Themen
lage

Samstag, 18. Juli 2026
Zurück zur Übersicht

Kenfo-Portfolio: So könnte ein Staatsfonds Ihnen Renten-Rendite bringen

Medienspektrum

Links Mitte Rechts
17. Juli
Wirtschaftswoche

Kenfo-Portfolio: So könnte ein Staatsfonds Ihnen Renten-Rendite bringen

So könnte ein Staatsfonds Ihnen Renten-Rendite bringen Wer den Bieterwettbewerb um Kapitalrente und Altersvorsorgedepot gewinnt, wird Milliarden an Anlagevermögen verantworten. Ein Grund also, sich die Bewerber genau anzuschauen. Der „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ – kurz Kenfo – hat dabei aktuell die Nase vorn. Der Blick in sein Portfolio verrät dabei die bisherige Anlagestrategie. Das Depot aus Aktien, Anleihen, Private Equity, Private Debt und einer ganzen Reihe an weiteren Beteiligungsformen hat vor allem ein Ziel: Rendite. Die Kenfo-Chefin Anja Mikus hat dies in dieser Woche betont, als sie die Jahresbilanz des Fonds vorgestellt hat. Das heißt konkret: Kaum eine Assetklasse ist tabu. Bisher war diese Strategie durchaus erfolgreich. Da die Gewinne die jährlichen Kosten des Atomausstiegs decken müssen, muss das Portfolio zudem auch mit einem dauerhaften Aderlass umgehen, denn neue Einzahlungen gibt es nicht. Bis auf einen ordentlichen Rücksetzer im Jahr 2022 konnte das Gesamtvermögen jährlich gesteigert werden, auf zuletzt rund 25,6 Milliarden Euro – und gleichzeitig wurden Milliarden für die Atomentsorgung ausgeschüttet. Anleihen, Aktien, dann der Rest Der Kenfo hat sein Vermögen zum Start 2019 nicht auf einen Schlag am Markt investiert, sondern Stück für Stück eingekauft, verrät der Blick in die Portfoliodaten. Dabei wird auch eine Präferenz klar. Während die Investition sowohl in Staats- als auch in Unternehmensanleihen von Anfang an erfolgte, wurden die Aktienanlagen über die ersten drei Jahre gestreckt, erst dann folgten andere Assetklassen. Hierbei ist anzumerken, dass der Kenfo seine Beteiligungen an privatem Beteiligungskapital (Private Equity), direktvergebenen Krediten (Private Debt) sowie Infrastruktur- und Immobilieninvestments unter dem Dach „illiquide Anlagen“ zusammenfasst. Diese Investitionen sind Mikus zufolge in der Strategie besonders auf Langfristigkeit angelegt. Aktuell liegt deren Anteil bei knapp über 14 Prozent des Portfolios, soll aber bis Ende 2028 auf 30 Prozent anwachsen. Schaut man auf die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres 2025, wird schnell klar: Das wird deutliche Auswirkungen auf den Wertzuwachs in den kommenden Jahren haben. Entwicklung der Anlagen im Jahr 2025: - Aktien Schwellenländer 20,9 Prozent - Aktien Industrieländer 10,1 Prozent - Anleihen Schwellenländer 9,3 Prozent - Anleihen Unternehmen 4,5 Prozent - Illiquide Anlagen 2,1 Prozent - Anleihen Industrieländer –0,1 Prozent - REITs –0,6 Prozent Insgesamt erwirtschaftete der Kenfo im Jahr 2025 einen Wertzuwachs von 6,2 Prozent. Das waren zwar 2,2 Prozentpunkte mehr als mindestens angepeilt, aber doch mehr als 3 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Diese Tendenz dürfte sich verstärken, wenn immer mehr der zunächst renditeschwachen illiquiden Anlagen beigemischt werden. Der Blick auf die aktuelle Bilanz veranschaulicht aber auch die Strategie und damit das Risikoprofil hinter der Mischung. Aktien mit höherem Risiko und potenziell hohen Renditen, Anleihen für sichere Zuflüsse und illiquide Anlagen als langfristiges Fundament für überdurchschnittliche Rückläufe zum Ende der Laufzeit. Das Kenfo-Risiko im Detail Dieser sehr grobe Blick auf die Risikoverteilung zwischen den Assetklassen reicht natürlich nicht aus, um sich ein Bild vom Anlageportfolio zu machen. Sowohl die aktuelle KI-Blase in den USA als auch die vergangenen Immobilienkrisen in China und Japan sowie geopolitische Entwicklungen wie in Russland schlagen schnell auf ein Depot durch – Diversifikation wird dabei eine Frage der Perspektive. Diversifiziert nach Asset, nach Branche, Region, in der Lieferkette, in Rohstoffabhängigkeiten oder aber anhand politischer Blöcke? Risikostreuung ist alles andere als trivial, das zeigt sich bei einem tieferen Blick in die Anlagen des Kenfo. Am einfachsten lässt sich dies beim Aktienanteil aufzeigen. Laut dem letzten Geschäftsbericht beträgt der Aktienanteil aktuell 35,1 Prozent, inklusive der REITs (Real Estate Investment Trusts, also Immobilien-Investmentfonds) waren es knapp über 40 Prozent. Im Jahr 2021 lag der kombinierte Anteil bei fast 50 Prozent. Entsprechend deutlich machte sich der Markteinbruch 2022 bemerkbar. Während in