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Montag, 20. Juli 2026
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Fußball-WM: Trump und Infantino bekommen einfach nicht genug

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18. Juli
ZDF heute

Wie die FIFA dem Sturz ins Gewöhnliche entgeht

WM-Erweiterung auf 64 Teams?:Wie die FIFA dem Sturz ins Gewöhnliche entgeht von Andreas Morbach Nach der ersten WM mit 48 Mannschaften wird bereits über die nächste Erweiterung diskutiert. Dabei gibt es einen Weg, den aktuellen Umfang des Turniers leichtgängiger zu gestalten. Die erste Fußball-WM mit 48 Teilnehmern ist noch gar nicht zu Ende gespielt, da wird bereits die nächste Mega-Erweiterung des Turniers hoffähig geredet. Und das Mikrofon fest in der Hand hält - selbstverständlich - Gianni Infantino. Dem expansionsfreudigen FIFA-Präsidenten flatterte bereits im Frühjahr 2025 ein Vorschlag aus Südamerika ins Haus: Alejandro Dominguez, paraguayischer Chef des dortigen Kontinentalverbandes, regte für 2030 eine Endrunde mit 64 Teilnehmern an. Dominguez’ Vordenker in der Angelegenheit: Ignacio Alonso, Präsident des Fußballverbandes Uruguays. Etwas mehr geht bei der FIFA immer Zum 100-jährigen Jubiläum der Fußball-Weltmeisterschaft haben Argentinien, Paraguay und Uruguay - neben den Hauptgastgebern Marokko, Portugal und Spanien - für 2030 bislang drei Partien zugesprochen bekommen. Aber etwas mehr darf es in der Welt des Gianni Infantino bekanntlich immer sein. Dem Schweizer Pay-TV-Kanal "blue Sport" schwärmte der gebürtige Walliser bereits zu Beginn der K.-o.-Runden vor: "Man sieht, dass die Qualität der Teams extrem hoch ist - und sie wird immer höher, überall auf der Welt." Eine Erhöhung auf 64 Mannschaften sei deshalb "auf jeden Fall ein Thema". Bunter, lebendiger - aber nicht zwingend besser Die mutigen und teilweise spektakulären Auftritte des WM-Neulings Kap Verde stützen Infantinos Einschätzung sogar. Auch Teams wie Ägypten oder die Demokratische Republik Kongo überraschten positiv. Kap Verde ist die große Überraschung dieser Fußball-WM. Auch gegen den amtierenden Weltmeister Argentinien begeistert der WM-Debütant. 04.07.2026 | 11:53 minDie WM ist durch sie bunter, attraktiver, lebendiger geworden. Eine erneute umfassende Erweiterung des Teilnehmerfeldes rechtfertigt das aber nicht. Dafür bot zum Beispiel allein das Gros der neun Vertreter Asiens zu biederen Fußball. Zweifel bei Ghanas Nationalcoach Ab welchem Umfang eine WM noch etwas Besonderes ist, darüber könne man streiten - erklärte Ghanas damaliger Nationalcoach Carlos Queiroz nach Abschluss der Gruppenphase. Dem 73-jährigen Portugiesen selbst waren die diesmal 48 Starter schon zu viel. "Das kann die Weltmeisterschaft zu etwas Vulgärem und Gewöhnlichem machen", warnte Queiroz. Das kann die Weltmeisterschaft zu etwas Vulgärem und Gewöhnlichem machen. Ghanas ehemaliger Nationalcoach Carlos Queiroz Sein Team hatte es dabei ins neu eingeführte Sechzehntelfinale geschafft, als eines von acht Gruppendritten. Für den kritischen Queiroz kein Grund, das angewendete System gut zu finden. Schräger Modus für die erste K.-o.-Runde Vor allem der aus sportlicher Sicht schräge Modus, fast alle Gruppendritten in die erste K.