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Montag, 6. April 2026
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Untersuchungshaft | ICE-Attentäter von Polizei als Rechtsextremist geführt

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4. April
Neues Deutschland

Untersuchungshaft | ICE-Attentäter von Polizei als Rechtsextremist geführt

- Politik - Untersuchungshaft ICE-Attentäter von Polizei als Rechtsextremist geführt 20-Jähriger wollte angeblich mit Messer und Sprengsätzen viele Menschen töten – er soll unter erheblichen psychischen Problemen leiden Siegburg. Schock im abendlichen Reiseverkehr: In einem ICE von Köln Richtung Frankfurt drohte am Donnerstag ein 20-Jähriger laut Polizei mit einem Anschlag und zündet zwei Sprengkörper. Mindestens zwölf Menschen werden bei dem Vorfall kurz vor dem langen Osterwochenende leicht verletzt. Das Motiv dafür war laut Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf am Tag danach noch unklar. Einerseits gibt es laut einer Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Erkenntnisse, dass der Mann politisch »dem rechten Spektrum zuzuordnen« sei. Andererseits gebe es auch Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Mannes. Der genaue Hergang müsse noch ermittelt werden. Die Behörde ermittelt gemeinsam mit dem Staatsschutz der Bonner Polizei. Ein Ermittlungsrichter erließ am Freitagnachmittag in Aachen Haftbefehl gegen den Deutschen. Er befinde sich in Untersuchungshaft, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Der Haftbefehl laute unter anderem auf Verdacht des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und der Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz. Festnahme am Bahnhof Bundespolizisten hatten den jungen Mann aus Aachen am Abend am Siegburger Bahnhof festgenommen. Er soll den ICE in Aachen betreten und auf der Fahrt Richtung Frankfurt am Main die beiden mit Plastikkugeln gefüllten Sprengkörper geworfen haben. Elf Menschen seien durch herumfliegende kleine Kugeln verletzt worden, sagte die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft. Dann habe der Mann sich auf die Zugtoilette zurückgezogen. Ein Fahrgast und ein Mitarbeiter der Bahn setzten ihn dort fest, bis die Einsatzkräfte hinzukamen. Der Zug wurde geräumt. Oberflächliche Hautverletzungen In einer Mitteilung der Polizei hieß es, dass ein weiterer Mensch vermutlich ein Knalltrauma erlitten habe. Er wurde demnach in ein Bonner Krankenhaus gebracht, kurze Zeit später aber wieder entlassen. Eine Sprecherin der Bundespolizei sprach in der Nacht auch von »leichten, oberflächlichen Hautverletzungen« bei Betroffenen. Die meisten der rund 180 Fahrgäste kamen aber mit dem Schrecken davon. Der Beschuldigte sei strafrechtlich bereits in Erscheinung getreten, sagte die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft weiter. »Hierbei spielten unterschiedliche Delikte eine Rolle.« Seine Wohnung sei durchsucht worden. Die Ermittler hätten mehrere Gegenstände sichergestellt, darunter das Handy des Verdächtigen. Am Freitag hieß es, die Spuren vom Tatort sowie die gezündeten Sprengkörper würden weiter untersucht. Weitere Details dazu nannten die Ermittler zunächst nicht. Zwei Messer gefunden Nach Angaben der Bundespolizei aus der Nacht hatte der Mann mit einem Anschlag gedroht. Bei seiner Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte zwei Messer, eine Maske sowie zwei frei verkäufliche Rauchkörper. Viele der Fahrgäste waren den Angaben zufolge Urlaubsreisende und standen am Abend mit Koffern auf dem Bahnsteig in Siegburg. Die Passagiere seien in einer nahe gelegenen Turnhalle von der Feuerwehr versorgt und durch Notfallseelsorger betreut worden, hieß es. Der Zug und das Bahngleis seien untersucht und später wieder freigegeben worden. Der Zugverkehr in der Region war vorübergehend eingeschränkt. Am Donnerstagnachmittag hatte es bereits einen Zwischenfall in der Region gegeben: Wegen einer Bombendrohung war der Aachener Hauptbahnhof vorübergehend gesperrt worden. Die Bundespolizei gab jedoch nach kurzer Zeit Entwarnung. Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen gibt es laut Generalstaatsanwaltschaft bisher nicht. Die Ermittlungen dauerten aber an. dpa/nd Andere Zeitungen gehören Millionären. Wir gehören Menschen wie Ihnen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär. Dank der Unterstützung unserer Community können wir: → unabhängig und kritisch berichten → Themen ins Licht rücken, die sonst im Schatten bleiben → Stimmen Raum geben, die oft zum Schweigen gebracht werden → Desinformation mit Fakten begegnen → linke Perspektiven stärken und vertiefen Mit »Freiwillig zahlen« tragen Sie solidarisch zur Finanzierung unserer Zeitung bei. Damit nd.bleibt.

