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Samstag, 25. Juli 2026
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Trumps Zölle: Die neue Zollnormalität

Medienspektrum

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24. Juli
FAZ (Wirtschaft)

Trumps Zölle: Die neue Zollnormalität

Trumps Zölle : Die neue Zollnormalität Donald Trumps Argument für die neuen Zölle ist absurd und ein offensichtlicher Vorwand. Aber er sendet damit eine unmissverständliche Botschaft: Er wird immer neue Wege finden, um Zölle zu erheben. Aus europäischer Sicht hätte es schlimmer kommen können. Der US-Präsident Donald Trump hat einmal mehr neue Zölle verhängt. Für die EU sind es zehn Prozent, für manche anderen Regionen 12,5 Prozent. Trump will damit dauerhaft andere Zölle ersetzen, die er nur zeitlich begrenzt erheben konnte und die jetzt ausgelaufen sind. Für die EU scheint sich unter dem Strich erst einmal nicht allzu viel zu ändern, die neuen Zölle liegen auch im Rahmen des vor einem Jahr vereinbarten Handelsabkommens. Zum Aufatmen besteht indessen kein Anlass. Die US-Regierung prüft gerade noch andere Zölle, die sie wegen vermeintlich unfairer Handelspraktiken verhängen könnte, auch davon könnte unter anderem die EU betroffen sein. Trumps Zollpolitik bleibt schwer berechenbar. An seiner Neigung, Zölle als Allzweckdruckmittel einzusetzen, hat sich nichts geändert. Nachdem sich das Geschehen zwischenzeitlich etwas zu beruhigen schien, hat er in den vergangenen Wochen sogar mit immer neuen Ankündigungen wieder verstärkten Zollaktivismus demonstriert. Sie trafen erst Brasilien, dann Kanada und jetzt Dutzende Länder auf einmal. Trump reißt die Autorität über Zollpolitik an sich Trump hat sich keineswegs vom Obersten Gerichtshof entmutigen lassen, der im Februar einen großen Teil seiner Zölle für ungültig erklärt hat. Er zieht immer neue, teils sehr obskure und noch nie in diesem Zusammenhang verwendete Rechtsgrundlagen heran, um weitere Zölle zu rechtfertigen. Er reißt die Autorität über Zollpolitik an sich, die eigentlich in erster Linie beim Kongress liegen sollte, und er verhängt Zölle nicht nur gezielt gegen einzelne Länder, sondern auf breiter Front, um sie zu einem zentralen Element des amerikanischen Handelssystems zu machen. Das Argument für die jetzt angekündigten Zölle, die als Bestrafung für unzureichendes Vorgehen gegen Zwangsarbeit beschrieben werden, ist absurd und ein offensichtlicher Vorwand. Es dient Trump dazu, die vom Gerichtshof revidierten Zölle vom „Liberation Day“ wiederzubeleben, den er im vergangenen Jahr ausgerufen hat. Der US-Präsident sendet damit die unmissverständliche Botschaft, dass er immer einen neuen Weg finden wird, um Zölle zu erheben. Das ist die neue amerikanische Zollnormalität.

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24. Juli
Neues Deutschland

Handelspolitik | Trumps Doppel-Agenda

- Kommentare - Handelspolitik Trumps Doppel-Agenda Die neuen US-Zölle gegen 60 Länder sollen die Staatseinnahmen erhöhen und mithelfen, den Dollarkurs zu drücken. Ein Kommentar. Donald Trump wird in Europa häufig nur als narzisstischer Wirrkopf wahrgenommen. Ein Fehler. Zölle sind sein strategisch eingesetztes Lieblingsinstrument, um seine Wirtschaftspolitik durchzudrücken. Dass der US-Präsident nun wieder den Zollhammer schwingt, war daher zumindest in der Finanzindustrie erwartet worden. Der Oberste Gerichtshof war im Februar Trump in den Arm gefallen und hatte viele Zölle für illegal erklärt, die der Politiker am »Liberation Day« der Welt pompös verkündet hatte. Das Gerichtsurteil führte zu üppigen Zollerstattungen. Allein im Juni waren es laut US-Finanzministerium 49,2 Milliarden Dollar. Viel Geld, welches nun in der Staatskasse in Washington fehlt. Anders als in der EU sind Zölle für Trumps Regierung erstens eine wichtige Einnahmequelle. Sie werden genutzt, um die Steuersätze für Konzerne zu senken, was wiederum die Konjunktur ankurbeln soll. Zweitens zielt Trump auf den Dollar und damit auf den Kern des US-Kapitalismus. Der Kurs der globalen Leitwährung ist seit einem Jahrzehnt deutlich gestiegen, was US-Exporte verteuert und das notorische Handelsdefizit noch vergrößert. Der ultrarechte Politiker will daher den Dollarkurs senken, die rabiate Zollpolitik ist ein Weg dahin. Mittlerweile scheint die US-Regierung nach dem Knockout durch den Obersten Gerichtshof besser gewappnet. Man begründet Zölle rechtlich besser, was auch für die neuen gilt. Unter anderem der EU, Japan und Taiwan wirft Washington unzureichende Maßnahmen gegen Zwangsarbeit vor. Dieser Vorwurf mag eine politische Krücke sein, ist aber nicht ganz aus der Luft gegriffen: Industrien kaufen Vorprodukte aus Staaten, in denen Zwangsarbeit gelebte Praxis ist – etwa beim Abbau von Rohstoffen für die Produktion von E-Auto-Batterien oder Halbleitern für KI-Rechenzentren. Trumps wirtschaftspolitische Doppel-Agenda steht nicht mehr auf tönernen Füßen. Wir stehen zum Verkauf. Aber nur an unsere Leser*innen. Die »nd.Genossenschaft« gehört denen, die sie lesen und schreiben. Sie sichern mit ihrem Beitrag, dass unser Journalismus für alle zugänglich bleibt – ganz ohne Medienkonzern, Milliardär oder Paywall. Dank Ihrer Unterstützung können wir: → unabhängig und kritisch berichten → übersehene Themen in den Fokus rücken → marginalisierten Stimmen eine Plattform geben → Falschinformationen etwas entgegensetzen → linke Debatten anstoßen und weiterentwickeln Mit »Freiwillig zahlen« oder einem Genossenschaftsanteil machen Sie den Unterschied. Sie helfen, diese Zeitung am Leben zu halten. Damit nd.bleibt.

