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Donnerstag, 30. Juli 2026
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Neue Anklage gegen Telegram-Gründer: Pawel Durow zeigt Russland den Stinkefinger

Medienspektrum

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30. Juli
taz (Öko & Co)

Neue Anklage gegen Telegram-Gründer: Pawel Durow zeigt Russland den Stinkefinger

Neue Anklage gegen Telegram-Gründer: Pawel Durow zeigt Russland den Stinkefinger Der Telegram-Gründer wird wegen Beihilfe zu Anschlägen angeklagt – während russische Dienste selbst mit „Wegwerfagenten“ arbeiten. Pawel Durow sitzt an einem Tisch mit einer Obstschale und Getränken, dreht sich um – und zeigt einen Stinkefinger in die Kamera. Gepostet auf dem von ihm gegründeten Messengerdienst Telegram. Es ist die Antwort des 41-Jährigen auf Beschuldigungen des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB und des Ermittlungskomitee SKR, Russlands oberster Strafverfolgungsbehörde. Sie hatten den 1984 im damaligen Leningrad, auch Wladimir Putins Heimatstadt und heute St. Petersburg, Geborenen angeklagt, gegen § 205.1 Abs. 1.1 verstoßen zu haben – Beihilfe zu terroristischen Handlungen. Der FSB erklärte, dass „zahlreiche Fälle festgestellt und dokumentiert wurden, in denen die ukrainischen Geheimdienste den unter Jugendlichen beliebten Chatbot des Messengers Telegram ‚Dajvinchik/Leo – Kennenlernen, Chatten und neue Freunde‘ – dazu nutzten, Personen in kriminelle Aktivitäten zu verwickeln“. Telegram habe diese Kanäle trotz russischer Aufforderungen nicht gelöscht. Die Ukraine soll demnach über Telegram Menschen angeworben haben für angeblich 153.000 Anschläge gegen russische Ziele. Durow steht zudem seit Donnerstag auf Rosfinmonitorings Liste der Terroristen und Extremisten – sein Vermögen muss eingefroren werden, Finanztransaktionen sind praktisch unmöglich, allerdings nur in Russland und befreundeten Staaten. Seit 2018 versucht Russland Telegram zu streichen Seit 2018 versucht Russland, Telegram im Riesenreich zu sperren. Denn Durow weigerte sich, dem FSB Aufzeichnungen und Zugang zur Entschlüsselung der Korrespondenz zur Verfügung zu stellen. Derzeit ist Telegram in Russland nur noch über VPNs zu erreichen, die anonymisierten Internetzugang ermöglichen. Der Kreml will seinem Land den vollständig von ihm überwachten staatlichen Messenger Max aufzwingen. Denn in Russland kann der FSB Durow, der in Abwesenheit angeklagt wurde, nicht greifen: Er lebt seit langem im Ausland, angeblich zumeist in Dubai. Er hat auf seinem Telegramkanal 11,4 Millionen Follower und die Staatsbürgerschaften der Vereinigten Arabischen Emirate, Frankreichs und des karibischen Staates St. Kitts und Nevis. Ein Gipfel der Doppelmoral: Westliche Ermittler haben in mehreren Fällen ein System „Wegwerfagenten“ nachgewiesen, über das russische Geheimdienstler angeblich Menschen für Brandanschläge in Polen oder Paketbomben in Leipzig anwarben – während die russische Botschaft in Washington ausgerechnet auf ihrem eigenen Telegramkanal und am Tag von Durows internationalem Haftbefehl die neuen US-Sanktionen als „Bärendienst“ für die USA bezeichnete. 2006 schloss Durow „Englische Philologie und Übersetzung“ mit Auszeichnung ab und gewann Olympiaden in Informatik, Linguistik und Design. Noch als Student gründete er ein digitales Forum, aus dem 2006 „VKontakte“ wurde – bis heute eines der führenden sozialen Netzwerke Russlands. 2013 folgte der verschlüsselte Messenger Telegram, der mittlerweile über eine Milliarde Nutzer hat. Gegen ihn laufen in Frankreich Vorermittlungen wegen mangelnder Moderation von Telegraminhalten: Kriminelle Aktivitäten könnten auf der Plattform ungehindert aufgenommen und fortgesetzt werden. Das US-Magazin Forbes taxiert sein Vermögen auf 6,6 Milliarden Dollar. Der umstrittene Unternehmer sagt selbst, er habe „nie reich werden“ wollen, sondern frei. Er habe mehrere Hundert Millionen Dollar auf seinen Konten, doch mache nichts damit. Seine Ausreise aus Moskau 2014 erklärte er damit, dass „Russland mit Internetgeschäften unvereinbar“ sei. Wie der Besitzer des Konkurrenten X, Elon Musk, sagt auch der unverheiratete Durow von sich, er sei als Samenspender Vater von über 100 Kindern in mehr als einem Dutzend Ländern. Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen meistkommentiert

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30. Juli
Die Zeit (Politik)

