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Donnerstag, 30. Juli 2026
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Tanken: Niedriger Rhein-Pegel bedroht Spritversorgung in Deutschland – Keine Entspannung in Sicht

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30. Juli
Wirtschaftswoche

Niedrigwasser: Fünf Kernindustrien hängen am Tropf der Wasserstraßen

Niedrigwasser: Fünf Kernindustrien hängen am Tropf der Wasserstraßen Am Mittelrhein zeigt sich Deutschlands größter Strom von seiner idyllischsten Seite. Die Sonne setzt die Steilhänge ins beste Licht, Sommergefühl überzieht die Weinberge zwischen Bingen und Koblenz, und Touristen bestaunen die Burg Pfalzgrafenstein mitten im Strom – die sogenannte „Pfalz bei Kaub“. Doch auf den Kommandobrücken der vorbeiziehenden Güterschiffe hat niemand Augen fürs Postkarten-Panorama. Die Blicke der Schiffsführer sind gebannt auf das Echolot und die Pegeldaten auf den Monitoren geheftet. An der bei Kapitänen berüchtigten Engstelle bei Kaub zeigte die Messstation am Dienstag nur noch 30 Zentimeter Wasserstand an, nicht mal die Hälfte des Normalwerts. Und die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) rechnet bis zum Wochenende mit einem weiteren Rückgang auf 25 Zentimeter. Damit droht das historische Rekordtief vom Oktober 2018 erneut erreicht zu werden. Für Schiffsführer, Reeder und ihre Auftraggeber aus der Industrie bedeutet das: Alarmstufe Rot. Was für Ausflügler nach ungetrübtem Sommerurlaub aussieht, entwickelt sich für die deutsche Wirtschaft zur existenziellen Bedrohung. Der Rhein ist kein bloßer Fluss – er ist die zentrale Pulsader der mitteleuropäischen Schwer- und Chemieindustrie. Das Niedrigwasser, so zeigt das Informationsportal des Bundes NIWIS im Netz, erfasst derzeit nahezu die gesamte mittlere und südliche Bundesrepublik. Auch an der Donau stauen sich die Restfrachten. An der Binnenelbe ist der Güterverkehr seit Wochen komplett zum Erliegen gekommen. Und an der Oberweser zwang der drastische Rückgang des Speichervolumens der Edertalsperre auf nur noch 20 Prozent die Behörden dazu, die Zuschusswasserabgabe schlagartig von fast 40 auf mickrige sechs Kubikmeter pro Sekunde zu drosseln. Die Folge: ein abruptes Absacken der Wassertiefen. Frühe Dürre, leere Flussbetten Dass Flüsse im Spätsommer wenig Wasser führen, ist ein vertrautes Bild. Das Bedrohliche in diesem Jahr ist das extreme Timing: Die Trockenheit hat die Wasserstraßen schon im Frühsommer erwischt – so früh und so heftig wie kaum zuvor in den vergangenen drei Jahrzehnten. Der Niedrigwasser-Bericht der Bundesanstalt für Gewässerkunde belegt das historische Ausmaß sogar europaweit: Die kumulierte Niederschlagssumme in Mitteleuropa liegt im Flächenmittel auf dem Niveau des Extremjahres 2022 – und nur haarscharf über dem absoluten Minimum der Referenzperiode 1993 bis 2022 aus dem Hitzejahr 2003. In den vergangenen 30 Tagen fiel in Mitteleuropa im Schnitt nur 60 Prozent der langjährigen Niederschlagsmenge. Ein Blick nach Süden macht deutlich, wie unterschiedlich