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Samstag, 1. August 2026
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Recht auf Reparatur - Verbraucherschützer fordern Nachbesserungen

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31. Juli
Neues Deutschland

Konsumgüterindustrie | Bitte, lasst reparieren!

- Kommentare - Konsumgüterindustrie Bitte, lasst reparieren! Die längere Nutzung von Elektrogütern ist notwendig, doch das neue Recht auf Reparatur hilft dabei nur begrenzt. Ein Kommentar. Pünktlich zum Erdüberlastungstag 2026 ist in der EU ein neues Recht auf Reparatur in Kraft getreten. Dieses ist aus Umweltgesichtspunkten längst überfällig, doch Wunder kann man sich davon natürlich nicht erwarten. In diesem Jahr sind weltweit bereits alle Rohstoffe verbraucht, die die Erde innerhalb von zwölf Monaten erneuern kann. Daran ändert das Recht auf Reparatur von Konsumgütern wenig, aber immerhin geht die EU davon aus, dass sich dadurch europaweit bis zu 30 Millionen Tonnen Ressourcen und 35 Millionen Tonnen Abfall vermeiden lassen. Verbraucher könnten bis zu zwölf Milliarden Euro für unnötige Neuanschaffungen einsparen. Die Neuregelung verbessert die Möglichkeiten der Reparatur, doch ob sich in der Realität viel ändern wird, ist fraglich. Betroffen sind erst mal nur große Haushaltsgeräte und einige Elektronikprodukte mit Display. Kleingeräte wie Kaffeemaschinen und Toaster, die gerne kurz nach der Gewährleistungsfrist den Geist aufgeben, bleiben genauso außen vor wie Kleidung. Dabei ist der unselige Trend zu Fast Fashion ein wichtiger Grund für Verschwendung. Doch auch betroffene Unternehmen werden mit Samthandschuhen angefasst. Weder gibt es eine behördliche Überprüfung der Umsetzung, noch werden Verstöße geahndet. Und eine gesetzliche Quote zur Wiederverwendung gebrauchter Elektrogeräte ist ebenfalls nicht vorgesehen. Letztlich setzt die EU auf den Goodwill der Hersteller. Doch für viele Konsumgüteranbieter ist es bisher zentral, dass sie in kurzen Intervallen neue Modelle auf den Markt werfen können. Erst wenn sie wirklich umdenken, Reparaturen als zentrales Geschäftsfeld erkennen, dürfte sich tatsächlich etwas an der Wegwerfmentalität ändern. Im Wege stehen dabei auch die bisher hohen Kosten für Reparaturen, woran die Neuregelung ebenfalls nichts ändern wird. Natürlich ist es gut, dass der Gesetzgeber diesmal nicht auf die Totschlagargumente von konservativen Wirtschaftsverbänden hereingefallen ist, die überall Bürokratie und Wettbewerbsnachteile wittern. Doch aus Rücksicht auf diese gibt es auch künftig kein wirkliches Recht auf Reparatur – es bleibt bei einer Bitte an die Verbraucher: Lasst doch mal reparieren! Wir haben einen Preis. Aber keinen Gewinn. Die »nd.Genossenschaft« gehört den Menschen, die sie ermöglichen: unseren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die mit ihrem Beitrag linken Journalismus für alle sichern: ohne Gewinnmaximierung, Medienkonzern oder Tech-Milliardär. Dank Ihrer Unterstützung können wir: → unabhängig und kritisch berichten → Themen sichtbar machen, die sonst untergehen → Stimmen Gehör verschaffen, die oft überhört werden → Desinformation Fakten entgegensetzen → linke Debatten anstoßen und vertiefen Jetzt »Freiwillig zahlen« und die Finanzierung unserer solidarischen Zeitung unterstützen. Damit nd.bleibt.

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31. Juli
Deutschlandfunk

EU-Richtlinie in Kraft - Recht auf Reparatur - was ändert sich für Kunden?

Auch wenn bestimmte Produkte nach Ablauf der Gewährleistungsfrist defekt werden, sind die Hersteller künftig verpflichtet, die Geräte zu reparieren. Bisher hatten Verbraucherinnen und Verbraucher darauf nur im Rahmen des zweijährigen Gewährleistungsrechts Anspruch. Das nun geltende Gesetz sieht vor, dass die Hersteller eine Reparatur kostenlos oder "zu einem angemessenen Preis" und für einen längeren Zeitraum ermöglichen müssen. Worum geht es der Politik bei der Neuregelung? Bestimmte Produkte sollen häufiger repariert werden. "Reparieren ist besser als wegwerfen", sagt Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig (SPD). Zu den Zielen gehört es, Ressourcen zu schonen, Elektroschrott zu vermeiden und Geld zu sparen. Um welche Produkte geht es? Das Recht soll für alle Geräte gelten, für die Hersteller schon nach bisheriger Rechtslage Ersatzteile für einen bestimmten Zeitraum vorhalten müssen. Das sind vor allem technische Geräte wie Smartphones, Waschmaschinen oder Kühlschränke. Wie lange müssen die Hersteller die Geräte reparieren? Je nach Produkt gelten unterschiedliche Zeiträume, die sich nach der "üblichen Lebenszeit" richten. Bei Waschmaschinen und Trocknern sind dies etwa mindestens zehn Jahre, bei Smartphones mindestens sieben Jahre - jeweils ab dem Zeitpunkt, zu dem die Produktion des Modells eingestellt wird. Was passiert, wenn Geräte nicht reparierbar sind? Wenn ein üblicherweise reparierbares Produkt nicht repariert werden kann, "begründet das einen Sachmangel", erklärt das Verbraucherschutzministerium. Damit haben Käufer Gewährleistungsrechte und können etwa eine Neulieferung verlangen. Welche Rolle spielt die Gewährleistung? Das Reparaturrecht gilt unabhängig von der Gewährleistung und auch dann, wenn der Kunde den Schaden selbst verursacht hat. Für Neukäufe gilt die übliche zweijährige Frist, in der der Verkäufer für Mängel haftet. Verbraucher können nun zwischen Reparatur und Ersatz wählen. Für die Reparatur setzt das Gesetz einen Anreiz: Entscheidet sich der Kunde dafür, verlängert sich der Haftungszeitraum des Verkäufers um ein Jahr. Was ist, wenn das Recht auf Reparatur nicht eingehalten wird? Hier gibt es Kritik an der Bundesregierung, zum Beispiel von der Deutschen Umwelthilfe: "Der Gesetzgeber verkündet neue Rechte, verzichtet aber zugleich auf eine zuständige Behörde, wirksame Kontrollen und abschreckende Sanktionen für den Fall festgestellter Verstöße", so deren Leiter für Kreislaufwirtschaft, Thomas Fischer. Er forderte daher einen Erlass begleitender Sanktionsvorschriften mit spürbaren Bußgeldern für Unternehmen. Gibt es weitere Vorschriften für Hersteller? Die Unternehmen dürfen grundsätzlich nichts einbauen, was verhindert, dass das Gerät repariert werden kann, etwa eine entsprechende Software. Ebenso ist es Herstellern nicht erlaubt, die Verwendung von Original-Ersatzteilen vorzuschreiben. Allerdings gibt es Ausnahmen, wenn dies "durch legitime und objektive Faktoren wie den Schutz des geistigen Eigentums gerechtfertigt ist". Diese Nachricht wurde am 31.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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31. Juli
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Bundespolitik: Recht auf Reparatur tritt in Kraft

