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Samstag, 15. August 2026
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Arbeitsmarkt: Von wegen faul: Generation Z arbeitet häufiger als alle Vorgänger

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14. August
Handelsblatt

Arbeitsmarkt: Von wegen faul: Generation Z arbeitet häufiger als alle Vorgänger

Arbeitsmarkt: Generation Z zeigt mehr Einsatz als erwartet Berlin. Der Kanzler fordert, die Deutschen sollten mehr arbeiten, CSU-Chef Markus Söder meint: „Eine Stunde Mehrarbeit in der Woche würde uns enorm viel Wirtschaftswachstum bringen und ist wirklich nicht zu viel verlangt.“ Die Jugend könnte genau das erfüllen. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Die Forscher haben die Erwerbsbeteiligung der Generation Z auf Basis des Mikrozensus neu ausgewertet. Konkret stieg die Erwerbsquote der 20- bis 24-Jährigen in den zehn Jahren zwischen 2015 und 2025 um 7,1 Prozentpunkte auf nunmehr 76,8 Prozent. Der Trend setzte sich selbst in der jüngsten Wirtschaftskrise fort: Seit 2023 ging die Erwerbsquote der Jüngeren um weitere 0,9 Prozentpunkte hoch. Damit hat die Arbeitsmarktbeteiligung unter jungen Erwachsenen seit 2015 „bemerkenswert deutlich zugenommen“, betonen die IAB-Forscher Timon Hellwagner und Enzo Weber. Das zeigt der Vergleich: Zwar setzte auch die Altersgruppe der 25- bis 64-Jährigen ihren jahrzehntelangen Aufwärtstrend fort. Hier betrug das Plus zwischen 2015 und 2025 allerdings nur 3,1 Prozentpunkte, von 2023 bis 2025 waren es 0,4 Prozentpunkte. Diesen langfristigen Trend zu mehr Arbeit erklären die Forscher vorwiegend mit der wachsenden Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren. Das Jahr 2015 hat das IAB dabei nicht zufällig als Ausgangspunkt gewählt: Damals rückte die erste Kohorte der Generation Z – definiert als Jahrgänge 1995 bis 2010 – in die Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen vor. Und der Leistungswille dieser Gen Z wird immer wieder intensiv öffentlich diskutiert, von Wirtschaft, Politik und in sozialen Netzwerken: Sie gilt als Generation, der die Work-Life-Balance besonders wichtig ist und die genau überlegt, ob es sich lohnt, im Job eine „Extra-Meile“ zu gehen. Der Generationenforscher Klaus Hurrelmann etwa nannte sie die „Ja-aber-Generation“: Ja zu Arbeit, aber nicht um jeden Preis. „Sie wollen die Bedingungen nicht mehr von den bisherigen Chefinnen und Chefs diktiert bekommen. Sie wollen keine strikt hierarchischen Strukturen“, sagte er im Handelsblatt-Interview. Generell verteilen sich die Jobs der Jungen ähnlich auf die verschiedenen Berufe wie bei allen Erwerbstätigen. In einigen Bereichen sind die 20- bis 24-Jährigen jedoch deutlich überrepräsentiert: Das gilt hauptsächlich für das Gastgewerbe und Lebensmittelberufe sowie den Handel. Ein wesentlicher Teil des historisch hohen Arbeitseinsatzes der Gen Z entfällt auf Studierende mit Nebenjob. Weniger Ausbildungen erklären den Zuwachs nicht Klar unterrepräsentiert sind Jüngere lediglich in Führungs- und Organisationsberufen sowie in unternehmensnahen Dienstleistungsberufen. Das lasse sich jedoch leicht damit erklären, dass diese Stellen in der Regel Berufserfahrung voraussetzen. Verwandte Themen Auch andere Forscher haben Daten geliefert, die gegen das Bild von der hedonistischen Generation Z sprechen: So sagt etwa der Autor von „Jugend in Deutschland“, Simon Schnetzer: „Wir sehen in der Studie, dass junge Menschen sich nicht als faul wahrnehmen – und tatsächlich arbeiten sie mehr in Vollzeit, als frühere Generationen es in diesem Alter gemacht haben.“ Erstpublikation: 11.08.2026, 10:37 Uhr.

