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Dienstag, 24. März 2026
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Weltwirtschaft - EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen

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24. März
Deutschlandfunk

Weltwirtschaft - EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen

Das Abkommen sieht unter anderem den Wegfall von Zöllen vor und soll den Handel mit Dienstleistungen sowie gegenseitige Investitionen erleichtern. Industriebereiche, die besonders von der Vereinbarung profitieren könnten, sind der EU-Kommission zufolge etwa Maschinenbau, Chemie, Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft. Die EU soll zudem einen besseren Zugang zu Australiens strategisch wertvollen Rohstoffen wie seltenen Erden und Lithium bekommen. "Starkes Signal an den Rest der Welt" Von der Leyen machte deutlich, dass es für die EU wichtig ist, internationale Handelsbeziehungen auszubauen und zu diversifizieren, um Risiken und Abhängigkeiten zu verringern - in einer Zeit, in der die USA mit ihrer aggressiven Zollpolitik ein schwieriger Partner seien. "Wir senden ein starkes Signal an den Rest der Welt, dass in Zeiten der Turbulenzen Freundschaft und Zusammenarbeit das Wichtigste sind", betonte die deutsche Kommissionspräsidentin. Enger zusammenrücken wollen die EU und Australien auch mit einer neuen Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft, die eine stärkere Kooperation gegen Cyber-Risiken, hybride Bedrohungen sowie ausländische Informationsmanipulation und Einmischung vorsieht. "Freihandel wird Wirtschaft beider Seiten ankurbeln" Premierminister Albanese erklärte, der Freihandel werde die Wirtschaft beider Seiten ankurbeln und damit für mehr Wohlstand sorgen. Für Australien sei der Wegfall von Zöllen auf den Export von Wein und Meeresfrüchten bedeutend. Zudem könnten künftig mehr landwirtschaftliche Produkte wie Rindfleisch in die EU exportiert werden. Die EU geht davon aus, dass die Exporte aus den Mitgliedstaaten nach Australien im kommenden Jahrzehnt um ein Drittel auf jährlich bis zu 17,7 Milliarden Euro wachsen könnten. Besonderes Wachstumspotenzial gibt es den Angaben zufolge bei Milchprodukten, Kraftfahrzeugen und Chemikalien. EU-Investitionen in Australien könnten um mehr als 87 Prozent zulegen, heißt es. Der Vertrag geht nun in die juristische Überprüfung, die in der Regel mehrere Monate dauert. In der EU muss er zudem in alle 24 Amtssprachen übersetzt werden. Dann ist noch die Ratifizierung durch das europäische und das australische Parlament erforderlich. Mehr Informationen: Diese Nachricht wurde am 24.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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23. März
taz (Öko & Co)

Von der Leyen in Canberra: EU will Handelsdeal mit Australien abschließen

Von der Leyen in Canberra: EU will Handelsdeal mit Australien abschließen Die EU-Kommissionspräsidentin ist seit Montag in Australien, um letzte Details auszuhandeln. Die EU erhofft sich Zugang zu Rohstoffen wie Lithium. Es könnte das dritte große Handelsabkommen werden, das EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dieses Jahr unterzeichnet. Nach Abschluss der Verhandlungen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten sowie Indien drängt von der Leyen auf ein Abkommen mit Australien. Dafür ist sie am Montag in der australischen Hauptstadt Canberra gelandet, wo sie Regierungschef Anthony Albanese trifft. Das Handelsabkommen sei Teil von Europas Streben nach strategischer Unabhängigkeit, schrieb von der Leyen in einem Gastbeitrag am Montag, den mehrere europäischen Zeitungen veröffentlichten. „Es bedeutet sicherzustellen, dass kein Land den Zugang zu Energie, Halbleitern oder Seltenerdmineralien als Waffe nutzen kann, um unsere Wirtschaft als Geisel zu nehmen“, so von der Leyen. Die EU will damit unabhängiger von China werden, das den Großteil der Rohstoffimporte in die EU abdeckt. Australien ist der weltweit größte Lithiumlieferant und baut weitere seltene Erden ab, die für Elektromobilität oder Solartechnik benötigt werden. Deutsche Wirtschaftsverbände forderten am Montag einen schnellen Abschluss der Verhandlungen. „Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen ist eine vertiefte Partnerschaft mit Australien strategisch sinnvoll und bietet gerade in den Bereichen Rohstoffe, Digitalisierung und Weltraum große wirtschaftliche Chancen“, sagte Außenhandelschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) Volker Treier. Der Industrieverband BDI betont Vorteile für deutsche Exporteure von Autos, Maschinen und Konsumgütern. Auch die Chemieindustrie zählt zu den großen Exporteuren nach Australien. Für Australien ist Europa der drittgrößte Handelspartner. Für die EU macht der Handelsverkehr mit Australien aber nur etwa 1 Prozent des Gesamthandels aus. Europa importiert vor allem Rohstoffe und Agrarprodukte. Streitpunkt: Fleischimporte Die EU verhandelt seit knapp zehn Jahren einen Handelsdeal mit Australien. 2023 scheiterten Gespräche, weil die EU eine Obergrenze für australische Rind- und Schaffleischexporte festlegen wollte, um die eigenen Landwirte zu schützen – so wie sie es in dem Mercosur-Abkommen verhandelte. Auch beim Handelsabkommen mit Südamerika reichte das den Landwirten allerdings nicht. Im Vorfeld der Reise von Ursula von der Leyen warnte der europäische Bauernverband Copa-Cogeca, die Landwirtschaft dürfe „nicht schon wieder als Verhandlungsmasse dienen, um Vorteile in anderen Sektoren zu erzielen“. Die EU kritisiert eine australische Steuer auf europäische Luxusautos. Australien wehrte sich zuletzt auch dagegen, verbindliche Zusagen zum Klima- und Umweltschutz in das Handelsabkommen aufzunehmen, wie es die Kommission fordert. Die Brüssel Denkfabrik European Institute European Environmental Policy (IEEP) gab in einer Analyse von 2023 zu bedenken, das Australiens Exportwirtschaft hohe Emissionen verursacht. Australisches Schafsfleisch etwa erzeuge 36 Prozent mehr CO2 als europäisches. Höherer Bedarf an Rohstoff müsse außerdem mit der Verankerung von Umwelt- und Sozialstandards beim Abbau einhergehen. Nach Unterzeichnung des Deals folgen die rechtlichen Details. (mit Agenturen) Gemeinsam für freie Presse Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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24. März
ZDF heute

EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen

Zölle fallen, Handel wird erleichtert:EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen Die EU und Australien einigen sich auf ein Handelsabkommen, das Zölle abschaffen, Investitionen fördern und Europas Versorgung mit wichtigen Rohstoffen stärken soll. Die Europäische Union und Australien haben nach rund acht Jahren die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das teilten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Premierminister Anthony Albanese in der australischen Hauptstadt Canberra mit. Beide stellten zudem auch eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft vor. EU will unabhängiger werden Von der Leyen machte deutlich, dass es für die EU wichtig ist, internationale Handelsbeziehungen auszubauen und zu diversifizieren, um Risiken und Abhängigkeiten zu verringern - zumal in einer Zeit, in der die USA unter Präsident Donald Trump mit ihrer aggressiven Zollpolitik ein zunehmend schwieriger Partner sind. Das Abkommen mit Australien folgt auch den politischen Zielen der EU, die Beziehungen im Indopazifik-Raum auszubauen und die Kooperation mit gleichgesinnten Demokratien zu stärken. Der von US-Präsident Trump angekündigte globale Zoll von 15 Prozent sorgt für Verunsicherung in der EU. Die will nun das Handelsabkommen mit den USA vorerst aussetzen. 23.02.2026 | 1:37 minMit dem Abkommen sollen Zölle und Handelshemmnisse abgebaut werden, um die Wirtschaft aller Partner anzukurbeln. Industriebereiche, die besonders von dem Abkommen profitieren könnten, sind der EU-Kommission zufolge etwa Maschinenbau, Chemikalien, Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft. Wir senden ein starkes Signal an den Rest der Welt, dass in Zeiten der Turbulenzen Freundschaft und Zusammenarbeit das Wichtigste sind. Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin Die EU und Australien seien geografisch weit voneinander entfernt, doch in der Sicht auf die Welt könne man einander kaum näher sein. Partnerschaft bei Sicherheit und Verteidigung Auch mit der neuen Partnerschaft im Bereich Sicherheit und Verteidigung rücke man noch enger zusammen. Von der Leyen sieht unter anderem stärkere Kooperation gegen Cyber-Risiken, hybride Bedrohungen sowie ausländische Informationsmanipulation und Einmischung vor. Die EU geht davon aus, dass die Exporte aus den Mitgliedstaaten nach Australien im kommenden Jahrzehnt um bis zu 33 Prozent auf jährlich 17,7 Milliarden Euro wachsen könnten. Zu den Schlüsselsektoren mit starkem Wachstumspotenzial zählen den Angaben zufolge Molkereierzeugnisse mit einem erwarteten Plus von bis zu 48 Prozent, Kraftfahrzeuge mit 52 Prozent sowie Chemikalien mit 20 Prozent. EU-Investitionen in Australien könnten um mehr als 87 Prozent zulegen, heißt es. Die EU ist nach Angaben aus Brüssel Australiens drittgrößter Handelspartner nach China und Japan. Für die Europäer ist Australien allerdings nur ein relativ kleiner Handelspartner: Im Warenhandel mit den 27 EU-Staaten rangiert das Land mit knapp 28 Millionen Einwohnern auf dem 20. Platz. Nachdem der Supreme Court einen Teil der Zölle des US-Präsidenten für unrechtmäßig befand, reagiert Trump mit neuen Zöllen. Was bedeutet das für die EU? Die Analyse bei ZDFheute live. 21.02.2026 | 24:07 minFast alle Zölle sollen wegfallen Das Abkommen sieht die Abschaffung von mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Warenausfuhren nach Australien vor, wodurch Unternehmen aller Größen nach Angaben aus Brüssel jährlich rund eine Milliarde Euro an Zöllen sparen würden. Zudem sind die Öffnung des australischen Dienstleistungsmarktes bei Finanzdienstleistungen und in der Telekommunikation, ein besserer Zugang für EU-Unternehmen zu öffentlichen Aufträgen in Australien und Maßnahmen für eine bessere Versorgung Europas mit kritischen Rohstoffen aus Australien Teil des Abkommens. Auch soll es EU-Fachkräften die Arbeit in Australien erleichtern, und mit Einreisequoten für Ingenieure und Forschende auf beiden Seiten die Innovationskraft stärken. Wann das Abkommen mit Australien ratifiziert werden kann, ist noch unklar. Denn der Vertragstext muss noch rechtlich geprüft und in alle Amtssprachen der EU übersetzt werden. Anschließend muss er von den Mitgliedstaaten und vom Europäischen Parlament gebilligt werden. Mehr zum Thema Handel Handelsabkommen offenbar vor Abschluss:Neuer Deal mit Australien für eine unabhängigere EU? von Klaus Webermit Video0:37- Interview Handelsabkommen zwischen EU und Indien:Experte: "Historischer Tag" für EU und Indien mit Video24:41 Handelspartner in der EU:Deutschland und Frankreich: Stockt der Motor - oder nicht? von Klaus Webermit Video0:42- Grafiken Zollstreit zwischen USA und EU:Wie Trumps Zölle die deutsche Wirtschaft getroffen haben von Luisa Billmayermit Video2:48

