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Sonntag, 2. August 2026
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KI-Fonds: „Wir haben diesen Monat enttäuscht“: Aschenbrenners Hedgefonds verliert im Juli 67 Prozent an Wert

Medienspektrum

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1. August
Der Spiegel (Wirtschaft)

Leopold Aschenbrenner: Deutscher »KI-Nostradamus« entschuldigt sich bei Investoren

Hedgefonds im Notverkauf Deutscher »KI-Nostradamus« entschuldigt sich bei Investoren Der viel beachtete Erfolgslauf eines aus Deutschland stammenden jungen Hedgefondsgründers im Silicon Valley hat ein jähes Ende gefunden. Der jüngste Kursrutsch bei Halbleiteraktien traf den Fonds Situational Awareness von Leopold Aschenbrenner so hart, dass er laut Medienberichten den Großteil des Portfolios in einem Notverkauf abtreten musste. Aschenbrenner war für seinen Fokus auf KI-Aktien als Börsenstar gefeiert worden. Im Juli hatte sein Fonds Situational Awareness allerdings zwei Drittel seines Werts verloren. Der Hedgefonds Citadel des Milliardärs Ken Griffin habe nun in einem über Nacht geschlossenen Deal die meisten Anteile börsennotierter Unternehmen mit Rabatt übernommen, berichten »Wall Street Journal« und »Financial Times«. Quote in this story: “The real question is how did anyone invest so much money, and then lend so much money, to a . . . kid with no personal experience and no infrastructure?” as.ft.com/r/5f7537a7-0... — Tony Tassell (@tonytassell.bsky.social) 2026-07-31T06:16:15.220Z Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Citadel und Situational Awareness äußerten sich auf Nachfrage nicht. Jedoch bestätigte Aschenbrenner in einem Brief an seine Investoren in der Nacht zum Freitag, dass »ein Teil« der Anteile an börsennotierten Unternehmen als Paket verkauft worden sei. »Wir haben Sie in diesem Monat enttäuscht«, schrieb Aschenbrenner. Er übernehme die volle Verantwortung für die »sehr teuren Narben«. Zugleich betonte er, dass der Fonds nicht geschlossen oder liquidiert worden sei und bestehen bleibe. Sein persönliches Kapital stecke auch in dem Fonds, und er werde beweisen, dass er nun ein klügerer Investor sei. »Mein Kernversprechen an Sie heißt, dass wir die Gelegenheit nicht verschwenden werden, aus diesen Ereignissen zu lernen«, schrieb Aschenbrenner. »Wunderkind« und »KI-Nostradamus« Der Mittzwanziger Aschenbrenner, der zwischenzeitlich beim ChatGPT-Entwickler OpenAI gearbeitet hatte, machte erstmals vor rund zwei Jahren von sich reden. Er veröffentlichte einen Essay mit dem Titel »Situational Awareness« (etwa: Situationsbewusstsein). Darin argumentierte er, dass künstliche Intelligenz die Welt radikal verändern werde – und die meisten sich dessen noch nicht bewusst seien. Wenig später startete er einen Hedgefonds unter demselben Namen mit dem Versprechen, in die Zukunft zu investieren. Das ging auf der Welle des KI-Booms zunächst gut – sehr gut sogar. Situational Awareness investierte laut öffentlich verfügbaren Unterlagen in alles rund um KI – Infrastruktur, Chips, Energie für Rechenzentren. Dank kräftiger Kursanstiege wuchs das Portfolio von Situational Awareness dem »Wall Street Journal« und dem Wirtschaftssender CNBC zufolge von einigen Hundert Millionen auf 45 Milliarden Dollar. Andere Investoren kopierten Aschenbrenners Strategie, er wurde gefeiert als »Wunderkind«, »Orakel« und »KI-Nostradamus« – in Anlehnung an den für seine Prophezeiungen berühmten französischen Astrologen. Von Talfahrt kalt erwischt Im Juli jedoch setzte eine steile Talfahrt unter anderem der Aktienkurse von Chipherstellern ein, in die Situational Awareness groß investiert hatte. Das wäre an sich nicht katastrophal, doch CNBC zufolge hatte der Fonds in großem Stil auf Pump investiert und etwa viermal mehr geliehenes Geld als eigenes Kapital im Einsatz. Entsprechend hätten Banken gefordert, Sicherheiten nachzuschießen, wofür Situational Awareness plötzlich Geld finden musste. Auf diese Praxis der »gehebelten« Wetten will Aschenbrenner künftig verzichten. Erschwerend kam Medienberichten zufolge hinzu, dass der Fonds auch noch mit sogenannten Leerverkäufen auf sinkende Kurse bei Aktien von Softwarefirmen gewettet hatte, deren Geschäft wegen KI unter Druck gerät. Bei solchen Deals werden geliehene Aktien verkauft – in der Hoffnung, sie später zu niedrigeren Preisen zurückzukaufen. Doch im Juli setzte bei Softwareaktien nach langer Talfahrt eine deutliche Erholung ein. Damit drohten Situational Awareness auch bei den Leergeschäften Verluste. Den Medienberichten zufolge behielt der Fonds entgegen ersten Überlegungen seine Beteiligung an der KI-Firma Anthropic. Der Anteil ist demnach 3,5 bis 5 Milliarden Dollar wert. Griffin und sein Fonds Citadel profitierten von den Nöten von Situational Awareness mit einem Rabatt von mehr als zehn Prozent auf den aktuellen Wert des gekauften Portfolios, wie das »Wall Street Journal« schreibt. Die verbliebenen Investments des Fonds hätten einen Wert von mehr als zehn Milliarden Dollar. Aschenbrenner betonte in seinem Brief, Situational Awareness sei seit Jahresbeginn gerechnet immer noch um 80 Prozent im Plus.