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24. Juli
Wirtschaftswoche

Zollkonflikt: Neue US-Zölle in Kraft – auch Einfuhren aus EU betroffen

Zollkonflikt: Neue US-Zölle in Kraft – auch Einfuhren aus EU betroffen Was wäre die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump ohne seine geliebten Zölle? Für ihn sind die Importgebühren gegen unliebsame Verbündete und andere Handelspartner ein bewährtes Mittel, um US-Interessen durchzusetzen. Zwar kassierte der Oberste Gerichtshof der USA bereits viele seiner Zölle. Das brachte den Republikaner aber nicht davon ab, neue Auflagen zu ersinnen. Unmittelbar vor dem Auslaufen seiner jüngsten globalen Zölle findet die US-Regierung ein neues Schlupfloch. Ein Überblick: Welche neuen Zölle hat die US-Regierung nun verkündet? Die US-Regierung ist nach einer wochenlangen Untersuchung zum Schluss gekommen, dass rund 60 Handelspartner angeblich unzureichend gegen Zwangsarbeit vorgehen. Pünktlich zum Ende des gesetzlichen Zeitrahmens von Trumps bisherigen globalen Zölle verkündet sein Handelsbeauftragter Jamieson Greer aus diesem Grund neue Importgebühren auf Einfuhren besagter Handelspartner: einen Zollsatz von 10 beziehungsweise 12,5 Prozent. Dieser liegt auffällig nah an der bisherigen Abgabe – die vorigen globalen Zölle lagen bei 10 Prozent. Nach US-Angaben betreffen die neuen Zölle 99,4 Prozent aller Importe. Die Europäische Union wird nun unter anderem neben Taiwan, Japan und der Schweiz als Handelspartner genannt, bei dem für die Importe bestimmter Produkte in die USA beide Sätze aufgeführt werden. Den Zollsatz machen die USA den Angaben zufolge auch davon abhängig, ob Handelspartner Verbote für mit Zwangsarbeit hergestellte Waren wirksam durchsetzen. Die EU handelt nach US-Darstellung in dieser Hinsicht nicht entschlossen genug. Wann geht es los und welche Produkte sind betroffen? Die Zölle gelten ab Freitagmorgen 06.01 Uhr deutscher Zeit (Mitternacht US-Ostküstenzeit). Ausgenommen sind laut den USA unter anderem Produkte, die bereits bestimmten anderen Zöllen unterliegen, wie zum Beispiel Stahl und Aluminium. Auch Öl und Gas seien nicht betroffen, sagte ein hochrangiger US-Beamter der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Ausnahmen gibt es für Waren, die zuvor bereits auf ein Schiff geladen wurden. Die neuen Zölle kommen aus Perspektive des US-Präsidenten gerade rechtzeitig, um den Wegfall globaler Zölle auszugleichen, für die er nun keine rechtliche Grundlage mehr gehabt hätte. Diese konnte die US-Regierung maximal 150 Tage lang erheben – damit wäre am Freitag Schluss gewesen. Die USA hatten seit dem 24. Februar auf die meisten Einfuhren aus dem Ausland einen Zoll von zehn Prozent verlangt. Trump hatte diese in Windeseile verkündet, nachdem der Supreme Court weite Teile seiner vorherigen Zölle kassiert hatte. Was ist die gesetzliche Grundlage? Die neuen Zölle basieren auf dem gleichen Handelsgesetz aus dem Jahr 1974, das die Regierung bereits bei ihren temporären globalen Zöllen herangezogen hatte. Statt auf Paragraf 122 stützt sich Trump nun auf Paragraf 301, der der Regierung die Möglichkeit einräumt, bei nachweislich „ungerechtfertigten, unangemessenen oder diskriminierenden“ Handelspraktiken aktiv zu werden. Anders als manche vorherige Ansätze Trumps, Zölle zu verhängen, ist dieser rechtliche Hebel in den USA kein Novum. Voraussetzung dafür ist, dass die Regierung zuvor Untersuchungen durchgeführt, Kommentare eingeholt und Anhörungen abgehalten hat. Der Handelsbeauftragte hat nach eigenen Angaben „mehr als 1.600 schriftliche Stellungnahmen zu der vorgeschlagenen Gegenmaßnahme erhalten, geprüft und analysiert“, hieß es in der Mitteilung. Zudem hätten mehr als 100 Zeugen bei öffentlichen Anhörungen ausgesagt und Fragen beantwortet. Wie schätzen Experten Trumps Zollpolitik ein? Experten und Ökonomen sehen Trumps Vorgehen kritisch. „Die beispiellose und chaotische Zollpolitik der Trump-Regierung (...) hat der US-Wirtschaft schweren Schaden zugefügt“, heißt es etwa in einer Analyse der Denkfabrik Center for American Progress. Grund dafür seien der Umfang und „ihre oft impulsive Umsetzung“ gewesen. So hatte Trump oft unangekündigt und mit wenig Tagen Vorlauf neue Zölle angekündigt. „Sie führten weder zu neuen Handelsabkommen noch zu einem besseren Marktzugang für amerikanische Exporteure“, erklärte Ryan Mulholland vom Center for American Progress. Er bemängelte, dass das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten im Mai bei 77,6 Milliarden US-Dollar gelegen habe – 41 Prozent höher als zum Zeitpunkt der Zollankündigung. Experten gehen davon aus, dass vor allem Trumps Landsleute die Leidtragenden sind: Die überparteiliche Denkfabrik Tax Foundation schätzt, dass US-Haushalte im laufenden Jahr im Durchschnitt wegen der Zölle eine Zusatzbelastung von 700 Dollar zu schultern haben - das Tax Policy Center beziffert die Bürde sogar auf 960 Dollar. Und was ist mit den EU-Exporten in die USA? Für die meisten Importe aus der EU gilt eigentlich weiter ein Zoll von bis zu 15 Prozent. Dabei handelt es sich um das auch als „Turnberry-Deal“ bekannte, bilaterale Handelsabkommen zwischen der EU und den USA. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Trump hatten sich darauf geeinigt, um einen drohenden Handelskrieg abzuwenden. Brüssel machte weitere Zugeständnisse wie die Abschaffung von EU-Zöllen auf US-Industriegüter. Angesichts der impulsiven Politik unter Trump hat die EU zusätzlich ein Sicherheitsnetz eingebaut: Sollten die USA ihre Zusagen nicht vollständig umsetzen oder Absprachen wieder ausgesetzt werden, können auch Zugeständnisse der EU ausgesetzt werden. Wie ist der aktuelle Stand bei den EU-Ausfuhren? Bislang hält sich Washington laut Brüsseler Kreisen zumindest in den meisten Fällen an das Abkommen. Für rund 93 Prozent der EU-Exporte in die Vereinigten Staaten fielen Zölle in Höhe von maximal 15 Prozent an, sagte ein EU-Beamter. Bei den restlichen Produkten liege der Satz allerdings höher: Dies sei etwa für Käse zutreffend, der effektiv mit knapp 25 Prozent verzollt werde. Die Ausfuhren in Richtung USA haben nach Darstellung des EU-Beamten nicht besonders gelitten. „Man sieht die Auswirkungen der von den USA verhängten Zölle nicht wirklich“, sagte er. Zwar sei es zu „erheblichen Schwankungen“ gekommen – signifikante Auswirkungen seien mit Ausnahme bestimmter Branchen wie der Automobilindustrie allerdings ausgeblieben.