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg. Wichtige Updates Weidel für Abschaffung der Fünf Prozent-Hürde bei Wahlen  Wahlhürde von fünf Prozent senken? - Nein aus Union Unionsfraktion wählt Thorsten Frei zum neuen Vorsitzenden Amtsübergabe im Verkehrsministerium: Bilger hält erste Rede als Verkehrsminister Warken braucht eine halbe Minute bis zum nächsten Ministerinnenamt Recht auf Reparatur tritt in Kraft Kaputte Waschmaschine, defektes Smartphone oder streikender Kühlschrank: Von diesem Freitag an stärkt europaweit ein neues Recht auf Reparatur die Ansprüche von Verbraucherinnen und Verbrauchen. Sie haben einen Anspruch darauf, dass Hersteller defekte Geräte reparieren - im Rahmen einer angemessenen Zeitspanne und gratis oder zu einem angemessenen Preis, so die EU-Kommission. Sie dürfen Reparaturen nicht durch Software oder Bauweise erschweren und müssen über Reparaturmöglichkeiten informieren. Ziel ist es, Elektroschrott zu vermeiden, Ressourcen zu schonen und Geld zu sparen.  Der neue Rechtsanspruch gilt unter anderem für Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler, Kühlgeräte, Fernseher und Monitore sowie Smartphones und Tablets. Für diese Produkte müssen Ersatzteile verfügbar sein. Für einige weitere Dinge wie Staubsauger oder bestimmte Akkus gelten zwar Reparaturrechte, laut Verbraucherzentrale gibt es dafür aber noch keine explizite Verpflichtung der Hersteller, die Ersatzteile vorzuhalten. Wie lange Ersatzteile verfügbar sein müssen, hängt vom Gerät ab. Für Waschmaschinen sind es zehn Jahre, für Smartphones sieben Jahre. Maßgeblich ist, wann das letzte Modell dieser Baureihe auf den Markt kam. Es hat also nichts mit dem Kaufdatum zu tun. Das Reparaturrecht gilt unabhängig von der Gewährleistung und auch dann, wenn der Kunde den Schaden selbst verursacht hat. Für Neukäufe gilt die übliche zweijährige Frist, in der der Verkäufer für Mängel haftet. Verbraucher können nun zwischen Reparatur und Ersatz wählen. Für die Reparatur setzt das Gesetz einen Anreiz: Dann verlängert sich der Haftungszeitraum des Verkäufers um ein Jahr. Wenn sich ein gerät nicht reparieren lässt, begründet das einen Sachmangel. Dann können Verbraucherinnen und Verbraucher Gewährleistungsrechte geltend machen. Der neue Rechtsanspruch gilt unter anderem für Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler, Kühlgeräte, Fernseher und Monitore sowie Smartphones und Tablets. Für diese Produkte müssen Ersatzteile verfügbar sein. Für einige weitere Dinge wie Staubsauger oder bestimmte Akkus gelten zwar Reparaturrechte, laut Verbraucherzentrale gibt es dafür aber noch keine explizite Verpflichtung der Hersteller, die Ersatzteile vorzuhalten. Wie lange Ersatzteile verfügbar sein müssen, hängt vom Gerät ab. Für Waschmaschinen sind es zehn Jahre, für Smartphones sieben Jahre. Maßgeblich ist, wann das letzte Modell dieser Baureihe auf den Markt kam. Es hat also nichts mit dem Kaufdatum zu tun. Das Reparaturrecht gilt unabhängig von der Gewährleistung und auch dann, wenn der Kunde den Schaden selbst verursacht hat. Für Neukäufe gilt die übliche zweijährige Frist, in der der Verkäufer für Mängel haftet. Verbraucher können nun zwischen Reparatur und Ersatz wählen. Für die Reparatur setzt das Gesetz einen Anreiz: Dann verlängert sich der Haftungszeitraum des Verkäufers um ein Jahr. Wenn sich ein gerät nicht reparieren lässt, begründet das einen Sachmangel. Dann können Verbraucherinnen und Verbraucher Gewährleistungsrechte geltend machen. Luzia Geier Hoppermann: Landtagswahlen kein Risiko für Merz Die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann sieht in einem möglichen schlechten Abschneiden ihrer Partei bei den anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland keine Gefahr für die Kanzlerschaft von Friedrich Merz. Auf die Frage, ob er sich in diesem Fall halten könne, sagte Hoppermann der Funke Mediengruppe: „Das steht überhaupt nicht zur Debatte. Das sind auch völlig unterschiedlich gelagerte Wahlen.“ In Sachsen-Anhalt gehe es darum, eine gesichert rechtsextreme Partei von der Regierung abzuhalten. In Berlin gehe es darum, eine linksgeführte Landesregierung zu verhindern. In Mecklenburg-Vorpommern sei das Ziel der CDU, „die Partei der Mitte zu bleiben“. Merz sei dagegen in der Regierungsverantwortung für Gesamtdeutschland. „Daran ändert sich durch die Landtagswahlen nichts.“ Den Unvereinbarkeitsbeschluss zu AfD und Linke nannte Hoppermann „dringend erforderlich“. Er sei nicht beliebig, sondern die Folge politischer Werte und Positionen. „Die AfD steht inhaltlich und kulturell für alles das, wofür wir als Union nicht stehen. Und das Gleiche gilt auch für die Linkspartei.“ In Sachsen-Anhalt gehe es darum, eine gesichert rechtsextreme Partei von der Regierung abzuhalten. In Berlin gehe es darum, eine linksgeführte Landesregierung zu verhindern. In Mecklenburg-Vorpommern sei das Ziel der CDU, „die Partei der Mitte zu bleiben“. Merz sei dagegen in der Regierungsverantwortung für Gesamtdeutschland. „Daran ändert sich durch die Landtagswahlen nichts.“ Den Unvereinbarkeitsbeschluss zu AfD und Linke nannte Hoppermann „dringend erforderlich“. Er sei nicht beliebig, sondern die Folge politischer Werte und Positionen. „Die AfD steht inhaltlich und kulturell für alles das, wofür wir als Union nicht stehen. Und das Gleiche gilt auch für die Linkspartei.“ Luzia Geier CDA-Vorsitzender stellt sich hinter Ost-Ministerpräsidenten Der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, unterstützt die Kritik der Ministerpräsidenten aus dem Osten an der geplanten Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. „Wer 45 Jahre gearbeitet, Verantwortung übernommen und seinen Beitrag geleistet hat, verdient Respekt und Verlässlichkeit“, sagte der CDA-Vorsitzende dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Niemand darf das Gefühl haben, dass seine Lebensleistung unter die Räder kommt.“  Deshalb sei der Vorstoß der Ministerpräsidenten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Michael Kretschmer, Sven Schulze und Mario Voigt (alle CDU), wichtig. „Sie machen zu Recht deutlich, dass Politik die Lebensrealität der Menschen ernst nehmen muss“, betonte Radtke. „Notwendige Reformen müssen fair und sozial ausgewogen gestaltet werden – sonst verspielen wir das Vertrauen derjenigen, die dieses Land über Jahrzehnte getragen haben.“ Deshalb sei der Vorstoß der Ministerpräsidenten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Michael Kretschmer, Sven Schulze und Mario Voigt (alle CDU), wichtig. „Sie machen zu Recht deutlich, dass Politik die Lebensrealität der Menschen ernst nehmen muss“, betonte Radtke. „Notwendige Reformen müssen fair und sozial ausgewogen gestaltet werden – sonst verspielen wir das Vertrauen derjenigen, die dieses Land über Jahrzehnte getragen haben.“ Luzia Geier Reiche drängt auf weitere Reformen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche drängt auf weitere Reformen, um die deutsche Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. „Wir müssen das Reformpaket, was vor dem Sommer beschlossen wurde, unbedingt umsetzen. Das ist ein erster Anfang“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur: „Reicht dies für die Zukunft aus? Nein, wenn wir zu selbsttragendem Wachstum kommen wollen.