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Mittwoch, 22. Juli 2026
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Als erstes EU-Land - Frankreich verbietet Soziale Medien für unter 15-Jährige

Medienspektrum

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21. Juli
Tagesschau

Frankreich beschließt Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren

Als erstes EU-Land Frankreich verbietet Social Media für unter 15-Jährige Frankreich führt als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren ein. Nach dem französischen Senat stimmte auch die Nationalversammlung mit großer Mehrheit für das Gesetz. Frankreich hat als erstes Land in der Europäischen Union ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren beschlossen. Die Nationalversammlung stimmte am Abend mit 279 zu 81 Stimmen für das Verbot. Der Senat hatte sich am Nachmittag mit 243 zu zwei Stimmen für den Entwurf ausgesprochen. Auf Wunsch von Präsident Emmanuel Macron sollen die neuen Regeln bereits nach den Sommerferien in Kraft treten. "Ich hatte mich dafür eingesetzt, nun ist es beschlossen: Ab dem neuen Schuljahr sind soziale Netzwerke für Kinder unter 15 Jahren verboten", sagte Macron nach dem Parlamentsentscheid. Die Plattformbetreiber sollen verpflichtet werden, wirksame Alterskontrollen einzuführen. Frankreich ebne den Weg für eine mögliche europaweite Neuregelung. Für neue Social-Media-Konten soll das Gesetz ab dem 1. September gelten, für bestehende Konten soll es eine Übergangsfrist von vier Monaten bis zum 1. Januar 2027 geben. In dieser Zeit "werden wir die schon existierenden Konten von unter 15-Jährigen schließen", hatte Macron vergangenen Monat gesagt. Ausnahmen für Inhalte mit Bildungszwecken Das französische Social Media Verbot für unter 15-Jährige betreffe alle sozialen Plattformen, sehe aber Ausnahmen für "Online-Enzyklopädien" oder "digitale Projekte mit Bildungszwecken" vor, so Macron. Beliebte Plattformen wie YouTube und WhatsApp dürfen nach Angaben der zuständigen Berichterstatterin im französischen Parlament weiter für das reine Anschauen von Videos oder für den privaten Chat-Verkehr genutzt werden. Doch auch sie müssen eine Altersüberprüfung einführen - für den Teil, der einem sozialen Netzwerk gleichgestellt ist, also etwa Kanäle zum Teilen von Inhalten oder Kommentarfunktionen. Erweitertes Verbot von Handys an Schulen Das Gesetz sieht außerdem eine Ausweitung des Verbots von Mobiltelefonen in Schulen von der Grund- und Mittelstufe auch auf die Oberstufe vor. Ausnahmeregelungen bleiben demnach aber erlaubt. Ziel des Gesetzes ist es, gesundheitsschädliche Auswirkungen der Onlinenetzwerke auf Heranwachsende zu vermeiden. Laut einem Bericht der nationalen französischen Gesundheitsbehörde schadet die Nutzung der mentalen Gesundheit von Jugendlichen erheblich. Um das Verbot und seine Ausgestaltung hatte das Parlament in Paris länger gerungen. Kritiker halten es für nicht durchführbar und deshalb für reine Symbolpolitik. Es sei völlig unklar, wie das Alter der Jugendlichen festgestellt werden solle. Die Sozialisten wie auch die französische Linkspartei LFI kündigten bereits an, zur Überprüfung des Gesetzes den Verfassungsrat anzurufen. EU will Zersplitterung und Rechtsunsicherheit verhindern Auch die Europäische Kommission hatte die Pariser Pläne beanstandet. Einem Sprecher der EU-Kommission zufolge sieht Brüssel die Gefahr einer Zersplitterung in nationale Systeme. Das könne zur Rechtsunsicherheit führen und die Rechtsdurchsetzung schwächen. Mehrere Mitgliedsländer, darunter Spanien, Griechenland und Österreich, wollen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige bis zu einem bestimmten Alter gesetzlich festlegen. Auch Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) kündigte an, ein solches Verbot in Deutschland einführen zu wollen. Für einzelne EU-Mitgliedsländer ist das aber nicht ohne Weiteres möglich: Wer digitale Altersgrenzen auch technisch durchsetzen will, kommt um die großen Online-Plattformen kaum herum. Die EU-Kommission ist jedoch alleinig dafür zuständig, den Plattformen Regeln vorzuschreiben und diese auch durchzusetzen. Mit Informationen von Julia Borutta, ARD Paris