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24. Juli
Handelsblatt

Zollkonflikt: Kurz vor Fristende: Trump findet neues Schlupfloch für Zölle

Zollkonflikt: Kurz vor Fristende: Trump findet neues Schlupfloch für Zölle Washington. Was wäre die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump ohne seine geliebten Zölle? Für ihn sind die Importgebühren gegen unliebsame Verbündete und andere Handelspartner ein bewährtes Mittel, um US-Interessen durchzusetzen. Zwar kassierte der Oberste Gerichtshof der USA bereits viele seiner Zölle. Das brachte den Republikaner aber nicht davon ab, neue Auflagen zu ersinnen. Unmittelbar vor dem Auslaufen seiner jüngsten globalen Zölle findet die US-Regierung ein neues Schlupfloch. Ein Überblick: Welche neuen Zölle hat die US-Regierung nun verkündet? Die US-Regierung ist nach einer wochenlangen Untersuchung zum Schluss gekommen, dass rund 60 Handelspartner angeblich unzureichend gegen Zwangsarbeit vorgehen. Pünktlich zum Ende des gesetzlichen Zeitrahmens von Trumps bisherigen globalen Zölle verkündet sein Handelsbeauftragter Jamieson Greer aus diesem Grund neue Importgebühren auf Einfuhren besagter Handelspartner: einen Zollsatz von 10 beziehungsweise 12,5 Prozent. Dieser liegt auffällig nah an der bisherigen Abgabe – die vorigen globalen Zölle lagen bei 10 Prozent. Nach US-Angaben betreffen die neuen Zölle 99,4 Prozent aller Importe. Die Europäische Union wird nun unter anderem neben Taiwan, Japan und der Schweiz als Handelspartner genannt, bei dem für die Importe bestimmter Produkte in die USA beide Sätze aufgeführt werden. Den Zollsatz machen die USA den Angaben zufolge auch davon abhängig, ob Handelspartner Verbote für mit Zwangsarbeit hergestellte Waren wirksam durchsetzen. Die EU handelt nach US-Darstellung in dieser Hinsicht nicht entschlossen genug. Wann geht es los und welche Produkte sind betroffen? Die Zölle gelten ab Freitagmorgen 06.01 Uhr deutscher Zeit (Mitternacht US-Ostküstenzeit). Ausgenommen sind laut den USA unter anderem Produkte, die bereits bestimmten anderen Zöllen unterliegen, wie zum Beispiel Stahl und Aluminium. Auch Öl und Gas seien nicht betroffen, sagte ein hochrangiger US-Beamter der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Ausnahmen gibt es für Waren, die zuvor bereits auf ein Schiff geladen wurden. Die neuen Zölle kommen aus Perspektive des US-Präsidenten gerade rechtzeitig, um den Wegfall globaler Zölle auszugleichen, für die er nun keine rechtliche Grundlage mehr gehabt hätte. Diese konnte die US-Regierung maximal 150 Tage lang erheben – damit wäre am Freitag Schluss gewesen. Die USA hatten seit dem 24. Februar auf die meisten Einfuhren aus dem Ausland einen Zoll von zehn Prozent verlangt. Trump hatte diese in Windeseile verkündet, nachdem der Supreme Court weite Teile seiner vorherigen Zölle kassiert hatte. Was ist die gesetzliche Grundlage? Die neuen Zölle basieren auf dem gleichen Handelsgesetz aus dem Jahr 1974, das die Regierung bereits bei ihren temporären globalen Zöllen herangezogen hatte. Statt auf Paragraf 122 stützt sich Trump nun auf Paragraf 301, der der Regierung die Möglichkeit einräumt, bei nachweislich „ungerechtfertigten, unangemessenen oder diskriminierenden“ Handelspraktiken aktiv zu werden. Anders als manche vorherige Ansätze Trumps, Zölle zu verhängen, ist dieser rechtliche Hebel in den USA kein Novum. Voraussetzung dafür ist, dass die Regierung zuvor Untersuchungen durchgeführt, Kommentare eingeholt und Anhörungen abgehalten hat. Der Handelsbeauftragte hat nach eigenen Angaben „mehr als 1.600 schriftliche Stellungnahmen zu der vorgeschlagenen Gegenmaßnahme erhalten, geprüft und analysiert“, hieß es in der Mitteilung. Zudem hätten mehr als 100 Zeugen bei öffentlichen Anhörungen ausgesagt und Fragen beantwortet. Wie schätzen Experten Trumps Zollpolitik ein? Experten und Ökonomen sehen Trumps Vorgehen kritisch. „Die beispiellose und chaotische Zollpolitik der Trump-Regierung (...) hat der US-Wirtschaft schweren Schaden zugefügt“, heißt es etwa in einer Analyse der Denkfabrik Center for American Progress. Grund dafür seien der Umfang und „ihre oft impulsive Umsetzung“ gewesen. So hatte Trump oft unangekündigt und mit wenig Tagen Vorlauf neue Zölle angekündigt. „Sie führten weder zu neuen Handelsabkommen noch zu einem besseren Marktzugang für amerikanische Exporteure“, erklärte Ryan Mulholland vom Center for American Progress. Er bemängelte, dass das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten im Mai bei 77,6 Milliarden US-Dollar gelegen habe - 41 Prozent höher als zum Zeitpunkt der Zollankündigung. Experten gehen davon aus, dass vor allem Trumps Landsleute die Leidtragenden sind: Die überparteiliche Denkfabrik Tax Foundation schätzt, dass US-Haushalte im laufenden Jahr im Durchschnitt wegen der Zölle eine Zusatzbelastung von 700 Dollar zu schultern haben - das Tax Policy Center beziffert die Bürde sogar auf 960 Dollar. Und was ist mit den EU-Exporten in die USA? Für die meisten Importe aus der EU gilt eigentlich weiter ein Zoll von bis zu 15 Prozent. Dabei handelt es sich um das auch als „Turnberry-Deal“ bekannte, bilaterale Handelsabkommen zwischen der EU und den USA. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Trump hatten sich darauf geeinigt, um einen drohenden Handelskrieg abzuwenden. Verwandte Themen Brüssel machte weitere Zugeständnisse wie die Abschaffung von EU-Zöllen auf US-Industriegüter. Angesichts der impulsiven Politik unter Trump hat die EU zusätzlich ein Sicherheitsnetz eingebaut: Sollten die USA ihre Zusagen nicht vollständig umsetzen oder Absprachen wieder ausgesetzt werden, können auch Zugeständnisse der EU ausgesetzt werden. Wie ist der aktuelle Stand bei den EU-Ausfuhren? Bislang hält sich Washington laut Brüsseler Kreisen zumindest in den meisten Fällen an das Abkommen. Für rund 93 Prozent der EU-Exporte in die Vereinigten Staaten fielen Zölle in Höhe von maximal 15 Prozent an, sagte ein EU-Beamter. Bei den restlichen Produkten liege der Satz allerdings höher: Dies sei etwa für Käse zutreffend, der effektiv mit knapp 25 Prozent verzollt werde. Die Ausfuhren in Richtung USA haben nach Darstellung des EU-Beamten nicht besonders gelitten. „Man sieht die Auswirkungen der von den USA verhängten Zölle nicht wirklich“, sagte er. Zwar sei es zu „erheblichen Schwankungen“ gekommen – signifikante Auswirkungen seien mit Ausnahme bestimmter Branchen wie der Automobilindustrie allerdings ausgeblieben.

