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Montag, 17. August 2026
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Sommerinterview mit Felix Banaszak: Grüne Chancen oder Ende der Euphorie?

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16. August
ZDF heute

Können die Grünen eine AfD-Mehrheit im Osten verhindern?

Felix Banaszak im ZDF-Sommerinterview:Die Aussagen des Grünen-Chefs unter der Lupe von Jan Schneider und Birgit Franke Felix Banaszak äußert sich im ZDF-Sommerinterview unter anderem zum Wohnungsbau, den Wahlen im Osten und den Kosten der Energiewende. Die Aussagen im Faktencheck. Der Bundesvorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, hat sich in Brandenburg den Fragen im ZDF-Sommerinterview gestellt. Es ging um die anstehenden Landtagswahlen im Osten, die Auswirkungen der Energiewende auf die Strompreise und einer möglichen Lösung der Berliner Wohnungsnot. Waren seine Aussagen dabei korrekt? Ein Überblick. Können leerstehende Büros die Berliner Wohnungsnot lösen? Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin könnte es für Rot-Rot-Grün reichen. Doch die Linke fordert als Bedingung für eine Koalition die Enteignung von großen Wohnungskonzernen. Der Spitzenkandidat der Grünen in Berlin, Werner Graf, ist grundsätzlich ähnlicher Meinung wie die Linken. Im ZDF-Sommerinterview stellt sich Felix Banazsak hinter seinen Spitzenkandidaten, hält aber auch andere Maßnahmen für wichtig. Vor allem der Umbau von Büroräumen sei sinnvoll und effektiv. Überall in Berlin steht Büroraum leer, überall in Berlin stehen Hochhäuser, von denen man nicht weiß, womit die eigentlich gefüllt werden sollen. (...) Das Umwandeln, Büroräume umwandeln in Wohnungen, das wird das Problem sehr viel schneller lösen und sehr viel schneller zumindest reduzieren. Felix Banaszak, Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen Das Umwandeln von Büroraum in Wohnungen wird gerade für die Metropole immer häufiger gefordert. Doch die Kosten sind häufig hoch, das Verfahren oft kompliziert. Insgesamt stehen in Deutschland rund elf Millionen Quadratmeter Bürofläche leer. Jedoch können laut einer Studie des ifo-Instituts nur rund ein Drittel der leerstehenden Gewerbefläche umgebaut werden. Der Grund: technische und baurechtliche Vorgaben. Laut der Studie würde die Umwandlung für die sieben größten deutschen Städte Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf ein Plus von 60.000 neuen Wohnungen bedeuten. Wirtschaftlich realisierbar sei aber nur ein Teil davon. - Wohnungsmarkt: Wie Bürogebäude die Situation entspannen könnten Auch die Bundesregierung sieht das Thema und hat reagiert: Seit dem 1. Juli 2026 unterstützt der Bund solche Umbaumaßnahmen mit bis zu 30.000 Euro pro neu entstehender Wohnung. Wie die Umwidmung von Büroräumen in der Praxis aussieht, sehen Sie in unserer "plan b"-Doku: Wie schaffen wir neuen Wohnraum? Und wie viel Platz brauchen wir zum Leben wirklich? Wie kann man aus Altem schnell was Neues bauen? Mit neuen Ideen zur eigenen Wohnung! 