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Montag, 6. April 2026
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Gestrandeter Buckelwal: Timmy darf wieder hoffen

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6. April
taz (Öko & Co)

Gestrandeter Buckelwal: Timmy darf wieder hoffen

Gestrandeter Buckelwal: Timmy darf wieder hoffen Umweltminister Backhaus (SPD) prüft eine Rettung des Wals mit einem Katamaran. Entgegen einer Prognose ist der Wasserpegel vor Poel unerwartet gestiegen. dpa/afp/taz | Der Zustand des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals ist am frühen Ostermontag weiter unverändert. Wie das Umweltministerium mitteilte, atmet der Wal noch immer regelmäßig alle zwei bis vier Minuten. Die Polizei sei in der Nacht vor Ort gewesen, um den Wal zu beobachten. Am Ostersonntag hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) bekanntgegeben, dass der geringe Salzgehalt der Ostsee dem zwölf Meter langen Tier erheblich zusetze. Der verletzte Buckelwal war in der vergangenen Woche vor Wismar gestrandet. Am Mittwoch waren die Rettungsversuche eingestellt worden und nach Angaben von Experten wird das Tier wohl in der Bucht sterben. Der Wal soll am Dienstag erneut von Fachleuten begutachtet werden. Mögliche Rettungsaktion in der Prüfung Für eine mögliche Rettung des vor der Ostseeküste liegenden Buckelwals werden weiterhin Möglichkeiten wie ein Katamaran-Einsatz geprüft. „Also, wir sind ja nach wie vor an den Optionen dran“, sagte Backhaus am Sonntag in einem Interview mit dem Sender News5. Die seines Erachtens „beste Vorstellung“ sei es, einen in Dänemark befindlichen Katamaran dafür zu nehmen. Backhaus erklärte aber zugleich, dem Wal gehe es „wirklich ganz schlecht“. Bei einem Katamaran-Einsatz würden 80 Zentimeter bis ein Meter breite „Gurte unter dem Wal durchgespült, ganz vorsichtig, um dem Wal nicht zu schaden und dann tatsächlich ganz vorsichtig aufzunehmen“, sagte Backhaus weiter. Dann gebe es die Chance, den Wal auf einem Netz „lebend zu transportieren“. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers handelt es sich bei dem Katamaran um ein Spezialschiff, das ein Bergungsunternehmen in Dänemark zum Einsatz angeboten hat. Der Einsatz sei in der Prüfung, sagte Backhaus weiter. Entscheidend sei, dass ein gesundheitliches Gutachten dem Tier überhaupt eine Lebenschance ausstelle. Am Dienstag würden sich noch einmal Spezialisten vor Ort damit beschäftigen. Dann soll zudem ein Gutachten mit Einschätzung der Rettung von Experten vorliegen. Backhaus lädt auch Meeresbiologen Lehmann ein Wie die Ostsee Zeitung berichtet, hat der Umweltminister auch den Meeresbiologen Marc Robert Lehmann eingeladen, zu kommen und sich bei einer möglichen Bergung einzubringen. Ursprünglich habe Lehmann am Sonntag kommen wollen, doch dann abgesagt, weil er zu beschäftigt war. Zuvor gab es Austausch zwischen dem Meeresbiologen und dem Umweltminister. Lehmann hatte auf seinem Instagram-Kanal eingefordert, dass er den Rückhalt der Helfenden und Entscheider vor Ort brauche. „Ich packe ihn bei seiner eigenen Ehre“, sagt Backhaus nun. Und weiter: „Wenn er es ernst meint, kommt er her, und zwar schnell.“ Er garantiere Lehmann Rechtssicherheit. „Dafür steh’ ich mit meinem Namen“, so Backhaus. Am vergangenen Dienstag vor Poel gestrandet Der Buckelwal irrte nach Behördenangaben seit rund vier Wochen durch die Ostsee. Am Montag vergangener Woche strandete das Tier zunächst vor der schleswig-holsteinischen Küste auf einer Sandbank. Nachdem er dort mit Baggern wieder befreit wurde, saß er seit Samstag vor Mecklenburg-Vorpommern in der Wismarer Bucht fest. Das Tier war am vergangenen Dienstag vor Poel gestrandet. Am Mittwoch waren alle Rettungsversuche eingestellt worden. Nach Einschätzung von Fachleuten wird das Tier wohl in der Bucht sterben. Wie lange der Wal noch überleben wird, lässt sich nach Einschätzung der Experten nicht vorhersagen. Der Buckelwal hatte sich seit Anfang März viermal festgesetzt. Dreimal war es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen. Zunächst war er im Hafen von Wismar gesichtet worden, später vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und letztlich war er vor Wismar gestrandet. Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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5. April
ZDF heute