“ Die Lohnnebenkosten müssten perspektivisch gesenkt werden, sagte Reiche. „Mit dem Rentenpaket wird es gelingen, zumindest den Anstieg zu verringern. Auf der anderen Seite gibt es erstmal einen Anstieg, wenn wir den Einstieg in die private kapitalgedeckte Altersvorsorge vollziehen. Ein richtiger Schritt, aber auch der wird erst kosten.“Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) Die geplante Einkommensteuerreform glätte die sogenannte kalte Progression ein wenig, belaste aber auch Leistungsträger. „Es gibt große Mittelständler in unserem Land, wo über die Hälfte der Belegschaft, die aus Ingenieuren, aus Technikern besteht, Spitzenverdiener sind, und die werden durch die Reform eher belastet.“ Luzia Geier Kretschmer bekräftigt: keine Zusammenarbeit mit der AfD Nach Kritik an seiner Äußerung zur Brandmauer hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer seine grundsätzliche Ablehnung der AfD bekräftigt. „Es wird und kann mit der AfD als gesichert rechtsextremer Partei keine Koalition oder Zusammenarbeit geben“, sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Aber natürlich haben AfD-Abgeordnete parlamentarische Rechte.“ Sie könnten Anträge stellen und einige stünden Ausschüssen im Landtag vor. „Es wird jeden Tag mit ihnen gesprochen und gerungen.“ Kretschmer hatte jüngst mit einer Interview-Äußerung im Handelsblatt eine Debatte ausgelöst. „Wer noch über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wir müssen mit jedem reden, der reden will“, sagte er der Zeitung. Kretschmer hatte jüngst mit einer Interview-Äußerung im Handelsblatt eine Debatte ausgelöst. „Wer noch über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wir müssen mit jedem reden, der reden will“, sagte er der Zeitung. „Ich erlebe eine naive Hoffnung, dass diese Entwicklung einfach so wieder verschwindet. Gerade in den westdeutschen Bundesländern glauben viele, das sei nicht ihr Problem. Dabei ist die Realität doch längst auch dort angekommen.“Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) Der Begriff Brandmauer steht für die Haltung, nicht mit der AfD zu kooperieren. Der Begriff nutze der AfD mehr, als er ihr schade, bekräftigte Sachsens Regierungschef Kretschmer. „Das wollte ich mit diesem Satz verdeutlichen.“ Er kritisierte: Es werde viel mehr über den Umgang mit der AfD gesprochen statt darüber, warum sie gewählt wird. Es brauche ein gemeinsames Verständnis dafür, was die Gründe für die Frustration sind.  Luzia Geier SPD-Politiker Fechner: Fünf-Prozent-Hürde schafft Stabilität Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, hat Forderungen nach einer Senkung der Fünf-Prozent-Hürde bei Wahlen zurückgewiesen. „Die Fünf-Prozent-Hürde hat sich bewährt“, sagte Fechner der Rheinischen Post. Die Sperrklausel schaffe Stabilität und erleichtere die Regierungsbildung. „Die Abschaffung oder Herabsenkung würde die Regierungsbildung erheblich erschweren. Denn je mehr Parteien an einer Regierung beteiligt sind, desto schwieriger ist die Kompromissfindung“, sagte der SPD-Politiker. „Es ist sinnvoll, dass nur Parteien in Parlamenten mitgestalten, die einen gewissen Rückhalt in der Bevölkerung haben, und das ist bei Kleinstparteien, die nur drei Prozent holen, nicht der Fall.“ Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hatte eine Absenkung der Sperrklausel auf drei Prozent angeregt. Fechners Parteikollege, Sachsen-Anhalts SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann, zeigte sich dafür offen. Widerstand kam aus der Union, unter anderem vom Vizevorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Günter Krings. Eine Senkung der Hürde bedürfte im Bund einer Änderung des Bundeswahlgesetzes. Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hatte eine Absenkung der Sperrklausel auf drei Prozent angeregt. Fechners Parteikollege, Sachsen-Anhalts SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann, zeigte sich dafür offen. Widerstand kam aus der Union, unter anderem vom Vizevorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Günter Krings. Eine Senkung der Hürde bedürfte im Bund einer Änderung des Bundeswahlgesetzes. Weidel für Abschaffung der Fünf Prozent-Hürde bei Wahlen AfD-Chefin Alice Weidel befürwortet eine Streichung der Fünf-Prozent-Hürde bei Bundestags- und Landtagswahlen.  „Grundsätzlich ist es ein gravierender Mangel und eine Verzerrung des demokratischen Wettbewerbs, wenn große Anteile der Wählerstimmen durch eine Sperrklausel faktisch entwertet werden und das Prinzip der Wahlrechtsgleichheit dadurch ausgehebelt wird.“Alice Weidel, Vorsitzende der AfD im "Tagesspiegel" Auch eine Absenkung auf eine Drei-Prozent-Hürde hält die AfD-Partei- und -Fraktionsvorsitzende nicht für zielführend. „Ehrlicher“ wäre es, die Sperrklausel „gleich ganz abzuschaffen“, sagte sie. Sachsen-Anhalts SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann und der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hatten sich für eine Senkung der Hürde ausgesprochen. Ein solcher Schritt bedürfte im Bund einer Änderung des Grundgesetzes, wofür im Bundestag eine Zweidrittelmehrheit nötig wäre. Sachsen-Anhalts SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann und der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hatten sich für eine Senkung der Hürde ausgesprochen. Ein solcher Schritt bedürfte im Bund einer Änderung des Grundgesetzes, wofür im Bundestag eine Zweidrittelmehrheit nötig wäre. Luzia Geier Bundesregierung will Gästehaus aus Kostengründen aufgeben Die Bundesregierung setzt künftig nicht mehr auf ein einziges Gästehaus für Empfänge und Kabinettsklausuren. Damit geht die Zeit von Schloss Meseberg als Gästehaus der Bundesregierung zu Ende - der Nutzungsvertrag mit der Messerschmitt-Stiftung läuft im Februar 2027 aus. „Künftig sollen hochrangige Veranstaltungsformate an verschiedenen, dem Anlass angemessenen Veranstaltungsorten oder auch in dem voraussichtlich 2028 fertiggestellten Veranstaltungsbereich im Erweiterungsbau des Bundeskanzleramtes durchgeführt werden“, sagte eine Regierungssprecherin der Deutschen Presse-Agentur.  Das Barockschloss Meseberg im Landkreis Oberhavel in Brandenburg war seit 2007 Ort für Empfänge von Staatsgästen sowie für Kabinettsklausuren. Die Regierungssprecherin verwies für das Vertragsende auf finanzielle Gründe. „Die Kosten für einmalige Anmietungen externer Veranstaltungsorte werden deutlich unter den Gesamtkosten liegen, die bisher jährlich für Schloss Meseberg angefallen sind“, sagte sie. Auf die Frage, ob die Bundesregierung Schloss Meseberg auch künftig in irgendeiner Form unterstützen werde, antwortete sie, dass dies nicht vorgesehen sei. Luzia Geier Wahlhürde von fünf Prozent senken? - Nein aus Union Der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Günter Krings, weist Forderungen nach einer Senkung der Fünf-Prozent-Hürde bei Wahlen zurück. „Wir sollten die Finger davon lassen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Gerade in unseren Zeiten brauchen wir mehr und nicht weniger Stabilität in der parlamentarischen Arbeit. Durch ein Absenken der bewährten Fünf-Prozent-Hürde würden ohnehin schon schwierige Regierungsbildungen noch schwerer werden. Außerdem könnte das ein Anreiz für Parteiabspaltungen und Parteineugründungen sein.