30. Juli FAZ (Wirtschaft)
Softwarekonzern: Microsoft macht Fortschritte mit KI-Geschäften
Softwarekonzern : Microsoft macht Fortschritte mit KI-Geschäften
Der Softwarekonzern liefert mit seinen Geschäftsergebnissen Hinweise, dass sich die hohen Investitionen in KI-Infrastrukturen auszahlen. Aber er hat im Moment auch ein Sorgenkind.
Mit seinen jetzt vorgelegten Quartalsergebnissen hat Microsoft die Börse aber überzeugt. Der Aktienkurs stieg am Donnerstag zeitweise um mehr als neun Prozent. Die Börsenreaktion fiel somit ganz anders aus als auf die Zahlen von Meta und dem Google-Mutterkonzern Alphabet, deren Aktien nach der Vorlage von Zahlen deutlich an Wert verloren.
Microsoft hat jetzt mehrere Hinweise dafür geliefert, dass der Konzern Fortschritte mit seinen KI-Initiativen macht und somit die hohen Investitionen rechtfertigen kann. Im Geschäft mit Azure, der Plattform für Cloud-Computing, mit der Microsoft auch eine Reihe von KI-Anwendungen bereitstellt, gab es ein Umsatzwachstum von 43 Prozent. Das war besser als erwartet und lag auch über dem Plus von 40 Prozent im vorangegangenen Quartal. Im ganzen Geschäftsjahr 2025/2026, das am 30. Juni zu Ende ging, brachte Azure erstmals einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden Dollar ein. Finanzchefin Amy Hood sagte in einer Telefonkonferenz, die Nachfrage in diesem Geschäft übersteige die verfügbaren Kapazitäten.
Copilot mit rasantem Wachstum
Microsoft ist, gemessen am Umsatz im Markt für Cloud-Computing, die Nummer zwei hinter Amazon Web Services, einer Sparte des Onlinehändlers. Google liegt auf dem dritten Rang, macht aber schnell Boden gut, im jüngsten Quartal stieg der Umsatz der Cloud-Sparte um mehr als 80 Prozent auf fast 25 Milliarden Dollar.
Rasantes Wachstum meldete Microsoft auch für Copilot, den KI-Assistenten seiner Bürosoftware Microsoft 365. Dieses Produkt habe jetzt 30 Millionen zahlende Nutzer. Vor drei Monaten war noch von 20 Millionen die Rede.
Insgesamt meldete Microsoft für das abgelaufene Quartal ein Umsatzplus von 18 Prozent auf 90,0 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 87,6 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn stieg um 31 Prozent auf 35,8 Milliarden Dollar. Dazu trug ein Wertzuwachs von Microsofts Beteiligung am KI-Unternehmen Anthropic bei. Microsoft hat eine enge Verbindung zu Open AI und hält einen Anteil von 27 Prozent am Entwickler von ChatGPT. Im vergangenen Herbst kündigte der Konzern aber auch ein Bündnis mit dem Wettbewerber Anthropic an.
Trotz der insgesamt besser als erwarteten Ergebnisse hat Microsoft derzeit auch ein Sorgenkind: Im Geschäft mit der Videospielekonsole Xbox und zugehörigen Inhalten fiel der Umsatz um zehn Prozent. Vor wenigen Wochen kündigte Microsoft an, 3200 Arbeitsplätze in der Sparte abzubauen. Xbox-Chefin Asha Sharma gab in einer Nachricht an die Mitarbeiter zu, das Geschäft sei heute „nicht gesund“.