der trockene Hitzesommer den Kontinent trifft. Während in Portugal, Spanien und Frankreich verheerende Wald- und Flächenbrände wüten, Rettungskräfte Zehntausende Urlauber evakuieren müssen und Mensch wie Natur unter Hitzedomen von über 40 Grad stöhnen, wirkt die Lage in Deutschland auf den ersten Blick fast glimpflich. Hierzulande herrscht in der Mitte und im Süden kein Flammenchaos, sondern schlicht Wasserknappheit im Flussbett. Ein fast tröstlicher Zustand – der die ökonomische Wucht der heimischen Dürre nicht schmälert. Im Rheingebiet zwischen Andernach und Lobith an der niederländischen Grenze sowie an der Ems fehlt sogar mehr als drei Viertel des normalen Regens. Dort wurden weniger als 25 Prozent des vieljährigen Mittels registriert. Am Niederrheinpegel Duisburg-Ruhrort droht das Niveau sogar den niedrigsten bisher gemessenen Wasserstand von 153 Zentimetern zu touchieren. Selbst die Sechswochen-Prognose der Hydrologen macht den Kapitänen keine Hoffnung. Ergiebige Regenfälle bleiben vorerst Mangelware und das Wasser auf einem Niveau, bei dem Fahrrinnen zum Nadelöhr werden, Untiefen zu gefährlichen Hindernissen und Schiffe bestenfalls noch als Leichtfrachter unterwegs sein können. Volkswirtschaft im Würgegriff Die ökonomischen Folgen sind immens. Normalerweise werden 75 bis 80 Prozent aller deutschen Binnenschiffstransporte über den Rhein abgewickelt. Doch statt der üblichen 2000 bis 3000 Tonnen Fracht können viele Frachter derzeit nur noch 300 bis 400 Tonnen an Bord nehmen – eine Auslastung von unter 15 bis 20 Prozent, in Extremfällen unter 10 Prozent. Um dieselbe Gütermenge ans Ziel zu bringen, bräuchte die Industrie fünf- bis zehnmal so viele Schiffe. Die sind knapp, und selbst wer Schiffsraum findet, zahlt immens: Schiffseigner erheben drastische Niedrigwasserzuschläge, die Frachtraten schießen in die Höhe. „Insgesamt könnten die Effekte stark genug sein, um das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,1 bis 0,2 Prozent zu dämpfen“, kalkulierte gerade erst Stefan Kooths, Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). Seine skeptische Prognose: „Da viele Experten für die Sommermonate nur ein leichtes Wachstum von maximal 0,2 Prozent erwarten, könnte Europas größte Volkswirtschaft damit in eine Stagnation rutschen“, so Kooths gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Das Chaos auf der Ausweichstrecke Normalerweise greift in solchen Notsituationen der Reflex des Logistikers: Ab auf die Schiene oder den Lkw. Doch in diesem Sommer kollabiert das Ausweichnetz. Den Lkw-Flotten fehlen die Fahrer, auch auf der Straße steigen die Frachtpreise massiv. Vor allem aber können selbst Tausende Lastwagen und Güterzüge die riesigen Tonnenmengen der Flussschiffe kaum ersetzen. Dazu schlägt das Pech auf der Schiene voll zu. Ausgerechnet am wichtigsten Nadelöhr entlang des Rheins ist auch die rechtsrheinische Bahnstrecke seit dem 10. Juli wegen einer Generalsanierung bis zum 12. Dezember komplett gesperrt. Alle Züge müssen sich über die zwei Gleise der linken Rheinseite