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Sonntag, 26. Juli 2026
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Müssen Sie die VW-Zahlen schönreden, Herr Blume?

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24. Juli
ZDF heute

Müssen Sie die VW-Zahlen schönreden, Herr Blume?

VW-Chef spricht über Konzernlage:Müssen Sie die VW-Zahlen schönreden, Herr Blume? VW verzeichnet erneut einen deutlichen Gewinneinbruch: Wie schlecht steht es um den Konzern - und welche Maßnahmen müssen nun ergriffen werden? Das sagt VW-Chef Oliver Blume dazu. ZDFheute: Kanzler Merz hat seinen Job als einen der schwersten überhaupt bezeichnet. Das klang so, als müsste man Mitleid mit ihm haben. Muss man mit Ihnen Mitleid haben, weil Sie sicherlich derzeit den schwersten Job in Deutschlands Industrie haben? Oliver Blume: Mit mir muss man kein Mitleid haben. Wir sind zwar in anspruchsvollen Zeiten, aber wir wissen ganz genau, was wir tun, haben einen klaren Plan. Und insofern fühle ich mich sehr wohl in dieser Umgebung, weil wir gerade in diesen Zeiten sehr viel bewegen können. ZDFheute: Aber zum klaren Plan gehört wohl, was Sie vor zwei Wochen dem Aufsichtsrat von Volkswagen präsentiert haben: Stellenabbau, möglicherweise Werkschließungen. Die Pläne wurden vom Tisch gefegt. Ist das nicht für Sie eine Niederlage? Blume: Wir müssen uns zunächst erst mal das Risikoumfeld anschauen, in dem sich die gesamte Automobilindustrie bewegt. Es wird viel über Volkswagen-Krise gesprochen, es ist eine Krise der gesamten Branche. Wenn wir uns China anschauen, ist dort der Markt um 20 Prozent in diesem Jahr zurückgegangen und das heißt, chinesische Hersteller drängen in andere Weltregionen. Ganz stark in Europa, und der europäische Markt ist in den letzten Jahren um 16 Prozent zurückgegangen. Das drückt ganz einfach diese Wettbewerbssituation aus, in der wir uns befinden. Bis 2030 sollen 50.000 Jobs wegfallen, weltweit womöglich noch mehr, berichtet ZDF-Reporter Peter Kunz. Hauptgrund bleibt der Umsatzeinbruch in China und die steigenden Produktionskosten. 24.07.2026 | 3:33 minUnd dazu kommen noch die US-Zölle. Wir haben den Volkswagen-Konzern in den letzten drei Jahren umfassend neu ausgerichtet. Das zeigen auch unsere Halbjahreszahlen. Und jetzt geht es um den nächsten Schritt der Transformation. Und da geht es nicht um ein Sparprogramm. Es ist das umfassendste, tiefgreifendste Transformationsprogramm, was wir je im Volkswagen-Konzern gemacht haben. Oliver Blume, VW-Chef Es geht vor allem um innovative Produkte, es geht um Technologien, es geht um Wettbewerbsfähigkeit. Es geht um Strukturen und es geht auch um Wachstum. Und damit befassen wir uns aktuell, haben vor zwei Wochen die erste Sitzung dazu gemacht im Aufsichtsrat. Es wird folgende geben und da wird es natürlich auch noch Diskussionen geben, bis wir das Ganze freigegeben haben. ZDFheute: Aber wenn der Aufsichtsrat sagt, "nein", ist das vielleicht auch Teil Ihrer Strategie, dass Sie dann sagen können: "Okay Leute, wenn es nicht funktioniert am Ende, dann habt ihr auch Mitschuld daran. Ich habe euch einen brutaleren Plan präsentiert." Blume: Es ist ein sehr umfassendes Paket und rund 80 Prozent des Pakets sind nicht aufsichtsratszustimmungspflichtig. Wir haben an vielen Stellen bereits begonnen zu arbeiten. Und dann, wenn es natürlich um Werke geht, wenn es um Personal geht, wenn es auch um Strukturen des Konzerns geht, da muss der Aufsichtsrat natürlich am Ende zustimmen. Und deshalb sind diese Beratungen ganz besonders wichtig. Wir haben gute, auch kontroverse Diskussionen dazu geführt. Volkswagen-Chef Oliver Blume will Fabrikschließungen im Ringen um die Zukunft zehntausender Arbeitsplätze vermeiden - es intelligentere Lösungen als Werke zu schließen. 