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21. Juli
Der Spiegel

Frankreich: Parlament beschließt Social-Media-Verbot für Jugendliche

Erstes EU-Land Frankreich verbietet Social Media für Jugendliche Als erstes EU-Land führt Frankreich ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren ein. Nach dem französischen Senat stimmte am Dienstag auch die Nationalversammlung in Paris mit breiter Mehrheit für ein entsprechendes Gesetz. „Ich hatte mich dafür eingesetzt, nun ist es beschlossen”, sagte Präsident Emmanuel Macron dazu. Das neue Gesetz soll laut dem Präsidenten bereits nach den Sommerferien in Kraft treten. Wie das Verbot praktisch umgesetzt werden soll, ist allerdings noch offen. Die Europäische Kommission hatte die französischen Pläne zuvor kritisiert und vor unterschiedlichen nationalen Regelungen gewarnt. Komplizierte Umsetzung Die technische Durchsetzung von Altersgrenzen bei Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat fällt in die Zuständigkeit der EU. Ob und bis zu welchem Alter soziale Medien für Minderjährige dann wiederum verboten sein sollten, könnte nationalstaatliche Kompetenz bleiben – ihren Bürgern dürfen die Mitgliedstaaten schließlich Vorschriften machen. In mehreren EU-Mitgliedstaaten wächst der politische Druck zu dem Thema. Spanien, Griechenland und Österreich prüfen ähnliche Regelungen. In Deutschland hat Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) ebenfalls angekündigt, ein Social-Media-Verbot für Minderjährige bis zu einem bestimmten Alter anzustreben.

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21. Juli
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Paris: Frankreich verbietet soziale Medien für unter 15-Jährige

Frankreich führt als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren ein. Ein entsprechendes Gesetz, das nach den Sommerferien greifen soll, verabschiedete das Parlament in Paris mit großer Mehrheit. Ab dem 1. September dürfen Jugendliche unter 15 Jahren keine Konten mehr anlegen. Die Plattformen haben anschließend vier Monate Zeit, bestehende Profile zu löschen. Sie müssen zudem eine von der französischen Datenschutzbehörde genehmigte Altersüberprüfung nutzen. „Frankreich ebnet den Weg, indem es als erstes Land in Europa eine digitale Volljährigkeit einführt“, sagte die Staatssekretärin für Künstliche Intelligenz, Anne Le Hénanff. Das Parlament setzt damit ein von Präsident Emmanuel Macron vorangetriebenes Anliegen um. „Ich hatte mich dafür eingesetzt, nun ist es beschlossen: Ab dem neuen Schuljahr sind soziale Netzwerke für Kinder unter 15 Jahren verboten“, reagierte Macron auf die Entscheidung. Zusätzlich zur Social-Media-Beschränkung treten noch weitere Verschärfungen für Kinder und Jugendliche in Kraft. So sollen ab dem neuen Schulstart auch auf allen weiterführenden Schulen der Sekundarstufe II, in Frankreich Lycée genannt, generell Mobiltelefone verboten sein. Um das Verbot und seine Ausgestaltung hatte das Parlament in Paris länger gerungen, und auch die Europäische Kommission hatte die Pariser Pläne beanstandet. Ein angepasster Gesetzestext passierte am Nachmittag noch vor der parlamentarischen Sommerpause die beiden Parlamentskammern. Noch im Einzelnen geklärt werden muss, wie das Verbot in der Praxis tatsächlich umgesetzt und durchgesetzt werden soll. EU will Zersplitterung verhindern Hier hatte auch die Brüsseler Kritik angesetzt. Verhindert werden müsse eine Zersplitterung in nationale Systeme, die zur Rechtsunsicherheit führen oder die Rechtsdurchsetzung schwächen könnte, hatte ein Sprecher der EU-Kommission erklärt. Mehrere Mitgliedsländer, darunter Spanien, Griechenland und Österreich, wollen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige bis zu einem bestimmten Alter gesetzlich festlegen. Auch Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) kündigte an, ein solches Verbot in Deutschland einführen zu wollen. Für einzelne Mitgliedsländer ist das aber nicht ohne Weiteres möglich. Denn wer digitale Altersgrenzen auch technisch durchsetzen will, kommt um die großen Online-Plattformen kaum herum. Diesen Regeln vorzuschreiben und diese durchzusetzen, ist aber die alleinige Zuständigkeit der EU-Kommission. Frankreich, Deutschland und andere Mitgliedsländer dürften TikTok, Instagram, Snapchat und Co. also gar keine zusätzlichen Pflichten auferlegen. Das müsste auf EU-Ebene entschieden werden. Ob und bis zu welchem Alter soziale Medien für Minderjährige dann wiederum verboten sein sollten, könnte nationalstaatliche Kompetenz bleiben – ihren Bürgern dürfen die Mitgliedstaaten schließlich Vorschriften machen. Frankreich folgt mit dem Gesetz dem Beispiel Australiens. Dort war im Dezember das weltweit erste Verbot für unter 16-Jährige auf Plattformen wie Facebook, Snapchat, Tiktok und Youtube in Kraft getreten. Weltweit wächst die Sorge über die negativen Auswirkungen sozialer Medien auf Minderjährige.