Wal-Rettung mit Katamaran? Behörden prüfen Vorgehen

Gesundheitszustand "ganz schlecht":Wal-Rettung mit Katamaran? Behörden prüfen Vorgehen Der vor Wismar gestrandete Buckelwal könnte mit einem Katamaran geborgen werden - sofern sein Gesundheitszustand dies zulässt. Doch das Tier ist weiterhin in schlechter Verfassung. Für den bei Wismar vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer: Das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern prüft nun, ob das Tier von einem Katamaran aufgenommen und in tieferes Wasser gebracht werden könnte. Voraussetzung hierfür sei aber ein voraussichtlich am Dienstag vorliegendes gesundheitliches Gutachten, ob der Wal überhaupt eine Überlebenschance habe, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) in einem Interview des Senders News5. Aktuell gehe es ihm "wirklich ganz schlecht". Katamaran könnte zwölf Tonnen schweren Wal aufnehmen Die Idee: Ein Katamaran aus Dänemark könne den zwölf Tonnen schweren Wal aufnehmen, so Backhaus. "Es werden 80 Zentimeter bis ein Meter breite Gurte unter dem Wal durchgespült, ganz vorsichtig, um dem Wal nicht zu schaden." Anschließend könne der Wal dann ganz vorsichtig hochgehoben und auf ein Netz gelegt werden, "um ihn dann lebend zu transportieren". Wal macht Salzgehalt zu schaffen Der viel zu geringe Salzgehalt in der Ostsee setzt dem gestrandeten Buckelwal laut Experten-Einschätzungen aktuell erheblich zu. Er liege rund ein Drittel unter dem, was Wale in der Nordsee oder dem Atlantik gewohnt seien, sagte Backhaus nach einem weiteren Besuch bei dem Meeressäuger. Die Rettungsversuche für den Wal in der Ostsee werden eingestellt. "Die Experten sind zu dem Schluss gekommen, dass die Grenzen der Unterstützung erreicht sind", sagt ZDF-Reporterin Stadtfeld. 01.04.2026 | 6:42 minDie Folge: Der Buckelwal habe Hautprobleme, "die den Gesundheitszustand wirklich sehr, sehr negativ beeinflussen". Zuvor hatten Fachleute direkt beim Wal Wasserproben genommen und analysiert. Der Wal hat außerdem Verletzungen - mutmaßlich von Schiffsschrauben - und Abdrücke, wahrscheinlich von einem Netz. Der Wal sei noch einmal genau vermessen worden, sagte Backhaus: "Er ist 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch." Aufgrund seines Gewichts von etwa zwölf Tonnen sei er bereits 50 bis 60 Zentimeter in den Ostseeboden eingesunken. Der Zustand hat sich von gestern zu heute nicht wesentlich verändert. Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern Wal in der Ostsee: Experten gehen davon aus, dass er stirbt Der Buckelwal war am vergangenen Dienstag vor Poel erneut gestrandet. Am Mittwoch waren alle Rettungsversuche eingestellt worden. Fachleute gingen daraufhin davon aus, dass das Tier wohl in der Bucht sterben wird. Der Buckelwal hatte sich seit Anfang März viermal festgesetzt. Dreimal war es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen. Zunächst war er im Hafen von Wismar gesichtet worden, später am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und letztlich war er vor Wismar gestrandet. Backhaus: Helfen dem Wal so gut wir können Die Betreuung des Meeressäugers laufe wie geplant weiter, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Der Wal wird rund um die Uhr beobachtet und regelmäßig durch Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Wasser benetzt. "Heute entscheidet sich, ob das letzte Mal geholfen wird", berichtete ZDF-Reporter Sven Rieken am Mittwoch. Der Wal habe sich seit seinem erneuten Stranden kaum bewegt. 01.04.2026 | 3:00 minMinister Backhaus dankte allen, die sich um den Wal kümmerten, nannte die Wasserschutzpolizei, die Feuerwehr und Anwohner. "Die Anteilnahme an dem Schicksal des Tieres nimmt nicht ab", berichtete er. Wir wollen dem Wal helfen, so gut wir können - nach bestem Wissen und Gewissen. Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern Buckelwal soll nicht getötet werden Backhaus schloss am Karsamstag aus, dass das Tier getötet wird. "Das wird hier nicht stattfinden. Wir können ihn nicht einfach erlösen, durch was auch immer." Sollte die Rettung mit dem Katamaran nicht funktionieren, wäre unklar, wie lange der Überlebenskampf des Wals noch dauert. "Bei einem Großwal kann der Sterbeprozess mehrere Tage dauern, während derer der Druck des eigenen Körpergewichts zunehmend die Organe schädigt", erläuterte die Meeresbiologin Tamara Narganes Homfeldt von der Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) der Deutschen Presse-Agentur. Langfristig werde dies zu einem Kreislaufkollaps und Organversagen führen. Große Wale können riesige Mengen Kohlenstoffdioxid speichern. Und: Die Meeresgiganten fördern durch ihre Lebensweise den Nährstoff- und Kohlenstoffkreislauf in den Ozeanen. 01.04.2026 | 1:04 min"Wenn der Buckelwal gestorben ist, wird sich dies durch völlige Regungslosigkeit sowie insbesondere eine fehlende Atmung über einen längeren Zeitraum von etwa einer Stunde bemerkbar machen", erläuterte die Expertin. Dass der Wal gestorben ist, werde sich zudem wenige Tage später durch Gase zeigen, die den Walkadaver aufblähen und für Verwesungsgerüche sorgen. Mehr zum Buckelwal "Wir kümmern uns bis zur letzten Minute":Gestrandeter Wal lebt noch und wird mit Wasser benetzt mit Video6:42Gestrandet in der Ostsee:Morddrohungen gegen Wal-Helfer mit Video6:42Vor Insel Poel in der Ostsee:Wal atmet in Fünf-Minuten-Takt - Sperrzone wird eingehalten mit Video6:42

