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Donnerstag, 30. Juli 2026
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Ukraine-Krieg - Nach Einschlag offenbar russischer Rakete in Polen - NATO aktiviert Luft- und Bodenabwehr

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30. Juli
FAZ (Politik)

Marschflugkörper in Polen: Er riss einen zehn Meter breiten Krater ins Feld

Marschflugkörper in Polen : Er riss einen zehn Meter breiten Krater ins Feld Bei einem russischen Angriff auf die Ukraine fliegt ein Marschflugkörper offenbar bis nach Polen. Dort legt er hundert Kilometer zurück und schlägt auf einem Acker ein. Bei einem russischen Luftangriff auf die Ukraine sind in der Nacht zum Donnerstag mindestens acht Menschen ums Leben gekommen sowie 50 verletzt worden. Das teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag mit. Der ukrainischen Luftwaffe zufolge hatte Russland rund 280 Drohnen und mehr als 70 Raketen abgefeuert, darunter auch mehrere auf die in der Westukraine gelegene Großstadt Lemberg (Lwiw), wo ein Wohnblock getroffen wurde. Aufnahmen von Rettungskräften zeigten, wie Helfer in den Trümmern nach Überlebenden suchten. Einer dieser Marschflugkörper schlug offenbar auch im Osten Polens ein. Auf einem Feld in der Nähe des Dorfes Tarnawa-Kolonia südlich der Großstadt Lublin wurde am Morgen ein zehn Meter breiter und fünf Meter tiefer Krater entdeckt. In einem Umkreis von 200 Metern lagen Metallteile verstreut. „Wir hörten einen lauten Knall“, schilderte ein Anwohner, der etwa einen Kilometer vom Einschlagsort entfernt lebt, dem polnischen Nachrichtenportal Onet den Vorfall. „Es fühlte sich an, als würde etwas in der Luft auseinanderfallen.“ Das Portal veröffentlichte auch das Video einer Überwachungskamera eines nahen Bauernhofes, auf dem um 3:46 Uhr plötzlich viel Staub und Kleinteile durch die Luft wirbeln. Hundert Kilometer in sechs Minuten Das entspricht dem Zeitpunkt des Einschlags. Die polnische Luftwaffe, die wie stets bei russischen Angriffen auf die Westukraine eigene Kampfflugzeuge zur Sicherung aufsteigen lässt, hatte das Eindringen eines unbekannten Flugobjekts in den polnischen Luftraum um 3.40 Uhr registriert und Luftalarm ausgelöst. Wenige Minuten später war das Objekt wieder vom Radar verschwunden und offenbar auf dem Feld eingeschlagen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha informierte Warschau am Morgen darüber, dass ein russischer Marschflugkörper des Typs Ch-101, der von Flugzeugen aus gestartet wird, über die Grenze nach Polen geflogen sei. In den sechs Minuten bis zum Einschlag hatte das Objekt fast hundert Kilometer ins Landesinnere Polens zurückgelegt, sodass es mehr als 900 Kilometer je Stunde schnell gewesen sein muss. Der polnischen Luftwaffe zufolge spricht das für den von Sybiha erwähnten Marschflugkörper, welcher der Größe des Kraters nach zu urteilen mit etwa 200 Kilogramm Sprengstoff beladen war. Glücklicherweise habe es keine Opfer oder Schäden gegeben, sagte Polens Regierungschef Donald Tusk am Donnerstag am Einschlagsort. „Das ist das Ergebnis einer massiven russischen Aktion, von einem der größten Angriffe dieses Krieges.“ Zu schnell für die Identifizierung Tusk sprach von einem „ernsten Vorfall“, betonte aber, dass es keinen Grund gebe anzunehmen, dass der Angriff Polen gegolten habe. Die Soldaten hätten den Befehl gehabt, das Objekt nach Identifizierung abzuschießen, wenn es Kurs auf bewohntes Gebiet genommen hätte, doch sei es zuvor niedergegangen. Er stehe mit Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union in Kontakt, um den Fall gemeinsam zu untersuchen. Es ist bereits das vierte Mal seit dem russischen Überfall auf die Ukraine, dass Russland den polnischen Luftraum verletzt. Allerdings ist es das erste Mal, dass ein Marschflugkörper in Polen explodierte. Tusk kündigte an, die Ukraine mit Flugabwehr zu unterstützen, darunter auch die für die Abwehr von Raketen wichtigen Patriots. Selenskyj bezeichnete den Angriff abermals als „Terror gegen die Zivilbevölkerung“ und verwies auf die Lücken der eigenen Flugabwehr. Die Armee habe zwar „eine erhebliche Anzahl“ abschießen können, doch herrsche „ein kritischer Mangel an Abfangraketen“. Alle Partner wüssten, womit sie seinem Land helfen könnten. Verzögerungen bei der Lieferung führten zu Zerstörung und Opfern, wie sie die Ukraine nun abermals erfahren musste. Am Mittwochabend hatte Selenskyj wie häufig vor einem Großangriff Russlands gewarnt. In Kiew hatten daraufhin wieder Zehntausende Menschen Schutz in U-Bahn-Stationen gesucht.

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30. Juli
FAZ (Politik)

Einschlag in Polen: Die Gefahr einer Eskalation ist real

Einschlag in Polen : Die Gefahr einer Eskalation ist real Auch wenn der Raketeneinschlag im Osten Polens kein gezielter Angriff gewesen sein sollte, ist der Vorfall äußerst ernst. Der Krater auf einem Acker im Osten Polens hat einen Durchmesser von zehn Metern und ist fünf Meter tief, Fragmente des dort explodierten Marschflugkörpers sind in einem Umkreis von fast zweihundert Metern verteilt: Diese Zahlen verdeutlichen die Wucht der Waffen, mit denen Russland in der Nacht auf Donnerstag wieder Wohngebiete in der Ukraine angegriffen hat. Anders als in der Ukraine, wo wieder tote Zivilisten zu beklagen waren, sind bei dem Raketeneinschlag in Polen keine Menschen zu Schaden gekommen. Aber der Vorfall zeigt: Das russische Regime nimmt die Gefahr solcher Opfer auch in NATO-Staaten billigend in Kauf. Das ist keine Neuigkeit. Ende Mai wurden in Rumänien vier Menschen verletzt, als eine russische Drohne nahe der Grenze zur Ukraine in ein Wohnhaus eingeschlagen ist. Der Vorfall vom Donnerstagmorgen hat, auch wenn er glimpflich ausgegangen ist, noch einmal eine neue Qualität. Offenbar ist erstmals eine russische Rakete mit Sprengkopf in einem NATO-Land niedergegangen. Polens Ministerpräsident Donald Tusk sagt, nichts deute darauf hin, dass es sich um einen gezielten Angriff auf Polen gehandelt habe. Immerhin – doch sehr beruhigend ist auch das nicht: Was wäre gewesen, hätte die womöglich fehlgeleitete russische Rakete einen geringfügig anderen Kurs genommen und eines der umliegenden Dörfer getroffen? Solange Russlands Krieg gegen die Ukraine unvermindert andauert, ist die Gefahr einer Eskalation real, bei der die NATO direkt in den Konflikt gezogen wird.

