Nachrichten im Iran-Krieg: Steinmeier nennt Iran-Krieg „völkerrechtswidrig“
Nachrichten im Iran-Krieg: Steinmeier nennt Iran-Krieg „völkerrechtswidrig“
Anders als der Kanzler findet der Bundespräsident deutliche Worte zum Krieg. Israels Verteidigungsminister will im Südlibanon Kontrolle bis zum Fluss Litani.
Katar: Sind nicht als direkte Vermittler aktiv
Katar ist nach eigenen Angaben nicht als direkter Vermittler zwischen den USA und Iran aktiv. Das Emirat unterstütze jedoch alle diplomatischen Kanäle zur Beendigung des Krieges, sagt ein Sprecher des katarischen Außenministeriums. Das Land stehe in engem Kontakt mit der US-Regierung, um eine Deeskalation zu erreichen und einen Ausweg aus der Krise zu finden. Er fügt hinzu, Katar habe seit Jahren gesagt, eine ungebremste Eskalation in der Region werde nicht nur zu einer Ausweitung des Konflikts führen, „sondern zu einem umfassenden Krieg, der uns alle erfasst. Und genau da sind wir jetzt.“ (rtr)
Hisbollah: Werden israelische Besetzung bekämpfen
Die Hisbollah kündigt Widerstand gegen die von Israel geplante Besetzung des südlichen Libanons an. Eine solche Besetzung würde eine „existenzielle Bedrohung“ für den Libanon als Staat darstellen, sagt der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah der Nachrichtenagentur Reuters. Die Hisbollah werde kämpfen, um dies zu verhindern. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat erklärt, dass sein Land eine Pufferzone von der Grenze bis zum Fluss Litani plane. (rtr)
Zehntausende zivile Einrichtungen Irans im Krieg beschädigt
Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds mehr als 82.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Darunter seien etwa 62.000 Wohnungen sowie 281 medizinische Zentren, Krankenhäuser und Apotheken, sagte der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pirhussein Koliwand. Koliwand zufolge wurden insgesamt 498 Schulen beschädigt – bei direkten Angriffen oder bei Angriffen, die Zielen in der Nähe galten. Der Rote Halbmond ist nach seiner Darstellung auch Ziel von Angriffen geworden. Neben 17 Rettungswachen seien zwölf Rettungswagen direkt von Raketen getroffen worden. Er verwies auf einen Vorfall in der Stadt Lar. „Während sie Verletzte transportierten, ist vom Krankenwagen überhaupt nichts mehr übriggeblieben“, sagte Koliwand in einem Video, das der Rote Halbmond auf Telegram veröffentlichte. (dpa)
Shakira-Konzerte in Doha und Abu Dhabi verschoben
Ein am 1. April in Doha geplantes Konzert der kolumbianischen Popmusikerin Shakira wird verschoben, wie die Tourismusstelle „Visit Qatar“ in den sozialen Medien mitteilt. Grund sei die „gegenwärtige Lage in der Region“. Auch das kurz darauf geplante „Offlimits Music Festival“ in Abu Dhabi wird verlegt, und zwar bis November, wie der Ticket-Plattform Platinumlist zu entnehmen ist. Shakira und die Jonas Brothers waren als Headliner vorgesehen. (rtr)
Rubio will bei G7-Ländern um Unterstützung für Krieg werben
US-Außenminister Marco Rubio reist zu einem Treffen mit Kollegen der G7 nach Frankreich. Bei Gesprächen mit Vertretern von Großbritannien, Kanada, Deutschland, Frankreich, Italien und Japan am Freitag nahe Versailles bei Paris wolle er sich für „wichtige US-Interessen“ einsetzen, teilte das US-Außenministerium mit. Zudem solle über „gemeinsame Sicherheitsbedenken und Gelegenheiten zur Zusammenarbeit“ gesprochen werden. Schwerpunktthemen seien der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, „die Lage im Nahen Osten und Bedrohungen in der Welt für Frieden und Stabilität“. Beinahe alle der anderen G7-Länder haben eine kritische Haltung zum Krieg der USA und Israels gegen den Iran eingenommen und eine Beteiligung abgelehnt. (ap)
Libanon weist iranischen Botschafter aus
Libanon hat den iranischen Botschafter im Land zur Persona non grata erklärt. Mohammed Resa Scheibani sei aufgefordert worden, das Land bis kommenden Sonntag (29. März) zu verlassen, teilte das Außenministerium in Beirut mit. Gleichzeitig wurde der libanesische Botschafter im Iran, Ahmad Sweidan, für Beratungen in den Libanon berufen. Die iranische Botschaft werde weiterhin einen Geschäftsträger im Libanon haben, der die diplomatische Mission weiter leite, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Denise Rahme, der Deutschen Presse-Agentur. Vorerst sei nur der Botschafter aufgefordert worden, das Land zu verlassen. (dpa)