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5. Oktober
ZDF heute

Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern Gesundheitszustand "ganz schlecht":Wal-Rettung mit Katamaran? Behörden prüfen Vorgehen mit Video54:58"Wir kümmern uns bis zur letzten Minute":Gestrandeter Wal lebt noch und wird mit Wasser benetzt mit Video6:42Gestrandet in der Ostsee:Morddrohungen gegen Wal-Helfer mit Video6:42Vor Insel Poel in der Ostsee:Wal atmet in Fünf-Minuten-Takt - Sperrzone wird eingehalten mit Video6:42Rekordzahlen im Jahr 2025:Camping-Urlaub: Beliebt wie nie - aber immer teurer mit Video0:30Tier liegt weiter vor Wismar fest:Prognose für Buckelwal in der Ostsee "nicht gut" mit Video0:51Wirtschaftsminister Wolfgang Blank:Mecklenburg-Vorpommern: Minister bei Unfall schwer verletzt mit Video0:22Mecklenburg-Vorpommern:Wirtschaftsminister Blank bei Unfall verletzt Video0:22Tod von Achtjährigem aus Güstrow:Fall Fabian: Mordanklage gegen Tatverdächtige mit Video1:01Politik | Länderspiegel:Eisiges Deutschland: Frieren, schlittern, fluchen von Britta HilpertVideo14:19Schulausfälle und blockierte Straßen:Glatteis und Schnee in Teilen Deutschlands mit Video1:37Nachrichten | ZDF-Mittagsmagazin:Mosebach: "Der Notfallplan funktioniert" Video2:15Seltenes Naturschauspiel:Größter deutscher Binnensee zugefroren Video1:00Seltenes Wetterphänomen:Winterliche Polarlichter über Norddeutschland Video0:45 Hammer des Jahres 2025:Behördenirrsinn und Steuerverschwendung: Drei krasse Fälle von Yve Fehringmit Video30:41Schweriner U-Ausschuss:Nord Stream 2: Schwesig verteidigt Vorgehen Video0:28Nachrichten | ZDF-Mittagsmagazin:Fall Fabian: Gericht prüft U-Haft von A. Kapinos | J. SchwarckVideo2:30Drohnenabwehr der Bundespolizei:Dobrindt und der Kampf gegen die Gefahr von oben von Susanne Seidlmit Video2:51Vor Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern:Wo die AfD 2026 die absolute Mehrheit holen will von Bernd Mosebachmit Video3:48Der Traum vom Fliegen :Otto Lilienthal - Aufstieg und Fall des Luftfahrtpioniers von Robin Marco Cid Serwemit Video43:48Getöteter Junge aus Güstrow:Toter Fabian: Neue Erkenntnisse, Fall bei Aktenzeichen XY mit Video2:03Nachrichten | heute - in Deutschland:Nach Merz „Stadtbild“ – Äußerung von Susanne Seidl und Nathalie HasselblattVideo3:13Nachrichten | ZDF-Mittagsmagazin:Reaktionen auf "Stadtbild"-Äußerung von Natalie Hasselblatt / Susanne SeidelVideo3:55Nachrichten | heute 19:00 Uhr:"Kanzler fühlt sich im Recht" Video1:50Hunderte tote Kraniche:Vogelgrippe breitet sich in Deutschland rasant aus mit Video6:17Getöteter Achtjähriger:Kein Verdächtiger im Fall Fabian: Trauer in Güstrow Gutshäuser in Mecklenburg-Vorpommern:Wie ein Gutshausretter ein regionales Kulturdenkmal bewahrt von Madeleine Berg, Anja Kapinos und Anne Stadtfeldmit Video31:10Altkanzler zu Nord Stream 2 befragt:Gerhard Schröder vor U-Ausschuss: "Was soll dieser Unsinn?" mit Video2:25Neue Ermittlungen bei Güstrow:DNA-Analyse bestätigt: Totes Kind ist vermisster Fabian mit Video1:58Mecklenburg-Vorpommern:Obduktion: Totes Kind bei Güstrow war Opfer von Gewalt Suche nach Fabian aus Güstrow:Kinderleiche gefunden - Polizei geht von Verbrechen aus mit Video1:58Mecklenburg-Vorpommern:Taucher sollen nach vermisstem Achtjährigen suchen mit Video2:34