diesem Fall jedoch der russische Angriff auf die Ukraine den gesamten Markt belastete und auf die Aktien am schnellsten durchschlug, liegen die Risiken heute tiefer. Die Top-10-Aktienanlagen des Kenfo haben sich seit 2015 immer mal wieder verändert. Der Stand Ende 2025 wirkt jedoch auf Anleger, die den MSCI-World kennen, seltsam vertraut. Fast ausschließlich Tech-Konzerne bestimmen aktuell die Topanlagen des Kenfo. Deren anteilige Bedeutung ist über die Jahre gewachsen, weil die Aktien hohe Kursgewinne hatten, auf aktuell mehr als zehn Prozent aller Aktienbeteiligungen. Platzt die KI-Blase und werden Chipaktien weiterhin stark verkauft, wird das auch das Kenfo-Depot belasten. Die Technologiebranche in den USA bereitet vielen Marktkennern jedoch nicht nur wegen ihrer im Vergleich zu Umsatz und Gewinn luftigen Aktienbewertungen Sorgen, sondern auch wegen ihres künstlerischen Finanzierungsgebarens. Über private Finanzierungen mithilfe von Private-Equity-Gesellschaften und Private-Debt-Konstrukten versuchen sie, an Geld zu kommen, ohne ihre Kreditwürdigkeit zu gefährden. Mitunter sind Halbleiter-Chips als Sicherheiten hinterlegt. Sobald deren Preise am Markt allerdings sinken, werden die Sicherheiten für die Gläubiger unbrauchbar. Der Kenfo gibt an, nicht in den besonders risikoreichen Segmenten des US-Markts investiert zu sein. Einige Private-Equity-Fonds im Kenfo-Portfolio von Anbietern wie Thoma Bravo, Yukon oder Main Capital könnten in dem Fall, dass es einen Crash bei den Tech-Unternehmen gibt, die am Thema Künstliche Intelligenz hängen, aber leiden. Entweder weil sie mit Software-Unternehmen in Europa verbunden sind, die mit unter die Räder kommen könnten. Aber es könnte dann auch andere Branchen treffen, etwa US‑Versicherer, die den Bau und Betrieb von Rechenzentren versichern. Diese Art von Kreuzeffekten ist nicht untypisch für ein diversifiziertes Portfolio, macht aber klar, dass Risiken nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. Transparenz will gelernt sein Aktuell gibt der Fonds einmal jährlich Einblick in seine Bilanz, stellt unter anderem die Aufteilung seiner Anlagen als Excel-Dokument ins Netz und stellt sich den Fragen der Medien. Das ist mehr Transparenz, als andere öffentliche Anlagefonds gewähren, dürfte jedoch nicht genug sein, sollte der Kenfo das Mandat zur Verwaltung der Kapitalrente tatsächlich bekommen. „Wer langfristig für die Alterssicherung vorsorgen soll, muss nachvollziehen können, wie das Geld angelegt wird. Transparenz ist keine Nebensache, sondern eine Grundvoraussetzung für Vertrauen“, betont Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. Schaut man in den Geschäftsbericht für 2025, so ist dort eine Aktienquote von 35,1 Prozent angegeben. Im Gesamtportfolio als Excel-Datenbank summieren sich die als „Aktie“ deklarierten Anlagen jedoch auf über 40 Prozent. Die Antwort des Kenfo: In der Excel-Liste zählt man REITs auch als Aktienanlage. Hinzu kommen Margen-Positionen, Forderungen, Verbindlichkeiten und Derivate, die wahlweise hinzugerechnet oder abgezogen werden. Auf die Frage, inwieweit der Kenfo nach Regionen diversifiziert und Übergewichte – wie beispielsweise durch die Bedeutung des US-Finanzmarkts – ausgleicht, heißt es: Der Kenfo strebt eine Aufteilung der Anlagen zwischen den USA, Europa und dem Rest der Welt von 40:40:20 an. Mitunter ist es aber schwer, Unternehmen einem Land zuzuordnen. Der chinesische Tech-Giganten Tencent ist auf den Kaiman-Inseln gelistet, obwohl der offizielle Börsensitz Hongkong ist. Das hat traditionelle Gründe, weil westliche Investoren früher schwer in China investieren konnten. Wo die Verantwortlichen des Kenfo sich heute auf ihren Fokus auf Rendite zurückziehen, fordert Verbraucherschützerin Pop für eine Rentenanlage deutlich mehr ein. „Anlagerichtlinien müssen nach wissenschaftlichen Kriterien klar festgelegt und transparent kommuniziert werden“, macht sie klar. Bürger müssten nachvollziehen können, nach welchen Regeln investiert wird. Wer sich dafür interessiert, findet Informationen beim Kenfo. Allerdings sind Wissenschaftler keine guten Anleger. Ein von namhaften US-Professoren geführter milliardenschwerer Hedgefonds ist vor rund 30 Jahren zusammengebrochen und hat fast eine Finanzkrise ausgelöst. Der Kenfo und alle, die mit ihm zu tun haben, sollten nicht nur nach Schweden, sondern besser nach Norwegen schauen. Der dortige Staatsfonds ist sehr transparent, sehr professionell geführt und erfolgreich. Lesen Sie auch: Das falsche Spiel der Börsenfeinde