12.07.2026 | 0:22 minPersönlich geht es mir darum, ich möchte jeden Arbeitsplatz erhalten. Und Werkschließung ist für mich immer die letzte Konsequenz. Ich muss auf der anderen Seite aber auch unser Unternehmen im Blick haben. Und jede Überkapazität kostet Geld, die wir uns in der heutigen Zeit nicht leisten können. ZDFheute: Wenn Sie versuchen würden, die frischen Halbjahreszahlen jetzt nicht schön zu reden - was Sie natürlich müssen, auch für die Märkte - wie würden Sie es dann ausdrücken? Blume: Ich neige dazu, bei den Fakten zu bleiben. Und wenn man sich das Halbjahr anschaut, dann lohnt sich ein differenzierter Blick. Der Volkswagen-Konzern hat im ersten Halbjahr ein operatives Ergebnis von rund sechs Milliarden Euro erreicht, mit einer Rendite von rund vier Prozent. Damit schlagen wir uns ordentlich im Wettbewerb. Wir liegen zwar noch zwölf Prozent hinter dem Vorjahr beim operativen Ergebnis, werden aber den Ausblick auf dieses Jahr bestätigen. Und sehen dort in unseren wesentlichen Kennzahlen ein Ergebnis über Vorjahr. Und wenn man sich gerade den Cashflow anschaut, der ist im ersten Halbjahr, das ist also das, was am Ende vom Ergebnis übrig bleibt, rund 4,5 Milliarden über dem Vorjahr. Das zeigt also die Themen, die wir in den letzten Jahren angegangen haben, auch gerade die Performance-Programme, um die vielen Gegenwinde zu kompensieren. Das zieht, aber wir müssen weiterhin sehr hart daran arbeiten und vor allem auch jetzt die richtigen Weichen stellen in diesem großen Risikoszenario, in dem wir uns bewegen. VW steckt in der Krise. Einschätzungen dazu von ZDF-Wirtschaftsexperte Frank Bethmann. 13.07.2026 | 1:45 minSehr positiv sind unsere neuen Produkte. Wenn man jetzt China mal ausklammert, das ist der Markt, der in Summe gesunken ist, steigen unsere Auslieferungen weltweit. In Europa drei Prozent, Nordamerika acht Prozent, Südamerika neun Prozent. Ganz besonders die neuen elektrischen Fahrzeuge. Wir haben von der New Urban Car Family über 70.000 Aufträge in den ersten Wochen eingesammelt. Das zeigt, wir sind dort auf dem richtigen Weg. Wir machen die richtigen Autos, mit denen wir die Kundinnen und Kunden begeistern. Und das gibt uns Rückenwind für alles das, was vor uns liegt. ZDFheute: Werksschließungen sind ja nicht vom Tisch. Sie haben gesagt, es gibt vielleicht auch Alternativen. Wie könnten die Alternativen aussehen? Und wenn die nicht funktionieren, wie geht es dann weiter mit Betriebsrat, Gewerkschaften, der Politik? Blume: Zunächst erstmal zur Gesamteinordnung. Wir haben ein Produktionsnetzwerk, was auf über 12 Millionen Fahrzeuge aus der Vergangenheit investiert wurde. Damals mit deutlich optimistischen Annahmen in der Weltmarktentwicklung. Wir haben in den letzten Jahren bereits zwei Millionen Fahrzeuge aus dem Netz pro Jahr genommen. Wir werden jetzt noch eine Million Einheiten aus dem System nehmen müssen, denn jede Überkapazität kostet uns Geld. 500.000 rund davon in China und rund 500.000 in Europa. Damit befassen wir uns aktuell. Für uns steht im Vordergrund, dass unsere Werke untereinander gerade im europäischen Kontext wettbewerbsfähig sind und dazu fordern wir jetzt jedes Werk auf, auch die deutschen Werke. Und ein Werk zu schließen, ist immer die letzte Lösung und auch die teuerste Lösung. Deshalb spreche ich immer gern von intelligenten Lösungen, die beginnen mit der Wettbewerbsfähigkeit und da haben wir noch viele Möglichkeiten. Oliver Blume, VW-Chef Es gibt aber auch andere Ansätze, dass wir möglicherweise mit anderen industriellen Partnern prüfen, was wir in unseren Werken dort nutzen können oder auch Produkte, die wir in China entwickelt haben bei Volkswagen, dass wir das eine oder andere Produkt in einem Segment nach Europa bringen, in dem wir hier in Europa nicht vertreten sind. VW kündigt weitere Sparmaßnahmen an. Die Autoindustrie ist angeschlagen, so wie der gesamte Industriestandort Deutschland. Auch Arbeitsplätze leiden unter der schlechten Lage der Industrie. 