quetschen – statt der üblichen vier auf beiden Seiten. Jede kleine Störung bringt den Nachschub der Industrie ins Stocken. „Niedrigwasser ist kein isoliertes Problem der Binnenschifffahrt, sondern ein Risiko für ganze Logistikketten. Logistische Engpässe treffen zuerst die energie- und rohstoffintensiven Industrien, die auf eine verlässliche Versorgung über den Wasserweg angewiesen sind“, sagt Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Speditionsverbandes DSLV. Wie die Branchen um ihre Frachten kämpfen Fünf Kernindustrien hängen am Tropf der Wasserstraßen: Chemie, Mineralöl, Stahl, Baustoffe und Energie. Jede Branche entwickelt in diesen Wochen eigene Überlebensstrategien. Mineralöl und Kraftstoff: Über den Rhein werden Raffinerieprodukte aus den sogenannten ARA-Häfen (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) ins Hinterland transportiert. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Fuels und Energie en2x, betont: „Unsere Mitglieder-Tankstellen verzeichnen keine niedrigwasserbedingten Engpässe, da die Logistik zu Wasser, Straße und Schiene permanent angepasst wird. Das ist eine logistische Meisterleistung.“ Wie lange sie noch gelingt, ist offen. Aus der Branche ist zu hören: „Die Lage ist handhabbar, aber ernst. Und sie wird zunehmend ernster.“ Und die Kosten für die Transporte steigen. Soll wohl heißen: Ein paar Benzin- und Diesel-Cent an der Zapfsäule sind mittlerweile auch dem Transportproblem Niedrigwasser geschuldet. Baustoffe: Die Baustoffindustrie schlägt ebenfalls Alarm. Rund ein Drittel der Sand- und Kiesmengen in Deutschland wird per Binnenschiff befördert. Susanne Funk, Geschäftsführerin des Bundesverbands Mineralische Rohstoffe (MIRO), berichtet von massiven Ausweichverkehren auf Lkw. Wo diese fehlen oder unbezahlbar werden, greift das harte Diktat des Baustellenstopps. In den Kieswerken heißt es pragmatisch und bitter: „Notfalls muss der Bau halt erst einmal stillstehen.“ Chemie: Beim Verband der Chemischen Industrie (VCI) ist die Sorge greifbar. Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup findet deutliche Worte: „Unseren Chemie-Binnenschiffen fehlt das Wasser unter dem Kiel. Das zeigt, wie dringend Deutschland leistungsfähige Wasserstraßen braucht. Der hier bestehende Investitionsstau muss endlich aufgelöst werden.“ Dass der totale Stillstand in vielen Chemiewerken bislang ausbleibt, liegt ironischerweise an der schwachen Konjunktur: Wer wegen geringer Nachfrage weniger produziert, muss auch weniger Rohstoffe wie etwa Methanol, Benzol oder Flüssiggase bewegen. Wenn Gasturbinen feststecken Eine Gasturbine, die so viel wiegt wie 80 ausgewachsene Elefanten, lässt sich ohnehin nicht per Lkw über Landstraßen transportieren. Für Rüdiger Fromm, Logistiker beim Energietechnik-Konzern Siemens Energy Entsprechend besorgt blickt Fromm derzeit auf seine Routenkarte: „Bis Magdeburg ist wirtschaftlich gerade eigentlich keine Binnenschifffahrt mehr möglich, das gleiche Problem haben wir am Ober- und Mittelrhein.