“Günter Krings (CDU) Sachsen-Anhalts SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann und der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hatten sich für eine Senkung ausgesprochen. Dies bedürfte im Bund einer Änderung des Grundgesetzes, wofür im Bundestag eine Zweidrittelmehrheit nötig wäre. Die Linke im Bundestag unterstützt Papiers Vorschlag: „An uns würde eine Wahlrechtsänderung, die sich an seinem Vorschlag orientiert, nicht scheitern“, sagte die Parlamentsgeschäftsführerin Ina Latendorf der Rheinischen Post. „Es ist kritisch zu sehen, dass durch die Fünf-Prozent-Hürde viele Wählerstimmen am Ende unberücksichtigt bleiben. Der Wählerwille wird dadurch nicht bestmöglich repräsentiert, was in einer Demokratie aber das Ziel sein sollte.“ Willingmann unterstützte Papier vor dem Hintergrund der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Für die SPD könnte es knapp werden: Sie kam in einer Umfrage zuletzt auf 5 Prozent. Grüne, FDP und BSW liegen mit 4 Prozent unter der Hürde für den Einzug ins Parlament. FDP-Spitzenkandidatin Lydia Hüskens sprach sich allerdings gegen eine Senkung der Hürde aus. Die Linke im Bundestag unterstützt Papiers Vorschlag: „An uns würde eine Wahlrechtsänderung, die sich an seinem Vorschlag orientiert, nicht scheitern“, sagte die Parlamentsgeschäftsführerin Ina Latendorf der Rheinischen Post. „Es ist kritisch zu sehen, dass durch die Fünf-Prozent-Hürde viele Wählerstimmen am Ende unberücksichtigt bleiben. Der Wählerwille wird dadurch nicht bestmöglich repräsentiert, was in einer Demokratie aber das Ziel sein sollte.“ Willingmann unterstützte Papier vor dem Hintergrund der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Für die SPD könnte es knapp werden: Sie kam in einer Umfrage zuletzt auf 5 Prozent. Grüne, FDP und BSW liegen mit 4 Prozent unter der Hürde für den Einzug ins Parlament. FDP-Spitzenkandidatin Lydia Hüskens sprach sich allerdings gegen eine Senkung der Hürde aus. Linnemann übernimmt Amt von Warken: Gesundheitssystem eine „Dauerbaustelle“ Der neue Gesundheitsminister Carsten Linnemann hat bei der Amtsübernahme von Nina Warken (beide CDU) seinen vollen Einsatz für ein effizientes Gesundheitswesen angekündigt. An Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums gewandt sagte er: „Mit der Expertise (...) kann man ein Gesundheitssystem, was mit zu den teuersten weltweit gehört, besser machen, effizienter machen, ja, vielleicht auch gerechter machen und leistungsfähiger.“ Linnemann beschrieb sich der Ministeriumsbelegschaft als „Teamplayer“, lobte die Leistungen und den Geist des Hauses und sagte: „Deswegen möchte ich mich dafür bedanken, dass ich Kollege von Ihnen sein darf.“ Bei der bereits angekündigten Pflegereform komm es darauf an, dass die „Alltagshelden“, die fast fünf Millionen Menschen zu Hause pflegen, nicht vor den Kopf gestoßen würden. Zuvor übergab Warken die Amtsgeschäfte an Linnemann und bilanzierte ihre Gesetze. Sie schenkte ihm einen Werkzeugkasten, weil das Gesundheitssystem „eine Dauerbaustelle“ sei und er als Minister nun viele Werkzeuge zur Gestaltung in der Hand habe. Sie bescheinigte Linnemann die Kenntnisse und Tatkraft, seine künftigen Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen. Linnemann beschrieb sich der Ministeriumsbelegschaft als „Teamplayer“, lobte die Leistungen und den Geist des Hauses und sagte: „Deswegen möchte ich mich dafür bedanken, dass ich Kollege von Ihnen sein darf.“ Bei der bereits angekündigten Pflegereform komm es darauf an, dass die „Alltagshelden“, die fast fünf Millionen Menschen zu Hause pflegen, nicht vor den Kopf gestoßen würden. Zuvor übergab Warken die Amtsgeschäfte an Linnemann und bilanzierte ihre Gesetze. Sie schenkte ihm einen Werkzeugkasten, weil das Gesundheitssystem „eine Dauerbaustelle“ sei und er als Minister nun viele Werkzeuge zur Gestaltung in der Hand habe. Sie bescheinigte Linnemann die Kenntnisse und Tatkraft, seine künftigen Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen. Der neue Gesundheitsminister Carsten Linnemann bei der Amtsübernahme von Nina Warken (beide CDU) . Xander Heinl/Bundesministerium f Merz kündigt Ende der Personalveränderungen an Bundeskanzler Friedrich Merz plant über noch notwendige Nachbesetzungen in Bundesregierung und Partei hinaus keine weiteren Änderungen. Das sagte der CDU-Chef nach einer Sondersitzung der Unionsfraktion. Die jetzige Aufstellung in der Regierung sei die richtige, um die Herausforderungen der nächsten zweieinhalb Jahre gemeinsam zu bewältigen. Insofern gebe es aus seiner Sicht keinerlei Überlegungen, weitere Personalveränderungen vorzunehmen. Merz hatte den Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn für eine Kabinettsumbildung genutzt. Vor allem die Art und Weise der Entlassung von Verkehrsminister Patrick Schnieder hat für viel Unmut in der CDU gesorgt. Merz sucht noch nach einer neuen Staatsministerin für Sport im Kanzleramt. Wer es wird, gilt als offen. Die CDU muss nach der Beförderung von Franziska Hoppermann zur Generalsekretärin ihren bisherigen Schatzmeister-Posten neu besetzen. Die Fraktion benötigt nach dem Wechsel von Steffen Bilger, der neuer Verkehrsminister geworden ist, einen neuen Parlamentarischen Geschäftsführer. Merz hatte den Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn für eine Kabinettsumbildung genutzt. Vor allem die Art und Weise der Entlassung von Verkehrsminister Patrick Schnieder hat für viel Unmut in der CDU gesorgt. Merz sucht noch nach einer neuen Staatsministerin für Sport im Kanzleramt. Wer es wird, gilt als offen. Die CDU muss nach der Beförderung von Franziska Hoppermann zur Generalsekretärin ihren bisherigen Schatzmeister-Posten neu besetzen. Die Fraktion benötigt nach dem Wechsel von Steffen Bilger, der neuer Verkehrsminister geworden ist, einen neuen Parlamentarischen Geschäftsführer. Fraktionschef Frei: „Werte das klare Votum als Rückendeckung“ Der neugewählte Fraktionschef der CDU/CSU-Fraktion, Thorsten Frei, ist zufrieden mit der deutlichen Mehrheit seiner Kollegen. „Ich werte das klare Votum der Fraktion als Vertrauensbeweis und auch als Rückenstärkung“, sagte der 52-Jährige bei einer Pressekonferenz nach seiner Wahl in Berlin. Für ihn stehe ein Rollenwechsel an, er wolle der Fraktion eine „eigene selbstbewusste Stimme“ geben. Am Ende gehe es nicht um die Personalien, sondern um das Land und die Menschen: „Wir haben nicht die Zufriedenheit der Bevölkerung, die wir uns wünschen“. Nur dann werde das Vertrauen wiedergewonnen werden, wenn das Leben der einzelnen Menschen verbessert würde: Frei nannte unter anderem die Themen Pflege, Rente, Steuern, Arbeitsmarkt oder Bürokratieabbau. Thorsten Frei (CDU), neuer Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag bei der Pressekonferenz nach der Wahl in Berlin. Sebastian Gollnow/dpa Sondersitzung der Unionsfraktion im Plenarsaal Eigentlich machen die Abgeordneten gerade Pause, es