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21. Juli
ZDF heute

Frankreich beschließt Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

Erstes EU-Land:Frankreich beschließt Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige In Frankreich soll schon nach den Sommerferien ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren gelten. Es ist das erste EU-Land, in dem eine solche Regelung eingeführt wird. Frankreich führt als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren ein. Ein entsprechendes Gesetz, das nach den Sommerferien greifen soll, verabschiedete das Parlament in Paris mit großer Mehrheit. Die Nationalversammlung stimmte am Abend mit 279 zu 81 Stimmen für das Verbot. Der Senat hatte sich am Nachmittag mit 243 zu zwei Stimmen für den Entwurf ausgesprochen. Für neue Social-Media-Konten soll das Gesetz ab dem 1. September gelten, für bestehende Konten soll es eine Übergangsfrist von vier Monaten bis zum 1. Januar 2027 geben. Zuvor dürfte das Gesetz allerdings noch auf seine Vereinbarkeit mit der französischen Verfassung geprüft werden. Dadurch könnte sich die Umsetzung verzögern. Eine Expertenkommission der Bundesregierung hat Empfehlungen vorgelegt, um Kinder und Jugendliche im Internet mehr zu schützen. Auch ein Social-Media-Mindestalter wird diskutiert. 24.06.2026 | 2:45 minMacron hatte sich für Social-Media-Verbot eingesetzt In der Übergangszeit "werden wir die schon existierenden Konten von unter 15-Jährigen schließen", hatte Präsident Emmanuel Macron vergangenen Monat gesagt. Ausgenommen von dem Verbot sind unter anderem Online-Enzyklopädien sowie Bildungs- und Wissenschaftsangebote. Das Gesetz sieht außerdem eine Ausweitung des Verbots von Mobiltelefonen in Schulen von der Grund- und Mittelstufe auch auf die Oberstufe vor. Ausnahmeregelungen sind aber erlaubt. Ziel des Gesetzes ist es, gesundheitsschädliche Auswirkungen der Onlinenetzwerke auf Heranwachsende zu vermeiden. Laut einem Bericht der nationalen Gesundheitsbehörde schadet die Nutzung der mentalen Gesundheit von Jugendlichen erheblich. Zu den Risiken zählen etwa Cybermobbing, das ständige Vergleichen mit anderen oder mit teils unrealistischen Vorbildern sowie brutale Inhalte. Zudem saugen die Algorithmen laut der Studie die Aufmerksamkeit junger Menschen ein und bringen sie häufig um ihren Schlaf. Immer mehr Jugendliche in Deutschland benutzen Social Media. Doch wie wohl fühlen sich diese im Internet und welche Rolle spielen dabei Hate Speech und Fake News? 15.07.2026 | 1:57 minStrafen für Kinder und Eltern nicht vorgesehen Strafmaßnahmen für Kinder und Eltern sind in dem Gesetzentwurf nicht vorgesehen. Noch im Einzelnen geklärt werden muss, wie das Verbot in der Praxis tatsächlich umgesetzt und durchgesetzt werden soll. Die EU-Kommission hatte Frankreich vor zwei Wochen aufgefordert, es müsse sein Gesetz für ein Social-Media-Verbot nachbessern. Verhindert werden müsse eine Zersplitterung in nationale Systeme, die zur Rechtsunsicherheit führen oder die Rechtsdurchsetzung schwächen könnte, hatte ein Sprecher der EU-Kommission erklärt. Ein europäisches Expertengremium ist dafür, den Social-Media-Zugang für Kinder unter 13 EU-weit zu beschränken. Die Nutzung solle nur unter Aufsicht und zeitlich begrenzt stattfinden dürfen. 13.07.2026 | 1:34 minMehrere Mitgliedsländer, darunter Spanien, Griechenland und Österreich, wollen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige bis zu einem bestimmten Alter gesetzlich festlegen. Auch Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) kündigte an, ein solches Verbot in Deutschland einführen zu wollen. Umsetzung könnte schwierig werden Für einzelne Mitgliedsländer ist die Umsetzung nicht ohne Weiteres möglich. Denn wer digitale Altersgrenzen auch technisch durchsetzen will, kommt um die großen Online-Plattformen kaum herum. Diesen Regeln vorzuschreiben und diese durchzusetzen, ist aber die alleinige Zuständigkeit der EU-Kommission. Frankreich, Deutschland und andere Mitgliedsländer dürften TikTok, Instagram, Snapchat und Co. also gar keine zusätzlichen Pflichten auferlegen. Das müsste auf EU-Ebene entschieden werden. Ob und bis zu welchem Alter soziale Medien für Minderjährige dann wiederum verboten sein sollten, könnte nationalstaatliche Kompetenz bleiben - ihren Bürgern dürfen die Mitgliedstaaten schließlich Vorschriften machen. Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.  - GrafikenWidersprüche in der Mediennutzung:Warum Jugendliche die Generationen vor Social Media beneidenvon Luisa Billmayer und Marie Riesmit Video2:21 - FAQNutzung sozialer Medien:Social Media: EU-Experten für Zugangsbegrenzung bis 13 Jahremit Video1:32 - Studie:Social-Media-Altersgrenze in Australien fast wirkungslosmit Video0:24 - Vor Experten-Empfehlung für Deutschland:Soziale Medien für Jugendliche: Wie andere Länder es regelnmit Video0:22

