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Dienstag, 24. März 2026
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Rheinland-Pfalz - Schmitt zieht sich von FDP-Landesspitze zurück

Medienspektrum

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23. März
Tagesschau

Nach Wahlpleiten: FDP-Spitze um Parteichef Dürr tritt zurück

Nach Wahlpleiten FDP-Spitze um Parteichef Dürr tritt zurück Nach den Niederlagen der FDP bei den Landtagswahlen haben Parteichef Dürr und der gesamte Vorstand den Rücktritt angekündigt. Beim Parteitag im Mai soll die Führung komplett neu gewählt werden - Dürr will dabei kandidieren. Als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden der FDP bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg tritt die gesamte Parteiführung um den Vorsitzenden Christian Dürr zurück. Wie Dürr bei einer Pressekonferenz erklärte, soll der Bundesvorstand beim Parteitag Ende Mai neu gewählt werden - er selbst will dabei erneut für den Vorsitz kandidieren. "Ich denke nicht daran aufzugeben" "Es braucht auf dem kommenden Bundesparteitag eine neue Legitimation", sagte Dürr. "Das ist die Konsequenz aus zwei verlorenen Landtagswahlen." Das solle für eine "klare Kursbestimmung" sorgen - "insbesondere in Bezug auf meine Person". Er sei bereit, auch in einer Kampfabstimmung gegen Gegenkandidaten bei der Neuwahl zur Parteispitze anzutreten, so Dürr. "Ich denke nicht daran aufzugeben." Auch FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner kündigte an, sich auf dem Parteitag erneut zur Wahl zu stellen. FDP fliegt aus zwei Parlamenten Die FDP war am Sonntag bei der Wahl in Rheinland-Pfalz mit 2,1 Prozent und zwei Wochen zuvor in Baden-Württemberg mit 4,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. In beiden Ländern flogen die Liberalen damit aus dem Landtag. In Rheinland-Pfalz gehörten sie bisher sogar der Ampel-Landesregierung an. Baden-Württemberg sieht die FDP als ihr Stammland an. Dort war sie seit Jahrzehnten kontinuierlich im Landesparlament vertreten gewesen. Kritik von Strack-Zimmermann Scharfe Kritik an der Parteispitze kam nach den Wahlschlappen von der FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Ursachen für das desaströse Wahlergebnis in Rheinland-Pfalz seien falsche strategische Entscheidungen. "Nach Monaten ohne erkennbare Strategie fehlt vielen die Zuversicht, dass sich etwas zum Besseren ändert", sagte Strack-Zimmermann dem Tagesspiegel. Der "Schock", 2025 aus dem Bundestag geflogen zu sein, stecke "immer noch allen in den Knochen". Doch ihre Partei habe es verpasst, die richtigen Lehren daraus zu ziehen. "Einmal nicht mehr in den Bundestag gewählt worden zu sein, ist tragisch, ein zweites Mal ein politisches Versagen", so Strack-Zimmermann. Beobachter rechnen damit, dass die Verteidigungsexpertin sich um einen Posten an der Parteispitze bewerben könnte. Erst knapp ein Jahr Parteichef Der aus Niedersachsen kommende Dürr war erst im Mai vergangenen Jahres an die Spitze der Bundespartei gewählt worden. Er folgte Christian Lindner nach, der die Verantwortung für das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl im Februar 2025 übernahm und sich aus der Politik zurückzog. Der 48 Jahre alte Dürr hat Wirtschaftswissenschaften studiert. Er trat 1996 in die FDP ein und zog 2017 in den Bundestag ein, wo er ab 2021 an der Spitze der Fraktion stand. Dürr suchte sich die Unternehmerin Nicole Büttner als Generalsekretärin aus, die dann im vergangenen Mai vom Bundesparteitag gewählt wurde. Büttner ist seit 2005 Mitglied der FDP, war zuvor aber nicht in der Bundespolitik aktiv. Sie ist Geschäftsführerin des Berliner KI-Unternehmens Merantix Momentum. Kritiker werfen Parteiführung Orientierungslosigkeit vor.

