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Donnerstag, 16. Juli 2026
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Auftritt in Dessau-Roßlau: Kabarettist Uwe Steimle verteidigt umstrittenen Auftritt mit AfD

Medienspektrum

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16. Juli
Die Zeit (Politik)

Auftritt in Dessau-Roßlau: Kabarettist Uwe Steimle verteidigt umstrittenen Auftritt mit AfD

Der Kabarettist Uwe Steimle hat Kritik an seinem Auftritt bei einer AfD-Veranstaltung in Sachsen-Anhalt zurückgewiesen. »Ich hab mir nichts vorzuwerfen«, sagte Steimle dem AfD-nahen Internet-Radiosender Kontrafunk. Er versuche, mit den Mitteln der Satire aufzurütteln. Er sei »ein alter Linker« und lasse sich nicht zu einem »neuen Rechten« machen, sagte der Kabarettist. Von einer Wiedervereinigung könne zudem nicht die Rede sein: Viele Entscheidungsträger und Immobilienbesitzer kämen aus dem Westen, sagte Steimle. »Wir sind ein besetztes Land. Und das ist eine Schande.« Auf der AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau hatte Steimle, der als Gast geladen war, am Dienstagabend die DDR-Nationalhymne angestimmt. Der AfD-Spitzenkandidat für Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, und AfD-Bundesvorsitzender Tino Chrupalla sangen mit. Daran gab es breite Kritik. Anwalt rechtfertigt Gewaltanspielungen Steimles Anwalt wies zudem Vorwürfe zu Äußerungen über Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) zurück. Die Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen eingeleitet. Der Anwalt teilte mit, es sei Aufgabe von Kabarettisten, »den Blödsinn um die Politik künstlerisch zu verarbeiten«. Dies könne nicht Gegenstand staatsanwaltlicher Ermittlungen sein. Steimle sei bereit, durch ein Gespräch mit der Staatsanwaltschaft die aus seinen Auftritten entstandenen Irritationen auszuräumen. Auf der AfD-Veranstaltung hatte Steimle indirekt zu Gewalt gegenüber Merz und Merkel aufgerufen. So sagte er über das Porträtbild Merkels, die frühere Kanzlerin habe sich für eine Darstellung im Stehen entschieden, »weil sie ahnt, sie wird bald sitzen«. Weiter sagte er: »Im Moment hängt sie erst mal.« Und wenn der Nagel breche, »dann stellen wir sie an die Wand. Also uns wird schon was einfallen.« Über den amtierenden Kanzler sagte Steimle: »Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal, wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?« Claus Schenk Graf von Stauffenberg war ein Oberst der Wehrmacht, der für einen Attentatsversuch gegen Adolf Hitler am 20. Juli 1944 bekannt ist. Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau leitete nach Steimles Auftritt Ermittlungen nach Paragraf 126 des Strafgesetzbuchs ein, in dem es um die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten geht. Kritik von Stauffenberg-Enkel An Steimles Auftritt hatte es von vielen Seiten Kritik gegeben. Über die Stauffenberg-Äußerungen zeigte sich der Enkel des gescheiterten Hitler-Attentäters empört. »Ich bin sprachlos«, sagte Karl Graf von Stauffenberg der Bild-Zeitung. »Das ist Geschichtsklitterung par excellence.« Sein Großvater habe versucht, »Recht, Ordnung und Freiheit wiederherzustellen«. Jetzt werde er »in den Schmutz gezogen«. Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke kritisierte das Singen der DDR-Hymne und sprach von einer »Verharmlosung der DDR«. Für Opfer des Systems sei »solche Geschichtsvergessenheit unerträglich, keine Satire«, sagte sie der Rheinischen Post. Sachsen-Anhalts Aufarbeitungsbeauftragter Johannes Beleites kritisierte eine »Geringschätzung der Menschen, die für Freiheit und Demokratie ihr Leben riskiert oder lange Haftstrafen in Kauf genommen haben«. Als Schauspieler wurde Steimle einem breiten Publikum als Kommissar Jens Hinrichs in der Fernsehserie Polizeiruf 110 bekannt. Der MDR beendete 2019 die Zusammenarbeit für die Sendung Steimles Welt, nachdem Steimle mehrfach öffentliche Vorwürfe gegen den Sender gerichtet hatte. Während der Pandemie hatte er sich zudem mehrfach kritisch zu Corona-Maßnahmen geäußert. Steimle tourt regelmäßig durch den Osten Deutschlands und tritt auch immer wieder in Sachsen-Anhalt auf. Dort wird im September ein neuer Landtag gewählt. Der bei der Veranstaltung in Dessau-Roßlau anwesende Siegmund tritt als Spitzenkandidat für die AfD an. Sie liegt in Umfragen deutlich vor den anderen Parteien.