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5. Oktober
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Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Nachrichten aus Schleswig-Holstein Baby unter den Todesopfern:Baum stürzt auf Gruppe: Drei Tote in Schleswig-Holstein mit Video0:58Rekordzahlen im Jahr 2025:Camping-Urlaub: Beliebt wie nie - aber immer teurer mit Video0:30Rettungs-Drama an der Ostseeküste:Findet er den Weg? Wal zwar befreit - aber nicht in Freiheit mit Video1:58Nachrichten | ZDF-Mittagsmagazin:Vor Ostseeküste gestrandeter Wal ist frei von Sohad KhaldiVideo1:30Timmendorfer Strand:Gestrandeter Buckelwal: Gelingt heute die Rettung? mit Video0:35Timmendorfer Strand:Rettungsaktion für Buckelwal soll weitergehen Video0:35Nachrichten | ZDF-Mittagsmagazin:Kruse: „Es gibt ein bisschen Hoffnung“ Video2:57Gestrandeter Buckelwal in der Ostsee:Sturm erschwert Rettung: Neuer Versuch mit großem Bagger mit Video2:37Jungpolitiker aus Schleswig-Holstein:AfD will Kevin Dorow doch nicht aus der Partei ausschließen mit Video0:23Nachrichten | ZDF-Mittagsmagazin:Kruse: "Wir befürchten, dass er sterben wird" Video1:46Nachrichten | hallo deutschland:Ausgebüxte Rinderherde blockiert Bundesstraße von Astrid HenrysonVideo1:33Nachrichten | hallo deutschland:Unterwegs mit der Verkehrspolizei in Kiel von Luis Vogt, Xenia Wehner und Elgin WölkVideo7:04Tarifverhandlungen:Erneuter Streik im öffentlichen Nahverkehr Video0:19Nachrichten | ZDF-Morgenmagazin:Nato-Manöver in Schleswig-Holstein Video2:29Brandursache unklar:Kiel: Ein Toter bei Brand in Wohnung über Einkaufszentrum mit Video0:17Abhängigkeit von US-Software :Die Achillesferse der deutschen Verwaltung von Marie Schollmit Video3:20 16.000 Lieferungen:Festnahmen wegen Rüstungsgeschäften mit Russland Video0:32Tunnel und Straßen gesperrt:Warnstreiks treffen Autofahrer bundesweit hart mit Video0:25Seltenes Wetterphänomen:Winterliche Polarlichter über Norddeutschland Video0:45Tausende müssen Häuser verlassen:Weltkriegsbombe in Wedel vor Entschärfung Video0:19- Grafiken Nach Schnee, Glätte und Sturm:Winterwetter beruhigt sich am Wochenende etwas mit Video1:21 Timmendorfer Strand an der Ostseeküste:Putzmittel statt Alkohol im Drink? Restaurantgäste verletzt mit Video0:18Seltenes Himmelsphänomen:Polarlichter über Schleswig-Holstein Video0:33Entwicklung im Diesel-Skandal:Thermofenster laut Urteil illegal - VW droht Nachrüstung von Hans Kobersteinmit Video0:53Tätigkeit hat viele Facetten:Ehrenamt: Wichtiger Einsatz fürs Gemeinwohl von Wolfgang Dannermit Video28:36"Land-Grazien" in Schleswig-Holstein:Flucht aus dem Dorf: Wenn die Beratung mobil sein muss von Elisabeth Finkmit Video28:36Warten auf Sturmflut an der Nordsee:Sturmtief über Europa: Stromausfälle, Verkehr eingeschränkt mit Video0:13Sichtung über Schleswig-Holstein:Drohnen sollen Kraftwerk, Klinik und Werft ausgespäht haben mit Video2:33Spionage? Ermittlungen laufen:Verdächtige Drohnen über Schleswig-Holstein mit Video14:55Temperaturen bis über 30 Grad:Wetter: Der Sommer dreht nochmal auf mit Video4:00

