Themen
lage

Montag, 23. März 2026
Zurück zur Übersicht

Agrarhandel: Drei Rücktritte aus dem Baywa-Aufsichtsrat – Rukwied bleibt

Medienspektrum

Links Mitte Rechts
1. Februar
Handelsblatt

Agrarhandel: Drei Rücktritte aus dem Baywa-Aufsichtsrat – Rukwied bleibt

Agrarhandel: Drei Rücktritte aus dem Baywa-Aufsichtsrat – Rukwied bleibt München. Beim schwer angeschlagenen Agrarhandelskonzern Baywa haben drei weitere Aufsichtsratsmitglieder ihren Rückzug aus dem Gremium angekündigt. Ende März verlassen die Europapolitikerin Monika Hohlmeier (CSU) und der österreichische Bankdirektor Michael Höllerer (Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien) das Gremium, Ende Mai folgt Monique Surges, die Vorsitzende der deutschen Auslands-Handelskammer in Neuseeland, wie Baywa am Sonntag in München mitteilte. Sie alle waren noch bis 2028 gewählt. Investoren hatten im vergangenen Jahr bei der Hauptversammlung vehement auch einen stärkeren Neuanfang im Aufsichtsrat gefordert. Das Gremium hatte die maßlose Expansion, die Baywa in Schieflage gebracht hatte, lange mitgetragen. Während der Vorstand aber weitgehend neu besetzt wurde, gab es in dem Kontrollgremium nur vergleichsweise wenige Wechsel. Hohlmeier, Höllerer und Rukwied gehören dem Aufsichtsrat seit 2013 an, Surges seit 2015. Chefkontrolleur Gregor Scheller sagte nun: „Die strategische, kulturelle und personelle Erneuerung macht auch vor dem Aufsichtsrat nicht halt.“ Man verändere das Gremium Schritt für Schritt und orientiere es an den zukünftigen Anforderungen der Baywa. Nachfolger für das Trio würden noch gesucht, sie sollen auf der Hauptversammlung 2026 gewählt werden. Nach den drei Rücktritten ist aus der Ära des langjährigen Vorstandschefs Klaus Josef Lutz von den acht Aktionärsvertretern im Aufsichtsrat der Baywa nur noch der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, im Amt. Der neue CEO musste schnell wieder gehen Der genossenschaftlich geprägte Konzern stand 2024 kurz vor dem Kollaps. Eine ungestüme Expansion mit kostspieligen Akquisitionen vor allem im Ausland hatte zu hohen Schulden geführt. Anteilseigner und Banken retteten das Unternehmen in einem finanziellen Kraftakt. Noch ist Baywa aber nicht auf der sicheren Seite. In den nächsten Jahren müssen wichtige Meilensteine bei der Restrukturierung erreicht werden. Ein Neuanfang wird nicht einfach werden. Der neue Vorstandschef Frank Hiller musste vor wenigen Wochen nach nicht einmal einem Jahr im Amt seinen Hut nehmen. Kritiker warfen ihm das Fehlen einer Langfriststrategie vor. Der CEO-Posten wurde nicht neu besetzt. Chief Restructuring Officer Michael Baur ist nun der starke Mann im Vorstand. Nun soll ein erneuerter Aufsichtsrat die Sanierung und den strategischen Neuanfang begleiten. Fast alle verbliebenen Kontrolleure sind relativ neu im Amt. Der Aufsichtsratschef des österreichischen Großaktionärs RWA Raiffeisen Ware Austria, Michael Göschelbauer, war erst 2023 in das Gremium eingezogen, die übrigen sechs Amtsinhaber kamen in den vergangenen eineinhalb Jahren hinzu. Von 2028 an sollen die Mitglieder des Baywa-Aufsichtsrates wie bei börsennotierten Unternehmen üblich gestaffelt gewählt werden, sodass jedes Jahr zwei Posten neu zu besetzen sind. Zudem wird die Amtszeit von fünf auf vier Jahre verkürzt. Dem Baywa-Vorstand soll das Gremium künftig genauer kontrollieren: Alle Geschäfte über 50 Millionen Euro müssen vom Aufsichtsrat gebilligt werden, vorher lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro.

Artikel lesen
1. Februar
Süddeutsche Zeitung (Wirtschaft)