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16. Juli
Die Welt (Politik)

„Alle haben mitgesungen. Toll!“ – Kabarettist Steimle verteidigt Auftritt mit DDR-Hymne

„Alle haben mitgesungen. Toll!“ – Kabarettist Steimle verteidigt Auftritt mit DDR-Hymne Uwe Steimle verteidigt das Singen der DDR-Hymne auf einer AfD-Wahlkampfveranstaltung. Der Kabarettist freut sich über die Textsicherheit seines Publikums. Strafrechtliche Ermittlungen wegen seiner Äußerungen hält er für überzogen. Kabarettist Uwe Steimle hat die Kritik an seinem Auftritt bei einer AfD-Veranstaltung in Sachsen-Anhalt zurückgewiesen. „Ich hab mir nichts vorzuwerfen“, sagte Steimle dem Internet-Radiosender Kontrafunk. Er versuche, mit den Mitteln der Satire aufzurütteln. Er sei „ein alter Linker“ und lasse sich nicht zu einem „neuen Rechten“ machen. Auf der AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau hatte Steimle, der als Gast geladen war, am Dienstagabend die DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“ angestimmt. Viele Menschen im Saal sangen mit, darunter auch der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, und der AfD-Co-Chef Tino Chrupalla. Steimle sagte, er sei überrascht, wie textsicher die Menschen gewesen seien. „Im Saal haben alle mitgesungen. Toll!“ Er sei mit der DDR-Hymne groß geworden. Er singe auch „die andere Hymne“ mit. Aber: „Ich bin nicht angekommen in der BRD.“ Der Kabarettist kritisierte, dass viele Entscheidungsträger und Immobilienbesitzer aus dem Westen kämen. „Da kann von einer Wiedervereinigung nicht die Rede sein. Wir sind ein besetztes Land. Und das ist eine Schande“, sagte er. Viele Akteure übten deutliche Kritik am gemeinsamen Singen der DDR-Hymne. Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke sprach von einer „Verharmlosung der DDR“. „Für die Menschen, die zu Opfern des Systems wurden, ist eine solche Geschichtsvergessenheit unerträglich, keine Satire“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Sachsen-Anhalts Aufarbeitungsbeauftragter Johannes Beleites sagte: „Das ist eine Missachtung der Opfer der SED-Diktatur und eine Geringschätzung der Menschen, die für Freiheit und Demokratie ihr Leben riskiert oder lange Haftstrafen in Kauf genommen haben.“ Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Steimle Steimle hatte sich in der Veranstaltung auch abfällig über Kanzler Friedrich Merz und Altkanzlerin Angela Merkel (beide CDU) geäußert. Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau ermittelt. Sie hat ein Verfahren nach Paragraf 126 des Strafgesetzbuchs eingeleitet. Dabei geht es um die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Steimles Anwalt wies die Vorwürfe zurück. Es sei Aufgabe von Kabarettisten, „den Blödsinn um die Politik künstlerisch zu verarbeiten“. Dies könne nicht Gegenstand staatsanwaltlicher Ermittlungen sein. Steimle sei bereit, durch ein Gespräch mit der Staatsanwaltschaft die aus seinen Auftritten entstandenen Irritationen auszuräumen, hieß es in einer Erklärung. Unter anderem fragte Steimle mit Bezug auf den Kanzler, wo sei ein Graf von Stauffenberg, wenn man ihn brauche. Claus Schenk Graf von Stauffenberg hatte 1944 versucht, Adolf Hitler zu töten. Der Offizier bezahlte den Umsturzversuch mit seinem Leben. Der Auftritt sei „Geschichtsklitterung par excellence“, sagte Karl Graf von Stauffenberg, ein Enkel des Widerstandskämpfers, der „Bild“. Als Schauspieler wurde der Dresdner Steimle einem breiten Publikum unter anderem als Kommissar Jens Hinrichs in der Fernsehserie Polizeiruf 110 bekannt. Der MDR beendete 2019 die Zusammenarbeit für die Sendung „Steimles Welt“, nachdem Steimle mehrfach öffentliche Vorwürfe gegen den Sender gerichtet hatte.