10.07.2026 | 2:32 minZDFheute: Wenn Sie den Konzern beschreiben, wie er global agiert, dann beschreiben Sie die Agilität woanders. Das klingt so, als sei Deutschland der Klotz am Bein. Würden Sie sich hier einen anderen Einfluss wünschen von Seiten der Politik und der Gewerkschaften? Würde eine Strukturveränderung des Konzerns dabei helfen? Was ist mit der Beteiligung des Landes Niedersachsen am Werk? Behindert das oder hilft das? Blume: Also Deutschland ist unsere Heimat und wir haben hier hervorragende Fachkräfte in unseren Werken. Wir leisten hervorragende Arbeit, was wir hier in der Entwicklung machen und wir sehen am Ende auch, was bei uns bei den Produkten rauskommt, sonst wären wir nicht so erfolgreich im Markt. Und wären in der Lage, sogar unseren Absatz in so herausfordernden Zeiten mit über 150 Wettbewerbern weiterhin außerhalb Chinas zu steigern. Das zunächst erstmal zu Deutschland und zur Leistungsfähigkeit. Natürlich haben wir auch Reformbedarf in Deutschland, so wie wir das auch im Volkswagen-Konzern haben. In einem Unternehmen bildet sich genau das ab, was wir in einem Staat haben und man kann da auch sehr ähnliche Elemente ziehen. Ich finde, die Bundesregierung geht die Themen sehr beherzt an, hat richtige Entscheidungen getroffen. Aber wir müssen noch weitere Schritte machen. Das gilt für Deutschland und für Europa. Für mich wäre es am liebsten, wenn ich mich um Politik gar nicht kümmern müsste und wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen würde. Oliver Blume, VW-Chef Und ich nenne Ihnen dort ein Beispiel: Wir reden immer über interessenorientierte Politik, Industriepolitik in Europa. Wir haben heute eine Situation, dass wir sehr starken Export von chinesischen Produkten zu chinesischen Kosten nach Europa haben, die zum Teil nicht durch Zölle geschützt sind. Das sind die Plug-in-Hybriden. Die chinesischen Hersteller haben aktuell mittlerweile schon einen Marktanteil von über 30 Prozent. Wir sind einfach mit unserer Kostenstruktur in Deutschland und Europa nicht wettbewerbsfähig, wenn wir uns mit Chinesen messen müssen, die dort eine andere Kostenstruktur haben. "Die Transformation zur E-Mobilität kostet Arbeitsplätze, weil der Verbrennermotor mehr Komponenten hatte", sagt Hildegard Müller, Präsidentin VDA. "Da ist besonders die Zuliefererindustrie betroffen." 10.07.2026 | 5:18 minUnd das sind für mich Ansätze, die wir zügig angehen müssen, um dort eine Wettbewerbsgleichheit zu schaffen, die wir natürlich in anderen Weltregionen auch haben. Wir zahlen auch Zölle, und da müssen wir mehr auf unsere Interessen hier in Europa schauen. Darüber hinaus gibt es dann einfach auch viele Ansätze, die meinetwegen auch in Richtung "Made in Europe" gehen. Auch zu motivieren, Investoren nach Europa zu bringen - und da haben wir gemeinsam noch einiges zu tun. ZDFheute: Meine letzte Frage ist zur Rüstung: Kann das ein Weg aus der Krise sein? Mehr Rüstung für Volkswagen, um die Leute in Beschäftigung zu halten? Blume: Also wir unterstützen das Rüstungsprogramm der Bundesregierung, sehen auch die Notwendigkeit der Nato, gerade aufgrund der veränderten geopolitischen Situation, die wir haben. Wir wollen unser Know-how dort einbringen. Das ist im Wesentlichen im militärischen Transport oder in Verteidigungssystemen. Was der Volkswagen-Konzern nicht macht, ist in Waffen zu investieren. Oliver Blume, VW-Chef Das ist auch nicht unsere Kompetenz. Wir sehen aber auch, dass gerade in der Rüstungsindustrie großes Interesse an Automatisierung, an qualifizierten Fachkräften da ist. Und ich denke, das ist am Ende eine Win-Win-Situation in Kapazitäten, die wir im Moment zu viel haben aus der Vergangenheit, das mit unserem Know-how und der Notwendigkeit in der Rüstungsindustrie zu kombinieren. Und insofern finde ich, ist das ein sehr sinnvoller Weg. Das Interview führte Peter Kunz, Leiter des ZDF-Landesstudios Niedersachsen. Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.  Mehr zu VW - Europas größter Autobauer:VW-Gewinn im zweiten Quartal um ein Drittel eingebrochenmit Video3:33 - Insgesamt bis zu 100.000 Jobs bedroht:Stellenabbau bei VW: Blume nennt Belegschaft erstmals Zahlenmit Video0:22 - Volkswagen unter Druck:Tausende Jobs weg trotz Milliardenplus: Das steckt dahintervon Klaus Webermit Video1:32 - Ministerpräsident Niedersachsen:Lies erteilt VW-Schließungsplänen eine AbsageVideo0:29