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24. März
Süddeutsche Zeitung (Wirtschaft)

Nach acht Jahren: EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen

Die Europäische Union und Australien haben sich nach acht Jahren Verhandlungen auf ein umfassendes Freihandelsabkommen geeinigt. Beide Seiten wollen damit ihre Beziehungen vertiefen und die regelbasierte Weltordnung stärken, die auch durch die Regierung von US-Präsident Donald Trump unter Druck geraten ist. Der Abschluss der Verhandlungen wurde am Dienstag in Canberra von Premierminister Anthony Albanese und Ursula von der Leyen, der Präsidentin der Europäischen Kommission, bekannt gegeben. Laut einer gemeinsamen Erklärung muss das Abkommen nun von beiden Seiten ratifiziert werden. Zusätzlich unterzeichneten die EU und Australien eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft, die eine bessere Zusammenarbeit bei Krisenbewältigung und Sicherheitsfragen ermöglichen soll. „Diese Säulen der Zusammenarbeit erkennen den Wert einer starken Partnerschaft zwischen Australien und der Europäischen Union bei der Bewältigung globaler Herausforderungen, der Förderung von Wohlstand und Sicherheit an und erlauben eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen Australien und der EU“, heißt es in der Mitteilung von Albanese und von der Leyen. Australien und die EU versuchen, ihre Volkswirtschaften sowohl vor den Zöllen von US-Präsident Donald Trump als auch vor den chinesischen Beschränkungen für kritische Rohstoffe zu schützen. Die EU hat kürzlich Handelsabkommen mit Indien und dem südamerikanischen Mercosur-Block geschlossen und damit nach jahrelangen Verzögerungen in einigen Fällen neue Impulse für ihre Handelspolitik gesetzt. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) verzeichnete Australien im vergangenen Jahr ein Handelsdefizit von 33 Milliarden US-Dollar mit der EU: Es exportierte Waren im Wert von rund zwölf Milliarden US-Dollar und importierte Güter im Wert von mehr als 44 Milliarden. Deutschland liefert vor allem Autos, medizinische und pharmazeutische Produkte und Maschinen. Australiens wichtigste Exportgüter nach Deutschland sind landwirtschaftliche Erzeugnisse, Gold und andere Edelmetalle sowie Energieträger. Das Abkommen sieht die Abschaffung von mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Warenausfuhren nach Australien vor, wodurch Unternehmen aller Größen nach Angaben aus Brüssel jährlich rund eine Milliarde Euro an Zöllen sparen sollen. Die gebeutelte Autobranche macht sich nun große Hoffnungen Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, erklärte vorab, das Handelsabkommen werde für die europäische Automobilindustrie „erhebliche Chancen eröffnen“, vor allem auch für die exportorientierten deutschen Hersteller, die auf dem australischen Markt mit starker Konkurrenz aus China und Japan um Anteile ringen. „In Zeiten von zunehmendem Isolationismus und Protektionismus sendet das Abkommen ein kraftvolles Signal für fairen und regelbasierten Handel“, erklärte Müller. Zuletzt wurden nach VDA-Angaben jährlich gut 44 000 Autos aus Deutschland nach Australien exportiert – mehr als nach Portugal, aber weniger als nach Norwegen. Die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen laufen seit 2018. Ein fast fertiger Deal scheiterte 2023, weil Australien unzureichenden Marktzugang für seine Agrarprodukte in der EU kritisierte. Die Gespräche wurden im vergangenen Jahr wiederaufgenommen und erhielten neue Dringlichkeit, da die Trump-Regierung drohte, das globale Handelssystem aus den Angeln zu heben.