“ An der Kauber Engstelle fallen Schwerguttransporte flach. Siemens Energy reagiert mit radikaler Vorverlagerung: Aufträge werden geprüft, Produktionstakte vorgezogen, um Komponenten Monate vor den kritischen Trockenphasen in die Hafenlager zu schaffen. Fromm zieht nach fast 30 Logistikjahren ein klares Fazit: „Wir spüren, wie das Wasser immer niedriger wird und die Zeiten immer länger.“ Lehren aus dem Trauma von 2018 Der Chemiekonzern BASF Als 2018 ein monatelanges Extrem-Niedrigwasser den Standort traf, musste BASF die Produktion drosseln, weil das Werk nur noch von wenigen Schiffen angefahren werden konnte. Der finanzielle Schaden je nach Berechnung: mindestens 50 Millionen Euro. Daraus hat der Konzern drastische Lehren gezogen. BASF-Chef Markus Kamieth erklärt anlässlich der aktuellen Halbjahreszahlen: „Wir versuchen aktuell, die Produkte vom Schiff weg auf den Lkw oder auf die Schiene zu bekommen. Wir sind deutlich besser vorbereitet als 2018.“ Tatsächlich hat BASF die Zahl gecharterter Niedrigwasser-Schiffe mehr als verdoppelt und in Kooperation mit Reedereien wie Stolt-Nielsen innovative Spezialtankschiffe entwickelt. Sie können dank extrem geringem Tiefgang selbst den Kauber Pegel bei historischen Tiefständen passieren. Zudem wurden Tanklager ausgebaut und Pipelines reaktiviert. Der Konzern muss deshalb mit höheren Logistikkosten rechnen. Doch auch Kamieth weiß: In hochkomplexen Verbundstandorten reicht oft das Fehlen eines einzigen Vorprodukts, um Produktionsstränge zu stoppen. Träge Beharrlichkeit an der Fahrrinne Dabei sind außergewöhnliche Trockenheiten längst kein Ausnahmezustand oder gar eine Überraschung mehr, sondern Folge des Klimawandels. Beim Deutschen Wetterdienst heißt es etwa: „Extreme Wetterereignisse, aber auch lang anhaltende Wetterlagen wie etwa lange Trockenphasen, werden in den kommenden Jahren auch in vielen Regionen Deutschlands von der Ausnahme tendenziell zum Normalfall.“ Das deckt sich mit den Erwartungen von Marcus Erdmann von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt: „Niedrigwassersituationen könnten zukünftig häufiger auftreten.“ Doch das Gegenmittel der Politik – die vertraglich zugesagte Vertiefung der Fahrrinnen am Mittel- und Niederrhein – zieht sich schmerzhaft in die Länge. Ziel ist die Vertiefung der Fahrrinne am Mittelrhein von 1,90 auf 2,10 Meter, bezogen auf den sogenannten gleichwertigen Wasserstand. Doch aufwendige Umweltprüfungen, lange Genehmigungsverfahren und Personalmangel in den Behörden bremsen die Bagger aus. Mit der Fertigstellung am Mittelrhein wird frühestens 2033 gerechnet, am Niederrhein erst 2037. Bis dahin vergehen noch elf Sommer des Bangens. Deutschland steht vor einer Mammutaufgabe: Will das Land seine industrielle Basis halten, muss die Logistik zu Wasser, Land und Schiene radikal neu gedacht und finanziell unterfüttert werden. Ansonsten bleibt den Kapitänen am Pegel Kaub – trotz aller malerischen Landschaftsszenarien – auf Jahre hinaus nur der angespannte Blick aufs Echolot. Und das Hoffen auf den nächsten Regen. Lesen Sie auch: Zu heiß fürs Geschäft