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3. April
taz (Öko & Co)

Mutmaßlicher Anschlagsversuch in NRW: Möglicherweise politisches Motiv für Sprengsätze im ICE

Mutmaßlicher Anschlagsversuch in NRW: Möglicherweise politisches Motiv für Sprengsätze im ICE Nachdem ein 20-Jähriger mit einer Attacke im Zug gescheitert war, prüfen die Behörden ein politisches Motiv. Angeblich ist der Festgenommene rechtsextrem. afp | Nach einem Angriff eines 20-Jährigen mit Sprengsätzen in einem ICE auf dem Weg von Aachen nach Frankfurt am Main hat der Staatsschutz der Bonner Polizei die Ermittlungen zu dem Fall übernommen. Eine politische Motivation des Tatverdächtigen könne nicht ausgeschlossen werden, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und die Polizei am Freitag mit. Einen Bericht der Bild-Zeitung, wonach der Festgenommene als Rechtsextremer polizeibekannt ist, bestätigten die Ermittler zunächst nicht. Der mit Messern bewaffnete 20-Jährige soll am Donnerstag Explosionen in dem Zug ausgelöst haben. Zunächst gingen die Ermittler von Pyrotechnik aus. Inzwischen erklärten sie, nach derzeitigem Sachstand handelte es sich bei den gezündeten Gegenständen um Sprengvorrichtungen. Die Auswertungen der am Tatort gesicherten Spuren sowie die Prüfung des genauen Geschehensablaufs und die Untersuchung der Sprengsätze dauerten an. Bei der Attacke wurden mindestens 12 Menschen leicht verletzt. Ein Verletzter kam kurzzeitig zur Behandlung ins Krankenhaus, konnte dies aber schnell wieder verlassen. Der 20-jährige Tatverdächtige befindet sich nach Angaben der Ermittler weiter im Polizeigewahrsam. Das bedeutet auch, dass noch kein Haftbefehl gegen ihn erging. Die Motive des Mannes würden noch geprüft, hieß es. Die Ermittlungen laufen auf Verdacht der gefährlichen Körperverletzung sowie Verstößen gegen das Sprengstoff- und Waffengesetz. Medienberichten zufolge drohte der Mann mit einem Anschlag. Nach Angaben der Bild sagte er, dass er Menschen töten wolle. Angreifer im Klo eingesperrt Der mutmaßliche Täter wurde nach Polizeiangaben von anderen Reisenden in einer Zugtoilette eingeschlossen. Beamte der Bundespolizei nahmen den jungen Mann im Bahnhof Siegburg/Bonn fest. Der Zug mit rund 180 Fahrgästen wurde geräumt und ein Teil des Bahnhofsgeländes vorsorglich gesperrt. Die Bundespolizei durchsuchte den ICE nach gefährlichen Gegenständen, wurde jedoch nicht fündig. Bei der Durchsuchung des Mannes fanden die Beamten unter anderem eine Maske und zwei Messer. Die verletzten Fahrgäste wurden in einer nahegelegenen Turnhalle von der Siegburger Feuerwehr versorgt, wie die Polizei mitteilte. Notfallseelsorger standen zur Betreuung bereit. Das Notfallmanagement der Deutschen Bahn richtete einen Schienenersatzverkehr zur Weiterreise ein. Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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