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24. Juli
Tagesschau

VW-Chef Blume: "Ein Werk zu schließen, ist immer die letzte Lösung"

VW-Chef Blume "Ein Werk zu schließen, ist immer die letzte Lösung" Schwache Verkäufe vor allem in China setzen dem VW-Konzern zu: Der Gewinn ist kräftig gesunken. Konzernchef Blume will bis Jahresende Klarheit zum Sparkurs schaffen - und weiter an der Wettbewerbsfähigkeit arbeiten. NDR: Sie haben sicherlich den schwersten Job in der Industrie derzeit in Deutschland. Muss man mit Ihnen Mitleid haben? Oliver Blume: Mit mir muss man kein Mitleid haben. Wir sind zwar in anspruchsvollen Zeiten, aber wir wissen ganz genau, was wir tun, haben einen klaren Plan. Und insofern fühle ich mich sehr wohl in dieser Umgebung, weil wir gerade in diesen Zeiten sehr viel bewegen können. Umfassende Neuausrichtung in den vergangenen Jahren NDR: Aber zum klaren Plan gehörte, was Sie vor zwei Wochen dem Aufsichtsrat von Volkswagen präsentiert haben: Stellenabbau, möglicherweise Werksschließungen. Die Pläne wurden vom Tisch gefegt. Ist das nicht eine Niederlage? Blume: Wir müssen zunächst erst mal das Risikoumfeld anschauen, in dem sich die gesamte Automobilindustrie bewegt. Es wird viel über Volkswagen in der Krise gesprochen. Es ist aber eine Krise der gesamten Branche. Der Markt ist in diesem Jahr um 20 Prozent zurückgegangen. Chinesische Hersteller drängen in den Markt. Und dazu kommen noch die US Zölle. Wir haben den Volkswagen-Konzern in den letzten drei Jahren umfassend neu ausgerichtet. Jetzt geht es um den nächsten Schritt der Transformation. Und da geht es nicht nur um ein Sparprogramm. Es ist das umfassende, tiefgreifendste Transformationsprogramm, das wir je im Volkswagen-Konzern gemacht haben. Es geht vor allem um innovative Produkte, es geht um Technologien, es geht um Wettbewerbsfähigkeit, es geht um Strukturen. Und es geht auch um Wachstum. Und damit befassen wir uns. Wir sind aber fest davon überzeugt, dass es genau der richtige Weg ist, jetzt zu handeln, um uns für die Zukunft sicher aufzustellen. NDR: Aber wenn der Aufsichtsrat nein sagt - ist es dann Teil Ihrer Strategie, dass Sie dem Gremium eine Mitschuld geben können, wenn es am Ende nicht funktioniert? Blume: Es ist ein sehr umfassendes Paket, und rund 80 Prozent des Pakets sind nicht zustimmungspflichtig. Wir haben an vielen Stellen bereits begonnen zu arbeiten. Aber wenn es um Werke geht, wenn es um Personal geht, wenn es um Strukturen des Konzerns geht, muss der Aufsichtsrat natürlich am Ende zustimmen. Deshalb sind diese Beratungen ganz besonders wichtig. Wir haben gute, auch kontroverse Diskussionen dazu geführt. Für mich ist wichtig, dass aus so einer Debatte am Ende das beste Ergebnis für den Volkswagen-Konzern herauskommt. Während seiner beruflichen Laufbahn arbeitete Blume in leitender Funktion unter anderem bei Audi und Seat. 2009 wechselte Blume als Leiter Produktionsplanung zur Marke Volkswagen nach Wolfsburg. 2013 wurde ihm die Verantwortung für das Vorstandsressort Produktion und Logistik der Porsche AG übertragen. Von 2015 bis Ende 2025 war Blume Vorsitzender des Vorstands der Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG und seit 2018 ist er Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG. "Werksschließung ist immer die letzte Option" NDR: VW hat noch immer eine Überproduktion, und Werksschließungen sind nicht vom Tisch. Sie haben gesagt, es gebe Alternativen. Wie könnten diese Alternativen aussehen? Und wenn die nicht funktionieren: Wie geht es dann weiter mit Betriebsrat, Gewerkschaften, der Politik? Blume: Wir haben in den letzten Jahren bereits jeweils zwei Millionen Fahrzeuge aus dem Netz genommen und werden jetzt noch eine weitere Million aus dem System nehmen müssen. Denn jede Überkapazität kostet uns Geld. 500.000 davon in China und rund 500.000 in Europa. Damit befassen wir uns aktuell. Für uns steht im Vordergrund, dass unsere Werke untereinander gerade im europäischen Kontext wettbewerbsfähig sind. Und