Artikel lesen
15. Juli
FAZ (Wirtschaft)

Staatsfonds Kenfo: Atomfonds bietet sich für geplante Kapitalrente an

Staatsfonds Kenfo : Atomfonds bietet sich für geplante Kapitalrente an Wen interessiert der Kenfo? Er könnte bald die Kapitalrenten von bis zu 35 Millionen Beschäftigten verwalten. Vergangenes Jahr hat dieser Staatsfonds 6,2 Prozent Rendite erzielt. Was bisher vor allem Fachleute für Atommüll interessierte, könnte schon bald eine spannende Renteninformation für 35 Millionen Arbeitnehmer sein: Der Kenfo – Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung – hat im vergangenen Jahr eine Rendite von 6,2 Prozent mit seinen Kapitalanlagen erzielt. Im ersten Halbjahr 2026 schaffte er trotz der Verwerfungen infolge des Irankriegs sogar 7,9 Prozent. Das gab die Vorstandsvorsitzende dieses vor neun Jahren eingerichteten Staatsfonds, Anja Mikus, am Mittwoch bekannt. Sie zeigt sich offen dafür, künftig auch die Anlage für eine kapitalgedeckte Altersvorsorge zu übernehmen, wie sie die Regierungskoalition unter anderem mit der Kapitalrente plant. „Wir haben jetzt die Plattform dafür und wir haben die Kompetenz dafür“, sagte Mikus auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der Kenfo-Jahresbilanz. „Der Staat kann das nutzen.“ Sie stellte dafür eine Verwaltungskostenquote von nicht mehr als 0,1 Prozent in Aussicht. Ob Endlager oder Rente – langfristige Anlagestrategie ist gefragt Ob es so kommen soll, wird die schwarz-rote Regierung im Herbst politisch entscheiden. Die Rentenkommission hatte den Kenfo in ihrem Reformkonzept von Ende Juni jedenfalls explizit als geeignete Adresse für die geplante Zusatzrente nach schwedischem Vorbild genannt. Arbeitnehmer würden dann, neben dem Beitrag für die Umlagerente, mit einem Zusatzbeitrag von zwei Prozent des Bruttolohns für eine Kapitalrente sparen. Bisher hat der Fonds einen ganz anderen Zweck – der sich aber ähnlichen Aufgaben stellt: Er soll eine langfristig orientierte Kapitalanlage mit großem Portfolio verlässlich steuern. Der Kenfo wurde 2017 eingerichtet, um die damals festgelegten Ablösezahlungen der Kernkraftwerksbetreiber für die Lagerung von Atommüll zu verwalten. Die Unternehmen zahlten einmalig 24,1 Milliarden Euro ein und wurden dafür von weiteren Ansprüchen befreit. Nun soll der Kenfo das Geld so vermehren, dass es für diesen Zweck mit einem Zeithorizont bis zum Jahr 2100 reicht. Seit 2017 hat er schon 5,3 Milliarden Euro für Entsorgungskosten an das Bundesumweltministerium überwiesen, wie die Bilanz zeigt. Dank guter Renditen stieg sein Vermögen trotzdem bis Ende 2025 auf 25,6 Milliarden Euro. Im Schnitt erzielte er eine jährliche Rendite von 6,1 Prozent. Und wenn die Börsen einbrechen? „Chance auf Kaufkurse!“ Zwar gab es in einzelnen Krisenphasen auch Rückschläge, im Corona-Jahr 2022 schrumpfte das Fondsvermögen um zehn Prozent. Mikus sieht darin aber „keine Katastrophe“. Schwankungen seien Ausdruck einer natürlichen Marktbereinigung und für Fonds mit langfristigem Anlageziel immer auch eine gute Chance, günstige Kaufkurse zu erwischen, erklärte sie. Zuletzt hatte der Kenfo je rund 40 Prozent seiner Anlagen in Aktien und Anleihen investiert, beide breit gestreut über Länder und Risikoklassen hinweg. Knapp 15 Prozent steckten in nicht börsennotierten Anlagen, von Immobilien bis Private Equity. Diese Quote soll künftig in Richtung von 29 Prozent steigen. Kapital für die Altersvorsorge zu managen, ist Mikus zufolge im Kern sogar etwas einfacher als die aktuelle Aufgabe des Kenfo. Denn er erhält, anders als ein Rentenfonds, keine laufenden Einzahlungen, sondern muss mit dem einmaligen Startkapital alle nötigen Auszahlungen bestreiten. Um in der Anlagestruktur umzuschichten, müsse er stets Papiere verkaufen. Ein Rentenfonds hingegen erreiche solche Justierungen meist allein durch die Anlage der neu hereinkommenden Beiträge, erläuterte sie. Eine Erfolgsbedingung gelte indes in allen Fällen: „Wir sind kein Förderfonds.“ Anders gesagt: Politik müsse respektieren, dass das anzulegende Geld Rendite bringen soll und nicht anderweitig zur Verfügung steht.