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6. April
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Ostseeküste: Experten prüfen Rettung des Wals bei Wismar mit Katamaran

Ostseeküste: Experten prüfen Rettung des Wals bei Wismar mit Katamaran Wismar. Ein Hoffnungsschimmer für den bei Wismar vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal: Das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern prüft nun, ob das Tier von einem Katamaran aufgenommen und in tieferes Wasser gebracht werden könnte. Voraussetzung hierfür sei aber ein voraussichtlich am Dienstag vorliegendes gesundheitliches Gutachten zum Wal, ob er überhaupt eine Überlebenschance habe, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) in einem Interview des Senders News5. Aktuell gehe es ihm aber „wirklich ganz schlecht“. Katamaran könnte den zwölf Tonnen schweren Wal aufnehmen Der Katamaran sei in Dänemark verfügbar und könne den zwölf Tonnen schweren Wal aufnehmen. Die Idee: „Es werden 80 Zentimeter bis 1 Meter breite Gurte unter dem Wal durchgespült, ganz vorsichtig, um dem Wal nicht zu schaden“, sagte Backhaus. Anschließend soll das Tier dann ganz vorsichtig hochgehoben und auf ein Netz gelegt werden, „um ihn dann lebend zu transportieren“. Aktuell setzt der viel zu geringe Salzgehalt in der Ostsee dem Buckelwal erheblich zu. Dieser liege rund ein Drittel unter dem, was Wale in der Nordsee oder dem Atlantik gewohnt seien, sagte Backhaus am Ostersonntag nach einem weiteren Besuch bei dem Meeressäuger. Die Folge: Der Buckelwal habe Hautprobleme, „die den Gesundheitszustand wirklich sehr, sehr negativ beeinflussen“. Zuvor hatten Fachleute direkt beim Wal Wasserproben genommen und analysiert. Backhaus: Dienstag Gutachten zu Gesamtzustand des Wals Das Tier war am vergangenen Dienstag vor Poel gestrandet. Am Mittwoch waren alle Rettungsversuche eingestellt worden. Nach Einschätzung von Fachleuten wird das Tier wohl in der Bucht sterben. Wie lange der Wal noch überleben wird, lässt sich nach Einschätzung der Experten nicht vorhersagen. Der Buckelwal hatte sich seit Anfang März viermal festgesetzt. Dreimal war es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen. Zunächst war er im Hafen von Wismar gesichtet worden, später am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und letztlich war er vor Wismar gestrandet. Betreuung des Wals läuft weiter Der Wal sei noch einmal genau vermessen worden, sagte Backhaus „Er ist 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.“ Aufgrund seines Gewichts von etwa zwölf Tonnen sei er bereits 50 bis 60 Zentimeter in den Ostseeboden eingesunken. Am Ostersonntag lebte der Wal noch. „Der Zustand hat sich von gestern zu heute nicht wesentlich verändert“, sagte Backhaus. Ein Sprecher des Umweltministeriums hatte zuvor bereits erklärt, die Betreuung des Meeressäugers laufe wie geplant weiter. Der Wal wird rund um die Uhr beobachtet und regelmäßig durch Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Wasser benetzt. „Die Positionierung der Wassersprenger muss aufgrund des Wetters gegebenenfalls angepasst werden“, sagte der Sprecher. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnete am Sonntag mit starken Windböen an der Ostseeküste. Backhaus dankte allen, die sich um den Wal kümmerten, nannte die Wasserschutzpolizei, die Feuerwehr und Anwohner. „Die Anteilnahme an dem Schicksal des Tieres nimmt nicht ab“, sagte er. Immer wieder erreichten ihn Anregungen, wie dem Wal geholfen werden könnte. „Ich versichere: Diese Hinweise – sofern sie ernst zu nehmen sind, werden von unserem Team beraten und geprüft.“ Dabei spiele der Tierschutz eine wesentliche Rolle. „Wir wollen dem Wal helfen so gut wir können - nach bestem Wissen und Gewissen.“ Dem Wal geht es sehr schlecht Dem Tier geht es sehr schlecht. „Er hat auch Verletzungen“, hatte Backhaus am Karsamstag gesagt. Ursache seien mutmaßlich Schiffsschrauben. Zudem gebe es Abdrücke, wahrscheinlich von einem Netz. Backhaus schloss aus, dass das Tier getötet werde. „Das wird hier nicht stattfinden. Wir können ihn nicht einfach erlösen durch was auch immer.“ Wie lange der Überlebenskampf des Wals noch dauert, ist unklar. „Bei einem Großwal kann der Sterbeprozess mehrere Tage dauern, während denen der Druck des eigenen Körpergewichts zunehmend die Organe schädigt“, erläuterte die Meeresbiologin Tamara Narganes Homfeldt von der Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) der Deutschen Presse-Agentur. Langfristig werde dies zu einem Kreislaufkollaps und Organversagen führen. Tod zeigt sich durch über eine Stunde fehlende Atmung „Wenn der Buckelwal gestorben ist, wird sich dies durch völlige Regungslosigkeit sowie insbesondere eine fehlende Atmung über einen längeren Zeitraum von etwa einer Stunde bemerkbar machen“, erläuterte die Expertin. Dass der Wal gestorben ist, werde sich zudem wenige Tage später durch Gase zeigen, die den Walkadaver aufblähen und für Verwesungsgerüche sorgen.