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31. Juli
Handelsblatt

„KI-Nostradamus“: KI-Aktienflaute zwang Hedge-Fonds-„Wunderkind“ zu Eilverkauf

„KI-Nostradamus“: KI-Aktienflaute zwang Hedge-Fonds-„Wunderkind“ zu Eilverkauf San Francisco. Der viel beachtete Erfolgslauf eines aus Deutschland stammenden jungen Hedge-Fonds-Investors im Silicon Valley, der für seinen Fokus auf KI-Aktien als Börsenstar gefeiert wurde, hat ein jähes Ende gefunden. Der jüngste Kursrutsch bei Halbleiter-Papieren traf den Fonds Situational Awareness von Leopold Aschenbrenner so hart, dass er laut Medienberichten den Großteil des Portfolios von Investments in börsennotierte Unternehmen mit Rabatt an den Hedge-Fonds Citadel des Milliardärs Ken Griffin abtreten musste. Citadel und Situational Awareness äußerten sich auf Nachfrage nicht. Zugleich bestätigte Aschenbrenner in einem Brief an seine Investoren in der Nacht zum Freitag, dass „ein Teil“ der Anteile an börsennotierten Unternehmen als Paket verkauft worden sei. Er übernehme die volle Verantwortung, schrieb Aschenbrenner in dem vom Silicon-Valley-Podcast „TBPN“ veröffentlichten Brief. Zugleich versicherte er, dass der Fonds nicht geschlossen oder liquidiert worden sei. Sein eigenes Kapital sei auch in dem Fonds und er werde beweisen, dass die Ereignisse ihn zu einem klügeren Investor gemacht hätten. „Wunderkind“ und „KI-Nostradamus“ Der Mittzwanziger Aschenbrenner, der zwischenzeitlich beim ChatGPT-Entwickler OpenAI gearbeitet hatte, machte erstmals vor rund zwei Jahren von sich reden. Er veröffentlichte ein Essay mit dem Titel „Situational Awareness“ (etwa: Wahrnehmung der Situation). Darin argumentierte er, dass Künstliche Intelligenz die Welt radikal verändern werde - und die meisten sich dessen noch nicht bewusst seien. Wenig später startete er einen Hedge-Fonds unter demselben Namen mit dem Versprechen, in die Zukunft zu investieren. Das ging auf der Welle des KI-Booms zunächst gut - sehr gut sogar. Situational Awareness investierte laut öffentlich verfügbaren Unterlagen in alles rund um KI - Infrastruktur, Chips, Energie für Rechenzentren. Dank kräftiger Kursanstiege wuchs das Portfolio von Situational Awareness dem „Wall Street Journal“ und dem Wirtschaftssender CNBC zufolge von einigen hundert Millionen auf 45 Milliarden Dollar an. Andere Investoren kopierten Aschenbrenners Strategie, er wurde gefeiert als „Wunderkind“, „Orakel“ und „KI-Nostradamus“ - in Anlehnung an den für seine Prophezeiungen berühmten französischen Astrologen. Von Talfahrt kalt erwischt Im Juli jedoch setzte eine steile Talfahrt unter anderem bei Halbleiter-Aktien ein, in die Situational Awareness groß investiert hatte. Das wäre an sich nicht katastrophal, doch CNBC zufolge hatte der Fonds in großem Stil auf Pump investiert und etwa viermal mehr geliehenes Geld als eigenes Kapital im Einsatz. Entsprechend hätten Banken gefordert, Sicherheiten nachzuschießen, wofür Situational Awareness plötzlich Geld finden musste. Erschwerend kam Medienberichten zufolge hinzu, dass der Fonds auch noch mit sogenannten Leerverkäufen auf sinkende Kurse bei Aktien von Software-Firmen gewettet hatte, deren Geschäft von Künstlicher Intelligenz unter Druck gebracht wird. Bei solchen Deals werden geliehene Aktien verkauft - in der Hoffnung, sie später zu niedrigeren Preise zurückzukaufen. Doch im Juli setzte bei Software-Aktien nach langer Talfahrt auch eine deutliche Erholung ein und damit drohten dem Fonds auch bei den Leergeschäften Verluste. Damit geriet Situational Awareness in die Zange. Anthropic-Aktien als Kronjuwel Den Medienberichten zufolge behielt der Fonds entgegen ersten Überlegungen seine Beteiligung an der KI-Firma Anthropic. Der Anteil ist demnach 3,5 bis 5 Milliarden Dollar wert. Griffin und Citadel profitierten von den Nöten von Situational Awareness mit einem Rabatt von mehr als zehn Prozent auf den aktuellen Wert des gekauften Portfolios, wie das „Wall Street Journal“ schrieb. Die verbliebenen Investments des Fonds hätten einen Wert von mehr als zehn Milliarden Dollar. Aschenbrenner betonte in seinem Brief, Situational Awareness sei seit Jahresbeginn gerechnet immer noch um 80 Prozent im Plus.