03.05.2026 | 43:32 minIn den "Berlin direkt - Sommerinterviews" kommen neben dem Bundespräsidenten und dem Bundeskanzler die Vorsitzenden der im Bundestag in Fraktionsstärke vertretenen Parteien zu Wort. Die Aussagen der Befragten werden von einem ZDF-Team überprüft und Zusammenhänge nachrecherchiert. Zu jedem Sommerinterview veröffentlichen wir im Anschluss auch einen Faktencheck-Artikel, unabhängig davon, ob in dem Gespräch Falschaussagen oder unzutreffende Tatsachenbehauptungen geäußert wurden. Könnten die Grünen eine AfD-Alleinregierung im Osten verhindern? Mit Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sagt Banaszak: Wenn Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern über die fünf Prozent Hürde kommen (…), dann bedeutet das nicht nur, dass eine Alleinregierung von Verfassungsfeinden verhindert wird, denn das droht ansonsten. Felix Banaszak, Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen Banaszak hat die AfD im gesamten Sommerinterview nicht namentlich erwähnt. Es liegt allerdings nahe, dass er mit dem Begriff "Verfassungsfeinde" die in den Umfragen führende Partei meint. Aktuelle Sitzprojektionen für Sachsen-Anhalt sehen die AfD bei rund 41 Prozent. Das würde ihr etwa 47 der 97 Sitze im Magdeburger Landtag bringen und läge damit nur zwei Mandate unter der absoluten Mehrheit von 49 Sitzen. Dass die AfD trotz "nur" 41 Prozent der Stimmen so nah an eine absolute Mehrheit heranrückt, liegt an einem Verzerrungseffekt, der durch die Fünf-Prozent-Hürde entsteht: Stimmen für Parteien, die daran scheitern, spielen bei der Sitzverteilung keine Rolle. Da die absolute Zahl der Sitze gleich bleibt, erhöht sich damit der Sitzanteil der im Landtag vertretenen Parteien, auch der der AfD. Aktuell sehen die meisten Umfragen die FPD etwas deutlicher unter dieser Hürde. Bei Grünen und BSW könnte es knapp werden. Steigende Kosten, weniger Förderung, große Unsicherheit: Bürger und Bürgerinnen schildern ihre Lage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. 05.08.2026 | 2:40 minSchafft es eine kleine Partei, wie die Grünen, über die Hürde, wird der Verzerrungseffekt kleiner. Die Sitzzahl der anderen Parteien wird bei gleichbleibendem Stimmenanteil kleiner. Banaszaks Aussage fußt demnach auf einem mathematischen Fundament. Ob der Einzug der Grünen am Ende tatsächlich über eine absolute Mehrheit der AfD entscheidet, hängt aber von den genauen Ergebnissen aller Parteien am Wahltag ab und lässt sich im Vorfeld nicht sicher vorhersagen. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Vorsprung der AfD geringer, hier hat nach aktuellen Umfragewerten keine Partei alleine eine Chance auf die absolute Mehrheit, unabhängig davon, ob die Grünen es in den Landtag schaffen oder nicht. Sind die Grünen seit März in allen Umfragen auf Platz drei? Zur Stimmung im Bund sagt Banaszak: Wir sind jetzt seit März in allen Umfrageinstituten an dritter Stelle vor SPD und Linken. Haben uns auf einem Niveau von 14 bis 16 Prozent stabilisiert. Felix Banaszak, Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen Aktuelle Sonntagsfragen mehrerer Institute sehen die Grünen tatsächlich auf dem dritten Platz. Im Aktuellen Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF kämen die Grünen auf 13 Prozent der Stimmen, vor SPD und Linken mit jeweils zwölf Prozent. Andere Umfrageinstitute sehen die Partei bei 14 bis 16 Prozent. Allerdings ist das Rennen äußerst eng. Beim Institut für Demoskopie Allensbach teilen sich Gründe und SPD Platz drei mit 13 Prozent, der Vorsprung ist also knapper, als Banaszaks Formulierung nahelegt. Landtagswahl am 22. September: Es könnte ein Kopf an Kopf Rennen zwischen AfD und SPD werden. Verliert die SPD erstmals seit 1990 ihre führende Position in Brandenburg? 