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30. Juli
Die Welt (Politik)

Schon um zwei Uhr nachts steigen polnische Kampfjets in die Luft

Schon um zwei Uhr nachts steigen polnische Kampfjets in die Luft Erneut ist ein mutmaßlich russischer Marschflugkörper in Polen abgestürzt. Warnsysteme wurden aktiv, F-16-Maschinen stiegen auf. Polen ist mittlerweile routiniert im Umgang mit solchen Vorfällen. Trotzdem gab es Kritik am Vorgehen der Regierung. Die Bilder aus der Vogelperspektive zeigen das Ausmaß des Einschlags: Einen Durchmesser von etwa zehn Metern hat der Krater, fünf Meter tief soll er dem Staatsanwalt der Woiwodschaft Lublin, Grzegorz Trusiewicz, zufolge sein. In der Gemeinde Tarnawa-Kolonia, im Osten Polens, neunzig Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt, ist in der Nacht auf den 30. Juli ein mutmaßlich russisches Flugobjekt eingeschlagen. Die Untersuchungen an der Einschlagstelle dauern an; es handelt sich um ein Feld, das mehrere Kilometer von der nächstgelegenen Bebauung entfernt ist. Niemand ist zu Schaden gekommen. Polens Premierminister Donald Tusk erklärte während einer Pressekonferenz in Lublin, dass es sich bei dem Flugobjekt wahrscheinlich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ Ch-101 handle. Das Gleiche sagte zuvor bereits der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha. Auch polnische Blogger gingen nach den ersten Fotos von der Einschlagstelle von einem russischen Marschflugkörper aus. Der Ch-101 ist ein luftgestützter Marschflugkörper, er wird also von Flugzeugen gestartet. Er kann auch nuklear bestückt werden, kann besonders tief fliegen und verfügt über Tarnkappentechnologie. Aufgrund von Täuschkörpern, sogenannten Flares, ist er unter Umständen schwer abzufangen. Der Ch-101 gilt als moderner Marschflugkörper; er wurde erst in den 2010er-Jahren vom russischen Militär eingeführt. Darauf, dass er ausschließlich von Russlands strategischer Bomberflotte eingesetzt wird, verwies auch noch mal der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski auf X, um möglichen russischen Desinformationskampagnen oder Spekulationen vorzubeugen, dass es sich um einen ukrainischen Flugkörper gehandelt haben könnte. Immer wieder werden nach dem Eindringen von Flugobjekten in den polnischen Luftraum Desinformationen in sozialen Netzwerken gestreut. Dabei wird häufig eine ukrainische Urheberschaft behauptet. Das Narrativ: Angeblich will die Ukraine Polen und die Nato in den Krieg hineinziehen. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Flugobjekt aus der Ukraine oder von Osten her in den polnischen Luftraum eingedrungen ist. Immer wieder schlagen polnische Systeme an, Abfangjäger der polnischen Luftstreitkräfte steigen dann vorsorglich auf, etwa wenn Russland den Westen der Ukraine angreift – so wie in der Nacht auf Donnerstag. Russland überzog Städte in der gesamten Ukraine mit Marschflugkörpern, Raketen und Drohnen. Es gab Tote und Verletzte. Dass Marschflugkörper den polnischen Luftraum schneiden, also eindringen und wieder herausfliegen, ist nicht ungewöhnlich. Bisweilen fliegen sie weiter, schlagen dann in Polen ein. Unklar ist oft, ob es sich um einen vom Kurs abgekommenen Flugkörper oder um eine gezielte Provokation handelt. Der bekannteste Fall dieser Art ist der vom Dezember 2022. Damals drang ein russischer Marschflugkörper vom Typ Ch-55 in den polnischen Luftraum ein und flog tief ins Land. Erst in Westpolen, in der Nähe der Großstadt Bydgoszcz, stürzte er ab. Er wurde im April 2023 geborgen – mit einer Verspätung also, was den damaligen Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak scharfer Kritik aussetzte. Kurz zuvor, im November, stürzte eine ukrainische Flugabwehrrakete in der Ortschaft Przewodow in Ostpolen ab. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben. Als schwerste Verletzung des polnischen Luftraums gilt bislang das Eindringen von 19 russischen Drohnen im September 2025. Es gab keinen Toten oder Verletzten, Teile eines polnischen Abfangflugkörpers beschädigten jedoch ein Haus. Damals wie auch beim jüngsten Fall war die polnische Luftverteidigung aktiv, im September im Verbund mit Nato-Kräften unter anderem aus den Niederlanden und Deutschland. Dabei scheint sich jetzt eine gewisse Routine eingestellt zu haben. Regierungschef Tusk bestätigte, dass die polnischen Luftstreitkräfte die Flugroute des Ch-101 verfolgten und jederzeit bereit waren, den Marschflugkörper abzuschießen. Eine Hubschraubereinheit bestätigte den Absturz „Es gab nie eine direkte Gefahr, da die Rakete in einer ‚unentwickelten‘ Gegend abgestürzt ist“, erklärte Tusk. Tatsächlich erklärte Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosinik-Kamysz, dass schon ab zwei Uhr polnische F-16-Maschinen in der Luft gewesen seien, also vor dem Eindringen des Marschflugkörpers in den polnischen Luftraum. Frühwarnsysteme in der Woiwodschaft Lublin waren aktiv, Aufklärungs- und Tankflugzeuge waren ebenfalls in der Luft. Eine Hubschraubereinheit bestätigte später, nach drei Uhr, den Absturz des Ch-101. Experten waren sofort vor Ort. Dazu gingen in Lublin Sirenen an, um die Menschen zu warnen. Diese Maßnahme wurde indes von der Opposition kritisiert. Demnach seien viele Menschen mitten in der Nacht verunsichert gewesen, da sie nicht unmittelbar Informationen etwa auf ihre Handys bekommen haben und so nicht wussten, um was für eine Gefahrenlage es sich handelt. Die Sprecherin des polnischen Innenministeriums, Karolina Galecka, erklärte in dem Zusammenhang auf eine Anfrage des Nachrichtensenders TVN24, dass in dem Moment, in dem eine Warnung über Handys hätte verschickt werden können, der Marschflugkörper bereits abgestürzt gewesen sei. Der Sirenenalarm in Lublin wurde regional ausgelöst, ging also auf eine Einschätzung der Woiwodschaftsverwaltung zurück. Eine RCB-Meldung, so der polnische Sprachgebrauch, über Mobiltelefone hätte von Warschau aus gesteuert werden müssen. An dieser Stelle lag offenbar ein Problem bei der Abstimmung der Behörden vor. Philipp Fritz berichtet im Auftrag von WELT seit 2018 als freier Korrespondent in Warschau über Ost- und Mitteleuropa.