Iranischer Militärsprecher: Kampf „bis zum vollständigen Sieg“
Ein Sprecher der iranischen Militärführung hat einen Kampf „bis zum vollständigen Sieg“ angekündigt. Damit schien Ali Abdollahi Aliabadi am Dienstag auf eine Bekanntgabe von US-Präsident Donald Trump zu reagieren, wonach es Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA gebe. Teheran hat bestritten, dass es Gespräche gibt. Aliabadi sagte, „die mächtigen Streitkräfte des Irans sind stolz, siegreich und standhaft bei der Verteidigung der Integrität des Irans“, wie das iranische Staatsfernsehen meldete. Was er unter einem „vollständigen Sieg“ versteht, teilte der Militärsprecher nicht mit. Doch schien das Militär vor Zugeständnissen der iranischen Regierung in möglichen Verhandlungen mit den USA zu warnen. (ap)
Ex-Kommandeur wird neuer Chef des Nationalen Sicherheitsrats
Der Iran ernennt den ehemaligen Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammed Baker Solkadr, zum neuen Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats. Er folgt auf Ali Laridschani, der in der vergangenen Woche bei US-israelischen Angriffen getötet wurde, wie der stellvertretende Kommunikationschef des iranischen Präsidenten auf der Plattform X mitteilt. Solkadr gilt als Hardliner und bekleidete in der Vergangenheit bereits ranghohe Sicherheitsposten. (rtr)
Lufthansa schränkt Flugverkehr wegen Iran-Kriegs weiter ein
Der Iran-Krieg hat weiterhin erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Luftverkehr. Wegen der „volatilen Situation im Nahen Osten“ setzt die Lufthansa Flüge sämtlicher Airlines der Gruppe in die Region bis einschließlich 30. April aus, wie der Konzern in Frankfurt am Main ankündigte. Außerdem finden demnach zu mehreren Zielen keine Flüge bis zum Herbst bis einschließlich 24. Oktober statt, darunter neben Teheran, auch Beirut, Riad und Abu Dhabi. Flüge nach Dubai und Tel Aviv werden bis zum 31. Mai gestrichen, wie der Luftfahrtriese mit Airlines wie Eurowings, Austrian, Swiss und Brussels Airlines am Montagabend mitteilte. Betroffene Fluggäste können demnach kostenfrei auf ein späteres Reisedatum umbuchen oder erhalten alternativ den vollständigen Ticketpreis zurück. (afp)
Minister: Israel will Kontrolle von Gebiet im Libanon bis Fluss Litani übernehmen
Beim Vorgehen gegen die Hisbollah-Miliz will Israel nach den Worten von Verteidigungsminister Israel Katz im Südlibanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen. Nach der Sprengung von fünf Brücken über den Fluss werde das israelische Militär „die restlichen Brücken und die Sicherheitszone bis zum Litani kontrollieren“, sagte Katz am Dienstag beim Besuch eines Militärstützpunkts in Israel. Die aus dem Südlibanon vertriebenen hunderttausenden Bewohner dürften nicht in das libanesische Gebiet südlich des Flusses zurückkehren, bis die Sicherheit für die Bewohner im Norden Israels „garantiert“ sei.
Der Fluss Litani spielt seit Jahren eine wichtige Rolle bei den israelischen Bemühungen, die libanesische Hisbollah-Miliz zurückzudrängen. Die Regierung in Beirut hatte im vergangenen Jahr die Armee angewiesen, bis Ende 2025 die militärische Infrastruktur der Hisbollah südlich des Litani zu zerstören und die pro-iranische Miliz anschließend auch im Rest des Landes zu entwaffnen. Aus Israels Sicht setzte die libanesische Armee dieses Vorhaben jedoch nur unzureichend um. Bereits Ende des vergangenen Jahres verstärkte die israelische Armee ihre Angriffe auf die Hisbollah. Nach Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar eskalierte der Konflikt zwischen Israel und der vom Iran finanzierten Miliz dann wieder massiv. (afp)
Steinmeier kritisiert Iran-Krieg der USA und Israels als „völkerrechtswidrig“
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als „völkerrechtswidrig“ kritisiert. „Unsere Außenpolitik wird nicht überzeugender dadurch, dass wir Völkerrechtsbruch nicht Völkerrechtsbruch nennen“, sagte Steinmeier am Dienstag in seiner Festrede zum 75. Jahrestag der Wiedergründung des Auswärtigen Amts in Berlin. „Dieser Krieg ist völkerrechtswidrig – daran gibt es wenig Zweifel.“ Damit schlug Steinmeier einen anderen Ton an als die Bundesregierung, die bisher vermieden hat, den Krieg als völkerrechtswidrig einzustufen. Der Bundespräsident ging in seiner Rede scharf mit der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump und Israels Regierung zum Krieg gegen den Iran ins Gericht.