-o.-Runde durchzuwinken, war ein großer Malus dieser 48er-WM. Nach dem Platzverweis gegen Folarin Balogun ist seine Sperre aufgehoben worden. Die Reaktion der drei ZDF-WM-Experten ist klar. 06.07.2026 | 4:23 minEleganter zu handlen wäre das Turnier mit 64 Mannschaften - die Qualifikation verkäme angesichts von 211 FIFA-Mitgliedern dann allerdings zur Farce. Oder alternativ mit 32 Teams - wahrscheinlicher als ein solcher Rückschritt der umsatzbewussten FIFA ist aber, dass Infantino US-Präsident Donald Trump einmal einen Wunsch abschlägt. Besserer Modus - bei 48 Teams Bleibt der Blick auf den Status quo - und der Gedanke, wie sich ein Feld mit 48 Teilnehmern geschickter konzertieren ließe als gerade in Nordamerika. Womöglich rafft sich die FIFA ja auf und kramt ihren alten Plan mit 16 Gruppen à drei Teams noch mal aus der Schublade. Die Gruppensieger kämen direkt ins Sechzehntelfinale, ihre jeweiligen Gegner dort würden die Zweiten und Dritten in 16 Play-off-Matches ausfechten. Acht Spiele weniger als 2026 In diesem Format wäre garantiert, dass jede teilnehmende Nation mindestens drei Partien austrägt. Gruppensieger hätten bis zu einem möglichen WM-Titel zudem ein Pensum von "nur" sieben (statt aktuell acht) Begegnungen zu absolvieren. In den USA ist das Fußballfieber ausgebrochen. Die Begeisterung übertrifft alle Erwartungen: Sender knacken regelmäßig neue Zuschauerrekorde, der Verkauf von Fanartikeln läuft gut. 06.07.2026 | 2:00 minEin weiterer Vorteil, wenn auch nicht für die vermarktende FIFA: Die Anzahl der Spiele würde sich dezent von 104 auf 96 reduzieren. Eine Kröte, die Infantino und seine Gefolgsleute mit Blick auf eine zur Abwechslung mal positive Publicity vielleicht sogar schlucken würden. ZDFsportstudio Update:Dein Newsletter zur Fußball-WM 2026 Alle Highlights der WM-Spiele aus der Nacht, Updates zum DFB-Team und die wichtigsten Nachrichten zur Fußball-WM 2026 – kompakt und aktuell. Jetzt abonnieren!Alle Spiele, alle Tore der Fußball-WM 2026 Frankreich enttäuscht lange :Elfmeter und Traumkombinationen bei Frankreich - Spanien Embolo sieht Gelb-Rot :Enge Kiste zwischen Argentinien und Schweiz Bellingham trifft doppelt :Traumtor, Verlängerung bei England - Norwegen Entscheidung kurz vor Schluss :Spanien - Belgien: Jokertor und Torwart-Drama Mbappé unglücklich vom Punkt :Frankreich - Marokko: Geniestreich bricht Bann Letztes WM-Achtelfinale :Schweiz und Kolumbien verlangen einander alles ab Weltmeister verzweifelt :Argentinien und Ägypten mit denkwürdiger Schlussphase Co-Gastgeber mit Stürmer Balogun :USA - Belgien: Fünf Tore und einmal Slapstick Treffer in der Nachspielzeit :Ein Joker entscheidet Portugal gegen Spanien Tore, Elfmeter, Platzverweis :Mexiko gegen England wird zum Thriller Doppelpack entscheidet :Spektakel zwischen Brasilien und Norwegen Viele Nickligkeiten, viel Hektik :Frankreich quält sich gegen Paraguay-Bollwerk Marokko zieht ins Viertelfinale :Gelb-Rekord bei Kanada gegen Marokko Trifft Bayern-Star Diaz? :Ghana bietet Favorit Kolumbien harten Kampf Messi mit traumhaftem Tor :Kap Verde begeistert auch gegen Argentinien Entscheidung im Elfmeterschießen :Historisches Eigentor bei Australien