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24. März
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Podcast: „Auf den Punkt“: Ist die FDP noch zu retten?

In ihrem Stammland Baden-Württemberg ist die FDP Anfang März mit 4,4 Prozentpunkten an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Am vergangenen Sonntag hat es in Rheinland-Pfalz nur noch zu 2,1 Prozent gereicht. Zwei bittere Niederlagen, wie FDP-Parteichef Christian Dürr am Dienstag in Berlin bestätigt hat: „So wie es bisher ist, kann es nicht weitergehen.“ Der gesamte FDP-Vorstand werde zum kommenden Bundesparteitag im Mai geschlossen zurücktreten. Dürr aber will sich erneut zur Wahl stellen. Er denke nicht daran, aufzugeben und habe „eine klare Vorstellung vom Kurs der Freien Demokraten“, sagt er. Ein Rücktritt, um dann wieder anzutreten, sei eine ungewöhnliche Strategie, um sich eine neue Legitimation zu holen, sagt Bastian Brinkmann, Korrespondent im Berliner SZ-Parlamentsbüro und zuständig für die FDP. Es gebe innerhalb der FDP Diskussionen darüber, wer Dürr als Vorsitzenden herausfordern könnte. Prominente Gegenkandidaten wären Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Wolfgang Kubicki, aber bisher haben sich beide noch nicht offiziell erklärt. Weitere Nachrichten: Steinmeier nennt Iran-Krieg „völkerrechtswidrig“; Israel will südlichen Libanon besetzen; Markwayne Mullin neuer US-Heimatschutzminister. Zum Weiterlesen: Hier lesen Sie ein Stück von Bastian Brinkmann über mögliche Kandidaturen gegen FDP-Chef Christian Dürr. So können Sie unseren Nachrichtenpodcast abonnieren: „Auf den Punkt“ ist der tägliche Nachrichtenpodcast der Süddeutschen Zeitung zu den wichtigsten Themen des Tages. Sie finden alle Folgen auf sz.de/nachrichtenpodcast. Verpassen Sie keine Folge und abonnieren Sie unser Audio-Angebot in Ihrer Lieblings-Podcast-App oder bei iTunes und Spotify. Eine Übersicht über all unsere Podcasts finden Sie unter www.sz.de/podcast und hier erfahren Sie, wie Sie unsere Podcasts hören können. Sie haben Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie uns: podcast@sz.de.

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23. März
Süddeutsche Zeitung

Machtkampf bei den Liberalen: Christian Dürr bleibt vorerst FDP-Chef – doch es droht Konkurrenz