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24. März
Tagesschau

Mit welchen Ländern die EU Handelsabkommen hat

Australien kommt dazu Mit welchen Ländern die EU Handelsabkommen hat Der Pakt mit Australien ist Teil eines wachsenden Engagements im indopazifischen Raum. Doch auch sonst hat die EU überall auf der Welt Handelsabkommen. Ein Überblick. Über 40 Abkommen mit mehr als 70 Partnern hat die Europäische Union (EU) nach Angaben des Europäischen Parlaments geschlossen. Dabei geht es oft um Investitionen und den Abbau von Zöllen. Heute gab die EU den neuesten Deal mit Australien bekannt. Doch schon in den vergangenen Monaten und Jahren hatte die EU mehrere Abkommen besiegelt, um sich im Welthandel breiter aufzustellen und Lieferketten zu stärken - auch als Reaktion auf die unberechenbare Politik der USA unter Donald Trump. Indonesien und Indien So erhöhte die EU zuletzt ihr Engagement im indopazifischen Raum - und hatte kürzlich weitere Handelsabkommen in der Region verhandelt. Ein im September 2025 geschlossener Pakt mit Indonesien sichert Brüssel etwa den Zugang zu wichtigen Rohstoffen wie Nickel, das für E-Auto-Batterien wichtig ist. Im Januar dieses Jahres wurde außerdem mit dem bevölkerungsreichsten Land der Erde, Indien, eine Freihandelszone mit fast zwei Milliarden Menschen vereinbart. Mercosur Kurz zuvor hatten die EU-Länder nach mehr als 25 Jahren der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay, Venezuela und Bolivien) zugestimmt. Trotz einer noch ausstehenden Überprüfung durch den Europäischen Gerichtshof soll es ab dem 1. Mai 2026 vorläufig angewendet werden. Damit fallen zahlreiche Zölle zwischen der EU und Brasilien, Argentinien sowie Uruguay weg. Mit Paraguay hatte vor wenigen Tagen auch das letzte beteiligte Land aus Südamerika den Vertrag gebilligt, nach Angaben aus Brüssel aber noch keine offizielle Mitteilung an die EU-Kommission geschickt. Geschieht das bis Ende März, sollen auch die Zölle im Handel mit Paraguay zum 1. Mai wegfallen. Die Mitgliedschaft von Venezuela ist dagegen seit 2017 suspendiert. Und auch Bolivien ist zunächst nicht Teil des Mercosur-Abkommens mit der EU. Das jüngste Mitglied des "Mercado Común del Sur" war nicht an den Verhandlungen beteiligt, kann aber in den kommenden Jahren dem Deal beitreten. Chile Die Aktualisierung eines Deals mit einem weiteren südamerikanischen Staat hatte das europäische Parlament im Februar 2024 genehmigt. Damit wurden fast alle Zölle im Handel mit Chile abgeschafft. Außerdem macht das Abkommen wichtige Rohstoffe wie Lithium und Kupfer für die EU zugänglicher. USA Nachdem Präsident Trump neue Zölle für Importe aus dem Ausland eingeführt hatte, verhandelte die EU im Sommer 2025 ein Abkommen mit den USA. Im Gegenzug für die zollfreie Einfuhr von US-Industriegütern verpflichteten sich die Vereinigten Staaten, die Zölle auf die meisten EU-Importe auf 15 Prozent zu begrenzen. Doch das Europäische Parlament hatte den Deal Mitte Februar auf Eis gelegt, weil der Oberste Gerichtshof die meisten der von Trump verhängten Zölle für unrechtmäßig erklärt hatte. Dieser kündigte daraufhin umgehend neue an. Am vergangenen Donnerstag stimmte nun der Handelsausschuss des Europaparlaments doch für das Abkommen - allerdings unter Bedingungen. Bevor es in Kraft treten könne, müsse die US-Seite verbindlich zusagen, die Vereinbarungen einzuhalten und Fortschritte beim Abbau der Extrazölle auf Stahl- und Aluminium-Folgeprodukte vorlegen, teilte der Vorsitzende Bernd Lange (SPD) mit. Das