sind sitzungsfreie Wochen, und im Reichstagsgebäude wird einiges umgebaut. Auf einem oberen Stockwerk liegen Spanplatten auf dem Boden, Europaletten liegen da, unverbaute Rohre und Stäbe. An der Kuppel zum Plenarsaal sind Sichtschutzläden angebracht, durch kleine Spalten sieht man die Unionsfraktion einsam im großen Saal tagen. Dorthin musste die Fraktion ausweichen für ihre Sondersitzung. Kanzler Friedrich Merz baut gerade sein Kabinett und die Fraktionsspitze um, und hat die 208 Unionsabgeordneten deshalb zum Dienst einbestellt. Nach dem Rücktritt ihres Vorsitzenden Jens Spahn wegen der Leihmutteraffäre, soll die Fraktion nun ihren neuen Chef wählen: Thorsten Frei. Interimsweise leitet Alexander Hoffmann die Sitzung. Frei wurde erst am Mittag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aus seinem Amt als Kanzleramtschef entlassen, der extra dafür seinen Urlaub verschoben hatte. Nach der Wahl dürfen wohl auch die Fraktionsspitze, die Unionsabgeordneten und der Kanzler Urlaub machen. Kanzler Friedrich Merz baut gerade sein Kabinett und die Fraktionsspitze um, und hat die 208 Unionsabgeordneten deshalb zum Dienst einbestellt. Nach dem Rücktritt ihres Vorsitzenden Jens Spahn wegen der Leihmutteraffäre, soll die Fraktion nun ihren neuen Chef wählen: Thorsten Frei. Interimsweise leitet Alexander Hoffmann die Sitzung. Frei wurde erst am Mittag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aus seinem Amt als Kanzleramtschef entlassen, der extra dafür seinen Urlaub verschoben hatte. Nach der Wahl dürfen wohl auch die Fraktionsspitze, die Unionsabgeordneten und der Kanzler Urlaub machen. Thorsten Frei auf dem Weg zur Sondersitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, wo er zum neuen Fraktionschef gewählt werden soll. Sebastian Gollnow/dpa Unionsfraktion wählt Thorsten Frei zum neuen Vorsitzenden Der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei ist neuer Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag. Die Abgeordneten von CDU und CSU wählten den 52-jährigen CDU-Politiker in einer Sondersitzung mit 91,9 Prozent zum Nachfolger des vor eineinhalb Wochen zurückgetretenen Jens Spahn, wie die Deutsche Presse-Agentur und Reuters aus Teilnehmerkreisen erfuhren.  Anders als von einigen in der Union erwartet, spiegelt sich die Unzufriedenheit in der Union mit der Personalrochade von Kanzler Friedrich Merz nicht im Wahlergebnis von Frei wider. Mehr als 90 Prozent – Enthaltungen werden bei der Union nicht mitgezählt – gilt als gutes Ergebnis, auch wenn eine so große Zustimmung bei der Union alles andere als ungewöhnlich ist. In der Regel haben die Fraktionschefs der Union bei ihrer ersten Wahl mehr als 90 Prozent erhalten, soweit es sich nicht um Kampfabstimmungen handelte. Der bisherige Kanzleramtschef ist Nachfolger des zurückgetretenen Jens Spahn. Frei hatte zuvor seine Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht bekommen. Insgesamt hat Merz in den vergangenen eineinhalb Wochen seit Spahns Rücktritt acht Personalwechsel in Regierung, Partei und Fraktion vorgenommen. Anders als von einigen in der Union erwartet, spiegelt sich die Unzufriedenheit in der Union mit der Personalrochade von Kanzler Friedrich Merz nicht im Wahlergebnis von Frei wider. Mehr als 90 Prozent – Enthaltungen werden bei der Union nicht mitgezählt – gilt als gutes Ergebnis, auch wenn eine so große Zustimmung bei der Union alles andere als ungewöhnlich ist. In der Regel haben die Fraktionschefs der Union bei ihrer ersten Wahl mehr als 90 Prozent erhalten, soweit es sich nicht um Kampfabstimmungen handelte. Der bisherige Kanzleramtschef ist Nachfolger des zurückgetretenen Jens Spahn. Frei hatte zuvor seine Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht bekommen. Insgesamt hat Merz in den vergangenen eineinhalb Wochen seit Spahns Rücktritt acht Personalwechsel in Regierung, Partei und Fraktion vorgenommen. Amtsübergabe im Verkehrsministerium: Bilger hält erste Rede als Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat in einer feierlichen Zeremonie die Amtsgeschäfte im Bundesverkehrsministerium von seinem Vorgänger Patrick Schnieder (CDU) übergeben bekommen. Bei seiner ersten Rede sagte er, es fühle sich „wie nach Hause kommen an“, von März 2018 bis Dezember 2021 war er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Verkehrspolitik sei lange sein Schwerpunktthema gewesen, sagte Bilger. Zuletzt hatte er als Erster Parlamentarischer Geschäftsführer die Organisation der Unionsfraktion übernommen. Sein Anspruch an Verkehrspolitik sei, dass sie für die Menschen funktioniere. Für die, die morgens pünktlich zur Arbeit müssten, für die Wirtschaft, die eine verlässliche Infrastruktur brauche, für Familien, die in den Urlaub fliegen wollten. „Ich fühle mich verpflichtet, Mobilität und Infrastruktur mit Klima- und Umweltschutz sowie den Bedürfnissen der Menschen in Einklang zu bringen“, sagte er. Dafür müssten „weitreichende Entscheidungen“ getroffen werden, er sei dazu bereit. Menschen erwarteten keine ideologischen Debatten. „Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, den Menschen vorzuschreiben, wie sie unterwegs zu sein haben“, sagte er. Bei seiner ersten Rede sagte er, es fühle sich „wie nach Hause kommen an“, von März 2018 bis Dezember 2021 war er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Verkehrspolitik sei lange sein Schwerpunktthema gewesen, sagte Bilger. Zuletzt hatte er als Erster Parlamentarischer Geschäftsführer die Organisation der Unionsfraktion übernommen. Sein Anspruch an Verkehrspolitik sei, dass sie für die Menschen funktioniere. Für die, die morgens pünktlich zur Arbeit müssten, für die Wirtschaft, die eine verlässliche Infrastruktur brauche, für Familien, die in den Urlaub fliegen wollten. „Ich fühle mich verpflichtet, Mobilität und Infrastruktur mit Klima- und Umweltschutz sowie den Bedürfnissen der Menschen in Einklang zu bringen“, sagte er. Dafür müssten „weitreichende Entscheidungen“ getroffen werden, er sei dazu bereit. Menschen erwarteten keine ideologischen Debatten. „Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, den Menschen vorzuschreiben, wie sie unterwegs zu sein haben“, sagte er. Patrick Schnieder (links), scheidender Verkehrsminister, und Steffen Bilger, sein Amtsnachfolger. Christoph Soeder/dpa Schnieder wurde während seiner Abschiedsrede emotional. Es sei eine „Ehre“ gewesen, das Ministerium zu führen, mehr noch: „Es war eine große Freude.“ Schnieder sagte, er habe die Vielfältigkeit der Themen im Haus geschätzt, „begeistert“ sei er aber von dem Team und den Menschen gewesen. Er wünsche seinem Nachfolger „viel Freude und Spaß“. Das meine er „ganz ernst“. Nach seiner Rede gab es minutenlangen Applaus und Standing Ovations seiner früheren Mitarbeiter.  Kanzler Friedrich Merz hatte Schnieder am vergangenen Donnerstag mitgeteilt, dass er plane, ihn zu entlassen. Schnieder war ihm dann zuvorgekommen und hatte am Sonntag um seine Entlassung gebeten. Der Landesverband Rheinland-Pfalz, aus dem Schnieder stammt, hat empört auf die Entlassung reagiert. Auch andere Parteifreunde hatten ihr Unverständnis im Umgang mit Schnieder ausgedrückt.