gegen Ägypten Irrer Fehlschuss von Rieder :Intensives Duell zwischen Schweiz und Algerien Ronaldo feiert eine WM-Premiere :Irres Spektakel zwischen Portugal und Kroatien Oyarzabal trifft zweimal :Dominantes Spanien hat Österreich lange im Griff Balogun trifft und fliegt :Bosnien gegen die USA lange in Überzahl 130-Minuten-Drama in Seattle :Verrücktes Comeback bei Belgien gegen Senegal Starkes Spiel zweier guter Teams :DR Kongo macht England das Leben schwer Hexenkessel im Aztekenstadion :Mexiko - Ecuador: Megastimmung und Spektakel Mbappé und Olise überragen :Frankreich gegen Schweden wie im Rausch Norwegen im WM-Achtelfinale :Spiel der Traumtore bei Elfenbeinküste - Norwegen sportstudio Fußball-Dokus Sport :Schland in Sicht! Sport :Kapitän Kimmich Sport :Fußballnation der Zukunft? Doku | Terra X History :Rudi Völler: Eine deutsche Fußball-Legende Sport :Echt – Christian Streich Sport :ICONS - Deutsche WM-Legenden Verbraucher | WISO :Die Deals mit Fußballtrikots Politik | auslandsjournal :Foulspiel unter Freunden Doku :Greenwashed? Sport | Sport Dokus :Mesut Özil – zu Gast bei Freunden Sport :7:1 - Das Jahrhundertspiel Sport :FC Hollywood Sport :Spiel ihres Lebens Doku | Terra X History :Fußball-Legenden Doku | Terra X History :Deutschlands Doppelsieg - WM 1974 Mehr zur WM - Die Partien auf einen Blick:Spielplan, Ergebnisse und Tabellen - Von Atlanta bis Vancouver:Die Stadien - Newsletter abonnieren:ZDFsportstudio Update Fußball-WM 2026

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17. Juli
ZDF heute

Was für eine WM mit 64 Teams spricht - und was dagegen

Fußball-WM künftig noch größer?:Was für eine WM mit 64 Teams spricht - und was dagegen von Tobias Bluhm FIFA-Präsident Gianni Infantino hat Großes mit der Fußball-WM vor: Künftig könnten bis zu 64 Teams am Turnier teilnehmen. Was für und gegen eine Erweiterung spricht. An kreativen Geschäftsideen mangelt es bei Gianni Infantino nun wahrlich nicht. Von immer neuen Vorstößen hält den FIFA-Präsidenten auch nicht ab, dass seine Ideen bei Fußballfans regelmäßig auf Ablehnung stoßen. Heftige Kritik zog zum Beispiel der "FIFA-Friedenspreis" nach sich, den er im vergangenen Jahr augenscheinlich allein für seinen Freund Donald Trump erfand. Wohlwollend könnte man Infantino zugute halten, dass er sein "Produkt Fußball" wirtschaftlich bestmöglich nutzen will. Das unterscheidet ihn nicht von anderen Geschäftsleuten. Fußball-Puristen hingegen bemängeln, dass bei Infantino längst sportliche Aspekte hinter Profitinteressen zurücktreten. Und so war es ganz besonders für sie nicht überraschend, dass der Schweizer noch während der laufenden XXL-WM mit 48 Teams und 104 Spielen laut darüber nachdachte, das Turnier zum XXXL-Event mit 64 Mannschaften auszubauen (das Finale der WM 2026 zeigt das ZDF am Sonntag ab 19:30 Uhr live). Kommt es beim Sport-Spektakel vielleicht doch auf die Größe an? Was spricht für und gegen eine weitere Erweiterung des Turniers? Wie eine 64er-WM für Fußball-Märchen sorgen kann Zumindest ein sportlich positiver Aspekt einer Erweiterung liegt auf der Hand: Mehr Teams würde mehr globale Teilhabe bedeuten. Ozeanien könnte einen zweiten Startplatz erhalten, Afrika und Asien künftig 13 und zwölf statt neun und acht Mannschaften an den Start bringen. Mehr Länder würden auch Potenzial für mehr "Fußball-Märchen" bedeuten. Wer hätte schon etwas gegen eine weitere Story à la Kap Verde einzuwenden? Außerdem könnten zusätzliche Partien längere Regenerationspausen zwischen zwei Spielen bedeuten. Das Duell zwischen England und Argentinien war schon vor Anpfiff emotional aufgeladen. Die Partie gipfelte in einer verrückten Schlussphase. 