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21. Juli
FAZ (Politik)

KinderSchutz: Frankreich beschließt Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

KinderSchutz : Frankreich beschließt Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige Aus den Fehlern Australiens wollen die französischen Parlamentarier gelernt haben. Unter 15-Jährige sollen das Verbot nicht so leicht umgehen können. Frankreich hat am Dienstag als erster EU-Staat ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren beschlossen. Die Abgeordneten der Nationalversammlung wie auch die Senatoren stimmten dem Gesetz zu – im Senat mit 243 zu 2 Stimmen und in der Nationalversammlung mit 279 zu 81 Stimmen. Es handelt sich um einen von beiden Parlamentskammern ausgearbeiteten Kompromiss, der mit der EU-Kommission abgestimmt wurde. Die Linkspartei LFI stimmte dagegen, mit der Begründung, das Verbot bedeute das Ende der Anonymität im Internet. Die Sozialisten enthielten sich. Präsident Emmanuel Macron hat ein Inkrafttreten am 1. September versprochen. Unter 15-Jährige sollen dann keine Social-Media-Konten mehr eröffnen können. Für bestehende Konten gilt eine Übergangsfrist von vier Monaten. Bis zum 1. Januar sollen alle Konten von Kindern unter 15 Jahren gesperrt werden. Frankreich hofft auf EU-weites Verbot Frankreich sieht sich in einer Vorreiterrolle und hofft, dass die nationale Gesetzgebung möglichst schnell von einem EU-weiten Verbot abgelöst wird. „Dieses Gesetz mag zwar nicht perfekt sein“, sagte die Berichterstatterin des Regierungslagers, die Abgeordnete Laure Miller. „Aber untätig zu bleiben, bis die Lage sich klärt, ist auch keine Lösung.“ Bereits 2023 beschloss die Nationalversammlung ein Social-Media-Verbot, das aber nicht in Kraft treten konnte, da es gegen die europäische Verordnung über digitale Dienste (Digital Services Act) verstieß, die der EU Vorrang bei der Regulierung von Onlineplattformen einräumt. Präsident Macron hat sich persönlich dafür eingesetzt, Kinder vor übermäßigem Social-Media-Konsum zu schützen. Das Verbot pries er als Hilfe zur Selbsthilfe an, da Eltern oftmals überfordert seien. „Aktuelle Erkenntnisse bringen eine übermäßige digitale Nutzung mit Problemen wie Angstzuständen, Depressionen, Schlafstörungen, erhöhter Aggressivität und, in schwereren Fällen, Suizidalität in Verbindung, insbesondere bei gefährdeten Jugendlichen“, argumentierte Macron in einem Gastbeitrag mit dem Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Ghebreyesus. Nach der Abstimmung am Dienstagabend reagierte Macron erfreut über das Ergebnis. „Ich hatte mich dafür eingesetzt, nun ist es beschlossen: Ab Schulbeginn sind soziale Netzwerke für Kinder unter 15 Jahren verboten. Vielen Dank an die Abgeordneten“, schrieb er auf dem Portal X. Damit bezieht sich Macron auf die Rückkehr in die Schule nach den Sommerferien. Aus den Fehlern der australischen Regierung, die als erste ein Social-Media-Verbot für Jugendliche durchsetzte, wollen die französischen Parlamentarier gelernt haben. Anders als in Australien wird in Frankreich keine schwarze Liste eingeführt. „Die Jugendlichen haben Websites aufgerufen, die nicht auf der Liste standen“, sagte die Abgeordnete Miller. Deshalb