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23. Juli
FAZ (Wirtschaft)

Amerikas Handelspolitik: Wie geht es mit Trumps weltweiten Zöllen weiter?

Amerikas Handelspolitik : Wie geht es mit Trumps weltweiten Zöllen weiter? An diesem Freitag läuft eine wichtige Frist für die von Donald Trump verhängten Zölle ab. Neue hat seine Regierung schon in Aussicht gestellt. Hier kommen Antworten auf die wichtigsten Fragen. Für Donald Trump sind Zölle gegen unliebsame Verbündete und Handelspartner ein bewährtes Mittel, um amerikanische Interessen durchzusetzen. Nach seiner Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof der USA bestand der Präsident darauf, seine von Kritikern stark infrage gestellte Zollpolitik fortzuführen. Seither wird auf die meisten Einfuhren ein Zoll von zehn Prozent erhoben – doch der zeitliche Rahmen dafür läuft nun aus. Wie geht es weiter? Hier kommen Antworten auf die wichtigsten Fragen: Um welche Zölle geht es dieses Mal überhaupt? Grundlage für die neuen Importgebühren ist der Paragraph 122 aus dem Handelsgesetz von 1974, das die Erhebung einer Abgabe von höchstens 15 Prozent maximal 150 Tage lang erlaubt. Seit dem 24. Februar 2026 verlangen die USA auf die meisten Einfuhren aus dem Ausland einen Zoll von zehn Prozent, die Frist läuft an diesem Freitag, dem 24. Juli, aus. Was passiert nach Auslaufen der Frist? Nach dem Stichtag müsste der Kongress seinen Segen geben, damit die Regierung nach der Frist weiter die Abgaben erheben darf. Angesichts der derzeit ohnehin hohen Inflation ist dies eher unwahrscheinlich. So dürften es sich weder Republikaner noch Demokraten wenige Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen des Kongresses mit ihren Wählern verscherzen wollen. Letztere haben infolge der Energiekrise, ein Resultat des von Trump vorangetriebenen Kriegs gegen Iran, ohnehin mit erhöhten Lebenshaltungskosten zu kämpfen. Dabei könnte Trumps Lieblingsinstrument genau das sein, was US-Bürger entlasten könnte, befand das unabhängige Council on Foreign Relations: „Eine Senkung der Zölle könnte für die Trump-Regierung ein wirksames Mittel sein, um auf die Sorgen der Wähler hinsichtlich der Lebenshaltungskosten einzugehen.“ Die meisten Amerikaner seien überzeugt, dass Zölle die Preise für eine Reihe von Gütern erhöhten. Was hatte der Supreme Court noch mal entschieden? Zuvor war Trump vor dem Supreme Court gescheitert. Dieser hatte entschieden, dass seine früheren Zölle gegen Dutzende Handelspartner, darunter auch die Europäische Union, auf Basis eines Notstandsgesetzes rechtswidrig waren. Trump habe dabei seine Befugnisse als Präsident überschritten, urteilte eine deutliche Mehrheit der Richter. In der Konsequenz muss die amerikanische Regierung nun Milliarden an Zöllen zurückzahlen. Zwischen Oktober 2025 und Ende Juni wurden dem Finanzministerium zufolge rund 81,3 Milliarden Dollar (knapp 73 Milliarden Euro) erstattet. Ein Großteil davon ist laut der Haushaltsbehörde des US-Kongresses (CBO) auf das Urteil des Supreme Courts zurückzuführen. Im Vorjahreszeitraum wurden noch knapp 5,3 Milliarden Dollar zurückgezahlt. Wie schätzen Fachleute Trumps Zollpolitik ein? Sie sehen Trumps Vorgehen meist kritisch. „Die beispiellose und chaotische Zollpolitik der Trump-Regierung (…) hat der US-Wirtschaft schweren Schaden zugefügt“, heißt es etwa in einer Analyse der unabhängigen und unparteiischen Denkfabrik Center for American Progress. Grund dafür seien Umfang und „ihre oft impulsive Umsetzung“ gewesen. So hatte Trump oft unangekündigt und mit wenig Tagen Vorlauf neue Zölle öffentlich gemacht. „Sie führten weder zu neuen Handelsabkommen noch zu einem besseren Marktzugang für amerikanische Exporteure“, resümierte Ryan Mulholland vom Center for American Progress. Er betonte, dass auch zusätzliche ausländische Investitionen in die US-Wirtschaft fehlten. Und er bemängelte, dass das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten im Mai 77,6 Milliarden Dollar betragen