Abkommen muss für die Umsetzung noch von Parlament und Mitgliedstaaten angenommen werden. Zwischen 2013 und 2016 hatten die EU und die USA zudem über das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP verhandelt. Mit der erstmaligen Wahl Trumps zum US-Präsidenten wurden die Verhandlungen jedoch unterbrochen und seither nicht wieder aufgenommen. Kanada und Mexiko Mit Kanada ist dagegen ein Freihandelsabkommen, bekannt als das umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen (CETA), schon seit 2017 vorläufig in Kraft. Zwar steht die vollständige Ratifizierung aller EU-Mitgliedstaaten noch aus, es vereinfacht aber schon den Marktzugang für Dienstleistungen und fördert Investitionen durch reduzierte Zölle. Im Januar 2025 erklärte die EU-Kommission, dass die Verhandlungen mit Mexiko über die Überarbeitung der Handelsbestimmungen des Globalabkommens abgeschlossen wurden. Danach hat Mexiko fast alle Zölle auf die Einfuhr von Waren aus der EU aufgehoben, um sie dort wettbewerbsfähiger und für mexikanische Verbraucherinnen und Verbraucher attraktiver zu machen. Japan und Vietnam Mit dem Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit Japan, das im Februar 2019 in Kraft trat, wurden fast alle von europäischen und japanischen Unternehmen gezahlten Zölle aufgehoben. Auch mit Vietnam wurde 2020 ein Deal abgeschlossen. Mit China laufen dagegen dem Europäischen Parlament zufolge keine Verhandlungen über Freihandel. Im Jahr 2020 einigte sich die EU zwar mit der Volksrepublik auf Abkommen zum Schutz der Ursprungsbezeichnungen und umfassende Investitionen. Nachdem China jedoch viele Beamte, Denkfabriken und Wissenschaftler aus Europa sanktioniert hatte, lehnte das Parlament im Folgejahr die Weiterarbeit ab. Dazu kommen Menschenrechtsbedenken mit Blick auf Xinjiang und Hongkong. Europa Die europäischen Länder, die nicht in der EU sind, unterhalten mit ihr enge Handelsbeziehungen. So sind etwa Island, Liechtenstein und Norwegen Mitglieder in der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und regeln die Beziehungen mithilfe des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum. Die Schweiz ist zwar ebenfalls Mitglied der EFTA. Mit dem Nachbarland Deutschlands gilt aber ein eigenes Freihandelsabkommen aus dem Jahr 1972. Mit dem Vereinigten Königreich hat die EU nach dem Brexit ein Handels- und Kooperationsabkommen geschlossen, in dem Handelsbedingungen wie Nullkontingente, Nullzölle und Regeln für fairen Wettbewerb festgelegt sind. Es trat im Mai 2021 in Kraft. Afrika In Afrika hat die EU nach Angaben des Europaparlaments mit 18 Ländern Vereinbarungen getroffen - wie etwa das 2024 in Kraft getretene Freihandelsabkommen mit Kenia. Dazu kommt, dass viele afrikanische Staaten von der EU-Regelung "Everything But Arms" (EBA) oder übersetzt "Alles außer Waffen" profitieren. Mit dem EBA-System wurden 2001 Zölle und Kontingente für alle Einfuhren von Waren (mit Ausnahme von Waffen und Munition) abgeschafft, die aus den am wenigsten entwickelten Ländern in die EU eingeführt werden. Dank der verschiedenen Abkommen gelangen den Angaben zufolge mehr als 90 Prozent der Ausfuhren aus Afrika zollfrei in den EU-Binnenmarkt. Rest der Welt Zu den EBA-Ländern gehören aktuell auch Afghanistan, Nepal, Bangladesch, Kambodscha oder Laos. Darüber hinaus unterhält die EU viele kleinere Abkommen mit Ländern im Rest der Welt - zum Beispiel im Nahen Osten. 2022 schloss sie zudem mit Neuseeland ein Freihandelsabkommen ab, dem der Rat noch zustimmen muss.