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3. April
taz (Öko & Co)

Gestrandeter Buckelwal: Anzeige ist raus

Gestrandeter Buckelwal: Anzeige ist raus Umweltminister Till Backhaus, Greenpeace und weitere Beteiligte wurden wegen des Umgangs mit dem Wal angezeigt. Der wird derweil mit Salzwasser benetzt. dpa/afp/taz | Am Karfreitag ist Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) auf der Insel Poel. Er sagt, er wolle den Wal bis zum Ende begleiten. Die Sperrzone zum Zugang zum Wal besteht weiterhin. Wie die Ostsee-Zeitung berichtet, werden auch Anwohner von der Polizei kontrolliert, um sicherzustellen, dass sich keine Unbefugten im Sperrgebiet aufhalten. Am Nachmittag stellt Backhaus sich den Fragen von Demonstranten. Schon am Vortag war eine Demo für den Wal angemeldet worden, zu der knapp 50 Menschen gekommen waren und eine Menschenkette gebildet hatten. Heute sind es weniger Demonstranten. Im Gespräch mit dem Umweltminister geht es unter anderm darum, ob mögliche Netzteile, die sich im Maul des Wals verfangen haben könnten, noch entfernt werden könnten. Im Netz wird Umweltminister Backhaus derweil als „Wal-Mörder“ beschimpft. Einige werfen ihm vor, sich nicht genug für die Rettung des Wals eingesetzt zu haben. Darüber hinaus bestätigte die Polizei unter anderem der Bild und der Zeit, dass Anzeigen wegen unterlassener Hilfeleistung und Tierquälerei, sowohl gegen den Umweltminister als auch gegen Greenpeace und weitere Beteiligte an der Walrettung, eingegangen sind. Die Bild berichtet, dass der Umweltminister am Karfreitag mit dem Meeresbiologen und Influencer Marc Robert Lehmann telefoniert haben soll. In dem Telefonat ging es um den Zustand des Wals. In dem Gespräch soll Lehmann angeboten haben, Netzteile, sofern sich welche im Maul des Wals befinden, zu entfernen. Dies sei jedoch mit einem hohen Risiko, auch für den Meeresbiologen verbunden. Zudem betonte Backhaus, dass abgewogen werden müsse, ob man diese Maßnahme dem Tier zumuten könne. Feuerwehr benetzt Wal mit Salzwasser Einsatzkräfte der Feuerwehr haben begonnen, den an der Ostseeküste vor Wismar gestrandeten Buckelwal mit Wasser zu benetzen. Das bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums. Die Experten hätten die Hilfsaktion empfohlen, um lindernde Umstände für den Wal zu schaffen. Die Initiative zum Befeuchten des Rückens des Tieres geht auf einen Hinweis eines Wissenschaftlers zurück, sagte der Sprecher des Umweltministeriums. Es sei für das Tier „ein unnatürlicher Zustand, mit dem Rücken in der Sonne zu liegen“. Deshalb könne ihm die Feuchtigkeit Linderung verschaffen. Die Haut des Wals gilt als extrem geschädigt, weil das Ostseewasser deutlich weniger Salz hat als sein ursprünglicher Lebensraum im Atlantik. Das Befeuchten soll zumindest etwas Linderung bringen. „Um ihm seine Situation angenehmer zu machen, wurde heute damit begonnen, den Rücken des Wals, der aus dem Wasser ragt, zu benetzen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). „Der Vorgang soll alle zwei bis drei Stunden wiederholt werden.