Dieser Krieg sei „ein politisch verhängnisvoller Fehler, und – das frustriert mich am meisten – ein vermeidbarer, ein unnötiger Krieg, wenn denn sein Ziel war, den Iran auf dem Weg zur Atombombe zu stoppen“, sagte der Bundespräsident. Er verwies auf den Abschluss des internationalen Atomabkommens mit dem Iran 2015: „Wir waren nie so weit entfernt von einer atomaren Bewaffnung des Iran“, sagte Steinmeier. US-Präsident Trump habe dieses Abkommen scheitern lassen: „Im zweiten Jahr seiner ersten Amtszeit kündigte Präsident Trump das Abkommen auf, in seiner zweiten Amtszeit nun führt er Krieg.“ (afp)
Ägyptischer Minister führt diplomatische Gespräche über Iran-Krieg
Der ägyptische Außenminister Badr Abdelatti hat mit dem US-Gesandten Steve Witkoff und Amtskollegen aus mehreren Ländern über diplomatische Bemühungen für ein Ende des Iran-Krieges gesprochen. In dem Telefonat mit Witkoff sei es um mögliche Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gegangen, teilte das ägyptische Außenministerium am Dienstag mit. Abdelatti sprach zudem mit den Außenministern der Türkei, Pakistans, Omans, Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Frankreichs und Zyperns. (ap)
Iranische Medien: Iran nimmt Hunderte wegen Gefährdung der Sicherheit fest
Im Iran wurden staatlichen Medien zufolge 466 Menschen wegen Online-Aktivitäten zur Untergrabung der nationalen Sicherheit festgenommen. Die Polizei erklärte, die Festgenommenen stünden mit „feindlichen“ Netzwerken in Verbindung, die auf eine interne Destabilisierung abzielten. Den Berichten zufolge handelt es sich um eine der größten Sicherheitsaktionen seit Beginn des Krieges mit Israel und den USA. (rtr)
Wadephul hofft auf Wendepunkt
Angesichts von den USA verkündeter Gespräche mit dem Iran hat sich Bundesaußenminister Johann Wadephul vorsichtig optimistisch über eine Wende in dem Konflikt gezeigt. „Wir haben aus meiner Sicht einen ersten Ansatzpunkt jetzt gefunden dafür, dass die beiden Konfliktparteien miteinander direkt sprechen und dass an Lösungen gearbeitet wird“, sagte der CDU-Politiker dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Diese Gespräche seien „ein zartes Pflänzchen“, bei dem sich alle bemühen sollten, „dass dieses gedeiht und wächst“. Dass die iranische Seite Verhandlungen dagegen dementiert hatte, sieht Wadephul gelassen. Der Iran habe die Gespräche im „im engeren Sinne“ nicht bestritten, „sondern man nennt das dann indirekte Gespräche“. (dpa)
Schiitische Milizen melden US-Angriffe auf eigene Stellungen im Irak
Mit dem Iran verbündete Milizen haben im Irak erneut einen US-Angriff auf eine ihrer Stellungen im Westen des Landes gemeldet. Dabei seien 14 ihrer Mitglieder getötet worden, teilten die sogenannten Volksmobilisierungskräfte (PMF) mit. Unter den Opfern sei auch der Einsatzkommandeur der Provinz Anbar im Westen des Landes gewesen. Die PMF teilten mit, ihre Kämpfer seien „bei einem hinterhältigen US-Luftangriff“ getötet worden, der ihr Hauptquartier getroffen habe, während sie „ihre nationale Pflicht“ erfüllt hätten. Die schiitischen Milizen pflegen enge Verbindungen zu Teheran. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden. Die irakische Regierung in Bagdad sowie die USA äußerten sich nicht dazu. (dpa)
Israelische Insider: Trump will Einigung mit dem Iran – Wohl ohne Erfolg
Israel rechnet Insidern zufolge nicht damit, dass der Iran auf US-Forderungen eingeht. US-Präsident Donald Trump sei zwar entschlossen, einen Deal mit dem Iran zu erzielen, sagen drei hochrangige israelische Vertreter. Der Iran werde sich darauf aber wohl nicht einlassen. Die US-Forderungen beträfen wahrscheinlich das Atom- und Raketenprogramm des Irans. (rtr)
Iranischer Medienbericht: Energie-Infrastruktur im Iran bei Angriffen beschädigt
Im Iran sind einem Medienbericht zufolge mehrere Einrichtungen der Energieinfrastruktur bei Angriffen der USA und Israels beschädigt worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars vom Dienstag wurden unter anderem in der zweitgrößten Stadt Isfahan ein Verwaltungsgebäude und eine Gasdruckregelstation „teilweise beschädigt“. Zudem sei eine Erdgas-Pipeline im Kraftwerk Chorramschar im Südwesten des Irans an der Grenze zum Irak attackiert worden. (afp)
Südkorea ruft zum Energiesparen auf: Kürzer duschen