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31. Juli
Der Spiegel (Politik)

News: Verbraucher, Recht auf Repatarur, Deutscher Bundestag, Frauen-Ausgabe der Tour de France

Die Lage am Morgen Was bringt das Recht auf Reparatur? Welche neuen Rechte Verbraucher bekommen. Was das Phantom des Deutschen Bundestags zu sagen hat. Warum die Tour de France noch einmal startet. Deutschland in der Werkstatt Sie kennen das: Man kauft ein Mobiltelefon, einen Saugroboter oder eine Waschmaschine – mitunter in dieser Reihenfolge – und kaum ist die Garantie abgelaufen, beginnen die Geräte zu spinnen – natürlich in dieser Reihenfolge. Ersatzteile sind rar, das Modell ausgemustert, eine Reparatur teuer. Am Ende kaufen Sie erneut ein Mobiltelefon, einen Saugroboter und eine Waschmaschine – in dieser Reihenfolge. Techniker bei der Reparatur eines Smartphones Foto: Christian Charisius / picture alliance / dpaDamit soll Schluss sein. Ab August greift in Deutschland das neue EU-Recht auf Reparatur (mehr hier ). Die Bundesregierung will Elektroschrott reduzieren und teure Neuanschaffungen vermeiden. Löblich, nutzt es doch der Umwelt und dem Portemonnaie. Lassen die Kunden kaputte Ware innerhalb der zweijährigen Gewährleistung reparieren, statt ein Austauschgerät zu wählen, erhalten sie künftig zwölf Monate Extragarantie. Die Hersteller müssen zudem länger Ersatzteile vorhalten. Aber wird Deutschland damit schon zur Reparatur-Republik? Meine Kollegin Maria Marquart ist skeptisch: Nachbarländer wie Frankreich etwa lassen die Hersteller in einen Fonds einzahlen, der Reparatur-Boni an Kunden ausschüttet. Auf dem Papier klinge der Plan der Bundesregierung »nach einem Durchbruch«, schreibt Maria. »In der Praxis gibt es jedoch Zweifel, ob der Wandel gelingt.« Klingt fast so, als müsste das neue Gesetz, kaum auf dem Markt, noch einmal in die Werkstatt. - Die ganze Geschichte hier: Kann Deutschland zur Reparatur-Republik werden? Treffen mit einem Phantom 630 Mitglieder hat der Deutsche Bundestag. Manche davon trifft man dauernd. Andere sind eher sporadisch in Berlin. Und dann gibt es Sieghard Knodel (mehr hier ). Abgeordneter Knodel Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa / picture allianceKeiner fehlt so oft wie er. Von den 68 Abstimmungen der laufenden Legislatur hat Knodel 59 verpasst. Er war an mehr als der Hälfte der Sitzungstage nicht anwesend. Im Parlamentsviertel nennen sie den ehemaligen AfD-Politiker: das Phantom. Dennoch streicht Knodel monatlich fast 12.000 Euro ein (mehr hier ). Der inzwischen fraktionslose Abgeordnete sei das Gegenteil eines guten Volksvertreters, schreibt unsere Korrespondentin Christine Keck. Natürlich verabscheut er, ganz AfD-Schule, die freie Presse. Stimmte einem Treffen aber schließlich doch zu. Schlechtes Gewissen? »Ich habe als Unternehmer so viele Steuern bezahlt, da ist es nur fair, wenn der Staat mir wieder etwas zurückgibt«, so Knodel. Der 65-Jährige ist eigentlich ein Schaffer: Landmaschinenmechanikermeister von der Schwäbischen Alb. Einer, der nie in den Urlaub fuhr, weil die eigene Firma immer vorging. Idealer Kandidat, dachten sie in der AfD. »Faulenzer«, »Sozialschmarotzer«, »Totalausfall« schimpfen sie heute im Netz. In seiner alten Partei fordern sie, er solle sein Mandat zurückgeben. Daran denkt Knodel keine Sekunde: »So dreckig wie ich behandelt wurde, tue ich denen den Gefallen nicht.« - Die ganze Geschichte hier: Sie nennen ihn das Phantom des Bundestags. Wer ist der arbeitsscheue Ex-AfD-Mann? Frauen auf dem Rennrad Am vergangenen Sonntag ging die 113. Tour de France zu Ende. Erster wurde der Slowene Tadej Pogačar – zum fünften Mal seit 2020 (mehr hier ). Spannender dürfte es ab Samstag bei den Frauen werden. Dann startet in Lausanne die Tour de France Femme. Tour de France-Sieger Canins (l.) und Bernard Hinault 1985 Foto: AFPOffiziell geht das Frauenradrennen in seine fünfte Auflage. Tatsächlich hatte sich bereits in den Achtzigerjahren eine weibliche Tour-Serie etabliert. Immer vorne dabei: die Südtirolerin Maria Canins. Zweimal gewann sie die Rennserie. 1989 war schon wieder Schluss, offiziell aus Mangel an Sponsorengeldern. Mein Kollege Benjamin Knaack hat Canins, heute 76, getroffen – für ein Gespräch über männlichen Neid, unfaire Preisgelder und verschenkte Jahrzehnte. Canins war schon Mutter und mehrfache italienische Meisterin im Skilanglauf, bevor sie mit 32 zum Radsport wechselte. 14 Jahre lang fuhr »das fliegende Mütterchen«, so ihr Spitzname damals, im Profi-Radsport vorne mit, wurde mit 50 auch noch Weltmeisterin im Wintertriathlon. Für Canins steckt darin viel mehr als sportlicher Ehrgeiz: »Auch eine Mama kann erfolgreich Rad fahren – und nicht nur auf die Kinder aufpassen, Teller abwaschen und putzen.« - Das ganze Gespräch lesen Sie hier: Die faszinierende Geschichte des »fliegenden Mütterchens« Hier geht’s zum aktuellen Tagesquiz Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games. Gewinner des Tages… Bildungsministerin Prien Foto:Janine Schmitz / photothek / IMAGO ...sind alle Grundschulkinder, beziehungsweise ihre Familien. Ab dem 1. August haben Erstklässler einen Rechtsanspruch auf bis zu acht Stunden Betreuung pro Tag. Bis zum Schuljahr 2029/30 wird dieser schrittweise bis Klasse vier ausgeweitet. So hatte man es 2021 den coronageplagten Familien versprochen. Im Ganztag liege »eine große Chance, um Kinder unabhängig vom Hintergrund ihrer Eltern zum Bildungserfolg zu führen«, so Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Es gehe darum, »die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – vor allem für Mütter – zu verbessern«. Bleibt zu hoffen, dass das nicht nur in einigen wenigen Schulen klappt, sondern deutschlandweit. Nach Zahlen des Ministeriums fehlen noch rund 150.000 Betreuungsplätze (mehr hier), vor allem in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Die jüngsten Meldungen aus der Nacht - Trumps Wunschminister für Justiz droht durchzufallen: Senatoren seiner eigenen Partei rebellieren. Deshalb erwägt der US-Präsident, Todd Blanche als Kandidaten für das Justizministerium zurückzuziehen – und auf Zeit zu spielen. Das wäre ein riskanter Schritt. - Trump verkündet Vereinbarung zur »vollständigen Entwaffnung« der Hamas: Der sogenannte Friedensrat soll ausgehandelt haben, dass die Hamas in Gaza ihre Waffen abgibt. Der US-Präsident spricht von einem »Meilenstein«. Die Miliz selbst hält sich bisher bedeckt. - Nächster Verband stellt sich gegen Fifa-Plan: Gianni Infantino handelt sich mit seinen Plänen zum Teilverkauf der Fußball-WM weiter Kritik ein. Nach Boykottdrohungen der Uefa stellt sich nun auch der nord- und mittelamerikanische Verband Concacaf gegen ihn. Heute bei SPIEGEL Extra: Dieses Restaurant hat eine Ozempic-Speisekarte. Ist das etwa die Zukunft? Stephen Voss / DER SPIEGEL Wer die Abnehmspritze nimmt, verliert den Appetit, nicht die Lust aufs Essengehen. Ein Restaurant in Washington serviert nun spezielle Gerichte. Mein Kollege Philipp Kollenbroich hat es ausprobiert . Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag. Ihr Simon Book, US-Korrespondent des SPIEGEL