“ Auch ein Schlauchboot der Polizei war in der Nähe des Wals im Einsatz, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. Der Zustand des Wals ist nach Angaben von Wasserschutzpolizei und Greenpeace unverändert. Die Rettungsversuche waren am Mittwoch eingestellt worden. Den Fachleuten und Meeresschützern vor Ort zufolge wird das Tier in dieser Bucht wohl sterben. Wie lange es noch überleben wird, lässt sich nach Einschätzung der Experten nicht vorhersagen. Am Donnerstagvormittag erkundete bereits ein Vermessungsboot die Umgebung des Wals, um eine mögliche Bergung des Buckelwals vorzubereiten. Wal irrt seit vier Wochen umher Der etwa 12 bis 15 Meter lange Buckelwal irrt nach Behördenangaben seit rund vier Wochen durch die Ostsee. Am Montag vergangener Woche strandete das Tier zunächst vor der schleswig-holsteinischen Küste auf einer Sandbank. Nachdem er dort mit Baggern wieder befreit wurde, saß er seit Samstag in der Wismarer Bucht fest. Am Montagabend hatte sich das zunehmend geschwächte und wohl auch kranke Tier nochmals aus eigener Kraft vom Meeresgrund gelöst und war für einige Stunden verschwunden, bevor es am Dienstag in die Wismarer Bucht zurückkehrte und sich vor Poel bei Wismar erneut auf Grund legte. Vorbereitungen für die Zeit nach dem Tod laufen schon Das Bundesumweltministerium hält es für richtig, dass die Rettung des Buckelwals eingestellt wurde. „Es ist die richtige Entscheidung, zum jetzigen Zeitpunkt weitere Rettungsmaßnahmen zu unterlassen und dem Tier seine Ruhe zu geben“, sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth der dpa. Am Deutschen Meeresmuseum laufen zusammen mit den Behörden die Planungen für eine wissenschaftliche Obduktion, sollte der Wal sterben, wie das Museum mitgeteilt hatte. Nach seinem Tod soll das Tier zur Insel Dänholm transportiert und dort von externen und unabhängigen Expertinnen und Experten obduziert werden. All dies werde umfassend dokumentiert.Neben Untersuchungen zu möglichen Krankheiten und zur Todesursache sollen auch der Körper und die Organe des Wals vermessen, gewogen und beprobt werden. Die Proben sollten später der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden, hieß es. Ein Großteil des Walkörpers soll fachgerecht durch ein spezialisiertes Entsorgungsunternehmen behandelt werden. Aktuell werde zudem ein Angebot zur wissenschaftlichen Sicherung des Walskeletts geprüft, dass dem Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock vorliege. Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. 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4. April
taz (Öko & Co)

