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Montag, 13. Juli 2026
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Soziale Medien - Expertengremium legt EU-Kommission Ratschläge zur möglichen Einführung eines Mindestalters für Plattformen vor

Medienspektrum

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13. Juli
Handelsblatt

Internet: Social-Media-Verbot: Könnte ein EU-Bericht den Weg ebnen?

Internet: Social-Media-Verbot: Könnte ein EU-Bericht den Weg ebnen? Brüssel. Experten überreichen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute (10.00 Uhr) einen Bericht mit wegweisenden Ratschlägen zur möglichen Einführung eines Mindestalters für soziale Netzwerke. Die Empfehlungen könnten auch für die deutsche Debatte über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche entscheidend sein. Antworten auf die wichtigsten Fragen: Was sollten die Experten klären? Kommissionspräsidentin von der Leyen will von den Fachleuten wissen, wie Kinder und Jugendliche online besser geschützt werden können. Sie hatte den großen Online-Plattformen vorgeworfen, Kinder aus Profitinteressen abhängig von ihren Produkten zu machen. Die deutsche Politikerin sprach sich daher für strengere Altersgrenzen aus und nannte Australien als mögliches Vorbild. Dort gilt seit Dezember ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige. Das im März von der EU-Kommission einberufene Expertengremium soll also eine Empfehlung dazu abgeben, ob ein solches gesetzliches Mindestalter für Social Media auch in der EU nötig ist und wenn ja, wie die Brüsseler Behörde es gestalten sollte. Warum sind die Vorschläge wichtig? Der Bericht könnte von der Leyen nun weitere Argumente an die Hand geben, die eine Altersgrenze und damit auch einen Eingriff in die Rechte von Minderjährigen begründen. Auch gegenüber den Mitgliedsländern könnte die Expertenmeinung als Argumentationsstütze dienen. Denn auch wenn Länder wie Frankreich, Österreich oder Spanien sogar schon nationale Gesetze planen, sind andere EU-Staaten skeptisch, wie viel ein Verbot bringt. In Brüssel ist man aber interessiert daran, keine übermäßige Fragmentierung zuzulassen - also keine unterschiedlichen Regeln in den 27 Mitgliedsländern zu haben. Auch hier könnten die Empfehlungen der Experten wegweisend sein und eine EU-weite Lösung in Aussicht stellen. Letztlich bleibt es die Entscheidung der EU-Kommission und ihrer Präsidentin, inwiefern man den Ratschlägen der Fachleute folgt. Mit einem Gesetzesvorschlag aus Brüssel wird spätestens im Herbst gerechnet. Kann Deutschland ein eigenes Social-Media-Verbot aussprechen? Der Bevölkerung vorzuschreiben, ab welchem Alter Social Media erlaubt ist, darf Deutschland grundsätzlich. Dann müssten Eltern kontrollieren, ob sich ihre Kinder an die Regeln halten. Viele Politiker in den Mitgliedsländern wollen aber ja eben die großen Plattformen wie TikTok, Snapchat Doch von Online-Riesen eine Alterskontrolle zu verlangen, kann per Gesetz nur die EU. Die Europäische Kommission setzt die Digitalgesetze ihnen gegenüber durch. Nationale Gesetze dürfen sich deshalb nicht mit den EU-Regeln überlappen. Erst vergangene Woche beanstandete die Europäische Kommission den französischen Plan eines Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche unter 15. Der Gesetzesvorschlag stand mit EU-Regeln im Konflikt und muss nun geändert werden. Wie sind die Experten zu ihrer Einschätzung gekommen? Über die vergangenen vier Monate tauschten die Autoren des Berichts sich mit Wissenschaftlern, Juristen und Interessenvertretern verschiedener Disziplinen aus - darunter Kinderrechte, Gesundheit und IT. Dabei sollten auch junge Menschen selbst zu Wort kommen. Zudem wurden Beweise aus laufenden Verfahren gegen die großen Online-Plattformen wegen möglicher Verstöße gegen EU-Digitalregeln in der Analyse berücksichtigt. Die beiden Autoren des Berichts sind der deutsche Forscher Jörg Fegert, ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Ulm, sowie die französische Wissenschaftlerin Maria Melchior. Sie ist Epidemiologin an einer staatlichen Einrichtung in Frankreich und beschäftigt sich ebenfalls mit der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Wie könnte ein Social-Media-Verbot technisch klappen? Hier dürfte eine App der EU eine große Rolle spielen. Die digitale Brieftasche EUDI-Wallet soll Anfang 2027 auch in Deutschland verfügbar sein. Darin soll es dann eine Möglichkeit der Altersverifikation geben. Nutzerinnen und Nutzer sollen ein bestimmtes Mindestalter nachweisen können, ohne dabei persönliche Daten wie Name oder Geburtsdatum zu speichern oder an die großen Online-Plattformen weiterzugeben. Diese Möglichkeit der Altersverifikation könnte auch für die Durchsetzung bestehender Regeln wichtig sein. Verwandte Themen Welche Regeln gibt es schon? Die beliebten Plattformen YouTube, Instagram, Tiktok, Snapchat und Co. fallen unter das europäische Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act - DSA). Artikel 28 („Online-Schutz Minderjähriger“) des DSA verpflichtet die Online-Riesen „geeignete und verhältnismäßige Maßnahmen“ zu ergreifen, um Minderjährige zu schützen. Zudem verlangt die EU-Kommission von den Online-Diensten, dass sie ihre eigenen Nutzungsbedingungen einhalten. Die sehen aus Datenschutzgründen oft erst einen Zugang zu den Plattformen ab 13 Jahren vor. Gegen den Facebook- und Instagram-Konzern Meta