20.09.2024 | 2:17 minWelche Rolle spielt die Energiewende für den Strompreis? Im Verlauf des Gesprächs wurde Banaszak mit einer Aussage des Evonik-Chefs Christian Kullmann konfrontiert, wonach die Energiewende bislang 1.000 Milliarden Euro gekostet, aber nichts gebracht habe. Banaszak widerspricht dieser These deutlich mit den Worten: "Das ist Unsinn." Ihm zufolge sei der Strom nicht wegen der Energiewende teuer: Das Verrückte ist doch, dass die günstigen Erzeugungskosten von Sonne und Wind gerade bei den Verbrauchern nicht ankommen, weil die Netze nicht vernünftig ausgebaut sind. (...). Die Strompreise sind nicht wegen der Energiewende so teuer, sondern weil Deutschland eine insgesamt schwierige energiewirtschaftliche Lage hat. Felix Banaszak, Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen Hier wird es wirklich komplex und bedarf einer Einordnung: Von den 1.000 Milliarden hat Christian Kullmann in einem Interview mit der Rheinischen Post im Juli 2026 gesprochen. Ein genauer Zeitraum für die Kosten wurde dabei nicht geannnt, oft wird jedoch der Zeitraum seit dem Jahr 2000 genutzt, damals wurde das erste Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verabschiedet. Bis heute entspräche das also etwa 40 Milliarden Euro pro Jahr für die Energiewende. Der Strompreis in Deutschland ist hoch. Wer wirklich damit Kasse macht und was wir tun können, um endlich günstiger zu werden: WISO - Wirtschaft erklärt mit Hanna Zimmermann. 15.08.2026 | 9:58 minFossile Energiequellen sind dagegen keineswegs günstiger: Im Jahr 2025 hat Deutschland Rohöl im Wert von rund 35,8 Milliarden Euro importiert. Der Importwert von Erdgas belief sich auf 24,8 Milliarden Euro. Im Krisenjahr 2022 waren es 60 Milliarden Euro für Öl und 67,8 Milliarden für Erdgas, zusätzlich musste der Staat damals mindestens 11 Milliarden für den sogenannten Gaspreisschutzschirm aufbringen, der an die Energieversorger ausgezahlt wurde. - Wirtschaft erklärt: Warum Strom bei uns so teuer ist und wer daran was verdient Banaszaks Aussage zum Strompreis ist differenzierter zu betrachten. Auf der Erzeugungsseite hat er recht: Der Strompreis an der Börse richtet sich nach dem Merit-Order-Prinzip, das bedeutet, das teuerste noch benötigte Kraftwerk bestimmt den Preis, obwohl Wind- und Solarstrom deutlich günstiger sind als Kohle und Gas. Von den rund 39 Cent, die eine Kilowattstunde im zweiten Halbjahr 2025 im Schnitt kostete, entfielen laut ZDF-Recherchen rund 16 Cent auf Beschaffung und Vertrieb. Die frühere EEG-Umlage, die den Ausbau direkt auf der Stromrechnung sichtbar machte, wurde 2023 abgeschafft. Bezogen auf die Stromnetze ist der Zusammenhang mit der Energiewende aber direkter, als Banaszaks Aussage suggeriert: Die Netzentgelte machen aktuell rund ein Viertel des Strompreises aus - und ein wesentlicher Teil dieser Kosten entsteht gerade durch den Ausbau der Netze, die nötig sind, um Windstrom aus dem Norden in die Verbrauchszentren im Süden zu transportieren. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verweist zudem darauf, dass spürbare Entlastungen bei den Strompreisen frühestens in den 2030er-Jahren zu erwarten seien. Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Mehr Sommerinterviews im Check - FaktencheckZDF-Sommerinterview mit Luigi Pantisano:Die Aussagen des Linken-Chefs unter der Lupevon Katja Belousova und Miriam Striekermit Video20:10 - FaktencheckZDF-Sommerinterview mit Bärbel Bas:Die Aussagen der SPD-Chefin unter der Lupevon Oliver Klein und Daniel Heymannmit Video19:26 - FaktencheckZDF-Sommerinterview:Sind Bayern und die CSU so stark, wie Söder behauptet?von P. Aumeier, J. Schneider - FaktencheckSommerinterview mit dem Bundeskanzler:Friedrich Merz im ZDF: Waren seine Aussagen immer korrekt?von Jan Henrich, Nils Metzger, Beate Seckmit Video19:54