Artikel lesen
15. Juli
Wirtschaftswoche

Nuklearfonds Kenfo: Atomfonds macht sich für die Rente schick

Nuklearfonds Kenfo: Atomfonds macht sich für die Rente schick Deutschland steht vor dem Einstieg in die kapitalgedeckte Rente und rückt seinen ersten Staatsfonds Kenfo ins Scheinwerferlicht. Die am Mittwoch vorgestellte Jahresbilanz mit einer positiven Wertentwicklung von 6,2 Prozent – 2,2 Prozentpunkte über Ziel – im Gesamtjahr sieht die Vorstandschefin Anja Mikus als Erfolgsmeldung: Die „breit diversifizierte Anlagestrategie“ habe sich in einem „herausfordernden Umfeld bewährt“. Wie sehr der US-Zollkrieg das Ergebnis belastet hat, zeigt der Vergleich zum Vorjahr, in dem mit 9,4 Prozent deutlich mehr Wachstum möglich war. Wenngleich die absolute Performance des Fonds für die Finanzierung des Atomausstiegs ungebrochen relevant bleibt, ist die Anlagestrategie in diesem Jahr besonders interessant. Dafür verantwortlich sind die kürzlich vorgestellten Vorschläge der Rentenkommission der Bundesregierung in denen der Einstieg in eine teilweise Kapitaldeckung der Rente angeregt wird. Nicht nur wird der Kenfo als Plattform für die Umsetzung der Kapitalanlage ausdrücklich erwähnt, mit der schwedischen Prämienrente wird auch ein Vorbild genannt. Erfolg in den Schwellenländern Was schon heute klar ist: Der Kenfo und seine Chefin sehen sich der Ausweitung ihres Mandats mehr als gewachsen. „Wir haben die Kompetenz und der Staat kann das nutzen“, macht Mikus deutlich. Die Plattform könne weltweit in jede Assetklasse investieren und das „systematisch und sehr professionell“. An Selbstbewusstsein fehlt es dem Kenfo also nicht, bisher jedoch am Mandat. Dennoch lohnt es sich, in die bisherige Bilanz der Fondsmanager zu blicken, um eine Idee davon zu bekommen, wie ein künftiger Kenfo-Altersvorsorgefonds agieren könnte. Im Jahr 2025 war die mit Abstand erfolgreichste Anlageklasse die der Schwellenländer-Aktien mit einem Wertzuwachs von 20,9 Prozent. Das ist einerseits angesichts der Entwicklung am Aktienmarkt nicht überraschend, erklärt jedoch auch die im Vergleich zur Entwicklung des breiten Aktienmarkts abweichende Wertentwicklung des Kenfo: Aktien als Anlageklasse machen insgesamt nur 35,1 Prozent des Anlagevermögens von 25,6 Milliarden Euro (Stand Ende 2025) aus – 26,4 Prozent entfallen auf Unternehmens-, 15,7 Prozent auf Staatsanleihen, 6 Prozent auf Immobilienaktien und -trusts (REITs) und 14,3 Prozent auf illiquide Anlagen wie Private Equity und Private Debt. Entwicklung der Anlagen im Jahr 2025: - Aktien Schwellenländer 20,9 % - Aktien Industrieländer 10,1 % - Anleihen Schwellenländer 9,3 % - Anleihen Unternehmen 4,5 % - Illiquide Anlagen 2,1 % - Anleihen Industrieländer minus 0,1 % - REITs – minus 0,6 % Blickt man auf die 6,2 Prozent Wertzuwachs im Jahr 2025 und auf 7,9 Prozent im ersten Halbjahr 2026, zeigt sich daran aus Sicht von Mikus die Stärke der diversifizierten Anlage. „Wir wollen keine Konzentrationsrisiken“, macht sie klar und verweist