Pawel Durow: Russland setzt Telegram-Gründer Pawel Durow auf Terrorliste

Russland hat den Chef des Onlinedienstes Telegram, Pawel Durow, auf eine Liste von »Terroristen und Extremisten« gesetzt. Der Name des 41-jährigen Techmilliardärs war in einem entsprechenden Register der obersten russischen Finanzaufsichtsbehörde Rosfinmonitoring zu finden. Zur Begründung teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit, Telegram habe zugelassen, dass der ukrainische Geheimdienst die Plattform dazu nutzt, Russen für Angriffe auf die Infrastruktur zu gewinnen. Kurz zuvor hatte Russland einen internationalen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Wie der FSB mitteilte, weigere sich das Unternehmen, Kanäle und Chatbots zu löschen, die »aktiv von ukrainischen Geheimdiensten, terroristischen und extremistischen Organisationen« dazu genutzt würden, »Sabotage- und Terrorakte« in Russland vorzubereiten. Im Fall einer Verurteilung droht Durow eine lebenslange Haftstrafe. Durow lebt schon seit Jahren nicht mehr in seiner Heimat Russland. Vorwürfe der russischen Behörden Die russischen Behörden hatten Durow immer wieder aufgefordert, für eine Löschung »extremistischer oder terroristischer Inhalte« auf Telegram zu sorgen. Zu den neuen Vorwürfen äußerte sich Durow bisher nicht. Auch von Telegram selbst gab es keine Stellungnahme. Telegram wurde wiederholt mit Geldstrafen belegt, weil es Vorschriften nicht eingehalten haben soll. Zwischen 2018 und 2020 bemühten sich die russischen Behörden vergeblich, Telegram zu sperren. Die russische Regierung versucht seit 2022 im Kontext der russischen Angriffe gegen die Ukraine, das Internet zu kontrollieren. Telegram ist in Russland nicht verboten, aber blockiert. Der Messengerdienst kann allerdings mit einem VPN genutzt werden. Obwohl der Messengerdienst in Russland gedrosselt wurde, nutzen selbst russische Behörden die App nach wie vor regelmäßig. Auch in anderen Ländern gesucht Auch in anderen Ländern wird Telegram vorgeworfen, durch die verschlüsselte Kommunikation organisierte Kriminalität zu ermöglichen. Australien teilte mit, dass es Telegram verklagt habe, weil es extremistische Inhalte nicht entfernt habe, darunter Videos von Enthauptungen durch die Terrorgruppe Islamischer Staat. Wegen des Vorwurfs, nichts gegen die Nutzung der App für illegale Aktivitäten wie Drogenhandel und die Verbreitung von Bildern sexuellen Kindesmissbrauchs getan zu haben, wurde Durow im August 2024 in Paris von den französischen Behörden festgenommen. Er kam nach fünf Tagen gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro frei. Gegen den Telegram-Gründer bestand zeitweise eine strenge Aufsicht der französischen Justiz, die es ihm verbot, Frankreich ohne Genehmigung der Behörden zu verlassen. Nachdem die Auflagen 2025 gelockert wurden, ließ Durow sich in Dubai nieder. Ende Juli gab er auf Telegram bekannt, in die ehemalige Sowjetrepublik Georgien gereist zu sein. Durow besitzt mittlerweile mehrere Staatsangehörigkeiten Durow wurde 1984 in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg, geboren und besitzt mittlerweile auch die Staatsbürgerschaft Frankreichs, der Vereinigten Arabischen Emirate sowie des karibischen Inselstaates St. Kitts und Nevis. 2013 gründete er mit seinem Bruder Telegram. 2006 hatte der damals 22-Jährige zusammen mit seinem Bruder Nikolai den Onlinedienst Vkontakte aufgebaut. Es ist Russlands größtes soziales Netzwerk, das Facebook ähnelt. Nach Protesten gegen die Regierung 2011 bis 2012 setzten die Behörden VKontakte unter Druck. Daraufhin verkaufte Durow seine Anteile.

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30. Juli
Der Spiegel

Telegram: Russland setzt Gründer Pawel Durow auf die Terrorliste

Unliebsamer Messenger Russland setzt Telegram-Gründer Durow auf die Terrorliste Der Gründer und Chef des Messengerdienstes Telegram, Pawel Durow, ist von der russischen Finanzaufsicht auf die Liste der »Terroristen und Extremisten« gesetzt worden. Das berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Der Nachrichtenplattform RBC zufolge wird Pawel Durow auf Position 6895 der Liste aufgeführt. Sein Bruder und Telegram-Mitentwickler Nikolai Durow findet sich demnach nun auch auf der Liste – nämlich auf Position 6894. Bereits am Mittwoch hatte Russland Durow wegen »Beihilfe zum Terrorismus« international zur Fahndung ausgeschrieben. Zur Begründung erklärte der russische Geheimdienst FSB, Telegram habe zugelassen, dass der ukrainische Geheimdienst die Plattform dazu nutze, Russen für Angriffe auf die Infrastruktur zu gewinnen. Als aktuelles Beispiel nannte der Geheimdienst einen populären Chatbot zur Partnersuche für junge Leute. Über diesen Bot hätten ukrainische Dienste 46 junge Russen zu Straftaten verleitet, die vom FSB als Terroranschlag eingestuft wurden, hieß es. Durow reagierte schnell auf die Ausschreibung zur Fahndung. Er postete kurz nach Bekanntwerden des Haftbefehls ein Foto auf der Plattform X . Auf dem verwackelten Bild streckt er den Mittelfinger in die Kamera. — Telegram Messenger (@telegram) July 29, 2026 Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Durows Dienst Telegram erfreut sich trotz der Anschuldigungen in Russland großer Beliebtheit – sehr zum Ärger der Regierung. Russische Behörden haben mehrfach versucht, den Zugang zu blockieren und Durow zur Herausgabe von Nutzerdaten zu zwingen. Moskau will die Bürger nach Ansicht von Beobachtern auf den unverschlüsselten Messenger Max umleiten, der Durow zufolge »wie geschaffen für Zensur« ist. Telegram wird allerdings trotz der Anschuldigungen von zahlreichen Behörden in Russland genutzt, unter anderem auch vom Kreml. Der Telegram-Gründer wurde in Sankt Petersburg geboren. Er ist Staatsbürger Frankreichs und der Vereinigten Arabischen Emirate. Der 41-Jährige ist der Gründer von VKontakte, einem Onlinedienst, der weithin als »Russlands Facebook« bekannt ist. Nachdem er Mitte der Zehnerjahre unter Druck der russischen Behörden aus dem Unternehmen gedrängt worden war, gründete er Telegram. Gegen Durow wurde zudem vor zwei Jahren in Frankreich wegen einer Reihe von Delikten im Zusammenhang mit Organisierter Kriminalität ermittelt. Unter anderem wurde ihm vorgeworfen, nichts gegen die Verbreitung krimineller Inhalte über seinen Onlinedienst zu unternehmen. Ein Ausreiseverbot gegen ihn wurde 2025 gelockert, woraufhin er sich in Dubai niederließ. Ende Juli gab er auf Telegram bekannt, in die ehemalige Sowjetrepublik Georgien gereist zu sein.