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13. Juli
Tagesschau

Social-Media-Mindestalter: EU-Experten geben Empfehlung ab

Empfehlung zu Social Media Was sagen die EU-Experten zum Mindestalter? Einzelne Länder diskutieren schon lange über ein Social-Media-Mindestalter. Nun will auch die EU handeln. Heute gibt eine Expertenkommission ihre Empfehlungen ab. Frankreich gehört zu den Ländern in Europa, die aktuell vorangehen. Ab dem 1. September wird die Nutzung sozialer Medien für unter 15-jährige dort verboten sein. "Die Intelligenz unserer Kinder und Jugendlichen ist nicht käuflich, und ihre Gefühle dürfen weder von amerikanischen Plattformen noch von chinesischen Algorithmen manipuliert werden", so Präsident Emmanuel Macron. "Wir müssen Ordnung in das System bringen" Weitere EU-Staaten wie Griechenland, Dänemark und Österreich sind auf ähnlichem Weg. Und zuletzt hat etwa Spanien einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, der Social Media erst ab 16 erlaubt. Es sollen aber auch Ausnahmen möglich sein, wenn Plattformen nachweisen können, dass ihr Design kein Risiko für Minderjährige darstellt. Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärt, die Social-Media-Landschaft habe sich zu einer Art Wildem Westen entwickelt. "Diese Plattformen bieten kriminellen Aktivitäten, Pornografie und Gewalt einen Zufluchtsort, vor allem zum Schaden unserer Kinder. Wir müssen Ordnung in das System bringen." Kein Flickenteppich in der EU Die EU-Kommission in Brüssel jedoch hat die Mitgliedsstaaten gerade noch mal vor zu pauschalen Altersgrenzen gewarnt. Eine Zersplitterung in nationale Systeme müsse vermieden werden. Aus gutem Grund. Denn wer digitale Altersgrenzen auch wirksam, das heißt technisch durchsetzen will, kommt um die großen Onlineplattformen kaum herum. Und TikTok, Instagram und Co. zusätzliche Pflichten aufzuerlegen - wie zum Beispiel sich auf eine technische Altersverifikation einzulassen -, ist die alleinige Zuständigkeit der EU-Kommission. Prien will für deutschen Ansatz werben Der deutsche Ansatz, also konkret die Vorstellung von Familienministerin Karin Prien mit abgestuften Sicherheitsmodi für Jugendliche bis 18, dürfte in Brüssel daher besser ankommen. Vor allem ihr Plan, das europäisch abzustimmen. Sie werde mit ihren Amtskollegen und der EU-Kommission sprechen. "Ich habe aber den Eindruck, dass es in allen europäischen Ländern den festen Willen gibt, hier zu strengeren und besser wirksamen Regelungen zu kommen", so die CDU-Politikerin. Von der Leyen ist kritisch Ganz sicher weiter vorantreiben wird das EU-Kommissionschefin in Ursula von der Leyen. Denn die hat den Schutz von Jugendlichen im Netz vor rund einem Jahr zum Herzensprojekt erklärt. Auch als Mutter von sieben und Großmutter von fünf Kindern, wie sie häufig betont. Vor der heutigen Präsentation der Ergebnisse ihrer Expertenrunde gab sie bereits einen Vorgeschmack. Die Debatte solle sich nicht darum drehen, ob junge Menschen Zugang zu sozialen Medien haben sollten. Die Debatte sei vielmehr, ob Social Media Zugang zu unseren Kindern und Jugendlichen haben sollte und ab wann. "Und hier gewinnen die Argumente für einen verzögerten Zugang zunehmend an Gewicht. Denn Kinder müssen lernen, selbstständig und selbstbestimmt zu handeln - offline, aber natürlich auch online. Und wir müssen ihnen den Schutz und die Zeit zum Reifen dazu geben." Bereits weitreichende Digitalgesetze Die EU - das betont von der Leyen - stehe dabei aber nicht am Anfang. Die Digitalgesetze würden im Prinzip bereits regeln, dass Plattformen per Design sicher sein müssen, besonders für Kinder. Auffällig ist deshalb, wie stark gerade etwa TikTok und Instagram für ihren Kids Mode oder Teen-Account werben, also einen jugendfreundlichen Modus ihrer Apps. Doch so viel scheint inzwischen schon klar: Das wird in Europa nicht mehr reichen.

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