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12. August
Handelsblatt

Faktencheck: „Faule Jugend“? Daten widersprechen dem Vorwurf

Faktencheck: „Faule Jugend“? Daten widersprechen dem Vorwurf Berlin. Will die Jugend von heute nicht mehr arbeiten? Kaum ein Vorwurf taucht in Debatten über die Generation Z so regelmäßig auf wie dieser. Vier-Tage-Woche, Work-Life-Balance oder Sabbatical gelten manchen als Beleg dafür, dass junge Menschen weniger leistungsbereit seien als frühere Generationen. Doch passt dieses Bild wirklich zur Realität? Zum Internationalen Tag der Jugend (12. August) ein Blick auf die Datenlage. Was die Arbeitsmarktforschung zu dem Vorwurf sagt „In der Tat gibt es gegenüber der Generation Z das Klischee der Arbeitsunwilligkeit. Nach allen harten Indikatoren, die wir haben, trifft das nicht zu“, erklärt Arbeitsmarktforscher Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Sein Befund stützt sich auf mehrere Entwicklungen: Die Erwerbsbeteiligung junger Menschen sei so hoch wie seit Jahrzehnten nicht, ihre Arbeitszeit entwickle sich ähnlich zu der älterer Beschäftigter und sie wechselten ihren Arbeitsplatz nicht häufiger als frühere Generationen. „Das Bild von jungen Leuten, die entweder im Sabbatical oder in der Dreitagewoche sind, ist keine treffende Beschreibung der Generation Z“, sagt Weber. Die Generation Z umfasst je nach Definition ungefähr die zwischen Ende der 1990er- und den frühen 2010er-Jahren Geborenen. Einheitliche Geburtsjahrgänge gibt es nicht. Andere Erwartungen sind nicht gleich Arbeitsunwilligkeit Warum hält sich diese Vorstellung trotzdem? Nach Einschätzung von Weber hat sich weniger die Bereitschaft zu arbeiten verändert als die Erwartung an gute Arbeit. Als mögliche Ursachen verweist er auf Erfahrungen aus der Corona-Pandemie, eine stärkere Erwerbstätigkeit beider Partner und den Wunsch nach mehr Selbstbestimmung. Diese Entwicklungen hätten die Ansprüche an Flexibilität erhöht, bedeuteten aber nicht, dass junge Menschen grundsätzlich weniger arbeiten wollten. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Studie „Jugend in Deutschland 2026“, für die gut 2.000 Personen im Alter von 14 bis 29 Jahren den Angaben nach repräsentativ befragt wurden. Sie beschreibt - trotz schwieriger Lage - eine hohe Leistungsbereitschaft der jungen Generation. Die große Mehrheit ist demnach bereit, zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig würden Zweifel wachsen, ob sich Leistung in Deutschland noch lohnt. Für Jugendforscher Klaus Hurrelmann, fachlicher Begleiter der Studie, müsse deshalb das Ziel sein, „der jungen Generation mehr Vertrauen und mehr Verantwortung zu geben“. Welche Geschichte die Arbeitsmarktdaten erzählen Ob das verbreitete Bild einer arbeitsunwilligen Generation zutrifft, lässt sich anhand von Arbeitsmarktdaten überprüfen. Das IAB hat dafür auf Basis des Mikrozensus und der Arbeitskräfteerhebung gerade erst die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 24-Jährigen ausgewertet: Diese stieg demnach zwischen 2015 und 2025 um mehr als sieben Prozentpunkte auf knapp 77 Prozent - laut IAB der höchste Stand seit Jahrzehnten. Gemeint ist der Anteil der jungen Erwachsenen, die erwerbstätig sind oder aktiv nach Arbeit suchen. Ein Rückzug junger Menschen aus dem Arbeitsleben lässt sich daraus nicht gerade ableiten. Auch unter Studierenden ist die Teilnahme am Arbeitsmarkt deutlich gestiegen. Zwischen den Jahren 2015 und 2023 erhöhte sich die Erwerbsquote der 20- bis 24-jährigen Studierenden nach IAB-Daten um mehr als 19 Prozentpunkte auf 56 Prozent. Ein Vorwurf, der älter ist als die Generation Z Dass ältere Generationen den Jüngeren mangelnden Arbeitseifer vorwerfen, ist kein neues Phänomen. Schon früher galten nachfolgende Generationen als anspruchsvoller oder weniger belastbar. Neu ist dabei weniger das Vorurteil als die Arbeitswelt selbst: Homeoffice, flexible Arbeitszeiten und der Fachkräftemangel haben die Erwartungen an gute Arbeit verändert. Verwandte Themen Auch die 19. Shell-Jugendstudie 2024 kommt zu dem Schluss, dass Arbeit für junge Menschen weiterhin wichtig bleibt. Verändert haben sich vor allem die Vorstellungen davon, was einen guten Arbeitsplatz ausmacht: Flexibilität, eine gute Arbeitsatmosphäre und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben spielen eine größere Rolle als für frühere Generationen. Die Umfrage basiert den Angaben nach auf einer repräsentativen Stichprobe von 2.509 Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren, die zu ihrer Lebenssituation und ihren Einstellungen und Orientierungen persönlich befragt wurden. Statt Arbeit: Junge Leute drücken oft noch die Schulbank Der Vorwurf, jüngere Menschen arbeiten weniger als ältere, ist wegen eines weiteren Faktors schief: Viele 15- bis 24-Jährige stehen nämlich noch gar nicht vollständig im Berufsleben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts befinden sich viele noch in Schule, Ausbildung oder Studium. Eine geringere Erwerbstätigkeit in dieser Altersgruppe bedeutet deshalb nicht automatisch mangelnde Arbeitsbereitschaft. Bereitschaft für Arbeit ist nach wie vor vorhanden Die Daten zeichnen ein differenzierteres Bild als das verbreitete Klischee: Sie liefern keinen Hinweis darauf, dass sich junge Menschen vom Arbeitsmarkt zurückziehen oder grundsätzlich weniger arbeiten wollen. Verändert haben sich vor allem ihre Erwartungen daran, unter welchen Bedingungen Arbeit stattfinden soll – nicht ihre grundsätzliche Bereitschaft, zu arbeiten.