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30. Juli
Handelsblatt

Messengerdienst: Russland setzt Telegram-Gründer Durow auf Terrorliste

Messengerdienst: Russland setzt Telegram-Gründer Durow auf Terrorliste Moskau. Die oberste russische Finanzaufsichtsbehörde Rosfinmonitoring hat den Gründer des sozialen Netzwerks Telegram, Pawel Durow, auf ihre Liste der Terroristen und Extremisten gesetzt. Der Name des am 10. Oktober 1984 in Leningrad (heute St. Petersburg) geborenen, aber bisher nicht verurteilten Russen taucht nun neben vielen anderen Beschuldigten in der entsprechenden Behördendatei auf - ohne nähere Angaben. Rosfinmonitoring steht in der Kritik, dem Kreml als Instrument politischer Willkür gegen Andersdenkende zu dienen. Am Vortag hatte der Inlandsgeheimdienst FSB Durow Beihilfe zum Terror vorgeworfen und angekündigt, ihn zur Fahndung ausschreiben zu lassen. Hintergrund sind Vorwürfe, dass Telegram auch von den ukrainischen Geheimdiensten genutzt werde. Konkret soll es um Kontaktanbahnung zu Russen gehen, die wiederum im Auftrag Kiews Sabotageakte, Terroranschläge und andere Straftaten begingen. Laut FSB sind mehrere Verdächtige in Haft, deren Aussagen die Vorwürfe gegen Telegram stützen sollen. Der extrem populäre Messengerdienst verbreitet massenhaft Inhalte in russischer Sprache - sowohl von offiziellen Stellen als auch von Kremlgegnern. Telegram ist in Russland nicht verboten, aber blockiert, kann allerdings mit einem VPN - einer verschlüsselten Internetverbindung - genutzt werden. Bisher keine Stellungnahme von Telegram Die russischen Behörden hatten Durow immer wieder aufgefordert, für eine Löschung „extremistischer oder terroristischer Inhalte“ zu sorgen. Selbst geäußert zu den neuen Vorwürfen hat sich Durow, der in Dubai lebt und auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, bisher nicht. Auch von Telegram selbst gab es keine Stellungnahme. Durow hatte im Februar, als die Ermittlungen erstmals bekannt wurden, geschrieben: „Jeden Tag fabrizieren die Behörden neue Vorwände, um den Zugang der Russen zu Telegram einzuschränken, weil sie das Recht auf Privatsphäre und freie Rede einschränken wollen.“ Auch andere Staaten werfen Telegram vor, dass Extremisten oder Kriminelle die verschlüsselte Kommunikation nutzen. Durow wurde 2024 in Frankreich festgenommen, weil sein Messenger solchen Missbrauch nicht verhindere. Der gebürtige Russe kam gegen Kaution frei, das Verfahren läuft weiter.

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29. Juli
Tagesschau

Russland: Nach Durow fahnden und Telegram weiter einschränken?

Russland Nach Durow fahnden und Telegram weiter einschränken? Russland hat Telegram-Gründer Durow zur internationalen Fahndung ausgeschrieben - unter dem Vorwurf der Förderung terroristischer Aktivitäten. Durow lebt schon lange im Ausland, doch die Fahndung könnte ein weiteres Warnsignal an Telegram sein. Er sitzt an einem Tisch, vor sich einen Obstteller und Getränke, dreht sich um und streckt einen Mittelfinger in die Kamera. Es ist Pawel Durows Kommentar zum Vorwurf, er habe terroristische Aktivitäten in Russland unterstützt. Das behauptet der russische Inlandsgeheimdienst (FSB). Die Geheimdienste der Ukraine hätten Telegram-Kanäle und Telegram-Chats genutzt, um "Terroranschläge" in Russland vorzubereiten. Und die Verwalter von Telegram hätten sie nicht gelöscht. Screenshot des Telegram-Kanals Ozstorozhno novosti ("Vorsicht, Nachrichten") zeigt Telegram-Gründer Durow und seine Reaktion auf den Fahndungsaufruf aus Russland. Vorerst überschaubare Folgen In einem Telegram-Kanal namens "Vorsicht, Nachrichten" beschreiben die Betreiber, welche Folgen das für den Telegram-Mitbegründer hat: Wer in Russland Terrorismus-Vorwürfen ausgesetzt ist, landet auf einer entsprechenden Liste und wird international zur Fahndung ausgeschrieben. Für Durow bedeutet das auch die Sperrung etwaiger russischer Konten und das Einfrieren seines Vermögens. Er dürfte mit einer Bankkarte umgerechnet nur mehr rund hundert Euro im Monat ausgeben - wenn er denn darauf angewiesen wäre. Da der Telegram-Mitbegründer ohnehin seit Jahren im Exil ist, dürfte ihn das nicht sonderlich stören. Theoretisch aber könnten ihn manche Staaten an Russland ausliefern. Zum Beispiel die, die mit Moskau in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten über bilaterale Abkommen verbandelt sind. Von der EU geht für Durow keine Gefahr aus, da er auch einen französischen Pass besitzt, neben einem der Vereinigten Arabischen Emirate. Da sich die aber als IT- und Influencer-Hub sehen, werden sie wohl kaum einen der wichtigsten Vertreter der Branche nach Moskau ausliefern. Weitere Einschränkungen für Telegram und die User? Viel wichtiger ist vielleicht, was die Affäre für den Messenger-Dienst Telegram an sich bedeutet: Anwälte sehen in dem Vorwurf, Durow habe terroristische Aktivitäten in Russland unterstützt, einen möglichen Auftakt, die Einschränkungen für Telegram zu verschärfen. Denn mit dem Vorwurf gegen Durow könnte eine formelle Beweislast gegen den Messenger-Dienst insgesamt aufgebaut werden. Das könnte für Telegram in einem neuen Status münden - den einer verbotenen Organisation. Für die Userschaft hätte das gegebenenfalls harte Konsequenzen: Zahlungen an Telegram, zum Beispiel durch den Kauf eines Premium-Abonnements, Werbung über Telegram - alles, was mit Geld zu tun hat, könnte als "Finanzierung extremistischer Aktivitäten" gewertet werden. Werbeplattform im Wahlkampf Andrej Swinzow formulierte eine entsprechende Warnung bei der staatlichen Nachrichtenagentur TASS: Der stellvertretende Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Informationspolitik in Moskau meint, Russen sollten keine Abonnements bei Telegram kaufen und von Finanztransaktionen über den Messenger absehen, bis die Behörden die Situation geklärt haben. Das könnte allerdings dauern, vermutlich bis nach der Duma-Wahl im September, der Wahl zum Unterhaus der Russischen Föderation. Denn bis dahin werden viele Kandidierende Telegram noch nutzen wollen - als Wahlkampfplattform. Und das, obwohl sie ohnehin schon gedrosselt wurde und nur noch über VPN, einen digitalen Umweg, zu erreichen ist.