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24. März
Tagesschau

Was das Handelsabkommen zwischen der EU und Australien bedeutet

EU-Abkommen mit Australien Was der Deal zwischen der EU und Australien bedeutet Acht Jahre haben die EU und Australien verhandelt - nun ist das Freihandelsabkommen fertig. Die EU verspricht ihren Unternehmen Exportgewinne, Rohstofflieferanten und neue Investitionen. Was das Abkommen im Detail bedeutet. Warum ist das Abkommen wichtig? Es gibt bereits seit 2022 ein politisches Rahmenabkommen für die Beziehungen zwischen der EU und Australien, das eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Außenpolitik, Handel, nachhaltige Entwicklung, Klimawandel und Forschung ermöglicht. Mit dem nun beschlossenen Abkommen sollen weitere Handelshemmnisse und vor allem Zölle abgebaut werden, um die Wirtschaft aller Partner anzukurbeln. Das ist vor allem für Australien von Bedeutung, für die die EU nach China und Japan sogar wichtigster Handelspartner ist. Der australische Regierungschef Anthony Albanese bezifferte den wirtschaftlichen Nutzen für sein Land auf jährlich etwa sieben Milliarden Dollar. 2024 wurden zwischen der EU und Australien Waren und Dienstleistungen im Wert von über 91 Milliarden Euro gehandelt. Damit ist Australien für die Europäer allerdings nur ein relativ kleiner Handelspartner: Im Warenhandel mit den 27 EU-Staaten rangiert das Land auf dem 20. Platz. Was wird zwischen der EU und Australien gehandelt? Zwischen der EU und Australien werden vor allem Maschinen und Geräte, Chemikalien und Rohstoffe gehandelt. Aber auch Telekommunikations- und Informationsdienstleistungen ebenso wie wissenschaftliche und technische Dienstleistungen werden ausgetauscht. Wie vereinfacht das Abkommen den Warenhandel? Das Abkommen vereinfacht zahlreiche Aspekte: So schafft Australien nach Angaben aus Brüssel fast alle seine Zölle auf EU-Waren ab - 99 Prozent der Zölle sollen wegfallen. Ausgenommen sind bestimmte Stahlprodukte. Für europäische Unternehmen bedeutet dies eine jährliche Ersparnis von einer Milliarde Euro an Zollgebühren. Die EU-Kommission rechnet mit einer Steigerung der Exporte nach Australien um bis zu 33 Prozent auf jährlich 17,7 Milliarden Euro wachsen könnten. Davon könnten vor allem der Maschinenbau und die Chemiebranche profitieren. Die EU liefert nach Angaben der Kommission insbesondere Maschinen, Chemikalien und Bauteile für den Verkehrssektor nach Australien - auch aus Deutschland. Australien will zudem eine Reihe von Fahrzeugstandards aus der EU anerkennen, damit der Import einfacher wird, und Änderungen an einer Steuer auf Luxusautos - die häufig aus der EU kommen - vornehmen. Die Steuer soll bei Elektroautos künftig erst ab einem höheren Preis fällig werden, sodass nach Einschätzung der Kommission drei Viertel der Elektroautos aus Europa nicht mehr betroffen sind. Davon könnte vor allem die deutsche Autoindustrie profitieren: Zuletzt wurden im Jahr nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie gut 44.000 Autos aus Deutschland nach Australien exportiert worden. Die Präsidentin des VDA, Hildegard Müller, erklärte vorab, das Handelsabkommen werde für die europäische Automobilindustrie "erhebliche Chancen eröffnen". Was importiert die EU umgekehrt aus Australien? Die EU importiert ihrerseits vor allem Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Wasserstoff und Seltene Erden aus Australien. Mit dem Abkommen fallen auch für diese Produkte Zölle. Das verringert die Abhängigkeit von China bei diesen Rohstoffen. "Wir dürfen bei so wichtigen Rohstoffen nicht zu sehr von einem einzigen Lieferanten abhängig sein, und genau deshalb brauchen wir einander", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor dem Parlament in Canberra. Die Industrie braucht die Rohstoffe etwa für Autobatterien, Windturbinen und KI-Rechenzentren. Was gilt für die Landwirtschaft? Zwischen der EU und Australien gibt es auch Handel mit Lebensmitteln: Australische Zölle auf Wein, Sekt, Obst, Gemüse und Schokolade entfallen sofort, auf Käse über drei Jahre. Umgekehrt hat die EU Obergrenzen für die zollfreie Einfuhr von Rind-, Schaf- und Ziegenfleisch sowie Zucker, Reis und Weizen ausgehandelt. Vor allem beim Rindfleisch sind die Obergrenzen streng: Fast 17.000 Tonnen soll jährlich zollfrei in die EU geliefert werden dürfen, wenn die Rinder mit Gras und Heu gefüttert wurden. Weitere rund 13.800 Tonnen sollen zu einem vergünstigten Zollsatz gehandelt werden. Insgesamt entsprechen diese Importe nach EU-Angaben 0,5 Prozent des Konsums in der EU. Die Obergrenzen werden schrittweise eingeführt. Sollten europäische Landwirte trotzdem unter der neuen Konkurrenz leiden, kann die Kommission ähnlich wie beim Mercosur-Abkommen einen Schutzmechanismus auslösen und Zölle wieder einführen. Nach massiven Bauernprotesten gegen ein anderes Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten waren Agrarprodukte in den Verhandlungen besonders heikel. Wie vereinfacht das Abkommen den Handel mit Dienstleistungen? Auch der Handel mit Dienstleistungen soll erleichtert werden, Standards in bestimmten Branchen werden gegenseitig anerkannt. Zudem soll das Abkommen EU-Fachkräften die Arbeit in Australien erleichtern und mit Einreisequoten für Ingenieure und Forschende auf beiden Seiten die Innovationskraft stärken. Für Investoren aus der EU in Australien sollen mit dem Deal die gleichen Bedingungen gelten wie für australische - und umgekehrt. Für Australien ist die EU ist die zweitgrößte Quelle ausländischer Investitionen; 2024 investierten EU-Unternehmen dort mehr als 120 Milliarden Euro. EU-Investitionen in Australien könnten um mehr als 87 Prozent zulegen, heißt es. In vielen Bereichen öffnen beide Seiten außerdem ihre öffentlichen Ausschreibungen für den Handelspartner. Was steht noch im Abkommen? Die EU und Australien bekennen sich zum Pariser Klimaschutzabkommen, zu einer Reihe von Umweltstandards und zu Arbeitsschutzregeln. Zudem gelten weiterhin Beschränkungen für die Einfuhr von Lebensmittelsicherheit aus Australien. Wie geht es nun weiter? Wann das Abkommen mit Australien unterzeichnet werden kann, ist noch unklar. Nach dem politischen Abschluss folgt die Arbeit an rechtlichen Details. In der EU muss das Abkommen zudem in alle 24 Amtssprachen übersetzt werden, bevor das Europäische und das australische Parlament den Vertrag ratifizieren können. Dies dauert in der Regel mehrere Monate.