verzichte man von vornherein darauf. Altersüberprüfung mit Ausweisdokument Auch wird in Frankreich in Rücksprache mit der EU-Kommission keine KI-gestützte Altersschätzung vorgenommen. In Australien kommt es dabei zu Fehlern. Mit Make-up oder durch das Heranziehen älterer Geschwister bei der Gesichtskontrolle wird dort die Altersschätzung umgangen. Frankreich will einen „robusten Mechanismus“ der Altersüberprüfung über Personalausweis oder Reisepass einführen. Um die vertraulichen Daten nicht an die Vereinigten Staaten oder China weiterzuleiten, erfolgt die Altersüberprüfung über eine „vertrauenswürdige dritte Partei“, sagte Miller. Gemeint ist die staatliche digitale Plattform France Identité, mit der heute schon der geschützte Zugang etwa zu Steuerbehörden, der Krankenversicherung oder Rentenkasse möglich ist. Auch das von der französischen Post betriebene System Docaposte soll für die Verifikation herangezogen werden. Zudem entwickelt die EU-Kommission eine eigene App zur Altersüberprüfung. Die Generaldirektion Connect in Brüssel unterstütze dieses Vorgehen und sehe im französischen Vorgehen ein Pilotprojekt, sagte die Abgeordnete Miller. Einheitliches digitales Volljährigkeitsalter in Europa Beim jüngsten deutsch-französischen Ministerrat in Brühl hatten sich beide Regierungen für einheitliche Regeln zum Schutz von Minderjährigen im digitalen Raum in Europa eingesetzt. „Wir werden auf europäischer Ebene zusammenarbeiten, um ein einheitliches digitales Volljährigkeitsalter einzuführen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Beide Länder vereinbarten einen regelmäßigen hochrangigen fachlichen Austausch zwischen der Bundeszentrale für Kinder und Jugendschutz (BzKJ) und der entsprechenden französischen Aufsichtsbehörde. Die französische Botschafterin für Digitales und Künstliche Intelligenz, Clara Chappaz, argumentierte, dass das Social-Media-Verbot vor allem Kindern aus sozial schwachen Familien helfe. Eltern mit höherem Bildungsstand beschränkten die Smartphone-Zeit ihrer Kinder schon jetzt. Mit dem Verbot solle ein Gewohnheitswechsel angestoßen werden, so wie das mit dem Rauchverbot im öffentlichen Raum zuvor gelungen sei. Wollen die USA und China „die Gehirne kolonisieren“? Das beschlossene Gesetz beinhaltet auch ein Verbot der Nutzung von Mobiltelefonen in der Oberstufe. In Frankreich gilt bereits seit 2018 ein Verbot für Mobiltelefone an den Grundschulen und in der Mittelstufe, die nach der neunten Klasse endet. Schwierigkeiten bei der Durchsetzung des Verbots gibt es kaum. Das Rassemblement National (RN) unterstützt das Verbot. Der RN-Vorsitzende Jordan Bardella schreibt in seinem jüngsten Buch, Netzwerke wie Tiktok und Instagram „tragen zur Verschärfung von Gewalt bei und beeinträchtigen die kognitiven Fähigkeiten der Jüngsten“. Das Verbot sei eine wichtige Schutzmaßnahme und „eine Notwendigkeit für die Volksgesundheit“, so Bardella. Im Regierungslager bereitet man sich auf einen Konflikt mit der mächtigen Lobby der amerikanischen Plattformen vor. Präsidentschaftskandidat Gabriel Attal äußerte, mit dem Verbot wolle man sich China und den Vereinigten Staaten widersetzen, „die über die sozialen Netzwerke gewissermaßen die Gehirne kolonisieren wollen“.