Südkoreas Präsident Lee Jae Myung ruft wegen der Risiken für die Öl- und Gasversorgung durch den Iran-Krieg zum Energiesparen auf. Die Bevölkerung wird gebeten, im Alltag mehrere Maßnahmen zu beherzigen – etwa kürzeres Duschen oder das Aufladen von Handys und E-Autos nur während des Tages. Das Wäschewaschen oder Staubsaugen soll auf das Wochenende gelegt werden. Öffentliche Einrichtungen sollen Dienstwagen weniger nutzen. Einschränkungen für Privatfahrzeuge seien vorerst freiwillig, sagt Energieminister Kim Sung-whan. Dies könnte bei einer höheren Energiealarmstufe aber überdacht werden. Zudem werde die Regierung die 50 Unternehmen mit dem größten Ölverbrauch auffordern, ihren Verbrauch zu drosseln. Um die Abhängigkeit von Flüssigerdgas (LNG) zu verringern, will die Regierung in Seoul zudem bis Mai fünf Atomreaktoren wieder anfahren, Beschränkungen für Kohlekraftwerke lockern und den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben. (rtr)
Sechs Verletzte bei iranischen Raketenangriffen auf Tel Aviv
Bei iranischen Raketenangriffen auf die israelische Küstenmetropole Tel Aviv sind am Dienstagmorgen laut Sicherheitskräften sechs Menschen verletzt worden. Die Betroffenen hätten leichte Blessuren erlitten, sie seien an vier verschiedenen Orten der Stadt verletzt worden, erklärte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom. Er veröffentlichte zudem Videoaufnahmen einer teilweise zerstörten Immobilie und brennender Fahrzeuge. Die Polizei erklärte, ihre Einsatzkräfte sowie Experten für Minenräumung seien an den Einschlagsorten unterwegs. Das iranische Staatsfernsehen hatte zuvor einen erneuten Raketenangriff auf Israel bekanntgegeben – und erklärt, mehrere der Raketen hätten Israels Abwehrsysteme überwunden. Die israelische Armee schrieb ihrerseits, sie habe iranische Raketen geortet und arbeite daran, sie abzufangen. (afp)
Preis für Brent-Öl wieder über 100 US-Dollar
Die Ölpreise steigen nach den starken Kursschwankungen zu Beginn der Woche. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Mai kostete heute Morgen 101,91 US-Dollar und damit knapp zwei Prozent mehr als am Vortag. Am Montag war es zu starken Preisschwankungen gekommen, nachdem US-Präsident Donald Trump ein Ultimatum an den Iran verschoben und von „produktiven“ Gesprächen mit dem Kriegsgegner gesprochen hatte. Der Iran hatte daraufhin aber Verhandlungen zwischen Teheran und Washington zur Beendigung des Kriegs dementiert. Im Zuge dieser Nachrichten schwankte der Preis für Brent-Öl in einer Spanne zwischen 96 Dollar und mehr als 114 Dollar. (dpa)
CDU-Politiker Hardt: Straße von Hormus nur durch Verhandlungen zu sichern
Nach Ansicht des CDU-Außenpolitikers Jürgen Hardt kann eine sichere Passage durch die Straße von Hormus nur durch Verhandlungen ermöglicht werden. „Mit Kriegsschiffen alleine kann die Straße von Hormus nicht gesichert werden“, sagt der außenpolitische Sprecher in der ARD. Deshalb bringe auch eine militärische Unterstützung der USA durch europäische Kriegsschiffe nichts. „Die Küste des Iran muss unter Kontrolle entweder eines Regimes oder einer fremden Macht sein, die verhindert, dass von dort aus Schiffe in der Straße von Hormus beschossen werden“, sagt Hardt. Insofern könne es nur eine Verhandlungslösung geben. Er könne sich vorstellen, dass US-Präsident Donald Trump den konkreten Plan habe, „mit wem auch immer im Iran eine Verhandlungslösung zu erzielen, die die Durchfahrt durch die Straße von Hormus und die Aggressivität des Regimes beendet“. (rtr)
Mindestens 15 Kämpfer von pro-iranischem Netzwerk bei Luftangriff im Irak getötet
Bei einem Luftangriff im Westen des Irak sind mindestens 15 Kämpfer eines pro-iranischen Netzwerks getötet worden. Es habe sich um einen Angriff der USA gehandelt, teilte das Netzwerk Hasched al-Schaabi am Dienstagmorgen mit. Getötet wurde demnach unter anderem der örtliche Kommandant der Provinz Anbar, Saad Dawai al-Baidschi. Zuvor hatte es aus Kreisen des Netzwerks geheißen, der Angriff habe einem Treffen von Kommandanten auf einem Stützpunkt in der Provinz Anbar gegolten. Sicherheitskreisen zufolge wurden die Verletzten in einem Krankenhaus behandelt. (afp)
Insider: Sechs Kurdenkämpfer bei Angriff im Irak getötet
