29. Juli Süddeutsche Zeitung
Hitzewelle: Temperaturen steigen fast überall auf mehr als 30 Grad
Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Schädliche Bakterien: Todesfall nach Vibrionen-Infektion registriert – Hitze erhöht Risiko
Umweltbundesamt: Wird in Zukunft mehr lange Hitzewellen geben
Fast überall mehr als 30 Grad, im Südwesten bis zu 38 Grad
Deutschland steht wieder ein sehr heißer Tag bevor: In fast allen Regionen wird es sonnig und vielerorts dürfte es über 30 Grad heiß werden. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) werden in weiten Teilen des Landes Höchstwerte von 31 bis 35 Grad erwartet, im Westen und Südwesten teils sogar 34 bis 38 Grad, etwa im Raum Karlsruhe.
An den Küsten wird es bei Wind vom Wasser Richtung Land nicht ganz so warm, im Nordosten liegen die Werte demnach bei 26 bis 31 Grad. Meist bleibt es überall sonnig, nur an den Alpen können sich mehr Quellwolken bilden; zum Abend hin sind einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen, wie der DWD mitteilte. Auch in der Nacht zum Donnerstag bleibt es vielerorts warm: In den Ballungszentren im Westen und Südwesten sinken die Temperaturen laut DWD teils nur auf 24 bis 20 Grad. Sonst werden 20 bis 15 Grad erwartet.
An den Küsten wird es bei Wind vom Wasser Richtung Land nicht ganz so warm, im Nordosten liegen die Werte demnach bei 26 bis 31 Grad. Meist bleibt es überall sonnig, nur an den Alpen können sich mehr Quellwolken bilden; zum Abend hin sind einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen, wie der DWD mitteilte. Auch in der Nacht zum Donnerstag bleibt es vielerorts warm: In den Ballungszentren im Westen und Südwesten sinken die Temperaturen laut DWD teils nur auf 24 bis 20 Grad. Sonst werden 20 bis 15 Grad erwartet.
Schädliche Bakterien: Todesfall nach Vibrionen-Infektion registriert – Hitze erhöht Risiko
Die Berliner Gesundheitsämter haben einen Todesfall nach einer Vibrionen-Infektion registriert. Der Mensch hielt sich den Angaben zufolge vor Einsetzen der Symptome in Mecklenburg-Vorpommern an der Ostsee auf. Es handelt sich nach Angaben des Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) um den ersten von der Behörde registrierten entsprechenden Todesfall seit 2023. Für die Zeit davor lägen keine Daten vor.
Vibrionen sind natürlicherweise in Süß-, Brack- und Salzwasser vorkommende Bakterien. Mit sommerlicher Hitze steigt das Risiko für Vibrionen-Infektionen an Nord- und Ostsee. Bei Wassertemperaturen über 20 Grad können sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) Vibrionen in Oberflächengewässern stark vermehren. Gerade in flachen, sich schnell erwärmenden Küstenbereichen steigt das Risiko für ein vermehrtes Auftreten der Bakterien bei höheren Temperaturen deutlich. Die Ostsee ist aufgrund ihres niedrigen Salzgehalts besonders betroffen.
Insgesamt verzeichnet das Lageso in seinem jüngsten Wochenbericht zu Infektionskrankheiten in diesem Jahr bereits drei Fälle von Vibrionen-Infektionen. Die Behörde geht davon aus, dass sich die Erkrankungen vermutlich nach Wund- oder Hautkontakt mit Meer- beziehungsweise Brackwasser entwickelt haben. Angaben zum Geschlecht der Menschen machte die Behörde nicht. Alle Betroffenen seien über 75 Jahre alt und zählten somit zur Risikogruppe. Dazu zählten insbesondere ältere und immungeschwächte Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen, etwa Diabetes, Leber- oder schweren Herzerkrankungen. Gefährdet sind vor allem Menschen mit offenen Wunden.
Vibrionen sind natürlicherweise in Süß-, Brack- und Salzwasser vorkommende Bakterien. Mit sommerlicher Hitze steigt das Risiko für Vibrionen-Infektionen an Nord- und Ostsee. Bei Wassertemperaturen über 20 Grad können sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) Vibrionen in Oberflächengewässern stark vermehren. Gerade in flachen, sich schnell erwärmenden Küstenbereichen steigt das Risiko für ein vermehrtes Auftreten der Bakterien bei höheren Temperaturen deutlich. Die Ostsee ist aufgrund ihres niedrigen Salzgehalts besonders betroffen.