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30. Juli
Die Welt (Politik)

„Zeugt von russischer Rücksichtslosigkeit“ – Merz verurteilt Einschlag in Polen

„Zeugt von russischer Rücksichtslosigkeit“ – Merz verurteilt Einschlag in Polen Nach dem Einschlag eines mutmaßlich russischen Marschflugkörpers in Polen wirft Kanzler Merz Moskau „Rücksichtslosigkeit und Eskalationsbereitschaft“ vor. In der Ukraine starben bei russischen Angriffen mindestens acht Menschen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die russischen Raketenangriffe auf die Ukraine und den Einschlag eines mutmaßlich russischen Flugobjekts in Polen verurteilt. „Viele Zivilisten mussten wieder ihr Leben lassen“, schrieb Merz in einem Beitrag auf X am Donnerstag über die Todesopfer in der Ukraine. „Und der Einschlag in Polen zeugt auch von russischer Rücksichtslosigkeit und Eskalationsbereitschaft. Wir stehen unverbrüchlich an der Seite unserer Partner.“ In den polnischen Luftraum war nach Armeeangaben in der Nacht ein unbekanntes Flugobjekt eingedrungen. Es soll sich laut polnischen Angaben um einen russischen Marschflugkörper handeln. Später wurde die Absturzstelle des Objekts in der Nähe des Dorfes Tarnawa-Kolonia in der Woiwodschaft Lublin gefunden. Russland hatte die Ukraine in der Nacht mit einem massiven Angriff überzogen – auch die ukrainische Stadt Lwiw, die nahe der Grenze zu Polen liegt, war Ziel der Attacken. Tarnawa-Kolonia liegt etwa 95 Kilometer hinter der Grenze zur Ukraine. Ein Kampfjet vom Typ F-16 sei zur Identifizierung des Flugobjekts aufgestiegen. Das Flugobjekt sei danach wieder vom Radar verschwunden. Die Besatzung eines Hubschraubers habe später den Absturzort identifiziert. Videos auf X zeigen die Einschlagsstelle. Bewohner der benachbarten Dörfer sprachen von einer lauten Explosion. „Die Fenster wären fast zersprungen“, sagte ein Anwohner gegenüber „Lublin112“. Auch in einer Mitteilung der Polizei von Lublin war von einer „lauten Explosion“ die Rede. Polizeipatrouillen wurden an den Ort des Geschehens entsendet. Dort hätten sie einen Krater und verstreute Trümmerteile eines unidentifizierten Objekts vorgefunden. Das Innenministerium teilte mit, dass der Krater einen Durchmesser von etwa zehn Metern habe. Die Einsatzstelle wurde gesichert. Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz sprach von einer „außerordentlich schweren Nacht für unsere Luftverteidigung, Überwachungs- und Abwehrsysteme“. Derzeit werde an der Absturzstelle geklärt, um welche Art von Flugobjekt es sich handele. Bei dem Flugobjekt handelt es sich dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk zufolge offenbar um eine russische Rakete. „Alles deutet darauf hin, dass es sich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ CH-101 handelt, aber wir wollen den Ergebnissen einer genauen Untersuchung nicht vorgreifen“, sagte er in Lublin. Er betonte, die polnische Armee sei bereit gewesen, das Objekt abzuschießen. „Es handelt sich um einen schwerwiegenden Vorfall. Glücklicherweise liegen keine Berichte über Verluste oder Opfer vor.“ Auch die Führung in Kiew sah die Verantwortung für den Vorfall bei Russland. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte den Einschlag als inakzeptable Verletzung des Luftraums der Europäischen Union. Um dem ein Ende zu setzen, helfe die EU der Ukraine auf jede erdenkliche Weise, diesen Krieg zu gewinnen, schrieb von der Leyen auf X. Zudem baue die EU eine robuste europäische Sicherheitsarchitektur an Land, auf See und in der Luft auf. Mindestens acht Tote in der Ukraine Die russischen Streitkräfte hatten nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht Ziele in der gesamten Ukraine angegriffen. Darunter seien die Städte Kiew, Lwiw und Dnipropetrowsk, teilte das Ministerium auf Telegram mit. Städte bis im weit von der Grenze entfernten Westen des Landes seien mit Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern sowie Hunderten Drohnen attackiert worden, berichteten ukrainische Medien am Morgen. Es gebe mindestens acht Tote und mehr als ein Dutzend Verletzte. In der Stadt Krywyj Rih wurde nach einem Bericht des „Kyiv Independent“ das Wohnhaus einer Großfamilie von einer Rakete getroffen. Allein dort habe es sechs Tote gegeben, darunter zwei Kinder im Alter von 5 und 12 Jahren, sowie acht Verletzte. Aus der Hauptstadt Kiew und dem Gebiet Poltawa wurden zwei weitere Todesopfer gemeldet. In zwei großen Wohnblöcken in Lwiw nahe der polnischen Grenze seien nach Raketentreffern Brände ausgebrochen, hieß es in den Berichten. Auch in Kiew seien mehrere Gebäude getroffen worden, allerdings wohl von herabstürzenden Trümmern. Reporter sprachen von mehreren Explosionswellen im Laufe der Nacht. Überraschend kam die neuerliche Angriffswelle nicht: Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Mittwoch vor einem unmittelbar bevorstehenden schweren Angriff Russlands aus der Luft gewarnt. Erst vor wenigen Tagen hätten die Angreifer die Ukraine attackiert, „und die Wahrscheinlichkeit ist hoch“, dass ein solcher Schlag auch heute Nacht ausgeführt werde, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. Er berief sich dabei auf einen Lagebericht des ukrainischen Luftwaffenchefs. Die ukrainischen Streitkräfte beklagen, dass ihnen Flugabwehrraketen fehlten, um feindliche Geschosse vom Himmel holen zu können – insbesondere ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzuwehren sind. In seiner Warnung rief Selenskyj die westlichen Partner daher erneut dazu auf, der Ukraine zu helfen. Das betreffe speziell die USA und andere Länder, die über moderne Patriot-Systeme verfügten.

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30. Juli
Tagesschau

Russische Rakete über Polen abgestürzt?