habe, das waren 41 Prozent mehr als zum Zeitpunkt der Zollankündigung. Fachleute gehen davon aus, dass vor allem Trumps Landsleute die Leidtragenden sind: Die überparteiliche Denkfabrik Tax Foundation schätzt, dass US-Haushalte im laufenden Jahr im Durchschnitt eine Zusatzbelastung von 700 Dollar zu schultern haben; das Tax Policy Center beziffert die Bürde sogar auf 960 Dollar. Wie geht es jetzt weiter? Theoretisch kann Trump das gleiche Handelsgesetz aus dem Jahr 1974 heranziehen, um auf Basis eines anderen Paragraphen neue Zölle zu verhängen. So räumt Paragraph 301 der Regierung die Möglichkeit ein, bei nachweislich „ungerechtfertigten, unangemessenen oder diskriminierenden“ Handelspraktiken entsprechend aktiv zu werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Regierung zuvor Kommentare eingeholt und Anhörungen durchgeführt hat. Dies war zuletzt bei Brasilien der Fall, als der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer einen Zoll von 25 Prozent auf bestimmte Güter des südamerikanischen Landes verkündete. Die Untersuchung habe eine Vielzahl von unfairen Handelspraktiken offenbart, hieß es. Zuletzt hatte Greer im Gespräch des US-Senders CNBC Konsequenzen signalisiert, die aus Untersuchungen auf Basis des Paragraphen 301 zu Zwangsarbeit resultierten. Er war auf einen Artikel der „Financial Times“ angesprochen worden, der eine zeitnahe Ankündigung von Zöllen gegen Einfuhren aus Dutzenden Ländern thematisiert hatte. Anfang Juni hatten die USA Zölle gegen 60 Volkswirtschaften angedroht, weil diese Importe von Produkten aus mutmaßlicher Zwangsarbeit nicht verhinderten oder bestehende Importverbote nicht genügend überprüften. Demnach müssen etwa die Europäische Union (EU), Großbritannien und die Schweiz, aber auch Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika sowie Kanada und China mit zusätzlichen Zöllen zwischen zehn und 12,5 Prozent rechnen. Und was ist mit den EU-Exporten in die USA? Für die meisten Importe aus der EU gilt weiter ein Zoll von bis zu 15 Prozent. Dabei handelt es sich um das auch als „Turnberry-Deal“ bekannte, bilaterale Handelsabkommen zwischen der EU und den USA. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Trump hatten sich darauf geeinigt, um einen drohenden Handelskrieg abzuwenden. Brüssel machte weitere Zugeständnisse wie die Abschaffung von EU-Zöllen auf US-Industriegüter. Angesichts der impulsiven Politik unter Trump hat die EU nun zusätzlich ein Sicherheitsnetz eingebaut: Sollten die USA ihre Zusagen nicht vollständig umsetzen oder Absprachen wieder ausgesetzt werden, können die EU-Konzessionen ausgesetzt werden – etwa im Falle erneuter Zollerhöhungen. Wie ist der aktuelle Stand bei den EU-Ausfuhren? Bislang hält sich Washington laut Brüsseler Kreisen zumindest in den meisten Fällen an das Abkommen. Für rund 93 Prozent der EU-Exporte in die Vereinigten Staaten fielen Zölle in Höhe von maximal 15 Prozent an, sagte ein EU-Beamter. Bei den restlichen Produkten liege der Satz allerdings höher: Dies sei etwa für Käse zutreffend, der effektiv mit knapp 25 Prozent verzollt werde. Die Ausfuhren in Richtung USA haben nach Darstellung des EU-Beamten nicht besonders gelitten. „Man sieht die Auswirkungen der von den USA verhängten Zölle nicht wirklich“, sagte er. Zwar sei es zu „erheblichen Schwankungen“ gekommen – signifikante Auswirkungen seien mit Ausnahme bestimmter Branchen wie der Automobilindustrie allerdings ausgeblieben. Mit Blick auf eine Eskalation bei deutschen Pharmazeutika gibt sich die EU gelassen. Zwar untersucht die US-Regierung mutmaßlich unfaire Arzneimittelpreise in Deutschland. Auf politischer Ebene habe die US-Seite den Europäern allerdings versichert, „dass sie die maximale Zollgrenze von 15 Prozent respektieren werden“, sagte der EU-Beamte. Basis der Untersuchungen ist ebenfalls Paragraph 301. Ob die Untersuchung tatsächlich „ungerechtfertigte, unangemessene oder diskriminierende“ Handelspraktiken ans Licht bringt, bleibt abzuwarten.