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29. Juli
Tagesschau

Niedrigwasser auf Rhein und Donau schränkt Schifffahrt ein

Anhaltende Trockenheit Niedrigwasser auf Rhein und Donau schränkt Schifffahrt ein Sichtbare Kiesbänke, vertrocknete Uferbereiche und Seitenarme ohne Wasser - die Flüsse leiden unter dem fehlenden Regen. Die historisch niedrigen Pegelstände behindern die Schifffahrt auf Donau und Rhein massiv. So wenig Wasser gab es im Rhein und in der Donau seit Langem nicht mehr. Stellenweise wurden historisch niedrige Pegelstände gemessen. Grund sind die vielerorts hohen Temperaturen und die anhaltende Dürre. In Kaub im Rhein-Lahn-Kreis wurden zum Beispiel 29 Zentimeter gemessen. Das entspricht einer Fahrrinne von 1,43 Meter. Amtlichen Prognosen der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt zufolge könnte der Wasserstand sogar noch weiter sinken - unter den tiefsten je gemessenen Wert aus dem Jahr 2018 mit 25 Zentimetern. "Keine sinnvolle Binnenschifffahrt mehr möglich" Der niedrige Wasserstand hat erhebliche Folgen für die Schifffahrt. "Unter einem Pegelstand von 40 Zentimetern bei Kaub ist keine sinnvolle Binnenschifffahrt mehr möglich", teilte die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz mit. Bereits in den vergangenen Tagen hätten Schiffe nur noch mit stark reduzierter Frachtmenge auf dem Rhein verkehren können, was die Kosten in die Höhe getrieben habe. Für den uneingeschränkten Betrieb von Großmotorschiffen müsste der Wasserstand im Rhein mindestens um einen Meter ansteigen. Milliardenschaden durch niedrige Wasserstände Auch bei Niedrigwasser gebe es weiter Gütertransporte auf dem Fluss, teilte der Verband der Deutschen Binnenschifffahrt mit. Eine behördliche Sperrung des Rheins erfolge "in aller Regel" nicht, teilte der stellvertretende Geschäftsführer Fabian Spieß mit: "Die Schifffahrt fährt, solange es sicher möglich ist." Laut IHK drohen Versorgungsengpässe bei Rohstoffen wie Kohle, Rohöl und Erdgas, die typischerweise mit Schiffen transportiert werden. Diese Produkte stehen am Beginn zahlreicher industrieller Produktionsketten, weshalb ganz unterschiedliche Industrieunternehmen betroffen seien. Der volkswirtschaftliche Schaden des historischen Niedrigwassers von 2018 werde auf 2,4 Milliarden Euro beziffert. Einige Reedereien stellen Donau-Betrieb ein Auch die Donau leidet unter der Trockenheit. Der Fluss hat streckenweise so wenig Wasser wie seit 30 Jahren nicht mehr. Bei Pöchlarn an der Donau liegt der Pegelstand derzeit bei nur noch knapp einem Meter - normalerweise sind es meist drei Meter. Von Deutschland über Österreich bis nach Rumänien können voll beladene Schiffe deshalb stellenweise nicht fahren. Zum Teil müssen die Reedereien ihren Betrieb auf dem Fluss sogar vollständig einstellen. In Greifenstein in Österreich liegen mehrere Schiffe auf dem Trockenen. Kreuzfahrtschiff auf Grund gelaufen Auch Touristen sind betroffen. In Bulgarien mussten 186 Passagiere und 52 Besatzungsmitglieder ihr Kreuzfahrtschiff verlassen, nachdem es in der Donau im Nordwesten Bulgariens auf Grund gelaufen war. Die unter Schweizer Flagge fahrende "Viking Ullur" ist normalerweise auf der Donau zwischen der ungarischen Hauptstadt Budapest und Rumänien unterwegs. Grund für das Auflaufen seien eine schlechte Sicht und "der niedrige Wasserstand der Donau", teilte das Innenministerium in Sofia mit. Debatte über Fahrrinnen-Ausbau im Rhein Der Klimawandel stellt die Binnenschifffahrt vor immer größere Herausforderungen. Mit Blick auf den Rhein pochen Wirtschaftsverbände etwa auf einen schnellen Ausbau der Fahrrinne, insbesondere im Mittelrhein. Es gibt Pläne, gezielt Felsen in den Rhein zu schleifen und Sandbänke zu entfernen, die die Binnenschiffer behindern. Umweltschützer halten das für gefährlich. "Das wird die Strömung des Rheins verändern, ohne dass man so richtig weiß, was dann passiert", sagte die rheinland-pfälzische Landesvorsitzende des BUND, Sabine Yacoub. Es bestehe die Gefahr, dass auch ökologisch wertvolle Uferbereiche in Mitleidenschaft gezogen werden, in denen sich die Kinderstuben zahlreicher Fischarten befinden. Zu befürchten sei, dass die Bauarbeiten Schäden anrichten, das Wasser im Fluss aber auch künftig nicht ausreicht.