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16. Juli
Handelsblatt

Sachsen-Anhalt: Steimle verteidigt Singen der DDR-Hymne bei AfD-Auftritt

Sachsen-Anhalt: Steimle verteidigt Singen der DDR-Hymne bei AfD-Auftritt Dessau-Roßlau. Der Kabarettist Uwe Steimle hat die Kritik an seinem Auftritt bei einer AfD-Veranstaltung in Sachsen-Anhalt zurückgewiesen. „Ich hab mir nichts vorzuwerfen“, sagte Steimle dem Internet-Radiosender „Kontrafunk“. Er versuche, mit den Mitteln der Satire aufzurütteln. Er sei „ein alter Linker“ und lasse sich nicht zu einem „neuen Rechten“ machen. Auf der AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau hatte Steimle, der als Gast geladen war, am Dienstagabend die DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“ angestimmt. Viele Menschen im Saal sangen mit. Das hatte Kritik hervorgerufen. Steimle: „Im Saal haben alle mitgesungen“ Steimle sagte, er sei überrascht, wie textsicher die Menschen gewesen seien. „Im Saal haben alle mitgesungen. Toll!“ Er sei mit der DDR-Hymne groß geworden. Er singe auch „die andere Hymne“ mit. Aber: „Ich bin nicht angekommen in der BRD.“ Der Kabarettist kritisierte, dass viele Entscheidungsträger und Immobilienbesitzer aus dem Westen kämen. „Da kann von einer Wiedervereinigung nicht die Rede sein. Wir sind ein besetztes Land. Und das ist eine Schande“, sagte er. Missachtung der Opfer der SED-Diktatur? Viele Akteure übten deutliche Kritik am gemeinsamen Singen der DDR-Hymne. Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke sprach von einer „Verharmlosung der DDR“. „Für die Menschen, die zu Opfern des Systems wurden, ist eine solche Geschichtsvergessenheit unerträglich, keine Satire“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Sachsen-Anhalts Aufarbeitungsbeauftragter Johannes Beleites sagte: „Das ist eine Missachtung der Opfer der SED-Diktatur und eine Geringschätzung der Menschen, die für Freiheit und Demokratie ihr Leben riskiert oder lange Haftstrafen in Kauf genommen haben.“ Steimle hatte sich in der Veranstaltung auch abfällig über Kanzler Friedrich Merz und Altkanzlerin Angela Merkel (beide CDU) geäußert. Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau ermittelt. Sie hat ein Verfahren nach Paragraf 126 des Strafgesetzbuchs eingeleitet, dabei geht es um die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Steimle zu Gespräch mit Staatsanwaltschaft bereit Steimles Anwalt wies die Vorwürfe zurück. Es sei Aufgabe von Kabarettisten, „den Blödsinn um die Politik künstlerisch zu verarbeiten“. Dies könne nicht Gegenstand staatsanwaltlicher Ermittlungen sein. Steimle sei bereit, durch ein Gespräch mit der Staatsanwaltschaft die aus seinen Auftritten entstandenen Irritationen auszuräumen, hieß es in einer Erklärung. Als Schauspieler wurde der Dresdner Steimle einem breiten Publikum unter anderem als Kommissar Jens Hinrichs in der Fernsehserie Polizeiruf 110 bekannt. Der MDR beendete 2019 die Zusammenarbeit für die Sendung „Steimles Welt“, nach dem Steimle mehrfach öffentliche Vorwürfe gegen den Sender gerichtet hatte. Während der Corona-Pandemie hatte er sich zudem mehrfach kritisch zu Eindämmungsmaßnahmen geäußert.

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15. Juli
Tagesschau

Irritation und Kritik nach AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau

DDR-Hymne und Stauffenberg-Anspielung Viel Kritik nach AfD-Veranstaltung in Sachsen-Anhalt Eine AfD-Veranstaltung mit Bundesparteichef Chrupalla in Sachsen-Anhalt hat Irritation und scharfe Kritik ausgelöst. Wegen Äußerungen des Kabarettisten Uwe Steimle ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Die Veranstaltung mit dem AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, ist fast schon zu Ende - da hat AfD-Chef Tino Chrupalla noch eine dringende Bitte: "Wir wollen noch die Nationalhymne zum Schluss singen. Das machen wir noch. Das machen wir immer in Sachsen-Anhalt", sagt er. "Uwe, du stimmst jetzt mal die deutsche Nationalhymne an. Kennst du die?" Ja, der Kabarettist Uwe Steimle kennt die schon. Er stimmt aber eine andere Hymne an - nämlich die der DDR: "Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt ...", beginnt er. Chrupalla schaut irritiert und versucht einzuschreiten, singt dann aber gemeinsam mit Siegmund Teile des Liedes mit - ehe später auch die Hymne der Bundesrepublik noch gesungen wird. "Extrem befremdlich" Die Stiftung Gedenkstätten in Sachsen-Anhalt kritisiert das: Es handle sich um die Hymne eines Staates, der politische Gegner verfolgte. In Berlin reagiert Kanzleramtsminister Thorsten Frei bei Welt TV ebenfalls mit Unverständnis: Er finde das "extrem befremdlich", sagt er. "Und es gilt insbesondere dann, wenn das von politischen Repräsentanten gemacht wird, die damit ja ganz offensichtlich auch politische Botschaften verbinden möchten." Chrupalla kontert auf Anfrage des ARD-Hauptstadtstudios, mit der Textzeile "Deutschland einig Vaterland" habe man zur Einheit aufgerufen. Wegen dieses Textes wurde die Hymne in der DDR ab 1972 nur noch instrumental gespielt. "Auferstanden aus Ruinen" drücke die Hoffnung der Bürger aus, so Chrupalla. Es sei unnötig, die Veranstaltung nachträglich und künstlich zu skandalisieren. Staatsanwaltschaft prüft Äußerung Die Staatsanwaltschaft ermittelt trotzdem, und zwar gegen den Kabarettisten Steimle. Er hat bei der Veranstaltung nicht nur gesungen, sondern auch ausgeteilt gegen Angela Merkel und Friedrich Merz: "Mittlerweile muss ich sagen, wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal, wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?" Claus Schenk Graf von Stauffenberg ist vor allem für das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler bekannt. Der Staatsanwalt prüft, ob Kabarettist Steimle den öffentlichen Frieden gestört hat - durch die Androhung von Straftaten. Strafbar oder nicht, die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser findet: Steimles Stauffenberg-Spruch ist nicht akzeptabel. Und er wirft Fragen auf: Wie geht man mit dem politischen Konkurrenten um, dass man den eben auch mit verschiedensten Mitteln auch beseitigen will. Das steht dann so im Raum. Und wenn das unwidersprochen bleibt, spricht das natürlich Bände und ist damit nicht zu akzeptieren. Dass die AfD zu der Bemerkung geschwiegen habe, zeige den Charakter der Partei, sagt die Ostbeauftragte Kaiser. Und wie gefährlich sie sei.

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15. Juli
Handelsblatt

Sachsen-Anhalt: „Auferstanden aus Ruinen“ – DDR-Hymne bei AfD-Veranstaltung

Sachsen-Anhalt: „Auferstanden aus Ruinen“ – DDR-Hymne bei AfD-Veranstaltung Dessau-Roßlau. Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat das Singen der DDR-Nationalhymne auf einer AfD-Veranstaltung eine Debatte über den Umgang mit der DDR ausgelöst. Zugleich sorgte der dortige Auftritt des Kabarettisten Uwe Steimle für Aufsehen. Wegen verunglimpfender Aussagen über die CDU-Politiker Friedrich Merz und Angela Merkel hat die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau nun Ermittlungen gegen den Kabarettisten Uwe Steimle eingeleitet. AfD-Co-Chef Tino Chrupalla hatte am Dienstagabend in Dessau-Roßlau zum Ende der Podiumsdiskussion dazu aufgerufen, die deutsche Nationalhymne zu singen. „Das machen wir immer in Sachsen-Anhalt“, sagte Chrupalla. Erst die DDR-Hymne, dann die Nationalhymne Der Kabarettist Steimle, der als Gast geladen war, stimmte daraufhin die DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“ an. Chrupalla versuchte noch einzuschreiten und sagte: „Die andere.“ Doch Steimle sang weiter und viele der Besucher stimmten ein. Chrupalla und der sachsen-anhaltische AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lächelten zunächst und sangen schließlich ebenfalls zumindest Teile der Hymne mit. Im Anschluss daran wurde auch noch die deutsche Nationalhymne gesungen. Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht dazu. Chrupalla sagte der „Jungen Freiheit“, er verstehe nicht, wie „unentspannt“ darauf reagiert werde. „Es wird alles zum Skandal erhoben. Keiner kann mehr lachen und alles muss bierernst sein. Wer mit Uwe Steimle eine Veranstaltung macht, weiß, was kommt. Es ist mit ihm mal so erfrischend anders.“ Chrupalla ergänzte: „Der Text der DDR-Hymne, den wir nicht singen durften, ist grandios und passt auch heute noch.“