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16. August
ZDF heute

Grünen-Chef Banaszak will Osten nicht "verloren" geben

ZDF-Sommerinterview:Grünen-Chef Banaszak will Osten nicht "verloren" geben von Stefanie Reulmann Im ZDF-Sommerinterview fordert Grünen-Chef Banaszak mehr Engagement seiner Partei im Osten. An die CDU appelliert er, in Bezug auf die Linke über ihren "Schatten" zu springen. Vor den anstehenden Landtagswahlen im September in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stehen die Grünen unter Druck. Der Osten ist für die Partei ein schwieriges Terrain. Doch im ZDF-Sommerinterview gibt sich Parteichef Felix Banaszak trotzdem kämpferisch und sagt: Wir geben als Bündnis-Grüne weder Brandenburg noch andere Teile des Ostens verloren für uns. Felix Banaszak, Parteivorsitzender der Grünen Es gehe darum, "wieder Nähe und Verbindung zu schaffen" mit den Menschen im Osten. Deshalb habe er in Brandenburg an der Havel ein Regionalbüro eröffnet. Das sei "eine der besten" Entscheidungen gewesen, die er bisher getroffen habe, sagt Banaszak. Banaszak schließt Rücktritt aus und kritisiert Vorgänger Einen Rücktritt für den Fall eines Scheiterns seiner Partei bei den Wahlen schließt der Grünen-Chef im ZDF-Sommerinterview aus. Diesen Schritt sind seine Vorgänger, Ricarda Lang und Omid Nouripour, 2024 gegangen, nachdem die Grünen nach den Wahlen in Thüringen und Brandenburg in beiden Landtagen nicht mehr vertreten waren. Die Grünen haben sich in Wittenberg versammelt. Wegen katastrophaler Umfragewerte im Osten fragt sich die Partei: Wie können wir neue Wählerinnen und Wähler gewinnen? 13.09.2025 | 3:01 minDas desaströse Ergebnis sei auch auf mangelndes Engagement zurückzuführen, kritisiert Banaszak im Sommerinterview seine Amtsvorgänger: Ich glaube, 2024 war die Lage nicht, dass man dem Parteivorsitzenden oder der Gesamtpartei vorgeworfen hätte, sich zu intensiv um den Osten bemüht zu haben. Felix Banaszak, Parteivorsitzender der Grünen Banaszak fordert CDU zum Umdenken bei der Linken auf Diesen Fehler wolle er nicht wiederholen. Er wolle sich nicht "vorwerfen lassen" und sich "selbst vorwerfen, nicht alles dafür getan zu haben", dass die Grünen auch im Osten wieder erfolgreich werden. In Sachsen-Anhalt erreichten die Grünen bei der letzten Wahl 2021 5,9 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern 6,3 Prozent. Das ganze ZDF-Sommerinterview mit dem Grünen-Co-Vorsitzenden Felix Banaszak sehen Sie heute ab 19:10 Uhr im ZDF und auf der ZDF-Streamingplattform. Besonders stark im Osten: die AfD. Koalitionen zu schmieden wird für die Parteien in den Ländern eine Herausforderung. Der Grünen-Chef appelliert deshalb an die CDU, den Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Linken zu überdenken, der in erster Linie mit der SED-Vergangenheit der Partei zusammenhängt. Heidi Reichinnek "will nicht die Mauer wieder aufbauen" Diese Haltung der CDU sei "unverantwortlich", sagt Banaszak im ZDF-Sommerinterview. Man könne der Politik der Linken gegenüber "kritisch eingestellt sein", und natürlich bestünden "große Differenzen" zwischen der CDU und der Linken. Doch von der Linken gehe keine Gefahr aus, sagt Banaszak im ZDF: Heidi Reichinnek will nicht die Mauer wieder aufbauen, und Heidi Reichinnek will auch nicht massenhaft Menschen aus Deutschland ausweisen. Sie will nicht am Ende die Grundfesten der Demokratie einreißen. Felix Banaszak, Parteivorsitzender der Grünen Wenn es darum gehe, "Verfassungsfeinde von rechts außen oder eigentlich von außerhalb des demokratischen Spektrums" fernzuhalten von Schulen, Kitas, Polizei oder Justiz, müsse auch eine Partei wie die CDU über ihren "Schatten" springen. Es brauche dann ein "breites Bündnis der Demokraten", sagt Banaszak im Sommerinterview. Die Termine der ZDF-Sommerinterviews: Felix Banaszak, 16. August Felix Banaszak führt die Grünen zusammen mit Co-Chefin Franziska Brantner. Am 16. August ist er zu Gast im ZDF-Sommerinterview. Quelle: dpaLassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.

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16. August
ZDF heute

Grünen-Chef Banaszak im Wahlkampf: Aufatmen oder Untergehen?