Die FDP vertagt ihren Machtkampf. Christian Dürr bleibt vorerst Parteichef. Der Druck auf ihn war nach den verheerenden Wahlniederlagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz allerdings so groß, dass er seinen Kritikern entgegenkommen musste. Dürr kündigte am Montag an, sich auf dem Parteitag im Mai neu wählen lassen zu wollen. Eigentlich läuft sein Mandat noch ein Jahr länger. Die Neuwahl erlaubt nun eine Kampfkandidatur gegen Dürr. Ambitionen werden dem Chef des Landesverbands Nordrhein-Westfalen nachgesagt, Henning Höne. Die beiden Männer könnten in den kommenden Wochen um Stimmen der Parteitagsdelegierten konkurrieren. Es dürfte turbulent bleiben in der FDP. Dürr äußerte sich am späten Montag indirekt zur anstehenden Kampfkandidatur. „Die FDP ist natürlich eine Partei des Wettbewerbs“, sagte er auf einer Pressekonferenz. „Ich finde es absolut legitim, wenn unterschiedliche Angebote gemacht werden.“ Nicht nur Dürr stellt sich wieder zur Wahl, der komplette Vorstand tritt zurück Damit der Parteivorsitzende neu gewählt werden kann, muss Dürr formell vom Amt zurücktreten. Das hatte kurzzeitig Spekulationen ausgelöst, er würde sich von der FDP-Spitze verabschieden. Wenn es nach Dürr geht, ist das allerdings nicht der Fall. „Ich denke nicht daran, aufzugeben“, sagte er. Ein Rücktritt ist aus seiner Sicht somit ein technischer Vorgang und nur nötig, um eine Wahl schon im Mai möglich zu machen. Laut Dürr hatte er im FDP-Vorstand angeboten, auf dem Parteitag die Vertrauensfrage zu stellen. Das sei allerdings abgelehnt worden. Nach einem turbulenten Sitzungstag hat sich das Führungsgremium der FDP schließlich entschieden, geschlossen zurückzutreten. Auf dem Parteitag muss somit der gesamte Bundesvorstand neu gewählt werden. Laut Dürr gab es nur zwei Gegenstimmen für dieses Vorgehen. Symbolisch soll die neue Vorstandswahl für einen Neuanfang der FDP stehen. Dürr bewirbt sich nun binnen eines Jahres schon zum zweiten Mal um den FDP-Vorsitz. Am Montag blieb er vage, was er der Partei jetzt anderes anbieten könnte, um bisherige Kritiker zu überzeugen. „Die FDP will anders auftreten, um deutlich zu machen, dass wir uns erneuern“, sagte er lediglich. Genaueres werde er den Parteigremien „in der kommenden Zeit“ mitteilen. Kubicki leht Doppelspitze mit Strack-Zimmermann ab Viele Liberale sind mit Dürr unzufrieden. Ihnen fehlt bisher eine überzeugende Strategie, wie der Parteivorsitzende die FDP wieder in den Bundestag führen will. Daher ist offen, ob er auf dem Parteitag wieder eine Mehrheit für sich bekommt. Kritisch äußerte sich nach der Kandidatur von Dürr etwa der Chef der Brandenburger FDP, Zyon Braun. „Die Freien Demokraten brauchen einen personellen Wechsel an der Spitze“, teilte er mit. „Die amtierende Bundesführung hatte Zeit, Orientierung zu geben und zu überzeugen. Wir müssen jedoch sachlich feststellen, dass dies nicht gelungen ist.“ Positiv über Dürr sprach dagegen Parteivize Wolfgang Kubicki. Auf die Frage im Stern, ob Dürr ein guter Parteichef sei, lobte ihn Kubicki: „Was seinen internen Einsatz angeht, kann man das bejahen.“ Aber der Frust in der Partei sei so groß, dass es den Leuten egal sei, wer sich wie engagiere. Der NRW-Landeschef Höne, der auch die FDP-Fraktion im Düsseldorfer Landtag anführt, hat bisher nicht öffentlich erklärt, ob er auf dem Parteitag antreten will. Die Satzung der FDP erlaubt noch weitere Kandidaturen, allerdings ist bislang niemand in Sicht, der Chancen haben könnte. Spekuliert wird in der Partei über die Rolle von Kubicki und der prominenten Europaabgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Sie hatte am Montag angeboten, als Teil einer Doppelspitze den Parteivorsitz zu übernehmen. Kubicki lehnte allerdings ab, das mit ihr zu machen.

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23. März
taz (Öko & Co)