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15. Juli
FAZ (Politik)

„Auferstanden aus Ruinen“: Wenn der AfD-Vorsitzende die DDR-Hymne singt

„Auferstanden aus Ruinen“ : Wenn der AfD-Vorsitzende die DDR-Hymne singt In Sachsen-Anhalt stimmt ein Kabarettist die DDR-Nationalhymne an. AfD-Chef Tino Chrupalla und Spitzenkandidat Ulrich Siegmund stimmen mit ein. Warum? Es ist das Ende einer Wahlkampfveranstaltung in Dessau-Roßlau, als der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla zum Singen der Nationalhymne auffordert. „Uwe, du stimmst jetzt mal die Nationalhymne an“, sagt er zum sächsischen Kabarettisten Uwe Steimle, der den Diskussionsabend mit bestritten hat. Steimle fängt an, die Nationalhymne der DDR zu singen: „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt“. Chrupalla will noch eingreifen, doch Steimle trägt unbeirrt die erste Strophe bis zum Ende vor. Hunderte Besucher singen mit, Chrupalla und Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, stimmen lächelnd ein, wie das Video der Veranstaltung zeigt. „Ich kann nur die Hymne“, sagt Steimle nach dem Ende des Gesangs, der Text sei „so großartig, und jedes Wort stimmt, als wäre es heute“. Bei großen Sachen sei das immer so, „wir gehören zusammen, wir sind Deutsche, Ende der Debatte“, sagt Steimle. Danach stimmt dann Chrupalla noch die „gesamtdeutsche“ Hymne an, auch Steimle singt die mit. Ein distanzierendes Wort von Chrupalla oder Siegmund zur DDR-Hymne, die ja für die SED-Diktatur mit Mauer und Verfolgung jeglicher Opposition stand, fällt nicht. Auch nicht zu den Schmähwitzen des Komikers Steimle, der politisch von links nach weit rechts gewandert ist. Über das vor Kurzem enthüllte Merkel-Porträt sagt er an diesem Abend, im Moment hänge sie erst mal, doch wenn der Nagel breche, „dann stellen wir sie an die Wand“. Und über Kanzler Friedrich Merz bemerkt er, wenn er den sehe, frage er sich: „Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn wirklich braucht?“ Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau gegen Steimle wegen der Androhung schwerer Straftaten. Man habe ein Verfahren nach Paragraf 126 des Strafgesetzbuches eingeleitet, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der F.A.Z. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet. „Ostalgie wird von der AfD ganz gezielt genutzt“ Das Singen der DDR-Hymne reihe sich in eine durchdachte Strategie der AfD in den ostdeutschen Bundesländern ein, sagt der DDR-Historiker Stefan Wolle der F.A.Z. Es ziele auf eine diffuse Stimmung, nach der es in der DDR schöner gewesen sei, es mehr Kollegialität und Nachbarschaft gegeben habe. „Das wird von der AfD ganz gezielt betrieben und ist auch sehr erfolgreich.“ Die Ostalgie der Älteren verbinde sich mit dem Osttrotz eines großen Teils der jüngeren Generation in Ostdeutschland, die sich selbstbewusst gegenüber dem dominierenden Westen gebe. Mit der DDR-Hymne ist es allerdings nicht so einfach. Der Text, 1949 vom Schriftsteller Johannes R. Becher verfasst, enthält auch die Worte „lass uns dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland“. Als die DDR ihren gesamtdeutschen Anspruch aufgegeben hatte, wurde der Text, der zuvor oft gesungen wurde, ab etwa 1970 „klammheimlich aus dem Verkehr gezogen“, wie Wolle sagt. Bis zum Ende der DDR wurde bei offiziellen Anlässen nur noch die Melodie gespielt. Erst in den Monaten der friedlichen Revolution tauchte der Text wieder auf, nun sangen ihn die Demonstranten. „Eine rechte Partei, die den Sozialismus verklärt“ Die AfD nutzt Ostalgie schon seit Jahren. Die Slogans „Der Osten macht’s“ und „Im Osten geht die Sonne auf“ nutzte die Thüringer AfD im Landeswahlkampf vor zwei Jahren. Zudem vereinnahmt die Partei DDR-Produkte, die Teil eines Retro-Kults geworden sind. Das gilt für das DDR-Moped Simson und seine Version „Schwalbe“. Thüringens AfD-Chef Björn Höcke ließ sich nicht nur mit verspiegelter Sonnenbrille auf einer Simson für ein Plakat ablichten, sondern organisiert auch Ausfahrten mit Jugendlichen auf dem knatternden Kult-Zweitakter. Das ehemalige Simson-Werk in Suhl geht auf die jüdischen Brüder Simson zurück, die 1936 von den Nazis enteignet wurden und in die USA flohen. Deren Nachfahre Dennis Baum hat kürzlich auf einer Protestveranstaltung gegen den AfD-Parteitag in Erfurt sich im Namen der Familie dagegen verwahrt, dass der Name Simson von der AfD gekapert werde. Mit der Partei wolle seine Familie nichts zu tun haben. „Die Drohungen gegen Einwanderer, Menschen anderer Hautfarbe und sexuelle Minderheiten sind uns ein Gräuel“, sagte er. Das Verhältnis der AfD zur DDR ist allerdings gespalten. Zum einen wird sie für soziale Sicherheit, Solidarität oder gute Bildung in den Naturwissenschaften gelobt, zugleich dient sie als abschreckendes Beispiel dafür, wie Propaganda und Lebenswirklichkeit auseinanderklaffen können. Begriffe wie „Systempresse“ oder „Blockparteien“ nutzt die AfD, um zu behaupten, dass heute wieder Zustände wie in der DDR herrschten. DDR-Historiker Wolle sieht einen grundsätzlichen Widerspruch: „Eine Partei, die rechts und gegen den Kommunismus ist, versucht gleichzeitig, den Sozialismus zu verklären.“