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24. März
Der Spiegel (Wirtschaft)

Australien und EU besiegeln Freihandelsabkommen

Weniger Zölle, mehr Kooperation EU und Australien besiegeln Freihandelsabkommen Geografisch könnten beide Partner kaum weiter voneinander entfernt sein. Trotzdem rücken die Europäische Union und Australien nun näher zusammen. Beide haben nach rund acht Jahren die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das teilten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Premierminister Anthony Albanese in der australischen Hauptstadt Canberra mit. Beide stellten zudem auch eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft vor. Von der Leyen machte deutlich, dass es für die EU wichtig ist, internationale Handelsbeziehungen auszubauen und zu diversifizieren, um Risiken und Abhängigkeiten zu verringern. Das gilt erst recht in einer Zeit, in der die USA unter Präsident Donald Trump mit ihrer aggressiven Zollpolitik ein zunehmend schwieriger Partner sind. Das Abkommen mit Australien folgt auch den politischen Zielen der EU, die Beziehungen im Indopazifik-Raum auszubauen und die Kooperation mit gleich gesinnten Demokratien zu stärken. Mit dem Abkommen sollen Zölle und Handelshemmnisse abgebaut werden, um die Wirtschaft aller Partner anzukurbeln. Industriebereiche, die besonders von dem Abkommen profitieren könnten, sind der EU-Kommission zufolge etwa Maschinenbau, Chemikalien, Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft. »Wir senden ein starkes Signal an den Rest der Welt, dass in Zeiten der Turbulenzen Freundschaft und Zusammenarbeit das Wichtigste sind«, sagte die deutsche Kommissionspräsidentin. Die EU und Australien seien geografisch weit voneinander entfernt, doch in der Sicht auf die Welt könne man einander kaum näher sein. Auch mit der neuen Partnerschaft im Bereich Sicherheit und Verteidigung rücke man noch enger zusammen. Sie sieht unter anderem stärkere Kooperation gegen Cyber-Risiken, hybride Bedrohungen sowie ausländische Informationsmanipulation und Einmischung vor. Die EU geht davon aus, dass die Exporte aus den Mitgliedstaaten nach Australien im kommenden Jahrzehnt um bis zu 33 Prozent auf jährlich 17,7 Milliarden Euro wachsen könnten. Zu den Schlüsselsektoren mit starkem Wachstumspotenzial zählen den Angaben zufolge Molkereierzeugnisse mit einem erwarteten Plus von bis zu 48 Prozent, Kraftfahrzeuge mit 52 Prozent sowie Chemikalien mit 20 Prozent. EU-Investitionen in Australien könnten um mehr als 87 Prozent zulegen, heißt es. Chancen für deutsche Autofirmen auf dem Markt Down Under Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, erklärte vorab, das Handelsabkommen werde für die europäische Automobilindustrie »erhebliche Chancen eröffnen«, vor allem auch für die exportorientierten deutschen Hersteller, die auf dem australischen Markt mit starker Konkurrenz aus China und Japan um Anteile ringen. Zuletzt wurden nach VDA-Angaben gut 44.000 Autos im Jahr aus Deutschland nach Australien exportiert – mehr als nach Portugal, aber weniger als nach Norwegen. Das Abkommen sieht die Abschaffung von mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Warenausfuhren nach Australien vor, wodurch Unternehmen aller Größen nach Angaben aus Brüssel jährlich rund eine Milliarde Euro an Zöllen sparen würden. Zudem sind die Öffnung des australischen Dienstleistungsmarktes bei Finanzdienstleistungen und in der Telekommunikation, ein besserer Zugang für EU-Unternehmen zu öffentlichen Aufträgen in Australien und Maßnahmen für eine bessere Versorgung Europas mit kritischen Rohstoffen aus Australien Teil des Abkommens. Auch soll es EU-Fachkräften die Arbeit in Australien erleichtern und mit Einreisequoten für Ingenieure und Forschende auf beiden Seiten die Innovationskraft stärken. Wann das Abkommen mit Australien unterzeichnet werden kann, ist noch unklar. Denn der Vertragstext muss noch rechtlich geprüft und in alle Amtssprachen der EU übersetzt werden. Anschließend muss er von den Mitgliedstaaten und vom Europäischen Parlament gebilligt werden.