dazu fordern wir jetzt jedes Werk auf. Auch die deutschen Werke. Ein Werk zu schließen, ist immer die letzte und auch die teuerste Lösung. Deshalb spreche ich immer gern von intelligenten Lösungen, die mit der Wettbewerbsfähigkeit beginnen, und da haben wir noch viele Möglichkeiten. Es gibt aber auch andere Ansätze, dass wir möglicherweise mit anderen industriellen Partnern prüfen, was wir in unseren Werken dort nutzen können, oder auch Produkte, die wir in China entwickelt haben bei Volkswagen. Dass wir da das eine oder andere Produkt in einem Segment nach Europa bringen, in dem wir hier in Europa nicht vertreten sind. Und insofern denken wir breit, und eine Werkschließung ist immer die letzte Option. "Wir haben sehr konstruktive Gespräche" NDR: Braucht es in Zukunft mehr Einfluss von Ihnen auf den Konzern - und weniger Einfluss vom Land Niedersachsen? Blume: Wir haben sehr konstruktive Gespräche. Niedersachsen ist unsere Heimat und wird auch unsere Heimat bleiben. Ich bin in einem sehr guten Austausch mit Ministerpräsident Olaf Lies. Wir machen unser Geschäft, was Aufgabe des Konzernvorstands ist. Olaf Lies macht sein Geschäft, was seine Aufgabe als Ministerpräsident ist. Und insofern ist das eine Tradition bei Volkswagen, die gut funktioniert. NDR: Stichwort Osnabrück: Klar ist, dass dort die Autoproduktion eingestellt wird. Es heißt, dass ein israelisches Rüstungsunternehmen einsteigen könnte, gestützt durch das Land Niedersachsen. Wie ist da der aktuelle Stand? Blume: Wir haben in unseren Verhandlungen 2024 vereinbart, dass wir ab 2027 keine Volkswagen-Produkte mehr in Osnabrück fertigen werden. Hier gilt meine Aussage, dass es intelligentere Lösungen gibt, als ein Werk zu schließen: Dort sind wir mit verschiedenen Industriepartnern im Kontakt gewesen und sind im Moment in fortgeschrittenen Gesprächen mit der Rüstungsindustrie. Ich kann im Moment noch keine detaillierteren Aussagen treffen, aber zum Werk in Osnabrück werden wir in diesem Jahr eine Information herausgeben. Unterstützung für Rüstungsprogramm der Bundesregierung NDR: Kann es ein Weg aus der Krise sein, sich bei VW mehr auf Rüstung zu verlagern? Blume: Wir unterstützen das Rüstungsprogramm der Bundesregierung, sehen auch die Notwendigkeit der NATO gerade aufgrund der veränderten geopolitischen Situation, die wir haben. Und wir wollen unser Know-how dort einbringen: Das ist im Wesentlichen im militärischen Transport oder in Verteidigungssystemen. Was der Volkswagenkonzern nicht macht, ist in Waffen zu investieren. Das ist auch nicht unsere Kompetenz. Wir sehen aber auch, dass gerade in der Rüstungsindustrie großes Interesse an Automatisierung, an qualifizierten Fachkräften da ist. Ich denke, das ist am Ende eine Win-win-Situation: die Kapazitäten, die wir im Moment zu viel haben, mit unserem Know-how und der Notwendigkeit in der Rüstungsindustrie zu kombinieren. Ich finde, das ist ein sehr sinnvoller Weg. "Ich muss unser Unternehmen im Blick haben" NDR: Wie geht es Ihnen persönlich, wenn Sie über Werkschließungen sprechen müssen? Wenn Sie sich im Intranet erklären müssen, dass Jobs abgebaut werden? Blume: Persönlich möchte ich jeden Arbeitsplatz erhalten. Und Werkschließung ist für mich immer die letzte Konsequenz. Ich muss auf der anderen Seite aber auch unser Unternehmen im Blick haben. Und jede Überkapazität kostet Geld, die wir uns in der heutigen Zeit nicht leisten können. Deshalb setze ich in erster Linie immer daran an, dass wir an der Wettbewerbsfähigkeit arbeiten, denn da haben wir noch viele Möglichkeiten in Deutschland. Wenn ich es über die Wettbewerbsfähigkeit nicht hinbekomme, muss ich schauen: Habe ich eine andere Lösung für die Verwendung dieser Werke? Deswegen haben wir selbst noch gar nicht über Werkschließungen gesprochen, sondern wir setzen erst mal da an, uns ehrgeizige Ziele zu setzen und unsere Performance zu steigern. Das Interview führten Dennis Pyzik, NDR und Peter Kunz, ZDF. Es wurde für die schriftliche Fassung redigiert und gekürzt.