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15. Juli
Der Spiegel (Politik)

Sachsen-Anhalt: Kabarettist Uwe Steimle singt DDR-Hymne, Tino Chrupalla und Ulrich Siegmund stimmen ein

AfD-Veranstaltung in Dessau Kabarettist Steimle singt DDR-Hymne, Chrupalla und Siegmund stimmen ein »Auferstanden aus Ruinen« statt »Einigkeit und Recht und Freiheit«: Der Kabarettist Uwe Steimle hat auf einer AfD-Veranstaltung im sachsen-anhaltischen Dessau-Roßlau ein eigentümliches Geschichtsverständnis offenbart. Zum Abschluss einer Diskussionsveranstaltung mit AfD-Bundeschef Tino Chrupalla und dem AfD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im kommenden September, Ulrich Siegmund, stimmte Steimle die DDR-Hymne an. Chrupalla hatte Steimle zuvor gebeten, die Nationalhymne zu singen. »Das machen wir immer in Sachsen-Anhalt«, sagte der Partei-Co-Chef. Als Steimle das Lied aus der Zeit der SED-Diktatur anstimmte, versuchte Chrupalla zunächst noch zu intervenieren, gab dies jedoch rasch auf, als Steimle unbeirrt weiter sang. Chrupalla und Siegmund lächelten und sangen daraufhin teilweise gemeinsam mit den Besuchern die DDR-Hymne. Steimle schloss mit den Worten: »Ich kann nur die Hymne.« Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Er werde natürlich auch die deutsche Nationalhymne singen, so Steimle weiter, aber der Text der einstigen DDR-Fassung sei »so großartig und jedes Wort stimmt, als wäre es heute, und das ist bei großen Sachen eben immer so, die sind allgemeingültig«, sagte Steimle. »Wir gehören zusammen, wir sind Deutsche, Ende der Debatte.« Im Anschluss daran stimmte Chrupalla schließlich auch noch die deutsche Nationalhymne an, die auch Steimle mitsang. Kanzleramtschef Frei findet Auftritt »befremdlich« Bei der CDU sorgt das Singen der DDR-Hymne für Irritationen. »Ich finde das extrem befremdlich«, sagte Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) dem Sender WeltTV . Dies gelte insbesondere dann, »wenn das von politischen Repräsentanten gemacht wird, die damit ja ganz offensichtlich auch politische Botschaften verbinden möchten«. Frei forderte, man müsse in Ost und West »das Gemeinsame betonen«. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September statt. Chrupalla, Siegmund und Steimle hatten bei der Podiumsdiskussion in Dessau-Roßlau über das Thema Frieden debattiert.

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