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24. März
Tagesschau

EU und Australien schließen Freihandelsabkommen

Nach jahrelangen Verhandlungen EU und Australien schließen Handelsabkommen Die Europäische Union und Australien haben sich nach Jahren der Verhandlungen auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Mit dem Abkommen sollen Zölle und Handelshemmnisse abgebaut werden, die EU will sich Rohstoffe sichern. Die EU und Australien haben nach jahrelangen Verhandlungen ein Handelsabkommen geschlossen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der australische Regierungschef Anthony Albanese unterzeichneten in Canberra das Abkommen, mit dem sich die EU den Zugang zu wichtigen Rohstoffen sichern will. Es soll Zölle auf beiden Seiten abschaffen und den Handel mit Dienstleistungen sowie gegenseitige Investitionen erleichtern. Australien sei "der weltweit größte Lithiumlieferant und verfügt über Rohstoffe, die für die sauberen Technologien der Zukunft von entscheidender Bedeutung sind - von Elektroautos in Spanien bis hin zu Offshore-Windturbinen in der Ostsee", schrieb von der Leyen in einem Gastbeitrag in mehreren europäischen Zeitungen. Das Abkommen soll die Zölle auf die Rohstoffe selbst sowie auf verarbeitete Produkte abschaffen. Größere Unabhängigkeit von China Die EU will unabhängiger von China werden, das derzeit den Großteil der europäischen Rohstoffimporte liefert und zahlreiche Patente für die Verarbeitung hält. Ziel ist es laut von der Leyen, "sicherzustellen, dass kein Land den Zugang zu Energie, Halbleitern oder Seltenerdmineralen als Waffe nutzen kann, um unsere Wirtschaft als Geisel zu nehmen". Die EU exportiert umgekehrt Maschinen, Chemikalien und Bauteile für den Verkehrssektor nach Australien. Die deutsche Maschinenbau- und Chemieindustrie gehören damit zu den Profiteuren des Abkommens. Der Handelsvertrag geht nun in die juristische Überprüfung, die in der Regel mehrere Monate dauert. In der EU muss er zudem in alle 24 Amtssprachen übersetzt werden. Danach müssen das Europaparlament und das australische Parlament das Abkommen ratifizieren.

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24. März
FAZ (Wirtschaft)

Handelsdeal mit Australien: Trump macht es möglich, Trump macht es nötig

Handelsdeal mit Australien : Trump macht es möglich, Trump macht es nötig Das zweite große Handelsabkommen binnen weniger Monate: Die Europäische Union löst sich mit der Einigung mit Australien noch etwas mehr von den Vereinigten Staaten – und einem zweiten schwierigen Partner. Allmählich nimmt die Liste der EU-Handelsabkommen eine beeindruckende Länge an. Nach der Einigung mit Indien hat die Europäische Kommission mit Australien das zweite große Abkommen im laufenden Jahr besiegelt. Im Mai tritt auch noch der Handelsvertrag mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten vorläufig in Kraft. Zurücklehnen wird sich in Brüssel dennoch niemand. Die Verhandlungen mit Thailand, Malaysia, den Philippinen und den Vereinigten Arabischen Emiraten laufen unter Hochdruck. Ungeachtet des Ausgangs kann die Kommission aber schon jetzt von einem erfolgreichen Jahr in der Handelspolitik sprechen. Der amerikanische Präsident Donald Trump macht all das mit seinem Zollfeldzug gegen die gesamte Welt möglich. Trump macht es aber auch nötig. Die Europäische Union muss hart um neue Handelspartner werben, um die Abhängigkeit von den USA zu verringern. Sie ist ebenso Handelnde wie Getriebene. Jeder neue Deal macht die Europäer weniger erpressbar, jeder gesenkte Zollsatz gleicht die trumpschen Zölle zumindest ein wenig aus. Australien kann Rohstoffe liefern Der Beitrag der Einigung mit Australien dazu ist für sich genommen gering. Das Land mit gerade einmal 27 Millionen Einwohnern rangiert auf der Liste der wichtigsten EU-Handelspartner nur auf Platz 20. Die Australier sind kaufkräftig. Dennoch ist das Wachstumspotential für die europäische Wirtschaft überschaubar, wenn man es etwa mit der Übereinkunft mit den stark abgeschotteten Mercosur-Staaten vergleicht. Australien ist aber aus einem anderen Grund wichtig für die EU: Das Land kann die so dringend benötigten Rohstoffe liefern. Es fördert beinahe die Hälfte des Lithiums auf der Welt und ist eine Macht im Abbau Seltener Erden. Australien kann der EU zwei Drittel der von ihr als strategisch und kritisch eingestuften Rohstoffe liefern. Das Abkommen sichert den Europäern aber nicht nur den Zugang zu diesen Vorkommen. Die neuen Partner gehen noch weiter: Die EU und Australien wollen auch bei der Weiterverarbeitung der Rohstoffe zusammenarbeiten. Heute hat China bei Lithium, Seltenen Erden und vielen anderen Rohstoffen die Verarbeitung faktisch allein in der Hand. So kann sich die EU mit dem neuen Deal gleich aus der Abhängigkeit von zwei schwierigen Handelspartnern lösen.

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