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30. Juli
Tagesschau

Recht auf Reparatur: Neue Pflichten für Händler und Verkäufer

Recht auf Reparatur Neue Pflichten für Händler und Verkäufer Das neue Recht auf Reparatur tritt heute in Kraft. Hersteller müssen Elektrogeräte reparaturfreundlicher machen und Ersatzteile bereitstellen. Doch die neuen Regeln gelten nicht für alle Geräte. Mit der neuen Verordnung müssen Verbraucher ab dem 31. Juli bei einer Rückgabe von einem defekten Gerät innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistungszeit auf das Recht hingewiesen werden, dass sie alternativ zu einem Geräteaustausch ein defektes Elektrogerät auch reparieren lassen können, sofern die Kosten für die Reparatur nicht die Kosten für einen Austausch übersteigen. Regeln gelten überwiegend für große Haushaltsgeräte Neu ist: Verkäufer müssen ein Reparaturangebot durch den Hersteller nun auch nach Ablauf der Gewährleistung anbieten. Bei Geräten, die innerhalb der Gewährleistungszeit instand gesetzt werden, verlängert sich diese um ein Jahr. Auch müssen Hersteller Ersatzteile, Werkzeuge oder die nötigen Anleitungen für eine Reparatur zur Verfügung stellen. Darüber hinaus dürfen weder bauliche noch rechtliche Beschränkungen die Reparaturarbeiten behindern, ebenso wie die in den Geräten verwendete Software. Die Regelung gilt derzeit für vor allem für größere Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler und Trockner, Kühlgeräte oder kabelgebundene Staubsauger, ebenso für E-Bikes und E-Scooter. Auch Geräte mit elektronischen Displays wie Fernseher, Tablets oder Smartphones fallen unter das neue Recht, Laptops hingegen noch nicht. Kleinere Haushaltsgeräte wie Kaffeeautomaten, Bügeleisen oder Digitalkameras sind derzeit ebenfalls nicht durch die neue Regelung abgedeckt. Allerdings soll die Richtlinie nach und nach um weitere Produkte ergänzt werden. Recht auf Reparatur soll auch für ältere Geräte gelten Verbraucher sollen das Recht auf Reparatur viele Jahre lang geltend machen können, auch wenn die betroffenen Geräte nicht mehr hergestellt werden. So müssen beispielsweise Ersatzteile bei Waschmaschinen noch zehn Jahre nach Einstellung der Produktion erhältlich sein, bei Smartphones sieben Jahre. In einem zweiten Schritt, der im Februar 2027 umgesetzt werden soll, werden Hersteller von batteriebetrieben Geräten dazu verpflichtet, ausschließlich austauschbare Akkus in ihren Geräten zu verbauen. Durchbruch für Umwelt- und Verbraucherschützer Unterstützer einer nachhaltigeren Wirtschaft begrüßen die neue Gesetzgebung. Darunter auch der Sachbuchautor und ehemalige Direktor des Deutschen Museums Wolfgang Heckl: "Denken wir nur an den Elektroschrott, (...) wo die Kinder in Afrika die Müllhalden unter prekären Bedingungen durchsuchen müssen." Auch vergrößere man die Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffen, "wenn wir die Elektrogeräte einfach wegwerfen, anstatt sie zu reparieren". Tatsächlich werden nach EU-Angaben durch das vorzeitige Entsorgen von Konsumgütern in Europa jährlich 30 Millionen Tonnen Ressourcen unnötig verbraucht und 35 Millionen Tonnen Abfall verursacht. Zudem entstehen Verbrauchern pro Jahr Verluste in Höhe von etwa zwölf Milliarden Euro durch unnötige Neuanschaffungen. Industrie- und Handelskammer sieht neue Richtlinien kritisch Der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) gehen diese Maßnahmen zu weit. Zwar begrüße man grundsätzlich Nachhaltigkeit bei der Produktion. Allerdings käme mit der neuen Gesetzgebung auch ein für Hersteller und Händler kaum zu bewältigender Mehraufwand zu. Auch fürchte man beispielsweise eine Wettbewerbsverzerrung durch den Direktimport von Waren etwa aus China. Während deutsche Importeure das Recht auf Reparatur auch für Geräte wie Smartphones gewähren müssen, die nicht in der EU produziert werden, können über den Direktimport auch minderwertige, schwer oder gar nicht zu reparierende Geräte zu deutlich geringeren Preisen auf den deutschen Markt gelangen. EU hofft auf Wiederankurbelung des Reparaturmarktes "Es wird Wettbewerbsnachteile mit sich bringen, sofern wir uns in Deutschland und Europa an das geltende Recht halten, und andere aus Drittländern dieses Recht nicht einhalten", erklärt Dirk Binding von der DIHK. Neben Abfallvermeidung und dem Einsparen von Rohstoffen hofft die EU auch auf einen Aufschwung bei kleineren Reparaturwerkstätten und anderen Anbietern. Laut der Verordnung müssen Reparaturen nicht zwingend durch den Hersteller erfolgen. Produzenten sind sogar verpflichtet, dafür zu sorgen, dass auch Ersatzteile anderer Hersteller oder sogar selbstgebaute Teile für die Reparatur verwendet werden können.

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30. Juli
taz (Öko & Co)

Neue Regeln für Reparaturen: Reparieren ja – aber bitte nicht selbst

Neue Regeln für Reparaturen: Reparieren ja – aber bitte nicht selbst Verbraucher:innen haben künftig ein Recht auf Reparatur. Das schafft kaum Verbesserung für Menschen, die selbst reparieren wollen, kritisieren Verbände. Das neue Recht auf Reparatur lässt nach der Ansicht von Kritiker:innen einen zentralen Aspekt außen vor: die Möglichkeit, dass Menschen defekte Geräte selbst wieder instand setzen. „Die Eigenreparatur ist die günstige Form zu reparieren. Das müssen wir stärken und einen breiten Zugang zu Ersatzteilen und Informationen herstellen“, sagt Maximilian Voigt von der Open Knowledge Foundation Deutschland. Die Kritik des Verbandes: Die neuen Regeln würden den Zugang von Privatpersonen zu Ersatzteilen und technischen Informationen kaum verbessern. In einer Studie haben der runde Tisch „Reparatur“ und die Open Knowledge Foundation die Bereitschaft zum Selbstreparieren, die Markt- und die juristischen Rahmenbedingungen untersucht. Demnach sind viele Verbraucher:innen bereit und fühlen sich auch kompetent, die Reparatur von Geräten in Eigenregie anzugehen. Mehr als die Hälfte der 3.150 deutschlandweit Befragten gab demnach an, Produkte selbst zu reparieren. Die Produktgruppen, bei denen sich besonders viele eine Reparatur selbst zutrauen, sind Textilien und Möbel, darauf folgen kleine Haushaltsgeräte und Fahrräder. Die Autor:innen folgern: „Angesichts des Fachkräftemangels im Reparaturhandwerk und der häufig fehlenden Wirtschaftlichkeit gewerblicher Reparaturen – insbesondere bei preisgünstigen Produkten – spielt die Eigenreparatur eine zentrale Rolle für die Verlängerung der Produktlebensdauer.“ Verbände kritisieren „Zwei-Klassen-Reparaturgesellschaft“ Das Problem, so die Kritik der Verbände: Zwar werde mit der neuen Gesetzeslage für Reparaturbetriebe und -initiativen der Zugang zu Ersatzteilen und Reparaturinformationen verbessert. Für Verbraucher:innen sei der Zugang jedoch weiterhin schwer. Hintergrund seien Sicherheitsbedenken von Herstellern, Handwerk und Handel. „Die neuen Reparaturregeln drohen eine Zwei-Klassen-Reparaturgesellschaft zu zementieren“, kritisiert Voigt. Um die Argumentation der Wirtschaft zu überprüfen, haben die Autor:innen der Studie unter anderem bei Versicherungsverbänden nachgefragt, ob es als Folge von Eigenreparaturen Haftungsfälle gab, die sich negativ auf Hersteller ausgewirkt hätten. Das Ergebnis: Die gibt es nicht. Zudem wurde eine Kanzlei beauftragt, nach Gerichtsverfahren und Urteilen zu suchen, in denen es um Sach- oder Personenschäden im Rahmen der Eigenreparatur ging. Auch hier seien keine gefunden worden. Der runde Tisch „Reparatur“ und die Open Knowledge Foundation fordern daher, den Zugang von Verbraucher:innen zu Ersatzteilen und Reparaturinformationen zu öffnen. Die Gefahr, dass es zum Beispiel durch improvisierte Ersatzteile oder fehlende Sicherheitshinweise zu Unfällen komme, sei größer, als wenn die Verbraucher:innen an Informationen und Teile herankommen. Zwar könnten Privatpersonen über Repair-Cafés Zugang erhalten. Die seien jedoch zu wenig bekannt und gerade im ländlichen Raum kaum vorhanden. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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29. Juli
taz (Öko & Co)