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28. Juli
Wirtschaftswoche

Hitzewelle Deutschland: Rhein-Niedrigwasser kann deutsche Wirtschaftsleistung dämpfen

Hitzewelle Deutschland: Rhein-Niedrigwasser kann deutsche Wirtschaftsleistung dämpfen Das Niedrigwasser am Rhein kann Experten zufolge die deutsche Wirtschaftsleistung drücken. „Insgesamt könnten die Effekte stark genug sein, um das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,1 bis 0,2 Prozent zu dämpfen“, sagte der Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), Stefan Kooths, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Da viele Experten für die Sommermonate nur ein leichtes Wachstum von maximal 0,2 Prozent erwarten, könnte Europas größte Volkswirtschaft damit in eine Stagnation rutschen. Die anhaltende Trockenheit lässt die Wasserstände des Rhein, der zu den meistbefahrenen Binnenwasserstraßen der Welt gehört, immer weiter sinken. An der wichtigen Engstelle Kaub nahe Koblenz fiel der Pegel am Dienstag auf 30 Zentimeter. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) rechnet bis Freitag mit einem weiteren Rückgang auf etwa 25 Zentimeter – damit würde das im Oktober 2018 markierte Rekordtief erneut erreicht. „Da die Pegel Anfang August kaum sprunghaft wieder über die kritische Grenze steigen dürften, sollte die Transportleistung auch im kommenden Monat noch einige Zeit durch das Niedrigwasser beeinträchtigt sein“, sagte IfW-Experte Kooths. Über den Rhein werden Rohstoffe wie Getreide, Mineralien, Erze, Kohle und Ölprodukte wie Benzin transportiert. „Eigner erheben Zuschläge“ Der niedrige Wasserstand hat zur Folge, dass Frachtschiffe oft nur zu etwa zehn Prozent oder noch weniger beladen werden können. Das treibt die Kosten für die Reeder in die Höhe. erhöht. „Schiffseigner erheben Niedrigwasserzuschläge, damit sich die Fahrt mit so geringen Ladungen für sie lohnt“, sagte ein Rohstoffhändler. „Die Industrie verlagert Güter auf Schienen- und Straßentransport, aber auch das ist aufgrund der zusätzlichen Nachfrage teuer.“ Dem IfW zufolge lag der Pegel bei Kaub im Juli bislang an 14 Tagen unter dem für die Rheinschifffahrt kritischen Wert von 78 Zentimetern. „Bei konjunktureller Normallage würde dadurch im Juli die Aktivität im Produzierenden Gewerbe um rund 0,8 Prozent gedämpft werden, was für die gesamtwirtschaftliche Leistung auf Monatsbasis eine Einbuße von rund 0,2 Prozent bedeutet“, sagte Kooths. Die derzeit schwache Industriekonjunktur spricht allerdings für etwas geringere Effekte. Wie Hitzewellen den Sommerverkauf ausbremsen können Frachtschiffe können den Fluss derzeit nicht mehr voll beladen befahren, weshalb Güter auf mehrere Schiffe verteilt werden müssen. Dies verteuert den Transport und belastet die angeschlagene Wirtschaft, die zuletzt zu einer leichten Erholung angesetzt hat. Binnenschiffe seien oft zu höchstens 15 bis 20 Prozent beladen, hieß es zuletzt aus Händlerkreisen. Verschärft wird das Problem nach Ansicht der Analysten von Deutsche Bank Research durch eine monatelange Sperrung einer wichtigen Ausweichroute auf der Schiene. Die rechtsrheinische Bahnstrecke ist wegen Sanierungsarbeiten demnach bis zum 12. Dezember für den Güterverkehr nicht befahrbar. Ohnehin könne die Bahn die Kapazitäten der Binnenschifffahrt nur begrenzt ersetzen. Als Ursachen für das Niedrigwasser gelten das trockene Wetter der vergangenen Wochen sowie geringere Zuflüsse aus den Nebenflüssen und dem Bodensee. Lesen Sie auch: Zu heiß fürs Geschäft