Bei einem Raketenangriff im Nordirak sind Insidern zufolge mindestens sechs Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Streitkräfte getötet und 22 weitere verletzt worden. Der Vorfall habe sich auf einem Peschmerga-Stützpunkt nördlich von Erbil in der Autonomen Region Kurdistan ereignet, hieß es in Sicherheitskreisen. Wer hinter dem Angriff steckt, ist zunächst nicht klar. (rtr)
Trotz Niederlage vor Gericht: Pentagon verschärft Restriktionen für Journalisten
Trotz eines gegenteiligen Richterspruchs hat das Verteidigungsministerium in Washington die Beschränkungen für Journalisten, die über das US-Militär berichten, nochmals verschärft. Der bisherige Arbeitsbereich für Journalisten im Ministerium werde geschlossen, erklärte am Montag Pentagon-Sprecher Sean Parnell. Journalisten dürften sich zudem nicht mehr allein im Gebäude bewegen. Die Entscheidung fiel wenige Tage, nachdem ein Gericht die bereits zuvor geltenden Restriktionen für Journalisten für teilweise verfassungswidrig erklärt hatte.
Gegen dieses Urteil werde das Ministerium Berufung einlegen, kündigte Parnell auf X an. Zeitgleich würden wegen „Sicherheitsrisiken“ die Vorschriften für die Medien nochmals verschärft: „Der Zugang zum Pentagon wird künftig nur noch in Begleitung autorisierter Mitarbeiter des Ministeriums gewährt.“ Zudem werde der sogenannte Correspondents' Corridor „ab sofort geschlossen“, erklärte Parnell. Es solle ein neuer Arbeitsbereich für Journalisten geschaffen werden. Dieser werde „in einem Nebengebäude außerhalb des Pentagons, aber weiterhin auf dem Pentagon-Gelände“ eingerichtet. (afp)
Sechs Tote nach Luftangriff im Nordwesten Irans
Im Nordwesten Irans sind bei der Bombardierung eines Wohnviertels mindestens sechs Menschen getötet worden. Neun weitere Menschen seien bei dem Luftangriff in Tabris verletzt worden, berichteten iranische Medien übereinstimmend. Betroffen war ein Stadtteil im Norden sowie ein Platz im Südwesten der iranischen Millionenmetropole. Seit mehr als drei Wochen führen Israel und die USA Krieg gegen den Iran. Nutzer in den sozialen Medien berichteten von schweren Explosionen in der Großstadt, die sich gegen 02.00 Uhr nachts vor Ort ereigneten. Vollständige Opferzahlen aus dem Iran liegen nicht vor. Seit mehr als zwei Wochen veröffentlichen die Behörden keine Statistiken zu Kriegstoten mehr. Nach Angaben des in den USA ansässigen Menschenrechtsnetzwerks HRANA wurden mehr als 3.200 Tote verifiziert, darunter mindestens 1.400 Zivilisten. (dpa)
Bericht: US-Angriffe gehen weiter
Die Verschiebung des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump um fünf Tage gilt einem Medienbericht zufolge explizit nur für Angriffe auf iranische Energieanlagen. Militärische Ziele, die Marine, Raketen und die Rüstungsindustrie seien von dem Stopp ausgenommen und würden somit weiter angegriffen, zitiert das Nachrichtenportal „Semafor“ einen US-Regierungsvertreter. Trump hatte dem Iran ein Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus gestellt, das ursprünglich in der Nacht zu Dienstag (MEZ) abgelaufen wäre. Am Montag verlängerte er die Frist aber um fünf Tage mit der Begründung, dass es zwischen den USA und namentlich nicht genannten Vertretern des Iran produktive Gespräche hinsichtlich einer Einigung gegeben habe. Allerdings hat der einflussreiche Parlamentspräsident Mohammed Baker Kalibaf Trumps Darstellung dementiert. Es habe keine Verhandlungen mit den USA gegeben, erklärte er auf X. Von den USA liegen zunächst keine Stellungnahmen zu dem „Semafor“-Bericht vor. (rtr)
Israel fliegt weitere Luftangriffe auf Libanon
Die israelische Armee hat in der Nacht zum Dienstag weitere Angriffe auf den Libanon geflogen. Dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge wurden bei einem Luftangriff in der Ortschaft Bschamun südöstlich der Hauptstadt zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt. Der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge attackierten israelische Kampfjets zudem sieben Gebiete am südlichen Stadtrand der Hauptstadt Beirut. Das in einer bergigen und mehrheitlich von der Minderheit der Drusen bevölkerten Region Aley gelegene Bschamun liegt außerhalb der etablierten Hochburgen der vom Iran finanzierten Hisbollah-Miliz, die Israel üblicherweise attackiert.