Todeszone Mittelmeer: Als Wal wäre ihnen das nicht passiert

Todeszone Mittelmeer: Als Wal wäre ihnen das nicht passiert Das Massensterben von Migranten auf See ging auch diese Woche weiter. Doch für unsere Mitmenschen dort gibt es keinen Liveticker und kein Mitleid. D en Weg zurück ins offene Meer fand er nicht, den Weg in die Herzen der Deutschen schon. Eine Nation litt mit „Timmy“, dem Wal am Ostseestrand. Manche planten, ihm mit einer Menschenkette oder Klopfgeräuschen zurück ins Meer zu helfen. Freiwillige wollten ihn feucht halten und füttern. NDR, Focus, Bild, Ostsee-Zeitung und Merkur informierten mit Live-Tickern. Reporter berichteten, wie die Dämmerung am Strand der Insel Poel über dem Wal hereinbrach: „Es war nur leises Vogelgezwitscher und in der Ferne das Muhen der Rinder zu hören. Es war die Ruhe, die Buckelwal Timmy jetzt brauchte, um an der vermutlich letzten Station seines Lebens zu sterben.“ Die Polizei hielt Schaulustige mit einer Sperrzone fern und verbot Drohnenflüge, weil sie „das sterbende Tier stressen“. Ein Vermessungsboot fuhr das Gewässer ab, um die Bergung des Kadavers vorzubereiten. Die Messungen seien „extrem langsam und möglichst geräuschlos“ durchgeführt worden, um den das Tier nicht zu stören, versicherte ein Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern. Als klar wurde, dass der Wal bald ausgeschnauft haben würde, zeigten wütende Bürger Umweltminister Till Backhaus (SPD), Greenpeace und das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung an der Uni Hannover wegen unterlassener Hilfeleistung an. Zur gleichen Zeit trieben etwa 80 Menschen zwischen Libyen und der italienischen Insel Lampedusa im Mittelmeer. Wie es aussieht, überflog das Aufklärungsflugzeug IAM4101 der italienischen Luftwaffe am Montag das Seegebiet ganz in der Nähe des Schlauchbootes. Das Frontex-Flugzeug „Eagle 2“ informierte am selben Tag zweimal über ein Schlauchboot in Seenot. Doch erst mehr als 24 Stunden später, am Dienstag, kam die italienische Küstenwache den Menschen zur Hilfe. Da waren 19 der Insassen tot, offenbar erfroren, fünf waren in kritischem Zustand. 910 Tote bisher in diesem Jahr Einen Tag später, am Mittwoch, starben 20 Migrant:innen bei einem Bootsunglück vor der Küste von Bodrum in der Türkei. Am Sonntag waren mindestens 40 Menschen elf Meilen vor der Küste von Sfax in Tunesien ertrunken. Schlagzeilen macht das alles nicht mehr. Mindestens 910 Tote Flüchtlinge und Migrant:innen gab es bisher in diesem Jahr im Mittelmeer, dazu mindestens 120 auf dem Weg von Westafrika zu den Kanaren und mindestens vier im Ärmelkanal. Im Januar waren es 459 Tote, so viele wie noch nie in einem Januar, seit 2014 begonnen wurde, offiziell zu zählen. Hinzu kommt, dass im Schnitt etwa 3.000 Menschen jeden Monat von der libyschen Küstenwache auf dem Mittelmeer aufgegriffen und gegen ihren Willen nach Libyen zurückgeschleppt werden. In der Regel folgt darauf Haft, Folter, Erpressung, Sklaverei oder Tod. Manchmal alles zusammen. Italien blockiert derzeit mehrere NGO-Rettungsschiffe. Die Behördenanordnung verbieten ihnen, italienische Häfen zu verlassen. Wenn privaten Rettungsschiffen ein Einsatz gestattet ist, müssen sie die Geretteten seit 2023 oft in weit entfernte Häfen im Norden Italiens bringen – offensichtlich, um ihnen für längere Zeit weitere Rettungen unmöglich zu machen. Behandelt wie Verbrecher Der gestrandete Wal nimmt uns nichts weg. Die Migrant:innen aber sehen viele als Bedrohung für unser Leben im Überfluss. Wenn sie sterben, ist das Wegschauen Programm und die unterlassene Hilfeleistung Strategie. Es gibt keinen Liveticker, kein Mitleid, keine Anzeigen. Jedenfalls keine, die Folgen hätten. Und die, die helfen wollen, werden behandelt wie Verbrecher. Die große Leistung von Gruppen wie Sea Watch oder dem Alarm Phone war es, der kollektiven Abstumpfung so lange mit Erfolg entgegengetreten zu sein. Lange wurde das Sterben im Mittelmeer von vielen deshalb als nicht normal, als nicht eben zur Welt dazugehörend gesehen, sondern als das, was es ist: eine zivilisatorische Schande, die sich beenden ließe. Heute ist das anders. Die toten Flüchtlinge sind mittlerweile zu einer genauso abstrakten Größe geworden wie die Kriegstoten im Sudan, die Hungertoten in Ostafrika, die Opfer behandelbarer Krankheiten oder von Extremwettern. Die Veränderbarkeit dieser Schicksale wird verdrängt. Den Wal vermenschlichen so viele, weil er ihnen als Individuum entgegentritt. Dann sind Menschen zur Empathie willens und fähig. Wer zu einer anonymen Masse entmenschlicht wird, dessen Leid rührt nicht mehr an. So wird Akzeptanz geschaffen für eine Politik, die den Tod einpreist. Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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