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21. Juli
Die Welt (Politik)

Frankreich beschließt als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

Frankreich beschließt als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige Frankreich führt ein Social‑Media‑Verbot für Kinder unter 15 ein. Ab September dürfen Minderjährige keine neuen Konten mehr anlegen, bestehende Profile sollen bis Anfang 2027 geschlossen werden. Auch das Handyverbot an Schulen wird ausgeweitet. Frankreich hat als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren beschlossen. Nach dem französischen Senat stimmte am Dienstag auch die Nationalversammlung in Paris mit breiter Mehrheit für ein entsprechendes Gesetz. Auf Wunsch von Präsident Emmanuel Macron soll das neue Gesetz bereits nach den Sommerferien in Kraft treten. Die Nationalversammlung stimmte am Abend mit 279 zu 81 Stimmen für das Verbot. Der Senat hatte sich am Nachmittag mit 243 zu zwei Stimmen für den Entwurf ausgesprochen. Für neue Social-Media-Konten soll das Gesetz ab dem 1. September gelten, für bestehende Konten soll es eine Übergangsfrist von vier Monaten bis zum 1. Januar 2027 geben. In dieser Zeit „werden wir die schon existierenden Konten von unter 15-Jährigen schließen“, hatte Macron vergangenen Monat gesagt. Der französische Präsident setzt sich zum Ende seiner Amtszeit besonders für die Maßnahme ein. Zudem sieht das Gesetz eine Ausweitung des Verbots von Mobiltelefonen in Schulen von der Grund- und Mittelstufe auch auf die Oberstufe vor. Ausnahmeregelungen sind aber erlaubt. Ziel des Gesetzes ist es, gesundheitsschädliche Auswirkungen der Onlinenetzwerke auf Heranwachsende zu vermeiden. Laut einem Bericht der nationalen Gesundheitsbehörde schadet die Nutzung der mentalen Gesundheit von Jugendlichen erheblich. Zu den Risiken zählen etwa Cybermobbing, das ständige Vergleichen mit anderen oder mit teils unrealistischen Vorbildern sowie brutale Inhalte. Zudem saugen die Algorithmen laut der Studie die Aufmerksamkeit junger Menschen ein und bringen sie häufig um ihren Schlaf. Strafmaßnahmen für Kinder und Eltern sind in dem Gesetzentwurf nicht vorgesehen. Stattdessen wird es Aufgabe der Plattformen sein, ein System zur Altersüberprüfung einzurichten – gegebenenfalls mehrere parallel, um den Nutzern eine Wahl zu lassen. EU hat App entwickelt Neben privaten Anbietern hat auch die EU-Kommission eine App entwickelt, die das Alter auf dem Smartphone speichern und alle verbotenen Apps automatisch sperren soll. Der französische Gesetzentwurf sieht einige Ausnahmen vor, etwa für „Online-Lexika“ und „digitale Projekte für Bildungszwecke“. Die EU-Kommission hatte Frankreich vor zwei Wochen aufgefordert, es müsse sein Gesetz für ein Social-Media-Verbot nachbessern. Der bis dahin vorliegende Entwurf des Senats sei nicht vollständig mit EU-Recht vereinbar, weil er in Kompetenzen der Brüsseler Kommission eingreife. Vergangene Woche sprach sich zudem ein europäisches Expertengremium für ein Social-Media-Verbot in der EU für Kinder unter 13 Jahren aus. Darüber hinaus seien in den Mitgliedsländern Beschränkungen für ältere Jugendliche denkbar, solange Onlinedienste sie nicht vor Suchtgefahren, Gewaltdarstellungen und Hassrede schützten.

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