institut in Indien entwickelt, der zweite von der Firma Moderna Bislang wurden nur Impfstoffe für andere Ebola-Varianten entwickelt. Für die, die im Kongo jetzt schon rund 1.700 Menschenleben gefordert hat, die Bundibugyo-Variante, gibt es noch keinen Impfstoff.

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3. August
taz (Öko & Co)

Ebola in der DR Kongo: Unkontrollierter Ausbruch mit Superlativen

Ebola in der DR Kongo: Unkontrollierter Ausbruch mit Superlativen Der Ebola-Ausbruch in der DR Kongo bricht etliche Rekorde. Hoffnung liegt auf der Entwicklung neuer Impfstoffe und Geld aus afrikanischen Staaten. „Ich kann nicht behaupten, dass wir diesen Ausbruch heute vollständig unter Kontrolle haben.“ Mit diesen Worten begann Jean Kaseya, Chef der afrikanischen Seuchenbekämpfungsbehörde (Africa CDC), seine wöchentliche Pressekonferenz, um über den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik zu informieren. Die Zahlen lassen nur einen Schluss zu: Der Ausbruch ist außer Kontrolle. Mittlerweile bricht er sogar alle Rekorde: Mit fast 3.700 positiven Fällen und mehr als 1-600 Toten handelt es sich um den schlimmsten Ausbruch im Kongo sowie dem schnellsten Ausbruch in der Geschichte der Menschheit. Mittlerweile sterben rund 300 Menschen pro Woche an dem tödlichen Virus – mehr als 60 Prozent davon zu Hause in ihren Betten. Diese Patienten erreichen die Ebola-Behandlungszentren überhaupt nicht mehr und infizieren damit in ihren Familien und Gemeinden weitere Menschen. Mittlerweile sei die Liste an Kontakten, die sich möglicherweise angesteckt haben könnten und deswegen überwacht werden müssten, auf rund 17.500 Menschen angestiegen. Doch nur rund 14.000 Kontaktpersonen können effektiv überwacht werden. Die Sterblichkeitsrate liegt derzeit bei 44 Prozent der Infizierten. Ebola-Teams sind oft nicht willkommen Das größte Problem stelle neben der Unsicherheit inmitten des Kriegsgebietes die ablehnende Haltung bei der Bevölkerung dar. Immer wieder fahren Ebola-Teams in abgelegene Orte oder in Vertriebenenlager und werden dort nicht willkommen geheißen. Einige Male mussten die Teams sogar wieder abreisen. „Wir wollen keine militärischen Maßnahmen“, sagt Kaseya. Der kongolesische Seuchenexperte weiß, welches Risiko es birgt, die marode kongolesische Armee auf die Bevölkerung loszulassen. Um dieses Problem vor Ort zu erläutern, wolle er am Dienstag und Mittwoch selbst in die Region reisen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den Ausbruch im Osten des Kongo entlang der Grenze zu Uganda Mitte Mai als Internationalen Gesundheitsnotstand deklariert, da er viel zu spät entdeckt wurde. Mittlerweile lassen Forschungsergebnisse aus der am meisten betroffenen Provinz Ituri darauf schließen, dass die ersten Verdachtsfälle bereits im Januar auftauchten. Zwischen Januar und Mai seien bereits 500 Menschen mutmaßlich infiziert gewesen – bevor der Ausbruch offiziell bekannt wurde. Dies führt nun dazu, dass die WHO, internationale Hilfswerke und Kongos Gesundheitsbehörden mit ihren Maßnahmen weit hinterherhinken, so Kaseya. Die Betten in den Behandlungszentren seien zum Teil voll belegt. Vor allem in der nördlichen Region der Provinz Nord-Kivu mit den Millionenstädten Beni und Butembo, in welcher die Regierung die Hoheit hat. In den Gebieten, die unter Kontrolle der Rebellen der M23 (Bewegung des 23. März) sind, seien keine weiteren Fälle gemeldet worden. Die Provinz Süd-Kivu, die teilweise unter M23-Kontrolle ist, ist seit 42 Tagen offiziell Ebola-frei. Auch Uganda hat die Lage erfolgreich unter Kontrolle bekommen. Seit mehr als drei Wochen wurden keine neuen Fälle mehr entdeckt. Neue Impfstoffe in der Testphase Aber es gibt auch gute Nachrichten. Seit Anfang Juli würden Freiwilligen Medikamente verabreicht, die die Viruslast senken – eine erste Teststudie an lebenden Patienten. Zwei neu entwickelte Wirkstoffe seien an 41 Patienten verabreicht worden. Ein weiterer Test mit einem Wirkstoff sei gestartet, der das Virus abtöten soll, kurz nachdem die Menschen in Kontakt mit Infizierten waren. Dieser Wirkstoff sei vor allem für diejenigen wichtig, die Infizierte in ihren Häusern abholen oder Tote beerdigen. Am 28. Juli begann zudem die erste Testphase mit einem weiteren neu entwickelten Impfstoff, drei weitere Impfstoffe seien bald startklar. Hoffnung macht auch die finanzielle Unterstützung. Für die Bekämpfung des Ausbruchs waren ursprünglich rund 520 Millionen US-Dollar kalkuliert worden. Mittlerweile sei aber doppelt so viel Geld eingegangen. Ein Großteil davon kommt von afrikanischen Staaten. Zudem seien 882 Millionen US-Dollar für humanitäre Hilfe gefordert worden, um etwa die Lebensmittelversorgung sicherzustellen. Auch hier sei mit 904 Millionen US-Dollar mehr Geld eingegangen als verlangt. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen Starten Sie jetzt eine spannende Diskussion!

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