15.07.2026 | 9:57 minRechenspiele: WM-Vorrunde im Ligamodus statt in Gruppen? Zumindest einen Gedanken sind auch einige Rechenspiele wert. 48 Teams erforderten bei dieser WM ein kompliziertes Verfahren, um die besten Gruppendritten zu ermitteln. 495 Optionen gab es vor dem Turnier für die finale Zuteilung der Sechzehntelfinals, die erst am Tag vor der ersten K.-o.-Partie feststanden. 64 Mannschaften würden die Mathematik erleichtern - zum Beispiel mit acht Achter- oder 16 Vierergruppen, aus denen sich die jeweils besten vier beziehungsweise zwei für das Sechzehntelfinale qualifizieren könnten. Das komplizierte Beste-Gruppendritte-Format wäre abgeschafft - eine begrüßenswerte Vereinfachung. Oder braucht es bei so vielen Nationen doch ein ganz anderes Format, zum Beispiel einen Liga-Modus wie in der Champions League? Fünf oder sechs Vorrunden-Spieltage versprächen Spannung - würden aber auch mehr sportlich fragwürdige Tiebreak-Entscheidungen und bis zu 160 Vorrunden-Spiele bedeuten. Schon beim bisherigen Modus in Vierergruppen würde die Vorrunde einer 64er-WM nach 96 Begegnungen enden. Selbst das ist viel, hält man sich die 104 Spiele bei der WM 2026 vor Augen - inklusive der gesamten K.-o.-Phase. Das Halbfinale der Fußball-WM ist entschieden: Spanien erreicht das Finale, Frankreich verliert. Wie ist die Stimmung in den beiden Ländern nach der Entscheidung? 15.07.2026 | 2:55 minPlatznot bei aufgeblähter Fußball-WM Wo wir beim Thema Aufgeblähtheit wären. Denn egal, nach welchem Format eine größere WM stattfindet: Soll der Zeitraum nicht über die fünf Wochen hinaus ausgedehnt werden, wären im schlimmsten Fall fünf bis sechs Gruppenspiele pro Tag nötig. Das ermüdet und bringt Austragungsländer in Platznot. Schon in diesem Jahr braucht es 16 Stadien in drei Ländern, bei mehr Teams dürften 20 bis 22 Arenen nötig sein. Es wäre nahezu unmöglich, eine WM in nur einem Land auszurichten. Sogar Deutschland, das eine Bewerbung um die WM 2038 oder 2042 erwägt, bekäme da ohne Unterstützung aus dem Ausland Platzprobleme. Finanzielles Wachstum durch mehr Teams unbelegt Und das, wo noch nicht einmal belegt ist, dass Infrastrukturkosten tatsächlich von möglichen Mehreinnahmen durch zusätzliche Spiele gedeckt werden. Laut Medienberichten ist nicht klar, dass zusätzliche 16 Teilnehmer tatsächlich ein signifikantes finanzielles Wachstum bringen. Ehe Infantino die Weltmeisterschaft auf 64 Mannschaften erweitert, gibt es also noch eine Reihe unbeantworteter Fragen - und gewichtige Gegenargumente. Wobei ihn dieser Umstand zuletzt selten davon abgehalten hat, seine Ideen trotzdem durchzusetzen. Alle Spiele, alle Tore der Fußball-WM 2026 Frankreich enttäuscht lange :Elfmeter und Traumkombinationen bei Frankreich - Spanien Embolo