Nach der Wahl in Rheinland-Pfalz: FDP-Spitze tritt kollektiv ab

Nach der Wahl in Rheinland-Pfalz: FDP-Spitze tritt kollektiv ab Die FDP taumelt mit Karacho in die Bedeutungslosigkeit. Nun schmeißt Parteichef Dürr pro forma hin – um sich im Mai erneut zur Wahl zu stellen. Die FDP-Spitze zieht die Konsequenz aus den Wahlpleiten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Am Montagnachmittag kündigte Parteichef Christian Dürr an, dass der komplette FDP-Vorstand beim Bundesparteitag im Mai zurücktreten werde. „Für uns ist eines klar: So wie es bisher ist, kann es nicht weitergehen“, sagte Dürr in Berlin. Und weil das angeblich so klar ist, erklärte er zugleich, dass er sich bei dem Parteitreffen in gut zwei Monaten erneut zum Vorsitzenden wählen lassen will. „Ich denke nicht daran aufzugeben“, sagte Dürr. Allerdings brauche er „eine neue Legitimation“. Die Neuwahl auf dem Parteitag – ein Jahr früher als ursprünglich geplant – solle für eine „klare Kursbestimmung“ sorgen – „insbesondere in Bezug auf meine Person“. Dürrs neuer Kurs klingt dabei nur bedingt danach, als könnte sie die darbende Partei bei der schwindenden Wähler:innenschaft attraktiver machen. Mehrfach betonte er, die FDP sei „die Partei der Leistungsbereiten“ und „derjenigen, die in Deutschland was reißen wollen“. Mit diesem Anspruch waren seine Liberalen schließlich auch zuvor hausieren – und im Endeffekt – baden gegangen. So sackte bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz die zuvor in Mainz noch mitregierende FDP am Sonntag von 5,5 auf 2,1 Prozent ab. Wie schon zwei Wochen bei der Wahl in Baden-Württemberg, als die Liberalen in ihrem einstigen Stammland mit kläglichen 4,4 Prozent aus dem Landtag in Stuttgart flogen, ist damit nun auch in Mainz das Ende der parlamentarischen Fahnenstange erreicht. Liberale Tristesse geht weiter Im Laufe des Jahres könnte der Bedeutungsverlust dabei weiter zunehmen. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt, in Mecklenburg-Vorpommern zwei Wochen später. Die FDP ist in beiden Landesparlamenten zwar noch vertreten, in Sachsen-Anhalt regiert sie sogar aktuell in einer Koalition mit CDU und SPD. Alle Beteiligten dürften indes ahnen, dass die FDP bei den beiden Wahlen in gut sechs Monaten erneut rasiert werden wird. In beiden Bundesländern kommt die Partei in Umfragen seit Langem nicht mehr über 3 Prozent hinaus – wenn sie denn überhaupt noch separat ausgewiesen wird. Zuletzt nahm auch CDU-Chef Friedrich Merz keine Rücksicht mehr auf den langjährigen Wunschkoalitionspartner. Am Tag nach dem FDP-Debakel in Baden-Württemberg stellte sich Merz vor die Presse und gab den Liberalen noch zusätzlich eine rein. „Die FDP ist nun seit gestern endgültig sozusagen von der politischen Bühne in Deutschland verschwunden. Sie wird keine Rolle mehr spielen“, stellte er trocken fest. Absturz nach Lindner Christian Dürr war erst im Mai vergangenen Jahres an die Spitze der Bundespartei gewählt worden. Er folgte auf Christian Lindner, der die Verantwortung für das Scheitern der FDP an der Fünfprozenthürde bei der Bundestagswahl im Februar 2025 übernahm und sich aus der Politik zurückzog. Dem Parteichef gelang es seitdem nicht einmal ansatzweise, das lecke FDP-Schiff über Wasser zu halten. Parteiinterne Kritiker:innen, darunter die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, werfen Dürr und der mit ihm ins Amt gekommenen Generalsekretärin Nicole Büttner vor, keine Strategie zu haben. Statt eigene inhaltliche Akzente zu setzen, reagiere die Parteiführung nur auf die Politik der Bundesregierung und beschränke sich auf Kritik. Einem Bericht des Spiegel zufolge soll Strack-Zimmermann auch schon eine Idee haben, wer es nun richten soll – nämlich Strack-Zimmermann selbst, und zwar als Teil einer Doppelspitze. Dürr erklärte, er sei bereit, auch in einer Kampfabstimmung gegen Gegenkandidat:innen bei der Neuwahl zur Parteispitze anzutreten. Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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