auf den langfristigen Horizont, in dem der Kenfo denkt. Seit Auflage des Fonds wurden so demnach 8,8 Milliarden Euro an Mehrwert für den Bund geschaffen. Das Risikoprofil des Anlageportfolios richtet sich dabei nach der zu erzielenden Rendite. Zwar spielen auch weiche Kriterien wie ein sinkender CO₂‑Fußabdruck und Überlegungen der Nachhaltigkeit eine Rolle, doch betonen die Verantwortlichen mehrfach: Der Kenfo muss renditeorientiert investieren. Mikus wünscht sich dabei auch keine Einmischung des Staates, der über das Kuratorium der Kenfo-Stiftung durchaus Einfluss auf die Anlagekriterien nehmen könnte. Mikus lehnt dies entschieden ab und sagt, man könne über Zielvorgaben für bestimmte Assetklassen reden, „aber nicht über eine harte Vorgabe, weil sonst wird die Performance mit Sicherheit enttäuschend sein“. Sie sähe im Fall von starren Investitionszielen auch das Risiko von beihilferechtlichen Risiken auf EU-Ebene. Das heißt jedoch nicht, dass der Fonds nicht auf Ebene der Assetklassen eingreift, wenn er Übergewichte erkennt, die das gewünschte Risikoprofil sprengen. Das betrifft einerseits die Verteilung auf Länderebene, wie auch einzelne Anlagen. Die Regeln, die hier unter anderem gelten, sind: - Eine Gewichtung zwischen den USA, Europa und dem Rest der Welt von 40:40:20 - Das Gewicht eines Einzelwerts darf ein Prozent der Anlagesumme nicht überschreiten Blickt man auf die tatsächliche Verteilung in den einzelnen Assetklassen zu Ende 2025, zeigt sich jedoch, dass insbesondere die Marktverteilung nicht überall eins zu eins umgesetzt wird. Doch der Kenfo hält nicht nur herkömmliche Anlagen, die auch in vielen privaten Depots zu finden sind, sondern agiert auch als institutioneller Investor. Dies wird insbesondere bei den sogenannten illiquiden Anlagen deutlich. Dahinter verbergen sich Investitionen in Private Equity, Private Debt, Immobilien und Infrastruktur. Der Anteil dieser Anlagen liegt aktuell bei rund 14,3 Prozent, soll jedoch bis 2028 auf 30 Prozent steigen. In den vergangenen Jahren hat der Fonds hier jedoch einige Investitionen zurückgestellt. Dafür waren demnach sowohl die Corona-Pandemie als auch die Folgen des Kriegs in der Ukraine verantwortlich. Obwohl diese Anlagen im vergangenen Jahr nicht zur Wertentwicklung beigetragen haben, geht der Fonds davon aus, dass diese Investitionen in Zukunft eine signifikante Rendite abwerfen werden. Insbesondere bei aktuell wegen ihres je nach Land und Branche stark schwankenden Risikoprofils kritisierten Anlagen wie Private Equity und Private Debt hält sich der Fonds den Angaben nach aus den besonders risikoreichen Märkten heraus. Der Kenfo sei nicht im US-Markt für Private Debt investiert und mache auch um in dieser Branche aktuell beliebte Vehikel wie BDCs einen Bogen. Ganz auf die Assetklassen verzichten will Mikus aber nicht: „Die langfristige Ausrichtung des Kenfo passt hier sehr gut.