Vor dem ZDF-Sommerinterview:Grünen-Chef Banaszak im Wahlkampf: Aufatmen oder Untergehen? von Bernd Benthin Heute stellt sich Felix Banaszak, Co-Chef der Grünen, den Fragen im ZDF-Sommerinterview. Kurz vorher tourt er mit dem Taxi durch Gegenden, in denen es für die Grünen um alles geht. "Taxi Banaszak" steht auf dem Großraum-E-Taxi, das Mitte der Woche vor der Parteizentrale der Grünen parkt. Der grüne Parteivorsitzende bricht auf zu seiner Sommer-Wahlkampf-Tour im Osten. Wer möchte und sich vorher angemeldet hat, kann sich von Felix Banaszak nach Hause, zum Einkauf, zur Party chauffieren lassen und dabei mit ihm über Politik sprechen. Robert Habeck hatte seinen Küchentisch, Banaszak will es mit dem Taxi versuchen - mit anschließender Videoauswertung für die Social-Media-Kanäle. Wie er denn Auto fahren würde, wird Banaszak bei der Abfahrt gefragt. Die Pointe dafür hat er sich schon zurechtgelegt: Dann bricht Banaszak auf - in die Gegenden des Landes, in denen es für die Grünen eigentlich kaum etwas zu holen gibt. Schwerer Stand im Osten Banaszaks Vorgänger im Amt - Ricarda Lang und Omid Nouripour - sind kurz nach den letzten Wahlen im Osten zurückgetreten. 2024 war das, als die Grünen in Sachsen nur knapp über die Fünf-Prozent-Hürde kamen und in Thüringen und Brandenburg mit sehr schlechten Ergebnissen aus den Landtagen flogen. Aktuell sehen Umfragen die Grünen bei jeweils fünf Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen-Anhalt. Wenige hundert Stimmen könnten entscheiden über Aufatmen oder Untergehen. Banaszak verbreitet Optimismus und sagt, was die teils aggressive Ablehnung der Grünen angeht, hätte sich der Wind gedreht: "Ganz viele Anfeindungen und Hass, die in den letzten Jahren ab und zu da waren, die scheinen jetzt nicht komplett weg zu sein, aber wirklich in den Hintergrund gerückt zu sein", sagt Banaszak. "Stattdessen: Viel Interesse, und auch Enttäuschung über die aktuelle Bundesregierung." Und manche sagen, vielleicht war das alles gar nicht so doof, was die Grünen in der Ampel gemacht haben. Felix Banaszak, Co-Parteivorsitzender, Bündnis 90/Die Grünen Deutschland muss sich besser gegen die Folgen des Niedrigwassers wappnen. Denkbar sind die Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lkw und die Verlagerung von Fracht auf die Schiene. 12.08.2026 | 1:30 minBanaszak: "Es hieß immer: Ihr macht alles verkehrt" Am zweiten Tag der Tour macht das "Taxi Banaszak" Station in Möckern, in Sachsen-Anhalt. Die Gemeinde hält seit diesem Jahr den bundesweiten Hitzerekord: 41,8 Grad, offiziell gemessen vom Deutschen Wetterdienst. Der Ort ist natürlich als Symbol gewählt, verknüpft mit der Frage: Bringt die aktuelle Lage - Hitze, Dürre, Niedrigwasser - Aufmerksamkeit und auch Prozentpunkte für die Grünen? Die Landwirte, die Banaszak hier trifft, machen ihm wenig Hoffnung. Der große Dürre-Schock sei für sie schon das Jahr 2018 gewesen. Seitdem hätten sie sich angepasst. Klar, die klimatischen Veränderungen seien schwerwiegend. Aktuell aber überwiegt die Sorge vor den weltpolitischen Verwerfungen. Von der Straße