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24. Juli
FAZ (Wirtschaft)

Krise in Wolfsburg: VW hofft aufs zweite Halbjahr – und treibt Sparkurs voran

Krise in Wolfsburg : VW hofft aufs zweite Halbjahr – und treibt Sparkurs voran Nach dem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr verspricht der Autokonzern bessere Ergebnisse im Rest des Jahres. Impulse sollen von der krisengeplagten Marke Audi kommen. Die Börse bleibt skeptisch. Absturz in China, Schutzzölle in Amerika und ein eskalierender Machtkampf um Werksschließungen und Stellenabbau in Deutschland: Für Volkswagen-Chef Oliver Blume kommen die Einschläge im Moment von allen Seiten. Die Halbjahreszahlen, die der Manager am Freitag zusammen mit seinem Finanzvorstand Arno Antlitz in einer zwei Stunden langen Telefonkonferenz für Presse und Investoren vorgestellt hat, sind sogar noch etwas schwächer als von Börsenfachleuten erwartet. Und so verspricht Blume, dass der Konzern zumindest im Rest des Jahres bessere Ergebnisse einfahren wird. Es gebe einige Faktoren, die dann für „Rückenwind“ sorgten, heißt es in dem Call. Der VW-Konzern hat das erste Halbjahr mit einem Ergebnis abgeschlossen, das sich bestenfalls als durchwachsen bezeichnen lässt – und das in einigen Segmenten von immer härterem Druck geprägt ist. Im Vergleich zur Vorjahreszeit, die schon schwach war, ist der operative Gewinn abermals um mehr als ein Zehntel gesunken, die operative Umsatzrendite von 3,8 Prozent liegt weit unter dem Korridor von acht bis zehn Prozent, den sich Blume und Antlitz als Ziel für 2030 vorgenommen haben. Und weil auch die speziell bilanzierten Chinagewinne weiter zurückgegangen sind, ist der Gewinn unter dem Strich sogar um mehr als 30 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro gesunken. Der Aktienkurs ist niedriger als zur dunkelsten Zeit des Dieselskandals und zum Schock der Corona-Pandemie, am Freitag gibt er um weitere zwei Prozent auf 71,50 Euro nach. All das, so betont Finanzchef Antlitz in dem Call, zeige, wie wichtig die angestoßene Restrukturierung des ganzen Konzerns sei. „Entscheidend ist jetzt eine rasche und konsequente Umsetzung.“ Geringere Kosten in den nächsten Monaten Für das zweite Halbjahr sehen die Manager zumindest einige Lichtblicke, etwa in der Tochtergesellschaft Audi. Diese wird zwar voraussichtlich in der kommenden Woche wegen der vielen Schwierigkeiten rund um die Erde ihre Renditeziele kappen, wenn sie separat die eigenen Geschäftszahlen für das abgelaufene Halbjahr vorlegt – von den bisher angepeilten sechs bis acht Prozent Rendite im Gesamtjahr wird es wohl auf fünf bis sieben Prozent zurückgehen. Neuheiten wie die Sportvariante der 5er-Baureihe – der RS5 – oder die Stadtgeländewagen Audi Q7 und Q9 versprächen aber trotzdem einiges an „Momentum“, sagt Blume. Außerdem hofft er, dass die schon beschlossenen Sparprogramme im Konzern Wirkung zeigen und die Kosten entlasten. Zudem dürften weniger Ausgaben für die Restrukturierung der vielen Marken und Tochtergesellschaften zu Buche schlagen – so hatte etwa der Produktionsstopp des elektrischen ID.4 in Amerika das Ergebnis des Konzerns im ersten Halbjahr noch um eine halbe Milliarde Euro nach unten gezogen. In der Summe führen diese Perspektiven dazu, dass der VW-Konzern für das Gesamtjahr an seinem Renditeziel von vier bis 5,5 Prozent quer über alle Geschäftsteile festhält. Nur die Umsatzprognose kürzen Blume und Antlitz am Freitag. Bisher hatten sie bis zu drei Prozent Zuwachs in Aussicht gestellt, jetzt heißt es, dass die Erlöse bestenfalls stagnieren und im schlechtesten Fall um bis zu drei Prozent sinken werden. Die Verhandlungen um das nächste Sparprogramm sollen nun mit Hochdruck weitergehen. Investitionen werden auf das Nötigste reduziert, und im sogenannten Overhead, also in der Verwaltung und an vielen anderen Stellen im Konzern, sollen die Kosten bis zum Jahr 2030 gegenüber früheren Planungen um elf Milliarden Euro gekürzt werden. Daraus, so Antlitz, ergebe sich der schon oft kolportierte Abbau von bis zu 50.000 weiteren Arbeitsplätzen rund um die Erde. Außerdem schließt VW nicht aus, dass im nächsten Jahrzehnt die Produktion an bis zu vier Standorten in Deutschland auslaufen könnte; Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. Die nächste Aufsichtsratssitzung ist für Anfang September geplant. Blume gibt sich optimistisch, noch im Laufe dieses Jahres eine Einigung zu erzielen. Gut lief es in den ersten sechs Monaten abermals für die tschechische Volumenmarke Škoda. Sie erreichte eine operative Umsatzrendite von 8,5 Prozent und liegt damit weiter deutlich vor den anderen Volumenmarken des Konzerns, der Marke VW und den spanischen Gesellschaften Seat und Cupra. Auch der krisengeplagte Sportwagenhersteller Porsche arbeitet sich langsam vor. Zwar waren Umsatz und Absatz weiter rückläufig, das Ergebnis verbesserte sich aber, auch weil in der Vorjahreszeit Rückstellungen den Gewinn belastet hatten, die jetzt nicht mehr zu Buche schlugen. Die Rendite erreichte acht Prozent nach fünf Prozent in der Vorjahreszeit. Schlecht lief es für den Konzern weiter in China. Wie schon bekannt geworden war, sackten die Auslieferungen wegen des harten Verdrängungswettkampfs in der Volksrepublik ab. Das operative Ergebnis, das VW aus seinen chinesischen Gemeinschaftsunternehmen vereinnahmte, sank abermals um mehr als die Hälfte auf nur noch 184 Millionen Euro.