“ Die Illiquiditätsrisiken erkennt sie an, sieht sie jedoch im Licht des Gesamtportfolios für vertretbar. Das Mandat entscheidet Die bisherige Investitionsbilanz des Kenfo zeigt, wie die Verantwortlichen agieren, lässt man ihnen freie Hand. Aufgrund der mit einer Kapitalrente verbundenen politischen Zielsetzungen dürfte deren Mandat sich jedoch deutlich unterscheiden. Dafür sind auch die strukturell veränderten Rahmenbedingungen verantwortlich. Während der aktuelle Kenfo-Fonds einmalig von den Kraftwerksbetreibern gefüllt wurde und keine weiteren Zuflüsse erhält, würde eine Kapitalrente durch laufende Zuzahlungen aus Beiträgen finanziert. Wenngleich das Startkapital also eher gering ausfällt, ist es leichter für die Fondsmanager, das Risiko während des Betriebs durch Veränderungen bei der Anlage neuer Beitragsgelder zu beeinflussen. Hinzu kommen die von der Rentenkommission vorgeschlagenen Qualitätskriterien, welche in der Bevölkerung Vertrauen für die Kapitalrente schaffen sollen: - die Abdeckung großer Teile der Bevölkerung - eine hohe Qualität der Kapitalanlage mit möglichst niedrigen Kosten - eine hohe Qualität der Anbieter einschließlich deren Governance - eine möglichst gute Mitnahmemöglichkeit bei Arbeitsplatzwechseln Insbesondere die Kosten dürften auch den politischen Verantwortlichen wichtig sein, da diese direkt die mögliche Rendite entsprechender Anlagen beeinflussen. Die Kommission hat dabei eine Ziel-Kostenquote von 10 Basispunkten vorgeschlagen – also 0,1 Prozent. Der aktuelle Kenfo-Fonds arbeitet mit einer Quote von 0,17 Prozent. Mikus weist jedoch darauf hin, dass sich diese Quote nach dem Anlagevolumen richtet und die Verwaltung insbesondere der illiquiden Anlagen einen besonders hohen Personalaufwand nach sich zieht: „Als Beispiel wird oft der AP7-Fonds in Schweden genannt. In dieser Größenordnung könnten wir die Kosten bewältigen“, macht sie klar. Aktuell sind 51 Menschen für den Kenfo tätig, Ziel sind 67. Im Vergleich zum bisherigen Fonds könnte ein Kapitalrenten-Fonds ihren Worten nach eine Aktienquote von 90 und bis zu 100 Prozent aufweisen, was die Komplexität deutlich reduziert. Auch eine variable Umschichtung in Anleihen je nach Abstand zur Rente sei denkbar, dies hänge jedoch vom Auftrag des Gesetzgebers ab. Zum Vergleich: In Schweden werden die Rentenanlagen der Bürger bis zum 55. Lebensjahr zu 100 Prozent in Aktien investiert, bis zum 75. Lebensjahr findet dann eine Umschichtungsphase statt, die mit einem Verhältnis von zwei Dritteln zu einem Drittel zwischen Festgeld-Investitionen und Aktien endet. Für die Kenfo-Verantwortlichen ist jedoch nicht nur die gewünschte Struktur der Anlagen entscheidend, sondern auch der organisatorische Rahmen. Wer ist für die Depots verantwortlich, wie erfolgen Bewertung und Zuteilung, und auch der Kontakt zu den Anlegern selbst? Als Depotverwalter kommen demnach private Institute infrage, es könnte jedoch auch die Deutsche Rentenversicherung eine Rolle spielen. Lesen Sie auch: Wie groß sind die Unterschiede zwischen Rente und Pension?

Artikel lesen
© 2026 Themenlage