von Hormus hänge auch ab, wie teuer der Dünger für sie wird. Die Grünen jedenfalls haben bei ihnen weiter den Ruf, eher auf Verbote zu setzen und Moral über Machbarkeit zu stellen, wie der Landwirt Sören Rawolle sagt: "Ich denke, ein ganz großes Problem der Grünen ist über Jahre diese Bevormundung." Besonders im Naturschutz sei dies zu erleben. "Es wurden uns immer nur Vorgaben gemacht, aber wir wurden nie mitgenommen." Es hieß immer: Wir sind die Besseren, ihr macht alles verkehrt, wir machen es gut. Ein ganz großes Problem, und darunter leiden die Grünen ganz extrem. Sören Rawolle, Landwirt Auch die grünen Wahlkämpfer, die Banaszak am Abend im nahegelegenen Burg trifft, glauben nicht, dass das Klima auf einmal zum Gewinner-Thema für die Grünen wird. Eher stoße man auf Verdrängung und Skepsis, ob denn die Grünen verträgliche Antworten liefern könnten. Das ganze ZDF-Sommerinterview mit dem Grünen-Co-Vorsitzenden Felix Banaszak sehen Sie heute ab 19:10 Uhr im ZDF und auf der ZDF-Streamingplattform. Hitze und Höhenflug? Hitzeschutz und Klimaanpassung, diese Themen haben sich die Grünen für ihre nächste Bundesvorstandsklausur Ende des Monats gegeben. Bis dahin wollen sie weiter Forderungen an die Regierung stellen. Es geht um das großangelegte Pflanzen von Bäumen, um einen Hitzegipfel vielleicht im Kanzleramt oder um ein "Abkühl-Sofortprogramm", wie es die grüne Fraktionschefin Katharina Dröge fordert und damit die Förderung von Klimaanlagen in öffentlichen Einrichtungen meint. Das schon angesprochene Dürre-Jahr 2018 war der Auftakt zu einem grünen Höhenflug, der die Partei kurzzeitig vom Kanzleramt träumen ließ. Im aktuellen Landtagswahlkampf scheint das Thema bislang eher wenig zu helfen, und auch im Bund steht die Partei seit Monaten zwischen 13 und 15 Prozent. Laut Politbarometer werden trotz Hitze und Dürre momentan Wirtschaftslage oder Zuwanderung stärker als wichtiges Problem wahrgenommen. Gerade Letzteres ist auch für die Grünen ein schwieriges, oft gemiedenes Thema. Aber auch dazu muss Banaszak Antworten liefern - auf den angebotenen Taxi-Fahrten und heute im ZDF-Sommerinterview. Bernd Benthin ist Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio. Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen. Mehr zu den Grünen - Vorwürfe an Kanzler Merz:Linke und Grüne kritisieren Umgang mit Niedrigwasser-Lagemit Video1:51 - Wahl-O-Mat zur Landtagswahl:Wahl in Sachsen-Anhalt: Welche Partei passt zu mir?von Katrin Meyermit Video1:45 - ExklusivZDF-Politbarometer:Regierungsumbildung: Keine Verbesserung der Arbeit erwartet - Spahns Rücktritt "überfällig":Grünen-Chefin Brantner sieht Chance für Merzmit Video1:51 Die ZDF-Sommerinterviews - ExklusivKanzler im ZDF-Sommerinterview:Merz über AfD, Linke, Grüne: "Alles derselbe Sound"von Dominik Rzepkamit Video1:08 - Exklusiv - ExklusivSPD-Vorsitzende im ZDF-Sommerinterview:Bas sieht SPD in historischer Verantwortungvon Jan Henrichmit Video19:26 - ExklusivLinken-Chef im ZDF-Sommerinterview:Pantisano schließt Wahl von CDU-Ministerpräsident nicht ausvon Johannes Liebermit Video20:10