sieht Gelb-Rot :Enge Kiste zwischen Argentinien und Schweiz Bellingham trifft doppelt :Traumtor, Verlängerung bei England - Norwegen Entscheidung kurz vor Schluss :Spanien - Belgien: Jokertor und Torwart-Drama Mbappé unglücklich vom Punkt :Frankreich - Marokko: Geniestreich bricht Bann Letztes WM-Achtelfinale :Schweiz und Kolumbien verlangen einander alles ab Weltmeister verzweifelt :Argentinien und Ägypten mit denkwürdiger Schlussphase Co-Gastgeber mit Stürmer Balogun :USA - Belgien: Fünf Tore und einmal Slapstick Treffer in der Nachspielzeit :Ein Joker entscheidet Portugal gegen Spanien Tore, Elfmeter, Platzverweis :Mexiko gegen England wird zum Thriller Doppelpack entscheidet :Spektakel zwischen Brasilien und Norwegen Viele Nickligkeiten, viel Hektik :Frankreich quält sich gegen Paraguay-Bollwerk Marokko zieht ins Viertelfinale :Gelb-Rekord bei Kanada gegen Marokko Trifft Bayern-Star Diaz? :Ghana bietet Favorit Kolumbien harten Kampf Messi mit traumhaftem Tor :Kap Verde begeistert auch gegen Argentinien Entscheidung im Elfmeterschießen :Historisches Eigentor bei Australien gegen Ägypten Irrer Fehlschuss von Rieder :Intensives Duell zwischen Schweiz und Algerien Ronaldo feiert eine WM-Premiere :Irres Spektakel zwischen Portugal und Kroatien Oyarzabal trifft zweimal :Dominantes Spanien hat Österreich lange im Griff Balogun trifft und fliegt :Bosnien gegen die USA lange in Überzahl 130-Minuten-Drama in Seattle :Verrücktes Comeback bei Belgien gegen Senegal Starkes Spiel zweier guter Teams :DR Kongo macht England das Leben schwer Hexenkessel im Aztekenstadion :Mexiko - Ecuador: Megastimmung und Spektakel Mbappé und Olise überragen :Frankreich gegen Schweden wie im Rausch Norwegen im WM-Achtelfinale :Spiel der Traumtore bei Elfenbeinküste - Norwegen sportstudio Fußball-Dokus Sport :Schland in Sicht! Sport :Kapitän Kimmich Sport :Fußballnation der Zukunft? Doku | Terra X History :Rudi Völler: Eine deutsche Fußball-Legende Sport :Echt – Christian Streich Sport :ICONS - Deutsche WM-Legenden Verbraucher | WISO :Die Deals mit Fußballtrikots Politik | auslandsjournal :Foulspiel unter Freunden Doku :Greenwashed? Sport | Sport Dokus :Mesut Özil – zu Gast bei Freunden Sport :7:1 - Das Jahrhundertspiel Sport :FC Hollywood Sport :Spiel ihres Lebens Doku | Terra X History :Fußball-Legenden Doku | Terra X History :Deutschlands Doppelsieg - WM 1974 Mehr zur WM - Die Partien auf einen Blick:Spielplan, Ergebnisse und Tabellen - Von Atlanta bis Vancouver:Die Stadien - Newsletter abonnieren:ZDFsportstudio Update Fußball-WM 2026

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15. Juli
Neues Deutschland

Fußball-WM | Fifa-Präsident Gianni Infantino greift nach der Menschheit

- Sport - Fußball-WM Fifa-Präsident Gianni Infantino greift nach der Menschheit Die nächste Erweiterung der WM auf 64 Teams soll dazu führen, dass auch die bevölkerungsreichsten Länder der Erde mitspielen – und konsumieren. Für die Reichen und Mächtigen der Welt ist Miami ein idealer Ort: Glamour und Luxus ohne Ende. Auch Gianni Infantino hat sich ein Anwesen im wohlhabenden Vorort Pinecrest zugelegt. Südwestlich von Downtown Miami liegt die Residenz des Fifa-Präsidenten inmitten der riesigen