NATO-Gebiet Russische Rakete über Polen abgestürzt? Ein Flugobjekt ist während russischer Angriffe auf die Ukraine in Polen abgestürzt. Der Absturzort liegt südlich von Lublin. Die Regierung in Warschau geht inzwischen von einem russischen Marschflugkörper aus. Während schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine ist ein Flugobjekt in Polens Luftraum eingedrungen und abgestürzt. Der mutmaßliche Einschlagsort liege auf unbewohntem Gebiet nahe dem Ort Tarnawa Kolonia südlich von Lublin, teilte das Oberkommando der polnischen Streitkräfte mit. Der Ort liegt etwa 80 Kilometer entfernt von der Grenze zur Ukraine. In der Stadt im Osten des Landes war in den frühen Morgenstunden Luftalarm ausgelöst worden. Die Polizei in Lublin teilte auf X mit, Anwohnerinnen und Anwohner hätten in den Morgenstunden einen gewaltigen Knall gemeldet. In der Nähe von Tarnawa Kolonia fanden Polizisten einen Krater von zehn Metern Durchmesser. Auch wurden Trümmer eines zunächst nicht identifizierten Objekts gefunden. Kampfjet aufgestiegen In der Mitteilung des Oberkommandos heißt es, gegen 3:40 Uhr morgens sei im polnischen Luftraum ein nicht identifiziertes Objekt entdeckt worden, das sich in westliche Richtung bewegte. Ein Kampfjet vom Typ F-16 sei zur Erkennung aufgestiegen. Das Flugobjekt sei danach wieder vom Radar verschwunden. Die Besatzung eines Hubschraubers habe später den Absturzort identifiziert. Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosziniak-Kamysz sprach von einer "außerordentlich schweren Nacht für unsere Luftverteidigung, Überwachungs- und Abwehrsysteme". Derzeit werde an der Absturzstelle geklärt, um welche Art von Flugobjekt es sich handele. Regierungschef Donald Tusk sagte, es könnte sich um eine russische Rakete handeln. "Alles deutet darauf hin, dass es sich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ CH-101 handelt, aber wir wollen den Ergebnissen einer genauen Untersuchung nicht vorgreifen", sagte Tusk in Lublin. "Wir waren bereit, die Rakete abzuschießen, wenn sie weitergeflogen wäre." EU und NATO alarmiert EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach auf X von einer erneuten "inakzeptablen Verletzung des europäischen Luftraums", verursacht durch den russischen Krieg gegen die Ukraine. Auch die NATO reagierte besorgt und ist laut eines Sprechers im engen Austausch mit den polnischen Behörden. Kiew sieht Verantwortung bei Russland Die Führung in Kiew sieht die Verantwortung für den Vorfall eindeutig bei Russland. "Über Nacht ist während eines massiven russischen Angriffs auf die Ukraine ein russischer Marschflugkörper vom Typ CH-101 in Polen eingedrungen und hat den Luftraum der NATO verletzt", schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf X. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Verletzung des polnischen Luftraums auf das Schärfste. "Unsere Unterstützung für die Ukraine und unsere Verbündeten ist unerschütterlich", erklärte er auf der Online-Plattform X. Es stehe die "kollektive Sicherheit" auf dem Spiel, so Macron. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs ist der polnische Luftraum schon häufiger verletzt worden. So war im September während eines russischen Angriffs auf die Ukraine eine große Zahl von Drohnen in den Luftraum Polens geflogen. Die polnische Luftwaffe und andere NATO-Verbündete schossen erstmals einige der Flugkörper ab.

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30. Juli
Die Zeit (Politik)

Krieg gegen die Ukraine: Mutmaßlicher russischer Marschflugkörper stürzt in Polen ab

Bei russischen Luftangriffen auf die Ukraine in der Nacht zum Donnerstag ist mutmaßlich ein russischer Marschflugkörper in Polen eingeschlagen. Das teilten der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha und Polens Ministerpräsident Donald Tusk mit. »Nachts ist ein russischer Ch-101-Marschflugkörper während eines massiven russischen Angriffs auf die Ukraine in Polen eingedrungen und hat dabei Nato-Luftraum verletzt«, schrieb Sybiha auf X. Zuvor hatte Polens Militär mitgeteilt, in der Nacht sei während der laufenden russischen Angriffe im Westen der Ukraine ein unidentifiziertes Flugobjekt in den Luftraum des Nato- und EU-Landes eingedrungen. Wenige Minuten später sei es vom Radar verschwunden. Am Donnerstagmorgen wurden in der Region Lublin, etwa 80 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt, nach Polizeiangaben ein zehn Meter breiter Einschlagkrater und Trümmer entdeckt. Polen geht von russischem Marschflugkörper aus »Alles deutet darauf hin, dass es ein russischer Ch-101-Marschflugkörper war«, sagte Polens Ministerpräsident Tusk bei einer Krisensitzung. Zugleich stellte er klar, dass dies noch nicht endgültig bewiesen sei: Man wolle sich »zu 100 Prozent sicher sein«, was den Typ des Flugobjekts und »denjenigen, der es abgefeuert hat«, betrifft, sagte Tusk. Sollte es sich tatsächlich um einen Ch-101-Marschflugkörper handeln, könnte dieser allerdings nur von Russland eingesetzt worden sein, da die Ukraine weder diese Waffen besitzt noch Bomber, die sie tragen können. Hunderte Einheiten an vergleichbaren Waffen sowie Trägerflugzeuge aus Sowjetbeständen hatte die Ukraine in den Neunziger- und Nullerjahren im Rahmen eines Nato-Abrüstungsprogramms verschrottet oder an Russland übergeben. Mit Ch-101-Marschflugkörpern greift Russland wiederum regelmäßig ukrainische Städte an. Die ukrainische Luftwaffe sprach bei den nächtlichen Angriffen Russlands unter anderem auf das westukrainische Lwiw von 65 eingesetzten Marschflugkörpern, unter denen auch Ch-101 gewesen seien. 20 Marschflugkörper konnten demnach nicht abgewehrt werden. Lwiw liegt gut 60 Kilometer östlich der Grenze zu Polen. Nach örtlichen Angaben wurden dort bei den Angriffen mehr als 30 Menschen verletzt. Vorfälle Ende 2022 und im Herbst 2025 Tusks Vorsicht bei der Bestätigung der Angaben dürfte unter anderem einem Vorfall im November 2022 geschuldet sein. Damals hatte eine Rakete in Polen zwei Menschen getötet. Die Ukraine sprach zunächst von einer russischen Rakete, die in dem Land eingeschlagen sei. Später ergaben Untersuchungen, dass es sich um eine fehlgeleitete ukrainische Abwehrrakete vom sowjetischen Typ S-300 gehandelt hat. Im September 2025 waren mehr als 20 russische Drohnen in Polens Luftraum eingedrungen, mehrere davon wurden abgeschossen. Im Fall des mutmaßlichen russischen Marschflugkörpers sagte Tusk: »Wir waren bereit, die Rakete abzuschießen, wenn sie weitergeflogen wäre.« Zugleich teilte er mit, er gehe von einem unbeabsichtigten Vorfall aus: »Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Polen das Ziel war«, sagte Tusk. Polen lässt bei russischen Angriffen auf die Westukraine inzwischen regelmäßig Kampfjets aufsteigen. In die Abwehr der Raketen, Marschflugkörper und Drohnen in der Ukraine greifen sie dabei nicht ein, sollen aber auf mögliche Luftraumverletzungen schnell reagieren können. Abschüsse von Drohnen in Rumänien, Störsignale im Baltikum Um das vergangene Wochenende herum hatten rumänische Kampfjets an drei aufeinanderfolgenden Tagen drei russische Drohnen abgeschossen, die in den Luftraum Rumäniens eingedrungen waren. Zu derartigen Fällen kam es in der Vergangenheit regelmäßig, da die von Russland angegriffenen Schwarzmeer- und Donauhäfen der Ukraine in der Nähe der rumänischen Grenze liegen. Allerdings hatte Rumänien die Drohnen bislang nie abgeschossen, sondern sie teils in die Ukraine zurückfliegen lassen oder einen Absturz über unbewohntem Gebiet abgewartet. Auch im Baltikum kommt es seit Monaten regelmäßig zu Luftraumverletzungen – dort allerdings größtenteils durch ukrainische Drohnen. Bei Angriffen auf Ziele in der Region um St. Petersburg herum werden sie laut Vorwürfen aus Kyjiw und den baltischen Staaten durch russische Störsignale vom Kurs abgebracht und auf das Gebiet der Nachbarländer umgeleitet. Russland streitet dies ab und behauptet, die Ukraine würde ihre Drohnen vom Gebiet der baltischen Staaten aus starten. Dafür gibt es allerdings keine Belege, zudem bestätigen Zeitpunkte und Orte von Luftalarmen in russischen Regionen regelmäßig die von inoffiziellen ukrainischen Quellen angegebenen Flugrouten. Verhältnis zwischen Polen und der Ukraine derzeit angespannt Die mutmaßliche Luftraumverletzung Polens durch einen russischen Marschflugkörper während eines laufenden Angriffs auf die Ukraine kommt zu einem Zeitpunkt, in dem das Verhältnis Polens und der Ukraine stark angespannt ist. Grund dafür ist ein Streit zwischen den Präsidenten Polens und der Ukraine um die Deutung der Rolle ukrainischer Aufständischer in der Zeit des Zweiten Weltkriegs, die in Polen Kriegsverbrechen begangen hatten. Seitdem kommt es in Polen häufiger zu Anfeindungen gegenüber ukrainischen Flüchtlingen. Darauf bezog sich auch Außenminister Sybiha. Der Vorfall sei eine »Mahnung« daran, dass es »nichts Dringlicheres« für beide Länder gebe, als beim Vorgehen gegen Bedrohungen aus Russland geeint zu sein. »Alle anderen Meinungsverschiedenheiten müssen während dieses brutalen Krieges beiseitegelegt werden. Unsere oberste Priorität muss unsere gemeinsame Sicherheit sein.« Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters

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30. Juli
Der Spiegel

Polen: Unbekanntes Flugobjekt dringt in Luftraum ein und stürzt ab

Luftalarm an der Grenze Unbekanntes Flugobjekt dringt in Polens Luftraum ein und stürzt ab Während schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine ist ein Flugobjekt in Polens Luftraum eingedrungen und abgestürzt. Das teilte das Oberkommando der polnischen Streitkräfte mit. Der Einschlagsort liegt demnach auf unbewohntem Gebiet nahe dem Ort Tarnawa Kolonia südlich von Lublin. In der Stadt im Osten des Landes war in den frühen Morgenstunden Luftalarm ausgelöst worden. Zuvor hatte Polen wegen der massiven russischen Angriffe auf die Ukraine Kampfflugzeuge aufsteigen lassen. Vize-Verteidigungsministerin Magdalena Sobkowiak-Czarnecka sagte dem Sender Radio Zet, bei dem Vorfall sei niemand verletzt worden, auch Objekte wurden nicht beschädigt. Polens Regierungschef Donald Tusk begab sich zusammen mit Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz und Innenminister Marcin Kierwinski auf den Weg zur Absturzstelle. »Alles deutet darauf hin, dass es sich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ CH-101 handelt, aber wir wollen den Ergebnissen einer genauen Untersuchung nicht vorgreifen«, sagte Tusk. »Wir waren bereit, die Rakete abzuschießen, wenn sie weitergeflogen wäre.« In der Mitteilung des Oberkommandos heißt es, gegen 3.40 Uhr morgens sei im polnischen Luftraum ein nicht identifiziertes Objekt entdeckt worden, das sich in westliche Richtung bewegte. Ein Kampfjet vom Typ F-16 sei zur Erkennung aufgestiegen. Das Flugobjekt sei danach wieder vom Radar verschwunden. Die Besatzung eines Hubschraubers habe später den Absturzort identifiziert. Kyjiw sieht die Verantwortung bei Russland Die Polizei in Lublin teilte auf X mit, Anwohner hätten in den Morgenstunden einen gewaltigen Knall gemeldet. In der Nähe von Tarnawa Kolonia fanden Polizisten einen Krater von zehn Metern Durchmesser. Verteidigungsminister Kosziniak-Kamysz sprach von einer »außerordentlich schweren Nacht für unsere Luftverteidigung, Überwachungs- und Abwehrsysteme«. Derzeit werde an der Absturzstelle geklärt, um welche Art von Flugobjekt es sich handele. Die Führung in Kyjiw sah die Verantwortung für den Vorfall bei Russland. »Über Nacht ist während eines massiven russischen Angriffs auf die Ukraine ein russischer Marschflugkörper vom Typ CH-101 in Polen eingedrungen und hat den Luftraum der Nato verletzt«, schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf X. Dies sei ein weiterer Beweis dafür, dass die Luftabwehr der Ukraine dringend gestärkt werden müsse, auch um die Nato-Länder zu schützen. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs ist der polnische Luftraum schon öfter verletzt worden. So war im September während eines russischen Angriffs auf die Ukraine eine große Zahl von Drohnen in den Luftraum Polens geflogen. Die polnische Luftwaffe und andere Nato-Verbündete schossen erstmals einige der Flugkörper ab.

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30. Juli
Die Welt (Politik)

Objekt dringt in polnischen Luftraum ein – große Explosion, Krater mit zehn Metern Durchmesser