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15. August
Tagesschau

Grüne in Sachsen-Anhalt: Hoffnung für die Hoffnungslosen?

Grüne in Sachsen-Anhalt Hoffnung für die Hoffnungslosen? Die Grünen haben in Sachsen-Anhalt einen schweren Stand. Parteichef Banaszak tourt durch das Bundesland, um seine Partei in den Landtag zu bringen. Davon könnte abhängen, ob die AfD alleine regieren kann. "Findet hier heute Abend was statt?" Zwei Frauen mittleren Alters kommen in der Abendsonne auf ihren E-Bikes an. Es ist ein kleiner Biergarten in Burg in Sachsen-Anhalt, die Theke in einem alten Schiffscontainer, die Stühle und Tische hübsch gemacht. "Bier mit Banaszak" heißt die Veranstaltung. Ein entscheidender Wahlkampf für den Grünen-Chef - und ein mühsamer. Außer den organisierenden lokalen Grünen-Mitgliedern ist kurz vor Beginn noch niemand da. Wenig später kommt Banaszak mit dem "Taxi Banaszak", einem umgebauten Kleinbus mit einem Foto von ihm drauf. Dann steht er mit Mikrofon vor etwa 30 Leuten und versucht das zu vermitteln, was den AfD-kritischen Menschen hier fehlt: Hoffnung. "Hoffnung heißt: Es ist noch nicht entschieden", sagt Banaszak. "Es ist kein Naturgesetz, dass die AfD am Ende 40 Prozent hat." Aktuelle Umfragen sehen die AfD in Sachsen-Anhalt bei mehr als 40 Prozent. Mit dem Taxi in den Landtag? Grünen-Chef Banaszak tourt durch Sachsen-Anhalt. Banaszaks Grüne haben in Sachsen-Anhalt einen schweren Stand. Sie stehen in Umfragen bei fünf Prozent, der Einzug in den Landtag ist keinesfalls sicher. Ob die Grünen im Landtag in Magdeburg sind oder nicht, könnte darüber entscheiden, ob die AfD eine Alleinregierung bilden kann. Grüne spüren Polarisierung seit Jahren Burg liegt eine halbe Stunde vor der Landeshauptstadt Magdeburg. Die Fassaden saniert, ein alter Schornstein mit Storchennest erstrahlt in der Abendsonne, ein Spielplatz in gutem Zustand. Die Einwohnerzahl ist recht stabil. Doch die Polarisierung spüren die Grünen seit Jahren. Oft nur unter Polizeischutz konnte die Co-Vorsitzende des Kreisverbands, Friederike Larek, bei der Europawahl 2024 Wahlkampf machen. Die Studentin erlebte damals Hass, wurde angespuckt - und sagt heute achselzuckend: "Man gewöhnt sich dran." Doch den Landtagswahlkampf jetzt erlebe sie ganz anders. "Wir haben gute Diskussionen. Alles in allem bin ich ziemlich positiv überrascht." Menschen sagten ihr, es sei cool, dass es die Grünen noch gebe. "Sowas tut gut!" In der Bundesgeschäftsstelle der Grünen teilt man den Eindruck: Der Hass nehme ab. Leicht wird es dadurch aber nicht in der Stadt Burg, sagt Larek. "Wer sich jetzt hier politisch engagiert, der weiß, dass er nicht nur Klatschen oder zufriedene Menschen bekommt." Sie verstehe, warum die Menschen wütend sind. Der Hass habe sich "in Überlegenheit gewandelt", glaubt Larek. Fast alle ihre früheren Mitschüler seien weggezogen, sie sei geblieben. "Und damit geht einher, dass ich sage: Ich gebe jetzt alles in diese Tätigkeit rein. Und man bekommt dann auch total viel zurück." Die Unterstützung durch Grünen-Chef Banaszak kann sie da gut gebrauchen. "Die Zahlen der AfD machen uns wahnsinnig Angst" Wenn nur mehr Leute da wären. Im Publikum sitzt Anne-Katrin Helmholdt, Lehrerin für Deutsch und Ethik. "Die Zahlen der AfD machen uns wahnsinnig Angst", sagt sie. "Die AfD will ja auch in der Schule massive Einschnitte vornehmen. Und die sind für uns höchst problematisch", sagt Helmholdt. "Wir haben jetzt schon Sorge, was wir überhaupt sagen dürfen." Doch auch sie und eine Kollegin verstehen die Wut der Menschen im Land. "Die großen Parteien, vielleicht auch Friedrich Merz, haben an den Bürgern vorbei gearbeitet. Viele fühlen sich nicht mehr gesehen." Zu wenig Engagement im Osten, das bezieht Banaszak jedenfalls nicht auf sich. "Es gibt kein Land außer Brandenburg, in dem ich in den letzten Monaten so viel war wie in Sachsen-Anhalt." Mehr als zwei Stunden im Gespräch: Banaszak hofft auf Stimmen aus Burg. Banaszak erzählt von seiner Wanderung im Harz am Tag zuvor. Der Anblick der Wälder habe ihn schockiert - und gleich ist er bei den Kernthemen der Grünen: Ökologie, Klima, ökologische Landwirtschaft. Er spricht auch über die Sorge vor der AfD, über die Finanznot der Gemeinden, aber auch über Außenpolitik und Völkerrecht. Die Menschen stellen ihm Fragen zum Kulturkampf, zum Klimaschutz. Manche der Zuschauer wollen aber auch einfach gehört werden: ein Förster, ein Klimaschützer, eine evangelische Pfarrerin. Es sind Menschen, die den Grünen zugeneigt sind. Eine Jungwählerin will wissen, warum sie die Grünen und nicht die Linke wählen soll. "Wir müssen leider gerade Geld ausgeben für Verteidigung und das unterscheidet mich von weiter links", antwortet Banaszak. Mehr als zwei Stunden reden vor den 30 Menschen. "Nein, diese Aktion alleine wird uns nicht in den Landtag bringen", resümiert auch Banaszak am Ende. "Aber ich glaube, dass die Kombination unterschiedlicher Formate, die wir jetzt im Wahllkampf machen, dass das in der Summe die entscheidenden Stimmen bringen kann." Wenig später steigt er wieder in sein "Taxi Banaszak". Ab nach Magdeburg.

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