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28. Juli
Handelsblatt

IfW: Rhein-Niedrigwasser könnte deutsche Wirtschaftsleistung dämpfen

IfW: Rhein-Niedrigwasser könnte deutsche Wirtschaftsleistung dämpfen Berlin. Das Niedrigwasser am Rhein kann Experten zufolge die deutsche Wirtschaftsleistung drücken. „Insgesamt könnten die Effekte stark genug sein, um das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,1 bis 0,2 Prozent zu dämpfen“, sagte der Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), Stefan Kooths, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Da viele Experten für die Sommermonate nur ein leichtes Wachstum von maximal 0,2 Prozent erwarten, könnte Europas größte Volkswirtschaft damit in eine Stagnation rutschen. Die anhaltende Trockenheit lässt die Wasserstände des Rhein, der zu den meistbefahrenen Binnenwasserstraßen der Welt gehört, immer weiter sinken. An der wichtigen Engstelle Kaub nahe Koblenz fiel der Pegel am Dienstag auf 30 Zentimeter. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) rechnet bis Freitag mit einem weiteren Rückgang auf etwa 25 Zentimeter – damit würde das im Oktober 2018 markierte Rekordtief erneut erreicht. „Da die Pegel Anfang August kaum sprunghaft wieder über die kritische Grenze steigen dürften, sollte die Transportleistung auch im kommenden Monat noch einige Zeit durch das Niedrigwasser beeinträchtigt sein“, sagte IfW-Experte Kooths. Über den Rhein werden Rohstoffe wie Getreide, Mineralien, Erze, Kohle und Ölprodukte wie Benzin transportiert.

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27. Juli
Der Spiegel (Wirtschaft)

Trockenheit und Hitze: Rhein-Niedrigwasser verteuern Warentransport deutlich

Wirtschaftliche Folgen der Trockenheit Niedriger Rhein-Pegel lässt Frachtkosten steigen Die Trockenheit in Deutschland hat wirtschaftliche Folgen. Wegen zu geringer Niederschläge sinken die Wasserstände des Rheins, und das wiederum treibt die Frachtkosten für die deutsche Industrie in die Höhe. Nachdem es am Wochenende weniger geregnet hatte als erwartet, rechnet die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) mit einem weiteren Rückgang der Pegel. An der wichtigen Rhein-Engstelle Kaub nahe Koblenz werde der Pegelstand von etwa 35 Zentimetern am Montag auf rund 20 Zentimeter am Freitag sinken, teilt die Behörde mit. Frachtschiffe können den Fluss derzeit nicht mehr voll beladen befahren, weshalb Güter auf mehrere Schiffe verteilt werden müssen. Dies verteuert den Transport und belastet die angeschlagene Wirtschaft, die zuletzt zu einer leichten Erholung angesetzt hat. Kosten für Transport deutlich gestiegen Binnenschiffe seien oft zu höchstens 15 bis 20 Prozent beladen, hieß es aus Händlerkreisen. »Die Probleme halten an, und eine Besserung ist in dieser Woche nicht in Sicht«, sagte ein Rohstoffhändler. Zwar könne die Schifffahrt auch bei sehr niedrigem Wasserstand fortgesetzt werden. Ab einem bestimmten Punkt lohne sich der Betrieb wegen der geringen Frachtmengen jedoch nicht mehr. Zudem könnten einige Reeder aus Sorge um ihre Schiffe den Betrieb einstellen, was eine Verlagerung der Fracht auf die Straße zur Folge hätte. Die Kosten für den Transport mit Tankschiffen von Rotterdam nach Karlsruhe seien von rund 45 Euro Ende Juni auf 120 bis 125 Euro pro Tonne gestiegen, erklärten Händler. Der Rhein ist eine wichtige Schifffahrtsroute für Rohstoffe wie Getreide, Mineralien, Erze, Kohle und Ölprodukte wie Benzin. Im Sommer 2022 hatten deutsche Unternehmen wegen ungewöhnlich niedriger Wasserstände infolge einer Dürre mit Lieferengpässen und Produktionsproblemen zu kämpfen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Nordrhein-Westfalen warnt auch nun vor erheblichen Folgen für die Wirtschaft. Betroffen seien Branchen wie Stahl, Chemie und Futtermittel, sagte Ocke Hamann, fachpolitischer Sprecher für Verkehr und Mobilität der IHK NRW, dem WDR. Dort gehe es um schwere Ladungen, bei denen die Schiffe tief einsinken. Für Unternehmen sei das Problem mit niedrigen Pegelständen zwar nicht neu – extrem sei aber, dass es so früh im Jahr auftrete. Sorge um Wirtschaftswachstum Hamann verwies auf eine historische Niedrigwasserphase vor acht Jahren: »2018 hat das Weltwirtschaftsinstitut in Kiel allein durch das Niedrigwasser einen Rückgang im Wachstum von 0,4 Prozentpunkten ermittelt.« Die Bundesregierung erwarte für dieses Jahr ganze 0,5 Prozent Wachstum, sagte der IHK-Vertreter. »Das heißt, dieses von der Bundesregierung eingeplante Wachstum kann innerhalb von wenigen Tagen schon pulverisiert werden.« Die Pegelstände entlang des Rheins sind zurzeit sehr niedrig. In Duisburg-Ruhrort zum Beispiel wurden am Montagmorgen 173 Zentimeter gemessen. Das sind nur 20 Zentimeter mehr als der niedrigste bekannte Wasserstand von 153 Zentimetern, der dort im Oktober 2018 gemessen wurde.