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29. Juli
FAZ (Politik)

Telegram-Gründer: Der „digitale Nomade“ soll sich nicht mehr sicher fühlen

Telegram-Gründer : Der „digitale Nomade“ soll sich nicht mehr sicher fühlen Russland gibt vor, mit dem internationalen Haftbefehl gegen Pawel Durow „Terrorismus“ zu bekämpfen. In Wirklichkeit geht es um etwas anderes. Der Messengerdienst Telegram ist ein Tummelplatz für Verschwörungstheoretiker und Extremisten jeder Couleur. Islamistische Terroristen haben ihn für Propaganda und Rekrutierung genutzt. Deshalb wird er in vielen Ländern von den Behörden misstrauisch beäugt. Frankreichs Justiz ließ den Telegram-Gründer Pawel Durow vor zwei Jahren vorübergehend festnehmen, weil sie zu dem Schluss gekommen war, der Dienst biete Kriminellen eine bequeme Plattform für ihre Geschäfte; die deshalb anhängigen Verfahren sind noch nicht abgeschlossen. Ein Kanal für Regimegegner und freie Medien Dass der ukrainische Geheimdienst Telegram nutzt, um in Russland Menschen für die Verübung von Sabotageakten anzuwerben, wie der russische Geheimdienst FSB behauptet, ist angesichts dieser Historie durchaus glaubhaft. Aber wenn Russlands politisch gelenkte Justiz Durow nun wegen „Beihilfe zum Terrorismus“ international zur Fahndung ausgeschrieben hat, geht es um etwas ganz anderes. Wladimir Putins Regime hat in den vergangenen acht Jahren mehrere Anläufe unternommen, Telegram in Russland ganz abzuschalten, weil der Dienst in Zeiten zunehmender Repressionen für Oppositionelle und unabhängige Medien zu einem wichtigen Kanal geworden ist. Dass die Machthaber damit keinen Erfolg hatten, liegt freilich nicht nur an technischen Schwierigkeiten, sondern an ihrer eigenen Doppelmoral: Selbst führende Vertreter des Regimes wollen nicht auf Telegram verzichten. Sie wollen daher vor allem, dass Telegram mehr in ihrem Sinne wirkt. Mit dem internationalen Haftbefehl soll zu diesem Zweck Druck auf den ehemaligen russischen Staatsbürger Durow aufgebaut werden, der als – so seine Selbstbeschreibung – „digitaler Nomade“ ständig durch die Welt reist und sich dabei nun nicht mehr überall sicher fühlen kann.

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29. Juli
Neues Deutschland

Russland | Message an Telegram

- Politik - Russland Message an Telegram Telegram-Gründer Pawel Durow soll international zur Fahndung ausgeschrieben werden – um ihn zum Dialog mit der russischen Regierung zu zwingen Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem russischen Staat und Russlands beliebtestem Messenger Telegram geht in eine neue Runde und wird immer undurchsichtiger. Der Inlandsgeheimdienst FSB habe Telegram-Gründer Pawel Durow zur internationalen Fahndung ausgeschrieben, meldete unter anderem die Nachrichtenagentur Interfax am Mittwochmorgen. Der Vorwurf: Unterstützung von Terrorismus. Kurz darauf ruderte der FSB zurück, erklärte, man sei noch in der Vorbereitung, nach Durow fahnden zu lassen. Es ist nicht die einzige Ungereimtheit in dem Fall, der überhastet konstruiert zu sein scheint. Chatbot läuft auch auf Staatsplattformen Das Verfahren gegen Durow soll bereits seit Februar dieses Jahres laufen. Damals berichteten sowohl »Rossijskaja Gaseta« als auch »Komsomolskaja Prawda«. In seinem Telegram-Kanal bezeichnete Durow das Verfahren als »trauriges Schauspiel eines Staates, der Angst vor der eigenen Bevölkerung hat«. Konkret wirft der FSB Telegram vor, sich zu weigern, Chats und Bots zu schließen, die von ukrainischen Geheimdiensten und Terrororganisationen genutzt würden, um in Russland Personal für Sabotageakte und Terroranschläge anzuwerben. Beim Ausmaß scheinen sich die Behörden jedoch nicht abgesprochen zu haben. Während der FSB von 46 Verhaftungen spricht, sind es beim Ermittlungskomitee 19. Auch über die Frage, ob der Chatbot, der als Grundlage für die Anklage dient, überhaupt verboten ist, herrscht Uneinigkeit. Laut FSB ist besagter Chatbot bereits auf der Liste verbotener Seiten, beim Ermittlungskomitee wurde »die Frage der Ergreifung von Maßnahmen zur Sperrung der genannten Website auf die Tagesordnung« gesetzt. Peinlich für die Ermittler auch: Der angeblich verbotene Chatbot ist auch in den staatlichen Messengern VK und Max zugänglich. Überhastet präsentierte der Staatssender RT dann auch einen Bericht, der die Anwerbung über Telegram zeigen soll. Zu sehen im Clip ist jedoch ein Dialog bei VK. Viele Länder wollen Telegram sperren Für Durow und Telegram ist es nicht der erste Konflikt mit einem Staat, was vor allem an der undurchsichtigen Struktur und dem Freiheitsgedanken des Messengers liegt. Diese erlauben es Rechtsradikalen oder Pädophilen, sich ungehindert auszutauschen, helfen in vielen Teilen der Welt aber auch Oppositionellen, die staatliche Zensur zu umgehen. Bekannt ist, dass die ukrainische Regierung Telegram am liebsten sperren würde, weil hier Kritik geübt wird, die in Medien kaum möglich ist. Auch in Deutschland wird von Zeit zu Zeit ein Telegram-Verbot gefordert, von Politikern und Aktivisten, die keinerlei Verständnis vom Funktionieren des Messengers haben. Frankreich ging noch einen Schritt weiter und leitete 2024 Ermittlungen gegen Durow, der im Land lebt, ein. Auch hier waren kriminelle und extremistische Inhalte der Grund. Durow durfte zwischenzeitlich Frankreich nicht verlassen. Damals erhielt Durow noch volle Rückendeckung aus Moskau. Von »politischer Verfolgung« war die Rede. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow fragte, ob man nicht auch die Chefs von Renault oder Citroën verhaften müsste, fahren doch Extremisten und Terroristen auch Auto. Für Außenminister Sergej Lawrow hatte Frankreich mit der Festnahme Durows die Zuverlässigkeit von Telegram bewiesen. Jahrelanger Konflikt mit der Regierung In Russland bekommt Durow solche Unterstützung nur äußerst selten von Politikern. Seit Jahren liegt sein Messenger hier mit dem Staat im Clinch. 2018 blockierte die Zensurbehörde Roskomnadsor Telegram, weil der sich weigerte, dem FSB Zugang zu persönlichen Chats der Nutzer zu gewähren. Nach Protesten aus der Wirtschaft, die Milliarden einbüßte, endete die Blockade 2020. Im März 2025 kündigte die Regierung schließlich den »nationalen Messenger« Max an, zu dessen Nutzung immer mehr Russen gezwungen werden. Telegram ist seit August vergangenen Jahres nur noch mit VPN, einer verschlüsselten Internetverbindung, nutzbar. In regelmäßigen Abständen wird die Einstufung von Telegram als extremistisch gefordert, womit jede Überweisung an den Messenger zu einem Verbrechen würde. Viele Menschen, die über Telegram ihr Business betreiben, würden damit auch ihre Einnahmequelle verlieren. »Ein Verbot von Telegram ist ein Schlag gegen die Interessen der Zukunft Russlands«, prognostiziert der Journalist Maxim Schewtschenko im Fernsehsender RTVI. Beim Kampf gegen Telegram gehe es nicht um Sicherheit, vielmehr handele es sich um eine Auseinandersetzung verschiedener Gruppen innerhalb des Regierungsapparates. Daran habe er keinerlei Zweifel, so Schewtschenko. Per Druck zum Dialog Tatsächlich fallen die Anschuldigungen des FSB in eine Phase des Austausches zwischen Regierung und Messenger über die Deblockierung von Telegram. Im Juni hatte der stellvertretende Vorsitzende des Duma-Ausschusses für Informationspolitik, Andrej Swinzow, die Aufhebung der Sperre ins Spiel gebracht. Vor zwei Wochen rief auch der stellvertretende Vorsitzende des Duma-Ausschusses für die Entwicklung der Zivilgesellschaft, Sergej Obuchow, zur Entsperrung Telegrams auf. Man müsse mit Durow reden und »Gemeinsamkeiten« finden, sagte er RTVI. Hintergrund waren neue EU-Sanktionen, in deren Folge Max und VK aus dem App Store und bei Google Play verschwanden. Am 27. Juli bestätigte Peskow schließlich Kontakte zum Messengerdienst, dessen Vertreter jedoch keine »große Aktivität« zeigten. Gegenüber RTVI bezeichnete Obuchow die jetzige Fahndung als »eine Art Zwang zum Dialog«. »Wir erinnern uns an die Anweisung des Genossen Peskow, dass man in einen Dialog treten müsse. Das bedeutet also, dass die Einleitung eines Strafverfahrens ebenfalls eine Form des Dialogs ist, bei der die Behörden sagen: Vielleicht wirst du doch irgendwie mit uns zusammenarbeiten?«, erklärt Obuchow seine Logik. Telegram äußerte sich bislang nicht zu den Anschuldigungen, veröffentlichte aber direkt nach Bekanntwerden ein Foto, das Durow mit ausgestrecktem Mittelfinger zeigt. Später änderte Durow sein Profilfoto in seinen sozialen Medien. Dort ist er nun als islamistischer Terrorist zu sehen. Andere Zeitungen gehören Millionären. Wir gehören Menschen wie Ihnen. Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär. 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29. Juli
Tagesschau