Zu den Angriffen auf südliche Beiruter Vororte meldete die Nachrichtenagentur NNA, israelische Kampfflugzeuge hätten die Gebiete Bir al-Abed, al-Ruwais, Außenbezirke von al-Manschijja, Haret Hreik, die Sajjed-Hadi-Nasrallah-Schnellstraße, Saint Thérèse, Burdsch al-Baradschneh und al-Kafaat angegriffen. Das israelische Militär hatte am Montag erneut Evakuierungsaufrufe an die Einwohner der südlichen Vororte veröffentlicht. (afp)
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen fordert Ende der Kampfhandlungen
Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ein Ende der Kampfhandlungen im Nahen Osten gefordert. „Es ist von größter Bedeutung, dass wir zu einer ausgehandelten Lösung kommen, die den Kampfhandlungen, die wir im Nahen Osten beobachten, ein Ende setzt“, sagte von der Leyen vor Journalisten während eines Besuchs in Canberra anlässlich der Unterzeichnung eines Handelsabkommens zwischen Australien und der EU. Von der Leyen verwies insbesondere auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Krieges. „Wir alle spüren die Folgewirkungen auf die Gas- und Ölpreise in unseren Unternehmen und unseren Gesellschaften“, sagte die EU-Kommissionspräsidentin. (afp)
Ostermärsche nehmen Kriege in der Ukraine und in Nahost in den Blick
Die Ostermärsche von Friedensaktivisten stehen in diesem Jahr unter dem Eindruck der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Zahlreiche Organisationen fordern von der Bundesregierung diplomatische Initiativen zur Beendigung dieser Kriege, eine Stärkung des Völkerrechts und mehr Einsatz für die Leidtragenden der Kriege. Bundesweit sind nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative in Bonn am Osterwochenende in rund 100 Städten Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen angekündigt.
Scharfe Kritik üben Aktivisten in den Ostermarsch-Aufrufen an einer „selektiven Auslegung des Völkerrechts“ durch die Bundesregierung. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine sei ebenso ein Verstoß gegen das Völkerrecht wie die Angriffe der USA und Israels gegen Iran oder der Angriff der USA auf Venezuela zu Jahresbeginn. Auch die Aufrüstung Deutschlands wird von den Ostermarschierern angeprangert. Ein weiteres zentrales Thema ist den Angaben zufolge die Ablehnung der Wehrpflicht. (epd)
Börse in Tokio legt nach Trumps Iran-Wende zu
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat nach der Verschiebung angedrohter Angriffe auf iranische Kraftwerke durch US-Präsident Donald Trump etwas an Boden gut gemacht. Rund eine Dreiviertelstunde nach Handelsbeginn notierte der Nikkei-225-Index ein Plus von 66,78 Punkten oder 1,36 Prozent beim Stand von 52.215,27 Punkten. Trump hatte gedroht, iranische Kraftwerke anzugreifen, falls Teheran die Straße von Hormus nicht freigibt. Dass der US-Präsident davon vorerst absieht und den Ablauf seines Ultimatums um mehrere Tage verschob, ließ die Ölpreise sinken. (dpa)
Kiew fordert Waffen für Angriffe auf russische Drohnenfabriken
Die Ukraine hat russische Produktionsstätten für Drohnen als legitime militärische Ziele bezeichnet und den Westen zur Lieferung weitreichender Waffen aufgefordert. Russlands Lieferung modernisierter Drohnen an den Iran mache Moskau zu Teherans wichtigstem Komplizen im Krieg, sagte der ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk am Montag vor dem Weltsicherheitsrat. Die Lieferungen modernisierter Versionen der iranischen Schahed-Drohnen an Teheran stellten eine beispiellose Eskalation dar, die es dem Iran ermögliche, Golfstaaten und US-Streitkräfte in der Region über längere Zeit anzugreifen.