Krisenkonzern aus München: CSU-Politikerin Hohlmeier verlässt die Baywa

Mehr als eineinhalb Jahre ist es inzwischen her, dass der Münchner Agrar- und Handelskonzern Baywa in eine Krise geraten ist, die zwischenzeitlich sogar existenzbedrohend war. Seitdem mussten bereits zwei Vorstandsvorsitzende gehen. Der Aufsichtsrat unter der Leitung des ehemaligen Volksbankers Gregor Scheller ist aber noch immer weitgehend derselbe wie vor der Krise. Doch das soll sich jetzt ändern. Endlich, kann man sagen, denn geplant war das bereits länger. Der Aufsichtsrat soll „umfassend“ erneuert werden, teilte die Baywa am Sonntag mit. Die CSU-Politikerin Monika Hohlmeier habe in der vergangenen Woche ihren Rücktritt zum 31. März 2026 angekündigt. Zum gleichen Zeitpunkt scheidet auch der Österreicher Michael Höllerer aus, der für den österreichischen Großaktionär Raiffeisen Agrar Invest AG im Aufsichtsrat sitzt. Per Ende Mai folgt dann Monique Surges, eine ehemalige Stewardess und derzeit Chefin der deutschen Außenhandelskammer in Neuseeland. Im Amt bleibt dagegen weiter Joachim Rukwied, der 65-Jährige ist seit 2012 Präsident des Deutschen Bauernverbandes. Seine Rolle bei der Baywa ist wie die der Politikerin Hohlmeier umstritten. Die beiden Prominenten hätten zu lange den riskanten Kurs der Baywa unterstützt, lautet die Kritik. „Wie mit Pattex festgeklebt“, so lautete die Kritik Aktionäre waren auf der letzten Hauptversammlung den Aufsichtsrat heftig angegangen. Die Aufseher seien ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen, leider klebe der verantwortliche Aufsichtsrat bei der Baywa „auf seinen Stühlen, wie mit Pattex festgeklebt“, hatte damals Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kritisiert. Bereits im Herbst 2024 war Wolfgang Altmüller aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden wie auch der Banker Wilhelm Oberhofer – für beide wurden per Amtsgerichtsbeschluss bereits Nachfolger bestellt. Rukwied ist bereits seit 2013 Mitglied des Aufsichtsrats, seine Bestellung läuft noch bis 2028. In seine Zeit in dem Aufsichtsgremium fällt die starke Expansion der Geschäfte der Baywa, die am Ende in eine hohe Verschuldung, zu großen finanziellen Problemen und zu einer Fast-Insolvenz führte. Offenbar wollte Rukwied aber nicht weichen. Auf eine Anfrage dazu reagierte der Bauernverband nicht. Exklusiv Agrarkonzern aus München:Mit herzlichen Glückwünschen von der Baywa Seltsame Vorgänge bei der Krisenfirma: Die CSU-Politikerin und Strauß-Tochter Monika Hohlmeier feiert Geburtstag. Das Unternehmen lässt einen Kabarettisten auftreten und erhält dafür eine üppige Rechnung. Anteilseigner fordern neue Aufsichtsräte für die Baywa. Auch die Staatsanwaltschaft München ermittelt im Fall Baywa. Zuletzt wurden die Privaträume von offenbar bis zu 19 Personen durchsucht, darunter auch die des ehemaligen Chefs des Vorstands und des Aufsichtsrats, Klaus Josef Lutz. Der gab daraufhin sein Amt als Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) München und Oberbayern ab, führt aber weiterhin als Chef den Aufsichtsrat der Geldnoten- und Sicherheitsfirma Giesecke & Devrient. Die nun frei werdenden Aufsichtsratsmandate sollen neu besetzt werden, unter anderem auch vom Großaktionär, der Bayerischen Raiffeisen-Beteiligungs-AG (BRB). Dabei würden Fachkenntnisse in den vier Kernbereichen Landwirtschaft, Bauen & Wohnen, Handel, sowie in den Bereichen Marketing & Vertrieb sowie Digitalisierung & Künstliche Intelligenz berücksichtigt werden, teilte die Baywa mit. Zudem werde ein rotierendes Wahlsystem eingeführt: Jährlich werden zwei Mitglieder neu gewählt und die Amtszeit von fünf auf vier Jahre verkürzt. Auf der nächsten Hauptversammlung am 15. Juli sollen die Aktionäre den neuen Aufsichtsrat wählen.

Artikel lesen
1. Februar
FAZ (Wirtschaft)

Agrarkonzern in der Krise: Drei Rücktritte im Aufsichtsrat der Baywa

Agrarkonzern in der Krise : Drei Rücktritte im Aufsichtsrat der Baywa Michael Höllerer, Monika Hohlmeier und Monique Surges legen ihre Mandate nieder. Der Baywa-Aufsichtsrat plant umfassende Reformen. Die Sanierung der hoch verschuldeten Baywa SE hat schon häufiger zu personellen Konsequenzen geführt. Erst vor drei Wochen musste der frisch mit der Neuausrichtung beauftragte Vorstandsvorsitzende Frank Hiller seinen Posten wieder räumen. Nun geben gleich drei Aufsichtsräte ihre Mandate ab. Wie Deutschlands größter Agrarkonzern am Sonntag mitteilte, kündigten Michael Höllerer und Monika Hohlmeier ihre Rücktritte zum 31. März an und Monique Surges zum 30. Mai. Höllerer, Chef der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien, Surges, Chefin der deutschen Außenhandelskammer in Neuseeland, und die CSU-Politikerin Hohlmeier gehörten dem Kontrollgremium schon an, als die Baywa im Sommer 2024 in die existenzbedrohende Krise schlitterte. Seitdem kritisieren viele Aktionäre nicht nur das vermeintliche Versagen des Vorstands, sie fordern auch immer wieder eine Neubesetzung des Aufsichtsrats, um verloren gegangenes Vertrauen in den börsennotierten Konzern wiederherzustellen. Derzeit laufen Ermittlungen der Finanzaufsicht Bafin und der Staatsanwaltschaft München. Es geht um den Verdacht, dass die früheren Manager die finanzielle Lage der Baywa zu gut dargestellt haben. Doch während der Vorstand mittlerweile „runderneuert“ sei, säßen die Kontrolleure auf ihren Stühlen „wie mit Pattex festgeklebt“, monierte etwa Daniela Bergdolt von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Dem vor eineinhalb Jahren neu eingesetzten Aufsichtsratsvorsitzenden Gregor Scheller waren beim Umbau des Gremiums enge Grenzen gesetzt, da die meisten Mandate bis zur Hauptversammlung 2028 laufen. Durch den vorzeitigen Rücktritt von Höllerer, Hohlmeier und Surges besteht der Aufsichtsrat derzeit noch aus 13 Mitgliedern. Scheller will die frei werdenden Stellen neu besetzen und dabei auf Fachkenntnisse in den vier Baywa-Kernbereichen Landwirtschaft, Bau, Handel sowie Vertrieb und Digitalisierung achten. Von 2028 an soll zudem ein rotierendes Wahlsystem eingeführt werden, indem jährlich zwei Mitglieder neu gewählt und die Amtszeit von fünf auf vier Jahre verkürzt wird.

Artikel lesen
© 2026 Themenlage