Objekt dringt in polnischen Luftraum ein – große Explosion, Krater mit zehn Metern Durchmesser Bis tief in den Westen des Landes wurde die Ukraine mit Dutzenden Raketen und Hunderten Drohnen attackiert. Im polnischen Luftraum wird ein unbekanntes Flugobjekt gemeldet – Videos zeigen den Einschlagsort. In den polnischen Luftraum ist nach Armeeangaben in der Nacht ein unbekanntes Flugobjekt eingedrungen. Später wurde die Absturzstelle des Objekts in der Nähe des Dorfes Tarnawa-Kolonia in der Woiwodschaft Lubl gefunden. Russland hatte die Ukraine in der Nacht mit einem massiven Angriff überzogen – auch die ukrainische Stadt Lwiw, die nahe der Grenze zu Polen liegt, war Ziel der Attacken. Warschau ließ als Reaktion auf die Angriffe Kampfjets aufsteigen, um seinen Luftraum zu sichern. Die polnischen Streitkräfte sprachen von einer Vorsichtsmaßnahme. In der Mitteilung des Oberkommandos heißt es, gegen 3.40 Uhr morgens sei im polnischen Luftraum ein nicht identifiziertes Objekt entdeckt worden, das sich in westliche Richtung bewegte. Ein Kampfjet vom Typ F-16 sei zur Erkennung aufgestiegen. Das Flugobjekt sei danach wieder vom Radar verschwunden. Die Besatzung eines Hubschraubers habe später den Absturzort identifiziert. Videos auf X zeigen die Einschlagsstelle. Bewohner der benachbarten Dörfer sollen laut polnischen Medienberichten eine laute Explosion gehört haben. „Die Fenster wären fast zersprungen“, sagte ein Anwohner gegenüber „Lublin112“. Auch in einer Mitteilung der Polizei von Lublin war von einer „lauten Explosion“ die Rede. Polizeipatrouillen wurden an den Ort des Geschehens entsendet. Dort hätten sie einen Krater und verstreute Trümmerteile eines unidentifizierten Objekts vorgefunden. Das Innenministerium teilte mit, dass der Krater einen Durchmesser von etwa zehn Metern habe. Die Einsatzstelle wurde gesichert. Tarnawa-Kolonia liegt etwa 95 Kilometer hinter der Grenze zur Ukraine. Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz sprach von einer „außerordentlich schweren Nacht für unsere Luftverteidigung, Überwachungs- und Abwehrsysteme“. Derzeit werde an der Absturzstelle geklärt, um welche Art von Flugobjekt es sich handele. Bei dem Flugobjekt handelt es sich dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk zufolge offenbar um eine russische Rakete. „Alles deutet darauf hin, dass es sich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ CH-101 handelt, aber wir wollen den Ergebnissen einer genauen Untersuchung nicht vorgreifen“, sagte er in Lublin. Er betonte, die polnische Armee sei bereit gewesen, das Objekt abzuschießen. „Es handelt sich um einen schwerwiegenden Vorfall. Glücklicherweise liegen keine Berichte über Verluste oder Opfer vor.“ Auch die Führung in Kiew sah die Verantwortung für den Vorfall bei Russland. Mindestens acht Tote in der Ukraine Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht Ziele in der gesamten Ukraine angegriffen. Darunter seien die Städte Kiew, Lwiw und Dnipropetrowsk, teilte das Ministerium auf Telegram mit. Städte bis im weit von der Grenze entfernten Westen des Landes seien mit Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern sowie Hunderten Drohnen attackiert worden, berichteten ukrainische Medien am Morgen. Es gebe mindestens acht Tote und mehr als ein Dutzend Verletzte. In der Stadt Krywyj Rih wurde nach einem Bericht des „Kyiv Independent“ das Wohnhaus einer Großfamilie von einer Rakete getroffen. Allein dort habe es sechs Tote gegeben, darunter zwei Kinder im Alter von 5 und 12 Jahren, sowie acht Verletzte. Aus der Hauptstadt Kiew und dem Gebiet Poltawa wurden zwei weitere Todesopfer gemeldet. Das genaue Ausmaß der Schäden war bei Tagesanbruch noch unklar. In zwei großen Wohnblöcken in Lwiw nahe der polnischen Grenze seien nach Raketentreffern Brände ausgebrochen, hieß es in den Berichten. Auch in Kiew seien mehrere Gebäude getroffen worden, allerdings wohl von herabstürzenden Trümmern. Reporter sprachen von mehreren Explosionswellen im Laufe der Nacht. Überraschend kam die neuerliche Angriffswelle nicht: Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Mittwoch vor einem unmittelbar bevorstehenden schweren Angriff Russlands aus der Luft gewarnt. Erst vor wenigen Tagen hätten die Angreifer die Ukraine attackiert, „und die Wahrscheinlichkeit ist hoch“, dass ein solcher Schlag auch heute Nacht ausgeführt werde, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. Er berief sich dabei auf einen Lagebericht des ukrainischen Luftwaffenchefs. Die ukrainischen Streitkräfte beklagen, dass ihnen Flugabwehrraketen fehlten, um feindliche Geschosse vom Himmel holen zu können – insbesondere ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzuwehren sind. In seiner Warnung rief Selenskyj die westlichen Partner daher erneut dazu auf, der Ukraine zu helfen. Das betreffe speziell die USA und andere Länder, die über moderne Patriot-Systeme verfügten. Ukraine greift russischen Online-Händler an Unterdessen griff das ukrainische Militär erneut den russischen Online-Händler Wildberries an. Durch Drohnenbeschuss wurde in der Nacht ein großes Lager des Unternehmens in der russischen Region Pensa in Brand gesetzt, wie der Gouverneur der Region, Oleg Melnitschenko, nach Angaben der staatlichen Agentur Tass mitteilte. Dabei habe es mindestens einen Verletzten gegeben. Rund 200 Mitarbeiter seien evakuiert worden. Seit diesem Monat attackiert die Ukraine immer wieder Logistikzentren des größten russischen Versandhauses. Die symbolträchtigen und weithin sichtbaren Angriffe auf Wildberries verursachen große Schäden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft der Firma vor, mit Material zu handeln, das für den 2022 begonnenen Angriffskrieg gegen sein Land verwendet werde. Der Kreml weist das kategorisch zurück. In der Nacht zu Mittwoch hatte die Ukraine in der russischen Stadt Rjasan ein großes Logistikzentrum von Wildberries und eine Raffinerie angegriffen.

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30. Juli
taz (Öko & Co)

+++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Wieder Tote bei russischen Raketenangriffen auf die Ukraine