Russland schreibt Telegram-Gründer Pawel Durow zur Fahndung aus

Messenger-Nutzung im Ukraine-Krieg Russland schreibt Telegram-Gründer zur Fahndung aus Ukrainische Geheimdienste werben angeblich per Telegram Saboteure in Russland an. Aus Sicht des Kremls unternimmt der Messengerdienst zu wenig dagegen. Darum ist dessen Gründer jetzt als Terrorunterstützer auf die Fahndungsliste gekommen. Russland hat den Gründer des Messengerdienstes Telegram, Pawel Durow, international zur Fahndung ausgeschrieben. Die Machthaber in Moskau werfen ihm vor, Terrorismus zu unterstützen. Telegram weigere sich, Chats und Bots zu schließen, mit denen in Russland Personal für Sabotageakte und Anschläge angeworben werde. Als Drahtzieher dahinter sehen die russischen Behörden ukrainische Geheimdienste und Terrororganisationen. Als aktuelles Beispiel nannte der russische Geheimdienst FSB einen populären Chatbot zur Partnersuche für junge Leute. Über diesen Bot hätten ukrainische Dienste 46 junge Russen zwischen 12 und 22 Jahren zu Straftaten verleitet, die vom FSB als Terroranschlag eingestuft wurden, so die Darstellung des russischen Geheimdienstes. Durow reagiert mit Stinkefinger Durow reagierte, indem er auf der Plattform X ein Foto mit einem Stinkefinger veröffentlichte. Dass gegen ihn ermittelt wird, war bereits im Februar bekannt geworden. Damals hatte Durow geschrieben: "Jeden Tag erfinden die Behörden neue Vorwände, um den Zugang der Russen zu Telegram einzuschränken, weil sie das Recht auf Privatsphäre und freie Rede einschränken wollen." Weltweit hat der Messengerdienst Telegram nach Branchenangaben mehr als eine Milliarde Nutzer. Russland hat die Zensur im Internet seit Beginn seiner Invasion in die Ukraine 2022 massiv verschärft. Telefonate über Telegram werden schon lange blockiert, zuletzt wurde der Messenger gedrosselt. Allerdings nutzen selbst offizielle Stellen trotz Verbots Telegram weiter. Vorwürfe gegen Telegram auch in anderen Staaten Nach Angaben aus Kiew wirbt auch Russland für Sabotageakte Ukrainer vor allem über Telegram an. Auch andere Staaten werfen Telegram vor, dass Extremisten oder Kriminelle die verschlüsselte Kommunikation nutzen. Durow wurde 2024 in Frankreich festgenommen, weil sein Messenger solchen Missbrauch nicht verhindere. Der Russe kam gegen Kaution frei, das Verfahren läuft weiter. Durow wurde in Russland geboren, ist aber inzwischen Staatsbürger der Vereinigten Arabischen Emirate und Frankreichs. Wo er sich derzeit aufhält, ist nicht klar.

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29. Juli
Süddeutsche Zeitung (Politik)