Insgesamt verzeichnet das Lageso in seinem jüngsten Wochenbericht zu Infektionskrankheiten in diesem Jahr bereits drei Fälle von Vibrionen-Infektionen. Die Behörde geht davon aus, dass sich die Erkrankungen vermutlich nach Wund- oder Hautkontakt mit Meer- beziehungsweise Brackwasser entwickelt haben. Angaben zum Geschlecht der Menschen machte die Behörde nicht. Alle Betroffenen seien über 75 Jahre alt und zählten somit zur Risikogruppe. Dazu zählten insbesondere ältere und immungeschwächte Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen, etwa Diabetes, Leber- oder schweren Herzerkrankungen. Gefährdet sind vor allem Menschen mit offenen Wunden.
Ab ins Wasser – aber richtig
In den nächsten Tagen steigt das Thermometer vielerorts wieder weit über die 30-Grad-Marke. Aber Obacht, wer in Freibad, Fluss oder See zum Baden geht, sollte unbedingt ein paar Regeln beachten. Warum es auch heuer schon wieder so viele Badetote gegeben hat, weshalb man vor dem Schwimmen auf einen Schweinebraten verzichten und welche Badesachen man seinen Kindern vorzugsweise anziehen sollte – ein kleiner Überblick.
Lorenz Zeck
Umweltminister: „Vorfahrt“ für Klimaschutz und erneuerbare Energien
Von einem „schmerzhaften Ausdruck eines Klimanotstands“ sprach jüngst der spanische Premierminister Pedro Sanchez angesichts der Brände in seinem Land. Der deutsche Bundesumweltminister Carsten Schneider wählt nicht das Wort Notstand, betont aber ebenfalls die Dringlichkeit der Lage. „Der Klimawandel ist bereits schmerzhafte Realität und er trifft unseren Kontinent besonders stark“, sagte der SPD-Politiker. Jetzt sei die Zeit für Brandbekämpfung, Nothilfe und europaweite Solidarität. „Zugleich muss es darum gehen, den gefährlichen Klimawandel zu stoppen, damit Hitze, Dürre und Waldbrände in Zukunft nicht noch schlimmer werden“, betonte Schneider. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien und anderer Klima-Lösungen darf jetzt nicht gebremst werden, sondern muss volle Vorfahrt bekommen.“ Das sei ein Gebot ökonomischer Vernunft, aber auch der Schutz von Menschen und ihrer Heimat.
Lorenz Zeck
Umweltbundesamt: Wird in Zukunft mehr lange Hitzewellen geben
„Wenn wir in fünf oder zehn Jahren auf heute zurückblicken, werden wir mit großer Gewissheit sagen, dass 2026 ein eher kühles Jahr war“, sagte der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, am Freitag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Und das, obwohl es in Deutschland Ende Juni Rekordtemperaturen von über 40 Grad gegeben hat.
In Berlin werde es um 2050 regelmäßig so heiß werden, wie jetzt in Madrid.
„Zur Mitte des Jahrhunderts rechnen wir mit zehn zusätzlichen Hitzetagen im Vergleich zu heute“, fügte er hinzu. „Hinzu kommt: Es wird auch noch mehr lange, mehrtägige Hitzephasen geben, wo es auch nachts kaum mehr abkühlt. Und natürlich wird es insgesamt heißer werden.“ Das werde zu enormen Belastungen für die Menschen, die Verkehrsinfrastruktur und die Gesundheitsversorgung führen. Er mahnt daher eindringlich zu mehr Tempo beim Klimaschutz in Deutschland.
In Berlin werde es um 2050 regelmäßig so heiß werden, wie jetzt in Madrid.