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11. August
taz (Öko & Co)

Erwerbsbeteiligung der Gen Z steigt: Ganz so wie Friedrich Merz es will

Erwerbsbeteiligung der Gen Z steigt : Ganz so wie Friedrich Merz es will Entgegen dem gängigen Klischee gehen immer mehr junge Erwachsene einer Beschäftigung nach. Wie schön: Die Politik der Bundesregierung wirkt. D ie Gen Z hat einen Grund, sich zu freuen. In der Achtung des Bundeskanzlers dürfte sie in den letzten Jahren gestiegen sein. Um 7,1 Prozentpunkte zwischen 2015 und 2025, um genau zu sein. So groß ist laut einer Auswertung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Anstieg die Erwerbsquote unter den 20- bis 24-Jährigen. Und wir wissen ja, dass nichts Friedrich Merz so sehr freut wie tatkräftiges Engagement auf dem Arbeitsmarkt. So fanden die Forscher heraus, dass fast 77 Prozent der jungen Erwachsenen einer Beschäftigung nachgehen. Bemerkenswert ist auch, dass die Erwerbsquote trotz schwacher Konjunktur seit 2023 noch mal um 0,9 Prozentpunkte gestiegen ist. Laut den Autoren der Studie arbeiten die jungen Menschen überdurchschnittlich oft im Handel und in der Gastronomie – typische Studierendenjobs. „Arbeit ist nicht nur eine Unterbrechung der Freizeit, sondern ein Teil der Lebenserfüllung“, sagte Merz Anfang 2025 im Wahlkampf. Und die Studis der Gen Z finden diese Erfüllung offenbar auch immer mehr abseits der Hörsäle ihrer Unis und Hochschulen. Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums. Wie trefflich also, wenn die Volkswirtschaft den orientierungslosen Jungen auf die Sprünge hilft. Steigende Mieten und Lebenshaltungskosten sind nicht allein eine Umverteilung von unten nach oben. Sie sind auch ein Anreiz, sich als tätiger Mensch selbst zu verwirklichen. Rüstung als Chance In der nationalen Kraftanstrengung darf man es mit den Fakten nicht zu eng sehen. Wenn der Bundeskanzler im Sommerinterview des ZDF darauf hinweist, dass die Schweizer 200 Stunden mehr arbeiten als die faulen Deutschen, dann muss man nicht – wie der Journalist Maurice Höfgen – darauf rumreiten, dass die OECD-Studie, auf die sich Merz beruft, explizit nicht für Ländervergleiche gedacht ist. Oder dass Länder wie Kolumbien und Mexiko, in denen am meisten und fast doppelt so viel gearbeitet wird wie in Deutschland, dadurch nicht gleich doppelt so reich sind, weil Arbeitszeit nicht das Gleiche ist wie Produktivität. Nein, man muss den Fokus auf das Mindset bewahren – und sich nicht durch Forderungen nach einem Konjunkturprogramm aus dem Konzept bringen lassen. Denn öffentliches Geld ist aktuell eben vor allem für eine Branche da, und das ist die Rüstungsindustrie. Während die Regierung in den kommenden vier Jahren 607 Milliarden Euro für Kriegsgerät ausgeben will, müssen die Studierenden noch bis zum Sommersemester 2029 auf ihre Erhöhung der Bafögsätze auf Grundsicherungsniveau warten. Auch die Zahl junger Menschen, die die staatliche Ausbildungsförderung beziehen, ist auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Das dürfen die Jungen ruhig als weiteren Ansporn verstehen. Wieso müßigen Lifestyle-Teilzeit-Studis mehr Geld geben, wenn man damit auch Waffenfabrikanten alimentieren kann? Jene Konzerne wie Rheinmetall, bei denen auf Rüstungsmessen schon mittags der Champagner fließt. Und wer weiß: Vielleicht springt ja dort – oder bei einem der sympathischen neuen Drohnen-Start-ups – der nächste Nebenjob raus. Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen Starten Sie jetzt eine spannende Diskussion!