„Russische Drohnenproduktionsstätten sollten als legitime Ziele für Militärschläge im Kampf gegen das Mullah-Regime betrachtet werden“, erklärte Melnyk. Die Ukraine greife bereits russische Drohnenfabriken an, könne jedoch mit neuen Waffen und Ressourcen effektiver sein. Die Bereitstellung von Waffen für Angriffe in der Tiefe und die Unterstützung der ukrainischen Produktion von Langstreckenraketen würden die kollektiven Bemühungen um Frieden im Nahen Osten unterstützen. Russland nutzt die aus iranischen Entwürfen entwickelten Schahed-Drohnen seit Beginn seiner großangelegten Invasion im Februar 2022 gegen die Ukraine. (rtr)
Ernährungsindustrie sieht keine Engpässe bei Lebensmitteln
Wenige Tage vor Ostern hat die Ernährungsindustrie Entwarnung bei der Lebensmittelversorgung gegeben. „Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass es zu Engpässen bei einzelnen Lebensmitteln kommt“, sagte der Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Olivier Kölsch, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Dienstagsausgaben). „Die Lager der Hersteller sind gut gefüllt“, fügte Kölsch hinzu. Selbst wenn der Iran-Krieg länger anhalte und Lieferketten beeinträchtige, ließen sich viele Rohstoffe aus dem Nahen Osten durch Importe aus anderen Regionen ersetzen, erklärte der BVE-Geschäftsführer.
Kölsch wies allerdings auch darauf hin, dass sich durch veränderte Handelswege und ein knapperes Angebot „die Einkaufspreise für zahlreiche Rohstoffe bereits erhöht“ hätten. Gleichzeitig würden die Produktionskosten steigen, insbesondere durch höhere Energie- und Kraftstoffpreise. „Das belastet die Lebensmittel- und Getränkehersteller in Deutschland schon jetzt spürbar“, erklärte Kölsch, der in seiner Funktion als BVE-Geschäftsführer die Bundesregierung zu Fragen der Export- und Importförderung berät. „Ob und in welchem Umfang sich diese Mehrkosten künftig in den Preisen für Verbraucher niederschlagen, entscheidet letztlich der Lebensmittelhandel, nicht die Hersteller“, sagte er. (afp)
Israelischer Minister fordert Annexion des Südlibanon
Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hat die Annexion des Südlibanon gefordert. Der Krieg gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz müsse zu „grundlegenden Veränderungen“ führen, sagte Smotrich am Montag. Dazu gehöre, dass Israel den Libanon bis zum Fluss Litani, etwa 30 Kilometer nördlich der Grenze, kontrollieren müsse. „Der Litani muss unsere neue Grenze werden“, forderte Smotrich vor Abgeordneten seiner ultranationalistischen Mafdal-Partei. Er verglich seine Forderung mit den Grenzen, die Israel im Gazastreifen und auf den Golanhöhen gezogen hat. (ap)
Bericht: USA sehen in Irans Parlamentspräsidenten möglichen Partner
Die US-Regierung zieht einem Medienbericht zufolge den iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf als möglichen Partner und sogar als künftigen Staatschef in Betracht. Zumindest einige Vertreter im Weißen Haus sähen in ihm einen geeigneten Ansprechpartner, der den Iran führen und in der nächsten Phase des Krieges mit US-Präsident Donald Trump verhandeln könnte, berichtet das Nachrichtenportal „Politico“ unter Berufung auf zwei Regierungsvertreter. Stellungnahmen aus Washington und Teheran liegen zunächst nicht vor. (rtr)
Netanjahu kündigt nach Telefonat mit Trump Fortsetzung der Angriffe im Iran an
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat eine Fortsetzung der Angriffe auf Ziele im Iran und im Libanon angekündigt. Er habe am Montag mit US-Präsident Donald Trump telefoniert, sagte Netanjahu in einer Videobotschaft. Trump sei der Ansicht, dass es eine Chance gebe, die „enormen Erfolge“ der israelischen und US-Armee zu nutzen, „um die Kriegsziele in einem Abkommen zu verwirklichen“. Ein solches Abkommen werde „unsere vitalen Interessen sichern“.