„Zur Mitte des Jahrhunderts rechnen wir mit zehn zusätzlichen Hitzetagen im Vergleich zu heute“, fügte er hinzu. „Hinzu kommt: Es wird auch noch mehr lange, mehrtägige Hitzephasen geben, wo es auch nachts kaum mehr abkühlt. Und natürlich wird es insgesamt heißer werden.“ Das werde zu enormen Belastungen für die Menschen, die Verkehrsinfrastruktur und die Gesundheitsversorgung führen. Er mahnt daher eindringlich zu mehr Tempo beim Klimaschutz in Deutschland.
Lorenz Zeck
Letzte Hitzewelle: 90 Prozent mehr Eis verkauft
Dass es in Deutschland rekordverdächtig wenige Klimaanlagen gibt, wurde bereits während der letzten Hitzewelle im Juni ausgiebig diskutiert. Nun haben Statistiker ausgewertet, worauf die Deutschen bei Temperaturen um die 40 Grad stattdessen setzen: Speiseeis und Wasser. In der letzten Juniwoche wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge 77 Prozent mehr stilles Wasser und 63 Prozent mehr Sprudelwasser gekauft als in einer durchschnittlichen Sommerwoche der Jahre 2023 bis 2025. Vom 22. bis zum 28. Juni wurden im Lebensmitteleinzelhandel zudem 90 Prozent mehr Speiseeis abgesetzt. Das seien bei allen drei Warengruppen jeweils die höchsten Absatzmengen seit Anfang 2023 gewesen. Ausgewertet wurden für die Statistik die Daten großer Supermarktketten.
Auch bei anderen Getränken wurden Rekordmengen verkauft: Der Absatz von Biermischgetränken war in der letzten Juniwoche 63 Prozent höher als in einer durchschnittlichen Sommerwoche der Jahre 2023 bis 2025. Bei alkoholfreiem Bier wuchs der Absatz um 38 Prozent, bei Limonade um 34 Prozent. Das war allerdings kein neuer Rekord.
Auch bei anderen Getränken wurden Rekordmengen verkauft: Der Absatz von Biermischgetränken war in der letzten Juniwoche 63 Prozent höher als in einer durchschnittlichen Sommerwoche der Jahre 2023 bis 2025. Bei alkoholfreiem Bier wuchs der Absatz um 38 Prozent, bei Limonade um 34 Prozent. Das war allerdings kein neuer Rekord.
Nächste Hitzewelle kommt – nur noch eine kühle Nacht
Liebe Leserinnen und Leser, es hilft nichts: In Deutschland wird es in den kommenden Tagen wieder heiß. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigt eine Hitzewelle an, die heute am Oberrhein beginnen soll. Bis zu 33 Grad bei viel Sonnenschein werden dort demnach erwartet. Im Großteil des Landes geht der DWD von Höchsttemperaturen zwischen 26 und 31 Grad bei wolkenlosem Himmel aus. Nur im Norden und Nordosten ist es mit Höchsttemperaturen zwischen 20 und 27 Grad deutlich weniger heiß. Örtlich kann es dort auch regnen.
DWD-Meteorologe Markus Eifried rät dazu, in der kommenden Nacht die Fenster zu öffnen: „Die Nacht zum Mittwoch ist die letzte kühle Nacht zum Durchlüften“ – mit Tiefstwerten zwischen zehn und 20 Grad. Am Mittwoch kann es dann selbst an den Küsten bis zu 30 Grad warm werden. Am Rhein sind sogar bis zu 38 Grad möglich. Noch heißer wird es dann am Donnerstag mit Temperaturen von bis zu 39 Grad. Gleichzeitig drohen dann auch kräftige Schauer und Gewitter. Wir begleiten das Wetter und seine Konsequenzen in den kommenden Tagen hier im Liveblog.
DWD-Meteorologe Markus Eifried rät dazu, in der kommenden Nacht die Fenster zu öffnen: „Die Nacht zum Mittwoch ist die letzte kühle Nacht zum Durchlüften“ – mit Tiefstwerten zwischen zehn und 20 Grad. Am Mittwoch kann es dann selbst an den Küsten bis zu 30 Grad warm werden. Am Rhein sind sogar bis zu 38 Grad möglich. Noch heißer wird es dann am Donnerstag mit Temperaturen von bis zu 39 Grad. Gleichzeitig drohen dann auch kräftige Schauer und Gewitter. Wir begleiten das Wetter und seine Konsequenzen in den kommenden Tagen hier im Liveblog.