Messengerdienst: Russland erlässt Haftbefehl gegen Telegram-Gründer Durow

Russland geht juristisch gegen den Gründer des Messengerdienstes Telegram, Pawel Durow, vor. Moskau wirft ihm vor, Terrorismus zu unterstützen. Er werde international zur Fahndung ausgeschrieben, teilte der Inlandsgeheimdienst FSB mit. Der gebürtige Russe Durow hat seine Heimat bereits vor Jahren verlassen. Telegram weigere sich, Chats und Bots zu schließen, die von ukrainischen Geheimdiensten und Terrororganisationen genutzt würden, um in Russland Personal für Sabotageakte und Terroranschläge anzuwerben, klagte der FSB. Als aktuelles Beispiel nannte der Geheimdienst einen populären Chatbot zur Partnersuche für junge Leute. Über diesen Bot hätten ukrainische Dienste 46 junge Russen zwischen 12 und 22 Jahren zu Straftaten verleitet, die vom FSB als Terroranschlag eingestuft wurden, hieß es. Durow reagierte, indem er auf der Plattform X ein Foto mit einem Stinkefinger veröffentlichte. Er hatte im Februar, als die Ermittlungen erstmals bekannt wurden, geschrieben: „Jeden Tag fabrizieren die Behörden neue Vorwände, um den Zugang der Russen zu Telegram einzuschränken, weil sie das Recht auf Privatsphäre und freie Rede einschränken wollen.“ Weltweit hat der Messengerdienst Telegram nach Branchenangaben mehr als eine Milliarde Nutzer. Moskau hat die Zensur im Internet seit Beginn seiner Invasion in die Ukraine 2022 massiv verschärft. Telefonate über Telegram werden schon lange blockiert, zuletzt wurde der Messenger gedrosselt. Allerdings nutzen selbst offizielle Stellen trotz Verbots Telegram weiter. Nach Angaben aus Kiew wirbt auch Russland für Sabotageakte Ukrainer vor allem über Telegram an. Auch andere Staaten werfen Telegram vor, dass Extremisten oder Kriminelle die verschlüsselte Kommunikation nutzen. Durow wurde 2024 in Frankreich festgenommen, weil sein Messenger solchen Missbrauch nicht verhindere. Der Russe kam gegen Kaution frei, das Verfahren läuft weiter.

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29. Juli
FAZ (Politik)

Transnationale Repression: Russland schreibt Telegram-Chef zur Fahndung aus

Transnationale Repression : Russland schreibt Telegram-Chef zur Fahndung aus Der FSB setzt Telegram-Gründer Pawel Durow auf internationale Fahndungslisten. Die Vorwürfe sind Teil einer Kampagne. Ukrainische Geheimdienste nutzten den Bot, um Russen „mittels Betrugs und psychologischer Bearbeitung“ in Sabotageaktivitäten hineinzuziehen, so der FSB. Seit Juli 2025 habe man 46 Russen im Alter zwischen zwölf und 22 Jahren festgenommen, die den Dienst genutzt und dann auf Geheiß ukrainischer Geheimdienste unter anderem bewaffnete Angriffe auf Sicherheitskräfte und Brandanschläge auf die Energie- und Verkehrsinfrastruktur verübt hätten. Alle wurden demnach über den Bot von ukrainischen Agenten kontaktiert, die sich als junge Frauen ausgegeben hätten. Die Russen hätten auf „romantische Beziehungen“ gehofft und den vermeintlichen Frauen etwa Karten für Veranstaltungen gekauft oder Geodaten von Treffpunkten geschickt. Daraufhin seien sie von ukrainischen Agenten, die sich als russische Terrorermittler ausgegeben hätten, angerufen worden. Diese hätten den Russen erzählt, das Geld sei den ukrainischen Streitkräften zugutegekommen, die Geodaten seien für Raketen- und Drohnenangriffe benutzt worden. So seien die „betrogenen und eingeschüchterten Bürger“ unter Druck gesetzt und zu den entsprechenden Handlungen gebracht worden, deretwegen ihnen jetzt lange Haftstrafen drohten. Russland versucht seit Langem, Durow unter Druck zu setzen Der 41 Jahre alte Durow wurde in Leningrad geboren, dem heutigen Sankt Petersburg, und gründete zunächst VKontakte, das „russische Facebook“. Im vergangenen Jahrzehnt wurde er unter Druck der Machthaber aus dem Unternehmen gedrängt und gründete Telegram. Der Messenger avancierte zu Russlands wichtigstem Onlinedienst, insbesondere wegen seiner Kanäle, die Medien, Blogger, Unternehmen und Behörden nutzen. Letztere auch jetzt noch, obwohl der Messenger seit dem Frühjahr in Russland blockiert ist. Schon zuvor hatte das Regime wiederholt versucht, den Zugang zu Telegram zu sperren und Durow dazu zu drängen, Nutzerdaten herauszugeben. Der Chatbot Leo, hob der FSB jetzt hervor, sei in Russland schon seit Ende 2025 wegen „Kinderpornographie und LGBT-Propaganda“ verboten. Telegram lösche ihn aber ebenso wenig wie „zahlreiche Kanäle, Chats und Bots“, die ukrainische Geheimdienste sowie Terrororganisationen nutzten, um Sabotage und Anschläge in Russland vorzubereiten. Seit dem vergangenen Jahr versucht Moskau, die Russen auf die unverschlüsselte, staatlich kontrollierte Alternative Max zu lenken. Dabei läuft auch eine Kampagne gegen Durow persönlich. Dieser hatte schon Ende Februar mitgeteilt, dass in Russland gegen ihn wegen „Beihilfe zum Terrorismus“ ermittelt werde. Er wertete das als neuen Vorwand, um das Recht der Russen auf „Privatsphäre und freie Meinungsäußerung einzuschränken“. Das Moskauer Regime schreibt regelmäßig Kritiker zur Fahndung aus; insbesondere weniger einflussreichen und begüterten Russen kann diese transnationale Repression auch im Exil Probleme bereiten. Durow, der seit 2017 überwiegend in Dubai lebt, ist seit 2021 Staatsbürger der Vereinigten Arabischen Emirate und Frankreichs. Dort wird seit zwei Jahren wegen Delikten im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität ermittelt; Durow wird vorgeworfen, nichts gegen die Verbreitung krimineller Inhalte über Telegram zu unternehmen. Er darf Frankreich nur mit Erlaubnis der Behörden verlassen. Gerade war er eigenen Angaben zufolge in Georgien.

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29. Juli
FAZ (Politik)