„Gleichzeitig setzen wir unsere Angriffe sowohl im Iran als auch im Libanon fort“, betonte Netanjahu. Israel werde seine Interessen „unter allen Umständen“ verteidigen. Die anhaltenden Angriffe würden das iranische Raketen- und Atomprogramm „zerstören“ und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz „schweren Schaden“ zufügen. „Erst vor wenigen Tagen haben wir zwei weitere (iranische) Atomwissenschaftler eliminiert und das ist noch nicht das Ende“, fuhr Netanjahu fort. (afp)
Irak: Raketenangriff auf US-Militärbasis in Syrien
Aus der irakischen Stadt Rabia werden Insidern zufolge mindestens sieben Raketen auf eine US-Militärbasis im Nordosten Syriens abgefeuert. Im Bezirk Rabia westlich von Mossul werde ein auf einem ausgebrannten Lastwagen montierter Raketenwerfer sichergestellt, heißt es aus irakischen Sicherheitskreisen weiter. Dieser sei mutmaßlich für die Attacke auf die Rmeilan-Basis genutzt worden. Es ist der erste grenzüberschreitende Angriff auf US-Truppen in Syrien seit dem US-israelischen Angriff auf den Iran. (rtr)
Israels Bodentruppen holen Hisbollah-Mitglieder nach Israel
Israels Armee setzt eigenen Angaben zufolge ihre „gezielten Bodeneinsätze im Südlibanon“ fort. Dabei hätten Soldaten am Sonntag auch mehrere bewaffnete Mitglieder der Hisbollah-Miliz gefangen genommen und „zur weiteren Befragung“ nach Israel gebracht, teilte das israelische Militär am Abend mit. Die Hisbollah-Mitglieder wollten den Angaben zufolge eine Rakete auf israelische Soldaten feuern. Zudem hätten sie geplant, eine Stellung für Raketenangriffe auf Israel zu errichten. Die Hisbollah-Mitglieder hätten sich ergeben, hieß es in einer Armee-Mitteilung weiter. Sie hätten eine große Menge Waffen und Ausrüstung bei sich gehabt. Nach ersten Erkenntnissen sollen sie zu Beginn des Iran-Kriegs aus dem Osten des Libanons in den Süden gekommen sein. Israels Armee warf der libanesischen Armee, die die Miliz im Rahmen eines Abkommens entwaffnen und ihre militärische Präsenz im Südlibanon verhindern soll, Versagen vor. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (dpa)
Insider: Russland verschiebt wegen hohem Ölpreis Aufbau von Rücklagen
Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Anstieg der Ölpreise ermöglicht es der russischen Regierung Insidern zufolge, Pläne zur Aufstockung ihrer langfristigen Finanzreserven zu verschieben. Dadurch werde der Druck auf die kurzfristigen Finanzen gelindert, sagen drei mit den Beratungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Während die russische Wirtschaft unter den Kosten des Krieges in der Ukraine und den internationalen Sanktionen leidet, profitiert sie als eine der wenigen weltweit von dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Die internationalen Ölpreise notierten zuletzt bei etwa 100 Dollar pro Barrel, nach rund 70 Dollar vor Kriegsbeginn Ende Februar. Auch die Erdgaspreise ziehen an. Berechnungen von Reuters zufolge dürften die russischen Öl- und Gaseinnahmen im April im Vergleich zum März um 70 Prozent steigen. Israels Armee hat bereits mehrfach in Nachbarländern Personen gefangen genommen und nach Israel geholt, denen sie Terroraktivitäten vorwirft. (rtr)
Israels Militär beendet weitere Angriffswelle im Iran
Ungeachtet der von den USA verkündeten Gespräche mit dem Iran über eine mögliche Vereinbarung zum Ende des Kriegs hat Israels Luftwaffe laut Militärangaben wieder Stellungen der iranischen Führung ins Visier genommen. Eine weitere Angriffswelle auf Ziele in Irans Hauptstadt Teheran sei beendet worden, teilte die israelische Armee am Abend mit. Zuvor hatte sie am Nachmittag neue Angriffe dort gemeldet. Ins Visier genommen habe das Militär dabei ein Hauptquartier der iranischen Revolutionsgarden, hieß es nun. Dieses soll sich den Angaben zufolge inmitten ziviler Infrastruktur befunden haben. Unter anderem sei präzise Munition eingesetzt worden, um Unbeteiligte zu schonen, teilte die Armee weiter mit. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (dpa)
Scharfe Kritik von Israels Außenminister an Botschafter Seibert
Israels Außenminister Gideon Saar hat scharf auf einen X-Post des deutschen Botschafters Steffen Seibert reagiert – und dafür Widerspruch aus Berlin geerntet. „Botschafter Seibert fällt es schwer, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zu erwähnen“, schrieb Saar auf der Plattform X. „Gut zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter kommt – einer, der die israelisch-deutschen Beziehungen stärken wird.“ Das israelische Außenministerium warf Seibert fehlende Empathie für Israel vor. Seibert hatte am Sonntagabend in seinem X-Post von einem Tag der Trauer und Empörung nach dem Tod eines Israelis durch Hisbollah-Beschuss und hunderten Verletzten durch iranische Raketen gesprochen. Zugleich schrieb er über Siedlergewalt gegen palästinensische Dorfbewohner im Westjordanland und erwähnte dabei auch, dass es zuvor zum Tod eines Siedlers gekommen war.
Wegen der Kritik an Siedlergewalt warf Saar Seibert „Besessenheit“ vor, die ihn hindere, den Tod eines Juden durch Palästinenser zu verurteilen. Das Auswärtige Amt in Berlin stellte sich klar hinter den Botschafter. „Es ist ganz klar, dass es auch die Aufgabe unseres Botschafters ist, Themen anzusprechen, bei denen wir Differenzen haben“, sagte ein Sprecher. Außenminister Johann Wadephul (CDU) habe Saar am Sonntagabend angerufen und betont, dass Seibert ein überzeugter Unterstützer Israels sei. „Damit ist die Sache auch ausgeräumt“, ergänzte der Sprecher. (dpa)
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