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23. Juli
Handelsblatt

Zollkonflikt: Ende von Trumps weltweiten Zöllen: Wann kommen die nächsten?

Zollkonflikt: Ende von Trumps weltweiten Zöllen: Wann kommen die nächsten? Washington. Für Donald Trump sind Zölle gegen unliebsame Verbündete und Handelspartner ein bewährtes Mittel, um US-Interessen durchzusetzen. Nach seiner Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof der USA bestand der US-Präsident darauf, seine von Kritikern stark infrage gestellte Zollpolitik fortzuführen. Seither wird auf die meisten Einfuhren ein Zoll von zehn Prozent erhoben – doch der zeitliche Rahmen dafür läuft nun aus. Ein Überblick: Um welche Zölle geht es dieses Mal überhaupt? Grundlage für die neuen Importgebühren ist der Paragraf 122 aus dem Handelsgesetz von 1974, das die Erhebung einer Abgabe von höchstens 15 Prozent maximal 150 Tage lang erlaubt. Seit dem 24. Februar 2026 verlangen die USA auf die meisten Einfuhren aus dem Ausland einen Zoll von zehn Prozent, die Frist läuft am Freitag (24. Juli) aus. Was passiert nach Auslaufen der Frist? Nach dem Stichtag müsste das US-Parlament seinen Segen geben, damit die Regierung nach der Frist weiter die Abgaben erheben darf. Angesichts der ohnehin hohen Inflation derzeit ist dies mehr als unwahrscheinlich. So dürften es sich weder Republikaner noch Demokraten wenige Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen des Kongresses mit ihren Wählern verscherzen wollen. Letztere haben infolge der Energiekrise – ein Resultat des von Trump vorangetriebenen Kriegs gegen den Iran – ohnehin mit erhöhten Lebenshaltungskosten zu kämpfen. Dabei könnte Trumps Lieblingsinstrument genau das sein, was US-Bürger entlasten könnte, befand das unabhängige Council on Foreign Relations: „Eine Senkung der Zölle könnte für die Trump-Regierung ein wirksames Mittel sein, um auf die Sorgen der Wähler hinsichtlich der Lebenshaltungskosten einzugehen.“ Die meisten Amerikaner seien überzeugt, dass Zölle die Preise für eine Reihe von Gütern erhöhten. Was hatte der Supreme Court entschieden? Zuvor war Trump vor dem Supreme Court gescheitert. Dieser hatte entschieden, dass seine früheren Zölle gegen Dutzende Handelspartner – darunter auch die Europäische Union – auf Basis eines Notstandsgesetzes rechtswidrig waren. Trump habe dabei seine Befugnisse als Präsident überschritten, urteilte eine deutliche Mehrheit der Richter. In der Konsequenz muss die US-Regierung nun Milliarden an Zöllen wieder zurückzahlen. Zwischen Oktober 2025 und Ende Juni wurden dem Finanzministerium zufolge rund 81,3 Milliarden US-Dollar (knapp 72,9 Mrd Euro) erstattet – ein Großteil davon ist laut Haushaltsbehörde des US-Kongresses (CBO) auf das Urteil des Supreme Courts zurückzuführen. Im Vorjahreszeitraum wurden noch knapp 5,3 Milliarden Dollar zurückgezahlt. Wie schätzen Experten Trumps Zollpolitik ein? Experten und Ökonomen sehen Trumps Vorgehen kritisch. „Die beispiellose und chaotische Zollpolitik der Trump-Regierung (...) hat der US-Wirtschaft schweren Schaden zugefügt“, heißt es etwa in einer Analyse der unabhängigen und unparteiischen Denkfabrik Center for American Progress. Grund dafür seien Umfang und „ihre oft impulsive Umsetzung“ gewesen. So hatte Trump oft unangekündigt und mit wenig Tagen Vorlauf neue Zölle öffentlich gemacht. „Sie führten weder zu neuen Handelsabkommen noch zu einem besseren Marktzugang für amerikanische Exporteure“, resümierte Ryan Mulholland vom Center for American Progress. Er betonte, dass auch zusätzliche ausländische Investitionen in die US-Wirtschaft fehlten. Und er bemängelte, dass das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten im Mai bei 77,6 Milliarden US-Dollar gelegen habe – 41 Prozent höher als zum Zeitpunkt der Zollankündigung. Experten gehen davon aus, dass vor allem Trumps Landsleute die Leidtragenden sind: Die