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27. Juli
Süddeutsche Zeitung (Wirtschaft)

Gütertransport: Niedrigwasser auf dem Rhein schränkt Schifffahrt ein

Die anhaltende Trockenheit lässt die Wasserstände des Rhein weiter sinken und treibt die Frachtkosten für die deutsche Industrie in die Höhe. Nachdem es am Wochenende weniger geregnet hatte als erwartet, rechnet die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) mit einem weiteren Rückgang der Pegel. An der wichtigen Rhein-Engstelle Kaub nahe Koblenz werde der Pegelstand von etwa 35 Zentimetern am Montag auf rund 20 Zentimeter am Freitag sinken, teilte die Behörde mit. Frachtschiffe können den Fluss derzeit nicht mehr voll beladen befahren, weshalb Güter auf mehrere Schiffe verteilt werden müssen. Dies verteuert den Transport und belastet die angeschlagene Wirtschaft, die zuletzt zu einer leichten Erholung angesetzt hat. Binnenschiffe seien oft zu höchstens 15 bis 20 Prozent beladen, hieß es aus Händlerkreisen. „Die Probleme halten an und eine Besserung ist in dieser Woche nicht in Sicht“, sagte ein Rohstoffhändler. Zwar könne die Schifffahrt auch bei sehr niedrigem Wasserstand fortgesetzt werden. Ab einem bestimmten Punkt lohne sich der Betrieb wegen der geringen Frachtmengen jedoch nicht mehr. Zudem könnten einige Reeder aus Sorge um ihre Schiffe den Betrieb einstellen, was eine Verlagerung der Fracht auf die Straße zur Folge hätte. Die Kosten für den Transport mit Tankschiffen von Rotterdam nach Karlsruhe seien von rund 45 Euro Ende Juni auf 120 bis 125 Euro pro Tonne gestiegen, erklärten Händler. Der Rhein ist eine wichtige Schifffahrtsroute für Rohstoffe wie Getreide, Mineralien, Erze, Kohle und Ölprodukte wie Benzin. Im Sommer 2022 hatten deutsche Unternehmen wegen ungewöhnlich niedriger Wasserstände infolge einer Dürre mit Lieferengpässen und Produktionsproblemen zu kämpfen.

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