EU-Recht auf Reparatur: „Reparaturkosten müssen runter“

EU-Recht auf Reparatur: „Reparaturkosten müssen runter“ Kaputte Geräte instandsetzen zu lassen, ist nicht allen möglich, sagt Katrin Meyer vom Verein Runden Tisch Reparatur – trotz neuem EU-Recht auf Reparatur. taz: Frau Meyer, Verbraucher:innen haben künftig ein Recht auf Reparatur. Demnach müssen Hersteller ihre Produkte zukünftig so bauen, dass sie sich reparieren lassen – und zwar zu einem „angemessenen“ Preis. Dafür haben Sie lange gekämpft – sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis? Katrin Meyer: Es ist besser als vorher, aber ganz am Ziel angekommen sind wir noch nicht. Es ist ja noch immer nicht so, dass jede Reparatur machbar wäre, und zwar auch ökonomisch sinnvoll machbar. Reparieren ist auch künftig noch nicht überall zugänglich und günstig. taz: Für wen ist es nicht zugänglich und günstig? ist Geschäftsführerin beim Runden Tisch Reparatur. Der Verein – getragen von Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden, gewerblich und ehrenamtlich Reparierenden – setzt sich dafür ein, dass Reparaturen wieder zu einem normalen Bestandteil des Wirtschaftslebens werden. Meyer: Für Verbraucher:innen, in deren Umgebung es keine guten Reparaturstrukturen gibt, also eine gute Mischung aus gewerblichen Dienstleistungen und ehrenamtlichen Angeboten. Das ist in vielen Gebieten nicht der Fall. Wenn die Nachfrage nach Reparaturen zunimmt – und das wünschen wir uns ja alle –, wird das zunehmend zum Problem werden. Zudem sind viele freie Reparaturwerkstätten Kleinstbetriebe, die häufig nur aus einer oder wenigen Personen bestehen. Geht der Meister oder die Meisterin in Rente, macht der Laden zu. Auch hier schlägt der Fachkräftemangel durch. taz: In meiner Umgebung gibt es zwar jede Menge Fachbetriebe, aber Lust zu reparieren haben die meiner Erfahrung nach nicht. Selbst die Miele-Vertragswerkstatt hat mir geraten, lieber was Neues zu kaufen! Meyer: Es muss sich für die Werkstätten natürlich auch lohnen. Es darf nicht sein, dass die Geräte so gebaut sind, dass selbst bei teuren Waschmaschinen oder Kühlschränken eine Reparatur zu aufwendig ist, weil der Mechaniker nicht an die kaputten Teile herankommt. Da liegt dann ein Fehler im System. Eigentlich sieht die Ökodesign-Richtlinie vor, dass Elektrogeräte so entworfen sind, dass Ersatzteile austauschbar sind. taz: Kann der Gesetzgeber das gegen die Unternehmen durchsetzen, die Geräte verkaufen – und nicht reparieren wollen? Meyer: Eigentlich gilt das für Großgeräte schon, die seit 2021 auf den Markt gekommen sind. Wenn die Anforderungen nicht ordentlich umgesetzt werden, muss das geprüft werden. Sicherlich ist es ein Problem, dass das neue Gesetz für ein Recht auf Reparatur keine Sanktionen vorsieht. Wenn Unternehmen gegen Vorgaben verstoßen, passiert ihnen nichts. taz: Wie lässt sich das lösen? Meyer: Mit einem starken, freien Reparaturmarkt. Unabhängige Werkstätten müssen sich beweisen können, und ihre Arbeit darf nicht behindert werden. Es ist ein guter Teil des Gesetzes, dass unabhängige Werkstätten nicht durch Hardware- oder Softwareblockaden ausgeschlossen werden dürfen. Das ist sehr wichtig, damit solche Werkstätten Geld verdienen können. taz: Sind Werkstätten, die an Hersteller gebunden sind, ein Problem? Meyer: Nein, sie spielen auch eine wichtige Rolle im Reparatur-Ökosystem, etwa in Garantiefällen. Es muss ein gutes Zusammenspiel geben, aus gebundenen und freien Werkstätten sowie ehrenamtlichen Strukturen, etwa Repaircafés. Dort finden die Reparaturen statt, die sich ökonomisch nicht lohnen. Während die Haushaltsgroßgeräte eher etwas für Fachbetriebe sind, könnte im Repaircafé zum Beispiel der Pürierstab repariert werden. Im besten Falle ergänzen sich alle und empfehlen sich gegenseitig. taz: Gehen Sie davon aus, dass Verbraucher:innen durch das neue Gesetz mehr reparieren lassen? Meyer: Das ist unsere Hoffnung, aber der Gesetzgeber muss noch an weiteren Stellschrauben drehen. Zu hohe Reparaturkosten sind häufig das Problem und müssen runter, zum Beispiel über eine Mehrwertsteuerreduzierung auf Reparaturdienstleistungen. Reparieren ist immer noch zu teuer im Verhältnis zum Neukauf eines Produkts. taz: Deshalb schreibt das Gesetz ja „angemessene Ersatzteilpreise“ vor. Was wird denn angemessen sein? Meyer: Das ist die Frage, was heißt das in der Praxis. Der Gesetzgeber konnte sich leider nicht entschließen, die Formulierung zu konkretisieren. ‚Angemessen‘ aus Verbrauchersicht bedeutet sicher etwas anderes als aus Herstellersicht. Am Ende müssen die Gerichte entscheiden. Außerdem erwarten viele EU-Mitgliedsländer, dass die EU-Kommission die zugrundeliegende EU-Richtlinie noch etwas genauer fasst. taz: Könnte die Kommission auch einen Reparaturbonus fordern? Meyer: Umgekehrt: Die Richtlinie sieht vor, dass jeder Mitgliedstaat eine nationale Fördermaßnahme für mehr Reparaturen umsetzt und diese dann an die Kommission meldet. Wir fordern, dass Deutschland dafür einen von den Herstellern finanzierten Reparaturbonus einführt. In Frankreich wird das schon sehr erfolgreich umgesetzt. Für jedes verkaufte Produkt fließen Gelder in einen Topf, aus dem dann Reparaturen bezuschusst werden, oder auch Weiterbildungsmaßnahmen für Werkstätten. Der Vorteil dieses Modells liegt darin, dass keine Steuergelder genutzt werden müssten und der Fördertopf damit langfristig gesichert werden könnte. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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