Grundstücke mit luxuriösen Villen. Auch aus der Lebens- und Gedankenwelt des Alleinherrschers im Fußball-Weltverband leitet sich also ab, dass der Impresario seine XXL-Weltmeisterschaft noch mal ausweiten will – von 48 auf dann 64 Mannschaften. Wäre dann Konfektionsgröße XXXL. Über die nächste Aufstockung wurde vor allem in den USA schon länger geraunt. »Das ist auf jeden Fall ein Thema, das man nach dieser WM anschauen und in den Gremien diskutieren wird«, kündigte der Fifa-Präsident an. Der Schweizer wird vermutlich schon das Spiel um den dritten Platz am Sonnabend in Miami und das Finale am Sonntag in New Jersey dazu nutzen, um seine treu ergebene Funktionärsfamilie für diesen Plan zu begeistern. Wobei der 56-Jährige öffentlich nicht erwähnt, worum es ihm wirklich geht: Acht der zehn bevölkerungsreichsten Länder der Welt haben bei dieser WM nur zugeschaut. Aus diesem Ranking waren nur die USA und Brasilien dabei. Es sollen aber mehr von diesen Ländern mit ihrer jungen Bevölkerung mitspielen. Denn ihr Konsum könnte den Geschäften der Fifa noch mal einen weiteren Kick geben. Infantino will jetzt nach der ganzen Menschheit greifen. Indien und China haben zusammen rund 2,8 Milliarden Einwohner und stellen damit mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung. Das Problem: In Indien ist Cricket unangefochtener Volkssport Nummer eins. Die Erfolge der milliardenschweren Indian Premier League binden Talente, Geld und Aufmerksamkeit – zum Nachteil des Fußballs, für den allein schon die Infrastruktur fehlt. Doch das Interesse für Fußball als britische Kronkolonie ist vorhanden, viele verehren immer noch Diego Armando Maradona von der WM 1986. Zur WM 2026 scheiterte Indien in der zweiten Qualifikationsrunde in Asien an Katar und Kuwait. Auch China ist ein Sorgenkind: Staatschef Xi Jinping gab zwar mal das Ziel aus, aus seinem Land eine große Fußballnation zu machen. Doch mit der Brechstange ließ sich eine Topliga als Katalysator nicht installieren. Dazu beschädigen Wettbetrügereien und Korruptionsfälle das Image. Vereine und Ligen können sich nicht entwickeln, weil die regierende Kommunistische Partei über Jahrzehnte ein Geflecht aus bürokratischen Hürden und Kontrolle aufgebaut hat. Bei der einzigen WM-Teilnahme 2002 erzielte die chinesische Nationalelf nicht mal ein Tor. Andere Hürden struktureller Art bestehen in Indonesien. Im größten Inselstaat der Welt mit 280 Millionen Einwohnern ist Fußball zwar die mit Abstand beliebteste Sportart, die einzige WM-Teilnahme datiert jedoch aus dem Jahr 1938 – damals noch als Niederländisch-Indien. Auch Bangladesch mit seinen 180 Millionen Menschen wäre ein interessanter Markt. Die Jubelbilder von Tausenden Argentinien-Fans gingen um die Welt: Im Trikot von Lionel Messi feierten sie euphorisch die WM-Auftritte ihres Superstars. Vielleicht verteilt Infantino ja allein dafür eine Wildcard? Unmöglich scheint nichts mehr. Asien gilt bei der Fifa noch als riesiger Wachstumsmarkt, in vielen Schwellenländern wird bislang aber der europäische Vereinsfußball und da insbesondere die englische Premier League mit ihren Weltstars genau verfolgt. Eine WM-Teilnahme könnte den Fokus auf die Nationalteams, ein Fifa-Turnier