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31. Juli
Handelsblatt

Kommentar: Das Scheitern eines KI-Wunderkinds sollte die Märkte alarmieren

Kommentar: Das Scheitern eines KI-Wunderkinds sollte die Märkte alarmieren „Nostradamus der KI“, diesen Spitznamen hat die US-Tech-Szene Leopold Aschenbrenner gegeben. Den Beinahekollaps seines Hedgefonds Situational Awareness hat das 25-jährige Wunderkind allerdings nicht vorhergesehen. Der abrupte Sturz eines der prominentesten US-KI-Investoren sagt eine Menge über die aktuelle Lage an den Börsen aus – und es gibt einige Gründe, sich Sorgen zu machen. Seine Karriere startete Aschenbrenner beim KI-Pionier OpenAI. Nachdem er dort gehen musste, brauchte er nur zwei Jahre, um einen am Ende rund 24 Milliarden Dollar schweren Fonds aufzubauen. Medienberichten zufolge prahlte Aschenbrenner noch Ende Juni in einem Brief an seine Investoren mit Gewinnen von mehr als 400 Prozent seit Jahresbeginn. Doch angesichts der heftigen Kursausschläge der Tech-Werte reichten wenige Wochen, um das alles zu Makulatur zu machen. Einige lange Zeit erfolgreiche Wetten des Hedgefonds verwandelten sich in kürzester Zeit in Fehlspekulationen. Die Verluste türmten sich so hoch, dass Aschenbrenner einen Großteil seiner Aktienbestände verkaufen musste, um die Sicherheitsforderungen seiner Kreditgeber erfüllen zu können. Am Ende kaufte Citadel, der riesige Hedgefonds von Ken Griffin, einen Großteil dieser Positionen. Damit dürfte Griffin selbst eine Abwärtsspirale bei den KI- und Chipwerten verhindert haben, was wiederum ein Grund für die deutliche Erholung seit Donnerstag ist.

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