+++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Wieder Tote bei russischen Raketenangriffen auf die Ukraine In Polen ist im Zuge der russischen Luftangriffe auf die Ukraine vermutlich eine Rakete abgestürzt. Und die ukrainischen Angriffe auf Russlands Onlinehändler Wildberries gehen weiter. Unbekanntes Flugobjekt stürzt über Polen ab In Polen ist während der russischen Luftangriffe auf die Ukraine ein Flugobjekt abgestürzt. Die Regierung in Warschau geht von einer russischen Rakete aus. „Nach Ansicht von Experten der Armee deuten die meisten Spuren, darunter auch die gefundenen Trümmerteile, auf einen Marschflugkörper vom Typ CH-101“, sagte Regierungschef Donald Tusk am Absturzort. Er wolle aber dem Ergebnis der laufenden Untersuchungen nicht vorgreifen. Am frühen Morgen war während schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine ein Flugobjekt in Polens Luftraum eingedrungen und abgestürzt. Der Absturzort nahe dem Ort Tarnawa Kolonia liegt südlich von Lublin und 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Das polnische Fernsehen zeigte Bilder von einem riesigen Krater in einem Feld, Anwohner berichteten von einem lauten Knall. Verletzt wurde niemand. Tusk sagte weiter, eine Rakete vom Typ CH-101 sei in der Lage, große Sprengladungen zu tragen. „Es ist wahrscheinlich, dass es hier zu einer Explosion gekommen ist.“ Der beim Einschlag entstandene Krater habe einen Durchmesser von zehn Metern und eine Tiefe von fünf Metern. Tusk betonte, es gebe keinen Grund für die Annahme, dass Polen gezielt angegriffen worden sei. General Ireneusz Nowak sagte, bereits vor Mitternacht habe die polnische Luftwaffe Anzeichen für einen bevorstehenden russischen Angriff auf die Ukraine bemerkt. Später ließ man Kampfjets vom Typ F-16 aufsteigen. Der General sagte weiter, als das Flugobjekt im polnischen Luftraum entdeckt wurde, habe der Pilot eines F-16 den Befehl bekommen, in Richtung dieses Objekts zu fliegen, um es abzufangen und zu identifizieren. „Ich war die ganze Zeit bereit, den Befehl zum Abschuss zu geben.“ Am Ende habe sich der Kampfjetpilot direkt über der Rakete befunden, als diese auf dem Boden aufschlug. (dpa) Mindestens 8 Tote in der Ukraine bei russischen Angriffen Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mindestens acht Menschen getötet worden. Bei einem Raketenangriff in der Nähe der zentral gelegenen Stadt Krywyj Rih seien vier Erwachsene und zwei Mädchen getötet worden, erklärten die örtlichen Behörden. Acht weitere Menschen seien verletzt worden. Die Behörden in der östlichen Region Poltawa teilten derweil mit, dass bei einem Angriff auf ein Lagerhaus ein Mensch getötet worden sei. In Kiew wurde nach Angaben der örtlichen Militärverwaltung ebenfalls ein Mensch getötet, zwei weitere seien verletzt worden. Bei Angriffen auf die westukrainische Stadt Lwiw wurden 15 Menschen verletzt. Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einem drohenden „massiven“ russischen Angriff gewarnt. „Die Russen haben vor einigen Tagen einen massiven Angriff vorbereitet, und es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Angriff heute Nacht ausgeführt wird“, schrieb Selenskyj am Mittwochabend im Kurzbotschaftendienst X. Er rief die USA und westliche Verbündete der Ukraine dazu auf, Patriot-Luftabwehrraketen zu liefern. Kyjiw benötigt diese zur Abwehr von russischen Angriffen mit ballistischen Raketen. (afp) Erneuter ukrainischer Angriff auf russischen Online-Händler Erneut hat das ukrainische Militär den russischen Onlinehändler Wildberries angegriffen. Durch Drohnenbeschuss wurde in der Nacht ein großes Lager des Unternehmens in der russischen Region Pensa in Brand gesetzt, wie der Gouverneur der Region, Oleg Melnitschenko, nach Angaben der staatlichen Agentur Tass mitteilte. Dabei habe es mindestens einen Verletzten gegeben. Rund 200 Mitarbeiter seien evakuiert worden. Seit diesem Monat attackiert die Ukraine immer wieder Logistikzentren des größten russischen Versandhauses. Die symbolträchtigen und weithin sichtbaren Angriffe auf Wildberries verursachen große Schäden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft der Firma vor, mit Material zu handeln, das für den 2022 begonnenen Angriffskrieg gegen sein Land verwendet werde. Der Kreml weist das kategorisch zurück. Ein Ziel der ukrainischen Führung scheint aber auch zu sein, Unruhe in der Mittelschicht russischer Städte zu schüren, die gern online einkauft. Infolge der Angriffe und dadurch gestörter Lieferketten bekommt sie die Kriegsfolgen nun stärker zu spüren als zuvor. Bereits in der Nacht zu Mittwoch hatte die Ukraine in der russischen Stadt Rjasan ein großes Logistikzentrum von Wildberries und eine Raffinerie angegriffen. Das Lager in Rjasan war nach Medienangaben bereits das elfte Logistikzentrum von Wildberries, das ukrainischen Truppen in weniger als zwei Wochen angegriffen haben. Mindestens acht davon sind mindestens teilweise ausgebrannt. Nach den Angriffen auf Raffinerien stellt Kyjiw damit erneut die Hilflosigkeit der russischen Flugabwehr zur Schau. (dpa) Ukrainischer Kampfjet F-16 im Luftkampf abgestürzt Die Ukraine hat einen der für sie wertvollen westlichen Kampfjets vom Typ F-16 bei der Verteidigung ihres Luftraums verloren. Die Maschine sei abgestürzt, als sie feindliche Flugobjekte abfing, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. „Vorläufigen Informationen nach gab es eine Notfallsituation an Bord, der Pilot musste sich per Schleudersitz retten“, heißt es in der Mitteilung. Der Pilot ist demnach wohlauf, am Boden gab es keine Schäden und Opfer. Die Ukraine hat nach langem Werben bei westlichen Partnern 2024 die ersten Kampfjets des Typs F-16 erhalten. Die Flugzeuge werden vor allem bei der Abwehr russischer Drohnen- und Raketenangriffe eingesetzt. Mehrere Maschinen sind bei den riskanten Manövern bereits abgestürzt, die erste kurz nach Beginn der Lieferungen. Der Verlust jeder einzelnen F-16 wiegt für Kyjiw schwer, da die Ukraine sie nicht selbst produzieren kann und bis heute noch nicht alle der rund 80 versprochenen Maschinen in der Ukraine eingetroffen sind. (dpa) Chef von russischem Drohnenhersteller angeschossen Der Geschäftsführer eines russischen Drohnenherstellers ist bei einem Schusswaffenangriff verletzt worden. Andrei Tscheresow sei in der Nacht zum Mittwoch auf dem Heimweg von der Arbeit von einem unbekannten Angreifer attackiert worden, berichtete die russische Zeitung Iswestija. Die Staatsanwaltschaft nahm nach dem Vorfall in Tula rund 200 Kilomeer südlich von Moskau Ermittlungen wegen versuchten Mordes auf. Informationen über Tscheresows Zustand wurden nicht veröffentlicht. Nach Angaben des örtlichen Ermittlungskomitees wurde er ins Krankenhaus gebracht. Es liefen Ermittlungen, um die Täter zu Identifizieren und die Umstände des Vorfalls aufzuklären, erklärte das Komitee. Das von Tscheresow geleitete und gegründete Unternehmen Russian Air Transport Laboratory ist vor allem für die Entwicklung von Owod-Kampfdrohnen bekannt. Die russische Armee setzt diese Drohnen in ihrem Krieg gegen die Ukraine ein. Seit Beginn der russischen Offensive vor fast viereinhalb Jahren in der Ukraine hat Kiew verschiedene Vertreter des russischen Verteidigungs- und Militärsektors ins Visier genommen. Die ukrainische Regierung äußerte sich zunächst nicht zu dem jüngsten Vorfall. (afp) Ukraine zieht gegen Rückkehr Russlands zu Olympia vor Gericht Die Ukraine ist gegen die Aufhebung von Beschränkungen gegen russische Sportler durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) vor Gericht gezogen. Das Nationale Olympische Komitee der Ukraine erklärte am Mittwoch, beim Sportgerichtshof CAS Berufung gegen die IOC-Entscheidung von Anfang Juli eingelegt zu haben. Das Vorgehen des IOC verstoße gegen die Olympische Charta, sei voreilig und ziehe nicht die Fakten in Betracht, die zur Suspendierung geführt hatten, hieß es zur Begründung. Russlands Nationales Olympisches Komitee war im Herbst 2023 suspendiert worden, nachdem es Sportorganisationen in von Russland für annektiert erklärten Gebieten der Ukraine aufgenommen hatte. Am vergangenen 7. Juli – mehr als vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine – hob das IOC diese Suspendierung dann wieder auf. Zur Begründung erklärte das IOC, das Russische Olympische Komitee habe bestätigt, dass es in den für annektiert erklärten Gebieten keinerlei Aktivitäten ausführe und ausführen werde. Das IOC werde dies genau überwachen. Im Zuge der Entscheidung von Anfang Juli sollen sich russische Athletinnen und Athleten auch in Mannschaftssportarten für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren können. Ob Russland in Los Angeles mit seiner Fahne und Nationalhymne antreten darf, ist noch nicht entschieden. Wegen eines Dopingskandals durften russische Athleten bereits bei den Olympischen Winterspielen von 2018 nur unter der olympischen Flagge antreten, nicht unter der russischen. Bei den Sommerspielen 2021 und den Winterspielen 2022 traten russische Teilnehmer dann unter der Bezeichnung „ROC“ für „Russisches Olympisches Komitee“ an. Nach Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine im Februar 2022 empfahl das IOC den Ausschluss russischer und belarussischer Sportler. Später wurden sie schrittweise unter neutraler Flagge und strengen Auflagen wieder zugelassen, allerdings nicht in Mannschaftswettbewerben. Die Beschränkungen gegen den russischen Verbündeten Belarus wurden dann im Mai vollständig aufgehoben. Mehrere Sportverbände haben ihre Beschränkungen gegen Athleten aus Russland und Belarus bereits aufgehoben. Der Gymnastikverband World Gymnastics vollzog diesen Schritt im Mai, der europäische Fechtverband ließ russische Athleten im Juni wieder zu. (afp) Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. 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30. Juli
Die Welt (Politik)