Transnationale Repression: Russland schreibt Telegram-Chef zur Fahndung aus

Transnationale Repression : Russland schreibt Telegram-Chef zur Fahndung aus Der FSB setzt Telegram-Gründer Pawel Durow auf internationale Fahndungslisten. Die Vorwürfe sind Teil einer Kampagne. Ukrainische Geheimdienste nutzten den Bot, um Russen „mittels Betrugs und psychologischer Bearbeitung“ in Sabotageaktivitäten hineinzuziehen, so der FSB. Seit Juli 2025 habe man 46 Russen im Alter zwischen zwölf und 22 Jahren festgenommen, die den Dienst genutzt und dann auf Geheiß ukrainischer Geheimdienste unter anderem bewaffnete Angriffe auf Sicherheitskräfte und Brandanschläge auf die Energie- und Verkehrsinfrastruktur verübt hätten. Alle wurden demnach über den Bot von ukrainischen Agenten kontaktiert, die sich als junge Frauen ausgegeben hätten. Die Russen hätten auf „romantische Beziehungen“ gehofft und den vermeintlichen Frauen etwa Karten für Veranstaltungen gekauft oder Geodaten von Treffpunkten geschickt. Daraufhin seien sie von ukrainischen Agenten, die sich als russische Terrorermittler ausgegeben hätten, angerufen worden. Diese hätten den Russen erzählt, das Geld sei den ukrainischen Streitkräften zugutegekommen, die Geodaten seien für Raketen- und Drohnenangriffe benutzt worden. So seien die „betrogenen und eingeschüchterten Bürger“ unter Druck gesetzt und zu den entsprechenden Handlungen gebracht worden, deretwegen ihnen jetzt lange Haftstrafen drohten. Russland versucht seit Langem, Durow unter Druck zu setzen Der 41 Jahre alte Durow wurde in Leningrad geboren, dem heutigen Sankt Petersburg, und gründete zunächst VKontakte, das „russische Facebook“. Im vergangenen Jahrzehnt wurde er unter Druck der Machthaber aus dem Unternehmen gedrängt und gründete Telegram. Der Messenger avancierte zu Russlands wichtigstem Onlinedienst, insbesondere wegen seiner Kanäle, die Medien, Blogger, Unternehmen und Behörden nutzen. Letztere auch jetzt noch, obwohl der Messenger seit dem Frühjahr in Russland blockiert ist. Schon zuvor hatte das Regime wiederholt versucht, den Zugang zu Telegram zu sperren und Durow dazu zu drängen, Nutzerdaten herauszugeben. Der Chatbot Leo, hob der FSB jetzt hervor, sei in Russland schon seit Ende 2025 wegen „Kinderpornographie und LGBT-Propaganda“ verboten. Telegram lösche ihn aber ebenso wenig wie „zahlreiche Kanäle, Chats und Bots“, die ukrainische Geheimdienste sowie Terrororganisationen nutzten, um Sabotage und Anschläge in Russland vorzubereiten. Seit dem vergangenen Jahr versucht Moskau, die Russen auf die unverschlüsselte, staatlich kontrollierte Alternative Max zu lenken. Dabei läuft auch eine Kampagne gegen Durow persönlich. Dieser hatte schon Ende Februar mitgeteilt, dass in Russland gegen ihn wegen „Beihilfe zum Terrorismus“ ermittelt werde. Er wertete das als neuen Vorwand, um das Recht der Russen auf „Privatsphäre und freie Meinungsäußerung einzuschränken“. Das Moskauer Regime schreibt regelmäßig Kritiker zur Fahndung aus; insbesondere weniger einflussreichen und begüterten Russen kann diese transnationale Repression auch im Exil Probleme bereiten. Durow, der seit 2017 überwiegend in Dubai lebt, ist seit 2021 Staatsbürger der Vereinigten Arabischen Emirate und Frankreichs. Dort wird seit zwei Jahren wegen Delikten im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität ermittelt; Durow wird vorgeworfen, nichts gegen die Verbreitung krimineller Inhalte über Telegram zu unternehmen. Er darf Frankreich nur mit Erlaubnis der Behörden verlassen. Gerade war er eigenen Angaben zufolge in Georgien.

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29. Juli
Der Spiegel

Telegram: Russland erlässt internationalen Haftbefehl gegen Gründer Pawel Durow

Unliebsamer Messenger Russland erlässt internationalen Haftbefehl gegen Telegram-Gründer Durow Der Gründer des Messengerdienstes Telegram, Pawel Durow, ist dem Kreml schon länger ein Dorn im Auge. Nun wirft Moskau ihm vor, Terrorismus zu unterstützen, weshalb er international zur Fahndung ausgeschrieben wurde, teilte der Inlandsgeheimdienst FSB mit . Durow ist gebürtiger Russe, hatte seine Heimat aber bereits vor Jahren verlassen. Seine Plattform Telegram weigere sich, Chats und Bots zu schließen, die von ukrainischen Geheimdiensten und Terrororganisationen genutzt würden, um in Russland Personal für Sabotageakte und Terroranschläge anzuwerben, klagte der FSB. Als aktuelles Beispiel nannte der Geheimdienst einen populären Chatbot zur Partnersuche für junge Leute. Über diesen Bot hätten ukrainische Dienste 46 junge Russen zwischen 12 und 22 Jahren zu Straftaten verleitet, die vom FSB als Terroranschlag eingestuft wurden, hieß es. Durows Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Er postete kurz nach Bekanntwerden des Haftbefehls ein Foto auf der Plattform X . Auf dem verwackelten Bild streckt er den Mittelfinger in die Kamera. — Telegram Messenger (@telegram) July 29, 2026 Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Als die Ermittlungen im Februar erstmals bekannt wurden, schrieb Durow: »Jeden Tag fabrizieren die Behörden neue Vorwände, um den Zugang der Russen zu Telegram einzuschränken, weil sie das Recht auf Privatsphäre und freie Rede einschränken wollen.« Moskau schränkt freies Internet ein Weltweit hat der Messengerdienst Telegram nach Branchenangaben mehr als eine Milliarde Nutzer. Moskau hat die Zensur im Internet seit Beginn der Vollinvasion der Ukraine 2022 massiv verschärft. Telefonate über Telegram werden schon lange blockiert, zuletzt wurde der Messenger gedrosselt. Allerdings nutzen selbst offizielle Stellen trotz Verbots Telegram weiter. Nach Angaben aus Kyjiw wirbt Russland auch Ukrainer für Sabotageakte hauptsächlich über Telegram an. Andere Staaten werfen Telegram ebenfalls vor, dass Extremisten oder Kriminelle die verschlüsselte Kommunikation nutzen. Das Unternehmen hatte zuletzt zurückgewiesen, nicht genug gegen strafbare Inhalte zu tun. Durow wurde dennoch 2024 in Frankreich festgenommen , weil die Plattform solchen Missbrauch nicht verhindern soll. Der 41-Jährige kam gegen Kaution frei, das Verfahren läuft weiter. Bei der Festnahme in Frankreich sprach die russische Regierung noch von »politischer Verfolgung«.