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24. Juli
Tagesschau

Deutsche Autohersteller sparen - mit gravierenden Folgen

Auto-Industrie in der Krise Sparmaßnahmen, die ganze Regionen treffen Volkswagen steckt in der tiefsten Krise der Firmengeschichte. Der Konkurrenz geht es ähnlich. Die Folgen der Sparmaßnahmen sind nicht nur für die Beschäftigten schwerwiegend, sondern für ganze Regionen. Im VW-Konzern brodelt es: Die Absatzzahlen brechen ein, die Gewinnmargen ebenso. Dies alles auf Managementfehler zurückzuführen, wäre zu kurz gegriffen, sagen Experten. Denn Konkurrenten wie Porsche, BMW oder Mercedes Benz geht es nicht viel besser. Das hat viel damit zu tun, dass die gesamte Autobranche vor großen Herausforderungen steht. Es drängen immer mehr chinesische Hersteller auf den Markt, die vergleichsweise günstige Fahrzeuge anbieten. Hinzu kommt die Zollpolitik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Sie führt dazu, dass Autos, die von Deutschland oder Europa aus in die USA exportiert werden, für amerikanische Kunden deutlich teurer und damit unattraktiver werden. Und dann sind da noch die großen technischen Umwälzungen, also die Transformation hin zu neuen Antriebstechniken. Für Beatrix Keim, Direktorin des Center Automotive Research (CAR), bedeutet das auch, mit neuen Anforderungen aus verschiedenen Regionen zurecht zu kommen. "Wir haben den amerikanischen, den europäischen, den chinesischen und noch andere Märkte. Es ist sehr schwierig, das alles überein zu bringen", sagt sie im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. Die Kosten müssen runter Viele Autobauer wollen in solch einer Situation vor allem eines: sparen. Zusätzlich zu den bereits beschlossenen Kürzungen von 50.000 Stellen in Deutschland stehen bei VW bis zu 50.000 weitere Stellen weltweit zur Debatte. In Deutschland stehen vier Werke auf dem Prüfstand. Werke könnten geschlossen und Teile der Produktion ins Ausland verlagert werden. Die Folgen sind gravierend - nicht nur für die Frauen und Männer, die ihre Arbeitsplätze verlieren, sondern für die ganze Region. Um welche Dimensionen es dabei gehen kann, zeigt das Beispiel Wolfsburg. Das VW-Werk dort ist mit rund 6,5 Quadratkilometern rein flächenmäßig eins der größten Automobilwerke der Welt. Mehr als 60.000 Menschen arbeiten dort. Auch die Zulieferbranche leidet Hinzu kommt, dass viele mittelständische Unternehmen und Dienstleister eng mit dem Konzern verwoben sind. "Weniger Volumen bei den Herstellern bedeutet eben auch weniger Volumen bei den Zulieferern. Die müssen auch sparen. Also fallen auch hier wieder Jobs weg", sagt Keim. Das zieht noch weitere Kreise. Jede Region hat Möglichkeiten zum Einkaufen, Restaurants und Vereine. "Das alles wird beeinträchtigt, wenn die Menschen wegfallen, die das eigentlich gebraucht haben." Wohlstand ist in Gefahr Genau deshalb beobachten Ökonomen wie der Präsident des Münchner ifo Instituts solche Entwicklungen mit Sorge. "Wenn die Industrie schrumpft, ohne dass neue, hochproduktive Branchen entstehen, ist der Wohlstand bedroht", so Clemens Fuest. "Deshalb sollte man die Probleme der deutschen Industrie nicht auf die leichte Schulter nehmen." Verlieren viele Menschen ihre Jobs, dann führt das zu einem spürbaren Kaufkraftverlust für die gesamte Wirtschaft in der Region. Sozialpartnerschaft ist in Gefahr Die Krise in der Automobilindustrie hat noch weitere Folgen, über die viel seltener gesprochen wird. Thorsten Schulten leitet das Tarifarchiv beim Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut in der Hans-Böckler-Stiftung (WSI). "Man hat momentan den Eindruck, dass einige der Automobilunternehmen mit dem Kopf durch die Wand rennen, indem sie ganz massive Forderungen formulieren und auf die Interessen der Beschäftigten relativ wenig Rücksicht nehmen", sagt er im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. Schulten geht noch weiter. Wenn über Entlassungen im großen Stil gesprochen wird, führt das dazu, dass Gewerkschaften Mitglieder verlieren. "In dem Fall ist die zuständige Gewerkschaft die IG Metall. Da sieht man den Mitgliederverlust. Und das schwächt natürlich eine Organisation am Ende." "Marshallplan" für die Industrie gefordert Constantin Gall, Autoexperte vom Beratungsunternehmen EY, fordert jetzt so etwas wie einen "Marshallplan", also ein Wirtschaftsförderprogramm, um der Branche wieder auf die Beine zu helfen. "Wir brauchen meines Erachtens ein klares Signal von staatlicher Seite, dass hier die Transformation erwünscht und nicht nur erwünscht, sondern entsprechend gefördert wird." Gall sieht bei der Umsetzung alle Beteiligten in der Pflicht. "Das erfordert Flexibilisierung bei Arbeitszeitmodellen, Flexibilisierung bei der Anpassung und dem Reskilling von entsprechenden Mitarbeiterschaften." Wenn das ein oder andere regulatorisch erleichtert werde, brauche es aber auch ein "Commitment der Industrie", wieder in den Industriestandort Deutschland zu investieren. Die Autoindustrie hat eine Zukunft, glaubt Gall, nur wird die Branche anders dastehen und anders agieren als das bislang der Fall gewesen ist.