Objekt dringt in polnischen Luftraum ein – große Explosion, Krater mit zehn Metern Durchmesser

Objekt dringt in polnischen Luftraum ein – große Explosion, Krater mit zehn Metern Durchmesser Bis tief in den Westen des Landes wurde die Ukraine mit Dutzenden Raketen und Hunderten Drohnen attackiert. Im polnischen Luftraum wird ein unbekanntes Objekt gemeldet – Videos sollen den Einschlagsort zeigen. Im polnischen Luftraum ist nach Armeeangaben in der Nacht ein unbekanntes Objekt entdeckt worden, das Richtung Westen geflogen ist. Später sei die mutmaßliche Absturzstelle des Objekts in der Nähe des Dorfes Tarnawa-Kolonia in der Woiwodschaft Lubl in gefunden worden, teilte das operative Kommando der polnischen Streitkräfte auf X mit. Russland hatte die Ukraine in der Nacht mit einem massiven Angriff überzogen Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Lwiw sind nach Angaben der dortigen Behörden 15 Menschen verletzt worden. Menschen seien unter Trümmern von Gebäuden verschüttet. Lwiw liegt im Westen der Ukraine, die gleichnamige Region grenzt an den EU- und Nato-Staat Polen. Warschau ließ als Reaktion auf die Angriffe Kampfjets aufsteigen, um seinen Luftraum zu sichern. Die polnischen Streitkräfte sprachen von einer Vorsichtsmaßnahme. Videos auf X sollen die Einschlagsstelle in Polen zeigen. Verbreitet wurden die Bilder unter anderem vom belarussischen Exilmedium „Nexta“. Bewohner der benachbarten Dörfer sollen laut polnischen Medienberichten eine laute Explosion gehört haben. „Die Fenster wären fast zersprungen“, sagte ein Anwohner gegenüber „Lublin112“. Auch in einer Mitteilung der Polizei von Lublin war von einer „lauten Explosion“ die Rede. Polizeipatrouillen wurden an den Ort des Geschehens entsendet. Dort hätten sie einen Krater und verstreute Trümmerteile eines unidentifizierten Objekts vorgefunden. Das Innenministerium teilte mit, dass der Krater einen Durchmesser von etwa zehn Metern habe. Die Einsatzstelle wurde gesichert. Tarnawa-Kolonia liegt etwa 95 Kilometer hinter der Grenze zur Ukraine. Gegenüber dem polnischen Nachrichtenportal „o-net“ (gehört wie WELT zu Axel Springer) sagte ein Sprecher des Ministers für die Koordinierung der Sonderdienste, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Einzelheiten bekannt gegeben würden. Mindestens acht Tote in der Ukraine Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht Ziele in der gesamten Ukraine angegriffen. Darunter seien die Städte Kiew, Lwiw und Dnipropetrowsk, teilte das Ministerium auf Telegram mit. Städte bis im weit von der Grenze entfernten Westen des Landes seien mit Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern sowie Hunderten Drohnen attackiert worden, berichteten ukrainische Medien am Morgen. Es gebe mindestens acht Tote und mehr als ein Dutzend Verletzte. In der Stadt Krywyj Rih wurde nach einem Bericht des „Kyiv Independent“ das Wohnhaus einer Großfamilie von einer Rakete getroffen. Allein dort habe es sechs Tote gegeben, darunter zwei Kinder im Alter von 5 und 12 Jahren, sowie acht Verletzte. Aus der Hauptstadt Kiew und dem Gebiet Poltawa wurden zwei weitere Todesopfer gemeldet. Das genaue Ausmaß der Schäden war bei Tagesanbruch noch unklar. In zwei großen Wohnblöcken in Lwiw nahe der polnischen Grenze seien nach Raketentreffern Brände ausgebrochen, hieß es in den Berichten. Auch in Kiew seien mehrere Gebäude getroffen worden, allerdings wohl von herabstürzenden Trümmern. Reporter sprachen von mehreren Explosionswellen im Laufe der Nacht. Überraschend kam die neuerliche Angriffswelle nicht: Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Mittwoch vor einem unmittelbar bevorstehenden schweren Angriff Russlands aus der Luft gewarnt. Erst vor wenigen Tagen hätten die Angreifer die Ukraine attackiert, „und die Wahrscheinlichkeit ist hoch“, dass ein solcher Schlag auch heute Nacht ausgeführt werde, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. Er berief sich dabei auf einen Lagebericht des ukrainischen Luftwaffenchefs. Die ukrainischen Streitkräfte beklagen, dass ihnen Flugabwehrraketen fehlten, um feindliche Geschosse vom Himmel holen zu können – insbesondere ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzuwehren sind. In seiner Warnung rief Selenskyj die westlichen Partner daher erneut dazu auf, der Ukraine zu helfen. Das betreffe speziell die USA und andere Länder, die über moderne Patriot-Systeme verfügten. Ukraine greift russischen Online-Händler an Unterdessen griff das ukrainische Militär erneut den russischen Online-Händler Wildberries. Durch Drohnenbeschuss wurde in der Nacht ein großes Lager des Unternehmens in der russischen Region Pensa in Brand gesetzt, wie der Gouverneur der Region, Oleg Melnitschenko, nach Angaben der staatlichen Agentur Tass mitteilte. Dabei habe es mindestens einen Verletzten gegeben. Rund 200 Mitarbeiter seien evakuiert worden. Seit diesem Monat attackiert die Ukraine immer wieder Logistikzentren des größten russischen Versandhauses. Die symbolträchtigen und weithin sichtbaren Angriffe auf Wildberries verursachen große Schäden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft der Firma vor, mit Material zu handeln, das für den 2022 begonnenen Angriffskrieg gegen sein Land verwendet werde. Der Kreml weist das kategorisch zurück. In der Nacht zu Mittwoch hatte die Ukraine in der russischen Stadt Rjasan ein großes Logistikzentrum von Wildberries und eine Raffinerie angegriffen.

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