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11. August
Süddeutsche Zeitung (Wirtschaft)

Arbeitsmarkt: Gen Z arbeitet mehr als frühere Generationen

Will die Jugend von heute nicht mehr arbeiten? Kaum ein Vorwurf taucht in Debatten über die „Generation Z“ so regelmäßig auf wie dieser. Vier-Tage-Woche, Work-Life-Balance oder Sabbatical gelten manchen als Beleg dafür, dass junge Menschen weniger leistungsbereit seien als frühere Generationen. Doch das Bild passt nicht zu den Daten, wie eine aktuelle Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. Auf Basis des Mikrozensus und der Arbeitskräfteerhebung wurde dafür die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 24-Jährigen ausgewertet. Sie stieg demnach zwischen 2015 und 2025 um mehr als sieben Prozentpunkte auf knapp 77 Prozent – laut IAB der höchste Stand seit Jahrzehnten. Gemeint ist damit der Anteil der jungen Erwachsenen, die erwerbstätig sind oder aktiv nach Arbeit suchen. Auch unter Studierenden ist die Erwerbsquote deutlich gestiegen. Zwischen 2015 und 2023 erhöhte sie sich um mehr als 19 Prozentpunkte auf 56 Prozent. Die Generation Z umfasst je nach Definition ungefähr die zwischen Ende der 1990er- und den frühen 2010er-Jahren Geborenen. Das Bild von jungen Leuten, die entweder im Sabbatical oder in der Dreitagewoche sind sei also „keine treffende Beschreibung“, sagt Arbeitsmarktforscher Enzo Weber vom IAB. Dass sich die Vorstellung einer arbeitsunwilligen Generation trotzdem hält, hat nach Webers Einschätzung weniger mit der Bereitschaft zu arbeiten zu tun, als mit den Erwartungen an gute Arbeit. Als mögliche Ursachen verweist er auf Erfahrungen aus der Corona-Pandemie, eine stärkere Erwerbstätigkeit beider Partner und den Wunsch nach mehr Selbstbestimmung. Damit seien die Ansprüche an die Flexibilität gestiegen, es bedeute aber nicht, dass junge Menschen grundsätzlich weniger arbeiten wollten.

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10. August
Der Spiegel

Generation Z: Analyse widerlegt das Vorurteil der »faulen Generation« – Erwerbsbeteiligung auf Höchststand

Neue Analyse Generation Z mit höchster Erwerbsbeteiligung seit Jahrzehnten Die 20- bis 24-Jährigen in Deutschland sind so häufig am Arbeitsmarkt aktiv wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ihre Erwerbsquote stieg zwischen 2015 und 2025 um 7,1 Prozentpunkte auf 76,8 Prozent, wie eine Auswertung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt . Seit 2023 legte die Quote demnach nochmals um 0,9 Prozentpunkte zu – trotz schwacher Konjunktur. Zum Vergleich: Auch bei den 25- bis 64-Jährigen setzte sich der langfristige Aufwärtstrend fort. In dieser Altersgruppe stieg die Erwerbsquote zwischen 2015 und 2025 um 3,1 Prozentpunkte. Mehr Studierende mit Nebenjob Die Ergebnisse widersprechen nach Einschätzung der Autoren verbreiteten Vorurteilen über eine angeblich geringe Arbeitsbereitschaft der Generation Z. Eine wichtige Rolle spiele dabei, dass Studierende heute häufiger arbeiten – und damit die Erwerbsbeteiligung der Jüngeren insgesamt nach oben treiben. Das zeigt auch der Blick auf die unterschiedlichen Branchen: 20- bis 24-Jährige arbeiten den Angaben zufolge überdurchschnittlich oft im Lebensmittel- und Gastgewerbe sowie im Handel – typische Felder für Nebenjobs. Insgesamt verteile sich die Beschäftigung aber ähnlich wie bei Älteren auf viele Berufe. Für die Analyse nutzten die Autoren nach eigenen Angaben Sonderauswertungen des Mikrozensus sowie Daten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit; die Quoten beziehen sich auf Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Zur Generation Z zählen in der Auswertung die Jahrgänge ab 1995.

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