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29. Juli
Die Welt (Politik)

Russland sucht Telegram-Gründer per Haftbefehl

Russland sucht Telegram-Gründer per Haftbefehl Russland sucht Telegram‑Gründer Pawel Durow per internationalem Haftbefehl. Der FSB wirft ihm vor, Kanäle mit angeblich terroristischen Inhalten nicht zu löschen. Durow spricht von politisch motivierten Vorwürfen. Russland geht juristisch gegen den Gründer des Messengerdienstes Telegram, Pawel Durow, vor. Moskau wirft ihm vor, Terrorismus zu unterstützen. Er werde international zur Fahndung ausgeschrieben, teilte der Inlandsgeheimdienst FSB mit. Der gebürtige Russe Durow hat seine Heimat bereits vor Jahren verlassen. Telegram weigere sich, Chats und Bots zu schließen, die von ukrainischen Geheimdiensten und Terrororganisationen genutzt würden, um in Russland Personal für Sabotageakte und Terroranschläge anzuwerben, klagte der FSB. Ukrainische Dienste nutzen angeblich Bot zur Partnersuche Als aktuelles Beispiel nannte der Geheimdienst einen populären Chatbot zur Partnersuche für junge Leute. Über diesen Bot hätten ukrainische Dienste 46 junge Russen zwischen 12 und 22 Jahren zu Straftaten verleitet, die vom FSB als Terroranschläge eingestuft wurden, hieß es. Durow reagierte, indem er auf der Plattform X ein Foto mit einem Stinkefinger veröffentlichte. Er hatte im Februar, als die Ermittlungen erstmals bekannt wurden, geschrieben: „Jeden Tag fabrizieren die Behörden neue Vorwände, um den Zugang der Russen zu Telegram einzuschränken, weil sie das Recht auf Privatsphäre und freie Rede einschränken wollen.“ Moskau schränkt freies Internet ein Weltweit hat der Messengerdienst Telegram nach Branchenangaben mehr als eine Milliarde Nutzer. Moskau hat die Zensur im Internet seit Beginn seiner Invasion in die Ukraine 2022 massiv verschärft. Telefonate über Telegram werden schon lange blockiert, zuletzt wurde der Messenger gedrosselt. Allerdings nutzen selbst offizielle Stellen trotz Verbots Telegram weiter. Nach Angaben aus Kiew wirbt auch Russland Ukrainer für Sabotageakte über Telegram an. Auch andere Staaten werfen Telegram vor, dass Extremisten oder Kriminelle die verschlüsselte Kommunikation nutzen. Durow wurde 2024 in Frankreich festgenommen, weil sein Messenger solchen Missbrauch nicht verhindere. Der Russe kam gegen Kaution frei, das Verfahren läuft weiter.

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29. Juli
Die Zeit (Politik)

Pawel Durow: Russland erlässt Haftbefehl gegen Telegram-Gründer Durow

Russland hat Haftbefehl gegen Pawel Durow erlassen, den Gründer des Messengerdienstes Telegram. Nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes FSB wird dem Techmilliardär und gebürtigen Russen Beihilfe zu Terrorismus vorgeworfen. Sie bestehe darin, dass er Telegram-Kanäle und Chatbots nicht lösche, die »aktiv von ukrainischen Geheimdiensten, terroristischen und extremistischen Organisationen« dazu genutzt würden, »Sabotage- und Terrorakte« in Russland vorzubereiten, teilte der FSB mit. Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor habe mehr als 150.000 Anfragen an Telegram gestellt, bei denen es um die Löschung »verbotener Inhalte« gehe, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Die Anfragen seien jedoch ignoriert worden. Die russische Regierungszeitung Rossijskaja Gaseta berichtete bereits im Februar unter Berufung auf den FSB, dass seit 2022 mehr als 153.000 Gesetzesverstöße in Russland verzeichnet seien, bei denen Telegram genutzt worden sei. FSB begründet Vorwurf mit Nutzung von Telegram bei Attentaten Der Terrorvorwurf gegen Durow wird offenbar darauf bezogen, dass mehrere Angriffe, die in Russland als Terrorattacken eingestuft worden sind, teils über Telegram geplant worden seien. Das gelte etwa für den islamistisch motivierten Terrorangriff auf eine Konzerthalle bei Moskau im März 2024, bei dem mehr als 140 Menschen getötet wurden – aber auch für Attentate auf hochrangige Vertreter des russischen Militärs oder prominente antiukrainische Militärblogger und Propagandisten, hinter denen mutmaßlich ukrainische Geheimdienste stehen. Gegen Durow wurde den FSB-Angaben zufolge ein internationaler Haftbefehl erlassen. Der Telegram-Gründer ist unter anderem in Dubai ansässig und ist Staatsbürger Frankreichs sowie der Vereinigten Arabischen Emirate. Durow hatte Russland 2014 verlassen und angegeben, nicht zurückkehren zu wollen, weil das Land »nicht kompatibel mit dem Internetbusiness« sei. Berichten zufolge soll der Telegram-Gründer Russland jedoch bis 2021 Dutzende Male besucht haben. Ermittlungen gegen ihn liefen zuletzt wegen Vorwürfen mangelnder Moderation von Telegram-Inhalten auch in Frankreich. In seinem eigenen Telegram-Kanal reagierte Durow zunächst nicht auf die Vorwürfe. Der 2013 gegründete Messenger hat nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Nutzerinnen und Nutzer weltweit und ist sowohl in Russland als auch in der Ukraine stark verbreitet. Durow hatte vor Telegram auch das russische Facebook-Äquivalent Vkontakte gegründet, seine Anteile daran aber 2014 unter staatlichem Druck verkauft. Russland sperrt Telegram- und WhatsApp-Dienste Als die russischen Ermittlungen gegen Durow im Februar bekannt wurden, wies der Milliardär die Anschuldigungen von sich. »Bei ihren Versuchen, das Recht auf Privatsphäre und Redefreiheit zu unterdrücken, erfinden die russischen Behörden jeden Tag neue Vorwände, um den Zugang der Russen zu Telegram einzuschränken. Ein trauriges Spektakel von einem Staat, der sich vor seinem eigenen Volk fürchtet«, schrieb Durow damals. Die russischen Behörden versuchen seit Jahren, Telegram zu blockieren. Seit Anfang 2026 haben sie ihr Vorgehen gegen den Messenger sowie ähnliche westliche Dienste wie WhatsApp verschärft. So wurden die Apps in Russland gedrosselt, was etwa dazu führt, dass Inhalte nur langsam geladen werden. Auch wurden die Videotelefoniedienste von Telegram und WhatsApp in Russland gesperrt. Damit versucht der Staat unter anderem, Menschen zur Nutzung des staatlichen Messengerdienstes Max zu drängen. Dieser gilt wegen der umfassenden Sammlung von Nutzerdaten und lascher Datenschutzrichtlinien als staatliche Überwachungs-App. So soll Max etwa prüfen, ob ein Nutzer VPN-Dienste einsetzt. Sie werden in Russland von vielen Menschen genutzt, um staatliche Sperren von Inhalten zu umgehen.

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