überparteiliche Denkfabrik Tax Foundation schätzt, dass US-Haushalte im laufenden Jahr im Durchschnitt eine Zusatzbelastung von 700 Dollar zu schultern haben – das Tax Policy Center beziffert die Bürde sogar auf 960 Dollar. Wie geht es jetzt weiter? Theoretisch kann Trump das gleiche Handelsgesetz aus dem Jahr 1974 heranziehen, um auf Basis eines anderen Paragrafen neue Zölle zu verhängen. So räumt Paragraf 301 der Regierung die Möglichkeit ein, bei nachweislich „ungerechtfertigten, unangemessenen oder diskriminierenden“ Handelspraktiken entsprechend aktiv zu werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Regierung zuvor Kommentare eingeholt und Anhörungen durchgeführt hat. Dies war zuletzt bei Brasilien der Fall, als der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer einen Zoll von 25 Prozent auf bestimmte Güter des südamerikanischen Landes verkündete. Die Untersuchung habe eine Vielzahl von unfairen Handelspraktiken offenbart, hieß es. Zuletzt hatte Greer im Gespräch des US-Senders CNBC Konsequenzen signalisiert, die aus Untersuchungen auf Basis des Paragrafen 301 zu Zwangsarbeit resultierten. Er war auf einen Artikel der „Financial Times“ angesprochen worden, der eine zeitnahe Ankündigung von Zöllen gegen Einfuhren aus Dutzenden Ländern thematisiert hatte. Anfang Juni hatten die USA Zölle gegen 60 Volkswirtschaften angedroht, weil diese Importe von Produkten aus mutmaßlicher Zwangsarbeit nicht verhinderten oder bestehende Importverbote nicht genügend überprüften. Demnach müssen etwa die Europäische Union (EU), Großbritannien und die Schweiz, aber auch Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika sowie Kanada und China mit zusätzlichen Zöllen zwischen 10 und 12,5 Prozent rechnen. Und was ist mit den EU-Exporten in die USA? Für die meisten Importe aus der EU gilt weiter ein Zoll von bis zu 15 Prozent. Dabei handelt es sich um das auch als „Turnberry-Deal“ bekannte, bilaterale Handelsabkommen zwischen der EU und den USA. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Trump hatten sich darauf geeinigt, um einen drohenden Handelskrieg abzuwenden. Brüssel machte weitere Zugeständnisse wie die Abschaffung von EU-Zöllen auf US-Industriegüter. Angesichts der impulsiven Politik unter Trump hat die EU nun zusätzlich ein Sicherheitsnetz eingebaut: Sollten die USA ihre Zusagen nicht vollständig umsetzen oder Absprachen wieder ausgesetzt werden, können die EU-Konzessionen ausgesetzt werden – etwa bei erneuten Zollerhöhungen. Wie ist der aktuelle Stand bei den EU-Ausfuhren? Bislang hält sich Washington laut Brüsseler Kreisen zumindest in den meisten Fällen an das Abkommen. Für rund 93 Prozent der EU-Exporte in die Vereinigten Staaten fielen Zölle in Höhe von maximal 15 Prozent an, sagte ein EU-Beamter. Bei den restlichen Produkten liege der Satz allerdings höher: Dies sei etwa für Käse zutreffend, der effektiv mit knapp 25 Prozent verzollt werde. Verwandte Themen Die Ausfuhren in Richtung USA haben nach Darstellung des EU-Beamten nicht besonders gelitten. „Man sieht die Auswirkungen der von den USA verhängten Zölle nicht wirklich“, sagte er. Zwar sei es zu „erheblichen Schwankungen“ gekommen – signifikante Auswirkungen seien mit Ausnahme bestimmter Branchen wie der Automobilindustrie allerdings ausgeblieben. Mit Blick auf eine Eskalation bei deutschen Pharmazeutika gibt sich die EU gelassen. Zwar untersucht die US-Regierung mutmaßlich unfaire Arzneimittelpreise in Deutschland. Auf politischer Ebene habe die US-Seite den Europäern allerdings versichert, „dass sie die maximale Zollgrenze von 15 Prozent respektieren werden“, sagte der EU-Beamte. Basis der Untersuchungen ist ebenfalls Paragraf 301. Ob die Untersuchung tatsächlich „ungerechtfertigten, unangemessenen oder diskriminierenden“ Handelspraktiken ans Licht bringt, bleibt abzuwarten.

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