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24. Juli
Wirtschaftswoche

VW-Krise: VW-Gewinn bricht um ein Drittel ein

VW-Krise: VW-Gewinn bricht um ein Drittel ein Der Volkswagen-Konzern hat im zweiten Quartal einen erneuten Gewinnrückgang verbucht. In den Monaten April bis Juni ging das Konzernergebnis nach Steuern um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro zurück, wie Europas größter Autobauer in Wolfsburg mitteilte. Im zweiten Quartal 2025 hatte VW China drückt auf Verkaufszahlen Die Auslieferungen fielen konzernweit um fast 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge, wie der Konzern bereits zuvor mitgeteilt hatte. Auf dem wichtigen Markt China sackten die Verkäufe sogar um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ab. Abseits Chinas sah es dagegen im Verkauf etwas besser aus. Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und härter werdende Konkurrenz sorgten für Gegenwind, hatte Konzernchef Oliver Blume bereits im Frühjahr erklärt. Er plant daher neue Sparmaßnahmen mit deutlichen Einschnitten: Bis zu 50.000 Stellen weltweit und vier Werke in Deutschland stehen auf dem Prüfstand – zusätzlich zu den 50.000 Jobs, die bis 2030 bereits abgebaut werden sollen. Widerstand gegen neue Sparpläne Von Gewerkschaft und Betriebsrat kommt bereits kräftig Gegenwind. Ebenso vom Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist und zwei Mitglieder im Aufsichtsrat stellt. Zusammen mit den Arbeitnehmern stellen sie dort die Mehrheit. In dem Gremium fielen die Pläne Berichten zufolge dann auch zunächst durch. Lesen Sie auch: VW – zwischen Selbstblockade und Selbstzerstörung

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24. Juli
Handelsblatt

VW-Krise: Erster Auftritt nach Aufsichtsrat: VW zieht Halbjahresbilanz

VW-Krise: Erster Auftritt nach Aufsichtsrat: VW zieht Halbjahresbilanz Wolfsburg. Für VW-Konzernchef Oliver Blume ist es der erste öffentliche Auftritt nach der Sitzung des Aufsichtsrats zu seinen neuen Sparplänen vor zwei Wochen: Zusammen mit Finanzvorstand Arno Antlitz präsentiert er die Bilanz fürs erste Halbjahr. In einer digitalen Analysten- und Pressekonferenz wollen sich die Manager danach den Fragen des Fachpublikums stellen. Im Aufsichtsrat waren die Sparpläne von Blume und Antlitz auf den Widerstand des Landes Niedersachsen, das einen großen Anteil am Autobauer hält, und der Arbeitnehmerseite gestoßen. Blume hatte zuletzt von einer Größenordnung von rund 50.000 Stellen weltweit gesprochen, die als „theoretische Ableitung“ betroffen wären. Vier Werke stehen auf der Kippe: Emden, Hannover, Zwickau und jenes der Tochter Audi in Neckarsulm. Vor einer Schließung bevorzuge er aber „intelligente Lösungen“, so Blume in einem internen Statement. Sparpläne fallen im Aufsichtsrat durch Von Gewerkschaft und Betriebsrat kommt bereits kräftig Gegenwind. Ebenso vom Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW Laut „Manager Magazin“ sollen sie im September aber erneut eingebracht werden. Zuvor wollen die Top-Manager Ende August bei mehreren Betriebsversammlungen vor die Belegschaft treten. Verkäufe gehen zurück Das Tagesgeschäft dürfte Blume jetzt keinen Rückenwind liefern. Im zweiten Quartal fielen die Auslieferungen konzernweit um fast 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge. Insbesondere im wichtigen Markt China steht der Konzern erheblich unter Druck: In der Volksrepublik sackten die Verkäufe um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ab. Immerhin: Abseits Chinas sah es bei Volkswagen im Verkauf etwas besser aus, vor allem in Europa, auch in Nordamerika ging es im zweiten Quartal bergauf im Vergleich zum schwachen Vorjahreszeitraum. Bei den Elektroautos sieht es in Europa sowohl im Verkauf als auch bei den Bestellungen besser aus. Blume: Verdienen zu wenig Geld Allerdings, so beklagte Blume zuletzt, verdiene VW mit seinen Autos schlicht zu wenig Geld. Der Gewinn ist bei VW seit langem im Sinkflug: Im ersten Quartal war das Konzernergebnis nach Steuern bereits um fast ein Drittel eingebrochen, im Gesamtjahr 2025 sogar um fast die Hälfte. Auch der Umsatz schrumpfte in den ersten drei Monaten des Jahres, aber nur leicht um 2,5 Prozent. Die operative Umsatzrendite lag damit noch bei 3,3 Prozent. Bis Jahresende sollen es eigentlich mindestens 4 Prozent sein, 2030 dann mindestens 8 Prozent. Das Ziel hatte VW erst Anfang des Jahres zurückgenommen, zuvor waren mindestens 9 Prozent angepeilt worden. Verwandte Themen Stellenabbau läuft bereits Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche Diese Ende 2024 vereinbarten Sparmaßnahmen reichten angesichts der sich verschärfenden Rahmenbedingungen aber nicht mehr aus, so Blume. Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und härter werdende Konkurrenz sorgten für Gegenwind, so der Konzernchef. Das bisherige Geschäftsmodell von VW, in Europa zu entwickeln und zu produzieren und weltweit zu verkaufen, funktioniere daher nicht mehr. Der Konzern müsse sich neu aufstellen und die Kosten weiter senken.

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