und deren Sponsoren verlagern. Sollte die nächste Aufstockung bis zur WM 2030 umgesetzt werden, muss es schnell gehen. Die ganze Welt müsse von der WM träumen dürfen und »nicht nur Europa und Südamerika«, rechtfertigt Infantio, der wissen müsste, dass die letzte Ausweitung auf 48 Teams nur mit einem moderaten Anstieg der europäischen Startplätze von 13 auf 16 erfolgte. Vorrangig profitierten jene Konföderationen, die bei seiner Wiederwahl sofort applaudieren. Es ist also ziemlich sicher davon auszugehen, dass gerade die Startplätze für Asien und Afrika erhöht würden. Ein Argument: Von zehn afrikanischen Teilnehmern erreichten neun die K.-o.-Runde. Mit Nigeria aber schaffte es das mit 242 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Afrikas nicht zur WM, weil die Super Eagles die Qualifikation im Elfmeterschießen gegen DR Kongo vermasselten. Das krisengeplagte Land aus Zentralafrika legte einen beherzten Auftritt gegen England hin. Auch Kap Verde war drauf und dran, die Argentinier und Messi zu schlagen – womit Infantino die gestiegene Qualität rechtfertigte. Unterstützt wird Infantinos Plan unter anderem von Alejandro Domínguez, Präsident des südamerikanischen Fußballverbandes. Schon beim Turnier in vier Jahren seien 64 Teams noch besser, um das 100-jährige WM-Jubiläum von 1930 in Uruguay zu würdigen. Eröffnungsspiele sind auch in Paraguay und Argentinien vorgesehen, danach wird in Marokko, Portugal und Spanien gespielt. Der argentinische Fußballweise Jorge Valdano mag sich trotzdem nicht freuen, wenn dann statt 13 Mannschaften wie bei der ersten Auflage wirklich bald 64 mitmachen. »Mit dem Fußball verhält es sich wie mit dem Klimawandel: Jeder weiß, wie sich das Problem lösen ließe, aber niemand unternimmt wirklich etwas, weil er damit beschäftigt ist, morgen Geld zu verdienen«, sagte der 70-Jährige jüngst. »Seit Langem beklagen wir, dass dieses Spiel nur einen einzigen Rohstoff kennt – den Menschen – und dass dieser einer enormen Belastung ausgesetzt wird. Die Lösung wäre: weniger Spiele. Doch dazu ist niemand bereit – auch nicht die Spieler selbst.« So dreht sich das Rad weiter. Einen Vorteil hätte das Format: Bei 16 Vierergruppen würden die Gruppendritten nicht mehr weiterkommen, die Rechenspiele und Taktikspielchen am letzten Gruppenspieltag entfielen. Nur: Es wären dann 128 statt 104 Spiele. Zu viel Masse? Was kümmert das jemanden, dem in Miami jeden Tag vor Augen geführt wird, was alles möglich ist, wenn man nur genug Geld und Macht hat. Wir haben einen Preis. Aber keinen Gewinn. Die »nd.Genossenschaft« gehört den Menschen, die sie ermöglichen: unseren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die mit ihrem Beitrag linken Journalismus für alle sichern: ohne Gewinnmaximierung, Medienkonzern oder Tech-Milliardär. Dank Ihrer Unterstützung können wir: → unabhängig und kritisch berichten → Themen sichtbar machen, die sonst untergehen → Stimmen Gehör verschaffen, die oft überhört werden → Desinformation Fakten entgegensetzen → linke Debatten anstoßen und vertiefen Jetzt »Freiwillig zahlen« und die Finanzierung unserer solidarischen Zeitung unterstützen. Damit nd.bleibt.

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